Bilanzen vom Rande des Spielfelds

Projekte werden nicht ins Herz geschlossen, das werden nur Dinge, die mit Emotionen zu tun haben. In der 4. Liga sind wir mit 2000 Fans gestartet, jetzt haben wir einen Schnitt von 26000. Wir sind ein Teil von Leipzig, wir sind in den Herzen angekommen. (Ralf Rangnick, LVZ vom 06.02.2015)

Zuschauerzahlen müssen rund um RB Leipzig meist dafür herhalten, entweder die Akzeptanz für den Verein und die Normalität hiesigen Daseins zu belegen oder die Beliebtheit der attraktiven Spielphilosophie zu beweisen. Ersteres liegt auf der Hand und lohnt sich eigentlich gar nicht mehr zu erwähnen und zweiteres darf als gewagt durchgehen, weil das (Gegen-)Pressing-Konzept ja im Fall der Fälle ein destruktives ist, das das Spiel des Gegners zerstören soll bzw. in seinem schnellen Umkehrspiel auch oft wie Stückwerk wirkt.

Ob das in jedem Fall so attraktiv ist, dass deswegen die Zuschauer wie von einem Magneten angezogen ins Stadion strömen müssen, kann man als Frage erst einmal so stehen lassen. Letztlich dürften andere Faktoren wie Bock auf Fußball, Identifikationskraft/ Bindung oder Erfolg einen sehr viel größeren Einfluss auf die Zuschauerzahl haben, als die Frage ob der Ball nun binnen acht oder 30 Sekunden oder gar durch einen Standard im Tor landet.

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Presse 16.06.2015

Gestern also Trainingsauftakt bei RB Leipzig. Mit einer ganzen Reihe an noch fehlenden Spielern. Im Mittelpunkt stand Neuzugang Davie Selke, der aber nicht mal mittrainierte, sondern hinter verschlossenen Türen verschiedene Leistungstests absolvierte.

Georg Teigl und Fabio Coltorti konnten gestern wegen Blessuren nicht mittrainieren und arbeiteten im Kraftraum. Dominik Kaiser ist heute laut BILD beim MRT, weil er gestern umknickte.

Achim Beierlorzer via LVZ mit der klaren Ansage, dass RB Leipzig in der kommenden Saison direkt aufsteigen, sprich einen der ersten beiden Plätze in der zweiten Liga belegen möchte. Alles andere wäre als Saisonziel auch nicht vermittelbar. Dass man damit auch mit den üblichen Gepflogenheiten des ‚oben dran bleiben‘, ‚gute Rolle spielen‘, ‚von Spiel zu Spiel gucken‘, ‚mal sehen, was am Ende raus kommt‘ bricht, ist dabei ziemlich wohltuend.

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Spieler der Rückrunde: Dominik Kaiser

Eine Stammrubrik in der Rückschau auf die vergangene Saison bzw. im konkreten Fall Rückrunde fehlt noch. Die subjektive Entscheidung, wer denn der Spieler der Saison ist, steht an. Ganz viele Kandidaten gibt es nach einer Spielzeit mit einigen Höhen, aber auch einige Tiefen nicht wirklich.

Fabio Coltorti könnte man als ziemlich nah dran sehen. Nach dem dicken Klops beim 0:1 gegen den FSV Frankfurt am zweiten Nachwinterpausenspieltag hatte er einige grandiose Partien, gerade auf fremden Plätzen, als er vom Gegner oft sehr warm geschossen wurde. Dazu kommt das historische, weil im Profifußball noch nie dagewesene Siegtor durch einen Keeper im Spiel gegen Darmstadt. Für den Kicker war Fabio Coltorti der Zweitliga-Torhüter der Saison. Hier im Blog fehlt am Ende doch ein schwer definierbares Eckchen für den Spieler der RB-Rückrunde.

In die engere Auswahl wäre wohl auch ein Emil Forsberg gekommen. Wenn er denn vor dem Tor effektiver gewesen wäre und seinen vier Torvorlagen noch drei, vier Tore beigesteuert hätte. Auch Dauerbrenner Anthony Jung, der bei RB Leipzig in den letzten Monaten die meisten Spielzeiten bekommen hat, wäre eine Option gewesen, wenn sein Offensivspiel effektiver und gerade in der Rückrunde auch weniger fehleranfällig gewesen wäre. Und Joshua Kimmich hätte sich vor seinem Wechsel zu den Bayern die Krone auch verdienen können, wenn er ein wenig konstanter und dominanter gespielt hätte.

