Der Geruch der großen Fußballwelt

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den MSV Duisburg (18.08.2013, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Anthony Jung.]

Teil 4 der Drittligareise bringt mit dem MSV Duisburg einen der größeren Namen des deutschen Fußballs nach Leipzig. Letztes Jahr noch Zweitligist und eigentlich immer mit Ambitionen daraus mal wieder einen Erstligastatus zu machen, hat der sommerliche Lizenzentzug eine Stadt und seinen Verein in die Trauer gestürzt, die inzwischen schon wieder der Euphorie des Neuanfangs gewichen ist. Nur was das sportlich bedeutet, ist noch eher unklar.

Dass der MSV Duisburg bei seinem Auftritt bei RB Leipzig eher eine Wundertüte ist, liegt vor allem daran, dass man erst knapp zwei Wochen vor Saisonbeginn überhaupt die Lizenz für die dritte Liga erhielt und mit Karsten Baumann einen neuen Trainer vorstellte (Kosta Runjaic hatte nach dem Zweitligalizenzentzug aus Perspektivlosigkeit hingeworfen) und anschließend begann, den auseinandergefallenen Kader aufzufüllen. Dass eine derartig kurze Vorbereitungszeit nicht optimal ist, versteht sich von selbst. Und die Tatsache, dass aus der letzten Saison lediglich sieben Spieler übrig geblieben sind, verschärft diesen Fakt noch.

Angesichts dessen ist der MSV Duisburg mit sechs Punkten aus drei Ligaspielen und einem knappen, eher unverdienten Pokalaus gegen Paderborn eigentlich recht gut in die Saison gestartet. Jedenfalls besser als dies manch einer im Umfeld des Vereins erwartet hätte. Wobei auch hier noch völlig unklar ist, was dies über den Leistungsstand der Mannschaft aussagt. Im ersten Saisonspiel gegen Heidenheim konnte man mit einer robusten Spielweise lange mithalten und verlor letztlich knapp und unglücklich. In Burghausen gewann man ein ausgeglichenes Spiel dank eines Standards kurz vor der Pause und eines Konteres kurz vor dem Ende. Und gegen Regensburg gewann man gegen einen zu passiven Gast verdient, aber auch nur knapp dank eines Treffers kurz vor dem Ende.

Punktetechnisch war der Auftakt also mehr als ok, leistungstechnisch muss man aber erst noch abwarten, wofür dies in der dritten Liga reichen kann. Nicht umsonst sind auch die sportlich Verantwortlichen noch völlig unschlüssig, welche Saisonziele man ausrufen will. Dabei müssen sie den Spagat hinbekommen, einerseits die Euphorie, die in Duisburg um den neuen MSV herrscht und die sich auch darin ausdrückt, dass bisher im Schnitt mehr Zuschauer zu den drei Heimpartien kamen, als letztes Jahr im Schnitt in 17 Zweitligaspielen, nicht abzuwürgen, sie andererseits mit überzogenen Zielen aber auch nicht zu einem Rucksack werden zu lassen.

Bisher jedenfalls hat man die Aufbruchstimmung um den Verein ziemlich perfekt nutzen können, um gut in die Saison zu starten. Auch die neu formierte Mannschaft scheint angesichts des Falls in die dritte Liga und des Neubeginns einen besonderen Spirit entwickelt zu haben, der sich in Leidenschaft auf dem Platz umsetzt. Und genau darin liegt auch begründet, warum der MSV ein bisschen eine sportliche Wundertüte ist, denn Aufbruchstimmung und Spirit halten vermutlich nicht ewig und was vom MSV übrig bleibt, wenn er wieder in der emotionalen Normalität angekommen ist, kann man im Moment nur ahnen.

Insgesamt sind die Voraussetzungen (mal von den physischen Folgen der kurzen Vorbereitung abgesehen) aber sicherlich gute, denn Sportdirektor Ivica Grlić hat zusammen mit Karsten Baumann einen letztlich doch sehr guten Kader zusammengestellt, der in der Spitze mit den Topteams der dritten Liga durchaus mithalten kann. Dies sieht man auch darin, dass der MSV Duisburg im Vergleich der (natürlich nicht komplett aussagekräftigen) Marktwerte der Startformationen auch im Spiel bei RB Leipzig die Nase vorn haben wird (etwa 4 Millionen vs. etwa 3,6 Millionen). Wer also glaubt, dass der MSV Duisburg nach dem Abstieg so auseinandergebrochen ist, dass man kadertechnisch Außenseiter ist, liegt schon mal falsch.

