Viel Offensivpotenzial

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den 1. FC Union Berlin (19.02.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Willi Orban. Ab 12 Uhr.]

Die Situation vor dem Aufeinandertreffen zwischen RB Leipzig und Union Berlin ist zumindest bezüglich des RB-Ergebnisses im letzten Spiel dieselbe. Denn wieder geht man nach einer 0:1-Niederlage gegen St. Pauli in die Partie gegen Union.

Im Gegensatz zum Aufeinandertreffen im letzten August, als RB und Union gegen einen missratenen Saisonstart ankämpften, trifft nun der überlegene Spitzenreiter der zweiten Liga auf den Spitzenreiter der Rückrunde. 10 Punkte und 9:2 Tore holte Union aus den bisherigen vier Rückrundenspielen. Das sind immerhin sieben Punkte und drei Siege mehr als man gegen dieselben Gegner in den ersten vier Saisonspielen holte.

Womit man sich langsam dem sportlichen Niveau annähert, das man vor der Saison als Ziel ausgab, nämlich zu den Top 6 der Liga zu gehören. Platz 15 nach der Hinrunde lässt allerdings eine Endplatzierung im oberen Tabellendrittel als ziemlich schweres bis aussichtsloses Unterfangen erscheinen. Immerhin hat man sich aber (und das lag zuletzt als Zielstellung näher) vorerst so ziemlich aller Sorgen entledigt, noch in den Abstiegsstrudel zu geraten.

Mit dem Spiel gegen RB Leipzig hat dann Union-Trainer Sascha Lewandowski auch alle Zweitligateams durchgespielt. Denn nach dem 1:1 im Hinspiel ersetzte er Norbert Düwel, dem man in Berlin nicht mehr zutraute, den Verein in eine bessere Zukunft zu coachen. Mit sechs Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen ist die Bilanz unter Lewandowski durchwachsen, bei zuletzt allerdings deutlichem Aufwärtstrend.

Dass Union so schwer in die Saison startete und auch unter Lewandowski lange mit Problemen zu kämpfen hatte, mag ein wenig erstaunen angesichts der Neuzugänge des letzten Sommers. Wood, Kessel, Daube, Fürstner, Quaner und Co. Die Liste vielversprechender und/ oder erfahrener Zweitligaprofis, die nach Berlin wechselten und die Bundesligahoffnungen nähren sollten, war lang. So richtig einschlagen konnten allerdings nur Wood und Kessel.

Auch deswegen hatte man im Winter noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit einem neuen, auf der Linie und mit dem Fuß starken Torwart Jakob Busk, Innenverteidiger Emanuel Pogatetz und Sechser Felix Kroos den Kader weiter aufgehübscht. Mehr Möglichkeiten in der Breite und in der Spitze sollten die Wechsel mit sich bringen. In der Theorie nachvollziehbar. In der Praxis hat man in der Rückrunde mit ordentlichem Verletzungspech zu kämpfen, sodass die Sache mit der Breite des Kaders schon wieder einigermaßen überschaubar geworden ist.

Die Offensivspieler Korte, Thiel und Skrzybski, der sich diese Saison vom ewigen Talent zum Stammspieler entwickelt hatte, sind langfristig raus. Benjamin Köhler hat zwar glücklicherweise den Krebs besiegt, ist für die Zweitligaelf aber offenbar noch kein Thema. Zuletzt kamen noch Schönheim und Fürstner als Abwehrspieler zur Liste der Verletzten dazu. Der im letzten Spiel ausgewechselte Kroos sollte dagegen in Leipzig mitwirken können.

Die Liste der Verletzten führt zu dem, wovon man in Berlin eigentlich weg wollte. Dass sich das Team mehr oder weniger selbst aufstellt. Gerade im Offensivbereich hat man abgesehen von Quaner keine wirklichen Alternativen mehr. Bzw. mit Spielern wie Christopher Quiring Alternativen, auf die man eigentlich nicht mehr setzen wollte. Angesichts dessen, dass man auch keine U23 mehr als Unterbau hat, aus dem man sich bedienen könnte, keine ganz einfache Situation.

Gespielt wird in Berlin auch unter Lewandowski eine Dreierkette aka Fünferkette. Wobei es in Berlin im Gegensatz zu Braunschweig tatsächlich eher eine Dreierkette ist, da die Außenspieler, die dann immer wieder auch auf die Außenverteidigerpositionen zurückrutschen sollen, meist sehr offensiv eingestellt sind. Wenn man nur bedenkt, dass mit Maximilian Thiel bis zu seiner Verletzung ein absoluter Offenisvmann auf der linken Seite spielte, dann weiß man, dass der Fokus der Dreierkette eher ein offenisver denn wie in Braunschweig ein defensiv-absichernder war.

