Fehlende Flexibilität

Wie RB spielt, ist uns bekannt. Von beiden Flügeln werden die Bälle in den Strafraum geschlagen, darauf müssen wir uns einstellen. (Thomas Hoßmang, Trainer beim VFC Plauen gegenüber der Freien Presse)

Also ich finde das ein wenig deprimierend, dass der Plauener Coach mit seiner Analyse den Finger doch relativ präzise in die Wunde legt. Hat man die Flügel ausgeschaltet, dann hat man RB Leipzig bereits die wichtigste Waffe genommen. Durch Tom Geißler (solange er spielen durfte) und Roman Wallner ist das Spiel zwar nicht mehr ausschließlich flügelfixiert, wie man gegen Wilhelmshaven gut sehen konnte, aber ansonsten läuft das meiste an geordnetem Spielaufbau über die Flügel und ansonsten wird es der klassische lang-hohe Ball auf die Stürmer. Ganz besonders deprimierend daran ist, dass Hoßmang seine Plauener mit dem vorhandenen Kader im Vergleich mit RB als weniger ausrechenbar(!) ansieht. Autsch.

Peter Pacult erklärt derweil via BILD seine Umstellungen beim Auswärtsspiel in Hamburg:

Wir haben englische Wochen, ich wollte frische Leute bringen.

Der Tofavorit der Regionalliga mit der vielgerühmten Fitnessabteilung muss präventiv rotieren, weil man eine englische Woche spielt? Zumindest interessant die Aussage..

Und weil wir schon bei der Niederlage von RB Leipzig beim Hamburger SV II sind, ist auch das interessant:

Der HSV hätte auch gegen Halle gewinnen können, das sind richtig gute Fußballer.

An dem Satz ist grundsätzlich alles richtig. Nur dummerweise interessiert das in der Endabrechung keinen. Nicht mal, dass man wegen Fitnessrotation vorherige Stammspieler abgesägt hat. Und wenn man es ernst nimmt, dann kann man gegen mindestens die Hälfte der Regionalliga mal verlieren, weil dort gute Fußballer spielen. Nimmt man aber ab jetzt bei jeder Station, wo gute Fußballer unterwegs sind, diese Maxime ernst, dann wird man schon aus Plauen mit weniger als drei Punkten heimkehren.

Die sind schließlich immerhin Siebter, die letzten fünf Spiele ohne Niederlage und haben mit dem Ex-Bautzener Thomas Hoßmang einen Trainer, den man guten Gewissens als Erzrivalen von RB Leipzig bezeichnen kann. Zudem war das Verhältnis zwischen VFC und RB bisher abseits des sportlichen nicht gerade entspannt (RB-Security vs. VFC-Fans, Streit um VFC-Präsi Hub), was beim VFC sicher noch mal zwei, drei Motivationszusatzpunkte bringt.

Sportlich war das Hinspiel eine Enttäuschung, weil RB Leipzig gegen eigentlich chancenlose Gäste völlig unnötig Punkte liegen ließ. Auch weil schon damals das Hoßmang-Zitat von ganz oben nicht ganz falsch war. Egal wie die Umstände sind und der Gegner heißt und was der worüber denkt, drei Punkte sind am Sonntag de facto Pflicht, zumal Halle und Kiel bis dahin schon wieder vorgelegt haben dürften. Vielleicht hängt man ja die Hoßmang-Aussage vor dem Spiel den RasenBallsportlern in die Kabine..

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6 Gedanken zu „Fehlende Flexibilität“

  1. Oha, hier brennt wohl die Luft?
    Das Selbstvertrauen der Mannschaft scheint weg, aber wenigstens sind die Spieler ausgeruht!
    Ich konnte Pacult damals in Dresden auch nicht so richtig ab, obwohl seine manchmal merkwürdigen Entscheidungen ja durchaus erfolgsversprechend waren. (er schaffte fast den im Winter aussichtslosen Abstiegskampf und übergab die Mannschaft auf Platz 1)
    Trotzdem viel Erfolg gegen Plauen, damit es im Dreikampf bis zum Ende spannend bleibt!

  2. „Der Topfavorit der Regionalliga mit der vielgerühmten Fitnessabteilung muss präventiv rotieren, weil man eine englische Woche spielt? Zumindest interessant die Aussage..“

    Genau meine Gedanken. Total unverständlich. Glaube eher dass irgendwie auf zwischenmenschlicher Ebene der Wurm im Team ist.

  3. @Ballsalat: Naja, noch nicht. Noch sind die Dinge nur auf dem Weg dahin, dass die Luft brennen könnte. Aber eine Niederlage in Plauen wäre ein ziemlich arger Brandbeschleuniger..

  4. Ich war nicht in Plauen, aber aus all dem was man darüber erfahren kann, glaube ich nicht, dass das Spiel ein Beleg für taktische Flexibilität gewesen ist. Ein Beleg für individuelle Stärke und für gute Standards ja. Dass das 4-4-2 schon etwas flexibler geworden ist (weil die Stürmer flexibler agieren) als in der Hinrunde auch ja. Dass es im Normalfall trotzdem auf Flügel und Flanke abzielt, kann man aber sicherlich nicht anzweifeln.

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