Was von Spieltag 5 bleibt

Das ging dann doch mal fixer als erwartet. Vor dem fünften Spieltag konnte man davon ausgehen, dass die erste Länderspielpause der Saison von irgendeinem Clubverantwortlichen auch zu einem Trainerwechsel genutzt wird. Dass es gleich der Montagmorgen sein würde und dass es Union-Coach Norbert Düwel treffen würde, konnte man nicht unbedingt erwarten. Norbert Düwel ist mit seinen Unionern bei vier Punkten aus vier Spielen und angesichts des Saisonziels vorderes Tabellendrittel nicht sonderlich vernünftig in die Saison gestartet. Besonders schlecht war es allerdings auch nicht, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft nur zweimal verloren hat.

Merkwürdig war der Umgang seitens des Trainers mit der bisherigen Sieglosigkeit aber auch irgendwie. Ständig bemühte Düwel das Pech. Beim Spiel gegen RB Leipzig hatte er einen spielerisch guten Auftritt seines Teams gesehen, das genaugenommen spätestens in der zweiten Halbzeit nur noch den eigenen Strafraum absicherte. Und die geringe Punkteausbeute war lediglich Folge dessen, dass man nach lange guten Spielen in der Schlussphase immer noch Punkte abgegeben habe.

Wenn dem so wäre, wäre die Ablösung von Düwel natürlich unverständlich. Genaugenommen hatte Union im bisherigen Saisonverlauf aber beileibe nicht nur Pech. Faktisch war man neben Teams wie Paderborn und Duisburg eines der defensiv anfälligsten Teams der Liga. Keeper Daniel Haas ist im bisherigen Saisonverlauf der Torwart der Liga, der die meisten Schüsse abgewehrt hat (28). Und trotzdem haben nur fünf Teams noch mehr Tore kassiert als Union.

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Presse 01.09.2015

Gestern schloss in Deutschland das Transferfenster. Kurz vorher kletterte noch Marcel Halstenberg durch und wechselte vom FC St. Pauli zu RB Leipzig. Reichlich 3.000.000 bis 4.000.000 Euro soll Leipzig für den 23jährigen Linksverteidiger laut BILD abdrücken.

Auf der Abgangsseite konnte nach der Halstenberg-Verpflichtung noch Dmitri Skopintsev vermeldet werden. Der 18jährige kam vor erst knapp zwei Monaten aus Russland und wechselt nun nach Salzburg weiter, wo er einen Vierjahresvertrag unterschreibt und vorerst für ein Jahr zum FC Liefering weiterverliehen wird. Dass Skopintsev abgegeben und nicht nur verliehen wird, kommt durchaus ein wenig überraschend.

Die Mitteldeutsche Zeitung wartet derweil nicht auf Transfers, sondern auf den „Rangnick-Effekt“ und malt eine eher dürftige Bilanz der bisherigen Spielzeit bei RB Leipzig.

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Transfers: Halstenberg, Skopintsev

Erstaunlich spät ist man in dieser Saison dran bei RB Leipzig in Sachen Kaderkomplettierung. In den letzten Jahren war man am letzten Tag des offenen Transferfensters eigentlich immer Zuschauer. In dieser Saison hat man noch mal die Schatulle geöffnet und sich mit Marcel Halstenberg einen neuen Linksverteidiger gegönnt, der irgendwas ab 3 Millionen Euro aufwärts gekostet haben soll. Bei St. Pauli hätte man Halstenberg gern behalten, aber angesichts der Ablösesumme, die alles überstieg, was man bisher in der Sommerpause für Halstenberg aus verschiedenen Ecken geboten bekommen hat und angesichts nur noch eines Jahres Vertrags, konnte man am Ende nicht widerstehen, sich einen nicht unwesentlichen Teil des Saisonetats durch einen einzigen Spielerwechsel zu decken.

Aus RB-Sicht etwas erstaunlich, dass man noch mal tätig geworden ist. Vor gerade mal vier Wochen hatte Ralf Rangnick die Kaderplanung als „definitiv abgeschlossen“ bezeichnet und selbst Kaderveränderungen im Winter als nicht zwingend notwendig erachtet. Allerdings tätigte Rangnick die Aussage auch direkt im Anschluss an ein sehr gutes Spiel von Anthony Jung, mit dem er in den vier folgenden Pflichtspielen immer weniger zufrieden war und ihn zuletzt sogar in die U23 steckte, um Lukas Klostermann, vor ein paar Monaten noch zum Innenverteidiger erhoben, für ihn auflaufen zu lassen.