Gut möglich, dass Union dies in Leipzig etwas defensiver und mehr Richtung Fünferkette und Kompaktheit spielt. Trotzdem wird eine Besetzung von Dreier- und Fünferkette mit viel Offensivqualität bleiben. Trimmel als rechtes Glied der Dreierkette ist eigentlich eher Rechtsverteidiger und kein Innenverteidiger. Links spielt mit Michael Parensen vermutlich auch eher ein Außenverteidiger.

Zu den schon in der Fünferkette angelegten Offensivqualitäten (Kessel bereits mit fünf Toren!) kommt noch ein spielstarkes zentrales Mittelfeld um den jungen Zejnullahu, der viel Qualität mitbringt und Felix Kroos, der gegen 1860 andeutete, dass er der Mannschaft spielerisch Struktur geben kann. Nachteil des zentralen Mittelfelds, dass ihm vielleicht ein wenig die körperliche Robustheit abgeht. Gegen RB Leipzig aber vielleicht auch nicht das entscheidende Thema. Da ist Ballsicherheit gegen das Gegenpressing unter Umständen die wichtigere Qualität.

Die sehr offensiv besetzte und interpretierte Formation ist nachvollziehbarerweise anfällig für Geschwindigkeit und offensivstarke Teams. 32 Gegentore hat man schon kassiert. Nur drei Zweitligisten holten die Kugel öfter aus dem eigenen Tor. Nur zwei Gegentore in den letzten vier Spielen verweisen allerdings auf eine deutliche Besserung in dem Bereich. Aber sowohl in Kaiserslautern, als auch gegen 1860 München sah man durchaus weiterhin die Anfälligkeit der Defensivarbeit.

Auf der anderen Seite verfügt Union Berlin gerade im vorderen Drittel über eine Qualität und eine (im positiven Sinne) fast schon anarchische Spielkultur, die unheimlich schwer zu verteidigen ist. Über allem steht da natürlich Bobby Wood, der bei bereits neun Saisontoren steht und mit Geschwindigkeit, gutem Eins gegen Eins, vernünftiger Ballbehauptung und überraschend guter Physis  mit dem Ball kaum zu bändigen ist, aber auch ohne Ball ein sehr zeckiger, unangenehmer Gegenspieler ist, der die Verteidigung permanent beschäftigt.

Wenn man zeckig sagt, ist man auch gleich bei Sören Brandy, der bei weitem nicht seine beste Saison im Union-Trikot spielt, aber ein unangenehmer Offensivspieler bleibt. Ergänzt wird das Duo von Kapitän Damir Kreilach, der mit Robustheit und Schuss- und Kopfballstärke meist auf der Zehn spielt, aber auch mit Zejnullahu die Plätze tauschen kann, wenn man es auf der Doppelsechs gern robuster hätte.

Von der Formation her spielt Union irgendwas wie ein 3-5-2 bzw. 3-2-3-2. Gegen den Ball kann das ganze auch wie ein 5-2-3 aussehen. Also so wie es Braunschweig vor zwei Wochen in Leipzig spielte und damit keinen Druck auf das Mittelfeld von RB Leipzig bekam.

Interessant vielleicht, dass Union Berlin bisher im Saisonverlauf noch nie gewinnen konnte, wenn man mal zurücklag. In Kaiserslautern kam man allerdings zuletzt nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2. Auf der anderen Seite konnte Union von 15 Führungen nur sechs zu einem Sieg ins Ziel retten und verlor dagegen noch dreimal. RB Leipzig auf der anderen Seite ist nach eigener Führung bei 15 Versuchen noch ohne Niederlage und gewann dann auch 13mal.

Interessant vielleicht auch, dass Union Berlin gerade in engen Spielen bisher eher schlecht abschnitt. Nur zwei von 15 Spielen, die mit maximal einem Tor Differenz endeten, gewann Union. Nur die drei Tabellenschlusslichter holten in engen Spielen im Schnitt weniger Punkte als Union. Was zusammen mit der Statistik, dass man Führungen oft noch vergibt und Rückstände nicht drehen kann, darauf schließen lässt, dass das Teamkonstrukt Union im Saisonverlauf bisher nicht so belastbar war, wie man es aus der Vergangenheit von kampfstarken Unionern kannte.

