Schon wieder ein Stabilitätstest in Bochum

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim VfL Bochum (18.10.2015, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Lukas Klostermann.]

Zwei Ligablöcke, die jeweils von Länderspielpausen abgeschnitten wurden, gab es bis jetzt. Im ersten Ligablock spielte RB Leipzig durchwachsen und punktete dementsprechend bzw. eher noch zu hoch. Im zweiten Ligablock spielte man weitgehend guten, dominanten und ausbalancierten Fußball, punktete aber nicht wesentlich besser als im ersten. Im nun folgenden dritten Ligablock bis Anfang November würde man nun gern Leistung und Punkteausbeute im positiven Sinne zusammenbringen.

Die nächsten Wochen haben es für RB Leipzig durchaus in sich. Bis Ende November werden von sieben Spielen (inklusive DFB-Pokal) fünf auswärts stattfinden. Und zum Auftakt wartet mit dem VfL Bochum das aktuell beste Team der Liga als absoluter Gradmesser und potenzieller Stolperstein.

Dass dieses Spiel ein besonderes ist, sieht man auch daran, dass die ansonsten in Bezug auf RB meist mit Mini-Quoten herumwerfenden, aktuellen Online-Wettanbieter diesmal keine Favoritenrolle vergeben wollen. Völlig ausgeglichene Quoten haben zwar keine wirkliche sportliche Bedeutung, spiegeln aber zumindest den enormen Respekt wieder, den sich der VfL Bochum in dieser Saison erarbeitet hat.

Zurecht erarbeitet hat. Denn dass man unter Gertjan Verbeek weiterhin für Tore gut sein würde, konnte man mit gutem Gewissen vermuten, dass man allerdings nach zehn Spieltagen zusammen mit St. Pauli, Braunschweig und Heidenheim die stabilste Defensive stellt, konnte man nicht wirklich erwarten. Nur sieben Gegentore sind ein bemerkenswerter Schnitt.

Der dadurch noch bemerkenswerter wird, dass Bochum eben nicht, wie so viele andere Teams in der zweiten Liga, das Heil in kompaktem Verteidigen und anschließenden Umschaltfußball sucht, sondern eines der wenigen Teams ist, das den Ball haben und den Gegner bespielen will. Direkt hinter Freiburg und noch vor Leipzig hat Bochum den meisten Ballbesitz der Liga und spielt auf Augenhöhe mit Freiburg (aber deutlich mehr als Leipzig) Pässe und auch Pässe, die ankommen.

Sprich, der Ball zirkuliert im Ballbesitz in den Bochumer Reihen, wobei die hohe Passquote auch davon zeugt, dass man die Ballzirkulation, trotz des häufigen Versuchs, tief zu spielen, sehr gut beherrscht. Dass sie mit dieser Art des Fußballs mit einer Mannschaft, die von der individuellen fußballerischen Klasse anderer Mannschaften durchaus ein Stück entfernt ist, erfolgreich bis auf Platz 1 stürmen können, ist vielleicht die positive Überraschung der bisherigen Saison. Weil man eigentlich schon nicht geglaubt hatte, dass viel Ballbesitz in dieser Liga irgendeinen Vorteil bringt. Und weil man viel mehr noch glaubte, dass eine solche Spielweise nur mit einem überdurchschnittlich talentierten Personal zu bewerkstelligen ist.

Wobei es auch ungerecht wäre, das Bochumer Team als untalentiert zu bezeichnen, da einige Spieler mit allerlei Fähigkeiten im Kader stehen. Aber schon den drei Spielern, die von hinten aufbauen sollen, also Keeper Luthe und der Innenverteidigung Bastians und Fabian, hätte man spielerische Qualitäten auf Zweitligatopniveau nun nicht unbedingt zugeschrieben. Wobei das Ziel des Bochumer Spiels auch nicht unbedingt ist, immer von hinten aufzubauen, sondern man natürlich darauf zielt, Bälle auch schon früher zu erobern, um den Ballbesitzweg nach vorn nicht allzu lang werden zu lassen.

