Zwischen guter Balance und geringer Effizienz

Nehmen wird der Einfachheit halber und alle Eventualitäten einrechnend mal an, dass die ersten fünf Teams der zweiten Liga noch Aufstiegschancen haben. Zumindest aber sind Freiburg, Leipzig, Nürnberg, St. Pauli und Bochum die Teams, die ein Stück über dem Rest der Liga agieren.

Nimmt man mal nur die Spiele, die diese fünf Mannschaften gegeneinander absolviert haben, dann sind 16 von 20 Begegnungen bereits absolviert. Leipzig gegen Bochum, Nürnberg gegen St. Pauli, Freiburg gegen St. Pauli und St. Pauli gegen Bochum fehlen noch in der Reihe. Vor allem St. Pauli hat also noch einige Spiele gegen Konkurrenten an der Tabellenspitze zu absolvieren.

Nimmt man die bisherige Bilanz als Basis, dann bedeutet das für St. Pauli nur gutes, denn in bisher fünf Spielen gegen Topteams holte man im Schnitt zwei Punkte, was mehr ist als jedes andere Topteam in den direkten Duellen holte. Bochum hat auch bereits überdurchschnittliche 11 Punkte aus sechs Spielen geholt, während Freiburg und Leipzig überraschend mit lediglich sieben Punkten aus sieben Spielen bisher die Schlusslichter in den internen Duellen sind.

  • VfL Bochum: 11 Punkte, +4 (6 Spiele)
  • 1.FC Nürnberg: 10 Punkte, +2 Tore (7 Spiele)
  • FC St. Pauli: 10 Punkte, -1 (5 Spiele)
  • SC Freiburg: 7 Punkte, -2 Tore (7 Spiele)
  • RB Leipzig: 7 Punkte, -3 Tore (7 Spiele)

Nimmt man mal nur die Spiele der Top 3 (Freiburg, Leipzig, Nürnberg) gegeneinander, von denen es diese Saison keine mehr geben wird, dann ist Leipzig hier mit nur vier Punkten das Schlusslicht. Was auch noch mal zeigt, dass RB in den direkten Duellen Punkte und Vorentscheidungen im Aufstiegskampf liegen gelassen hat.

  • SC Freiburg: 7 Punkte, + 3 Tore
  • 1.FC Nürnberg: 6 Punkte, -2 Tore
  • RB Leipzig: 4 Punkte, -2 Tore

Wenn in den direkten Duellen gerade Freiburg und Leipzig schlecht gepunktet haben, müssen sie logischerweise an andere Stelle ihre Punkte zum Anführen der Tabelle geholt haben, nämlich in den Spielen gegen die anderen 13 Zweitligisten.

  • SC Freiburg: 49 Punkte, +31 Tore (20 Spiele), 2,45 Punkte im Schnitt
  • RB Leipzig: 49 Punkte, +21 Tore (20 Spiele), 2,45 Punkte im Schnitt
  • 1.FC Nürnberg: 43 Punkte, + 20 Tore (20 Spiele), 2,15 Punkte im Schnitt
  • FC St. Pauli: 35 Punkte, +6 Tore (22 Spiele), 1,59 Punkte im Schnitt
  • VfL Bochum: 33 Punkte, +13 Tore (21 Spiele), 1,57 Punkte im Schnitt

Leuchtet es beim FC St. Pauli noch ein, dass man mit einer eher reaktiven, auf Konter orientierten Spielweise schlechter aussieht, wenn man gegen die große Breite der Liga antreten und das Spiel machen muss, bleibt die Diskrepanz bei auf Ballbesitz und Aktivität setzenden Bochumern überraschend. Fast zwei Punkte im Schnitt gegen die Topteams, aber gerade mal 1,57 Punkte gegen den Rest der Liga. Da sieht man recht deutlich, wo die Aufstiegsträume ordentlich zurechtgestutzt wurden, wenn man es mit den teils deutlich über zwei Punkten vergleicht, die die Topteams Freiburg, Leipzig und Nürnberg gegen die Breite der Liga geholt haben.

