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Eine Frage der Konstanz

Ein wichtiger Bestandteil des Baukastens der Fußballweisheiten besagt, dass es nicht relevant sei, wo man am 10., 15., 20. oder 25. Spieltag stehe, sondern nur die Tabelle nach dem letzten Spieltag zähle. Das ist natürlich gleichermaßen stimmig wie langweilig. Denn wenn man dies wirklich ernst nähme, könnten 95% der Angebote rund um den Fußball einfach dicht machen. Das Interesse am Fußball manifestiert sich geradezu darin, dass permanent über Perspektiven, Potenziale und Tendenzen debattiert werden will.

Das gilt auch für die Zeit nach dem 13.Spieltag in der dritten Liga. Immerhin also nach bereits einem Drittel der in dieser Saison zu absolvierenden Spiele. Ein Spieltag, nach dem RB Leipzig zum ersten Mal in dieser Saison einen direkten Aufstiegsplatz belegt. Zwei weitere Male belegte man noch den dritten Platz, ansonsten tummelte man sich irgendwo dahinter.

Ein gern beschworener Begriff ist in dieser Saison die Konstanz, die bei RB Leipzig laut Trainer Alexander Zorniger, aber auch laut verschiedenen Beobachtern noch fehlt. Diese sei aber in einer engen Liga wie der dritten die zentrale Komponente für sportlichen Erfolg. Wer konstant Punkte einfahre, der werde am Ende auch ganz oben mitspielen können.

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3.Liga: RB Leipzig vs. SpVgg Unterhaching 2:2

Zweimal konnte RB Leipzig zuletzt eine Auswärtsniederlage mit einem 3:1-Heimsieg kontern. Beim dritten Mal ging es gegen einen vermeintlich einfacheren Gegner schief und man musste sich mit einem leistungsgerechten 2:2 gegen spielerisch starke Gäste aus Unterhaching begnügen. Ein Ergebnis, das in diesem Fall eher Ausdruck der eigenen Schwäche war.

So richtig dominant trat RB Leipzig in der Partie gegen die Spielvereinigung Unterhaching nur in den ersten fünf Minuten auf. Nachdem der leicht modifizierte Anstoßtrick (flach und spielerisch statt hoch und weit) fast zu einem noch rekordigeren Tor als das Rekordtor kürzlich geführt hätte und der von Morys geschossene Ball bereits nach handgeschätzten fünf Sekunden im Tor hätte liegen können und nachdem Henrik Ernst den Gästekeeper nach fünf Minuten von der Strafraumkante geprüft hatte, war das Pulver der Gastgeber für die erste halbe Stunde schon verschossen.

Auf der anderen Seite tasteten sich nun die Gäste an das Tor heran. Insbesondere ein Freistoß von Welzmüller von halblinks, der nach einer knappen Viertelstunde noch leicht abgefälscht am langen Pfosten nur knapp vorbeisegelt, hätte auch für einen Rückstand sorgen können.

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Pressekonferenz: RB Leipzig vs. SpVgg Unterhaching

[Nach der Partie RB Leipzig gegen SpVgg Unterhaching folgen hier die Einschätzungen der beiden Trainer Claus Schromm und Alexander Zorniger live aus der Pressekonferenz zum Spiel. Ab etwa 16 Uhr.]

16.26

Positiv heute, dass Kammlott ein Tor macht. Reichlich 13.000 Zuschauer waren nett, aber auch freikarten-gepimpt. Das Spiel von RB Leipzig war dagegen weit von gut entfernt, was vor allem den komplett fehlendem Zugriff im Mittelfeld geschuldet war. Schade drum, war – auch angesichts der anderen Ergebnisse – eine gute Chance, in der Tabelle ganz vorn reinzurutschen. Wäre vor dem Spitzenspiel in Heidenheim entspannend gewesen. Aber letztlich hat Unterhaching den fehlenden Zugriff von RB gut ausgenutzt, technisch hervorragend gespielt und einen verdienten Punkt mitgenommen.

In diesem Sinne wünsche ich noch ein schönes Restwochenende. Morgen dann die ausführliche Spielanalyse. Pressekonferenz: RB Leipzig vs. SpVgg Unterhaching weiterlesen

Nur scheinbar unscheinbar

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen die SpVgg Unterhaching (28.09.2013, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Henrik Ernst.]