Aktivität ist die Überschrift über dem Bochumer Spiel und stellvertretend dafür stehen auch die beiden offensiven Außenspieler Marco Terrazino und Onur Bulut, die immer wieder Sprints in die Tiefe anziehen, um einerseits anspielbar für tiefe Bälle zu sein, aber auch die gegnerische Verteidigung auf sich zu ziehen und so wiederum Räume für andere zu schaffen. Diese immer wieder stattfindenden Tempoverschärfungen sind ein spezielles Bochumer Merkmal, mit dem sie ihren Ballbesitzfußball zu einem torgefährlichen machen. Wenn es um Sprints und schnelle Läufe geht, ist Bochum jedenfalls in einigen Parametern Ligaspitze und betreibt mehr Aufwand als RB Leipzig, die bekanntermaßen in der absolvierten Gesamtlaufstrecke die zweite Liga anführen.

Neben den immer wieder in die Tiefe ziehenden Terrazino und Bulut, die zusammen schon 11 Scorerpunkte (Tore oder direkte Vorlagen) verzeichnen konnten, ist offensiv noch Neuzugang Janik Haberer zu nennen, der von Hoffenheim ausgeliehen wurde und sich als relativ freier Offensivspieler sehr gut eingepasst hat. Allerdings fehlt ihm vor dem Tor noch die Abgeklärtheit und Effektivität, um von einem guten Offensivspieler zu einem sehr guten Offensivspieler der zweiten Liga zu werden. Aber wenn er diese Effektivität schon hätte, wäre er wohl auch kaum in die zweite Liga verliehen worden.

Der Offensivspieler schlechthin in Bochum ist natürlich Simon Terodde, der saisonübergreifend 30 Tore in 46 Spielen (inklusive DFB-Pokal) erzielt hat, nachdem er im Sommer 2014 bei Union Berlin als überflüssig aussortiert wurde und ablösefrei zum VfL wechseln durfte. Klar, Terodde wirkt an manchen Stellen etwas schlaksig, hat aber trotzdem eine sehr ordentliche Ballbehandlung, schirmt Bälle sehr gut ab und hat vor allem einen phänomenalen Torabschuss aus allen Situationen heraus und eine sehr gute Antizipation von torgefährlichen Situationen.

Terodde lebt natürlich davon, dass das Bochumer Spiel seit über einem Jahr sehr auf ihn zugeschnitten ist und er Flügelspieler hat, die immer wieder Situationen generieren, in denen er glänzen kann oder ihm die Räume für Aktionen geben. Die Konstanz über mehr als 12 Monate hinweg unter verschiedenen Trainern spricht allerdings dafür, dass Teroddes Qualitäten einen hohen Anteil an der Torquote haben und es nicht ausschließlich die Folge der Zuarbeit der Mannschaft ist.

Drei Viertel aller Scorerpunkte versammelt das Offensivquartett Terodde, Haberer, Bulut und Terrazino. Ergänzt wird diese Stammbesetzung noch durch Peniel Mlapa, der auch beweist, dass in Bochum sehr gut gearbeitet wird. Von 1860 über Hoffenheim und Gladbach bis hin zu Nürnberg rutschte Mlapa in den jeweiligen Teams als einstiges Talent mit sehr guten Ansätzen immer weiter in die zweite Reihe. In Bochum störte man sich daran nicht und gab ihm einen Zweijahresvertrag. Und hat nun einen Stürmer, der in seinen sechs Kurzeinsätzen schon gezeigt hat, dass er als physischer Stürmertyp gerade gegen tief verteidigende, kompakte Zweitligaverteidigungen noch mal den entscheidenden Punch mitbringen kann. Zwei Tore hat er in gerade mal 144 Minuten Einsatzzeit schon erzielt und hätte gegen Kaiserslautern ein lange Zeit verloren geglaubtes Spiel fast noch gedreht.

Ein Phänomen auch die Kernmannschaft des VfL Bochum. Erst am neunten Spieltag gab es ertmals (verletzungs- bzw. krankheitsbedingte) Wechsel in der Startformation. Und prompt die erste Niederlage. Fast 83 Minuten lang standen die 11 meisteingesetzten Spieler in Bochum bisher im Schnitt pro Spiel auf dem Platz. Zum Vergleich: bei RB Leipzig sind es gerade mal 72 Minuten. Gegen Leipzig kann man davon ausgehen, dass wieder die Stammbesetzung auf dem Platz stehen wird.

