Eine Frage der Ehrfurcht

Selbst die regelmäßigen Besucher von Auswärtsspielen von RB Leipzig dürften langsam Mühe kriegen, sich an das letzte Auswärtsspiel zu erinnern. Denn das ist mittlerweile bereits dreieinhalb Monate her und fand Ende November in Zwickau statt. Einen Monat später als ursprünglich vom Spielplan angedacht geht es nun wieder in ein auswärtiges Stadion. Und zwar nach Halberstadt. Wobei auch hier aktuell der Blick auf die Wetterprognosen der wichtigste Begleiter in der direkten Spielvorbereitung ist, denn bei bis zum Anstoß am Sonntag (10.03.2013, 13.30 Uhr) auf unter Null fallenden Temperaturen und prognostizierten Niederschlägen in unterschiedlichsten Aggregatszuständen kann man angesichts eines sowieso noch vom Winter geschundenen Rasens leicht skeptisch werden.

Sollte das Spiel trotz unfreundlicher äußerer Bedingungen angepfiffen werden, dann dürfte RB Leipzig ein hochgradig unangenehmer Gegner erwarten, der sicherlich zeigen möchte, dass man sich nicht ein zweites Mal völlig wehr- und chancenlos besiegen lässt, wie beim Hinrundenaufeinandertreffen letzten September. Damals gewann RB Leipzig das Spiel, in dem sich zwischen den beiden Mannschaften ein Klassenunterschied zeigte, mit 3:0. Und das auch nur, weil man diverse Großchancen für einen Kantersieg großzügig liegen ließ.

Konnte man damals noch annehmen, dass der 4.Platz, den Halberstadt vor dem Spiel bei RB trotz eines extremen Umbruchs vor der Saison auf allen Vereinsebenen vom sportlichen Leiter über den Trainer bis hin zur Mannschaft belegte, nur eine Eintagsfliege und dem frühen Zeitpunkt in der Saison geschuldet sei, muss man inzwischen mit leichtem Erstaunen und umso mehr Respekt konstatieren, dass die Germania mit 23 Punkten absolut gesichert in der oberen Tabellenhälfte steht. Als Tabellenfünfter haben sie dabei auch nur vier Punkte Rückstand auf den FSV Zwickau auf Platz 3.

Allerdings ist der sportliche Abstand zu den Top 3 der Tabelle in der Hinrunde auch noch sehr groß. 0:8 Tore und 0 Punkte sind die depremierenden Zahlen aus den bisherigen drei Spielen in Leipzig, in Zwickau und gegen Jena. Von den Teams aus der oberen Tabellenhälfte konnte man nur den 1.FC Magdeburg besiegen.  Gegen die Mannschaften, die aktuell in der unteren Tabellenhälfte stehen, konnte man dagegen fünf Siege und drei Unentschieden einfahren und so die Basis für das aktuelle Tabellenbild legen. Angesichts dieser Zahlen sollte man eigentlich von einer klaren Sache für RB Leipzig ausgehen.

Auf der anderen Seite könnte man Germania Halberstadt durchaus als heimstark bezeichnen. In sieben Partien konnte man immerhin viermal gewinnen und nur einmal nahm der Gast alle drei Punkte mit. Dieses Spiel gegen Jena (0:2) gehörte auch zu den nur zwei Heimpartien in denen Halberstadt torlos blieb. Insgesamt keine extrem beeidruckenden Bilanzen (insgesamt 10:5 Tore und 14 Punkte in 7 Heimspielen), aber trotzdem auch ein Zeichen, dass man die Punkte im Friedensstadion zu Halberstadt nicht geschenkt bekommt.

Das musste im bisher einzigen Auftritt von Germania Halberstadt nach der Winterpause (ein Auftritt, der genaugenommen ein Nachholespiel aus der Vorrunde war) der chancenlose VfB Auerbach erfahren, der mit einer 1:4-Pleite wieder nach Hause fuhr. Herausragend agierte dabei der erst 19jährige Nils Gottschick, der alle vier Treffer für die Gastgeber erzielte.