Wenn man vor der Saison über Abstiegskandidaten in der 3.Liga geredet hätte, wäre einem wohl als einer der ersten Kandidaten die Spielvereinigung aus Unterhaching eingefallen. Der Kader mit einem Durchschnittsalter von 21,0 Jahren noch leicht jünger als der der U23-Teams aus Dortmund und Stuttgart. Dazu Spieler, denen allgemein kein größeres Potenzial zugeschrieben wurde. Wenn man aus dieser Perspektive für RB Leipzig eine mit vergleichsweise geringem Aufwand zu lösende Aufgabe vorausgesagt hätte, dann eben diese gegen Unterhaching.

Und nun kommt ein Team, das es sich auf Platz 9, nur zwei Punkte hinter RB Leipzig gemütlich gemacht und in den letzten sechs Spielen erstaunliche 13 Punkte mitgenommen hat. Vier Siege stehen zu Buche bei einem Unentschieden und einer Niederlage. Wobei letzere am vergangenen Wochenende auch noch höchst unglücklich war, weil man gegen Burghausen das Spiel machte, aber die Gäste bei der Verwertung ihrer Chancen eiskalt zuschlugen und glücklich die Punkte mitnahmen.

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Eingespieltheit wins Championships?

Eine nicht unplausible These lautet, dass Mannschaften, die über einen längeren Zeitraum gewachsen sind, bessere Chancen auf sportliche Erfolge haben. Vermutlich kippt diese Kurve an einem bestimmten Zeitpunkt, wenn ein Team so viele sportliche Erfolge gesammelt hat, dass sie gesättigt ist, aber für unsere Zwecke hier soll die Eingangsthese trotzdem erst einmal genügen.

Eine weitere Behauptung lautet gemeinhin, dass RB Leipzig ein Durchlauferhitzer sei, bei dem permanent die Spieler ausgetauscht werden, während anderswo die Vereine genötigt seien, mit dem zu arbeiten, was sie eh schon haben. Wobei dies in der dritten Liga auch ein wenig schwierig ist zu behaupten, da gute Spieler immer das Ziel haben werden, die Liga – mit oder ohne den aktuellen Verein – nach oben zu verlassen bzw. die Vereine immer wieder Talente aus der Regionalliga holen und dadurch per se eine gewisse Fluktuation entsteht, die es bspw. in der 1. Bundesliga in der Form nicht gibt.

Wie auch immer, die folgende Tabelle zeigt für alle Mannschaften der dritten Liga den Tabellenplatz, wie viele Spieler in jedem Team stehen, wieviele Spielzeiten sie mit der aktuellen im Schnitt für ihre Mannschaft bestreiten, welchen Marktwert die Spieler im Schnitt haben und wie effektiv die Mannschaften sind, wenn man die erreichten Punkte in Bezug setzt zum durchschnittlichen Marktwert der Spieler.

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Finale Prognosen

Letztlich ist der geliebte Fußball eine Sache von Wahrscheinlichkeiten. Man kann die Wahrscheinlichkeit, in einer Saison gut abzuschneiden, durch eine kluge Kaderzusammenstellung (mit oder ohne Geld) oder durch fachlich sehr gut ausgebildetes Personal zu seinen Gunsten beeinflussen. Und man kann die Wahrscheinlichkeit, dass die einzelnen Spiele gewonnen werden, durch Scouting, Aufstellung und Taktik erhöhen oder bei falschen Entscheidungen verringern. Und nicht zuletzt spielt in einer so engen und ausgeglichenen Liga wie der dritthöchsten deutschen Spielklasse auch das Momentum keine zu unterschätzende Rolle. Man kann sich in den 38 Saisonspielen in einen Flow spielen, der zum Schluss den Aufstieg sichert. Aber genausogut kann man in einen negativen Strudel geraten, der wiederum die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen, deutlich verringert.

Was man bei all dem nicht kriegt, ist Sicherheit. Ich kann so ziemlich alles richtig machen und am Ende trotzdem nicht ganz oben stehen, weil man eben doch nur Wahrscheinlichkeiten erhöhte, ohne Sicherheit zu kriegen. Weswegen es eigentlich eine ziemlich brotlose Sache ist, vor der Saison Prognosen über deren Verlauf abzugeben. Denn letztlich wird das endgültige Saisonergebnis auch durch Zufälle, Schiedsrichterentscheidungen oder abgefälschte Bälle entschieden. Sodass man meist oberhalb oder unterhalb des ‚theoretisch‘ wahrscheinlichen landet. Es wird zwar nie der Fall eintreten, dass der FC Bayern absteigt, das wäre schlicht eine zu große Abweichung von der Wahrscheinlichkeit, aber der FC Bayern kann auch mal Dritter oder Vierter werden, ohne dass dies – im Sinne der Wahrscheinlichkeit – ein extremes Ergebnis wäre.

