Türkiyemspor Berlin vs. RasenBallsport Leipzig 0:3

Minustemperaturen, Minuskulisse, Auswärtsspiel beim Tabellenletzten. Schön geht definitiv anders. Heraus kam für RasenBallsport Leipzig dann doch was schönes, nämlich das Rückrundenstandardauswärtsergebnis, ein 3:0. Da Chemnitz zur Abwechslung mal auf Dusel machte und sein Heimspiel erst in der Nachspielzeit gewann, braucht man sich trotzdem nicht übermäßig über die verlorenen Punkte gegen Kiel ärgern. Sportlich dürfte das Ergebnis beim abgeschlagenen Tabellenletzten ein Muster ohne Wert sein. Die bekannten Offensivschwächen in der ersten Halbzeit wurden nach einem Frahn-Elfmetertor in Halbzeit 2 ein wenig vergessen gemacht. Mal gucken, was davon in Magdeburg am Sonntag übrig bleiben wird.

Spannender dann schon, was vor dem Spiel passierte. Aussortiert wurden bei RasenBallsport Leipzig nach dem Debakel gegen Kiel für dieses Mal die Herren Rost und Müller. Auf der Bank saßen sie dann für die gesamten 90 Minuten. Man könnte sagen, dass sich Tomas Oral in seinem saisonübergreifenden Rasieren einzelner Spieler treu bleibt und nun mal auf 2 zruückgriff, die noch gar nicht dran waren. Nun ja. Zumindest letzterer hatte gegen Kiel tatsächlich einen extrem schwachen Tag erwischt, hob sich damit aber nur unwesentlich von seinen verteidigenden Nebenleuten und dem Rest der Mannschaft ab.

Ich persönlich wünschte mir bei RasenBallsport Leipzig manchmal eine klarere Linie in Bezug auf den Kader und die Taktik. Dass die ganze Saison davon geprägt ist, nach einem schlechten Spiel, 2-3 Leute rauszukicken und sie so indirekt verantwortlich zu machen und für eine Zeit auf der Bank schmoren zu lassen (spätestens bis zum nächsten schwachen Spiel, wenn dann die nächsten dran sind), halte ich psychologisch für wenig wertvoll. Sinnvoller schiene mir ein Vorgehen, das auch mal schlechte Tage wegsteckt, weil man vom eigenen Konzept und Weg überzeugt ist. Das Spielchen mit dem Bestrafen der Spieler kommt mir extrem kontraproduktiv vor. Aber ich steck natürlich auch nicht drin. Vielleicht hat der nach dem Kiel-Spiel extrem geknickte sonstige RasenBallsport-Musterprofi Müller auch mal ne ordentliche Watsche verdient gehabt. Wer weiß..

Profitieren durfte vom Abwatschen 90 Minuten lang Fabian Franke, der nach seinen paar Minuten gegen Kiel zum ersten Einsatz für RasenBallsport Leipzig von Beginn an kam. Inwieweit er eine mögliche Zukunft für die linke Verteidigerposition (Müller wird – wenn sich an seiner Meinung nichts ändert zum Saisonende aufhören) darstellt, wird sich wohl erst zeigen, wenn er mal ein paar Spiele am Stück macht. Ins defensive Mittelfeld verschlug es dank Rosts Herausnehmen die Herren Rosin und Baier. Spontan würde ich sagen, dass ich mir dieses Duo nur schwer als zukunftsfähig vorstellen kann. Auch hier gilt: wer weiß..

Fazit: Ein 3:0 beim abgeschlagenen Tabellenletzten ist für RasenBallsport Leipzig sicher nicht viel mehr als standesgemäß. Trotzdem in der derzeitigen Situation ein wenig Balsam auf die Wunden des letzten Freitags und vielleicht ein erster klitzekleiner Schritt nach vorn. Hoffentlich kommt jetzt nur keiner auf die Idee, dass schon alles gut ist..

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Tore: 0:1 Frahn (55./ FE), 0:2 Ilgin (61./ Eigentor), 0:3 Kammlott (70.)

Gäng – Sebastian, Hertzsch, Kläsener, Franke – Rosin, Baier (71. Laas) – Kammlott (78. Watzka), Rockenbach (86. Kutschke), Schinke – Frahn

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