Aus RB-Sicht durchaus nicht ganz gewöhnlich, dass man vor allem durch Konstanz und weniger durch Erfolge in Spitzenspielen punktet. Da tat man sich in der Vergangenheit immer mal schwerer, sich beim Spiel gegen den gegen RB immer hochmotivierten 16. der Tabelle bspw. durchzusetzen. Lediglich elf Punkte bei nur einer Niederlage ließ man in solchen Spielen diese Saison bisher liegen. Holt man auch weiterhin rund 2,5 Punkte im Schnitt gegen die Teams unterhalb von Platz 5, dann sammelt man bis zum Saisonende noch 15 Punkte ein, die zu einem direkten Aufstiegsplatz reichen sollten.

Die Punkteausbeute ist idealerweise die direkte Folge dessen, was man so in den Spielen investiert und sich an Chancen erarbeitet oder zulässt. In der unidealen Welt des Fußballs heißt es aber noch lange nichts, wenn man den Gegner dominiert, weil man am Ende doch in den einen Konter läuft und verliert oder weil man vorne Kugel um Kugel am Tor vorbeischießt.

Wenn man das unter dem großen Obertitel Effizienz zusammenfassen mag, dann sind Freiburg und Nürnberg die Meister in dieser Disziplin. Egal welche Daten man zugrunde legt. Nimmt man beispielsweise die Chancen, die der Kicker so pro Spiel zählt, dann verwandeln Nürnberg und Freiburg fast jede dritte Chance, während RB Leipzig zusammen mit Bochum und St. Pauli irgendwas um jede vierte Chance zu einem Tor verarbeiten.

  • 1.FC Nürnberg: 167 Chancen – 54 Tore – 32,3%
  • SC Freiburg: 185 Chancen – 58 Tore – 31,4%
  • RB Leipzig: 173 Chancen – 44 Tore – 25,4%
  • FC St. Pauli: 136 Chancen – 34 Tore – 25,0%
  • VfL Bochum: 178 Chancen – 44 Tore – 24,7%

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei einem Blick auf die rein quantitativen (der Kicker bewertet ja quasi bei seinem Zählen von Chancen noch die Qualität und den Ort des Torabschlusses) Schüsse Richtung Tor. Auch hier stehen Nürnberg und Freiburg deutlich über dem ganzen Rest der Liga, während Leipzig, Bochum und St. Pauli eher Zweitligaschnitt sind. Knapp 15 von 100 Torschussversuchen landen bei den beiden Topteams am Ende auch im Kasten, während es bei den anderen drei Teams irgendwas zwischen neun und zehn Tore auf 100 Torabschlüsse sind.

  • SC Freiburg: 14,9 Tore auf 100 Torabschlüsse
  • 1.FC Nürnberg: 14,6 Tore auf 100 Torabschlüsse
  • VfL Bochum: 9,8 Tore auf 100 Torabschlüsse
  • RB Leipzig: 9,4 Tore auf 100 Torabschlüsse
  • FC St. Pauli: 9,1 Tore auf 100 Torabschlüsse

Nimmt man mal nur die Schüsse, die auch auf das Tor gingen, also entweder Tore waren oder vom gegnerischen Keeper gehalten wurden, dann verwandeln Freiburg und Nürnberg 40% aller entsprechenden Schüsse, während die anderen drei Teams bei um die 30% stehenbleiben.

  • 1.FC Nürnberg: 40,3 Tore bei 100 Schüssen auf das Tor
  • SC Freiburg: 39,5 Tore bei 100 Schüssen auf das Tor
  • VfL Bochum: 30,3 Tore bei 100 Schüssen auf das Tor
  • RB Leipzig: 29,1 Tore bei 100 Schüssen auf das Tor
  • FC St. Pauli: 28,3 Tore bei 100 Schüssen auf das Tor

Die Differenzen halten also quer durch alle Daten, dass Nürnberg und Freiburg in Sachen Effizienz vor dem gegnerischen Tor schlicht eine Klasse besser sind als die anderen Teams aus dem Spitzenquintett. Was für ihre Angriffsreihen und die Herren Füllkrug und Burgstaller bzw. Petersen, Niederlechner, Philipp, Grifo und Co spricht.

