2.Bundesliga: RB Leipzig vs. SV Sandhausen 0:1

Der Tabellenzweite gegen das schlechteste Team der Rückrunde. RB Leipzig gegen Sandhausen. 20 Punkte mehr holte RB zwischen dem 18. und 29.Spieltag. Bei nur 36 zu vergebenen Punkten. Das sollte eigentlich im direkten Aufeinandertreffen auf eine klare Sache hinauslaufen. Am Ende lief es in die komplett entgegengesetzte Richtung und der SV Sandhausen holte sich den ersten Auswärtssieg nach sechs erfolglosen Anläufen in der Fremde und den dritten Sieg der Rückrunde (alle drei Spiele endeten 1:0).

RB Leipzig startete wie erwartet mit Anthony Jung auf der Linksverteidigerposition für den gesperrten Marcel Halstenberg. Stefan Ilsanker durfte auf der Sechs für Diego Demme starten. Und im Sturm begann Davie Selke neben Yussuf Poulsen, sodass Massimo Bruno auf der Bank Platz nahm. In der Formation ergab das ein 4-2-2-2, das gegen den Ball mit einem zentral etwas tiefer agierenden Poulsen eher ein 4-2-3-1 war.

Der SV Sandhausen auf der anderen Seite ersetzte die gelbgesperrten Tim Kister und Philipp Klingmann wie erwartet mit Seyi Olajengbesi und Marco Thiede. Nicht ganz so erwartet dagegen, dass Andrew Wooten und Denis Linsmayer auch aus der Startformation flogen und durch den sehr aktiven Thomas Pledl und Damian Roßbach ersetzt wurden. Änderte nichts daran, dass man sich im 4-4-2 organisierte.

Dass die Aufgabe gegen den SV Sandhausen nicht einfach werden würde, sollte bereits nach knapp drei Minuten klar werden, als Thomas Pledl sich rechts in Szene setzte und den Ball nach innen brachte, wo Bouhaddouz nur ganz knapp an der sicheren Führung vorbeischlitterte.

RB Leipzig versuchte sich nach dieser anfänglichen Zittereinlage darin, das Spiel an sich zu reißen. Und hatte entsprechend auch einigen Ballbesitz. Der nicht immer so recht produktiv wurde. Denn der SV Sandhausen agierte defensiv sehr clever. Die beiden Stürmer standen recht eng beieinander und banden praktisch komplett die Möglichkeiten der Innenverteidiger die Spieleröffnung in die Tiefe oder über einen zurückfallenden Sechser zu wählen.

Die Folge war, dass Compper und Orban 20 Meter in der eigenen Hälfte den Ball hatten, wo sie und meist Ilsanker sich Vollmann und Bouhaddouz gegenübersahen und nun überlegen mussten, wie der Ball nach vorn kommt. Sinnvolle Lösungen kamen dabei nicht so richtig häufig heraus, weil zwischen ihnen und den Offensivspielern meist ein Loch von 30 Metern war, das sich schlecht bespielen ließ. Sprich, die Verbindung zwischen Spielaufbau und Offensivspielern war oft schlicht nicht vorhanden, sodass die Folge auch einige lange Bälle waren, bei denen vor allem Davie Selke gegen die Sandhäuser Defensive nicht immer so richtig gut aussah.

Dazu kam ein sehr aggressives Stören seitens der Sandhäuser Defensive, wenn denn der Ball mal über die Mittellinie kam. Sprich, der ballführende oder angespielte RB-Spieler hatte kaum mal eine Sekunde Zeit, den Ball zu verarbeiten und die nächste Idee umzusetzen. Was zu allerlei Ballverlusten führte. Aus denen heraus Sandhausen durchaus gute Offensivsituationen kreieren konnte.

Bei denen man aber auch sah, dass das Problem des SV Sandhausen in den letzten Wochen vor allem das Agieren im vordersten Spielfelddrittel und speziell im gegnerischen Strafraum war. Denn aus einigen vielversprechenden Situationen entstand genaugenommen bis zur Pause keine konkrete Torgefahr mehr. Lediglich bei einem Vollmann-Freistoß kam der Ball dem Tor noch mal gefährlich nah.

