2.Bundesliga: RB Leipzig vs. FC Erzgebirge Aue 1:0

Zweitligaalltag kann schon schön sein, wenn man zusammen mit reichlich 34.000 anderen an einem Freitagabend ein Spiel beobachten darf, über das im Laufe der Zeit immer stärker das Flutlicht strahlt. Die Partie zwischen RB Leipzig und dem FC Erzgebirge Aue konnte zumindest 30 Minuten lang mit diesem Ambiente mithalten. Anschließend wurde es ein spielerisch nicht sonderlich hochklassiges Kampfspiel, in dem RB Leipzig die knappe 1:0-Führung über die Zeit rettete.

Angefangen hatte der Spieltag mit der guten Nachricht, dass Joshua Kimmich und Diego Demme trotz ihrer Verletzungen unter der Woche auflaufen konnten. Was allerdings von der unschönen Nachricht konterkariert wurde, dass ausgerechnet der Kopf des Offensiv- und Pressingspiels Dominik Kaiser wegen einer Oberschenkelblessur passen muss. Für ihn kam Clemens Fandrich in die Mannschaft, der seine Sache ordentlich, aber eher unauffällig machte.

Taktisch veränderte sich durch den Ausfall von Kaiser nichts. Fandrich übernahm einfach seine Position auf der Zehn. Und auch am Spielverlauf veränderte sich im Vergleich zu den letzten Spielen nichts, denn RB Leipzig war von Beginn an das dominante Team, das früh Druck auf den Gegner ausübte und sich so auch sofort am Auer Strafraum festsetzte. Dass es dann nach gerade einmal etwas mehr als zwei Minuten im Kasten der Gäste klingelte, war der frühe Lohn dieser Spielweise. Man kann die Entstehung als glücklich bezeichnen, aber letztlich war es fast schon ein RB-Klassiker.


Denn einen Einwurf köpft die Auer Verteidigung aus dem Strafraum, wo Novikovas den Ball dann wegschlagen will, aber mit dem Ball nur den Kopf des eben nicht abwartenden, sondern pressend heranstürmenden Anthony Jung trifft, von wo aus der Ball zurück in den Strafraum springt. Daniel Frahn nimmt den Ball gedankenschnell und dankbar auf und versenkt ihn in seiner ihm an guten Tagen eigenen Art im langen Eck.

Ein Tor, das gleichzeitig zum ersten, aber nicht zum letzten Mal an diesem Abend das Problem des FC Erzgebirge Aue deutlich machte. Das darin bestand, dass insbesondere die Abwehr-Viererkette wie schon im Heimspiel gegen Bochum mit der Handlungsschnelligkeit der Gegenspieler kaum mithalten konnte. Da scheint insbesondere in Eins-gegen-Eins-Situationen auch ein wenig die individuelle Klasse zu fehlen, um defensive Stabilität zu erlangen. Kapitän René Klingbeil war es diesmal beim Gegentor, der Daniel Frahn in seinem Rücken aus den Augen verlor und dann nicht mehr entscheidend eingreifen konnte.

Der Kapitän, wie man ihn kennt und schätzt - Daniel Frahn mit seinem ersten Tor in der zweiten Liga zum entscheidenden 1:0 gegen Erzgebirge Aue | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Das Tor war aus Auer Sicht der Worst Case, denn wie Gäste-Coach Falko Götz nach dem Spiel zu Protokoll gab, war damit der Matchplan schon dahin. Der, so konnte man zumindest aus der Aufstellung schließen, eher defensiver Natur war. Mit Klingbeil verteidigte rechts einer, der sonst auch Innenverteidiger spielt bzw. spielen kann. Im defensiven Mittelfeld lief mit Ivan Gonzalez ein weiterer Innenverteidiger auf. Und im linken Mittelfeld stand mit Filip Luksik einer, der auch den linken Verteidigerposten besetzen könnte bzw. zumindest die wesentlich defensivere Variante gegenüber Neuzugang Romario Kortzorg ist. Alles auf defensive Stabilität und Aggressivität gesetzt und dann liegst du nach reichlich zwei Minuten hinten. Viel schlimmer geht es nicht.