Wenn man die Erfahrungen der bisherigen Saison nimmt, dann kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass RB Leipzig auch gegen Union zu Chancen kommen wird. 30 Abschlüsse im Strafraum hatte man allein in den letzten beiden Spielen gegen Braunschweig und St. Pauli. Will Union was aus Leipzig mitnehmen, muss man auch darauf hoffen, dass RB weiterhin in der Chancenverwertung sündigt und zudem die Standards besser verteidigen als dies Braunschweig tat, die zwar aus dem Spiel heraus ohne Gegentor blieben, aber dafür nach Ecke bzw. Freistoßflanke geschlagen wurden. Kassiert Union in Leipzig nicht viele Treffer, haben sie mit ihren hervorragenden Offensivqualitäten (zweitbeste Offensive der Liga vor allem dank im Ligavergleich überdurchschnittlich guter Chancenverwertung) alle Chancen der Welt, Punkte zu sammeln.

Wer sich auf Seiten von RB Leipzig um diese Offensive kümmern wird, ist noch unklar. Marcel Halstenberg könnte nach Verletzung wieder ins Team zurückkehren. Allerdings hat Anthony Jung hinten links zweimal seine Sache gut gemacht. Vor allem gegen Braunschweig gab es wenig zu kritisieren. Halstenberg wäre im Normalfall sicherlich die naheliegendere Option. Ob er dies nach dieser Woche und ein wenig medialer Aufregung um wenig glückliche Instagram-Posts mit ihm vom Holocaust-Mahnmal in Berlin auch ist, wird man sehen.

Ersetzt werden muss unter Umständen auch Stefan Ilsanker als zentraler Sechser und Balleroberer, der in den letzten Wochen für die Balance und Stabilität des Teams unheimlich wichtig war. Rani Khedira wäre die Option, dies 1:1 zu ersetzen. Denkbar wäre auch ein Anthony Jung, der in die Zentrale rückt oder eine Doppelsechs aus Kaiser und Demme oder im ganz, ganz unteren Wahrscheinlichkeitsbereich eine Lösung mit einem U19-Spieler wie Touré oder Fechner.

Von der Formation her würde sich die Frage stellen, ob man von einem System mit einem Stürmer wieder zu einem System mit zwei Stürmern übergeht, um die Durchschlagskraft vor dem Tor zu erhöhen. Allerdings ist dies wenig wahrscheinlich, falls Ilsanker, der ein solches System auf der Sechs zusammenhalten würde, tatsächlich ausfällt. Khedira frisch ins Team zu schmeißen und ihn gleich den alleinigen Sechser spielen zu lassen, scheint ebenso auszuscheiden wie ein Demme als alleiniger Sechser.

Insgesamt lässt die Verletztensituation auf beiden Seiten noch viele Fragezeichen, die sich wohl auch erst kurz vor dem Spieltag auflösen, wenn denn endgültig klar ist, wer auflaufen kann und wer nicht. [Update: Auch Wood fällt wahrscheinlich aus.]

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg (Jung) – Ilsanker (Khedira, Jung), Demme (Selke) – Kaiser, Sabitzer, Forsberg – Poulsen (Selke)
  • Union Berlin: Busk – Trimmel, Pogatetz, Parensen (Puncec) – Kroos (Fürstner), Zejnullahu – Kessel, Kreilach, Redondo (Parensen) – Brandy, Wood (Quaner)

Rein von der Ausgangslage, den Qualitäten der Teams und angesichts der beidseitig möglichen Ausfälle spricht viel für eine Partie mit vielen Offensivszenen, bei der sich der durchsetzen könnte, der etwas besser verteidigt und etwas effizienter vor dem gegnerischen Tor ist. Effizienz war bisher im Saisonverlauf allgemein und ganz besonders in den letzten beiden Spielen nicht unbedingt die Stärke von RB Leipzig. Vernünftiges Verteidigen schon viel eher.

Nach der Niederlage beim FC St. Pauli geht es für RB Leipzig gegen Union darum, gleich wieder in die Spur zu finden und der Konkurrenz die Hoffnung auf ein Straucheln zu nehmen. Fraglich dabei, ob die Lobeshymnen, die trotz Niederlage aus dem Hamburger Vereinsumfeld auf die RasenBallsportler herniederprasselten, einen negativen Effekt im Sinne eines Einlullens haben. Diese Lobhudelei sollte man jedenfalls ganz schnell abschütteln, will man künftig statt Lob wieder Punkte ernten.

