2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Heidenheim 1:1

Es war das dritte Duell zwischen RB Leipzig und dem 1.FC Heidenheim und das erste von mindestens zwei zwischen den beiden in Liga 2. Und wie schon beim Spitzenspiel in der dritten Liga vor einem halben Jahr trennten sich die Clubs mit 1:1 voneinander. Eine Punkteteilung mit der beide Trainer nach dem Spiel nicht so recht unzufrieden sein wollten. Auch wenn es aus RB-Sicht durchaus Grund zur Unzufriedenheit gegeben hätte, denn im Gegensatz zum letzten Aufeinandertreffen waren die RasenBallsportler über 90 Minuten doch die deutlich dominante Mannschaft mit den besseren und häufigeren Einschussgelegenheiten. Doch aus dem Spiel heraus wollte einfach kein Treffer gelingen, sodass man sich trotz großem Aufwand mit dem Unentschieden begnügen musste.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig wieder im 4-3-1-2-System, in dem auch die fraglichen Diego Demme und Yussuf Poulsen mitwirken konnten (bei letzterem muss man vielleicht wieder mal aufpassen, dass er die Eins-gegen-Eins-Dribblings nicht übertreibt und man nicht zu einem Zustand kommt, in dem die Mitspieler den Ball zu Poulsen spielen und dann zugucken, wie er sich daraus gefährliche Situationen erdribbelt, denn das wäre auf Dauer zu leicht ausrechenbar). Nicht dabei war dagegen (nicht wirklich überraschend) der zweifache Torschütze aus dem Düsseldorf-Spiel Georg Teigl, der draußen blieb, weil man nicht erwarten konnte, dass es genug Räume in der Tiefe gibt, um seine Geschwindigkeit gewinnbringend einzusetzen.

Nicht dabei war erneut auch Daniel Frahn, der gegenüber Matthias Morys das Nachsehen hatte, weil Alexander Zorniger der Meinung war, dass es keinen Grund gab, den Sturm nach dem Düsseldorf-Spiel komplett auszutauschen. Hinterher könnte man sicherlich argumentieren, dass das Spiel einem Daniel Frahn wohl entgegengekommen wäre, da es einige Strafraumszenen mit Gewühl gab, in denen der Kapitän mit seinem Riecher vielleicht den Ball hätte über die Linie drücken können oder Yussuf Poulsen auch einen Zielstürmer im Strafraum gehabt hätte. Als Frahn dann nach 86 Minuten ins Spiel kam, war es praktisch schon zu spät, da die offensive Luft aus der intensiven Partie zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig raus war.

Heidenheim auf der anderen Seite kompensierte den Ausfall von Stürmer Patrick Mayer nicht etwa defensiv, sondern spiegelte praktisch die RB-Aufstellung und lief auch mit einem offensiv ortientierten 4-3-1-2-System auf, das auch gut und gerne mal ein 4-1-3-2 wurde. Ein System, mit dem man gut auf die Stärken von RB im zentralen Mittelfeld reagieren konnte (und gut Umschaltsituationen hätte ausspielen können, wenn man denn welche gekriegt hätte). Ein System aber auch, dass in der Praxis dazu führte, dass sich RB Leipzig immer mal wieder in die Zwischenräume zwischen zentralem Heidenheimer Mittelfeld und Abwehrkette kombinieren konnte und so immer wieder in aussichtsreiche Situationen am gegnerischen Strafraum kam.

RB Leipzig kontrollierte die Partie eigentlich von Beginn an und hatte schon in den ersten zehn Minuten einige Strafraumaktionen. Der durchaus auffällige RB-Stürmer Matthias Morys scheiterte bei der besten Gelegenheit nach acht Minuten freistehend aus spitzem Winkel am sicheren Gäste-Keeper Zimmermann, der vor der Saison aus Darmstadt gekommen war.

Auffällig aber, dass sich RB Leipzig eigentlich so ziemlich jede Gelegenheit im eher ungeliebten Spiel mit dem Ball hart erarbeiten musste. Kaum einmal, dass man im Gegenpressing hohe Ballgewinne hatte und in die schnelle Umschaltbewegung kam, weil der Gast genau diese Situationen nicht zuließ. Andererseits kam Heidenheim im kompletten Spielverlauf von potenziellen Kontergelegenheiten abgesehen eigentlich kaum gefährlich über die Mittellinie, weil die RB-Defensive unheimlich aufmerksam agierte und insbesondere Niederlechner, aber auch Schnatterer meist schon um die Mittellinie herum entscheidend störten. Einzig Morabit konnte sich immer mal wieder auffällig, aber auch wenig effektiv in Szene setzen.