Viel schlimmer hätte es aber noch werden können, wenn denn RB Leipzig in den folgenden 30 Minuten die wenigen Chancen, die sie hatten, genutzt hätten oder die vielen potenziell gefährlichen Situationen konsequenter genutzt und ausgespielt hätten. Denn in der Arbeit gegen den Ball machte man enorm viel richtig, ließ dem Gegner weder Raum noch irgendeine Chance zum Mitspielen und kam so immer wieder in Strafraumnähe in aussichtsreiche Situationen. Viel Torgefahr und ein weiteres Tor gönnte man sich allerdings nicht.

Im Verlauf der ersten Halbzeit hatte man dann ein wenig das Gefühl, dass RB Leipzig sich von unerwartet schwachen, ziemlich passiven und im Offensiv- und Umschaltspiel harmlosen Gästen immer mehr einlullen und Zielstrebigkeit in Richtung gegnerisches Tor und Konzentration und Genauigkeit im Passspiel vermissen lässt. Sodass ein direkter Jung-Freistoß nach einer reichlichen halben Stunde die so ziemlich letzte gefährliche Situation vor der Pause war. Man blieb zwar bis zum Halbzeitpfiff absolut dominant, machte aber offensiv zu wenig aus der Dominanz.

Unschöner Knackpunkt im Spiel war dann die 42.Minute als Niklas Hoheneder im Strafraum bei einem Kopfballduell durch die Luft gewirbelt wird und ungebremst mit dem Kopf zuerst auf dem Rasen aufkommt und sein gesamtes Körpergewicht auf Kopf und Hals staucht. Ein Horrorsturz, den man (also ich zumindest) sich nicht wirklich noch mal in Zeitlupe auf irgendeinem Kanal angucken will. Hoheneder blieb erstmal regungslos liegen und alle Spieler drumherum wedelten sofort heftig mit den Armen, um die medizinische Versorgung herbeizurufen. Wem bei diesem Sturz nicht sofort sämtliche Horrorszenarien durch den Kopf gingen, der muss schon ziemlich hartgesotten sein. Glücklicherweise, so stellte sich nach dem Spiel heraus, zog sich Hoheneder ’nur‘ eine schwere Stauchung der Halswirbelsäule zu. Was das im Endeffekt für den weiteren Heilungsverlauf bedeutet, wird man erst noch erfahren. Wegen der Verletzung und eines weiter vorhandenen „Kraftdefizits“ im linken Arm kam der Innenverteidiger erst einmal zur weiteren Beobachtung ins Krankenhaus. Bleibt zu hoffen, dass Hoheneder bald wieder auf dem Posten ist. Gute Besserung von dieser Stelle.

Der Schock der Hoheneder-Verletzung (Compper kam dadurch zu seinem Debüt) saß dem einen oder anderen auf der Tribüne ziemlich in den Knochen und ließ die ganz große Lust auf Fußball erst einmal vergehen (man musste zu diesem Zeitpunkt ja noch mit dem schlimmsten rechnen). Der Mannschaft, die in der Halbzeitpause zusätzlich noch dabei zusehen musste wie Hoheneder in der Kabine mit Halskrause und in still liegender Position versorgt wurde, schien der Schock auch in den Gliedern zu stecken, denn in der zweiten Halbzeit war von der Dominanz der ersten 45 Minuten nicht mehr viel zu sehen. Viel seltener fand man nun im Spiel gegen den Ball den Zugriff. Und wenn man denn dann den Ball mal hatte, verlor man sich entweder in Kurzpässen, Querpässen und Klein-Klein oder spielte viel zu ungenau in die Spitze.

Wodurch man letztlich den Gegner, der noch mal mit neuem Selbstvertrauen aus der Kabine kam, stark machte, da der nun ab und an die Räume bekam, um die Außenbahnen, die insgesamt trotzdem gut abgemeldet waren, ins Spiel zu bringen. Es bewahrheitete sich das, was man schon in den ersten Spielen sehen konnte, dass man das Auer Spiel ganz gut unter Kontrolle hat, wenn man die Außenbahnen erfolgreich zustellt. Vom hochgelobten Arvydas Novikovas beispielsweise, der gegen Bochum noch diverse gute Szenen und die VfL- Außenverteidigung gelegentlich schwindlig gespielt hatte, war dank Linksverteidiger Jung und Helfern außer Kopfschütteln so gut wie nichts zu sehen. Auch Luksik wurde auf der anderen Seite gegen Teigl kaum auffällig. Und den später eingewechselten Kortzorg und Müller erging es nicht wesentlich besser.