Das Bild wandelt sich, wenn man mal nur betrachtet, was sich die Teams so an Chancen herausspielen. Denn da landet RB Leipzig in den meisten Kategorien ganz vorn. So schießt man beispielsweise im Schnitt pro Spiel viermal mehr Richtung gegnerisches Tor als dies Nürnberg tut.

  • RB Leipzig: 17,4 Torschussversuche pro Spiel
  • VfL Bochum: 16,6 Torschussversuche pro Spiel
  • SC Freiburg: 14,4 Torschussversuche pro Spiel
  • FC St. Pauli: 13,9 Torschussversuche pro Spiel
  • 1.FC Nürnberg: 13,6 Torschussversuche pro Spiel

Wenn es darum geht, wem es am besten gelingt, seine Angriffe in die Nähe des gegnerischen Tors zu spielen, dann ist der VfL Bochum darin der König der Liga und des Spitzenquintetts. 10,4mal pro Spiel schließt man innerhalb des gegnerischen Strafraums ab.

  • VfL Bochum:10,4 Torschussversuche pro Spiel innerhalb des Strafraums
  • RB Leipzig: 10,1 Torschussversuche pro Spiel innerhalb des Strafraums
  • SC Freiburg: 8,2 Torschussversuche pro Spiel innerhalb des Strafraums
  • 1.FC Nürnberg: 8,1 Torschussversuche pro Spiel innerhalb des Strafraums
  • FC St. Pauli: 7,7 Torschussversuche pro Spiel innerhalb des Strafraums

Im Schnitt schießt jedes Team der zweiten Liga pro Spiel 4,3mal so, dass der Ball auf das gegnerische Tor geht. Naturgemäß sind entsprechend der geringen Zahl die Differenzen zwischen den Teams im Schnitt nicht ganz so groß. Die Nase hat RB Leipzig in der Statistik trotzdem wieder vorn.

  • RB Leipzig: 5,59 Schüsse auf das gegnerische Tor pro Spiel
  • SC Freiburg: 5,44 Schüsse auf das gegnerische Tor pro Spiel
  • VfL Bochum: 5,37 Schüsse auf das gegnerische Tor pro Spiel
  • 1.FC Nürnberg: 4,96 Schüsse auf das gegnerische Tor pro Spiel
  • FC St. Pauli: 4,44 Schüsse auf das gegnerische Tor pro Spiel

Viele Torabschlüsse zu generieren, ist natürlich nur die halbe Wahrheit hinter der Fußballidee der Clubs. Am anderen Ende des Spielfelds will man natürlich auch möglichst wenige Treffer kassieren. Hierbei stellt sich der 1.FC Nürnberg eher schlecht an, wenn man die insgesamt 161 Chancen (nach Kicker-Rechnung) betrachtet, die man zugelassen hat. Allerdings wurden nicht mal 20% der Chancen von den Gegnern auch verwertet, was für Nürnberg den beste Defensivwert aller fünf Spitzenteams bedeutet.

Zudem sollte man beachten, dass es das Nürnberg der zwei Gesichter gibt. Also jenes der ersten zehn Spieltage mit 72 zugelassenen Chancen, 20 Gegentoren und fast 28% Trefferquote für den Gegner und jenes der Spieltage seitdem mit 89 zugelassenen Chancen, 12 Gegentoren und 13,5% Trefferquote für den Gegner.

