Schlagwort-Archive: Clemens Fandrich

Stürmender Optimismus

Alle Welt redet seit dessen Innenbandanriss über Daniel Frahn. Kommt er zurück und wenn ja zu welchem der Relegationsspiele. Und kann er dann auch wirklich gleich wieder 90 Minuten durchhalten oder wird er nur zu einem Teilzeiteinsatz kommen. Letztlich sind dies alles offene Fragen, die keiner rund um RB Leipzig halbwegs guten Gewissens beantworten kann.

Fakt ist aber, dass die RasenBallsportler seit Frahns Verletzung in zweieinhalb Ligaspielen fünf und in einem Sachsenpokal-Finale vier Tore erzielt haben. Und so gezeigt haben, dass Tore schießen auch ohne den Kapitän geht, auch wenn es mit Kapitän sicherlich leichter ist. All die Fragen rund um die Torgefährlichkeit des Teams sollen heute Anlass für ein paar Zahlen sein.

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Emotionales Zwischentief

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig bei Energie Cottbus II (04.05.2013, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ulrich Wolter zu den Bauvorhaben am Cottaweg. Und mit Alexander Zorniger und Clemens Fandrich zum Spiel in Cottbus.]

Manchmal muss es im Fußballleben auch schwer sein. Da spielt man gerade noch gegen den 1.FC Magdeburg, ein Spiel, das nach Aussage von Stefan Kutschke schon weit vor Anpfiff in den Spielern kribbelte. Dazu die Schüssel mit 7.400 Zuschauern zwar nicht sehr gut, aber trotzdem lautstark befüllt. Mit anderen Worten, es roch ein wenig nach höherklassigem Fußball.

Und dann geht es eine Woche später nach Cottbus zur U23 des Zweitligaclubs. Aktuell Tabellenvorletzter in der Regionalliga. Zwar wird man nicht wie sonst in der Regionalliga üblich auf einem Nebenplatz, nämlich dem der früheren städtischen Konkurrenz Lok Cottbus (wo der vor allem in Magdeburg bekannte Sven Kubis mit dem Fußballspielen begann), sondern im großen Stadion der Freundschaft, in dem sonst der Profiball rollt, antreten. Nicht viel mehr als 300 bis 400 Zuschauer werden trotzdem für eine im Vergleich zum Magdeburg-Spiel in der Woche zuvor gespenstische Atmosphäre sorgen.

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Regionalliga: RB Leipzig vs. VFC Plauen 2:2

Das ist schon manchmal komisch. Da ist eigentlich alles bereit für einen guten Fußballnachmittag. Die Sonne erwärmt das Stadion erstmals in diesem Jahr auf Temperaturen deutlich oberhalb der 0 Grad. Die Fans sind sehr gut gelaunt und sorgen von Anfang an für ein lautstarkes Umfeld. Das Spiel läuft eigentlich ganz im eigenen Sinne an und findet seinen ersten richtigen Höhepunkt im 1:0 für RB Leipzig. Also alles in allem eine perfekte Situation. Dass der Nachmittag dann so kippt, wie er es beim 2:2 von RB Leipzig gegen den VFC Plauen tat und die RasenBallsportler nur mit viel Glück und einem Treffer durch Fußballgott Fabian Franke zum Ausgleich kamen, ist eigentlich nur schwerlich zu erklären.

Begonnen hatte Alexander Zorniger diesmal überraschend ohne Thiago Rockenbach, für den Clemens Fandrich in die Spielmacherrolle schlüpfte (wobei auf dem Platz diese feste Positionszuordnung so nicht zu erkennen war). Umut Kocin durfte noch mal auf links und Juri Judt auf rechts hinten ran, weil Tim Sebastian und Christian Müller weiterhin ausfielen. Im Mittelfeld war Dominik Kaiser zurück und spielte rechts neben bzw. leicht rechts vor Jeremy Karikari im Mittelfeld. Links durfte diesmal Timo Röttger von Beginn an sein Können zeigen. Und im Sturm war an der Seite von Daniel Frahn wieder die Zeit reif für Matthias Morys.

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Kaderschmiede RB Leipzig 2013 – Update 1

Vor reichlich drei Wochen gab es an dieser Stelle einen ausführlichen Überblick über den Kader von RB Leipzig. Damals, vor Beginn der Testspiele und mit einer noch lange nicht geschlossenen Transferliste, mit dem Makel, dass das zukünftige Spielsystem, die vorgesehenen Positionen für die Neuzugänge Fandrich und Morys und mögliche weitere Neuzugänge noch nicht klar waren.