Auf der anderen Seite machte RB Leipzig aufgrund des seltsamen Lochs zwischen den Mannschaftsteilen kein allzu gutes Spiel, hatte zwischenzeitlich aber doch ein paar gute Offensivaktionen. Poulsen scheiterte nach schöner Klostermann-Vorarbeit aus kürzester Distanz an Gäste-Keeper Marco Knaller. Selke versuchte später einen Ball anzunehmen, anstatt ihn aus zehn Meter direkt aufs Tor zu köpfen. Orban köpfte nach Ecke drüber und Kaiser scheiterte mit einem Freistoß an Knaller. Es waren durchaus ein paar gute Gelegenheiten für RB Leipzig dabei. Ganz egal, wie gut das Sandhausen runterspielte. Ganz egal, wie wenig Ideen RB Leipzig dagegen fand.

Gegen den SV Sandhausen immer wieder einen Schritt zu spät - Marvin Compper und Lukas Klostermann begleiten Aziz Bouhaddouz bei der Arbeit | GEPA Pictures - Kerstin Kummer

Insgesamt passte das 0:0 zur Pause aber, weil Sandhausen gut verteidigte und offensiv durchaus Gefahr ausstrahlte und RB Leipzig zu wenig Ideen mitbrachte, um Sandhausen mal über einen längeren Zeitraum unter Druck zu setzen.

In der zweiten Halbzeit ging es überwiegend so weiter wie in der ersten, außer dass der Gast mit zunehmender Spielzeit immer tiefer am eigenen Strafraum verteidigte. Sandhausen versuchte den Spielaufbau von RB zu unterbinden, machte das Spielfeld klein (was man unter der Woche trainiert hatte, wie Alois Schwartz nach dem Spiel erklärte), spielte in der eigenen Hälfte aggressiv und meist mit zwei Spielern am Ballführenden und stand auch am eigenen Strafraum kompakt und sicher.

Durch das Gesamtpaket schaffte man etwas, was Bochum im letzten RB-Heimspiel überhaupt nicht gelungen war, man nahm RB Leipzig die Geschwindigkeit in die Tiefe. Nur extrem selten, dass Forsberg oder Sabitzer oder Poulsen mal mit Tempo auf den gegnerischen Strafraum zuliefen. Chancen blieben entsprechend für RB eher Mangelware. Knaller hielt einen Selke-Volley aus relativ spitzem Winkel recht sicher und ansonsten passierte offensiv aus RB-Sicht nicht viel.

Und als dann RB Leipzig nach einer Stunde etwas ändern wollte und Bruno für Selke kam, was die Möglichkeiten der Ballkontrolle vor dem Strafraum erhöhen sollte, geriet man unglücklicherweise in Rückstand. Wobei der Gegentreffer vielleicht auch eine gute Zusammenfassung des Spiels ist.

Kaiser in der Vorwärtsbewegung von der Mittellinie aus mit einem Fehlpass, weil er versucht flach über 30 Meter an den SVS-Strafraum heranzuspielen. Sandhausen spielt daraus nicht mal direkt den Konter, sondern noch mal nach hinten zu Innenverteidiger Olajengbesi, gegen den Poulsen etwas zu spät kommt. Langer Ball nach vorn. Ballsicherung Bouhaddouz, der gegen Compper die rechte Linie hinuntergeht. Bouhaddouz wird von Compper nur begleitet und nicht angegriffen und das obwohl Jung aus der Offensive zurückeilt und als Absicherung dazukommt. Was der Stürmer dazu nutzt, einen Pass in den Strafraum zu spielen. Wo inzwischen Vollmann, der Kaiser enteilt ist, im Rücken von Orban einläuft und erst Gulacsi anschießt und dann den zurückprallenden Ball per Flipper ins Tor befördert.

Ungenauigkeit im Aufbauspiel, Unentschlossenheit bzw. nicht die allerletzte Konsequenz im Verteidigen, sowohl im direkten Zweikampf, aber auch in der Rückwärtsbewegung der gesamten Gruppe und dazu noch irgendne Mischung aus Pech und Slapstick. So richtig passte an diesem Tag nichts zusammen.