Union auf der anderen Seite kann relativ befreit aufspielen. Man hat genausoviel Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz, wie man Vorsprung hat auf den Abstiegsrelegationsplatz. Jeweils zehn Punkte Differenz sind trotz Platz 12 absolutes und gesichertes Ligamittelfeld, aus dem heraus man einen Gegner wie RB Leipzig ärgern kann, ohne dass man unter Punktezugzwang steht.

Fazit: Ein interessantes Duell zwischen zwei Mannschaften, die aktuell zu den besseren oder besten Teams der Liga gehören. Natürlich geht RB Leipzig als  Favorit in die Begegnung, zumal angesichts der Ausfälle auf Seiten der Gäste. Allerdings verfügt Union durchaus und vor allem in der Offensive über Qualitäten, mit denen sie jedem Team in der Liga wehtun können. Die Frage wird wohl vor allem sein, ob ihre Defensive hält.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den 1. FC Union Berlin nicht vor Ort verfolgen kann und am 19.02.2016, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1. FC Union Berlin

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den 1. FC Union Berlin. Mit Ralf Rangnick und Willi Orban. Ab 12 Uhr.

11.43

22.Spieltag. Wieder mal ein interessanter. Mit dem 1.FC Union Berlin kommt ein offensivstarkes Team, das seine besondere Motivation auch aus dem Verhältnis seiner Anhänger zu RB ziehen wird. Keine leichte Aufgabe für die RasenBallsportler, nach der Niederlage gegen St. Pauli wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden.

11.45

Sieht man mal vom diskursiven Drumherum rund um Teilzeitboykott und Co ab, kommt mit Union Berlin ein Team, das allerlei Offensivstärken hat, aber im Saisonverlauf auch einige Probleme hatte. Die Tiefe der Bank zum Beispiel, die sich auch darin ausdrückt, dass man erst einmal nach Einwechslung getroffen hat. Und das war das unwichtige 3:0 in Karlsruhe (Quaner).

11.48

Interessant auch, dass Union im Ligavergleich ein eher laufschwaches Team ist. Was sowohl für die Gesamtlaufstrecke gilt, wo man pro Spieler pro Spiel ungefähr 500 Meter weniger läuft als RB Leipzig, als auch für die Strecken, die man in hohen Geschwindigkeiten bis hin zum Sprint zurücklegt. Wird aber vermutlich auf einzelne 90 Minuten gegen RB gesehen eine geringere Rolle spielen. Laufleistungen passen sich da doch meist ein Stückweit an die Anforderungen, die der Gegner stellt, an.

11.53

Union wird deutlich ersatzgeschwächt nach Leipzig kommen. Eine gute erste Elf werden sie trotzdem auf den Platz bringen. Vielleicht wird es auf der Bank ziemlich dünn. Aber auch das spielt dann im Endeffekt für ein Spiel gar keine so große Rolle mehr.

11.55

Für RB Leipzig wird es darauf ankommen, dass sie die Offensivspieler von Union und vor allem Bobby Wood unter Kontrolle kriegen. Mit seiner Geschwindigkeit, seinen Fähigkeiten im Eins gegen Eins und seinem guten Körpereinsatz ist er durchaus der Prototyp eines Stürmers, gegen den sich die Innenverteidiger Compper und Orban schwer tun könnten. Nicht zu vergessen den giftigen Brandy, der an guten Tagen auch schwer zu kontrollieren ist.

11.57

Apropos Orban. Der wird hier gleich zusammen mit bzw. vor Rangnick auf dem Podium sitzen. Und Auskunft geben müssen über den Stand der Dinge bei ihm und der Mannschaft. Wenigstens kann man ihn nicht verantwortlich machen für die schlechte Chancenverwertung zuletzt..

11.59

Für Kurzentschlossen noch: Um 14 Uhr spielt die U19 hier am Cottaweg ihr Bundesliga-Spitzenspiel gegen Werder Bremen. Ist zwar kalt, lohnt sich aber sicherlich.