Wichtiger Baustein im Kader ist der erst vor knapp zwei Wochen verpflichtete und schon voll integrierte Pierre de Wit, der einige Erst- und Zweiligaspiele mit Kaiserslautern und Osnabrück auf dem Buckel hat und die Lücke im offensiven Mittelfeld perfekt schließt. Falls der 25jährige die Verletzunganfälligkeit aus seiner bisherigen Karriere ablegt, dann könnte der MSV an ihm noch sehr viel Freude haben. Die Freude auf RB-Seite dürfte sich dagegen in Grenzen halten.

Doch auch um de Wit herum agieren einige hochklassige Spieler. Zu nennen wäre da zuerst das etwas defensivere Gegenstück zu de Wit im Mittelfeld Kevin Wolze, den Felix Magath einst als 18jährigen zurück zum VfL Wolfsburg holte, wo er als großes Talent und künftige Identifikationsfigur gefeiert wurde. Über Einsätze in der U23 des Vereins kam er aber nie hinaus und gewann in diesem Rahmen auch bereits zweimal gegen RB Leipzig (2010/2011 – jeweils 1:0). Nach seiner Rotsperre aus dem Spiel gegen Heidenheim, als er an der Seitenlinie überhart seinen Gegenspieler weggrätschte, wird Wolze, der seit 2011 für den MSV aufläuft, nun wieder auflaufen und zusammen mit de Wit und dem dritten im Bunde Tanju Özturk (oder wahlweise Tobias Feisthammel) ein enorm starkes zentrales Mittelfeld bilden.

Neben Wolze kehrt ein weiterer wichtiger Spieler nach Rotsperre in den Ligabetrieb zurück. Kapitän und Innenverteidiger Branimir Bajic wird wohl trotz Kritik an seinem Auftritt im Pokalspiel gegen Paderborn ins Team zurückkehren und dort Matthias Kühne (der 2008 18jährig als großes Talent den FC Sachsen nach dem Aufstieg in die Regionalliga gen Elversberg verließ und über Babelsberg nun in Duisburg landete) oder Markus Bollmann ersetzen. Vermutlich eher ersteren.

Auf der Linksverteidigerposition ist derzeit der offensivstarke Sascha Dum gesetzt, der dem geneigten Fußballanhänger aus seiner Leverkusener oder Aachener oder Cottbuser oder Düsseldorfer Zeit in erster und zweiter Liga ein Begriff sein dürfte. Nachdem der ehemalige U21-Nationalspieler in der vergangenen Saison sogar ein halbes Jahr arbeitslos war, hat er nun offenbar den perfekten Platz gefunden, um seine zweifellos großen fußballerischen Qualitäten einzubringen. Auf der rechten Verteidigerseite steht als letztes Puzzlestück in der Abwehrviererkette mit Phil Ofosu-Ayeh ein 21jähriges Talent, das in den letzten zwei Jahren in Erfurt reichlich Drittligaerfahrung sammelte.

Vor den beiden schnellen Verteidigern agiert mit dem letztjährigen Zweitligaspieler bei Union Berlin Patrick Zoundi (bei dem noch nicht ganz klar ist, ob er in Leipzig auflaufen kann) und Michael Gardawski, der ’nur‘ aus der vierten Liga von Viktoria Köln kam, auch ein Pärchen, das einerseits Erfahrung, andererseits Jugend mitbringt. Torbeteiligungen gab es in der aktuellen Saison von beiden aber noch nicht zu sehen.

Bleibt noch die Position im Sturm, die Kingsley Onuegbu als Alleinunterhalter ausfüllt. Onuegbu tanzte in seiner Karriere bisher insgesamt maximal zwei Sommer lang höherklassig und erzielte in dieser Zeit in 49 Zweit- und Drittligaspielen 16 Tore für Fürth und Braunschweig. Seitdem (2011) geht es aber eher bergab mit seiner Trefferquote und der MSV ist für den kraftvollen Stürmer die Chance, relativ konkurrenzlos seine Abschlussqualitäten wiederzufinden.

Wenn man den MSV Duisburg beschreiben sollte, dann liegen die Qualitäten des Teams sicherlich in der Robustheit und auf den defensiven Positionen. Insofern ist das, was sie spielen wollen, nämlich früh die Bälle zu erobern und dann schnell nach vorn zu spielen, sicherlich die optimale Idee. Zumal sie in der Mittelfeldzentrale einige Qualität für die Organisation des Umkehrspiels haben. Will man darin eine Schwäche ausmachen, dann dürfte diese (wie auch schon die bisherigen Spiele gezeigt haben) in den Qualitäten auf den letzten 20 Metern vor dem Tor liegen.