Es hat sicherlich sehr stark mit dem verschobenen Blick auf Anthony Jungs Leistungen zu tun, dass Rangnick seine Meinung über Neuverpflichtungen doch noch mal geändert hat (vielleicht hat Halstenbergs Berater zwischenzeitlich einfach auch noch mal ein neues Signal gesendet). Zumal hinter Anthony Jung als ‚richtiger‘ Außenverteidiger nur noch Dmitri Skopintsev zum Profikader gehörte. Der 18jährige Russe bringt sicherlich vieles mit und ist ein großes Talent, aber ein Herausforderer auf Augenhöhe für Jung war er dann leider doch noch nicht.

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Presse 31.08.2015

Drei Tage ist es schon her das Unentschieden von RB Leipzig bei Union Berlin. Ein Spiel, in das man sehr viel Aufwand steckte und praktisch über die gesamte Spielzeit und vor allem in der zweiten Hälfte das Spielgeschehen deutlich dominierte. Torchancen resultierten daraus aber kaum, sodass das Unentschieden angesichts des Aufwands eigentlich zu wenig ist, angesichts der Verteilung der wenigen klaren Chancen aber auch in Ordnung geht.

Sören Brandy hatte Union nach einer knappen halben Stunde nach einem Standard und völlig freistehend in Führung gebracht. Michael Parensen erzielte kurz vor Schluss per Eigentor, bei dem er vom eingewechselten Nils Quaschner unter Druck gesetzt wurde, das 1:1.

Reichlich 21.000 Zuschauer, darunter ungefähr 1.500 aus Leipzig wollten die Partie sehen. Auf Union-Seite allerlei Tapeten zu Mitbestimmung, Vereinsleben, Bewegung gegen RB und dem Taurin-Gehalt Leipziger Fußballemotion. Dazu 15 Minuten Schweigen am Anfang. Diesmal allerdings nicht schwarz gekleidet wie vor einem Jahr, sondern hauptsächlich rot.

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2.Bundesliga: 1.FC Union Berlin vs. RB Leipzig 1:1

Auswärtsspiel für RB Leipzig bei Union Berlin. Zum sowieso schon gern zum Kulturkampf hochstilisierten Duell kam noch hinzu, dass es für beide Teams nach durchwachsenem Start in die Saison auch sportlich schon um einiges ging. Für die einen um den ersten Saisonsieg und das Schritthalten mit der eigenen Erwartunghaltung an die Saison und für die anderen um den direkten Anschluss an die Spitzengruppe und die Frage, inwieweit man den eigenen Ansprüchen an das spielerische Auftreten gerecht werden kann. Erstaunlich, dass nach einem Spiel, in dem beide scharf auf drei Punkte waren, trotz der Punkteteilung wenig unzufriedene Stimmen zu vernehmen waren.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig mit einer sowohl zwangsweise als auch freiwillig runderneuerten Mannschaft. Stefan Ilsanker war wie schon letzte Woche gegen St. Pauli nach der Pause diesmal schon zu Beginn in die Innenverteidigung gerutscht, sodass nach dem kurzfristigen Ausfall von Dominik Kaiser (dem bisherigen Ilsanker-Mittelfeldpartner) Diego Demme und Rani Khedira ihr Saisondebüt in der Startelf feiern und zusammen die Doppelsechs bilden durften. Etwas was sie trotz fehlender Spielpraxis insgesamt ziemlich zufriedenstellend erledigten. Lukas Klostermann ersetzte zudem links hinten Anthony Jung, war aber nicht so gut ins Spiel eingebunden wie sein Vorgänger auf der Position. Und Yussuf Poulsen durfte anstelle von Emil Forsberg eine etwas tiefere Rolle rechts hinter Selke und dem als hängende Spitze ins Spiel gehenden Sabitzer spielen.

Während die Unionfans noch schwiegen, entwickelte sich auf dem Rasen von Beginn an ein Spiel, wie man es für die kommenden 90 Minuten sehen sollte. RB Leipzig versuchte sich in Dominanz und Spielkontrolle. Union überließ den Gästen den Ballbesitz zu großen Teilen und wartete aus einem knackigen Defensivverbund heraus, wie man ihn letzte Woche vor allem in der letzten halben Stunde beim TSV 1860 München einstudiert hatte, auf Möglichkeiten die Offensivkräfte mit langen Bällen einzusetzen.