  • 1.FC Nürnberg: 161 Chancen – 32 Gegentore – 19,9%
  • VfL Bochum: 124 Chancen – 27 Gegentore – 21,8%
  • FC St. Pauli: 129 Chancen – 29 Gegentore – 22,5%
  • SC Freiburg: 117 Chancen – 29 Gegentore – 24,8%
  • RB Leipzig: 103 Chancen – 26 Gegentore – 25,2%

Wer eine plausible Theorie hat, warum die Teams vor dem Nürnberger Tor so grandios versagen, dass sie in den letzten 17 Spielen gerade mal irgendwas zwischen jeder siebten und achten Chance verwandelten, dann her damit. Klar erklärt sich gegnerische Chancenverwertung auch ein Stückweit über die Art der Verteidigung. Chancen gegen RB Leipzig sind aufgrund der hohen RB-Verteidigung meist auch gleich Großchancen, während bei anderen Teams auf den gegnerischen Schützen mehr Druck ausgeübt wird durch tiefes Verteidigen. Erklärt aber die Trefferquote gegen Nürnberg in den letzten 17 Spielen auch nur bedingt.

Die Daten relativieren sich allerdings ein wenig, wenn man nicht die Kicker-Chancen heranzieht, sondern die reinen Torschusstatistiken nimmt. Bei Gegentoren pro Torschussversuchen generell liegen St. Pauli und Bochum vor Nürnberg.

  • FCSt. Pauli: 7,3 Gegentore auf 100 Torschussversuche
  • VfL Bochum: 7,6 Gegentore auf 100 Torschussversuche
  • 1.FC Nürnberg: 8,4 Gegentore auf 100 Torschussversuche
  • SC Freiburg: 8,8 Gegentore auf 100 Torschussversuche
  • RB Leipzig: 10,0 Gegentore auf 100 Torschussversuche

Nur 21 Tore auf 100 Versuche, die tatsächlich auf das Bochumer Tor gingen. Spricht auch für gute Torwartleistungen beim VfL.

  • VfL Bochum: 21,3 Gegentore auf 100 Schüsse auf das Tor
  • FC St. Pauli: 25,0 Gegentore auf 100 Schüsse auf das Tor
  • 1.FC Nürnberg: 27,1 Gegentore auf 100 Schüsse auf das Tor
  • SC Freiburg: 29 Gegentore auf 100 Schüsse auf das Tor
  • RB Leipzig: 29,5 Gegentore auf 100 Schüsse auf das Tor

In Sachen Balance zwischen Offensive und Defensive bleibt RB Leipzig das Maß der Dinge, da man nicht nur wie oben gezeigt die meisten Torschüsse aller Teams generiert, sondern auch die wenigsten zulässt.

  • RB Leipzig: 9,6 zugelassene Torschussversuche pro Spiel
  • SC Freiburg: 12,3 zugelassene Torschussversuche pro Spiel
  • VfL Bochum: 13,2 zugelassene Torschussversuche pro Spiel
  • 1.FC Nürnberg: 14,2 zugelassene Torschussversuche pro Spiel
  • FC St. Pauli: 14,6 zugelassene Torschussversuche pro Spiel

Gleiches Bild bei den Torabschlüssen von innerhalb des Strafraums.

  • RB Leipzig: 5,6 zugelassene Torschussversuche von innerhalb des Strafraums pro Spiel
  • SC Freiburg: 6,4 zugelassene Torschussversuche von innerhalb des Strafraums pro Spiel
  • VfL Bochum: 7,1 zugelassene Torschussversuche von innerhalb des Strafraums pro Spiel
  • 1.FC Nürnberg: 7,6 zugelassene Torschussversuche von innerhalb des Strafraums pro Spiel
  • FC St. Pauli: 7,8 zugelassene Torschussversuche von innerhalb des Strafraums pro Spiel

Etwas näher beieinander bei gleichem Prinzip die Teams bei den Schüssen des Gegners, die tatsächlich auf dem Tor landeten.