Überhaupt ist die Jugend des Kaders, die Trainer Willi Kronhardt unter anderem für die deutliche Hinrundenklatsche verantwortlich machte (Stichwort Unerfahrenheit), frappierend. Letzten September lief Halberstadt in der Red Bull Arena mit einer Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21,7 Jahren auf. Beim Rückrundenstart gegen Auerbach war man vor allem wegen des Einbaus des bundesligaerfahrenen 30jährigen Emmanuel Krontiris und der Verpflichtung des 25jährigen Malick Bolivard vom Torgelower SV Greif ’schon‘ bei 23,1 Jahren.

Man kann festhalten, dass der 26er-Kader mit seinen vielen Spielern rund um die 20 – und so kommuniziert der Verein es ja auch – auf Perspektive zusammengestellt wurde. In Halberstadt versucht man offenbar nachhaltig eine Mannschaft zusammenzustellen, die vielleicht einmal mehr Perspektive hat, als Jahr für Jahr in der Regionalliga mitzuschwimmen. Ob man auch wirtschaftlich entsprechende Perspektiven hat, kann man aus der Ferne nur schwer einschätzen. Bei einem Zuschauerschnitt von 848 in einer strukturschwachen Region scheint dieser Teil der Perspektive zumindest unsicher.

Einer der jedenfalls sportlich immer nach oben guckt und will, ist Trainer Willi Kronhardt, der es als seine Aufgabe sieht, die jungen Spieler weiterzuentwickeln. So erkannte er zum Beispiel die gute Leistung des Vierfachtorschützen Gottschick gegen Auerbach an, nicht aber ohne hinterherzuschieben, dass er auch noch eine Menge Arbeit vor sich habe. Kronhardt ist durchaus Realist genug, mit seiner jungen Mannschaft nach negativen Eibrüchen wie beim Spiel bei RB Leipzig gelassen umzugehen, ganz einfach weil er auch weiß, dass es die ganz große Konstanz noch nicht geben kann. Und gleichzeitig ist er ein stets fordernder Trainer, der Schritte nach vorn machen und gerade auch in Richtung Dynamik und offensiv-aggressivem Auftreten Verbesserungen sehen will.

Interessant vor dem Spiel von RB Leipzig bei Germania Halberstadt ist vor allem, ob die Hausherren seit dem Hinrundenaufeinandertreffen dank erfahrener Stützen wie Krontiris und intensiver Arbeit einen entscheidenden, sportlichen Schritt nach vorn gemacht haben und inzwischen auch psychisch in solch einem großen Spiel 100% oder mehr abrufen können. Können sie das, dann wird es eine ganz heiße Partie für die RasenBallsportler im nun schon fast traditionell nicht sonderlich RB-freundlichen Halberstädter Umfeld. Denn Talent haben die Germanen und wenn sie dies auf vermutlich sehr tiefem Boden mit Kampfgeist und Willen paaren, dann können sie den Favoriten durchaus beeindrucken.

Auf RB-Seite stehen langsam wieder alle Spieler bis auf Sebastian Heidinger zur Verfügung. Dominik Kaiser wäre inzwischen bereits ein Kandidat für die Bank, nachdem er am vergangenen Wochenende gegen die SG Leipzig Leutzsch eine 45minütige Premiere feierte. Wahrscheinlicher dürfte allerdings eine weitere Runde in der zweiten Mannschaft sein, so denn deren Spiel am Sonntag in Zwickau bei der dortigen U23 überhaupt angepfiffen wird (was man durchaus als unwahrscheinlich ansehen kann).

Ansonsten könnte es sein, dass bei RB Leipzig aufgrund der Bodenverhältnisse, die dank Regen und Schnee eher subotimal sein werden, ein eher kämpfendes Team aufs Feld geschickt wird. Alexander Zorniger meinte ja nach dem ausgefallenen Spiel gegen Lok, dass statt Rockenbach auf jeden Fall Kutschke gespielt hätte, weil bei den Bodenverhältnissen Rockenbachs Qualitäten nicht zum Tragen gekommen wären. Von daher ist es gut möglich, dass gegen Halberstadt auch ein entsprechender Wechsel hin zu einer robusteren Offensivreihe ohne Rockenbach und eventuell auch ohne Kammlott ansteht. Aber das hängt natürlich primär von Wetter und Boden ab.