Dass die Spieler in Bochum so viel gemeinsame Spielzeit kriegen, ist natürlich sehr gut für die Eingespieltheit des Teams und auch ein Zeichen dafür, dass die Teamstruktur stimmt. Auf der anderen Seite stellt sich auf Dauer natürlich die Frage, ob diejenigen, die hintenanstehen wie ein Thomas Eisfeld, der im Winter mit viel Tamtam aus England geholt und im Sommer fest verpflichtet wurde und nun auf der Bank sitzt, auf Dauer mit ihren Rollen glücklich werden.

Und es stellt sich die Frage, wie tief der Kader tatsächlich mit Qualität besetzt ist. Cacutalua, Eisfeld, Mlapa, Simunek, Rafael, Weis, Riemann oder Novikovas. Das klingt durchaus nach Alternativen, die auch Ausfälle ausgleichen können. Wobei bei vielen von ihnen angesichts fehlender Einsatzzeiten die Frage nach der aktuellen Form bleibt.

Der VfL Bochum verfügt über ein sehr erfahrenes Team. Von der Stamm-11 sind nur zwei Spieler nicht zwischen Mitte 20 und 30, sondern jünger. Ein Team komplett im besten Fußballalter. Und ein Team, in dem fast alle Spieler noch ohne größere Bundesligaerfahrung sind und sehr gern einmal dahinwollen. Bzw. vermutlich auch wissen, dass der einfachste und vielleicht auch einzigste Weg (von einzelnen Ausnahmen abgesehen), in die Bundesliga zu kommen, darin besteht, selbst aufzusteigen.

Dieses Thema wischt man in Bochum inzwischen zumindest nicht mehr sofort vom Tisch. Und aus dem, was den Spielermündern entfleucht, lässt sich ohne größere Mühen herausinterpretieren, dass der Aufstiegstraum schon irgendwie im Hinterkopf steckt. Das war im Sommer nicht unbedingt absehbar, dass sich die Geschichte so entwickeln würde. Mit Tasaka und Latza hatte man wichtige Spieler verloren. Mit Gregoritsch, Holthaus oder Abdat gingen vielversprechende Talente. Und mit  Zahirovic, Sestak, Forssell oder Esser gingen mehr oder minder wichtige Ergänzungsspieler.

Auf der Neuzugangsseite sah es dagegen nicht wirklich berauschend aus. Haberer und Hoogland, klar. Mit Manuel Riemann (Sandhausen) eigentlich eine neue Nummer 1, die dann aber doch wieder vom in Bochum schon abgeschriebenen, eine sehr gute Saison spielenden Andreas Luthe sehr eindrucksvoll abgefangen wurde. Dazu ein paar Talente aus dem eigenen Nachwuchs. Und mit Rafael, Mlapa und Novikovas (spielte am letzten Spieltag das erste Mal seit sieben Monaten wieder) drei hinsichtlich ihrer Leistungen eher unberechenbare Neuzugänge.

Doch die Sache funktioniert, was sicherlich auch daran liegt, dass die sportlichen Hierarchien im Team relativ klar sind. Was dann eben doch auch eine Folge der Abgänge und Zugänge vom Sommer ist, die sicherlich die individuelle Klasse im Team nicht erhöht, aber die Kaderstrukturen geschärft haben.

Mit Bochum und Leipzig treffen jene Teams aufeinander, die bisher in der zweiten Liga am häufigsten auf das gegnerische Tor geschossen haben (sowohl generell, als auch aus dem Strafraum heraus) und gleichzeitig jene zwei Teams, die die am zweit- bzw. drittwenigsten (hinter Heidenheim) Schüsse zugelassen haben, bei denen der eigene Torwart eingreifen oder den Ball aus dem Netz holen musste.

Da beide Mannschaften bisher dafür standen, ihre Spielphilosophie unabhängig vom Gegner durchzuziehen (wie Bochum vor einem halben Jahr an selber Stelle schon bewiesen hatte), kann man davon ausgehen, dass es auch im direkten Aufeinandertreffen viele Torschussversuche geben wird, sodass die Defensivstatistiken ordentlich auf der Probe stehen. Dass am Ende ein 0:0 auf der Anzeigetafel steht, sollte jedenfalls bei den Qualitäten in beiden Offensivreihen sehr unwahrscheinlich sein.