Sprich, wenn man dem MSV Duisburg nicht gerade in Konter oder eine Standardsituation läuft, dann sollte man sie eigentlich auch trotz de Wit ganz gut verteidigen können, wenn man einen guten Tag erwischt. (Wobei die Tatsache, dass der MSV mit ihren langen Leuten gerade bei Standardsituationen gefährlich ist, angesichts der RB-Schwäche in dem Punkt nicht viel gutes verheißt.)

Wie man auf Seiten von RB Leipzig auf das mittelfeldkompakte 4-2-3-1 des MSV reagieren wird, muss man abwarten. Auf jeden Fall wird man gerade in der Mittelfeldzentrale wenig Raum zulassen dürfen, in denen sich dann Wolze, de Wit und Co austoben können.

Nicht mit von der Partie werden gegen den MSV Duisburg Tobias Willers (rotgesperrt) und Christian Müller (verletzt) sein. Für ersteren dürfte Tim Sebastian ins Team (und damit Fabian Franke erstmals wieder auf die Bank) rücken. Für zweiteren wird vermutlich erneut Juri Judt in die Startformation rutschen. So sich Alexander Zorniger nicht doch noch für mehr Schnelligkeit in Form von Sebastian Heidinger entscheidet. Dass dieser von der Tribüne direkt aufs Feld wandert, ist aber relativ unwahrscheinlich.

Die Frage vor dem Spiel gegen den MSV ist auf Seiten von RB Leipzig zudem, welches System denn diesmal zur Anwendung kommt und wer die dadurch zu vergebenen Positionen besetzen wird. In Frage kommen im Kern das in Burghausen praktizierte 4-3-3, das defensiv mal eben in ein 4-5-1 abklappen kann und das aus der letzten Saison gewohnte 4-3-1-2.

Dabei gibt es diverse offene Fragen (die eventuell schon in unten getickerter Pressekonferenz teilweise beantwortet werden). Wird Thiago Rockenbach ins Team und auf die Zehn zurückkehren? Eher unwahrscheinlich. Was ist mit Yussuf Poulsen, der nach Ausflug zur dänischen U21 erst gestern wieder in Leipzig eintraf, entsprechend größere Teile der Trainingswoche verpasste und zudem zuletzt glücklos wirkte? Eine Startelfpause könnte dem Wirbelwind, der auch von der Bank enorm wertvoll wäre, eventuell gut tun. Was ist mit Matthias Morys, der in Burghausen von der Bank kommend eine prima Partie machte und Ansprüche auf eine Sturmposition oder die Position in der linken Mittelfeldkette stellen könnte? Nicht zuletzt, was ist mit Clemens Fandrich, der in Burghausen nur auf der Bank saß, mit Carsten Kammlott, der in Burghausen wenig auffiel und mit Denis Thomalla, den man gern im Team sieht, der aber rechts in der Mittelfeldkette wie in Burghausen nicht optimal besetzt scheint.

Viele, viele offene Fragen. Da Alexander Zorniger als Freund der Konstanz gilt, sollte man aber davon ausgehen, dass der Kader nicht komplett auf den Kopf gestellt wird. Letztlich könnte es auf folgende Formationen hinauslaufen.

  • MSV Duisburg: Ratajczak – Ofosu-Ayeh, Bollmann, Bajic, Dum – Ötztürk (Feisthammel), Wolze – Zoundi, de Wit, Gadawski – Onuegbu
  • RB Leipzig: Coltorti – Judt, Hoheneder, Sebastian, Jung – Schulz, Kaiser, Fandrich (Morys, Thomalla) – Poulsen (Morys), Kammlott (Thomalla, Morys), Frahn

Würde man nur die beiden Kader nebeneinanderlegen, dann wäre es sicherlich absolut ein Duell auf Augenhöhe mit vielleicht sogar ganz leichten Vorteilen für die Gäste. Die kurze Vorbereitungszeit des MSV macht RB zu einem leichten Favoriten. Die Aufbruchstimmung und die Euphorie rund um den MSV lässt die Partie aber wieder zu einem Duell auf Augenhöhe werden.