  • RB Leipzig: 3,26 zugelassene Schüsse auf das eigene Tor pro Spiel
  • SC Freiburg: 3,70 zugelassene Schüsse auf das eigene Tor pro Spiel
  • FC St. Pauli: 4,30 zugelassene Schüsse auf das eigene Tor pro Spiel
  • 1.FC Nürnberg: 4,37 zugelassene Schüsse auf das eigene Tor pro Spiel
  • VfL Bochum: 4,70 zugelassene Schüsse auf das eigene Tor pro Spiel

Pro Spiel haben die Gegner von RB Leipzig unglaubliche acht Torschussversuche weniger. Wenn man bedenkt, dass jeder Zweitligist pro Spiel überhaupt nur knapp 14mal versucht auf das Tor zu schießen, ist das eine sehr hohe Zahl, die sehr dafür spricht, dass Leipzig es überwiegend schafft, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Allerdings verwandeln die jeweiligen Kontrahenten auch verhältnismäßig viele ihrer wenigen Chancen. Was darauf hinweist, dass RB Leipzig wenn dann gleich sehr gute Chancen zulässt. Gilt in ähnlicher Form für den SC Freiburg.

Während für alle anderen Teams des Spitzenquintetts gilt, dass sie (teils deutlich) effizienter vor dem Tor agieren als ihre Kontrahenten in den jeweiligen Spielen, gilt dies für RB Leipzig nicht. Man verwertet prozentual einen leicht geringeren Anteil an Chancen als die gegnerischen Mannschaften und hinkt damit den anderen Spitzenteams teils deutlich hinterher.

Ralf Rangnick meinte vor einer knappen Woche sinngemäß, dass er ein Effizienzproblem bei seinem Team nicht erkennen könne, zumal man sich ja viele Chancen herausspiele. Letzteres ist sicherlich richtig. Im Herausspielen von Chancen und im Fernhalten des Gegners vom eigenen Strafraum bzw. im Verhältnis eigener Chancen zu den Chancen des Gegners ist man überlegener Zweitligakönig, was für Spielanlage, Balance und gute Mannschaftsorganisation spricht.

In Sachen Effizienz vor dem gegnerischen Tor und in Sachen Chancenverwertung der Gegner ist man dagegen nur Ligadurchschnitt und hinkt den Werten der Topkonkurrenz teils deutlich hinterher. Wenn man allerdings die meisten (oder nach Kicker-Sicht mit die meisten) Chancen aller Zweitligisten hat und die wenigsten Chancen zulässt, aber mit dem Torverhältnis noch hinter Freiburg und Nürnberg und auf Augenhöhe mit Bochum liegt, dann legt das nahe, dass man die gute Mannschaftsorganisation nicht im selben Maße veredeln kann, wie dies andere Vereine tun.

Was erstaunlicherweise vor allem im Offensivbereich dann eher auf individuelle Fehlerquellen hindeuten würde (gilt analog auch in schwächerer Form für den Defensivbereich, wenn man an manchen individuellen Schnitzer in den letzten Wochen denkt). Erstaunlich zumindest wenn man die Namen und das Talent der Offensivabteilung durchgeht. Vielleicht aber gar nicht mehr so erstaunlich, wenn man bedenkt, dass weder Selke noch Poulsen bisher im Saisonverlauf auf konstant hohem Niveau spielende Stürmer waren oder ein Forsberg sehr viele Torschüsse pro Tor braucht oder ein Sabitzer seit einiger Zeit von direkter Torgefahr ein Stück entfernt ist. Da sind die Offenisvreihen gerade von Nürnberg und Freiburg durchaus vorneweg.

Insgesamt bleibt der Befund, dass die Daten dafür sprechen, dass die Mannschaftsorganisation von RB Leipzig stimmt, dass man sich allerdings schwer tut, sein Spiel gerade gegen die anderen Topteams durchzubringen (auch wenn dafür in jüngerer Vergangenheit schlechte Platzbedingungen, Schnee und Grippe ins Feld geführt wurden) und man Probleme hat, den hohen Aufwand offensiv zu veredeln und in der Abwehr dem Gegner den Torabschluss nicht zu leicht zu machen (nicht von der Anzahl der Chancen, sondern von der Qualität der wenigen Chancen her). Zum dominanten Topteam fehlen RB Leipzig entsprechend trotz überragender Balance zwischen Offensive und Defensive noch an verschiedenen Stellen ein paar Dinge und vor allem im gegnerischen Strafraum ein paar Effizienzprozente. Sieht man dann eben auch an der Tabelle, wo man oben mitschwimmt statt davonzuziehen.