Trotzdem kamen die Auer einem Torerfolg nun näher. Bellot musste nach einer knappen Stunde am Strafraum mit dem Kopf vor dem eingewechselten Henri Anier klären, weil Compper (der insgesamt ordentlich spielte, aber auch noch Luft nach oben hat) über den Ball geschlagen hatte. Eine Szene, in der sich das hohe Stehen und Mitverteidigen von Bellot deutlich bezahlt machte. Hätte er in der Situation des langen Balls am eigenen Fünfmeterraum gestanden, wäre Anier frei auf ihn zugelaufen. Letzte Woche im Pokal noch ein Tor kassiert (was nicht heißt, dass er es verschuldet hat) wegen des offensiven Torwartspiels, diese Woche die Null gesichert, so schnell dreht sich der Wind.

Reichlich 10 Minuten später war es wieder Anier, der Benjamin Bellot zur einzigen (!) Parade im ganzen Spiel zwang. Wobei das Wort ‚zwang‘ schon ein wenig übertreibt, denn der Torabschluss war insgesamt ziemlich harmlos. Kurz darauf sah es schon wesentlich gefährlicher aus, als erneut Anier mit einem langen Ball von Gonzalez (der sich mit einer einfachen Körpertäuschung gegen Poulsen im Mittelfeld viel Platz verschaffte) bedient wurde, allein und mit 10 Metern Vorsprung auf Teigl von der Mitte der RB-Hälfte aus auf Bellot zulief, aber mit jedem Meter Richtung Tor mehr ins Grübeln zu kommen schien und so letztlich vor dem Torschuss noch vom schnellen RB-Rechtsverteidiger eingeholt und abgeblockt wurde.

Es sollte die letzte Situation im Spiel bleiben, in der man auf RB-Seite noch mal ernsthaft um den Sieg zittern musste. Denn Torgefahr entstand im Spiel von Erzgebirge Aue nicht mehr, während auf der anderen Seite RB Leipzig noch mal zu einigen, letztlich ungefährlichen Torschüssen kam. Dass man defensiv nicht mehr in Bedrängnis geriet, war angesichts des gelegentlich fehlenden Zugriffs im Mittelfeld erstaunlich, aber die Viererabwehrkette von RB Leipzig machte insgesamt einen guten Job, sodass es sich auch erklärt.

Alexander Zorniger schien mit dem Auftritt im Mittelfeld jedenfalls auch nicht zufrieden und versuchte zuerst mit Thomalla für Fandrich mehr Druck in das Spiel gegen den Ball zu bekommen. Mit mäßigem Erfolg. Später durfte dann Zsolt Kalmár auch noch sein Comeback feiern und sollte offensiv Bälle festmachen. Er löste den abbauenden Kimmich ab, spielte aber auf der Zehn, sodass Thomalla zurück auf die Acht, also die Kimmich-Position rutschte. Was den angenehmen Effekt hatte, dass Kalmár mit feiner Technik, die sein Potenzial andeutete, ein paar Bälle sichern konnte und Thomalla um diese Verlegenheit herum kam und auf der Acht besser seine Stärken im Spiel gegen den Ball einbringen konnte. Letztlich etwas, was dazu beitrug, die letzten 10 Minuten relativ ungefährdet zu überstehen. Interessant aber doch, dass Zorniger den Mut hatte, den 19jährigen ungarischen Neuzugang Kalmár ausgerechnet für die letzten Minuten eines Spiel ins kalte Wasser zu werfen, das gerade ein wenig zu kippen schien. Spricht für das große Vertrauen, dass der Coach in seine Spieler hat, wenn er denn von ihnen überzeugt ist.