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Presse 15.06.2015

Heute ist Trainingsstart bei RB Leipzig, nachdem am Wochenende schon Leistungsdiagnostik und medizinische Checks anstanden. Das Feld der Teilnehmer ist allerdings ordentlich dezimiert. Nicht nur die Länderspielreisenden (siehe unten) fehlen, sondern auch Nils Quaschner (noch Urlaub, weil vor einer Woche noch im Spielbetrieb) und der wahrscheinliche Leihrückkehrer Massimo Bruno (Folgen einer Blinddarm-Operation). Davie Selke ist heute vor Ort, macht aber erst mal Leistungstests.

Geleitet wird das Training vom neuen Co-Trainer Achim Beierlorzer, dessen Vertrag laut BILD über 2016 hinaus verlängert werden soll. Dazu muss sich Beierlorzer aber wohl auch überlegen, was mit seiner bis 2016 befristeten Beurlaubung als Gymnasiallehrer wird.

Nicht mit dabei beim Trainingsstart ist auch Neuzugang Willi Orban. Um den gibt es aktuell ein wenig Problemchen mit dem 1.FC Kaiserslautern, die laut Kicker, der sich auf FCK-Chef Stefan Kuntz bezieht, kurzfristig durch Gespräche aus der Welt geschafft werden sollen. Welcher Art die Probleme sind, die es noch zu klären gilt, ist aktuell unklar. BILD vermutet, dass „Lauterns Bosse noch prüfen, ob die Bedingungen der Ausstiegsklausel von RB erfüllt sind“.

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Transfers: Frahn, Gulacsi, Ilsanker, Quaschner

Nimmt man die Ankündigungen von Ralf Rangnick, was die nahe Zukunft der Leipziger Kaderplanung und deren Überzeugungskraft auch für einen Marcel Sabitzer angeht, von vor zwei Wochen bei seiner Vorstellung als Trainer als Maßstab, geht es aktuell im RB-Transfersommer recht beschaulich zu. Wobei nach Selke, Orban und Gipson mit den Salzburgern Gulacsi, Ilsanker und Quaschner bereits die Neuzugänge Nummer 4 bis 6 verpflichtet wurden und man mit 20 Spielern (wenn man mal die ganzen Leihspieler, die formal zurückkehren, aber eine neue Leihheimat suchen, außer Acht lässt) schon sehr nah an der Zahl von 22 Feldspielern, die wieder mal als Ziel ausgegeben wurde, dran ist. Und da hat man Sabitzer oder Bruno noch nicht mal mitgerechnet. Es wird wohl auch auf Abgangsseite bei RB Leipzig in nächster Zeit noch Bewegung geben.

Für die erwartete Bewegung sorgte bereits Daniel Frahn, dessen Abgang trotz Vertrag bis 2016 schon seit Wochen beschlossen ist und bei dem nur noch die Frage war, welches Angebot aus dem ganzen Bündel an Möglichkeiten er wohl annehmen würde. Letztlich zog es ihn nicht in die große weite Welt, sondern ins beschaulich-bodenständige Heidenheim, wo vor ihm ja auch schon Sebastian Heidinger unterschrieben hatte. Im Gegensatz zum Außenverteidiger unterschrieb Frahn allerdings nicht nur für ein Jahr, sondern für zwei Spielzeiten.

Mit seiner Art und Weise, immer mit vollem Einsatz gegen den Ball zu arbeiten und vor dem Tor relativ zielsicher zu sein, dürfte Frahn ziemlich gut nach Heidenheim passen, wo ein recht aggressiver Fußball gespielt und man vor allem mit Schnatterer einen Vorbereiter hat, der mit einem, der seine Vorlagen veredelt, ziemlich gut können dürfte. Wobei es auch spannend wird, ob Frahn einen wie Niederlechner vergessen machen kann, der in seiner ganzen Art und Weise ein wesentlich kompletterer und flexibel verschiedenste Rollen ausfüllender Stürmer ist und eventuell mit der letzten Saison eine Erwartungshaltung hinterlässt (so er denn tatsächlich in die Bundesliga wechselt), die für einen Frahn gar nicht zu meistern ist.