12.00

27.000 Tickets wurden bisher verkauft. 4.000 gingen nach Berlin.

12.03

Willi Orban: „Haben uns über die Niederlage bei St. Pauli geärgert. Wollten gewinnen. Leistung war zufriedenstellend. Vorfreude auf Union ist riesig. Haben uns vorgenommen, die drei Punkte in Leipzig zu behalten.“

„Man schaut immer auch auf die anderen Ergebnisse. Selbstverständlich. Habe manchmal das Gefühl, dass es nur noch drei Spiele sind [meint vermutlich, dass die öffentliche Diskussion ihm dieses Gefühl vermittelt]. Aber das ist Quatsch. Sind noch 13 Spiele und viel Punkte zu holen. Ist das beste, sich auf sich selbst zu fokussieren. Konzentrieren uns auf Freitag.“

„Man geht Szenen nach dem Spiel immer noch mal durch. Das ist immer so. Habe mich mehr über das Gegentor auf St. Pauli geärgert als über meine vergebene Chance.“

12.07

„Hat sich von der Motivation her nichts verändert im Training. Wissen, dass eine Niederlage passieren kann.“

Kann die Fragen zu Union und Protest nicht mehr hören. „Freue mich auf Freitag und eine Superstimmung von unseren Fans. Sind zu Spielbeginn so fokussiert, dass man von außen wenig mitbekommt.“

„Gute Qualität im Offensivbereich bei Union. Sieht man schon an den erzielten Toren. Wir wollen dominant auftreten, viele Chancen zu kreieren und Union nicht ins Spiel kommen lassen.“

Torabschluss sei Trainingsinhalt gewesen gestern. „War oft drin der Ball.“

12.08

Orban: „Keine Voraussetzung“, dass man sich mit dem Kollegen in der Innenverteidigung persönlich gut verstehe. MIt Compper passe es aber auch menschlich sehr gut.

12.12

Das war es von Willi Orban, der in typisch nüchterner Art auf die Lage der Fußballwelt blickte. Hat sich in den letzten Wochen noch mal stärker zu einem Führungsspieler entwickelt. Auch in Bezug auf den Spielaufbau bei RB Leipzig übernimmt er mehr und mehr Verantwortung und zeigt die Qualitäten aus seinen Kaiserslauterer Tagen.

12.14

Offenbar war Ralf Rangnick nicht darauf vorbereitet, dass Orban die Presse so schnell abfertigt. Lässt noch auf sich warten, der Chefcoach.

12.22

Ralf Rangnick: Für Ilsanker wird es bis Freitag „knapp“. Gehe ihm besser, aber Schmerzen an der Schulter sind noch da. „Bin eher skeptisch, aber wir lassen uns überraschen.“

Rani Khedira sei die naheliegende Ersatzlösung für Ilsanker. Habe sich bei der U23 gut präsentiert am Wochenende. Auch zwei kleine Sechser oder nur eine Sechser seien denkbar.

Stürmer? Poulsen und Sabitzer seien mehr oder weniger gesetzt. Dass da noch ein Stürmer dazukomme (Selke) und Sabitzer nach rechts rutsche, sei „unwahrscheinlich“, aber auch das möglich.

Dass Union mit Dreierkette spielt, spiele durchaus eine Rolle. Berlin spiele ein wenig wie Braunschweig. Deswegen werde man sich ein Stückweit an dem Spiel gegen Eintracht orientieren.

Ob Halstenberg spielt oder nicht spielt, hänge nicht an der Holocaust-Mahnmal-Selfie-Geschichte. Rangnick wünscht sich trotzdem mehr Sensibilität im Umgang mit sozialen Netzwerken. Hat noch mal mit der Mannschaft gesprochen und sie dafür sensibilisiert, dass Postings in sozialen Netzwerken in der Zeitung landen.

Rangnick ist der Meinung, dass es für die Welt nicht interessant ist und es niemand im Netz wissen will, was Spieler wann wo in ihrer Freizeit machen. Ist sichtlich genervt von der Geschichte. „Macht keinen Spaß.“

12.25

Rangnick: Nimmt die Müller-Mainz-Klage gegen die Zulässigkeit von Befristungen von Spielerverträgen noch nicht ernst, weil sie weltfremd seien.

Den Messi-Suarez-Elfmeter habe Rangnick nicht gesehen. Sei auch ein alter Hut und habe es schon früher gegeben.

Jung habe gut gespielt zuletzt. „Nicht automatisch“ so, dass man wieder auf Halstenberg zurückwechsle. „Noch keine Entscheidung gefallen.“ Auch vorstellbar, dass Jung und Halstenberg zusammen auflaufen. Jung könne auch auf der Sechs und links vorn spielen. Forsberg habe gestern nicht trainiert. Soll aber heute wieder mit dabei sein.

