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Blogstöckchen: Länderspielpause

Das FCSBlog 2.0 hat geworfen, ein Blogstöckchen nämlich. Der Libero fing bereits und ich auch ich will nun die Chance ergreifen und den letzten Arbeitstag der Woche zum fangen und weiterwerfen nutzen. Auch wenn ich angesichts eines nicht unbedeutenden Pflichtspiels von RB Leipzig gar nicht unbedingt zur bemitleidenswerten Zielgruppe gehöre, die in der Länderspielpause von ihrem Verein getrennt werden. Nun denn..

Bislang bestes Spiel 2013/2014?

1.FC Heidenheim vs. RB Leipzig 0:2

Es deutete sich zwei Spiele zuvor in Osnabrück schon an, dass RB Leipzig einen Schritt nach vorn im erfolgreichen Ankommen in der dritten Liga gemacht hatte. In Heidenheim zog man dies auch dank der Mithilfe des erst 18jährigen Talents Joshua Kimmich 90 Minuten lang durch und ließ dem überlegenen Spitzenreiter (fast) keine Chance. Ein Sieg, an dem neben der notwendig sehr guten Einstellung vor allem die fußballerischen Komponenten beeindruckten. Ein Sieg, der auch dank des 90minütigen Einsatzes von etwa 400 mitgereisten Fans unheimlich viel Spaß machte. An dem Tag passte einfach von Glück über Stimmung bis hin zu Können alles zusammen.

Absolutes Langweilerspiel 2013/2014?

SV Elversberg vs. RB Leipzg 1:0

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3.Liga: 1.FC Heidenheim vs. RB Leipzig 0:2

Nach der unglücklichen Niederlage in Osnabrück und dem schlechten Heimspiel gegen Unterhaching hatte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass RB Leipzig sich ausgerechnet zum Spitzenreiter-Bezwinger aufschwingen würde. Schließlich hatte Heidenheim zuletzt am 20.10.2012, also vor ziemlich genau einem Jahr ein Ligaheimspiel verloren. Aber fast schon folgerichtig für diese unheimlich unberechenbare 3.Liga schwang sich RB Leipzig zu einer Topleistung auf und entführte völlig verdient alle drei Punkte.

Der Moment, in dem sich diese Partie in einem Spielzug ausdrückte, kam nach 78 Spielminuten, als RB Leipzig am eigenen Strafraum den Ball erobert und dann über viele Stationen den Ball laufen lässt, bis Kaiser hervorragend freigespielt nach 25 Sekunden ohne gegnerische Ballberührung den Ball aus spitzem Winkel im linken oberen Eck unterbringt. Es war dies der Moment, in dem sich die in der zweiten Halbzeit zunehmende spielerische Überlegenheit in einem großartigen Tor, an dem faktisch alle Mannschaftsteile beteiligt waren, manifestierte und sich auch die letzten Zweifel im Gästeblock in kollektivem Freudentaumel auflösten.

Zu Beginn des Spiels überraschte Alexander Zorniger mal wieder mit einer neuen Aufstellung. Dass Joshua Kimmich im Mittelfeld sein Startelfdebüt feiern würde, konnte man noch erwarten. Mit Fabian Franke, der Tim Sebastian ersetzte, war schon weniger zu rechnen. Dass aber Sebastian Heidinger vom rechten auf den linken Verteidigerposten rückte und damit den bisher dauerhaft gesetzten Anthony Jung auf die Bank verdrängte (Christian Müller verteidigte dafür wieder mal rechts hinten), war wohl nur für Hellseher vorhersehbar. Uns selbst wenn man – wie ich – angesichts dieser Entscheidung skeptisch war, muss man doch gestehen, dass Zornigers Entscheidung durch das Spiel gerechtfertigt wurde.

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Im Kampf gegen die eierlegende Wollmilchsau

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim 1.FC Heidenheim (05.10.2013, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz drei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Dominik Kaiser.]

Als es vor zwei Wochen zum Auswärtsspiel nach Osnabrück ging, wusste man, dass es gegen das Walpurgis-Team nur eine harte Aufgabe werden kann. Die man dann letztlich leider etwas unglücklich verlor. Diesmal führt die Auswärtsaufgabe zum überlegenen Spitzenreiter 1.FC Heidenheim und rein sportlich gesehen kann man sich auf eine noch einmal ein ganzes Stück härtere Aufgabe einstellen, der eventuell aber der letzte aggressive Touch, den Osnabrück verkörpert, abgehen könnte.