Viel Aufwand, wenig Ertrag - Yussuf Poulsen steht sinnbildlich für das Spiel von RB Leipzig gegen den 1.FC Heidenheim | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Trotzdem gingen die Gäste nach 21 Minuten in Führung. Nach einer Situation, in der defensiv bei RB Leipzig so ziemlich alles schief ging, was schief gehen kann. Zuerst köpft Heidinger einen langen Ball relativ unbedrängt zu einem Einwurf für Heidenheim ins Aus. Anschließend rutscht Kimmich beim Versuch an der Außenlinie gegen Heise in den Zweikampf zu gehen weg, sodass der Heidenheimer Linksverteidiger unbedrängt Richtung Strafraum laufen kann. Wo er Schnatterer anspielt, der den Ball sofort per Doppelpass wieder in den Lauf des quer in den Strafraum eindringenden Heise spielt. Heidinger verfolgt den Heidenheimer in gebührendem Abstand und versucht ihn noch (deutlich erfolglos) Abseits zu stellen statt die Lücke zu schließen, sodass Heise völlig frei vor Bellot steht und den Ball mühelos mit links im langen Eck versenkt. Schlechtes Abwehrverhalten sehr gut und kaltschnäuzig ausgenutzt und schon steht es 0:1.

Das unnötige Gegentor lähmte die Bemühungen von RB Leipzig nur kurzfristig und und schon ein paar Minuten später baute man den aus den ersten Minuten gewohnten Druck wieder auf. Teilweise sah das aus wie bei einem Powerplay. Nur die ganz klaren Gelegenheiten sprangen nicht dabei heraus, da Heidenheim den eigenen Strafraum mit viel Hingabe verteidigte. Sodass es letztlich eine Standardsituation richten musste, die Dominik Kaiser so überragend wie schon gegen Karlsruhe aus 20 Metern von halblinker Position im rechten Winkel versenkte. Torwartecke hin oder her, der Ball war perfekt geschossen und für einen normalsterblichen Keeper unhaltbar.

Im Gegensatz zum Karlsruhe-Spiel war dieser Ausgleich nicht nur der Zwischenschritt zum Sieg, sondern letztlich der Torschlusspunkt der Partie. Auch wenn RB Leipzig weiter auf Sieg spielte und ihn sich auch verdient gehabt hätte. Vor der Pause noch war es Morys, der in der Mitte den Ball nicht richtig traf, nachdem die Heidenheimer Defensive im Strafraum einen Ball leichtfertig vertändelt hatte. Bei Kaisers Sturz im Strafraum kurz danach blieb die Pfeife des Schiedsrichters zudem (wohl zurecht) stumm, denn auch wenn der Spielmacher bei seinem Versuch, sich durch zwei Gegenspieler zu tanken, berührt wird, spielen die Heidenheimer doch zuerst den Ball.

Nach der Pause dauert es nicht mal eine Minute, bis Kimmich die nächste Chance zur Führung auf dem Fuß hat. Poulsen setzt sich im Strafraum im Kopfballduell gegen zwei Gegenspieler durch und bedient den durchlaufenden Mittelfeldspieler, der den Ball völlig frei vor Zimmermann nur noch mit der Sohle spielen kann oder zu überrascht ist, um einen erfolgsversprechenderen Versuch zu wagen und so am Keeper scheitert.

Noch näher am Torerfolg war dann Yussuf Poulsen, der sich unwesentlich später rechts vom Strafraum durchaus foulwürdig gegen Kevin Kraus durchsetzt und dann ganz allein auf das Heidenheimer Tor zustrebt, dort aber am langen Bein von Keeper Zimmermann scheitert. 20 cm höher gezielt und der Ball wäre wohl ins Tor gegangen.

Auf der anderen Seite machten Niederlechner und Schnatterer noch mit zwei Fernschüssen auf sich aufmerksam, viel mehr kam von den Gästen in Hälfte 2 nicht. Aber auch auf RB-Offensivseite wurde es in den letzten 35 Minuten nicht mehr wirklich zwingend. Heidenheim verteidigte weiter den eigenen Strafraum mit viel Einsatz und Zweikampfstärke und RB Leipzig versuchte im Spiel mit dem Ball die Lücke zu finden, die nicht wirklich da war. Bis auf ein paar Standards entstand so kaum noch Gefahr für das Gästetor, wenn man davon absieht, dass Kimmich nach knapp 75 Minuten noch mal ein Zuspiel von Poulsen direkt vor dem Kasten nur knapp nicht zum Drücken über die Linie erreicht.

