Kippende Stimmung

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim FC Schalke 04 (23.04.2017, 17.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl.]

Es war schon deutlich überraschend, dass beim Hinspiel RB Leipzig den FC Schalke 04 mit 13 Punkten Vorsprung empfing. 17 Spiele später sind es sogar 24 Punkte und das Staunen darüber ist immer noch dasselbe. Was den Stand der Dinge beim RasenBallsport genauso betrifft wie die Dinge, die den Verein aus dem Ruhrpott angeht.

Man kann sich natürlich immer die ‚Was wäre gewesen, wenn..‘-Frage stellen. Und wenn der FC Schalke 04 zu Beginn der Saison nicht fünf Spiele am Stück verloren, sondern so wie in den folgenden 24 Spielen gepunktet hätte, dann stünde man jetzt mit 45 Punkten auf Platz 5 (wenn man das so einfach rechnen könnte). Und jeder würde die Saison wohl als halbwegs ordentlich wegstecken und nicht weiter drüber nachdenken.

Lange war die (auch mediale) Stimmung rund um Schalke 04 trotz mittelmäßigem Saisonverlauf auch relativ entspannt. Der Umbruch zu neuem Sportchef Heidel und neuem Trainer Weinzierl bekam einen ordentlichen Vertrauensvorschuss. Aufsichtsratschef Tönnies hielt öffentlich die Füße still. Und die Fans akzeptierten vielleicht auch wegen eines positiven Verlaufs der Europa-League-Saison manch Rückschlag in der Bundesliga.

Diese vergleichsweise ruhige Schalke-Welt begann vor allem in jüngerer Vergangenheit wieder mehr zu brodeln. Die Niederlage in Amsterdam und vor allem die völlig überflüssige Niederlage in letzter Minute in Darmstadt brachten eine neue Dynamik in die Sache. Tönnies gab sein erstes großes Interview, in dem er seine (verständliche) Unzufriedenheit ausdrückte, der Blätterwald stellt in Teilen das Duo Heidel/ Weinzierl erstmals ernsthafter in Frage. Und auf Ebene der sportlichen Führung schießt man sich auf Mentalitätsprobleme in der Mannschaft ein und wirft ihr vor, die taktischen Vorgaben nicht umzusetzen. Wobei die Frage ja wäre (wenn man die Geschichte von einer Mannschaft, die bei der Vorbereitung auf Spiele nicht gut genug zuhört, als gegeben hinnimmt), ob es dann nur das Problem des Teams ist oder ob es da nicht auch noch andere problematische Vermittlungsebenen gibt.

Fakt ist, Schalke 04 könnte in dieser Saison mit nur wenigen Punkten mehr wesentlich besser da stehen und entspannter in die Zukunft blicken. Fakt ist aber auch, dass Tabellenplatz 11 nach 30 Spieltagen nicht nur Pech oder einem ungünstigen Saisonverlauf zuzuschreiben ist. Denn auch in der Rückrundentabelle liegt man mit vier Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen nur im Mittelfeld der Bundesliga. Den entscheidenden Sprung nach vorn hat das Team in seiner Entwicklung vor allem in Sachen Konstanz nicht nehmen können.

Wobei man sich manchmal beim Betrachten von Schalke-Spielen auch ein wenig fragt, wohin die Entwicklung überhaupt geht. Von der Fünfer- bzw. Dreierkette ist man in der Rückrunde wieder abgekehrt und spielt nun erneut eine Viererkette. Und ein System, bei dem man sich vor allem bei Ballbesitz manchmal fragt, worauf das hinauslaufen soll. Wobei dies vor allem für Auswärtsspiele gilt, in denen man das Spiel machen muss und sich sichtbar schwer tut, Lösungen zu finden. Nur acht Tore aus dem normalen Spiel heraus hat man in der Fremde erzielt. Kontertore spielen dort kaum eine Rolle. Für nur zehn Punkte und zwei Siege reichte das.

