Neue grün-weiße Landesliga-Welten

Los ging es letztes Wochenende nicht nur für RB Leipzig in der Regionalliga, sondern auch in der Sachsenliga, deren besonderen Reiz ich ja schon in der Vorschau auf die Leipziger Fußballsaison zumindest ansatzweise beschrieben habe. Am ersten Spieltag marschierte das noch ungewohnte und ungleiche grün-weiße Doppel aus BSG Chemie und SG Leipzig Leutzsch jedenfalls mit zwei 2:0-Siegen im sportlichen Gleichschritt voran.

Zu ihrem Heimspiel im Alfred Kunze Sportpark (gegen Eilenburg) begrüßte Chemie dabei durchaus bemerkenswerte knapp 1.700 Zuschauer, die für ordentlich Anfangseuphorie sorgten. Währenddessen besuchten den Bildern nach zu urteilen reichlich 100 grün-weiße Anhänger aus der anderen Ecke auch das Auswärtsspiel der SG LL in Plauen (gegen Oelsnitz). Bleibt die spannende Frage, wieviele Zuschauer die SG LL nächste Woche zum Heimspiel in den Alfred Kunze Sportpark ziehen wird.

Angesichts dessen, dass im grün-weißen Lager alles oder ziemlich viel neu ist, kann man schon mal den Überblick verlieren, wie sich auch in der LVZ (09.08.2011) gezeigt hat:

Bei der BSG Chemie kamen zum Auftakt gegen den FC Eilenburg fast 1700 Zuschauer. Hat Sie das überrascht?
Tino Vogel (Trainer RB Leipzig II): Eigentlich nicht, in Leutzsch werden sicher noch oft über 1000 Fans kommen. Besonders gefreut hat mich, das mit Vincent Markus ein Spieler zum 1:0 getroffen hat, den ich in den Junioren trainiert habe.

Dummerweise spielt Vincent Markus aber nicht für die BSG Chemie, sondern für die SG Leipzig Leutzsch und erzielte für diese den Führungstreffer gegen Oelsnitz. Ob tatsächlich Tino Vogel der Fauxpas unterlief oder der interviewbearbeitenden LVZ-Redaktion ist nicht überliefert.

Man könnte nun einwenden, dass das ja auch egeal und Leutzsch überall da ist, wo grün-weiß ist. Und SG LL oder BSG Chemie eben alles eine Suppe. Was die Beteiligten wohl weit von sich weisen würden und auch durch ihre Praxis hartnäckig dementieren. Während die Chemie-Ultras bspw. gegen den LL-Chef Jamal Engel schießen (Spruchband beim Eilenburg-Spiel: „Nur kleine und dumme Kinder glauben an Engel …“), lässt der kaum eine Gelegenheit aus, um den Chemie-Ultras  als prägendem Teil des Konkurrenz-Vereins eine mitzugeben. Währenddessen werden in den jeweiligen Foren vermeintliche oder tatsächliche Fehler und Pannen des jeweils anderen genauestens dokumentiert und somit die jeweilige Frontstellung zementiert. Kaum vorstellbar, dass sich beide Vereine (und auch Fans) im Laufe der Saison einander annähern. Schwer vorstellbar bereits, dass man die grün-weißen Landesliga-Duelle als gemeinsame Feste organisieren kann..

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8 Gedanken zu „Neue grün-weiße Landesliga-Welten“

  1. Vielleicht habe ich ja was verpasst in Leipzigs jüngerer Fußballvergangenheit, aber Gewalt und Gewaltspiralen waren nun wirklich nicht das Thema in letzter Zeit, schon gar nicht bei den grün-weißen Vereinszerwürfnissen der letzten Wochen..

  2. Möglich, aber ich rufe dann zum friedlichen Widerstand und Zwisten auf.

    Sei es drum, die Frage bleibt „Wen interessiert sowas noch?“.

  3. 1. Dich offensichtlich, denn Du hast gelesen und kommentiert. 2. Mich offensichtlich, denn ich schreibe was drüber. 3. Fast 1.700 Zuschauer bei der BSG plus die kommenden Zuschauer bei der SG LL und jene, die zwar nicht ins Stadion kommen, aber trotzdem damit umgehen wollen. 4. Ich kann behaupten, dass die Besuchszahlen hier im Blog bei größeren Beiträgen mit grün-weißer Beteiligung durchaus darauf verweisen, dass es ein relevantes Netzinteresse gibt.

  4. Kommentiert? Nicht wirklich! Ich habe nur die berechtigte Frage gestellt ob das wirklich noch in irgendeiner Form relevant ist wenn sich in einem „Leipziger Stadtteil“ zwei grün-weiße Klubs um imaginäre Zukunftserscheinungen ala „Wichtig, großartig und 21 Jahre nicht mehr dagewesen“ streiten. Klickzahlen zu grün-weiß, gelb-blau oder rot, blau, silber interessieren mich tatsächlich nicht die Bohne. Danke!

  5. Dachte ich mir schon, dass Dich das nicht interessiert. Was witzig ist, weil schließlich ja Du die Frage in den Raum geworfen hast, wen denn das Thema noch interessieren könnte. Dass Dich die Antwortvorschläge auf Deine Frage nicht interessieren, ist zumindest seltsam.

  6. Es ehrt dich natürlich den vorangegangenen Beirag tatsächlich online zu stellen. Das schafft auch nicht jeder 😉

    Von daher sei hier jetzt der Frieden ausgerufen, oder?

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