Die restliche halbe Stunde versuchte RB Leipzig alles, um noch mal zurückzukommen und den Ausgleich oder vielleicht sogar noch den Siegtreffer zu erzielen. Und schaffte es auch zunehmend, sich zumindest mal in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Aber Sandhausen verlegte sich immer mehr auf die Verteidigung des eigenen Strafraums (ohne, wenn sich die Möglichkeit ergab, das Rausrücken und frühere Verteidigen zu vernachlässigen) und bildete dort eine dichte Masse an Beinen, durch die kaum ein Durchkommen war. Man verteidigte mit Glück und Geschick, profitierte dabei aber auch von vielen, vielen Ungenauigkeiten im RB-Spiel rund um den gegnerischen Strafraum.

Trotz des permanenten Anrennens, einiger Standards und vieler Bälle, die RB Leipzig am gegnerischen Strafraum im eigenen Besitz hatte, sprangen dabei aber bis zum Spielende fast keine Chancen mehr heraus. Neben ein paar eher harmlosen Schüssen oder Schüssen, die aus aussichtsreicher Position nie abgegeben wurden, und einem Schuss aus zu spitzem Winkel von Bruno gab es im Kern in der letzten halben Stunde nur noch eine sehr gute Chance für RB und die hatte Poulsen, als er von Forsberg freigespielt halblinks frei vor Knaller auftauchte, aber aus 12 Metern komplett verzog.

Von Sandhausen kam in dieser Zeit offensiv gar nichts mehr. Die Wechsel legten den Fokus immer mehr auf die Defensive und die wenigen guten Spielsituationen, die man gegen immer offener stehende Gastgeber hatte, vergab man, weil auch die letzte Konsequenz im Zug zum Tor fehlte.

Am Ende rissen die Gäste trotzdem die Arme in die Höhe. Bzw. fielen entkräftet auf den Boden und lagen dort wie Käfer auf dem Rücken. Verdient hatte man sich den Sieg durch kluges Verteidigen in den verschiedenen Zonen des Spielfelds und durch die immer wieder auch vorhandenen Versuche, selbst offensiv Akzente zu setzen. Glück hatte man dabei, dass RB Leipzig in den meisten Phasen des Spiels zu ungenau und teilweise auch zu überhastet spielte und vor dem Tor nicht präzise genug agierte.Mindestens eine Halbzeit lang schien zudem die taktische Grundformation überhaupt nicht zu funktionieren.

Es war gar nicht alles schlecht, was RB Leipzig machte, aber es war auf fast allen Ebenen ein bisschen weniger als möglich wäre und entsprechend ist das dann in der Summe zu wenig, um gegen ein Team zu gewinnen, das im Gegensatz zu den letzten Wochen, in denen man viele einfache Gegentore kassierte und teilweise extrem große Abstände zwischen den Mannschaftsteile hatte, einen gut organisierten Auftritt hinlegte und beileibe nicht wie ein in die Abstiegszone taumelnder Tabellenletzter der Rückrunde aussah.

Fazit: Es ist natürlich enttäuschend, wenn man im Aufstiegskampf Punkte in einem Heimspiel gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte lässt. Selbst wenn man auf einen perfekt eingestellten und im Detail sauber arbeitenden Gegner trifft. Bei RB Leipzig fehlten die Ideen und die Präzision im Offensivspiel, das spürbar darunter litt, dass es kaum Räume in die Tiefe oder gute Balleroberungen in des Gegners Hälfte gab.

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Randbemerkung 1: Am Montag in Düsseldorf waren die Wechsel noch im positiven Sinne matchentscheidend. Gegen Sandhausen verpufften sie komplett. Von der Idee her absolut nachvollziehbar Bruno für Selke zu bringen, da der Stürmer kaum eingebunden war und man mit Bruno darauf hoffen konnte, dass um den Strafraum mehr passiert, was dann ein Poulsen verwerten kann. Dass Bruno so komplett untergehen würde und fast keine Zweikämpfe bestritt, geschweige denn gewann und im Passspiel nicht auffiel, konnte man vorher nicht ahnen. Von der Idee her auch sinnig, mit Demme für Ilsanker im zentralen Mittelfeld noch mal einen Spieler mit mehr Potenzial für das Verbessern der Offensivstrukturen in der Partie zu bringen. So richtig Ertrag brachte der Wechsel aber auch nicht. Nur Teigl für Klostermann war schwerlich nachvollziehbar, weil der Österreicher, der für seine Geschwindigkeit Platz in der Tiefe braucht, in dieser Partie gegen kompakte Gäste mit vielbeiniger Abwehr rund um den Strafraum völlig verschenkt schien. 56% Fehlpässe scheinen ein Indiz zu sein, dass Teigl in dieser Partie zu diesem Zeitpunkt ab zehn Minuten vor dem Ende nicht ganz so gut aufgehoben war.