Inzwischen weiß man zumindest, dass es keine weiteren Neuzugänge gab, wenn man mal davon absieht, dass Medienberichte den polnischen Nachwuchsnationalspieler und Offensivmann Vincent Rabiega als Neuzugang von Hertha BSC vermelden. Wobei für mich klar scheint, dass dieser 17jährige Neuzugang bis auf weiteres im Nachwuchs (bspw. in der U19, die ja noch mal Richtung Bundesligaaufstieg angreifen soll) auftauchen und für die Profimannschaft kein Thema sein wird.

Zudem weiß man inzwischen, dass Clemens Fandrich auf allen offensiven Mittelfeldpositionen ein Thema ist, also auf der 10 eingesetzt werden könnte, aber auch als Alternative für die linke und vor allem die rechte Seite vorgesehen ist. Die einzige Position, die er wohl kaum bekleiden wird, ist die zentrale Sechs im 4-3-1-2 oder eine der beiden flachen Sechserpositionen im 4-4-2. Und bei Matthias Morys ist zwar ein Auftauchen als Stürmer wahrscheinlicher, aber auch den Linksaußen in besagtem 4-4-2 kann man sich vorstellen und hat er bei RB Leipzig in der Vorbereitung schon gespielt.

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Kaderschmiede RB Leipzig 2013

An dieser frühen Stelle in der Vorbereitung und trotz noch drei Wochen geöffnetem Transferfenster lohnt vielleicht ein Blick in den aktuellen Kader von RB Leipzig, ein Blick der ja hier im Blog doch schon einiges an Tradition hat. Mit dem dabei gesammelten Wissen und den dabei entstandenen Fragen kann man als Zuseher sicher ganz gut in die in den nächsten 10 Tagen anstehenden drei Testspiele und anschließend in die Feinjustierung gehen.

Was die Kaderbetrachtung ein wenig schwierig macht, ist die offen erscheinende Taktikfrage. Die beiden Neuzugänge Morys und Fandrich legen den Verdacht nahe, dass Zorniger schon jetzt die Idee haben könnte, das von ihm präferierte 4-4-2 mit flacher Doppelsechs zu implementieren. Was völlig andere Anforderungen an die Besetzung der einzelnen Positionen und somit auch die Bevorzugung anderer Spieler mit sich brächte als im bisher genutzen 4-3-1-2. Wobei sich diese Aussage ausschließlich auf das Mittelfeld bezieht. Es ist von erheblichem Unterschied, einen flachen Sechser zu geben oder den zentralen Sechser in der bisherigen Dreierkette. Noch viel größer ist der Unterschied zwischen einem rechten Sechser in der Dreierkette und einem klassischen Außenspieler mit Druck auf dem gegnerischen Außenverteidiger im 4-4-2. Ich habe mich trotzdem zu einer Unterteilung nach Positionen durchgerungen und werde mögliche Implikationen der unterschiedlichen Systeme, wo nötig, andeuten.

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RB Leipzig und die U23-Regel

Bevor es morgen hier im Blog als Vorbereitung auf das sonntägliche Testspiel gegen die SG LVB mit einem Kaderrundumblick weitergeht, sei für ein verbessertes Verständnis der Kadergeschichten und als Ergänzung zum vorgestrigen kurzen Blick auf das Kadergedrängel ein kurzer Blick auf die U23-Regel bzw. auf ihre potenzielle Umsetzung durch RB Leipzig geworfen. Die Regel besagt ja für alle Regionalligisten, dass an den Spieltagen mindestens vier Spieler im 18er-Kader stehen müssen, die am Anfang der Saison (Stichtag ist der 01.07.) noch nicht 23 Jahre alt waren.

Die Regel ist eigentlich recht simpel, aber trotzdem wie die meisten Regeln nicht sonderlich sexy und alltagskompatibel, sodass sie im Alltagsmediengeschäft meist untergeht. Dabei ist sie bei RB Leipzig ziemlich relevant, da man in der Hinrunde über weite Strecken nicht mehr als vier Profis mit diesen Voraussetzungen zur Verfügung hatte. Und Roman Wallner nicht zuletzt an dieser Tatsache auch ein wenig gescheitert ist, denn er hätte wegen dieser Regel – wäre er in Leipzig geblieben – weite Teile der Hinrunde auf der Tribüne verbracht (weil Konkurrent Kammlott zur Regel-Erfüllung im Kader gesetzt war).