Davon abgesehen stellt sich natürlich noch die Frage nach der Besetzung der Linksverteidigerposition und danach, ob Juri Judt wieder zurück ins Team rückt. Eine Antwort wird man am Sonntag Mittag erhalten. Und es stellt sich auch die Frage, ob Matthias Morys wieder wie gegen Rathnow im rechten Mittelfeld oder wie im Freundschaftsspiel gegen Luckenwalde quasi als dritte, leicht hängende Spitze oder eben gar nicht aufläuft. Letztlich gibt es in Sachen Taktik und Besetzung durchaus einige mögliche Variationen. Als ziemlich sicher würde ich momentan nur Coltorti, Müller, Hoheneder, Sebastian, Karikari, Schulz und Frahn sehen. Der Rest wird nach äußeren Bedinungen und taktischen Erfordernissen hinzugefügt werden. Da darf sich gerne jeder selbst mal im Besetzen der Positionen üben.

Fazit: Für Halberstadt ist es drei Wochen nach dem ersten erst das zweite Spiel nach der Winterpause. Dass RB letzte Woche gegen Rathenow spielen konnte, dürfte da ein kleiner Vorteil sein. Sportlich gesehen, reist RB Leipzig natürlich als Favorit ins Harzvorland. Wie immer, wenn ein Spiel der Marke Regionalligaalltag ansteht. Trotzdem dürfte dies gerade im Vergleich mit den beiden Auftaktspielen die sehr viel ernsthaftere Aufgabe werden. Denn falls Germania Halberstadt ohne Muffensausen und Ehrfurcht, wovon sie im Hinspiel mehr als reichlich hatten, in die Partie geht, dann haben sie ganz sicher eine vergleichsweise gute Chance. Überwiegt die Ehrfurcht, kann es auch mal recht deutlich werden. Aber zu erwarten ist dies nicht. Zu erwarten ist eher ein Fight auf Biegen und Brechen. Muss man auch erst mal sehen, ob die RasenBallsportler angesichts der klaren und wenig aufpeitschenden Tabellenkonstellation damit umgehen können.

(Wer das Spiel von RB Leipzig bei Germania Halberstadt nicht vor Ort verfolgen kann und trotzdem dabei sein will, nutze am 10.03.2012, ab 13.30 Uhr die üblichen Kanäle, also Liveticker [broken Link] und Fanradio.)

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Bisherige Duelle RB Leipzig gegen Germania Halberstadt

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7 Gedanken zu „Eine Frage der Ehrfurcht“

  1. Bevor die gastgebenden Halberstädter (Wü…) am Wochenende der eindeutig dominierenden Mannschaft in der Regionalliga zeigen wollen, dass sie auch ohne nen nach Magdeburg und nicht Leipzig abgewanderten Beck ganz gut an den Ball treten können, sollten wir heute besonders unsere Frauen ehren, die immer häufiger mit ihren Männern vom Küchenherd direkt in die Stadien ziehen. Alles Gute!

    Lieber BRAUSEBLOGGER, nun noch ein paar Worte zu Deiner schönen Reise nach Österreich:
    Zunächst finde ich es toll, welches Herzblut Du durch Deinem Körper fließen lässt, das den Namen „RB“ trägt. Bei dem Lesen des äußerst spannenden (vielleicht etwas zu langen) Reise- und Spielberichtes bei der Exkursion in die Mozartstadt Salzburg stoße ich , wie Du und wahrscheinlich viele andere Fußballinteressierte es auch längst wissen, auf das ernste Problem:

    Dieses künstlich in der Außendarstellung gewollte Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den beiden Vereinen in Österreich und Deutschland, die aus taktischen Gründen gleiche, aber doch inhaltlich verschiedene Vereinsnamen haben und lediglich von der Firmenzentrale über einen gemeinsamen Sportdirektor finanziell eine großzügige Basis erhalten, gibt es in Wirklichkeit nicht!
    Gerade in der jetzigen Zeit gibt es genügend Diskussionen auf höchster Ebene über das Berechtigungsdasein von bestimmten Vereinen, die keine eigene Tradition nachweisen können und als „Retortenclubs“ bezeichnet werden. Über die Bezeichnung „RB“ wird immer wieder vornehmlich geschmunzelt……

    Persönlich denke ich dabei sehr gern an meine eigenen Erlebnisse als Jugendspieler zurück, wo bei den Männern nach den „Reservisten“ im Hauptspiel die „Erste“ einlief und als Höhepunkt des Tages um Siege kämpfte und diese gemeinsam von allen anfeuert wurde. Das war Zusammenhalt, auch ohne Geld! Hier kommt es mir vor, dass es eine „Erste“ (RB Salzburg) gibt, die zu ihrer in Leipzig oder anderen Gemeinden spielenden „Reserve“ keinerlei inhaltlich echte verwandtschaftliche Verbindung zu haben scheint.

    Wie Du selbst mitgeteilt hast, war die eigenartige Stimmung im dortigen Stadion kaum anders als zuhause. Der Unterschied, da sollte man nachdenken, besteht darin, dass die dortige Salzburger RB-Vertretung im Oberhaus in dieser Saison nur noch den zweiten Platz sichern muss, um höhere Ziele zu erreichen. Wie im Deutschen Oberhaus der FC Bayern München, zieht dort die Wiener Austria einsame Kreise. Einzigstes Ziel des Salzburger Geldgebers ist erneut das Erreichen der Champions-League –Qualifikation, wie im fernen Leipzig endlich nach mehreren Anläufen der Aufstieg in die Dritte Liga erreicht werden muss!

    Im netten Reisebericht war u. a. die bescheidene Zuschauerzahl erwähnt worden, wobei bei der zwei Klassen (!) tiefer spielende Austria aus der gleichen Stadt durchschnittlich mehr Leute in das Stadion kommen! Es ist die Quittung, weil oftmals das „Wir-Gefühl“ (eigene Spieler, Tradition) einfach mehr gefragt ist als Importe. In höheren Ligen scheinen einfach die Zeiten vorbei zu sein, wo vorwiegend einheimische Spieler, in den eigenen Jugendmannschaften ausgebildet, um Punkte kämpften, sich auch international einen guten Namen machten. Die aufregenden Rundfunkübertragungen von Reporter „Ingenieur“ Singer und Co. , die sogar live nach Deutschland übertragen wurden, sind noch heute bei einigen älteren Sportanhängern noch bestens in Erinnerung. Jetzt interessieren sich die Leute in Österreich und benachbarten Alpenländern eher für die Ergebnisse der Vereine im Ausland, wo ihre „Legionäre“ spielen.

    Als herausragender „RB-“Experte Sachsens wird es allerdings langsam Zeit, dass Du Dich auch für die zweite Bundesliga in Deutschland etwas mehr interessierst als bisher, weil Dein Verein doch dort in den nächsten Jahren den Anker werfen will oder? Eigentlich wird es doch für Deine Jungs sehr leicht gemacht, wenn man liest, dass z. B. in Bayern (es ist fast nicht zu glauben) sich erst der Tabellenvierte (!) der dortigen Regionalliga an den Entscheidungsspielen auf dem Weg nach oben beteiligen möchte oder kann. Wenn in Leipzig noch ein paar störende Dinge, wie die gegenseitigen Gehässigkeiten der Zuschauer in der Stadt und Umgebung, Zurückhaltung der medialen Begleitung bei unterstützenden Maßnahmen für höherklassige Vereine (Chemnitz, Erfurt), Verdrängung des Unwortes „Umbruch“, Verzicht auf eher peinliche Pfiffe gegen die eigenen Jungs, wenn es mal nicht gleich so läuft wie gedacht, ob die Angriffe über die Flügel oder durch die Mitte vollzogen werden usw., dann sollte auch das Hauptziel der meist entfernt sitzenden Firmen- und sportlichen Leitung von RB (egal, was das wirklich heißt), Aufstieg der Leipziger Mannschaft, in Erfüllung gehen……..