Im Gegensatz dazu steht man in Heimspielen trotz vier Niederlagen recht gut da. Ins Jahr 2017 startete man zwar mit einer knappen Niederlage gegen Frankfurt, danach gewann man allerdings dreimal recht klar gegen Hertha, Augsburg und Wolfsburg und holte Unentschieden gegen die Topteams aus Hoffenheim und Dortmund. Lediglich vier Gegentore kassierte man in den Spielen. Die 27 Tore, die Schalke bisher in 15 Heimspielen schoss, werden nur von den vier Teams, die in der Bundesliga auf Champions-League-Kurs liegen, getoppt.

Zudem haben nur Dortmund und München in Heimspielen mehr Tore aus dem normalen Spiel heraus erzielt. Kein Team der Bundesliga kontert in Heimspielen besser als der FC Schalke 04. Man schafft es in heimischer Umgebung offenbar oft recht gut, die Wucht, die die Mannschaft fußballerisch und physisch durchaus hat, auf den Platz zu bringen.

Dabei ist (im Querschnitt der Saison gesehen, das gilt sicher nicht für jedes Spiel per se) das Verteidigen die Basis des erfolgreichen Spiels. Man hat in 15 Heimspielen nur sechs Gegentore aus dem normalen Spiel heraus zugelassen. Damit gehört man zum Topdrittel der Bundesliga. Und darauf aufbauend gelingt es dann doch auch immer wieder, aus dem Umkehrspiel heraus, den Gegner in Verlegenheit zu bringen.

Wichtig dabei weiterhin bei Schalke die Flügelpositionen. Kein Team der Liga greift weniger über die Mitte an als Schalke 04. Was auch dazu führt, dass man hinter den Bayern die meisten Flanken aller Bundesligisten schlägt. Wobei die Umstellung auf eine Viererkette zwar nominell dazu führt, dass man mehr Personal auf den Flügeln hat. Allerdings müssen Spieler wie Schöpf oder Kolasinac nun statt der Außenposition in einer Fünferkette entweder richtige Außenverteidiger oder die offensive Position davor spielen. Gerade Dauerläufer Schöpf (aber auch Kolasinac) schien die Mischform in einer Fünferkette viel besser auf den Leib geschneidert zu sein als die Positionen in einem System mit Viererkette.

Ein flügelorientiertes Spiel braucht dann in der Mitte aber auch jemanden, der die Bälle verwertet. Auch das eines der Probleme der Saison. Huntelaar und di Santo kommen als Mittelstürmer zusammen auf ein Tor, waren aber auch viel verletzt. Neuzugang und Hoffnungsträger Embolo verletzte sich früh in der Saison sehr schwer. Und Neuzugang Guido Burgstaller, den RB Leipzig ja noch aus den letzten beiden Spielzeiten in der zweiten Liga und von zwei Gegentoren in drei Spielen kennt, macht seine Sache mit bereits sechs Toren (alle in Heimspielen!) in nur 13 Spielen seit der Winterpause enorm gut, ist aber eigentlich auch eher ein zweiter Stürmer, der gern auf die Flügel ausweicht und sich dort durchwühlt und ist nur am zweitliebsten alleiniger zentraler Stürmer. Was man auch immer wieder daran sieht, dass er nach außen ausweicht, dann aber ein Abnehmer in der Mitte fehlt.

So ganz funktioniert das Schalker Spiels also noch nicht. Nicht aus dem Spiel mit dem Ball heraus und nicht beim Spiel in die Spitze hinein. Dazu fehlt es vielleicht bei der Kaderzusammenstellung an ein, zwei perfekt passenden Akteuren. Und dazu fehlt es vielleicht auch ein wenig an der ruhigen Hand, aus einem System heraus zu einem guten Ergebnis zu kommen und sich dann weiterzuentwickeln.

Das 5-2-2-1 bzw. 3-4-2-1 schien eigentlich zwischenzeitlich eine ganz gute Idee, um aus dem Ballbesitz heraus auch defensiv stabil zu bleiben und nicht anfällig für schnelles Umkehrspiel zu sein. Bentaleb und Goretzka, die an guten Tagen eine der spektakulärsten zentralen Mittelfeldbesetzungen der Liga sein können, schienen in dem System ganz gut abgesichert. Auf den Außenbahnen hatte man mit Schöpf und der Maschine Kolasinac eine sehr gut Mischung aus Physis und Offensivqualität. Aber halt keinen richtigen Knipser.