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Presse 12.06.2015

Bereits morgen beginnt RB Leipzig wieder mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Zu Beginn stehen Leistunstests und Medizinchecks aller Art an. Am Montag folgt dann das erste richtige, öffentliche Training. Fehlen werden allerdings diverse (Nachwuchs-)Nationalspieler und Ralf Rangnick, der auch noch eine Woche Urlaub machen darf.

BILD berichtet, dass John-Patrick Strauß sich in den nächsten Wochen in der Sommervorbereitung bei RB Leipzig erst mal bei den Profis zeigen darf, bevor man entscheidet, wie man mit ihm weiterplant. Im selben Blatt darf Daniel Frahn erklären, warum er sich für Heidenheim entschieden hat („Kleiner Verein mit großen Zielen. Das reizt mich.“ „Mannschaft ist über Jahre gewachsen, kommt über den Zusammenhalt, es geht sehr familiär zu.“).

Die LVZ vermeldet, dass Physiotherapeut Alexander Sekora bei RB Leipzig bleibt und nicht mit Joshua Kimmich nach München geht. Zudem kehrt der RBLer der ersten Stunde Patrick Bick, der als Spieler unter Tomas Oral den Club verlassen musste, als Physiotherapeut zu seinem Ex-Club zurück. Zuletzt habe er bei Eintracht Braunschweig gearbeitet, nun soll er sich um die U23 kümmern.

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Presse 11.06.2015

Die Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal brachte RB Leipzig gestern den Drittligisten VfL Osnabrück als Gegner. Das Spiel an der Bremer Brücke wird zwischen dem 07. und 10.08.2015 stattfinden und ein Wiedersehen mit Ex-RBLer Tobias Willers und ein erneutes Aufeinandertreffen mit Trainer Maik Walpurgis (früher Lotte) mit sich bringen. Sportlich wartet eine schwere Aufgabe, bei der RB Leipzig als aufstiegswilliger Zweitligist aber natürlich Favorit ist.

In Osnabrück findet man, dass RB Leipzig „kein Traumlos“, aber eine „durchaus machbare Aufgabe“ ist und hofft, dass durch den polarisierenden Gegner das Stadion voll wird (Neue Osnabrücker Zeitung).

Offziell ist nun das Transferziel von Daniel Frahn, nachdem sein Abgang bei RB Leipzig bereits beschlossen war. Wie Sebastian Heidinger zieht es ihn zum 1.FC Heidenheim, wo er vermutlich den in die erste Bundesliga abwandernden Florian Niederlechner ersetzen soll. Frahn erhält erst mal einen Zweijahresvertrag und kann hoffen, dass ihm die Vorlagen eines Marc Schnatterer eine wesentlich bessere Torstatistik bescheren werden als in dieser Saison, als er als Stürmer lange in der Luft hing und später nicht mehr auflaufen durfte.

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Erstmalige Stolpergefahr

Nimmt man die Wünsche der hiesigen Blogbesucher ernst, dann dachten die (siehe Voting-Ergebnisse unten) vor der Auslosung der ersten Runde des DFB-Pokals vor allem an regionale Kontrahenten wie den Halleschen FC oder den BFC Dynamo oder den Chemnitzer FC oder Aue oder Jena und Teams mit speziellem Hintergrund wie die Sportfreunde Lotte, die man zwei Jahre nach dem Relegationserfolg gern noch mal besucht hätte oder St. Pauli, bei denen man gerade erst in der Liga abseits des sportlichen viel Spaß hatte oder die Stuttgarter Kickers, die sich offenbar in die Reihe derer einordnen, die ein Testspiel gegen RB Leipzig erst vereinbaren und dann wieder absagen oder Viktoria Köln, die mit Timo Röttger einen Spieler bei sich haben, der bei vielen RB-Anhängern noch in allerbester Erinnerung ist.

An den VfL Osnabrück dachte fast niemand. Im Sky-Deutsch hätte man von Zustimmung im nicht messbaren Bereich gesprochen. Auf einer Stufe mit Elversberg, Pirmasens und Bielefeld. Was vielleicht dadurch verständlich wird, dass Osnabrück sportlich keine leichte Aufgabe ist, die ein gewisses Potenzial des Scheiterns mit sich bringt, aber gleichzeitig bei einem Spiel bei einem Drittligisten erwartet wird, dass man dieses gewinnt.