    Als Reiseleiter, Abenteurer, Scout, akriebischer Journalist oder ganz normaler Mensch wirst Du bestimmt genügend „Mozartkugeln“ für Deine Jungs aus Salzburg mitgebracht haben, damit sie wenigstens während der Verkostung einmal nachdenken konnten, warum es ihnen gegenwärtig so gut geht!

    1. Hans Klemm? Aus der LVZ-Online? Ich gehe mal davon aus…

      „Dieses künstlich in der Außendarstellung gewollte Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den beiden Vereinen in Österreich und Deutschland, die aus taktischen Gründen gleiche, aber doch inhaltlich verschiedene Vereinsnamen haben und lediglich von der Firmenzentrale über einen gemeinsamen Sportdirektor finanziell eine großzügige Basis erhalten, gibt es in Wirklichkeit nicht!“

      Wow! Offenbar haben Sie sich nur sehr wenig Zeit genommen die Beziehungen der Leipziger zur Salzburger RB-Fangemeinde zu analysieren, sonst wäre Ihnen schon wenigstens beim Schreiben dieser Aussage klar geworden, dass Sie wirklich absolut niemanden mit dieser Feststellung kompromittieren. Am allerwenigsten wohl Rotebrauseblogger. Da er sehr wohl deutlich machte, dass der Salzburger Fußball für ihn keine Herzensangelegenheit darstellt.
      Sowie es auch dem überwiegenden Großteil der Leipziger RB-Fangemeinde nur bedingt bis gar nicht interessiert was der Salzburger Verein macht.
      Des Weiteren wird wohl jedem RB-Mitarbeiter klar sein, dass er mit dem jeweiligen anderen europäischen Vertreter nicht auf Blutsbrüderschaft trinken muss, sowie auch die Schlecker-Verkäuferin aus Filiale A nicht zwingend das Bedürfnis haben muss mit der Schlecker-Verkäuferin aus Filiale B ein einzigartiges Zusammengehörgehörigkeitsgefühl zu betrinken.
      Dass es in Österreich zur Durchsage des Spielergebnisses von RB Leipzig kam, lässt sich wohl eher am Interesse der Österreicher am deutschen Fußball erklären und weniger am Interesse des RB-Konzerns den Österreichern ein Brüdergefühl zu vermitteln.

      „Gerade in der jetzigen Zeit gibt es genügend Diskussionen auf höchster Ebene über das Berechtigungsdasein von bestimmten Vereinen, die keine eigene Tradition nachweisen können und als „Retortenclubs“ bezeichnet werden. Über die Bezeichnung „RB“ wird immer wieder vornehmlich geschmunzelt…“

      Wir als Fußballfans im Allgemeinen sollten aber auch nicht die Augen davor verschließen, warum Watzke solch absurde Diskussionen losbricht. Er ist Vertreter eines so genannten Traditionsvereins und versucht diesen und sich selbst zu schützen. Er wird sich wohl selbst kaum in die Lage bringen „Projekte“ wie RB zu befürworten…übrigens anders als Rummenigge, der unter Woche meinte, dass man solchen „Projekten“ durchaus Respekt zollen sollte. Dass er Rasenballsport mit „Rasenschach“ verwechselte…ihm gehen einfach die Argumente aus, zwischen all dem „Das System kollabiert“ und „wir haben keinen vollen Auswärtsfanblock“(lächerlich)…das weiß er alles selbst, dass das Käse ist.
      Und das Argument Verdrängung eines Traditionsklubs kann er eben auch nicht glaubhaft rüberbringen, da er zum einen erklären müsste, welchen Verein Dortmund selbst in der Insolvenz verdrängte und zum anderen vielen Ostdeutschen Bewohnern dann nämlich Rede und Antwort stehen müsste, wie denn eigentlich systematisch Ostdeutsche Vereine nach der Wende verdrängt wurden…abgesehen hat er sich ja im Doppelpass wunderbar aus der Problematik rausgeredet!