Nun hat man wieder ein 4-2-3-1 (was der dünn besetzten Innenverteidigerposition entgegenkommt), aus dem heraus man die Außenbahnen überladen kann. In dem aber auch viel Fokus auf Max Meyer liegt, wenn der auf der Zehn die Fäden ziehen soll. Was ihm mal besser und mal schlechter gelingt (wobei er auch erst 21 ist). Wenn Meyer Unterstützung von Bentaleb oder Goretzka bekommt und gut eingebunden ist, sieht er gut aus. Wenn dahinter Geis oder Stambouli spielen, von denen vor allem letzterer zuletzt nicht sonderlich gut aussah, dann kann es für einen Meyer auch schon mal recht einsam werden in Sachen Einbindung.

Anfällig im 4-2-3-1 im defensiven Umkehrspiel dann eben auch die zentrale Verteidigung. Gelegentlich sind die Abstände bei offensivem Ballverlust recht groß, weil die Verteidiger nicht so weit aufrücken. Sodass man erst mal eine gute Möglichkeit hat, den Ball in einen recht offenen Raum nach vorn zu bewegen und dann mit Geschwindigkeit auf Badstuber, Höwedes, Nastasic und Co zuzulaufen. Nicht unbedingt das, was sie besonders gern mögen.

Interessant vielleicht noch, dass Schalke die Mannschaft ist, bei der die wenigsten Standardtore fallen. Vier eigene Tore nach Standards sind schlechtester Wert der Bundesliga. Vier Gegentore nach Standards sind zweitbester Wert der Liga (wobei das nach einem schlecht verteidigten Standard wie dem in der Nachspielzeit in Darmstadt, der zur Niederlage führte, auch ein bisschen ironisch klingt).

Interessant vielleicht auch, dass es nur bei Spielen des FC Augsburg weniger Torchancen gibt als bei Spielen von Schalke 04. Nur Leipzig und Bayern lassen weniger Chancen zu als Schalke. Nur fünf Teams spielen sich weniger Chancen heraus. Wobei ein relativ hoher Anteil an den zugelassenen Chancen dann gleich Großchancen sind. Und wenn man selbst vor dem gegnerischen Tor aktiv wird, schließt man überdurchschnittlich oft von innerhalb des Strafraums ab. Was zusammengenommen eben dafür spricht, dass man im defensiven Umkehrspiel manchmal zu langsam ist (wobei das vor allem auch zu Saisonbeginn ein Problem war) und man offensiv zwar eher selten in Position kommt, aber wenn dann die eigene Wucht und Qualität zu guten Abschlüssen in Tornähe führt.

Entsprechend hat Schalke 04 auch die viertbeste Balance zwischen abgegebenen und zugelassenen Schüssen aufs Tor (was sich ansatzweise auch in der Tordifferenz von +4 widerspiegelt). Also einen absoluten Topwert. Was dafür spricht, dass die Mannschaft bereits relativ viel hat, was sie zu einer erfolgreichen machen könnte. Dass aber Details (defensives Umkehrspiel, Spiel aus dem Ballbesitz heraus) bisher trotzdem dazu führen, dass man tabellarisch nur ein simples Durchschnittsteam ist.

Wie Schalke gegen Leipzig aufläuft, ist aktuell noch ziemlich unklar. Was auch am Europa-League-Spiel gestern gegen Ajax Amsterdam liegt. Schon vorher waren diverse Spieler angeschlagen. Wie es mit denen nach diesem wahnsinnigen Fight gestern weitergeht, wird man wohl nicht vor Samstag wissen. Klar ist derzeit nur, dass die langzeitverletzten Naldo, Baba und Embolo und der gesperrte Kehrer fehlen. Nastasic könnte dagegen nach abgesessener Gelbsperre wieder zurückkehren. Goretzka dürfte dagegen mit Gehirnerschütterung ausfallen.

Es ist das vorletzte Heimspiel der Schalker in der Bundsliga. Wollen sie noch mal die Europa-League-Plätze angreifen, dann brauchen sie eigentlich fast zwingend einen Sieg. Drei Tage nach dem Spiel gegen Ajax Amsterdam auch nicht ganz einfach. Auch fraglich, ob man so wie sonst üblich eine gute Laufleistung auf den Rasen zaubern kann am Ende dreier englischer Wochen.

