Keine Selbstverständlichkeiten

Wenn man auf die Tabelle blickt, dann hat man dort eine Konstellation, die einem aus der Regionalligasaison unter Pacult bekannt vorkommt. Holstein Kiel und RB Leipzig dicht beeinander auf den Plätzen 2 und 3. Erstaunlich daran nur, dass beide Aufsteiger in die dritte Liga sind.

Hat natürlich nach fünf Spieltagen noch nichts zu sagen, aber interessanterweise sind sowohl Kiel als auch RB Leipzig besser als alle Drittligaaufsteiger in den Jahren (die Saison 2008/2009 ist dabei ausgenommen, da hier die Liga ja auch Zweitligaabsteigern und der Zusammenlegung von zwei Regionalligastaffeln gegründet wurde).

  • 2009/2010
    • Nach dem 5.Spieltag: Kiel 11., Dortmund II 14., Heidenheim 15.
    • Am Saisonende: Heidenheim 6., Dortmund II 18., Kiel 19.
  • 2010/2011
    • Nach dem 5.Spieltag: Babelsberg 6., Saarbrücken 17., Aalen 20.
    • Am Saisonende: Saarbrücken 6., Babelsberg 13., Aalen 16.
  • 2011/2012
    • Nach dem 5.Spieltag: Münster 4., Darmstadt 8., Chemnitz 16.
    • Am Saisonende: Chemnitz 9., Münster 12., Darmstadt 14.
  • 2012/2013
    • Nach dem 5.Spieltag: Halle 6., Stuttgarter Kickers 14., Dortmund II 15.
    • Am Saisonende: Halle 10. Dortmund II 16., Stuttgarter Kickers 17.
  • 2013/2014
    • Nach dem 5.Spieltag: Kiel 2., Leipzig 3., Elversberg 18.

Schon an den Differenzen zwischen den Platzierungen nach fünf Spielen und am Ende kann man sehen, wie wenig der Blick auf die Statistiken aussagt. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Kiel und RB Leipzig sehr gut in die Saison gestartet sind und die Anpassungsphase an die neue Liga punktetechnisch optimal gestalten.

Bleibt es bei den jeweiligen Platzierungen, dann wartet am 03.09. ein Aufsteigertopduell. Zuletzt gab es die Partie im November 2011. Damals 2. gegen 1. Vor 16.600 Zuschauern. Eine Zahl, die im realen Stadion aber noch mal ein ganzen Stück höher war, nachdem man die letzten Zuschauer aufgrund massiver Probleme beim Kartenverkauf letztlich einfach so und ohne Drehkreuze durchließ.

Aber das – das Duell gegen Kiel – ist noch Zukunftsmusik. Erstaunlich ist bei den oben stehenden Statistiken lediglich, dass die Stimmungslage rund um RB Leipzig eher gedämpft denn überglücklich scheint. Auch medialerseits.

BILD begann im Verlauf der letzten 10 Tagen sogar schon mit leichten Spitzen zu schießen und überzeichnete die Pressekonferenz vor dem Duisburg-Spiel zu der Überschrift, dass Zorniger nun die Peitsche gegenüber der Mannschaft raushole. Und nach dem Duisburg-Spiel legte man mit der provokanten Frage nach, ob RB Leipzig falsch eingekauft habe. Beleg für die These, dass gegen Duisburg nur ein Neuzugang in der Startformation gestanden habe..

Letztlich sollte man bei allen großen Zukunftszielen, die dem Verein immer angepappt sind, einfach mal festhalten, dass man einen sehr guten Start in die dritte Liga hatte und nach fünf Spielen immer noch ungeschlagen ist. Und das vor dem Hintergrund, dass man natürlich mit einer Mannschaft, die in vielen Facetten nun zusammen ins dritte Jahr geht und somit zwei Jahre lang Regionalliga gespielt hat, erst einmal ein wenig Zeit braucht, sich an die neue Liga zu gewöhnen, die größere Robustheit und die größere individuelle Geschwindigkeit im Spiel mit und gegen den Ball bei den Gegnern kennenzulernen, anzunehmen und damit umzugehen.

Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen, sondern steht noch am Anfang und wird auch aufgrund der kurzen Sommerpause wohl noch einige Rückschläge mit sich bringen. Wie man oben in den Statistiken sieht, standen die zu Beginn der Saison besten Aufsteiger nach 38 Spielen immer schlechter da.

Die 11 Punkte, die RB Leipzig bisher hat, kann einem keiner mehr nehmen und jeden weiteren, den man bis zur Winterpause dazu sammelt, kann man gut gebrauchen. Nur in den seltesten Fällen wachsen Bäume in den Himmel und das sollte der drei Jahre lang regionalligageschulte Anhänger des einzig wahren RasenBallsports ziemlich genau wissen. Und mit entsprechender Demut den gelungenen Start als Momentaufnahme genießen und auf eine Fortsetzung der Ungeschlagen-Serie auch in den schweren Partien beim Spitzenreiter SV Wehen Wiesbaden und gegen den aktuell Zweiten Kiel hoffen. Selbstverständlich sollte in dieser Liga allerdings nichts mehr sein.

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6 Gedanken zu „Keine Selbstverständlichkeiten“

  1. Bin ganz Deiner Meinung. Bei aller Begeisterung über den Tabellenplatz, die eigentliche Bewährungsprobe kommt noch. Eine Niederlage, eine Packung, ein Scheitern, nachlassende Zuschauerzahlen, Pfiffe, fast unbekannt für den RB Fan und den Freikartenjunkie. Ich bete eine Niederlage oder N-Serie nicht herbei, doch gespannt bin ich schon, wie sich Mannschaft, Trainer, GF, Sportdirektor und die Sonnenscheinzuschauer reagieren. Bei den Fans bin ich mir sicher, egal was kommt, der harte Kern steht hinter ihrer Mannschaft. Doch wie groß ist der harte Kern?

  2. Hat nicht RB in Kiel am 21.04.2012 zuletzt verloren? Dann ist das doch das letzte Aufeinandertreffen. Oder meinst du das letzte Heimspiel von RB gegen Kiel?

  3. Ja, ich meine das letzte Heimspiel. Die andere Partie habe ich aus meinem Fuballgedächtnis verbannt. Kam eh nicht viel Fußball drin vor. 😉

  4. Jaja das Anspruchsdenken…. Rangnick und Zorniger sind schon leicht irritiert immer die Gebetsmuehle anwerfen zu müssen.

    Also der Saisonstart ist super. Prima gepunktet. Das bringt Ruhe. Defizite sind da und man kann sie nun in Ruhe bearbeiten. Ein Spitzenspiel zu haben sehe ich sehr angenehm entspannt.

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