      „Persönlich denke ich dabei sehr gern an meine eigenen Erlebnisse als Jugendspieler zurück, wo bei den Männern nach den „Reservisten“ im Hauptspiel die „Erste“ einlief und als Höhepunkt des Tages um Siege kämpfte und diese gemeinsam von allen anfeuert wurde. Das war Zusammenhalt, auch ohne Geld! Hier kommt es mir vor, dass es eine „Erste“ (RB Salzburg) gibt, die zu ihrer in Leipzig oder anderen Gemeinden spielenden „Reserve“ keinerlei inhaltlich echte verwandtschaftliche Verbindung zu haben scheint.“

      Häh? Nun ist aber RB Leipzig nicht die U23 von Salzburg, und wird wohl kaum am Spielfeldrand einen Össi-Verein anfeuern…mit welcher Begründung auch?
      Es ist eben nicht derselbe Verein!
      Der Vergleich ist so schlecht gewählt, dass mir die Worte fehlen.

      „Als herausragender „RB-“Experte Sachsens wird es allerdings langsam Zeit, dass Du Dich auch für die zweite Bundesliga in Deutschland etwas mehr interessierst als bisher, weil Dein Verein doch dort in den nächsten Jahren den Anker werfen will oder?“

      Noch sind wir in der 4ten Liga…

      „Eigentlich wird es doch für Deine Jungs sehr leicht gemacht, wenn man liest, dass z. B. in Bayern (es ist fast nicht zu glauben) sich erst der Tabellenvierte (!) der dortigen Regionalliga an den Entscheidungsspielen auf dem Weg nach oben beteiligen möchte oder kann.“

      Nun ist es aber nicht sicher, dass wir auf Mannschaften aus Bayern treffen.
      Worin besteht denn die Leichtigkeit, wenn zwar der Tabellenvierte aus Bayern an der Relegation teilnimmt, wir aber gegen den ersten(vermutlich Kiel) aus der Nord antreten?
      Und selbst wenn der Erste aus Bayern die Relegation spielt, wäre es immer noch schwerer gegen Kiel anzutreten.

      „Wenn in Leipzig noch ein paar störende Dinge, wie die gegenseitigen Gehässigkeiten der Zuschauer in der Stadt und Umgebung, Zurückhaltung der medialen Begleitung bei unterstützenden Maßnahmen für höherklassige Vereine (Chemnitz, Erfurt), Verdrängung des Unwortes „Umbruch“, Verzicht auf eher peinliche Pfiffe gegen die eigenen Jungs, wenn es mal nicht gleich so läuft wie gedacht, ob die Angriffe über die Flügel oder durch die Mitte vollzogen werden usw., dann sollte auch das Hauptziel der meist entfernt sitzenden Firmen- und sportlichen Leitung von RB (egal, was das wirklich heißt), Aufstieg der Leipziger Mannschaft, in Erfüllung gehen…“

      Jetzt mal abgesehen von den Pfiffen, die nur ein ultra geringer Bruchteil unserer Fangemeinde aus Block A bei einem Spiel von sich gaben…
      Mir erschließt es sich nicht, wie sich nur irgendeiner der anderen Punkte auf den sportlichen Erfolg auswirken sollten? Woher nimmt man denn solche Annahmen???
      Heißt das also im Umkehrschluss, dass wenn wir weiter mit LOK einen Disput führen, das Wort Umbruch weiter verdrängen und die LVZ weiter darüber berichtet, dass CFC bei uns Trainieren darf, wir nicht aufsteigen könnten?

      [Kleine verbale Grenzüberschreitung entfernt/ Anm. rotebrauseblogger]

      @Brauseblogger: Lass dich von solchen Beiträgen nicht ärgern…die Rasenballisten stehen hinter dir!