Die letzten 10 Minuten vergingen dann relativ ereignislos. Sicherlich, weil keiner mehr zu viel Risiko gehen und den einen Punkt noch gefährden wollte. Sicherlich aber auch, weil nach 80 intensiven und laufaufwändigen Minuten bei RB Leipzig die Kraftreserven langsam aber sicher zu Ende gingen. Auch die Einwechslungen von Fandrich und Frahn änderten daran nicht mehr viel.

Am Ende verdienten sich die Gäste den Punkt mit viel Einsatz rund um den eigenen Sechzehner und durch einen fehlerlosen Keeper Zimmermann. Bei RB Leipzig fehlte in diesem Spiel vor dem gegnerischen Kasten dagegen die entscheidende Durchschlagskraft und auch ein Quentchen Glück. Sodass man sich trotz guter Leistung nach eher ungewohntem, aber nicht ungefährlichen, weil oft durchaus kombinationssicheren Ballbesitzfußball mit dem Punkt zufrieden geben musste.

Fazit: Nach zwei Duellen auf Augenhöhe in der letzten Saison war RB Leipzig diesmal das insgesamt bessere und dominantere Team im Duell mit dem 1.FC Heidenheim, versäumte es aber aus vielen Torschüssen auch einen Treffer aus dem Spiel heraus zu machen. Weswegen das Glas, wenn man nur das Spiel selbst nimmt, halbleer war, weil man sich für den Aufwand, den man betrieb, nicht belohnte. Insgesamt dürfte das Glas nach neun Spieltagen in der zweiten Liga aber mehr als halbvoll sein, da man sich mit den bisher 16 Punkten als Aufsteiger gut präsentiert und gezeigt hat, dass man mit dem Spielsystem auch in dieser Liga mithalten und sich in der Spitzengruppe festsetzen kann. Weswegen der Schmerz wegen der zwei verlorenen Punkte aus dem Spiel gegen Heidenheim eher gering ausfallen dürfte.

Randbemerkung 1: Wieder mal irgendwas mit Boykott. Diesmal hatten sich größere Teile der Heidenheim-Fans dazu entschlossen, zu Hause zu bleiben, weil man nichts mit RB Leipzig zu tun haben wollte. Worauf der RB-Block mit der sarkastischen Tapete reagierte, dass man sich da in Heidenheim wohl einem Trend anschloss, auf den man vor einem halben Jahr noch nicht gekommen war. Als „Mitläufer“ tat man die Boykotteure entsprechend ab. („Boykottieren ist ein Trend! Habt ihr ihn letztes Jahr verpennt? Mitläufer HDH.“) Tatsächlich darf man sich fragen, was wohl der Unterschied für die Heidenheimer Anhänger zwischen der Drittligapartie, die man nicht boykottierte, und der Zweitligapartie, die man boykottierte, war. Vielleicht ist ja RB erst in der zweiten Liga so richtig schlimm geworden. Vielleicht haben die Denkprozesse in Heidenheim auch nur etwas länger gedauert. Vielleicht war es aber doch einfach nur Anbiederung gegenüber den Fans anderer Zweitligavereine, die sich für den Boykott entschieden haben und noch entscheiden werden. Also letztlich eine Maßnahme, bei der die eigene Identität als Fangruppe im Mittelpunkt stand.

Randbemerkung 2: Knapp 19.000 Zuschauer beim ersten Zweitligamontagsspiel im Vergleich zu 25.000 Zuschauern bei der Drittligapartie vor einem halben Jahr. Auch dies verbucht der eine oder die andere vielleicht als kleine Enttäuschung, wenn man denn Fan dieser Zuschauerzählspielchen ist. Wobei das Drittligaspiel eben ein vorentscheidendes, echtes Topspiel Zwei gegen Eins im Kampf um den Aufstieg war und es aktuell in der Zweitligasaison noch nicht um allzu viel geht. Vielleicht hat ja aber auch die parallel antretende Helene Fischer ein paar Zuschauer abgezogen. Letztlich ist man mit etwa 20.000 Besuchern aber auch bei der aktuellen Kernfanzahl für Heimspiele angelangt. Viel tiefer wird es nicht gehen und gegen die größeren Namen der Liga werden es wieder ein paar mehr. Letztlich sollte man sich bei all dem immer bewusst machen, dass bei einem jungen Verein die Zuschauerzahlen nicht durch den Faktor Ligendurchmarsch nachhaltig erhöht werden, sondern vor allem durch den Faktor Zeit. Und dieser Faktor lässt sich eben nicht wirklich beeinflussen.