Fazit: Es war mindestens 30 Minuten lang eine überzeugende Vorstellung von RB Leipzig, der die letzte Krönung in Form von weiteren Toren fehlte. Anschließend ließ man Aue zurück ins Spiel kommen, konnte aber selbst bei manchmal fehlendem Zugriff im Mittelfeld letztlich durch gute Arbeit in der Verteidigungskette gefährliche Situationen vor dem eigenen Tor weitgehend vermeiden. Es war mit zunehmendem Verlauf des Spiels nicht immer schön und offensiv zielführend, was die RasenBallsportler da auf den Platz brachten. Aber angesichts des Hoheneder-Schocks was es vielleicht auch ein Stück nachvollziehbar, dass nach der Pause nicht mehr alles gelang, was zu Beginn der Partie noch sehr gut aussah. Warum soll es den Spielern, Profis hin oder her, in Sachen Betrofffenheit ob der Verletztung anders gehen als dem einen oder anderen Zuschauer. Auch wenn Zorniger dies in der Pressekonferenz nach dem Spiel (siehe Link unten) nicht als Entschuldigung für die zweite Halbzeit zulassen wollte.

Randbemerkung 1: Handgeschätzt 4.000 Aue-Fans waren mit nach Leipzig gereist. Einen spielentscheidenden Einfluss wie die Hansa-Fans letztes Jahr oder die HFC-Fans vor drei Jahren hatten sie allerdings nicht. Dazu ergaben sich zu selten aufputschende Wechselwirkungen mit dem präferierten Team. Richtig mies wurde die Nummer in nicht unwesentlich großen Teilen des Gästeblocks, als man meinte den auf die Trage verfrachteten Hoheneder mit einem „Lasst ihn liegen, Scheiße tritt sich fest“ verabschieden zu müssen. In einer Situation, in der jedem im Stadion klar war, dass hier eine ganz üble Verletzungsgeschichte passiert war, bei der man mit dem schlimmsten rechnen musste. Hohn und Häme schön und gut, aber in dem Moment war es deutlich drüber über der berühmten Linie. Bei aller Ablehnung von irgendwas, vergiss niemals den Respekt vor denen, die das Spiel spielen. Denn wenn man den nicht hat, sollten einige vielleicht mal über einen Komplettboykott von sämtlichen Fußballspielen nachdenken..

Randbemerkung 2: Drei Spiele, sieben Punkte, dazu ein Weiterkommen im DFB-Pokal. Der Saisonstart geht definitv als gelungen durch. Auch wenn das zu dem frühen Zeitpunkt noch wenig aussagen mag. Zumal wenn man bedenkt, dass die zwei Siege in der Liga gegen Gegner errungen wurden, die zumindest aktuell leistungstechnisch nicht zur Spitze gehören. Trotzdem kann man null Gegentore und die vorrübergehende Tabellenführung nach drei Spielen absolut als Erfolg verbuchen. Und sollte dabei nie vergessen, dass auch wieder schlechtere Zeiten kommen werden. Auch wenn die natürlich noch lange auf sich warten lassen dürfen.

Randbemerkung 3: Falko Götz hatte ja vor dem Spiel die Favoritenrolle relativ klar mit dem Verweis nach Leipzig geschoben, dass man sich mit den hiesigen finanziellen Möglichkeiten nicht messen könne und man in Leipzig mal eben für viel Geld Spieler holen könne. Was natürlich grundsätzlich richtig ist, aber auch unterschlägt, dass das Team, das gegen Aue zu Beginn auf dem Platz stand, bis auf Khedira das letztjährige Drittligateam war und dem Team sogar noch der Kopf Dominik Kaiser fehlte. Insgesamt fünf Spieler standen vor einem reichlichen Jahr sogar noch in der Regionalliga auf dem Platz (bzw. saßen auf der Bank) und wären in der Relegation zur dritten Liga fast an den Sportfreunden Lotte gescheitert. Das Geld, das RB Leipzig diesen Sommer in die Hand genommen hat, ist letztlich noch gar nicht im spielenden Kader angekommen. Die Dominanz im Spiel gegen Aue resultierte also nicht primär aus finanziellen Vorteilen (die könnten sich in den nächsten Wochen und Monaten vielleicht noch ausspielen, wenn die Neuzugänge beginnen, die Aufstellung und die Teamleistungen mitzuprägen), sondern daraus, dass fast alle, die gegen Aue auf dem Platz standen, in den letzten Wochen noch mal einen individuellen Sprung machten und daraus, dass RB Leipzig sich ein spieltaktisches Korsett gegeben hat, das die meisten Spieler inzwischen aus dem Effeff beherrschen. Spieltaktische Fragen und partiell auch Spielerentwicklung sind wiederum keine Fragen des Geldes (Frag nach in Aalen..), sodass das deutliche Abgeben der Favoritenrolle vor einem Spiel gegen das aktuelle RB-Team eigentlich eher das Eingeständnis ist, dass man auf diesem Gebiet nicht mit dem sächsischen Kontrahenten mithalten kann. Was wiederum ein erstaunliches Eingeständnis wäre.