      Nachtrag: Da ich nicht weiß, wie man hier die Zitatfunktion nutzt, hab ich einfach alles was Herr Klemm schrieb in Anführungszeichen kopiert.

      mfg, gips

  2. @gips steh drüber, wir werden dies uns ewig anhören müssen.
    Wir trinken nur RB, werden von RB bezahlt, haben keine Tradition, usw. usw., bla, bla…
    Einfach unkommentiert lassen! Punkt!
    Wir reden über Fußball, für manche ist das wie Krieg. Wenn die keine anderen Sorgen haben…
    Ich wünsche RB ein erfolgreiches WE.

  3. sehr ausführlich Gips – dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen außer: Die Austria Salzburg hat nichtmal im Ansatz soviele durchschnittliche Zuschauer – jemand der der Nutzung des großen Google orakels mächtig ist findet die diesjährigen durchschnitts Zuschauerzahlen innerhalb von 10 sekunden und die sind bei: Austria Salzburg – 1.354…also dann doch ne kleine Diskrepanz zu den durchschnittlich 8000 von RB Salzburg 😉 nachzulesen hier: http://www.regionalliga.at/ost/news/6726/statistik-schmankerl—teil-2-die-zuschauerzahlen-im-vergleich/

    PS.: was an RBL hier in Leipzig schlimm sein sollte weiß ich wirklich nicht – es ist der einzige Verein der hier im Umland von Leipzig rein theoretisch die Möglichkeit hat endlich mal Bundesliga im Osten zu haben – die Tradition kommt dann nach 10-50-100 Jahren automatisch und ist mir ehrlich gesagt schnurz piepe – den Tradition schießt auch keine Tore sondern immer noch die Fußballer die aufm Platz stehen!

  4. PS zum Zweiten – außerdem frag ich mich was na diesem Durchschnitt so schlimm sein soll für ne Stadt die um die 100000 Einwohner hat – ich denke sogar das isnt normaler Schnitt für solch ein Einzugsgebiet…Halle die ungefähr Ähnlich dastehen mit vglb. Einzugsgebiet und vglb. Liga hat übrigens auch nur 7500 Zuschauer durchschnittlich…also was soll das immer…mein Gott – Google is your friend sag ich nur…

  5. Hallo, Gips (wer sich auch hinter den Namen verstecken mag) !
    Zunächst sollte gleich eingangs meinerseits betont werden, dass dieser Blog ein Instrument ist, seine eigene Meinung äußern zu dürfen. Nichts weiter habe ich getan. [Geplänkel entfernt/ Anm. rotebrauseblogger]

    Ihre Auswertung meiner Gedanken, die lediglich einen ergänzenden Inhalt zu den Erlebnissen und Meinungen über den Österreich-Besuch des von mir auch weiterhin geschätzten BRAUSEBLOGGERS sein sollten, begann für mich gleich mit einem Paukenschlag. Wie können Sie behaupten, dass er und die RB –Fangemeinde aus Ihrer Stadt ein völliges Desinteresse für den Salzburger Verein haben, wenn er zielgerichtet extra dorthin fährt und nach eventuellen verschiedenen Gemeinsamkeiten sucht? Die praktischen Auswirkungen der gleichnamigen sportlichen Leitung (!) durch Ranglick, der spieltaktischen Vergleiche zwischen beiden Trainern am Spielfeldrand, der Auftritt des dortigen Trainers Schmidt auf der anschließenden Pressekonferenz im Vergleich mit Zorniger zu hause, das Verhalten der Zuschauer, ihre Zahlen und Begeisterung, all das wollte doch auch der von Ihnen anerkannte RB-Experte unbedingt endlich einmal vor Ort sehen!. Auch die Aktionen der Spieler bei Ballbesitz und – Verlust wurden von ihm genauestens beobachtet. Zusätzlich fand ich die Hintergedanken und seine gefühlten Gedanken in Ordnung, dass er glaubt, mit der Vertragsunterzeichnung durch Rangnick, die echte Zukunft dieses „Professors“ eher in Leipzig zu sehen.