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5.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Vier Spieltage sind vergangen. Nur noch einer fehlt bis zur Länderspielpause. Eine Pause, in der sich die Vereine sicherlich noch mal Zeit nehmen werden, genauer unter die Lupe zu nehmen, was bis dahin gut funktionierte und was bis dahin gar nicht funktionierte. Kommt man drauf, dass Dinge fundamental schief laufen, dürfte eine zweiwöchige Pause sehr gut dazu auserkoren sein, noch mal den Trainer zu wechseln. Letzte Saison erwischte es in der Länderspielpause, die damals schon nach dem vierten Spieltag kam, Aues Falko Götz, dessen null Punkte aus vier Spielen letztlich erheblich mit zum Auer Abstieg betrugen und St. Paulis Roland Vrabec.

In die aktuelle Saison sind mit Leipzig, Paderborn, Düsseldorf und Fürth vier Teams mit einem neuen Trainer gestartet. Wenn man so will, ist auch Tomas Oral in Frankfurt ein Neuling, da er in der vergangenen Saison erst vor dem letzten Spieltag verpflichtet wurde. Interessanterweise sind alle fünf Vereine auf unterschiedliche Art und Weise spielerisch und oder punktetechnisch durchwachsen in die Saison gestartet.

Insgesamt neun Trainer sind noch nicht länger als ein Jahr bei ihrem Team. Dieser Wert ist identisch mit dem Wert der Erstligakollegen. Und zeigt relativ deutlich, dass das Traineramt ein ganz schöner Durchlauferhitzer ist. Im Schnitt sind die 18 Trainer der zweiten Liga 22,4 Monate, also knapp zwei Jahre bei ihren Vereinen. Zieht man allerdings die beiden dienstältesten Trainer der obersten beiden Spielklassen Deutschlands, also Heidenheims Frank Schmidt und Braunschweigs Torsten Lieberknecht ab (jeweils mehr als sieben Jahre bei ihren Vereinen), dann sind die verbleibenden 16 Trainer im Schnitt nur noch seit knapp 14 Monaten im Amt. So richtig langfristiges Arbeiten sieht anders aus.

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Presse 27.08.2015

Morgen Abend der fünfte Spieltag in der zweiten Bundesliga. Auf RB Leipzig wartet das Auswärtsspiel bei Union Berlin. Die Ausfallliste für das Spiel relativ lang. Neu hinzugekommen ist unter der Woche bei RB Leipzig noch Kapitän Dominik Kaiser, der mit einem Magen-Darm-Virus flach liegt. Probleme bereitet vor allem die Innenverteidigung, in der zusätzlich zu den Langzeitverletzten Marvin Compper und Atinc Nukan auch noch Tim Sebastian ausfällt.

Nicht dabei auch die ebenfalls weiterhin verletzten Ken Gipson und Terrence Boyd. Wahrscheinlich nach Verletzung noch kein Thema ist zudem Stefan Hierländer. Heißt auch, dass nur noch 16 Feldspieler aus dem Profikader übrig bleiben und damit auch ein Patrick Strauß oder ein Dmitri Skopintsev mal in den Genuss einer Kadernominierung kommen dürften.

Wie sich das dann aufstellungstechnisch im Detail gestalten wird, ist schwer absehbar. In der Innenverteidigung werden Willi Orban und Lukas Klostermann oder Stefan Ilsanker auflaufen. Auf der Doppelsechs werden zwei aus dem Trio Rani Khedira, Diego Demme, Stefan Ilsanker auflaufen. Wobei eine Doppelsechs Khedira-Demme erstaunlich wäre, da beide zusammen in dieser Saison bisher auf lediglich zwei Einwechslungen und 14 Minuten Spielzeit kommen.

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Duell gegen den Fehlstart

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin (28.08.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick undStefan Ilsanker.]