RB Leipzig hat es da in dieser Woche durchaus sehr viel einfacher. Verletzte Spieler waren bis auf den Langzeitausfall Klostermann nicht zu beklagen. Zwischen Spiel gegen Freiburg und nun auf Schalke liegen acht Tage, sodass sogar Zeit für zwei freie Tage blieb. Fast schon zu ruhig die Vorbereitung auf das Schalke-Spiel.

Für Ralph Hasenhüttl heißt es, dass er für den 30. Spieltag die Qual der Wahl hat. Orban dürfte wieder für Upamecano in die Mannschaft rücken. Werner bei seinem vermutlich lautstarken Erstkontakt mit dem Schalke-Anhang nach der Schwalbe im Hinspiel und Poulsen sollten gesetzt sein. Demme, Forsberg und Keita auch. Bleiben zwei Fragen. Wer besetzt die Außenpositionen? Halstenberg und Bernardo wären naheliegend. Halstenberg und Ilsanker wären gegen die starken Schalke-Außenbahnen aber auch möglich. Spielt Ilsanker nicht hinten rechts, stellt sich die Frage, ob er wieder auf die Bank muss oder ob er auf die Doppelsechs darf und Keita dafür eine Position nach vorn rutscht und Sabitzer auf die Bank muss. Egal wie, irgendjemand, den man nicht so gern auf die Bank setzt, muss genau dort hin.

Mögliche Aufstellungen:

  • Schalke 04: Fährmann – Coke, Höwedes, Nastasic, Kolasinac (Aogo) – Geis, Bentaleb (Stambouli) – Schöpf (Caligiuri), Meyer, Choupo-Moting (Konoplyanka) – Burgstaller
  • RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo (Ilsanker), Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Keita (Ilsanker) – Sabitzer (Keita), Forsberg – Werner, Poulsen

Fazit: Vor dem Spiel von Schalke gegen Leipzig ist wohl die entscheidende Frage, ob man den Gastgeber in seiner spektakulären Variante oder eher in einer ausgelaugten Variante zu sehen bekommt. Die Heimbilanz der letzten Wochen verweist auf eine sehr schwere Aufgabe für RB, gerade weil Schalke auf die eigenen Stärken im Umkehrspiel auch über die Flügel setzen kann. Ob Schalke am Ende der dritten englischen Woche und dem bitteren Ausscheiden in der Europa League nach Verlängerung auch noch Kraft, Psyche und Power mitbringt, dieses sehr wichtige Bundesligaspiel erfolgreich zu gestalten, wird man dann am Sonntag sehen. Es könnte ein Befreiungsschlag genauso wie der endgültige Fall in die Saisondepression herauskommen.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC Schalke 04 nicht vor Ort verfolgen kann und am 23.04.2017, ab 17.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Schalke 04

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Auch diesmal wieder auskunftsfreudig bei der Pressekonferenz: Ralph Hasenhüttl. Foto: GEPA Pictures - Sven Sonntag
Foto: GEPA Pictures – Sven Sonntag

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim FC Schalke 04. Mit Ralph Hasenhüttl.

13.16

So, dann sind wir also schon wieder bereit für ein neues Abenteuer. Auswärtsspiel beim FC Schalke 04. 60.000 Zuschauer. Viel Hitzigkeit, nicht zuletzt wegen des zu erwartenden Empfangs für Timo Werner. Eine der besten Heimmannschaften der Liga in den letzten Wochen. Ordentliche Herausforderung.

13.19

Entgegen kommt den RasenBallsportlern, dass Schalke gestern einen Wahnsinnsfight inklusive bitterem Ausscheiden in der Europa League über 120 Minuten hinter sich hat. Ob man physisch und psychisch in der Lage ist, am Sonntag noch mal eine ähnliche Energieleistung wie in der zweiten Halbzeit abzurufen, ist die interessante Frage. Dazu kämpft Schalke mit diversen Ausfällen. Und ob nach dem Ajax-Spiel gestern noch mehr Ausfälle dazu kommen, ist noch eine völlig offene Frage. Bzw. dürfte bei Goretzka ziemlich klar sein, dass er mit seiner Gehirnerschütterung nicht auf dem Platz stehen wird. Wobei man ihn gestern nach der Halbzeit mit der Verletzung ja auch wieder aufs Feld geschickt hat..