Randbemerkung 3: Immer wieder schön zu sehen, wenn zwei Trainer aufeinander treffen, die gut miteinander können. Schon vor dem Spiel waren Alexander Zorniger und Frank Schmidt in Plauder- und Diskussionsstimmung. Und auch nach der Partie war der Ton zwischen beiden in der Pressekonferenz deutlich kollegial und von gegenseitigem Respekt geprägt. Man kennt sich halt auch schon eine halbe Ewigkeit aus verschiedenen Zusammenhängen und schätzt die Art und fachliche Kompetenz des jeweils anderen. Sehr angenehm die beiden in ihren Blicken auf den Fußball.

Lichtblicke:

  • Diego Demme: Wie eigentlich immer enorm fleißig und lauffreudig allerlei Lücken im Mittelfeld stopfend. Dazu auch sehr präsent im Spiel mit dem Ball immer wieder als Anspielstation und Spielöffner aktiv. Schon früh in der Partie mit Wadenkrampf. Die intensive Spielweise und der Trainingsausfall unter der Woche fordern wohl irgendwann doch ihren Tribut.
  • Joshua Kimmich: Auch wieder mal sehr auffällig, wenn auch Richtung Gästetor glücklos. Laufstärkster RB-Spieler, dazu derjenige mit den meisten Ballkontakten bei gleichzeitig hoher Passgenauigkeit (86 %). Lenkte dadurch immer wieder das Spiel und hatte raumbringende Ideen.
  • Dominik Kaiser: Ähnlich wie Kimmich mit sehr präsenter Partie. Dazu der großartige Freistoß zum 1:1. Nicht alle Ideen von Kaiser im Offensivspiel gingen auf, aber er war an allen Ecken und Enden des RB-Spiels zu finden, forderte immer wieder Bälle und kurbelte das Spiel an. Zusammen mit den anderen beiden hier genannten die Mittelfeld-Lebensversicherung von RB Leipzig.

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Tore: 0:1 Heise (21.), 1:1 Kaiser (31.)

Aufstellung RB Leipzig: Bellot – Heidinger (86. Frahn), Sebastian, Compper, Jung – Demme (82. Fandrich), Khedira, Kimmich – Kaiser – Morys (60. Teigl), Poulsen; nicht eingewechselt: Dähne, Hierländer, Kalmár, Rebic; nicht im Kader: Hoheneder, Franke, Ernst, Klostermann, Boyd (alle verletzt oder nach Verletzungen im Aufbautraining), Coltorti, Strauß, Palacios Martinez, Sumusalo

Aufstellung 1.FC Heidenheim: Zimmermann – Kraus, Wittek, Heise – Griesbeck – Reinhardt (78. Riese), Schnatterer, Titsch-Rivero – Morabit (70. Bagceci), Niederlechner (90. Leipertz)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Machte bei einigen Entscheidungen eine unglückliche Figur, sodass die Entscheidung Foul oder nicht gelegentlich etwas willkürlich wirkte. Pfiff dabei aber nie einseitig. Hätte RB Leipzig ein-, zweimal mit einem Elfmeter beglücken können, aber in Realgeschwindigkeit konnte man ihm bei den entsprechenden Nichtpfiffen auch keinen Vorwurf machen (der Kaiser-Fall nach 42 Minuten hatte auch noch in der dritten Zeitlupe eher die Tendenz zum Nicht-Elfmeter). Insgesamt brachte er die Partie trotz nicht immer überzeugender Einzelentscheidungen souverän über die Bühne.)