Schließlich haben die lokalen Medien BILD und LVZ die U23-Regel nun doch noch für sich entdeckt und behaupten heute bzw. gestern unisono, dass bei RB Leipzig in der Rückrunde ein U23-Keeper auf der Bank sitzen müsse, wolle man die Regel erfüllen. Das traf in der Hinrunde über weite Strecken tatsächlich zu, ist aber inzwischen so nicht mehr richtig, denn durch die Verpflichtung von Clemens Fandrich und die Genesung von Tom Nattermann hat sich die U23-Lage etwas entspannt. Sodass sich die vier Pflichtkaderplätze aus dem Kreis folgender Spieler rekrutieren würden:

  • Bellot/Hamrol, Koronkiewicz, Schinke, Kammlott, Fandrich, Nattermann

Die Wahrscheinlichkeit, dass trotzdem einer der jungen Keeper Bellot oder Hamrol und nicht der ältere Erik Domaschke auf der Bank sitzen wird, ist zwar weiterhin recht hoch, aber zwangsläufig ist es eben nicht mehr. Genausowenig wie es zwangsläufig noch nötig ist, dass das ehemalige Webseitengesicht des Vereins Carsten Kammlott auf der Bank sitzt. Da er auf seinen Positionen die härteste Konkurrenz hat, winkt ihm genauso wie Tom Nattermann, der wohl in der Rückrunde nur eine ergänzende Rolle haben wird, ein Tribünenplatz. Harte Zeiten bei RB Leipzig.

 

Neues Jahr, neues Glück

Nun denn, herzlich willkommen zurück hier im Blog und auf ins Vergnügen der Rückrunde der Regionalliga 2012/2013. Bzw. hoffen wir der Einfachheit mal, dass es ein Vergnügen wird. All denen unter der geneigten LeserInnenschaft, die mir und denen ich auf den anderen Kanälen, also via Facebook, Twitter und Google+ (dort auch ein Update, was in den letzten zwei Wochen rund um RB Leipzig so passiert ist) noch nicht begegnet bin, wünsche ich genau wie Verein mitsamt Spielern auf diesem Wege noch ein gesundes und höchst erquickliches neues Jahr und dass sich die auf RB Leipzig bezogenen Wünsche alle erfüllen mögen.

Nicht ganz so erquicklich dürfte der Start ins neue Jahr für die RasenBallsportler sein, denn vor den Spielspaß hat der Fußballgott traditionell die Vorbereitungszeit gelegt und die begann bereits gestern mit ersten medizinischen Test und geht heute mit Laktattest und morgen mit der ersten Trainingseinheit weiter. Kraftzehrender Höhepunkt der Vorbereitung dürfte das Trainingslager in der Türkei vom 22. bis 29. Januar werden.

Zur Erfrischung gibt es zwischendurch auch sechs Testspiele, zwei in der Türkei (gegen Winterthur und St. Gallen) und erfreuliche vier am heimischen Cottaweg. Am 13.01., 19.01., 20.01. und 02.02. gegen die SG LVB, Nürnberg II, Verl und Buchbach. Gute Mischung mit einigen ordentlichen Regionalligisten, gegen die zu spielen sicherlich im Hinblick auf die Saison sehr sinnig ist.

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Transfer(gerücht): Dominik Kaiser, Clemens Fandrich

Dominik Kaiser (gestern offiziell [broken Link] als Neuzugang verkündet): Die LVZ brachte heute den „Hallo Herr Kaiser“-Klassiker. Sein Spitzname in Hoffenheim lautete Franz. Stanislawski wird von der LVZ zugeschrieben, dass er einmal der Meinung war, dass aus Kaiser in Hoffenheim ein König werden könne. Und ich ließ mich gestern bei Twitter dazu hinreißen, den Leipziger Kronkaiser auszurufen. Also leicht hat es der Mathematik (!) studierende (!!) Neuzugang bei RB Leipzig Dominik Kaiser ob seines Namens ganz sicher nicht. Zumal es vermutlich noch unzählige mehr oder minder kreative Variationen des Namensspiels gibt.

Dominik Kaiser also, 23 Jahre alt, defensiver Mittelfeldspieler. Eine absolut folgerichtige Verpflichtung, nachdem vor zwei Tagen gleich drei Sechser das RB-Zeitliche segnen mussten. Dominik Kaiser kommt von der TSG Hoffenheim, wo er unter Trainer Markus Babbel keine realistischen Chancen mehr hatte, sich im Bundesliga-Team durchzusetzen. Das sah am Anfang der vergangenen Saison noch anders aus, als er nach zwei Jahren bei der Hoffenheimer U23 in den Profikader aufrückte und dort unter Stanislawski relativ konstant spielen durfte und so insgesamt acht Spiele in Bundesliga und DFB-Pokal sammelte. Aber ab Ende Oktober rückte Kaiser ins zweite Glied und später auch wieder in die zweite Mannschaft. Was sich nach dem Trainerwechsel Anfang des Jahres hin zu Babbel nicht mehr positiv veränderte, sondern manifestierte. Und für die nächste Spielzeit sah Babbel offenbar in Kaiser keine wichtige Option beim ausgegebenen Kampf um die Plätze hinter Dortmund und Bayern.

