Testspiel: RB Leipzig vs. FC Vaduz 0:0 (abgebrochen)

Da erwartest du den zweiten Wintertest und das erste Spiel im Rahmen des Trainingslagers in der Türkei und es sind 60 Minuten gespielt und plötzlich spielt Sport fast keine Rolle mehr. Weil Christian Müller ohne direkte Gegnereinwirkung im Zweikampf im Rasen hängenblieb und sich das Kniegelenk auskugelte, das später im Krankenhaus unter kurzzeitiger Vollnarkose wieder eingerenkt wurde. Müller lag minutenlang schreiend auf dem Feld und wurde dann vom Krankenwagen abgeholt, die Mannschaft war geschockt, das Spiel wurde angesichts der Umstände abgebrochen und dem RB-Fanradio-Reporter klappte bei all dem der Kreislauf weg. Sachen, die man eigentlich weder erwartet, noch haben will.

Christian Müller verbrachte die Nacht nach dem Spiel im Krankenhaus und wird am heutigen Sonntag in Antalya genauer untersucht, um herauszufinden, welches Ausmaß die Verletzung am Knie wirklich hat. Bleibt zu hoffen, dass der Schock über die schlimmen Bilder auf dem Rasen größer war als die wirklich letztlich festgestellte Verletzung. Gute Besserung auch von dieser Stelle. [Update: Die Untersuchungen ergaben dass vorderes und hinteres Kreuzband gerissen sind. Bedeutet, dass er für den Rest der Saison ausfällt. Im besten Fall.]


Sportlich gesehen war es bis zur 60. Minute zwischen dem Ersten der zweiten Schweizer Liga und dem Zweiten der dritten hiesigen Liga ein wie zu erwarten ausgeglichenes und dazu auch zähes Spiel, das mit dem 0:0 ganz gut ausgedrückt war. Zum Einsatz kamen auf Seiten von RB Leipzig die beiden Neuzugänge Diego Demme und Federico Palacios-Martinez. Gar nicht im Kader standen die angeschlagenen oder verletzten Fabio Coltorti, Fabian Bredlow, Joshua Kimmich, Thiago Rockenbach und Neuzugang Mikko Sumusalo (der damit auf die ersten Minuten mit dem neuen Team weiter wartet).

Allgemeine Schockstarre - RB Leipzig nach der schweren Verletzung von Christian Müller | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Im Kader standen zwar Henrik Ernst und Carsten Kammlott, kamen aber nicht zum Einsatz, obwohl zur Pause munter durchgewechselt wurde. Bei Henrik Ernst muss man das nicht allzu ernst nehmen. Die Maßnahme war wohl nur dem Testen geschuldet. Einerseits bekam Diego Demme Einsatzzeit sowohl auf der Acht (1.Hälfte), als auch auf der Ernst-Position, der Sechs (2.Hälfte), weil Alexander Zorniger sicherlich schnell herausfinden will, wo er den Neuzugang am ehesten einsetzen will bzw. wo er seine besonderen Stärken hat und wie er auf welcher Position ins Team passt.

In der ersten Halbzeit spielte zudem auf der Ernst-Position wie schon im Test gegen Bitterfeld-Wolfen Denis Thomalla. Was dann auch bedeutet, dass Zorniger doch auch in einem ernsthafteren Test sehen wollte, wie diese Idee mit Thomalla und der Sechs funktioniert. Was auch deswegen erstaunen mag, weil Thomalla eigentlich auch gut hätte ausschließlich in der zweiten Hälfte als Frahn-Backup zum Einsatz hätte kommen. Wenn man mal frei interpretieren will, dann könnte das auch bedeuten, dass Zorniger wissen will, wo man Thomalla noch einsetzen kann als im Sturm. Was auch bedeuten könnte, dass er für den Sturm auf der Frahn-Position noch auf einen Neuzugang hofft. Oder relativ sicher ist, dass es den noch gibt. Wie gesagt, frei interpretiert, aber angesichts des permanenten Kutschke-Rumors auch nicht ansatzlos.

Bei Carsten Kammlott sieht die Sache schon anders aus. Dass er in diesem Spiel zur Pause nicht eingewechselt wurde, liegt natürlich daran, dass für Morys und Poulsen mit Luge und Palacios-Martinez zwei Spieler auf Kammlotts möglichen Positionen eingewechselt wurden und Kammlott kein Frahn-Ersatz ist. Was aber letztlich auch zeigt, dass Kammlott ziemlich hintenansteht und im Sturm das fünfte Rad am Wagen ist. Was den Spekulationen, ob er möglicherweise noch in der Winterpause nach Erfurt (zurück) wechselt, neue Nahrung (und auch Sinn) gibt. Zuletzt wurde ja spekuliert, ob für Kammlott im Winter nach Erfurt Möhwald im Sommer zu RB wechselt. Man wird sehen.

Bliebe noch zu erwähnen, dass Matthias Morys nach 3o Minuten gegen André Luge ausgewechselt wurde. Wofür keine Verletzung, sondern offziell „taktische Gründe“ genannt wurden. Ob diese taktischen Gründe nun tatsächlich spielbezogen waren oder ob man bei Matthias Morys nach seiner längeren Verletzung erst mal langsam aufbauen will, bleibt erst mal offen.

Fazit: Ein Testspiel, das in der 60.Minute seine Unschuld verlor und deswegen als ziemlich schwarzes Spiel in die Testgeschichte eingehen wird. Klar, Verletzungen gehören zum Sport und auch zum Fußball irgendwie dazu, aber es ist doch auch beruhigend, dass nicht jede Verletzung mit stoischer Ruhe entgegengenommen wird, sondern so etwas tatsächlich noch Bestürzung hervorruft. Abgesehen davon weiß man nach diesem Testspiel zumindest, dass man in den nächsten Tagen und Testspielen insbesondere auf die Namen Ernst, Thomalla und Demme und deren Positionen und Einsätze achten sollte. Und darauf, wie es mit Carsten Kammlott weitergeht.

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Tore: keine

Aufstellung 1. Halbzeit: Bellot – Müller, Willers, Hoheneder, Jung – Kaiser, Thomalla, Demme – Morys (30. Luge), Frahn, Poulsen

Aufstellung 2.Halbzeit: Domaschke – Müller, Sebastian, Franke, Heidinger – Röttger, Demme, Fandrich – Palacios-Martinez, Frahn, Luge

Zuschauer: ???

Links: RBL-Bericht, Vaduz-Bericht

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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3 Gedanken zu „Testspiel: RB Leipzig vs. FC Vaduz 0:0 (abgebrochen)“

  1. Wenn es sich wirklich um eine Knieluxation handelt, wäre es schon ein mittelschweres Wunder, wenn er jemals wieder einen Fussballplatz als Spieler betreten würde. Und sei es in der alten Herren als „letzter Mann“ mit einem Bierdeckel-Bewegungsradius. Zum Glück wird sich um ihn jetzt adäquat gekümmert. Ekelhafter Mist! Trotz allem gute Besserung, Mü!

  2. Das hört sich nicht gut an. Wir werden sehen, was die Wunderheiler hinbekommen. Alle RBL Fans drücken Mü die Daumen.

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