RB Leipzig hat beim Angehen der Aufgabe nach der Länderspielpause die Kaderqual der Wahl. Bis auf Terrence Boyd sind alle Spieler potenziell einsatzfähig. Auch die Länderspielreisenden sind zeitig genug zurückgekehrt bzw. nicht so übermäßig im Einsatz gewesen, als dass man mit ihnen nicht rechnen dürfte. Einzig Lukas Klostermann hat bei seinem Wiedersehen mit dem alten Club 180 Pflichtspielminuten mit der deutschen U21 in den Beinen und wäre zumindest ein potenzieller Kandidat, aus Frischeerwägungen auf der Bank zu bleiben. Allerdings war er als Rechtsverteidiger vor der Länderspielpause durchaus so überzeugend, dass man ungern auf ihn verzichten würde.

Primäre Aufgabe für die nächsten Wochen sei es laut Rangnick, endlich Stabilität in die Abwehrviererkette zu bringen. Personelle Konstanz wäre da sicherlich kein Nachteil. Weswegen es auch wahrscheinlich ist, dass erneut Marvin Compper an der Seite des sowieso gesetzten Willi Orban innenverteidigt.

Richtung Offensive gibt es auch nicht sehr viele Gründe, großartige Wechsel durchzuführen. Die Besetzung hat sich im letzten Spiel gegen Nürnberg bewährt und dürfte auch weiterhin das Vertrauen haben, falls nicht jemand im Training explodiert. Heißt auch, dass Poulsen und Bruno (weil Forsberg wieder fit ist) vorerst mit Bankrollen vorlieb nehmen müssten.

Mögliche Aufstellungen:

  • VfL Bochum: Luthe – Celozzi, Fabian, Bastians, Perthel – Hoogland, Losilla – Bulut, Haberer, Terrazino – Terodde
  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann (Teigl), Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Ilsanker – Kaiser, Sabitzer, Forsberg – Selke

Das Spiel in Bochum wird für RB Leipzig eine sportliche Herausforderung, weil man die Offensive mit schnellen Flügelspielern unter Kontrolle halten muss und gleichzeitig gegen eine gute defensive Mischung aus physischer Mittelfeld- bzw. Verteidigungszentrale um den Block Losilla, Fabian, Bastians und sicheren Außenverteidigern anspielen muss. Zum Faktor könnte dabei auch das Heimpublikum werden, das nach einer Delle in der letzten Saison mit teilweise nur knapp über 10.000 Zuschauern auch diesmal wieder zahlreich ins Stadion strömen wird. Sicherlich mehr als 20.000 Besucher werden in dem engen Stadion auch zu einer Atmosphäre beitragen, gegen die RB Leipzig erst einmal anspielen und gegen die man sich behaupten muss.

Fazit: Das Duell zwischen dem VfL Bochum und RB Leipzig verspricht sehr viel. Zwei Teams, die gerne den Ball haben und offensiv Akzente setzen wollen, kämpfen im (neben Freiburg gegen Fürth) Spitzenspiel des 11.Spieltags um drei Punkte. Drei Punkte, die für Bochum schon sieben Punkte Vorsprung auf Leipzig bedeuten würden. Drei Punkte, die Leipzig gerne hätte, um der Tabellenspitze noch mehr auf die Pelle zu rücken. Wird interessant sein zu sehen, wessen Balance zwischen Defensive und Offensive sich in diesem Duell als stabiler erweisen wird. Vor einem halben Jahr bestand RB Leipzig den damaligen, offenen Stabilitätstest in zuvor nicht immer stabilen Zeiten. Man wird eine sehr gute Leistung brauchen, um dies zu wiederholen.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim VfL Bochum nicht vor Ort verfolgen kann und am 18.10.2015, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. VfL Bochum

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim VfL Bochum. Mit Ralf Rangnick und Lukas Klostermann.