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10 Gedanken zu „Zwischen guter Balance und geringer Effizienz“

  1. Deine Statistiken der Chancen und Torschüsse ist aber nur ein Aspekt weshalb eben Freiburg, RBL und Nürnberg noch mal vor Bochum und St. Pauli liegen. 2 Faktoren halte ich für diese Saison für wesentlicher:
    1) Tore nach Standards, vor allem Freistösse und Ecken: hier liegen die drei Teams nach meinem Empfinden deutlich vor St. Pauli und Bochum. Bochums Standards sind meist recht ungefährlich. Spiele wie in Düsseldorf sind die große Ausnahme, und das leider seit Jahren.
    2) zumindest beim VfL Bochum: Pech im Abschluß: allein in den 8 Spielen des Jahres 2016 hat Bochum 7mal Alutreffer zu verzeichnen (eigentlich 8mal, aber einer ging dann halt vom Pfosten ins Tor). Die Gegner haben in diesen 8 Spielen 1mal die Latte getroffen. Kein Ahnung, ob es darüber Statistiken gibt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Bochum im Ranking der Alutreffer weit vorne ist.

    1. „… Pech im Abschluß: allein in den 8 Spielen des Jahres 2016 hat Bochum 7mal Alutreffer zu verzeichnen …“

      Knapp daneben ist auch vorbei. Ich denke, dies ist dann wieder in der Effizienz enthalten. Ob Lattentreffer oder 3m daneben ist eben kein Tor. Von Pech kann da keine Rede sein.

    2. In den Statistiken zählen Alutreffer sogar als nicht das Tor getroffen. Quasi weil der Keeper nicht eingreifen musste, um ein Tor zu verhindern. Von daher zählen sie statistisch nicht als Pech. Und klar: wenn du vermehrt an den Pfosten statt ins Tor schießt, kommst du mit Glück und Pech als alleinige Erklärung auch nicht weiter. Wobei es auch immer eine Frage der Entfernung vom Tor ist. Wenn du fünfmal am Stück aus 35 m den Pfosten triffst, ist das schon sehr viel eher Pech, als wenn das aus drei Metern passiert..

    3. Nach meinen Daten steht die Alubilanz über die Saison bei 14:7 für Bochum bei ihren 27 Spielen. Damit hat man die meisten Alutrefer und die deutlichste Differenz aller Zweitligisten. Das könnte man als Pech interpretieren, aber auch nur bedingt. Wie schon geschrieben ist ein Pfostenschuss statistisch gesehen auch nur ein Torabschluss, der am Torerfolg vorbeiging.

    4. Ist mir schon klar, dass die Alutreffer in den Torschüssen enthalten sind. Aber es ist für mich eben ein Unterschied, ob Forsberg 😉 5 Meter neben das Tor schiesst, oder Eisfeld den Pfosten trifft. Die Häufung an Alutreffern bei Bochum ist einfach Pech.

    5. Man könnte aber auch genausogut sagen, dass ihr Glück hattet, dass die Bälle nicht zehn Zentimeter neben das Tor gingen. 😉 Oder ernster gesagt, selbst wenn ihr meinetwegen vier Tore mehr geschossen und ein ligatypisches Pfostenverhältnis hättet, würde das eure Effizienz vor dem Tor nicht wesentlich verbessen bzw. lange nicht auf Nürnberg- oder Freiburg-Niveau heben. Und darum ging es ja hier im Beitrag und nicht darum, wer wann vielleicht mal mit Pech Punkte verloren oder mit Glück Punkte gewonnen hat.