Gelbe Karten: Kimmich (1. gelbe Karte), Jung (3.) – Reinhardt, Bagceci, Heise

Zuschauer: 18.820 (davon 50 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCH-Bericht [broken Link], Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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Torschüsse: 23 : 8

gewonnene Zweikämpfe: 48,3 : 51,7%

Fouls: 15 : 13

Ecken: 8 : 1

Abseits: 1 : 6

Ballbesitz: 58,7 : 41,3%

Laufstrecke: 123,2 : 116,0 km

Größte Laufstrecke: Kimmich: 12,8 km – Titsch-Rivero: 11,9 km

Meiste Sprints: Jung: 28 – Niederlechner: 31

Höchstgeschwindigkeit: Jung: 33,4 km/h – Schnatterer: 33,8 km/h

Beste Zweikampfquote: Sebastian: 65,0% – Kraus: 76,9%

Beste Passquote: Jung: 89,7% – Titsch-Rivero: 82,3%

Meiste Ballkontakte: Kimmich: 95 – Heise: 73

Statistiken von bundesliga.de und sport1.de [broken Link]

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Saisontorschützen: Poulsen – 6; Frahn, Teigl, Kaiser – je 2; Thomalla, Morys – je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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9 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Heidenheim 1:1“

  1. Ein schöner Fußballabend. Ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Beide Teams haben die 2.Liga noch attraktiver gemacht.

  2. Tolles Spiel und großen Respekt vor der Leistung beider Mannschaften. Habe es im Fernsehen angeschaut (Montags-/Zeitthema, nicht Boykott). Ganz grosses Kompliment an die Vor- und Spielberichte, die ich immer als sehr objektiv, exzellent recherchiert und sehr informativ empfinde! …und ja, auch die Gedanken in Randbemerkung 1 teile ich, auch wenn ich FCH-Fan bin…

  3. Wiederholend muss bemerkt werden, dass kaum eine andere Person Spiele in diesen sportlichen Ebenen (meistens) so treffend analysiert, wie „Mister rotebrauseblogger“ ! Im Vergleich zu diesem sogar vom MDR angeheuerten komischen G.Schäfer-Import liegen dazwischen journalistische und vor allem optische Welten!

    Zum Spiel:
    Wenn der von mir wegen u.a. seiner ausstrahlenden Ruhe (gegenüber z. B. des an der Linie „Dauer-Zapplers“ Guardiola) geschätzte Trainer Zorniger nicht etwas eher erkennt, dass bei dieser Spiel-Konstellation nur noch sein früherer „Sturmtank“ Frahn das nötige Tor zum Sieg hätte erzielen können, mussten man eben „nicht so recht über den Ausgang unzufrieden sein“ (lt. rotebrauseblogger)…

    Zuvor hat das „unnötige“ Gästetor zusätzlich für Verwirrung gesorgt! Da der Gastgeber scheinbar eher das Spiel gegen den Ball bevorzugt (Zornigers Lieblings-These), schien das vom Autoren gesehene „ungeliebte Spiel mit dem Ball“ auch eine der Ursachen für die Punkteteilung gewesen sein. Da nutzte auch der beschriebene „kombinationssichere Ballbesitzfußball“ der Leipziger Spieler nicht viel…..
    Es wäre allerdings für das hochgesteckte Ziel des Vereins, bald in einer noch höheren Liga zu kicken, bestimmt sehr wichtig, sich schnell wieder eigene Spielfreude anzueignen!

    Diese beschriebenen Ausdrücke sind schon etwas zum Schmunzeln, doch das gehört einfach dazu! Natürlich liegt übrigens der Leser „FCH-Fan“richtig, wenn er meint, dass die weite Entfernung und die Uhrzeit des Wochentages eher für das Fernbleiben einer größeren Anzahl von FCH-Fans Ursache ist als der erwähnte Boykott!

    Hoffentlich erinnert sich besonders das „Juwel“ Poulsen daran, dass man die durch gute sportliche Leistungen gewonnenen Sympathien schnell wieder verlieren kann, wenn zu große Eigensinnigkeiten, überflüssige Gespräche mit Gästespielern und dem Schiedsrichter vordergründig sowie „foulwürdige“ Szenen erarbeitet werden…..

    Sensationell war natürlich das glänzende Freistoßtor des kleinen Kaisers!

  4. Obwohl Zorniger in dieser Saison bislang fast immer richtig lag bei der Personalauswahl, konnte ich einige Entscheidungen zur Mannschaft von gestern nicht nachvollziehen. Teigl spielt in meinen Augen eine sehr starke Saison. Hinten sicher und nach vorne mit vielen Impulsen. Das kann man von Heidinger nicht behaupten. Gegen Morabit sah er gestern mehrmals unglücklich aus, auch wenn ihm kein schwerwiegender Fehler unterlaufen ist. Auch nach vorne war das sehr wenig. Womöglich fehlt ihm noch etwas die Selbstverständlichkeit nach seiner Zeit auf der Bank, aber gestern hat er nicht die Leistung gezeigt, die ihn für weitere Startelfeinsätze qualifiziert.