Dass dies nicht so einfach wird, dafür steht schon der Trainer Maik Walpurgis, mit dem sich RB Leipzig einerseits in der Relegation 2013 gegen Lotte und in der Saison darauf in der dritten Liga gegen Osnabrück duelliert. Walpurgis steht für einen sehr aggressiven Fußballstil voller Emotionen, gegen den es meist schwer ist anzuspielen. Noch dazu, wenn man in Osnabrück an der Bremer Brücke in einem engen und sicherlich gut gefüllten Stadion antreten muss. Vor knapp zwei Jahren durfte RB Leipzig bei der 2:3-Niederlage schon mal erfahren, dass man dort auch mit einer guten Leistung verlieren kann, wenn denn das Publikum ins Spiel kommt und zum Faktor wird.

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Presse 10.06.2015

Heute Abend die Auslosung der ersten Runde des DFB-Pokals, die zwischen dem 07. und 10.08.2015 ausgetragen werden wird. RB Leipzig wird dabei im Profitopf vertreten sein und auf jeden Fall das erste Auswärtsspiel der DFB-Pokal-Vereinsgeschichte zugelost bekommen. Von Zweitligisten wie St. Pauli und 1860 bis hin zu Oberligisten wie dem FC Nöttingen ist die ganze Breite an möglichen Gegner vorhanden. Ausgelost wird im Anschluss an das Länderspiel zwischen Deutschland und den USA in der ARD, also ab irgendwann zwischen 22.45 und 23.00 Uhr.

Lustiges Freundschaftsspielspielchen Teil 97. Diesmal in der Hauptrolle die Stuttgarter Kickers, die laut LVZ das vereinbarte und zuletzt seitens des Präsidiums in einem öffentlichen Brief verteidigte Freundschaftsspiel gegen RB Leipzig nun offenbar doch wegen Unfriedens mit Teilen der Fans wieder absagen wollen.

Als zweiten Testspielgegner im Trainingslager neben dem FC Southampton benennt die LVZ Rubin Kasan. Gegen den russischen Erstligisten hatte RB Leipzig schon im November vergangenen Jahres in der Red Bull Arena getestet.

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Kaderrückblick RB Leipzig: 2.Liga 2014/2015 – Teil II

Weiter geht es mit der Saisonaufarbeitung. Diesmal mit Teil II der Betrachtungen zu den einzelnen Spielern des RB-Kaders. Nach den Torhütern und Verteidigern sind heute die Mittelfeldspieler und die Stürmer dran. Geordnet ist die Übersicht nach Positionen (Mittelfeld, Sturm) und innerhalb der Positionen nach Einsatzzeit.

Mittelfeld

Dominik Kaiser (26 Jahre, 33 Spiele, 2857 Minuten): Im dritten RB-Jahr in Folge die auffälligste Mittelfeldfigur. Nach allerlei Abgängen in den letzten zwei Jahren und der Degradierung von Hohender, Heidinger und Frahn auch praktisch die Ersatzkapitänsfigur. Spielerisch vielleicht nicht die größte Saison seit Kaiser bei RB Leipzig ist, aber nach der Winterpause oft mit positiver Ärmel-hoch-Mentalität. Der Zorniger-Abgang schien ihn in die Magengrube zu treffen. Nach kurzem Schütteln wollte er dann seine Fähigkeiten noch mal besonders stark zeigen. Sein Ausgleichstor in Braunschweig am 22. Spieltag, als eigentlich niemand mehr damit rechnete, war ein einziger Ausbruch verschiedenster Emotionen und wohl eines der Bilder der Saison. Kaiser war mit vier direkt verwandelten Freistößen der Toptorschütze der Liga, wenn es um ruhende Bälle ging. Insgesamt acht Treffer waren ziemlich famos. Mit fünf Torvorlagen ist Kaiser Spitzenreiter im Team. Allerdings blieb davon nur eine Vorbereitung für die Zeit seit dem Winter übrig, was das Kernproblem des Teams recht gut auf den Punkt bringt. Dominik Kaiser hat insgesamt eine ordentliche Spielzeit absolviert und ist vor allem seit der Winterpause stärker in eine Rolle gewachsen, in der er Kopf des Teams ist. Nach zwei Aufstiegen in Folge kann sich Kaiser in der kommenden Saison mal wieder ohne Ligensprung entwickeln. Wird spannend, ob der 26jährige noch einmal einen weiteren Schritt machen und das Team zum nächsten Leistungssprung mittragen kann.
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