  2. Wie ich das schon vor 2-3 Spieltagen gesagt hab, schwächelt die Angriffsreihe von RB in letzter Zeit etwas… Mit Compper, Klostermann, Orban und Halstenberg haben wir meiner Meinung nach eine der besten Defensiven, welche auch gegen (viele) Bundesligisten tauglich wäre, aber vorn haperts leider etwas…
    Forsberg braucht nicht viele Spiele bis er ein Tor schießt, es ist so, dass er einfach seit längerer Zeit garnichts mehr trifft. Ebenso Sabitzer, eigentlich einer meiner Lieblingsspieler der Hinrunde und kurz darüber hinaus, bleibt auf einmal relativ blass.
    Poulsen technisch immernoch Top und fein im Dribbling, geht es aber um den Abschluss will er immer wieder zuviel oder es zu schön machen.
    Bei Davie Selke muss ich immer mehr an den Mario Gomez vergangener Jahre denken. Wenn er keine Tore macht wird es schwierig, da er spielerisch (Pässe, Zweikämpfe) einfach vielen schon in der zweiten Liga unterlegen ist.
    Wenn dann hier noch ein Dominik Kaiser und ein Diego Demme ausfallen, die meiner Meinung nach grade diejenigen sind, welche die Mannschaft hochhalten und den Unterschied machen, dann kann man gegen eine gute Mannschaft wie Nürnberg kaum gewinnen.
    Ilsanker ist eben leider nach seiner kleinen Auszeit auch nicht wieder zu erkennen.
    Ich hoffe bloss das unser Kapitän wieder genauso stark zurück kommt, dann klappts auch mit dem Aufstieg 🙂
    Vielleicht kommt auch bald für die andren wieder ein Formhoch, dann sehen die Torstatistiken auch wieder gut aus…

    1. Gute Einschätzung zu den Spieler.wobei man sagen muss .das Selke seine Stärken in der Verarbeitung von Chancen aus Grundlinien durchbrüchen hat .(da er da schwer zu verteidigen ist und hat ja bei Bremen auch regelmäßig funktioniert)findet leider bei RB zu selten statt , unverständlicherweise ,so kann auch mal eine kompakte Defensive ausgehebelt werden.
      Forsberg sollte auch dringend mal Torschusstraining vom 16er machen .da diese Bällen ja ständig am Himmel kratzen,sonst komplettester Spieler in der Mannschaft.

  3. Zuerst noch einen angenehmen Oster-Ausklang für alle „RaBa“-Fans!

    Die mühevoll aufgestellte Alustatistik, das Verteilen von Pech und Glück, die richtigen oder falschen Aufstellungen oder Auswechselungen usw.- all diese Dinge werden zum Schluss der Saison aber keine Rolle mehr spielen! Dann stehen nämlich die Vereine fest, die direkt oder nach zwei zusätzlichen Spielen, den Weg „nach oben“ auf unterschiedliche Weise endlich erreicht haben!

    Was mich aber auf dem eventuellen Weg dorthin ungemein stört, sind solche scheinbaren „Nebengeräusche“, wie z. B. die zuletzt ungewöhnliche sowie abnormal vorgenommene Vertragsverlängerung mit dem Schweden Forsberg. Ob es von Rangnick mit seinen fremden Hintermännern klug war, praktisch mit der Großzügigkeit zu prahlen und das auch noch mit einer vorhandener Intelligenz zu verbinden, wird sich allerdings erweisen, wenn z.B. dem Schweden innerhalb der nächsten sechs (!) Jahre nicht aus irgendwelchen Gründen vorzeitig die „Luft“ ausgehen sollte! Für den Sportdirektor und Trainer in (noch) einer Person würde andernfalls dann nämlich eine Parallelangelegenheit zum Fall des Ex-Nationalspielers Wiese eingetreten, der sich auch ohne Fußball zu spielen, von den Hoffenheimern seit geraumer Zeit seinen Lebensabend gut bezahlen lässt…..

    Ob die allerdings insgeheim zuerst erhoffte andere vordergründige Variante eintritt, von (ausländischen) Interessenten für Forsberg gegen überhöhtes Bares angebaggert zu werden, um ihn dafür ziehen zu lassen, bleibt abzuwarten! Es liegt deshalb irgendwie so oder so immer eine gewisse Spannung bei allen Aktivitäten der (auch ehemaligen) Rasenballsportler, die u.a. neuerdings gesteigertes Interesse am Eisverkauf im Leipziger Stadtzentrum zu haben scheinen……

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