    Den Wechsel Teigl für Morys habe ich auch nicht verstanden. Heidenheim stand hinten drin, RB musste das Spiel machen. Das sind nicht die Voraussetzungen, unter denen ein Teigl vorne Gefahr entfalten kann. Da kam Düsseldorf von der Spielweise schon mehr entgegen. Dementsprechend wären Frahn oder Rebic in meinen Augen die sinnvolleren Optionen gewesen.

  5. Was mir gestern mal wieder richtig bewusst wurde: Fußball gucken im Privatfernsehen nervt mich extrem. Mir fehlen absolut in der Halbzeitpause die Analysen und Kommentare. Stattdessen Werbung, Werbung, Werbung. Auch nach dem Spiel dachte ich „Da kommt noch was“. Nichts. Nach 5 Minuten habe ich umgeschaltet.

    Mit Grauen erwarte ich die nächsten Länderspiele auf RTL. Meine Eltern mussten sich extra einen Kabelanschluss (23,90 €) anschaffen, da RTL ja nicht über Antenne (DVB-T) zu empfangen ist. Und ich muss auf mein geliebtes HD verzichten, weil Private in HD kosten ja wieder extra. Für RB-Spiele, die man vorher wenigstens ab und zu auf den Öffis gucken konnte, braucht man nun zwingend Sky (24,90 € / Monat). Ich weiß, ich kann´s nicht ändern, aber das System kotzt mich echt an. Reichen nicht auch 10 oder 15 € für die 4 Leipzig Spiele die mich interessieren? Die „Kuh Zuschauer“ wird gemolken wo es nur geht. Da wurde mir gestern Abend mal wieder richtig bewusst.

    Zum Spiel selbst wurde ja schon fast alles gesagt. Eine Randbemerkung hätte ich: Poulsen… So gut er auch ist, aber das Gemeckere und Rumdiskutiere sollte er sich abgewöhnen. In einer Szene blieb er bockig auf der Torauslinie liegen obwohl der Ball noch heiß war. In einer anderen Szene greift er den Schiedsrichter am Arm und beschwert sich. Wenn es irgendwann mal zu gelb/rot kommt, lernt er es vielleicht schmerzhaft. Diese Allüren hat er eigentlich nicht nötig.

  6. Ich habe schon bessere Spiele von RB gesehen. Den Punkt hat sich Heidenheim redlich verdient. Zwar war RB überlegen, aber es fehlte an Durchschlagskraft und Genauigkeit vor allem im Passspiel. Viel zu oft landete der Ball nach Balleroberung beim Gegner.
    Über die Aufstellung sollte auch gesprochen werden. Von einem Zweitligaspieler wie Morys kann man schon erwarten, dass er Bälle annehmen, mitnehmen und halten kann. Von Torschüssen, die nicht nur direkt auf den Torwart zukullern, und Pässen, die auch mal beim Mitspieler ankommen, ganz zu schweigen.
    Heidinger hatte so seine Probleme als Außenverteidiger, vermutlich auch, weil es ihm an Spielpraxis fehlt. Es war zudem zu erwarten, dass der Coup mit Teigl als Stürmer kein zweites Mal gelingen würde. Deswegen war seine Einwechslung in den Sturm nicht das erhoffte belebende Moment.
    Also besser von Anfang an Teigl als rechter Verteidiger und Frahn für Morys im Sturm.
    Die Welle der Begeisterung als Frahn zum Einwechseln lief, war bemerkenswert.

  7. @tomsen: Die Preispolitik bei Sky erschließt sich mir auch nicht so ganz. Einzelne Angebote über Pay per View zu vermarkten oder Onlinezugänge ohne TV-Abozwang anzubieten, stelle ich mir nicht so schwierig vor und würde die Menge zahlungswilliger Menschen eventuell deutlich erhöhen. Aber ja, Sky wird es sich schon zusammengerechnet haben, wie man am besten Einnahmen generiert.

    @FCH-Fan: Merci. Objektivität ist eines der besten Komplimente, das ich mir vorstellen kann.

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