Lichtblicke:

  • Benjamin Bellot: Drittes Zweitligaspiel, drittes Spiel ohne Gegentor. Statistiken sagen nicht immer alles aus, aber gegen Aue war Bellot ein fehlerfreier Rückhalt. Sicher als Anspielstation, fehlerfrei bei Ecken und den wenigen Chancen, die Aue hatte. Sicherlich keine Partie, in dem sich ein Torhüter zu 100% auszeichnen kann, aber trotzdem konnte Bellot mit Ruhe und Fehlerfreiheit glänzen.
  • Tim Sebastian: Wieder mal mit einer abgeklärten, unaufgeregten Partie. Ihm merkt man in vielen Situationen die durch Erfahrung gereifte Ruhe an. Vor allem auch im sicheren Passspiel, das auch unter Druck wenig fehleranfällig ist. Dazu gegen Aue defensiv stabil und sicher. Guter Tag für den Innenverteidiger, der sich mal wieder im Team festgspielt hat.
  • Joshua Kimmich: Unfassbare Passquote von 93 Prozent gelungener Anspiele, wenn man den offiziellen Statistiken glauben darf. Und das auf der Achter-Position, auf der viele Anspiele nicht gerade die einfachen sind. Auch wenn man sich gegen Aue immer mal im Klein-Klein-Geschiebe verlor. Kimmich merkt man das Selbstbewusstsein aktuell mehr als deutlich an. Sucht auch immer wieder das Eins-gegen-Eins und löst die entsprechenden Situationen meist sehr gut. Im Spiel gegen den Ball wie fast immer eine Bank.
  • Georg Teigl: Sehr gute Partie als Rechtsverteidiger, auch wenn er zwischendurch zwei, drei gröbere Fehlpässe im Mittelfeld einbaute. Marschierte immer wieder mit hohem Tempo die Linie hoch und runter und war einerseits offensiv anspielbar und gefährlich (Flanken bleiben ausbaufähig) und konnte andererseits defensiv einige Situationen bereinigen (so auch nach 74 Minuten als er den frei durchmarschierenden Anier noch stoppte). Beste Zweikampfquote aller Feldspieler auf dem Platz. Wenn man den aktuellen Teigl mit dem ziemlich verunsicherten Teigl von vor sieben Monaten nach seinem Wechsel nach Leipzig vergleicht, dann liegen da Welten dazwischen.

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Tore: 1:0 Frahn (3.)

Aufstellung RB Leipzig: Bellot – Teigl, Hoheneder (44. Compper), Sebastian, Jung – Kimmich (79. Kalmár), Khedira, Demme – Fandrich (62. Thomalla) – Poulsen, Frahn; nicht eingewechselt: Dähne, Heidinger, Morys, Hierländer; nicht im Kader: Coltorti, Ernst, Franke, Boyd, Kaiser (verletzt bzw. Aufbautraining), Rebic (Trainingsrückstand), Strauß, Palacios Martinez, Prevljak, Sumusalo, Willers

Aufstellung Erzgebirge Aue: Männel – Klingbeil, Vucur, Paulus, Miatke – Novikovas (70. Müller), Diring, González, Luksik (57. Kortzorg) – Löning, Okoronkwo (57. He. Anier)

Schiedsrichter: Felix Brych (Insgesamt brachte er die Partie ohne große Probleme über die Bühne. Wirkte eher kleinlich in der Bewertung von Zweikämpfen. Blieb sich dieser Linie aber durchgehend treu. Seltsam zwei, drei späte Pfiffe nach klaren Foulspielen, als er das Spiel mit Ballbesitz der foulspielenden Mannschaft erst weiterlaufen ließ, um dann nach scheinbarer Bedenkzeit doch auf Freistoß zu entscheiden.)