Auch in der Innenverteidigung sei ein Wechsel denkbar. Nukan stehe bereit. Wen Rangnick dann rausnehmen würde, sagt er nicht.

„Union offensiv überdurchschnittlich gut besetzt. Trauen uns zu zu gewinnen, aber dazu brauchen wir eine Leistung wie gegen Braunschweig.“

12.30

Rangnick: Auch neue Eckenvarianten seien denkbar. Gegen St. Pauli leider die guten Standardchancen nicht genutzt.

Zu Massimo Bruno: „Über die Anlagen und Fähigkeiten müssen wir uns nicht unterhalten. Ihm fehlt die letzte Überzeugung in den Aktionen. Wie auch in der 81. Minute bei seiner Chance beim FC St. Pauli.“ Ein Tor könne da vielleicht den Knoten lösen. „In ihm schlummert mehr, aber er muss es auch auf den Platz bringen.“

Beim FC St. Pauli so dominant gewesen wie noch nie zuvor auswärts diese Saison. Gegentor wurde beim Videostudium noch mal intensiv besprochen. Spielanlage sei bei dem Spiel aber „in Ordnung“ gewesen. Deshalb kein Grund, gerade etwas anzuzweifeln.

12.34

Das war es von hier. Ralf Rangnick etwas sackig in Bezug auf die Nutzung von sozialen Medien seitens der Spieler. Offenbar auch aufgrund von Vorkommnissen in der Vergangenheit. Seine Ansicht, dass sich niemand dafür interessiere, was Spieler online posten, ist allerdings arg exklusiv. Gerade das macht ja moderne Spielermarkenbildung aus, dass ein Davie Selke immer wieder Fotos mit neuesten Klamotten vor immer neuem Stadthintergrund hochlädt. Das mag man inhaltlich albern finden, aber dass Leute das interessant finden, sollte man nicht vergessen. Rangnicks eigene Presseabteilung weiß natürlich darum und teilt immer wieder auch Postings der Spieler auf den eigenen Kanälen..

12.36

Es ist zu befürchten, dass im Halstenberg-Nachklapp gar nichts mehr außer weichgespülten ‚Ich reite im Urlaub auf einem Kamel‘-Fotos von den Spielern auf ihren Kanälen zu kriegen sein wird. So unglücklich die Postings von Halstenbergs Freudin bei Instagram gewesen sein mögen, sich auf ein dröges ’sagen gar nichts mehr relevantes‘ zurückzuziehen, ist noch unhübscher. Aber vermutlich ist das halt in der modernen Fußballwelt so.

12.38

Naja, sei es drum. Freuen wir uns auf das Spiel am Freitag gegen Union Berlin. Das hat genug Potenzial, um Gesprächsstoff aller Art zu liefern. Schon wieder Flutlicht. Über 30.000 Zuschauer. Sollte doch ein guter Fußballabend werden. In diesem Sinne eine schöne Restwoche. Wir lesen uns hier und in einem dieser uninteressanten sozialen Netzwerke.

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3 Gedanken zu „Viel Offensivpotenzial“

  1. Heute sah die Live-PK richtig schick aus RBB!! Nur die zeitliche Abfolge stand auf dem Kopf 😉

    Wir hatten ja schon das Thema Rangnick und Sabitzer. Das Du Beide innerhalb von ein paar Tagen als sackig bezeichnet, kommt der Vater-Sohn-Theorie näher 😉

    Bin gespannt, wen Union / Lewandowski aufs Feld schicken kann. Sie sollen ja 7 Ausfälle haben. Das Duell der Weltmeisterbrüder wird wohl demnach nicht stattfinden.

  2. Alles gut erfasst.sollten offensiv starten wie beim letzten Heimspiel gegen Union . Aber immer auf Wood aufpassen, da das Spiel wiedermal von Unioner seite mit langen Bällen auf Wood und Kreilach laufen wird und Wood ja schon mal auf diese Weise im Auer Dress vor fast einem Jahr getroffen hat.

  3. „Heute sah die Live-PK richtig schick aus RBB!! Nur die zeitliche Abfolge stand auf dem Kopf.“

    Die Abfolge kann man eigentlich mit dem neuen Liveticker-Tool selber festlegen (ob von oben nach unten oder unten nach oben). Müssten während des Livetickerns ganz oben eigentlich so Pfeile sein, die man dann entsprechend des eigenen Wunsches verändert. Muss noch mal gucken, ob man die Voreinstellung noch so ändern kann, dass das Neueste unten dran kommt.

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