Randbemerkung 2: Über ein Viertel aller Ballkontakte, die die RB-Spieler hatten, gingen auf das Konto der Innenverteidiger Orban und Compper, die mit Abstand die meisten Ballkontakte aller Beteiligten auf dem Rasen hatten. Dazu spielten die beiden ungefähr ein Drittel aller RB-Pässe. Darin drückt sich auch deutlich aus, wo sich der Ball im RB-Spiel am häufigsten befand und wie es Sandhausen schaffte, das gegnerische Spiel in deren Defensivreihe zu schieben. Besonders eindrücklich im Vergleich dazu, dass auf Sandhäuser Seite mit Aziz Bouhaddouz ein Stürmer die meisten Ballkontakte hatte.

Randbemerkung 3: Auch durchaus aussagekräftig, dass die im Ligavergleich nicht unbedingt als überdurchschnittlich laufstark geltenden Sandhäuser im Vergleich mit RB Leipzig zu absolut ausgeglichenen Laufdaten kamen. Sprich, weder in Bezug auf insgesamt abgespulte Kilometer, noch in Bezug auf auf Sprints oder schnelle Läufe waren die Sandhäuser im Nachteil, sondern komplett auf Augenhöhe. Und somit auf dem Spielfeld auch immer komplett auf Ballhöhe.

Randbemerkung 4: Die ganze Woche über wurde in der Öffentlichkeit rund um RB Leipzig vornehmlich über Trainer und noch ein bisschen über Düsseldorf und Respekt und Anstand und wer darüber verfügt und wer nicht geredet. Sandhausen kam da nur ganz am Rande vor. Man muss gar nicht davon ausgehen, dass das im Verein in der Spielvorbereitung genauso gehandhabt wurde, aber vielleicht sickern die öffentlichen Diskussionen dann doch ein wenig in die Köpfe der Spieler und rauben ein, zwei Prozent. Dazu die Ausgangslage, gegen eines der schwächsten Teams der Liga der letzten Wochen zu spielen und in Sachen Fokus auf das Spiel läuft vielleicht nicht alles so optimal, wie es vielleicht vor anderen Spieltagen laufen würde. Was nicht heißen soll, dass sich die Mannschaft nicht professionell vorbereitet hätte, aber es wäre schon auch erstaunlich, wenn die Umfeldthemen und die Lage des Gegners nicht unterbewusst doch eine Rolle für Anspannung und Konzentration und Hinfiebern auf die Begegnung spielen.

Randbemerkung 5: Erst einmal hat RB Leipzig im bisherigen Saisonverlauf gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte verloren. In Spielen, die nur mit einem Tor Unterschied ausgehen, ist man zudem bisher das beste Team der Liga gewesen. Das 0:1 gegen Sandhausen widerspricht also im doppelten Sinne komplett gegen den bisherigen sportlichen Saisontrend. Mal sehen, ob es die Ausnahme von der Regel bleiben wird.

Randbemerkung 6: Zum siebten Mal in Folge blieb RB Leipzig zudem nicht ohne Gegentor. Letztmals war es Paderborn, denen kein Tor gegen RB gelang bzw. wurde ihnen das Tor, das sie erzielten, fälschlicherweise abgepfiffen. Macht zehn Gegentore in den letzten sieben Spielen. Man würde es sich sicherlich etwas einfacher machen, wenn man zwischendurch auch immer mal wieder zu Null spielen würde. Was ja in 23 Spielen zuvor immerhin neunmal gelang.