Gelbe Karten: Sebastian (1. gelbe Karte), Teigl (1.) – Klingbeil, Novikovas, Vucur, Müller

Zuschauer: 34.273 (davon 4.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCE-Bericht [broken Link], Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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Torschüsse: 14 : 6

gewonnene Zweikämpfe: 51,8 : 48,2%

Fouls: 28 : 21

Ecken: 1 : 1

Abseits: 4 : 7

Ballbesitz: 54,5 : 45,5%

Laufstrecke: 124,6 : 117,2

Größte Laufstrecke: Demme: 13,1 km – Diring: 12,7 km

Meiste Sprints: Poulsen: 33 – Diring: 24

Höchstgeschwindigkeit: Teigl: 33,5 km/h – Luksik: 32,7 km/h

Beste Zweikampfquote: Teigl: 69,6% – Diring: 64,5%

Beste Passquote: Kimmich: 93,3% – Vucur: 76,9%

Meiste Ballkontakte: Teigl: 80 – Miatke: 71

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Saisontorschützen: Frahn, Poulsen, Thomalla, Morys: alle je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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14 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. FC Erzgebirge Aue 1:0“

  1. Neben den Lichtblicken sollte man mal darüber nachdenken, auch Begriffe wie Schatten oder Dunkelheit einzuführen. 😉

    Mal im Ernst. Poulsen war gestern leider weit unter seinen Möglichkeiten. Die Zielstrebigkeit ging im total ab. Stattdessen hat er sich in Zweikämpfen aufgerieben und am Ende keine Kraft mehr gehabt. Auch Thomalla war ein Totalausfall von der Bank. Passspiel auf Regionalliganiveau. Und Torabschlüsse, die an Harmlosigkeit nicht zu überbieten waren.

    Insgesamt habe ich mich über den Sieg gefreut. Die 3 Punkte sind wichtig und kann uns keiner mehr nehmen. Für den weiteren Saisonverlauf würde man sich wünschen, dass das Team noch einen Tick kaltschnäuziger wird und derartige Spiele früher für sich entscheidet. Hier und da fehlt sicher ein Tick fußballerische Klasse, was auch logisch ist, wenn man bedenkt, dass fast das gesamte Team letztes Jahr schon die dritte Liga so bestritten hat. Vielleicht lag es gestern aber auch an den Nachwirkungen des Pokalspiels/der Hoheneder Verletzung.

    1. Ich fand Poulsen eigentlich wieder stark. Eventuell hat ihm etwas der Esprit des Spiels gg. die Löwen gefehlt, doch war es immer noch ein Quantensprung im Vergleich mit den ersten RBL-Spielen. Er hat allein durch seine Präsenz zwischen den IV’s von Aue extrem viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und gut die Bälle abgesichert. Man sieht, dass er gerade körperlich sehr zugelegt hat. Dass er – wie eigentlich die gesamte Mannschaft – in der 2. Hälfte abgebaut hat, war nicht zu übersehen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man ihm da wirklich den großen Vorwurf machen kann. Unterm Strich sah ich da einige Andere eher unter ihren Möglichkeiten (Fandrich z.B., der lt. bundesliga.de eine sehr schlechte Zweikampfquote hatte).

    2. Poulsen tat mir gestern eigentlich leid, denn wann immer er in der 2. Hälfte am Ball war, hat der Linienrichter ein Foul von ihm an seinem Schatten gewittert und vorsorglich mit der Fahne gewedelt. Da konnte man schon die Uhr danach stellen. Dass er sich da irgendwann nicht mehr mit 100% reinhängt, weil es ja doch nur abgepfiffen wird, kann ich durchaus nachvollziehen. (Da ich direkt auf Höhe der linken Seitenlinie stehe, hab ich diesen Linienrichter bei jedem Spiel im Auge.)

      Thomalla war mir zu hektisch, dafür aber sehr sicher, im Falle von 2 oder 3 möglichen Alternativen sich für die schlechteste zu entscheiden. So schießt er aufs Tor, während 2 andere Spieler in guter Position anspielbar sind, oder er passt, während er hätte weiter Richtung Grundlinie laufen können. Ich denke, sowas sind Erfahrungswerte und das wird sich in Zukunft (hoffentlich) bessern.