Dominik Kaiser ist offenbar so etwas wie der absolute Wunschtransfer von Coach Alexander Zorniger. Schon bei Normannia Gmünd arbeiteten die beiden von 2007-2009 zusammen. Damals startete Dominik Kaiser als 18jähriger seine Männerkarriere und lief insgesamt 61 mal in der Oberliga Baden-Württemberg auf, bevor Ralf Rangnick in Hoffenheim auf ihn aufmerksam wurde. Im ersten Jahr spielte er dort dann dort 32 mal wieder in der Oberliga Baden-Württemberg und stieg mit Hoffenheim auf und hängte im Jahr darauf noch mal 22 Regionalligaspiele dran. Allerdings stand er zu dieser Zeit schon einige Male im Profikader und kam schließlich am letzten Spieltag 2010/2011 zu ersten Bundesliga-Einsatzminuten (allerdings schon unter Pezzaiuoli und nicht mehr unter Rangnick).

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Spezielle Kontinuitäten

Vor dem Auswärtsspiel von RB Leipzig bei der U23 von Energie Cottbus wird ja immer wieder mal erwähnt, dass mit Daniel Frahn, Marcus Hoffmann, Paul Schinke und vor allem Timo Rost gleich vier Spieler an den Ort zurückkehren, an dem sie mal aktiv waren. Erstaunlich finde ich persönlich aber etwas ganz anderes, nämlich dass – guckt man sich die Energie-Homepage [broken Link] genau an – gleich vier Spieler im Kader der U23 stehen, die Väter haben, die selbst in ihrer Karriere für die erste Männermannschaft spielten. Die Namen Miriuta (Marco und Vater Vasile [jetziger U23-Coach]), Kobylanski (Martin und Andrzej) und Bittencourt (Leonardo und Franklin) kennt der eine oder andere wohl noch aus der Cottbusser Bundesliga-Vergangenheit der jeweiligen Väter, der Name Fandrich (Clemens und Holger) sagt wohl nur den älteren Semestern mit guten Vorwende-Erinnerungen und ein paar eingefleischten Unionern mit Nachwende-Erinnerungen etwas.

Clemens Fandrich und Leonardo Bittencourt haben es in den Fußstapfen ihrer Väter immerhin bereits auf 17 bzw. 12 Zweitliga-Einsätze für das Männerteam von Energie gebracht. Der erst 17jährige Martin Kobylanski steht wie auch Bittencourt angeblich bereits bei den Bayern auf dem Zettel. Und wenn Marco Miriuta nur eines der zwei Augen, die sein Vater in den Füßen zu haben schien, geerbt hat, dann hat auch er eine glorreiche Zukunft.

Erstaunlich ist, dass ausgerechnet der Club, dem unter Geyer immer vorgeworfen wurde, dass die vielen ausländischen Profis die Identität des Vereins untergraben würden, offenbar eine hohe Integrationskraft für ehemalige Spieler und deren Sprösslinge hat und somit auf ganz eigene Art und Weise Identität herstellt. Vielleicht fehlt mir da einfach nur das Wissen, aber ich habe nicht im Kopf, dass auf dem Level des modernen Profifußballs ein Team einmal zur selben Zeit gleich vier Spieler unter Vertrag hatte, die Minimum Regionalliga spielen und Nachkommen ehemaliger Spieler des Vereins sind. Wahrlich erstaunlich.

Vor dem morgen (Samstag) anstehenden Spiel in Cottbus ließ RB-Coach Peter Pacult im Übrigen folgendes verlauten:

Wir müssen uns im Passspiel, dem Herausspielen von Torchancen und natürlich dem Verwerten der Möglichkeiten weiter verbessern

Was absolut richtig ist und – wenn man es noch um die Verbesserung der Spielflexibilität und der Standards erweitert – in dieselbe Richtung weist, wie meine gestrige Zwischenbilanz zum bisherigen Abschneide von RB Leipzig. Man darf gespannt sein auf das morgige Aufeinandertreffen mit den Cottbusern, nicht nur wegen der besonderen Talente im Kader der Cottbuser.