Letztlich wird es entscheidend sein, wie sich RB Leipzig gegen die robuste Spielweise des MSV wehren kann und ob man auch unter Druck im Mittelfeld den Ball behaupten und Ballverluste in Mittelliniennähe vermeiden kann. Gelingt es RB, das schnelle Spiel des MSV in die Spitze auch durch Genauigkeit im eigenen Spiel zu unterbinden, dann stehen die Chancen ganz gut für die RasenBallsportler, dass sich letztlich ihre Offensivqualitäten durchsetzen. Wenn nicht, dann dürfte der MSV ganz gute Chancen habe einen zählbaren Erfolg aus Leipzig mitzunehmen.

Mit dem MSV Duisburg kommt auch ein leichter Hauch vom großen, bundesdeutschen Fußball der letzten Jahrzehnte nach Leipzig. Das ist natürlich einerseits schön, dass es diese Partie gibt, andererseits auch schade, da man einen solchen Treffer ins Mark, wie es der Zwangsabstieg für die Stadt Duisburg und die MSV-Fangemeinde gewesen sein muss, niemandem so recht wünscht.

[Am Rande: Das ganze Konglomerat, das letztlich zum Lizenzentzug führte, die Geldprobleme des MSV, die sich auch in einer viel zu hohen Stadionmiete begründen und die den Verein fast in die Insolvenz trieben, die vielen Gesellschaften rund um Stadion und Marketing, in denen Ex-Vorstandsvorsitzender Walter Hellmich eine für den MSV finanziell wenig rühmliche Rolle gespielt haben soll, die Probleme um Ex-Geschäftsführer Roland Kentsch, der für die wegen eines Formfehlers verweigerte Lizenz verantwortlich gemacht und gefeuert wurde, wogegen er aktuell klagt, das alles kann an dieser Stelle sinnvoll nicht aufgearbeitet werden. Dazu ist man in Leipzig schlicht zu weit weg von der Materie. Fakt ist, dass der Abgang von Kentsch und die vereinsseitige Distanzierung von Hellmich rund um den Verein eher sehr positiv aufgenommen und als wichtiger Teil des Neuanfangs interpretiert wird. Und für diese Freude, die sich auch und insbesondere gegen Personen richtet, scheint man durchaus auch gute Argumente zu haben.]

Im Duell RB Leipzig gegen den MSV Duisburg treffen auch die größten Drittliga-Städte aufeinander (wenn man mal von den Zweitmannschaften der Profiteams und den Stuttgarter Kickers, die ja letztlich auch nur zweiter Verein in ihrer Stadt sind, absieht). Auch darin zeigt sich, dass sich hier Vereine über den Weg laufen, die kurz- bis mittelfristig höhere Ziele haben. In der aktuellen Saison sind die Chancen von RB Leipzig, um den Aufstieg mitzuspielen, sicherlich besser als die des MSV, der wohl auch wegen eines Kaders, der nicht tief genug ist für die Drittligaspitze, noch ein weiteres Jahr für den Wiederaufstieg brauchen wird.

Fazit: Das Duell RB Leipzig gegen den MSV Duisburg ist sportlich hochinteressant und wird vor allem zeigen, wo der MSV sportlich in dieser jungen Saison bereits steht und was der gute Saisonauftakt wert war. Auf Seiten von RB Leipzig wird es darauf ankommen, an das Heimspiel gegen Preußen Münster anzuknüpfen und gleichzeitig die Fehleranfälligkeit abzustellen. Denn viele Fehler wird man sich gegen den MSV, wie schon gegen Preußen Münster wohl nicht leisten können.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den MSV Duisburg nicht vor Ort verfolgen kann und am 18.08., ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio oder schaue beim Livestream [broken Link] des MDR vorbei.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. MSV Duisburg

  • noch keine

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel RB Leipzig gegen den MSV Duisburg mit Alexander Zorniger und Anthony Jung.

11.16

Das war es für heute. Eine teilweise in eine Plauderstunde abdriftende Pressekonferenz. Zorniger in Erklärstimmung. Vielleicht gibt es die PK ja später noch komplett auf der Vereinshomepage. Einige Bonmots waren schlicht nicht in Schriftform zu bringen.

Ansonsten strahlt der Coach viel Ernsthaftigkeit und Respekt aus. Die 7.000 vorverkauften Karten weisen auf einen finalen Besuch mit Gästen auf etwa 11.000 bis 12.000 Zuschauer hin. Letztlich gilt hier noch mehr als sonst auch schon, dass wers verpasst, selber schuld ist.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Start ins Wochenende und vor allem auch ein schönes Ende desselben. Gehabt euch wohl..