10.20

Fühlt sich zwar an wie sieben Tage Bettwetter mit dem Spätherbstregen da draußen, aber es geht doch weiter mit der zweiten Liga. Das Spiel in Bochum ist dann gleich ein ganz scharfer Start nach der Länderspielpause. Und wenn die Wetterprognosen für Bochum richtig sind, dann gibt es auch dort bis zum Spieltag und am Spieltag einigen Regen. Was die Ausgangslage für das Match zwischen zwei Mannschaften, die eigentlich gern Fußball spielen, vielleicht auch noch mal ein wenig verändert.

10.25

Wetter hin oder her, es werden auch diesmal mehr als 20.000 Zuschauer kommen. Ein paar Hundert werden es wohl auch aus Leipzig werden. Ein stimmiger Rahmen für das Spiel ist also gesichert.

10.39

Lukas Klostermann zur U21-Nationalmannschaft: „Durfte zweimal ran über die volle Distanz. Haben beide Spiele souverän gewonnen. Bei allem Respekt waren es nicht die Gegner, die unser Niveau hatten. Haben es konsequent und diszipliniert gespielt. Bin sehr gut aufgenommen worden vom Team.“

Zu Bochum: „Ist natürlich ein besonderes Spiel, weil auch viele Freunde von mir da sein werden. Kenne das Stadion sehr gut. Atmosphäre wird sehr gut sein.“

Bei der U21 mit den Bochumern über die Vereine geredet. „Aber nicht über Internas.“ „Bin bei der U21 nicht der einzige aus dem 96er Jahrgang. Bringt keine Schwierigkeiten. Kann da viel lernen.“

Klostermann hat nicht damit gerechnet, dass er in Leipzig und bei der U21 so viel Spielzeiten kriegt. Gewünscht hat er es sich schon. „Ist mir egal auf welcher Position ich spiele. Spiele dort, wo man mich braucht.“

„Bochum hat eine sehr offensive Philosophie. Vorn sehr viel Qualität und gute Knipser. Wenn man viele Tore schießt und wenige kassiert, dann sammeln sich eben die Punkte an.“

„Weiß nicht, ob Bochum lange oben mitspielen kann. Die Qualität haben sie.“

„Im großen und ganzen wird es in Bochum nicht anders als letztes Jahr. Wenn man auf dem Platz steht, will man gewinnen. Dass ich dort lange gespielt und eine gute Ausbildung genossen habe, steht außer Frage. Will aber trotzdem gewinnen.“

Irgendwas mit Ausflug in die Billardhalle gestern mit dem Team. „Hat sehr viel Spaß gemacht und die Mannschaft vielleicht noch mehr zusammengeschweißt.“

10.52

Ralf Rangnick: Sehr gute personelle Situation. Boyd weiter verletzt. Auch Strauß hat sich erneut verletzt und fehlt wieder. „Vom Kopf her nicht ganz einfach für den Jungen, dass er sich erneut muskulär verletzt hat.“ Ansonsten alle dabei. Für Nukan kommt das Bochum-Spiel noch zu früh. Soll über die U23 erst mal Wettkampfhärte bekommen.

Klostermann entwickelt sich so, wie es sich beide Seiten erhofft haben. „Sehr talentierter Spieler auf seiner Position. Wenige Spieler in seinem Alter mit dem Gesamtpaket. Geht darum, sich stetig weiterzuentwickeln.“ „Bringt für die Rechtsverteidigerposition einiges mit. Wenn er ein paar Jahre auf dem Buckel hat, wird er auch für die Innenverteidigung in Frage kommen. War bei Boateng ähnlich und so könnte es auch bei Klostermann kommen.“ „Wichtig ist, dass er spielt.“ Klostermann würde offenbar gerne eher innen spielen, Rangnick sieht für ihn rechts hinten wegen der Konkurrenzsituation die besseren Einsatzchancen. „Natürlich kann er auch Innenverteidiger spielen, aber wenn man sieht, wer da alles bei uns spielen kann, dann wird es rechts hinten eher möglich sein, regelmäßig zu spielen.“

Will nicht öffentlich über Bochums Schwachstellen reden. „Spielen beim Tabellenführer. Ausgangssituation ist klar. Sehe uns nicht in der Favoritenrolle. Wer zuletzt 5:0 gegen Fürth gewonnen hat, sollte vor eigenem Publikum gewinnen wollen. Wir wollen auch gewinnen.“