Randbemerkung 7: Am Publikum lag es definitiv nicht, dass Leipzig gegen Sandhausen verlor. Das war von Beginn an in Aufstiegslaune, die bis zum Schlusspfiff hielt. Viel Unterstützung und dass nicht nur aus dem Fanblock, sondern auch aus den anderen Bereichen, die der Partie mit ungewohnt hoher Intensität beiwohnten. Nach dem Schlusspfiff dann ein Pfeifkonzert, das aber nur sehr partiell der Mannschaft bzw. dem Spielausgang, sondern vor allem auch dem Schiedsrichter galt. Egal ob man das jetzt berechtigt finden mag oder nicht.

Randbemerkung 8: Selke oder Poulsen. Selke und Poulsen. Die zweite Hälfte in Düsseldorf brachte Argumente, warum man beide zusammen spielen lassen könnte. Das Spiel gegen Sandhausen schlug eher wieder in die tiefere Kerbe, warum man vielleicht besser mit nur einem Stürmer spielt. Poulsen und Selke suchten sich, fanden sich aber nur selten. Poulsen in der etwas tieferen Rolle nicht ganz optimal und auch Sabitzer zu weit vom Tor wegschiebend. Selke und Poulsen zusammen auf dem Feld kann sicher funktionieren und es gibt sicher auch immer Situationen, in denen das besonders gut funktioniert. Generell spricht aber auch einiges dafür, dass ein System mit einem Stümer besser zum vorhandenen Personal bei RB Leipzig passt. Außer man spielt mal wieder ein Offensivmassaker namens 4-1-3-2.

Randbmerkung 9: Ein bisschen enttäuscht darf man schon sein, dass es Willi Orban nicht geschafft hat, sich seine zehnte gelbe Karte abzuholen und wie schon im Hinspiel auch im Rückspiel gegen Ex-Club Kaiserslautern gelbgesperrt zu fehlen. Was ist da schiefgelaufen?^^ Naja, dann muss er halt eben doch in Kaiserslautern den Siegtreffer erzielen..

Randbemerkung 10: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig mit 15 Punkten und neun Toren (Tordifferenz) mehr nach dem 30. Spieltag. Gegen dieselben Gegner wie in den ersten 30 Spielen holte man diese Saison 20 Punkte mehr als im Vorjahr (wenn man den schlechtesten Aufsteiger Darmstadt durch den schlechtesten Absteiger Paderborn, Ingolstadt durch Freiburg, Aue durch Bielefeld und Aalen durch Duisburg ersetzt). Und in den dreizehn Spielen der Rückrunde hat man einen Punkte mehr geholt als in den Hinrunden-Spielen gegen dieselben Gegner. Vielleicht ganz auffällig, dass man inzwischen punktemäßig kaum noch besser als in der Hinrunde dasteht. Diesbezüglich ist die Tendenz eher negativ.

Lichtblicke:

  • Marvin Compper: Versuchte viel. Schaltete sich immer wieder in Angriffe ein und probierte so den vielen Ballbesitz den er hatte, in Offensivaktionen umzusetzen. Engagiert und auffällig, wenn auch wie seine Kollegen meist glücklos.
  • Dominik Kaiser: Ging als Kapitän wie gewohnt voran. Hatte oft den Ball und versuchte das Spiel zu lenken. Glücklos bei einem sehr guten Freistoß in der ersten Hälfte.
  • Anthony Jung: Kam für Halstenberg in die Partie und machte auf der linken Seite vergleichsweise viel Betrieb, zeigte sich immer anspielbereit und suchte Räume und Mitspieler. Vernünftige Zweikampfquote, viele Ballkontakte. Absolut solider und brauchbarer Auftritt.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des 30.Spieltags gegen den SV Sandhausen bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 0:1 Vollmann (62.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann (79. Teigl), Orban, Compper, Jung – Ilsanker (67. Demme), Kaiser – Sabitzer, Forsberg – Poulsen, Selke (61. Bruno); Bank: Coltorti, Quaschner, Touré, Nukan; Nicht im Kader: Boyd, Khedira (beide verletzt), Halstenberg (gesperrt), Bellot, Gipson, Hierländer, Strauß

Aufstellung SV Sandhausen: Knaller – Thiede, Olajengbesi, Hübner, Paqarada (64. Linsmayer) – Pledl, Roßbach, Kulovits, Bieler (86. Schulz) – Vollmann (74. Stolz), Bouhaddouz