11.07

Zorniger: “Mache mir über den Charakter der Mannschaft und der Einzelspieler keine Gedanken. Man muss aber in jedem Spiel seine individuelle Grenze finden.”

Wahrheiten zum Freitag: “Mit 22 setzt der körperliche Verfall ein.”

Betont, dass man auch immer gucken muss, was die Qualitäten der Spieler sind. Ein Matthias Morys mit Ronaldo als Vorbild wird wohl von seiner Art her kein Spieler mehr, der angreift, dann defensiv grätscht und dann wieder angreift, auch wenn er das manchmal mache. Aber seine Qualitäten haben RB mit in die dritte Liga gebracht (spielt aufs Relegationsrückspiel in Lotte an).

“Heidinger muss beißen.” Letztes Jahr habe er gezeigt, dass man sich wieder ins Team zurückkämpfen kann. Dieses Jahr müsse er da noch arbeiten. Judt wird dementsprechend wohl Rechtsverteidiger spielen. Wenn man hinten ansteht, müsse man arbeiten und da sein, wenn man eingesetzt wird und dann nicht jammern, dass man lange nicht gespielt habe.

“Sind noch in der Akklimatisierungsphase an die dritte Liga und das gilt auch für die Spieler.” Aber grundsätzlich passt schon vieles.

Das Gespräch driftet ab hin zu Geschwindigkeit von Spielern und Sponsorenspielchen mit Ronaldo.

“Duisburg spielt in der Zone 40 m vor dem Tor einen guten Fußball. Auf de Wit müssen wir besonders achten.” Grundsätzliche Überlegung ist, die eine oder andere Position mit mehr Größe zu besetzen, um dem Duisburger Kopfballspiel etwas engegenzusetzen. Tim Sebastian wird spielen. Wohl noch unklar, ob als Innenverteidiger oder auf der Sechs.

10.54

Alexander Zorniger zu Burghausen: “Charakterlich wie man es sich wünscht, dass die Mannschaft an den Sieg glaubt. Die Phase nach dem 1:0 hat dem Trainerteam aber nicht gefallen. Wir haben zu wenig gemacht. Da wünsche ich mir Mentalität und Spieler, die dann wieder zulegen. Ab der 55. war es sehr, sehr positiv. Da hatte die Mannschaft den Willen zum Siegen. Da war es dann auch ein absolut verdienter Sieg.”

Zu Duisburg: “Freuen uns drauf. Letzte Woche noch zwei Ligen getrennt, dieses Jahr in der selben Liga. Der Grund ist für Duisburg natürlich bitter. Ist keine Nachwuchstruppe, die in zwei, drei Jahren wieder angreift. Haben ausreichend Erstligaerfahrung im Kader. Da ist Qualität auf dem Platz, auf die wir uns einstellen werden. Wird interessant.”

“Tim Sebastian wird spielen. Eventuell machen wir auch noch was auf der Sechserposition.” Man müsse der Körpergröße der Duisburger etwas entgegensetzen. Aber die in Frage kommenden Spieler müssten sich noch anbieten.  “Ob Rochenbach oder ein anderen auf die Zehn rückt, da bin ich mir im Moment noch nicht ganz sicher.” Poulsen sei müde vom Länderspiel zurückgekommen, deswegen sei der Einsatz eines Zehners eine Option.

Matthias Morys müsse noch mehr sein Potenzial abrufen. Dass er ein Klassespiel in Burghausen gemacht habe, wolle der Trainer aber so nicht sagen. “Ist aber ein toller Spieler. Meistens.”

Kammlott habe Zorniger in Burghausen nicht so gefallen. Erwartet von seinen Spielern, dass sie ihre Einsatzchancen besser nutzen. Als hängende Spitze gegen Duisburg trotzdem eine Option.

Jung habe große Offensivqualitäten. Laufweg vor dem 1:0 gegen Burghausen war großartig. Zorniger erwartet sich aber noch “mehr Feuer”. Darf nicht nur verwalten, sondern soll permanent aktiv sein. Wirke manchmal wie ein 28jähriger. “Und das ist kein Kompliment.”

Laufstilanalysen zu Anthony Jung. Wirke auf den ersten Metern wegen seines Laufstils (“watscheln”) langsam, aber das sei nicht so. Im Gegenteil seien seine 30m-Werte gut. “Jung ist auf der linken Seite eine Größe für mich.”

Klingt so als ob Dominik Kaiser auf jeden Fall spielen wird und von möglichen Umstellungen im Mittelfeld nicht betroffen ist. Bzw. doch insofern, dass er auf eine seitliche Sechserposition rutschen könnte.