Die Niederlage gegen St. Pauli ist kaum zu Ende analysiert, da geht es auch schon weiter mit dem Ligabetrieb. Dank kurzem Wechsel vom Sonntag auf den Freitag bleibt für RB Leipzig gar nicht lange Zeit, sich mit dem 0:1 aufzuhalten, sondern gilt es, sich schon wieder auf die kommende Aufgabe vorzubereiten. Eine Aufgabe, die für die RasenBallsportler bereits ein bisschen Druck mitbringt, weil man mit sieben Punkten aus fünf Spielen ordentlich zurechtgestutzt in die Länderspielpause gehen würde.

Aber auch für Union Berlin ist im Spiel gegen RB Leipzig der Druck einigermaßen hoch. Denn mit nur drei Punkten aus vier Spielen und noch keinem Sieg ist man ziemlich durchwachsen in die Saison gestartet. Zumal in eine Saison, an deren Ende man unter den ersten sechs Mannschaften der Liga stehen wollte. Wobei Union interessanterweise in drei der bisher vier Ligaspiele und auch im DFB-Pokal jeweils führte und doch nie gewann (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Für ein Team, das letzte Saison noch darauf spezialisiert war, Rückstände umzudrehen, sicherlich eine erstaunliche Entwicklung.

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Presse 26.08.2015

Während Constantin Eckner die Niederlage von RB Leipzig gegen St. Pauli noch mal unter taktischen Gesichtspunkten unter die Lupe nimmt und die RB-Fans den Saisonauftakt bilanzieren, wirft das Spiel bei Union Berlin seine Schatten voraus. Weiter ein Thema dabei, dass Union-Fans zum viertelstündigen Schweigen aufrufen.

Union-Präsident Dirk Zingler unterstützt seine Fans dabei „zu 100%“. Ok findet er es, dass RB Leipzig viel mehr Geld hat als Union (um im nächsten Satz doch die Angst der „Leute“ zu teilen, „dass der Fußball irgendwann nur noch von Geld geprägt wird“), ihm gehe es vielmehr darum, dass „Fußball seit jeher in der Gesellschaft immer mehr als nur der sportliche Wettbewerb“ war. Was Zingler offenbar durch RB Leipzig gefährdet sieht. Was wiederum sein gutes Recht ist, aber auch eine recht abstrakte Außenperspektive einnimmt.

Der Schluss von fehlender Mitgliedermitbestimmung auf das Fehlen von „Gemeinschaft, gesellschaftlicher Verantwortung, Partizipation, also von einer gewissen Kultur“ könnte nämlich auch ein schlichter Fehlschluss sein (zumindest wenn man nicht versucht Leipzig und Union, sondern sagen wir Leipzig und Braunschweig zu vergleichen und sich die Einbettung von Fans und Verein in städtischen Alltag und gesellschaftliche Verantwortung ohne Scheuklappen anschaut). Mal ganz davon abgesehen, ob man Zinglers Wertvorgabe einer Fußballkultur, die sich nicht nur auf den sportlichen Wettbewerb reduziert, überhaupt teilt.

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Was von Spieltag 4 bleibt

Spieltag Nummer 4. Die Liga und ihr Tabellenbild grooven sich langsam ein. Mit nur einem Punkt aus den ersten vier Spielen herauszukommen, ist immer noch nicht der Killer aller Saisonträume, aber langsam dann doch schon Ausdruck der sportlichen Gesamtlage beim jeweiligen Club.

Das mag für ein heimlich (oder auch weniger heimlich) jede Saison von oben träumendem Team wie Fortuna Düsseldorf ein wenig depremierend sein. Aber genaugenommen geht es in der neuen Saison nur so weiter, wie es in der alten Saison nach der Winterpause auch schon lief. Nur 14 Punkte aus 19 Spielen im Jahr 2015 ist die Bilanz eines (abgeschlagenen) Absteigers. Falls man nicht ersthaft über die dritte Liga nachdenken will, sollte man langsam die Kurve kriegen.

Noch prekärer ist die Situation trotz gleicher Punktzahl in Duisburg. Weil man personell natürlich nicht über die Düsseldorfer Kaderqualitäten verfügt, um einen Umschwung auf diesem Wege herbeizuführen. Müsste man es also spielerisch bzw. mannschaftstaktisch kompensieren. Doch auf dieser Ebene blieb man auch in Karlsruhe hoffnungslos unterlegen. 4:12 Torschüsse von innerhalb des Strafraums. Vielleicht holt man mit so einer Bilanz auch mal einen glücklichen Sieg, aber im Normalfall ist da wenig zu holen.

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