„Gibt keinen Grund, auf mehreren Positionen zu wechseln. Emil Forsberg steht zur Verfügung. Möglich, dass er spielt. Im größeren Stil wird es aber keine Veränderungen geben.“

„Müssen versuchen, gegnerische Standards besser zu verteidigen. Aber auch gucken, dass wir nicht so viele Standards zulassen. Darum geht es auch in Bochum. Standards werden morgen sicher auch noch mal ein Trainingsschwerpunkt.“

„Bochum ist vom Personal her überdurchschnittlich besetzt. Hätten auch letzte Saison schon weiter vorne liegen können. Überrascht mit nicht. Beim 5:0 in Fürth war ich aber auch überrascht. Als ich das Ergebnis hörte, habe ich gedacht, dass da zwei rote Karten oder so im Spiel waren. Steckt richtig Qualität dahinter.“

„Bochum hat mit Terodde einen Torjäger, der wenig Chancen braucht. Dürfen da nicht so viele Bälle in den Strafraum kommen lassen. Mannschaft, die gepflegten Fußball spielen möchte. Den Spielfluß dürfen wir nicht zulassen. Dazu sind wir eigentlich in der Lage.“ „Gegen Nürnberg eine Halbzeit lang gut, dann zu sehr im Stile einer Handballmannschaft.“ „Dürfen Spielfreude der Bochumer nicht zulassen“ und dafür eigenes Umschaltspiel konsequent durchziehen.

10.56

Irgendwas mit Teambuilding in der Billardhalle gestern noch mal. „Runde Sache mit Wettkampfcharakter. Wurde auch viel geredet miteinander.“

Irgendwas mit Wetterdepression. „Drei Punkte holen am Sonntag hilft am besten dagegen.“ Heißes Sommerwetter liege der Mannschaft weniger als das aktuelle Regenwetter.

10.57

Rund 500 RB-Fans werden mit nach Bochum fahren.

11.09

Das war es von hier. Ralf Rangnick versucht die Favoritenrolle nach Bochum zu schieben. Das dürfte man dort mit einem kleinen Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Auch wenn es tabellarisch stimmen mag.

Egal wie, es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Partie am Sonntag tatsächlich entwickelt und welche Qualitäten stärker zum Tragen kommen. Viel Spaß beim Verfolgen dessen, egal ob vor dem TV, vor dem Radio oder vor Ort. Und ein schönes Wochenende allerseits.

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2 Gedanken zu „Schon wieder ein Stabilitätstest in Bochum“

  1. Gibt nicht viel Ergänzen. Respekt!

    In Nuancen unterscheidet sich unsere Wahrnehmung. Aber ich habe auch eine VfL-Brille auf:
    – ein fitter Simunek und Bastians wären in meinen Augen wahrscheinlich das beste Innenverteidiger-Duo der 2.Liga
    – Hoogland ersetzt Latza mindestens gleichwertig. Wahrscheinlich hat Latza auch nicht wirklich gut zu Verbeeks Spielweise gepasst. Zumnindest wurde bei Latza letzte Saison immer wieder über die Fehlpässe und phlegmatische Spielweise gemurrt.
    – Bis auf die AV-Positionen sind wir auf der Bank gut besetzt und können Ausfälle verkraften. Insgesamt finde ich den Kader nicht schlechter als letztes Jahr, eher stärker. Der einzige wirkliche Verlust ist Gregoritsch und Esser. Die mit Haberer und Riemann aber gut ausgeglichen wurden.
    – Talente: Terrazino: Fritz-Walther-Medaille in Gold, Mlapa: Fritz-Walter-Medaille in Gold. Wenn sie direkt durchgestartet wären, würden sie halt auch in Hoffenheim oder Gladbach und nicht bei uns kicken.
    – Zuschauerzuspruch war letzte Saison schon besser als das Jahr zuvor. Schön wäre es, wenn auch gegen Sandhausen und FSV Frankfurt wenigstens 15.000 Zuschauer kommen würden. Bis jetzt waren halt vor allem Mannschaften zu Besuch, die einen guten Namen haben und/oder der Region kommen (mit entsprechenden Gästenfans): MSV, F95, 1.FCN, 1860, FCK

    An einem guten

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