    3. @Mr Hyde: Ich hoffe sehr, dass Thomalla sich auf Basis von Erfahrungswerten weiter verbessert diese Saison. Aber ehrlich gesagt bin ich skeptisch. Wie Zorniger schon angekündigt hat, wird es Spieler geben, die den Sprung von der 3. Liga in die 2. Liga nicht mehr mitmachen, weil die fußballerischen Qualitäten nicht ausreichen. Thomalla könnte einer dieser Spieler sein. Je mehr die Neuzugänge integriert werden, desto schwieriger wird es für die Arrivierten auf der Bank.

  2. Die Schattenblicke gab es früher mal. Ich würde sagen bis vor etwa zwei Jahren. Ich habe sie dann abgeschafft, weil es immer was von Pranger hatte und mein Sachwissen zu bescheiden ist, um verlässlich einschätzen zu können, ob jemand wirklich einen schlechten Tag hatte oder z.B. vielleicht einfach nur in seiner taktischen Rolle unterging.

  3. Sehr treffend deine Zusammenfassung. Wie immer. Vielleicht kannst du ja, so weit möglich, die Schiedsrichterbewertung immer mit einbauen… Mach weiter so.

    1. „Schiedrsrichterbewertungen“ bringen meines Erachtens per sé schon einen negativen Ton mit sich. Ich bin kein Freund davon, dass nach jedem Spiel dem Schiedsrichter in den Medien erstmal eine eigene Rubrik gewitmet wird. Ich würde mich dahingehend eher freuen, wenn diese wieder mehr unterm Radar ihre Sache machen dürfen.

      Beim Spiel RB Leipzig gg. Aue hat meines Erachtens Brych verpasst, bei einigen Szenen im Voraus den Spieler zu verwarnen. Eventuell wäre dann die eine oder andere Szene im späteren Verlauf nicht ausdiskutiert worden. Auf der anderen Seite fand ich seine Gestus im Spiel sehr ansprechen – ich habe insgesamt keine schlechte Schiedsrichterleistung gesehen. Zumindest nicht vom Hauptverantwortlichen. Sein Assistent hingegen hat mir manchmal zu langsam die Fahne bei Abseits gehoben. Aber auch nichts schlimmes, alles in Ordnung.

  4. Es hieß mal man könne nicht erwarten dass RB-Leipzig in jedem Spiel 4 oder 5 Tore schießt. Tue ich aber. Anders wird RB-Leipzig dem Image „Rote Bullen“ auch nicht gerecht. Die Trainer werden lernen müssen offensiver zu denken. Das wichtigste am Fussball ist das Tore schießen. Und wenn wir über Taktik reden dann sollten wir darüber reden wie man den Ball am schnellsten bzw. am einfachsten im Tor des Gegners unterbringt. Fussball ist mehr als nur Toreschießen; aber es ist und bleibt das was den Fussball für die Zuschauer interessant macht. Es ist das was die Zuschauer sehen wollen, das warum sie ins Stadion gehen oder sich vor den Fernseher setzen und Spiele ansehen. Nicht dass wir wieder einschlafen, wie bei einigen WM-Spielen der Deutschen National-Mannschaft.
    Hört mir auf mit „3.-Liga-Kader“ von RB: Es war der Kader mit dem RB auch in der 3.Liga angetreten ist. Man weiß wo die Spieler herkommen und man weiß dass mehr Potential in der Mannschaft steckt. Nach dem Spiel gegen Aalen habe ich mich gefragt wieviele Trainer es wohl gibt die mit einer Mannschaft aus bei RB-Leipzig aussortierten Spielern den ersten Heimsieg schon am ersten Spieltag errungen hätten. Ich erinnere mich da z.B. an die Spieler Kutschke, Kammlott, Rockenbach, Röttger, aber auch Geissler und Lewerenz. Ich darf sowas. Und die Frage stellen wofür man bei einem 0:0 einen Punkt bekommt.
    Ich bin, um das nochmal klarzustellen, bedingungsloser Verfechter der These: „Attraktiver Fussball“ und „erfolgreicher Fussball“ schließen sich nicht zwangsläufig gegenseitig aus. Bei RB-Leipzig sieht das aber immernoch so aus.

    1. Wenn ich ehrlich bin, halte ich dich entweder für einen Troll oder für jemanden, der einfach nur ganz normal neben der Spur ist..