13.27

Zwei Siege sind es für RB rechnerisch noch bis zur direkten Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League. In Abhängigkeit der Ergebnisse von Hoffenheim und Dortmund (wenn beide verlieren), dann würde auch schon ein Sieg reichen. Mal sehen, was die Konstellation am Sonntagabend sein wird.

13.33

Ralph Hasenhüttl: Alle sind einsatzfähig. Upamecano und Poulsen heute geschont. „Letzte zwei Tage sehr intensiv gearbeitet. Jungs machen frischen Eindruck. Selbstvertrauen ist wieder da. Habe die Qual der Wahl auf vielen Positionen.“ Man merkt der Mannschaft an, dass entscheidende Saisonphase anbricht. Lukas Klostermann fehlt natürlich weiter.

Zu Schalke gestern: „Treten zu Hause ganz anders auf als auswärts. Werden von den Zuschauern gepusht. Sind anders präsent. Waren gestern kurz vor der Sensation.“ Ende des Spiels gegen Ajax spiegelt Saison wieder. Viel Aufwand, aber Erfolg bleibt aus. „Wird ein ganz schweres Spiel.“

13.37

Ob Orban zurückkehrt ins Team, ist noch unklar. Upamecano als Option, weil zuletzt gut. Auch Ilsanker eine Option. Compper sowieso. „Bisschen was probiert in den letzten Einheiten. Entscheidung fällt kurzfristig.“

Schwer zu sagen, was das Ergebnis gestern für Auswirkungen hat. Kann man aus unterschiedlichen Perspektiven sehen. Schalke braucht noch Punkte, um sich aus dem Abstiegskampf zu verabschieden. „Sehr wichtiges Spiel für Schalke, aber für uns auch.“

„Wir hatten schon mit Mannschaften zu tun, die unter der Woche gespielt haben und man hat es ihnen nicht angemerkt. Sind manche Mannschaften gewohnt. Kader von Schalke ist auf Doppelbelastung ausgelegt. Viel Qualität in der Hinterhand. Wird eine schlagkräftige Mannschaft auf uns warten. Lautstarkes Stadion. Schwer zu coachen. Aber wir haben vor nichts Angst und freuen uns auf solche Spiele. Können auch unter diesen Ausgangsbedingungen bestehen.“

13.39

Zu Werner: „Wichtig ist, dass er spielen kann. Hatte ja vier gelbe Karten. Wenn er sich das Spiel auf Schalke nicht zugetraut hätte, hätte er sich die fünfte Karte holen können. Hat er aber nicht. Wir stellen uns Herausforderungen. Ist für mich kein großes Thema. Werner ist für unser Spiel eine Waffe. Sache aus dem Hinspiel müssen wir nicht wegdiskutieren.“ Seitdem viele Schwalben, über die nicht so viel diskutiert wurde. „Werner ist durch die Erfahrung reifer geworden. Kann zeigen, dass er sportlich nicht zu stoppen ist. Bin überzeugt, dass Werner eine Topleistung zeigen wird.“

Poulsen heute aus dem Training rausgenommen, weil viel Belastung nach der Verletzung. „Aber keine Sorge fürs Wochenende. Wird spielen.“ Auszeit wegen Belastungssteuerung.

13.42

Hasenhüttl ist froh, dass der BVB-Busbomber gefasst wurde. Egal, wie der Anschlag motiviert war.

Zum Ausscheiden der deutschen Mannschaften in Europa. „Fand es nicht so dramatisch, wie es medial gemacht wurde. Die Begegnungen waren nicht einfach zu spielen. Gegen Real auszuscheiden, ist für Bayern keine Schande.“ Schwierige Schiedsrichterentscheidungen passieren anderen Mannschaften öfters als den Bayern. „Können aber stolz sein auf ihre Leistung.“ Dortmund nach den Vorereignissen nicht zu bewerten. Schalke mit gutem Rückspiel. „Man muss nicht den deutschen Fußball in Frage stellen deswegen.“ „Falls wir nächstes Jahr zu diesem Zeitpunkt in Europa noch dabei sind, das würde ich sofort unterschreiben.“

13.46

Hasenhüttl zur Bayernjagd: Extrem geringe Wahrscheinlichkeit, dass Bayern drei Spiele verliert und man selbst alles gewinnt. Man schaut nur auf Platz 2. „Bayern interessiert mich gerade überhaupt nicht.“ Hofft auf ein tolles Fußballspiel auf Schalke mit dem „richtigen Ergebnis“.