10.40

Aktueller Vorverkaufsstand inklusive Dauerkarten: 7.000.

Anthony Jung zu Burghausen (Vergangenheit) und Duisburg (Zukunft): “War ein anstrengendes, hartes Spiel  mit positivem Ausgang. War ein wichtiger Sieg der Moral. Daran kann man anknüpfen. Spezielle Situation mit mir und Duisburg, da ich da eine Woche lang unter Vertrag stand. Ist was besonderes, weil ich eine Woche lang Teil der Mannschaft war. Bin gespannt auf das Spiel.”

Geplänkel darum, wer besser Fußball spielt. Deutschland oder Spanien. Salomonische Antwort: “Beide gleich gut.”

“Haben Duisburg beobachtet. Nicht schlecht, was die Mannschaft gebracht hat. Aber es passt auch noch nicht alles. Man braucht eben mehr als zwei Wochen Vorbereitung. Viele Verträge waren nicht mehr gültig, viele haben den Verein verlassen. Bunt zusammengewürfelt. Aber gute Fußballer dazu bekommen. Keine 0815-Mannschaft.”

“Gute Leistungen sind einfacher, wenn die Mannschaft gut funtioniert. Man muss sich kennenlernen und das ist mir gut gelungen.” “Habe mich in Leipzig sehr gut eingelebt. Wurde mir auch einfach gemacht. Leipzig ist sehr schön, aber das Herz schlägt immer noch ein bisschen für Frankfurt.”

Die Standardfrage zu den Standards: “Sahen zuletzt unglücklich aus bei Standards. Wir haben uns das noch mal angeguckt und wissen das Duisburg da gefährlich ist. Jetzt müssen wir das auf dem Platz umsetzen.”

Frage danach, wie man den letzten Pass in die Spitze besser spielen könne. Sei laut Jung eine Kraft- und Konzentrationsfrage. Da müsse man noch konzentrierter agieren.

“Sind eine sehr gute Mannschaft, noch keine Spitzenmannschaft. Erfahrung kommt mit der Zeit. Qualitativ sind wir sehr gut besetzt.” Verbesserungspotenzial bei Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit.

10.27

Apropos Zuschauer. Bis morgen kann man im Fanshop in der Innenstadt noch Dauerkarten erwerben. 2.700 gingen bisher über den Ladentisch. Allzuviele werden wohl nicht mehr dazukommen..

10.26

Schluss mit dem Vorgeplänkel. In ein paar Minuten geht es los mit der Pressekonferenz. Überdurchschnittlich hohes Medieninteresse. Das Spiel gegen den Traditionsclub mit Bundesligavergangenheit scheint dann doch zumindest medienseits auf Interesse zu stoßen. Vielleicht schlägt das dann am Sonntag auch auf die Zuschauerzahl durch.

10.24

10.23

Wer noch ein bisschen in Sachen dritter Liga in anderen Blogs stöbern will, dem empfehle ich den gestrigen Artikel hier im Blog, in dem die Drittligablogger vorgestellt werden. Ein MSV-Blogger ist auch dabei.

10.21

Interessant auch, dass RB Leipzig wohl das erste Mal in der Vereinsgeschichte in einem Ligaspiel auf einen Gegner trifft, der in der Startelf einen höheren Marktwert versammeln wird als RB. Klar, Marktwerte sind überbewertet, aber trotzdem ist es ein kleiner Fingerzeig auf die besonderen Qualitäten des MSV, dem als einziges zu einem Spitzenteam wohl eine Spitzenvorbereitung fehlt. Bleiben sie bis zur Winterpause aber ober dran, darf man durchaus mit ihnen rechnen im Aufstiegskampf. Das Spiel in Leipzig wird ein kleiner Fingerzeig, in welche Richtung es sportlich für den MSV geht.

10.16

Da sind wir schon zur Pressekonferenz vor dem Spiel RB Leipzig gegen den MSV Duisburg. Natürlich mit Alexander Zorniger und auch mit Anthony Jung, den mit dem Gegner eine besondere Geschichte verbindet. Im Sommer war er nämlich mal kurzzeitig Teil des MSV Duisburg und blickte hoffnungsfroh auf eine Zweitligazukunft. Als dem MSV dann die Lizenz verweigert wurde, wurde sein Vertrag ungültig und er entschied sich relativ schnell für RB Leipzig. Gut für RB, denn dadurch hat man die kleine Baustelle Linksverteidigerposition ziemlich hochklassig schließen können.

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