    Da Sie ROTEBRAUSEBLOGGER und ihren Fans jegliches Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den gleichnamigen Clubs aus Salzburg und Leipzig absprechen, frage ich Sie, warum er ausgerechnet diesen Besuch zum „wichtigsten Auswärtsspiel der Saison“ ausgesucht haben könnte…… Wenn sich umgekehrt dagegen die Firmenzentrale aus Österreich Ihren Gedanken der Abneigung und Uninteresse am Leipziger Fußball der „Rasenballsportler“ auch anschließen würde, so hätten Sie Ihre allerdings dann aus anderen Spielern bestehende und etwas anders heißende Mannschaft schon längst wieder auf dem tollen Sportgelände am Stadtbad in Markranstädt besuchen und anfeuern müssen, allerdings vielleicht in der 5. Liga!

    Meine Schlussbemerkung, Gips.
    Es ist leider für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, dass die Leipziger „RB-Getreuen“ lt. Ihrer Meinung nicht annähernd wissen (wollen) , wer die „Gold-Dukaten“ hierhin verstreute, die bereits leidenschaftliche Sammler mit Fußballschuhen an der Füßen aus verschiedenen Nationen und höherklassigen Ligen anzogen, doch auch schon wieder vertrieben wurden, egal, welche Funktionen sie kurz oder etwas länger ausfüllten
    Genau aus diesem Grund sollten die Leute am Regiepult (wo sich das auch wirklich befinden mag) die ständig umherschwebenden Worte „Umbruch“ und „Verabschiedung“ durch „Vertrauen“ und „Kontinuität“ ersetzen, damit über die 3. Liga (ich weiß, dass diese erst vor der nächst höheren kommt) auch das vorläufige Hauptziel, Liga 2, zeitnah erreicht werden kann. Dauert das aber erneut noch mal einige Jahre, könnten die „Fremden aus Salzburg“ irgendeinmal das Licht plötzlich löschen- und die hoffnungslose Suche nach mehr endgültig beenden! Sollte dieser auch für alle Fußballanhänger bundesweit schlimme Fall eintreten, könnten Sie spätestens dann verstanden haben, wer eigentlich in Ihrem Lieblingsverein das Sagen hatte……

  6. Ich kann (und will) mich hier gar nicht ausführlich einklinken. Nur ein paar Falschaussagen möchte ich revidieren. Ich habe zuerst einmal NICHT die Stimmung im Salzburger Stadion mit der in Leipzig gleichgestellt, ganz im Gegenteil angesichts der dort sehr früh (Anm.: Ich habe ein einziges Spiel besucht!) einsetzenden Pfiffe festgestellt, dass die Diskussionen hier in Leipzig, weil es in einem Spiel mal kurz vor Schluss kurz zu Pfiffen kam, Luxusdiskussionen sind, weil man im Vergleich zu Salzburg eigentlich keine Probleme hat.

    Zudem möchte ich dementieren, dass dies meine „wichtigste“ Auswährtsfahrt war. Richtig ist, dass ich davon sprach, dass es meine weiteste Auswärtsfahrt sei.

    Zudem möchte ich noch mal betonen, dass mich Salzburg auf analytischer Ebene sehr wohl interessiert, aber auf emotionaler Ebene da nichts klick macht (auch wenn ich da durch meinen Besuch ein Stück näher herangerückt bin).

    Glücklicherweise wurde ja schon richtig gestellt, dass der Zuschauerschnitt der Austria natürlich nicht größer ist als der von Red Bull. Und der Zuschauerschnitt nach dem Einstieg von Red Bull vor einigen Jahren im Vergleich zur Austria-Vergangenheit auch deutlich anstieg.

    Und als letztes noch: In Salzburg geht es gerade nicht darum, mit dem zweiten Platz noch die Champions League zu sichern, da sich in Österreich nur der Meister für die CL-Quali(!) qualifiziert. Ab Platz 2 geht es direkt in die Europa League. Sicherlich nicht ganz das, was sich ein Rangnick und ein Schmidt vorgestellt haben.

    @Gips: Mit den Anführungsstrichen ist völlig ok.

    (Ansonsten habe ich mir erlaubt beidseitig noch ein bisschen Geplänkel und grenzüberschreitende Wortwahl zu streichen. Ich denke, das liegt im allseitigen Interesse.)

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