Niemand hätte (auch bei den beiden Vereien) vor der Saison damit gerechnet, dass Hoffenheim und Leipzig in der Bundesliga in die Phalanx der Spitzenteams eindringen können. „Wir spielen mit vielen Spielern, die letzte Saison noch zweite Liga gespielt haben. Dass wir so konstant spielen, ist märchenhaft. Werden die Saison nicht so schnell vergessen.“

Zu Palacios und seinen vielen Toren in der Regionalliga zuletzt: „Tolle Entwicklung des Burschen. Haben uns sehr gefreut, dass ihn die Einsätze oben gepusht haben. Verspricht uns für die Zukunft eine Alternative, mit der wir gar nicht gerechnet haben.“ Im Sommer überlegen, wie es für die kommende Saison und Richtung Bundesliga weitergeht. Ist aber noch nichts entschieden.

13.50

Hasenhüttl: Keine besonderen Vorkehrungen nach der Dortmund-Bombe. Man müsse normal weiterleben. Man lebe sowieso schon in einer Parallelwelt im Profifußball. Letzte Woche im Bus trotzdem ein „mulmiges“ Gefühl. „Werden mit der Bedrohung leben müssen und können die Dinge ganz gut verarbeiten.“

Zum öffentlichen Training und vielen Fans dort: „Sehe es sehr gern, wenn wir von vielen Fans im Training begleitet werden.“ Nicht immer möglich. Über Sicherheitsfragen dabei noch keine Gedanken gemacht. Möglich, dass man Zuschauer künftig kontrollieren muss beim Trainingsbesuch. „Tolle Entwicklung“, dass die Tribüne beim Training voll ist. „Zeichen von Anerkennung, dass sich die Jungs verdient haben.“ „Gehen den gemeinsamen Weg hoffentlich noch lange und erfolgreich.“ Mache es auch bei eventuellen künftigen schweren Zeiten einfacher.

13.54

Zu Burgstaller: War in Ingolstadt mal auf dem Zettel. Ansonsten keine Berührungspunkte. Nicht verwundert, dass er auf Schalke sofort eingeschlagen hat. „Viele Kritiker aber überrascht. Freue mich für ihn.“ Soll aber erst nach dem RB-Spiel wieder treffen.

Amsterdam-Saison relativiert auch das 1:5von RB  im Testspiel gegen Ajax im Winter. Ajax damals voll im Saft, man selbst mit schweren Beinen. „Beeindruckende Qualität auf dem Platz.“ Wird für RB eine Herausforderung, wenn man künftig europäisch (EL oder CL) spielt. „Werden Deutschland hoffentlich würdig vertreten.“

Ajax sehr hoch angreifend gestern. „Ähnelt manchmal unserem Spielstil.“ Ob man selbst so hoch angreift auf Schalke, will Hasenhüttl noch nicht sagen. Man sei da variabel mit seiner vordersten Pressinglinie.

13.56

Hasenhüttl mit viel Wertschätzung für Demme. „Spieler, die viel laufen können, genießen eine besondere Wertschätzung bei mir. Hat aber auch fußballerisch eine tolle Entwicklung genommen. Zeigt, was möglich ist, auch wenn man nicht mit dem größten Talent gesegnet ist. Sehe bei ihm fußballerisch noch keine Limits. Lernt noch viel in seiner Positionierung mit Ball. Wenn er jetzt noch Tore schießt, macht es ihn noch kompletter. Kann so positiv mit ihm gern weitergehen.“

14.05

Das war es von hier. Ralph Hasenhüttl freut sich auf das Schalke-Spiel und kündigt einen Timo Werner in Topform an. Man wird sehen, wie frei der Stürmer sich vom Umfeld dann tatsächlich machen kann. Zwei Tage noch. Genießt die Zeit und das Wochenende und dann das Spiel. Bis dahin.

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