  5. Lichtblick: Die Zusammenarbeit zwischen Teigl und Kimmich. Im Ballbesitz hat man ja unlängst dazu tendiert, die beiden AV’s nach vorne (fast schon auf eine Linie mit den Stürmern) zu schieben. Wunderbar wie dann Kimmich Mitte der 1. Hälfte dazu übergegangen ist, nach rechts abzuklappen, den Ball zu sichern und mit den langen Ball Teigl in Szene zu setzen. Der rennt dort einfach das eine oder andere Mal einfach Miatke weg. Daraufhin hat er sich fast mehrere Szenen lang eher auf der RA-Position aufgehalten, während Kimmich ihn gedeckt hat. Gefiehl mir von der taktischen Ausrichtung sehr gut.

  6. Hallo, liebe Leipziger Sportfreunde!

    Warum verhaltet Ihr Euch bei der Meldung, dass der Leverkusener Bellarati mit seinem Tor nach 9 Sekunden einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellte, so bescheiden zurückhaltend?

    Diesen hält doch noch Euer „Sturmtank“, D. Frahn, aus dem Jahr 2013 gegen den VfB Stuttgart II, der dafür handgestoppte 0,4 Sekunden weniger brauchte und dabei mit seinen gleichzeitig sechs (!) überfallartig ebenfalls mit direkt nach vorn laufenden Mannschaftskameraden die Gästeabwehr regelrecht schockierte!
    Oder zählt die damalige 3. Liga etwa nicht mit zur Bundesliga?

    Natürlich besteht hierbei ein Zusammenhang, da der Leverkusener „Neutrainer“ Schmidt dieses Geheimrezept bereits bei seinem letzten Arbeitsgeber in Salzburg (oftmals, scheinbar aber ergebnislos) anwandte, von dem allerdings die befreundeten „Rasenballsportler“ mit ihrem bei beiden Vereinen gleichzeitig angestellten, schlauen Sportdirektor, R. Rangnick, eben durch den Treffer von Frahn, zuerst profitierten…….

    Vordergründig herrscht natürlich zuerst Freude über das bisherige positive Abschneiden in der Startphase der 2. Bundesliga. Besonders durch den schlimm aussehenden Sturz von Hoheneder ist nachvollziehbar, dass dieser regelrecht lähmende Erscheinungen auf dem und um den Rasen herum hervorrief! Deshalb sollte man auch die taktischen Auswertungen diesmal nicht so ernst nehmen.
    Auch von mir natürlich gute Besserung!

  7. Wenn ich ehrlich bin, halte ich dich entweder für einen Troll oder für jemanden, der einfach nur ganz normal neben der Spur ist..(Ich schmeiß mich weg)

  8. Wie F-Lion schon im Forum in meinen Augen treffend anmerkte, ist deinen Randbemerkung 3 natürlich etwas billig, wenn man einfach nur darauf abzielt, dass eure Sommereinkäufe noch garnicht mitgespielt haben. Deine Randbemerkung suggeriert ja, dass ihr früher in der Regionalliga bzw. 3.Liga mit ganz normalen Kadern am Start gewesen seid und erst diesen Sommer viel Geld in die Hand genommen hättet. Bis auf Bellot taugt diese Einschätzung für die gegen Aue eingesetzten Spieler nicht. Das sind durch die Bank weg Spieler, die schon immer höher hätte spielen können, aber durch die Aussichten in Leipzig, aber vor allem finanziellen Annehmlichkeiten bei RBL bereit waren in die Niederungen der Regionalliga bzw. 3.Liga abzusteigen.

  9. @Wuppertaler: Ich verweise da auf einen Artikel von Ende Juli mit der These, dass es im Kader von RB Leipzig fast niemanden gibt (schon gar nicht aus Regionalligazeiten), dem man per se zutrauen musste und muss, dass er mithelfen kann, RB Leipzig in der zweiten Liga zu einem Topteam zu machen. Spieler wie Heidinger, Hoheneder, Jung, Fandrich, Kaiser oder Thomalla wurden von der zweiten bzw. ersten Liga ziemlich unsanft ausgespuckt und waren anschließend nicht gerade die brandheiße Ware auf dem Profimarkt.. http://rotebrauseblogger.de/2014/07/29/fehlende-erfahrung/

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