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Keine ganz glückliche Partie im Detail, aber auch bei weitem nicht so daneben liegend, wie ihn das Publikum sah. Hätte für RB Leipzig in ein, zwei Situationen Elfmeter pfeifen können. Auf der anderen Seite verlegte er ein Foul von Ilsanker in der ersten Halbzeit recht großzügig auf außerhalb des Strafraums. Ein Abseitstor von RB Leipzig zurecht aberkannt. Bei anderen Abseitsentscheidungen lag Cortus‘ Assistent an der Linie nicht unbedingt richtig. Machte es sich mit mancher Zweikampfentscheidung schwer und hätte schon früher mal bspw. für Halten den Gästen eine Karte zeigen dürfen. Insgesamt eine durchwachsene bis ordentliche Spielleitung.)

Gelbe Karten: Vollmann, Hübner

Zuschauer: 30.279 (davon 50 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, SVS-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 17 : 8
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 8 : 6
  • Schüsse auf das Tor: 7 : 3
  • gewonnene Zweikämpfe: 56,3% : 43,7%
  • Ballbesitz: 64,6% : 35,4%
  • Passquote: 75,3% : 51,3%
  • Laufstrecke: 120,2 km : 119,7 km
  • Sprints: 178 : 175
  • Intensive Läufe: 590 : 603
  • Fouls: 9 : 13
  • Ecken: 8 : 5
  • Abseits: 6 : 5
  • Meiste Torschüsse: Forsberg: 4 – Vollmann: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Sabitzer, Kaiser, Forsberg: je 3 – Pledl, Bouhaddouz: je 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Orban: 75,0% – Hübner: 75,0%
  • Meiste Ballkontakte: Compper: 118 – Bouhaddouz: 56
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Gulacsi: 87,5% – Kulovits: 84,0%
  • Größte Laufstrecke: Jung: 12,2 km – Pledl: 13,7 km
  • Meiste Sprints: Jung: 24 – Pledl: 38

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Selke – 10; Sabitzer, Kaiser, Poulsen – 7; Forsberg – 6; Compper – 3; Halstenberg, Bruno – je 2; Quaschner, Nukan, Ilsanker, Orban, Klostermann – je 1; Eigentore: Parensen (Union) – 1

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 7; Kaiser, Poulsen – 6; Klostermann, Sabitzer, Bruno – je 4; Selke, Demme – je 3; Halstenberg, Jung, Compper – je 2; Quaschner, Kalmár, Orban – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Sabitzer – 11; Halstenberg – 10; Kaiser – 8; Forsberg, Demme, Ilsanker, Poulsen, Compper – je 6; Klostermann, Orban – je 5; Bruno – je 4; Coltorti, Khedira – je 2; Nukan, Jung, Teigl, Quaschner – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

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5 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. SV Sandhausen 0:1“

  1. Eine zentrale Erkenntnis dieses Spiels hast du schon richtig angedeutet. Poulsen und Selke macht in der 2. Liga bei den meisten Konstellationen keinen Sinn. Man hat sich vermutlich in Düsseldorf etwas blenden lassen, weil die Fortuna nicht mit Mann und Maus verteidigt hat und somit Räume da waren. Gegen defensive Gegner wie Sandhausen geht Selke völlig unter, während Poulsen sich im Mittelfeld (sinnlos) aufreibt. Schon erstaunlich, dass ein Stürmer mit den Ambitionen wie Selke sich von Olajengbesi (nicht gerade Elite in Liga 2) völlig abkochen lässt.

    Die Teigl Auswechslung kann für mich nur mit Müdigkeit von Klostermann begründet sein. Man braucht kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass der Ösi seine letzten Minuten für die Profis von RB gespielt hat. Sofern sich keiner verletzt.