Was auch heißt, dass das Reden darüber, wer wohl am Ende der Drittligasaison 2013/2014 aufsteigen wird, letztlich außer Acht lässt, dass man eigentlich mit gutem Gewissen immer nur einen Ereigniskorridor vorgeben kann und das Küren von Favoriten noch nicht sonderlich viel heißt. Trotzdem herrscht in Expertenkreisen und das sind die 20 Drittligatrainer nun mal, weitgehend Einigkeit, dass das Quartett 1.FC Heidenheim, Preußen Münster, Chemnitzer FC und RB Leipzig die heißesten Anwärter auf einen der drei Topplätze am Ende der Saison stellt.

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Neuland unterm Fußball

Ich werde nie dazu neigen die Fußballgeschichte in Leipzig als gemeinsame Stadtgeschichte zu verallgemeinern. Spiele, die der VfB Leipzig oder der FC Sachsen oder Lok oder wer auch immer bestritten haben, eignen sich nicht unbedingt als geschichtliche Bezugsnahme, wenn man über die kommende Drittligasaison von RB Leipzig reden will. Jeder dieser Vereine hatte seine ganz eigene Geschichte, die sich schlecht unter einem globalen Stadtlabel vereinnahmen lässt.

Trotzdem ist es ganz interessant, mal zu gucken, wann in dieser Stadt eigentlich so das letzte Mal gegen jene Vereine gespielt wurde, gegen die RB Leipzig 2013/2014 in der dritten Liga antreten wird. Denn in den entsprechenden Daten zeigt sich auch, wie lange es eigentlich her ist, dass eines der Leipziger Teams Fußball höherklassig Fußball spielte. 1997/1998 spielte mit dem VfB Leipzig letztmalig ein Club aus Leipzig in einer eingleisigen, bundesdeutschen Liga, nämlich in der zweiten Bundesliga. 20o3/2004 war ein Leipziger Team letztmalig drittklassig. Damals der FC Sachsen Leipzig im Rahmen der zweigleisigen Regionalliga. Am Ende stand der Abstieg und wohl eines der entscheidenden Ereignisse, die einen Einstieg von Red Bull in Leipzig überhaupt erst möglich machten. Die These steht weiterhin, dass eine erfolgreiche Konsolidierung des FC Sachsen damals im frisch umgebauten Zentralstadion und im Profifußball der Idee Red Bull einen frühen Riegel vorgeschoben hätte.

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RB Leipzig in der 3.Liga 2013/2014

Bevor es noch mal Zeit wird für ein paar Saisonrückblicke und auch schon wieder für die Auslosung im DFB-Pokal (Samstag, 15.06.) soll noch ein bisschen Raum sein für einen kurzen Ausblick auf die erste Drittligasaison in Leipzig seit dem FC Sachsen 2003/2004, der allerdings seinerzeit noch in die drittklassige und zweigleisige Regionalliga aufstieg. Die letzte Saison eines Leipziger Teams in einer eingleisigen Profiliga war 1997/1998, als der VfB Leipzig in der zweiten Liga spielte. Lang, lang ist es her..

Mein Blick auf die eingleisige dritte Liga war vom Start weg immer positiv. Das erste Spiel damals (2008) hieß Erfurt gegen Dresden, lief live im TV und von dieser (Vor-)Freude auf diesen Startschuss in diese neue Liga ist bei mir (auch wenn ich weiß, dass die Liga für viele Vereine wirtschaftlich eine Herausforderung ist) immer noch viel übrig. Weswegen ich mich für meinen Teil, nachdem das teils schlecht, teils recht gelöste Ticketwirrwarr hinter uns liegt, wie ein kleines Kind auf diese neue dritte Liga freue. Das mag für Anhänger höherklassiger Vereine, die auf diese Liga eher etwas hochnäsig heruntergucken, nicht nachvollziehbar sein. Für mich bedeuten diese bundesdeutsche Neuland-Liga und die Gegner mit ihrem Klang viel an Aufregung und Vorfreude.

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