  2. Eigentlich wollte ich mal nichts sagen, vor dem Nürnberg-Spiel heute werde ich aber dann doch schon wieder schwach:
    Gibt es eine Empfehlung vom Coach, den Ball in das Tor tragen zu wollen, weil die Statistik wahrscheinlich dafür spricht? Die wenigen Schüsse aus der Distanz waren vielversprechend.
    Sabitzer, Kaiser, Selke (ja auch der) und Compper – da spürte ich den absoluten Willen aufzusteigen, also unbedingt die 3 wichtigen Punkte erzwingen zu wollen und fast alles klar zu machen, dann wird es aber schon eng. Warum wurde eigentlich Nukan verpflichtet???
    Mit dem behäbigen Gulácsi im Tor habe ich schon länger meine Probleme, mit der brotlosen Forsberg-Dribbelei ebenso, Orban völlig verunsichert wirkend. Poulsen weniger torgefährlich gestern als Selke, dabei bleibe ich. Die anderen gestern eher nicht auffallend, also durchschnittlich in einer schlechten Mannschaft.
    Standards bei RB – da ist generell noch viel Luft nach oben. Freistöße sollten wohl Kaiser und Jung vorbehalten sein…
    Diesen Schiri anzusetzen, das bringt nur der DFB fertig, er war aber leider nicht spielentscheidend.
    Die fehlenden 2 Tage Regeneration bei zwei Tagen komplett trainingsfrei nach D´dorf zu beklagen sind klassisch Herr Rangnick, welcher weiter keinen Plan gegen defensiv gut eingestellte Teams hat. Das 0:4 der Vorsaison wurde gestern eindrucksvoll bestätigt (ja ich weiß, wer da der Trainer war…).
    Gegen K´lautern wird der fehlende Rhythmus beklagt werden, ich empfehle Sparta Prag mal so zwischendurch als Trainingsspiel.
    Übrigens, das Publikum in der Straßenbahn nach dem Spiel Linie 15 Richtung Meusdorf wird auch immer „fußball-typischer“, wenigstens da sind wir auf einem guten Weg.
    Das war es dann heute von mir hier, danke für den guten Spielbericht weiter oben.
    P.S.: Nach dem Auslaufen dann bis zum Montag frei – finde ich in der entscheidenden Phase der Saison nach dem Kick gestern bei hoffentlich nur noch zu spielenden 360 Minuten plus x richtig gut!

  3. Also erstmal zum Schiri .die Zweikampfauslegungen waren zu 90 % gegen uns .Vollmann hätte schon In der ersten Halbzeit für mehrere Aktionen mal Gelb sehen können. Aber da der Schiri dies hat durchgehen lassen fanden schon .bei unseren Aufbauspiel , mal Ringkämpfe statt .Poulsen und Selke wurden ständig gehalten oder gezupft.auch in der Masse mancher Strafraumaktion wäre spätestens am Ende mal ein Elfer fällig.
    Wobei ich auch immer mal die breite Brust.bzw.das körperliche Dagegenhalten bei unseren Spielern vermisst habe
    Der letzte Wille hat halt gefehlt.seltsam in dieser Phase des Aufstiegskampfes
    LIVERPOOL ein Tag vorher hat gezeigt wie sowas geht.
    Zu Bruno möchte ich nichts mehr sagen.habe mich da schon genug aufgeregt.
    Freue mich auf einen neuen Trainer damit wir variabler werden.
    Selke und Poulsen haben nicht funktioniert weil über die Flügel gar nichts kam.

  4. Das war aber auch eines der schlechtesten Spiele von RB die ich diese Saison sehen durfte. Das sie eine schlechte erste HZ spielen sind wir ja gewohnt, aber das war ja durchgehend zum abgewöhnen. Wirkten fast alle lustlos, Resultat war eine so hohe Fehlpassquote… Klar hat Sandhausen dass in der Folge nicht richtig schwer gehabt gut zu verteidigen. Das Gegentor aus der Konsequenz der Lustlosigkeit, da hat man eben auch torungefährliche Gegner einfach mal komplett machen lassen. Sowas darf im Endspurt um den Aufstieg nicht passieren. Bin aber auch der Meinung, dass die Aufstellung nicht unbedingt glücklich war.

  5. Nürnberg mal wieder in Geschenkelaune.jetzt heisst es 10 Tage Regeneration im Whirlpool und Red Bull Powerriegel , Buchsen hochziehen, kämpfergesicht aufsetzen und FCK bespielen bekämpfen und besiegen vor heimischer Kulisse .zeigen das wir aufsteigen wollen und es auch verdienen. Wenn nicht mal wieder eine geheimnisvolle Ball und Torgrippe einsetzt☝
    Coltorti im Tor wäre auch mal wieder nicht schlecht😋

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