Wenn man von Heidenheim spricht, kann man aktuell nur in Superlativen sprechen. Zumindest in Drittliga-Superlativen. Mit 26 Punkten aus 11 Spielen führt das Team die Tabelle deutlich an. Fünf Punkte Vorsprung sind es schon jetzt auf Platz 2. 12 bzw. 18 Punkte hat man gegenüber der als Aufstiegsmitfavoriten gehandelten Konkurrenz aus Chemnitz und Münster gutgemacht. Zudem ist man in den letzten sechs Spielen mit 16 Punkten das erfolgreichste Team der Liga.

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Einviertelbilanz

10 Spiele hat RB Leipzig in der ersten Drittligasaison der Vereinsgeschichte bisher gespielt. Reichlich ein Viertel der Saison ist also bereits abgespult, sodass man sich ersten Zwischenbilanzen widmen kann. Aktueller Tabellenführer ist mit 25 Punkten der 1.FC Heidenheim. Dank der besseren Torbilanz sind sie damit noch besser in die Saison gestartet als die Offenbacher Kickers, die 2010/2011 ebenfalls mit 25 Punkten in die Saison starteten. Sprich, noch nie war ein Drittligateam nach 10 Spieltagen besser als der 1.FC Heidenheim.

Da überkommt einen so ein bisschen der Reflex, gleich zu zukünftigen Aufstiegstaten gratulieren zu wollen, aber das wäre der Statistik nach so ziemlich das falscheste, was man machen könnte, denn in fünf Drittliga-Versuchen stieg noch nie ein Team direkt auf, das nach 10 Spieltagen an der Tabellenspitze stand. Lediglich der SC Paderborn sicherte sich in der ersten Saison der eingleisigen dritten Liga (2008/2009) als Tabellenführer nach 10 Spielen am Ende noch den Relegationsplatz und schließlich darüber den Aufstieg. Im Schnitt wurden die Tabellenführer am Ende aber nur 9. (3., 16., 7., 10., 9.)!

Insgesamt zeigen die letzten Jahre, dass das Belegen eines Platzes unter den ersten Dreien nach zehn Spielern noch kein Garant für irgendetwas ist. Lediglich ein Drittel aller Teams hat in den bisherigen fünf Drittligajahren sowohl nach 10 als auch nach 38 Spielen auf einem der ersten drei Plätze gestanden. Im Schnitt lagen die Teams, die am Ende oben standen nach Spiel 10 auf Platz 5,6. Aber auch nur drei Teams, die am Ende auf einem der ersten drei Plätze einkamen, waren nach zehn Spieltagen erst in der zweiten Tabellenhälfte zu finden. Neben Aalen und Aue sicherlich bekanntestes Beispiel Karlsruhe im letzten Jahr, die nach 10 Spielen nur zweimal gewonnen und 11 Punkte verbucht hatten, 13. waren und anschließend in den folgenden 28 Partien seltener nicht als Sieger vom Platz gingen als zuvor in 10 Partien, nämlich nur noch siebenmal.

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Eingespieltheit wins Championships?

Eine nicht unplausible These lautet, dass Mannschaften, die über einen längeren Zeitraum gewachsen sind, bessere Chancen auf sportliche Erfolge haben. Vermutlich kippt diese Kurve an einem bestimmten Zeitpunkt, wenn ein Team so viele sportliche Erfolge gesammelt hat, dass sie gesättigt ist, aber für unsere Zwecke hier soll die Eingangsthese trotzdem erst einmal genügen.

Eine weitere Behauptung lautet gemeinhin, dass RB Leipzig ein Durchlauferhitzer sei, bei dem permanent die Spieler ausgetauscht werden, während anderswo die Vereine genötigt seien, mit dem zu arbeiten, was sie eh schon haben. Wobei dies in der dritten Liga auch ein wenig schwierig ist zu behaupten, da gute Spieler immer das Ziel haben werden, die Liga – mit oder ohne den aktuellen Verein – nach oben zu verlassen bzw. die Vereine immer wieder Talente aus der Regionalliga holen und dadurch per se eine gewisse Fluktuation entsteht, die es bspw. in der 1. Bundesliga in der Form nicht gibt.

Wie auch immer, die folgende Tabelle zeigt für alle Mannschaften der dritten Liga den Tabellenplatz, wie viele Spieler in jedem Team stehen, wieviele Spielzeiten sie mit der aktuellen im Schnitt für ihre Mannschaft bestreiten, welchen Marktwert die Spieler im Schnitt haben und wie effektiv die Mannschaften sind, wenn man die erreichten Punkte in Bezug setzt zum durchschnittlichen Marktwert der Spieler.

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Ruhige Aufsteigerblicke nach oben

Der erste Spieltag in der dritten Liga ist für RB Leipzig Geschichte. Insgesamt eine höchst erfreuliche Geschichte. Abgesehen von einer kaputten Mannschaftsbusscheibe [broken Link], die einem Mangel an Gehirnwindungen zum Opfer fiel und einer Zugfahrer-Odyssee, die erst am nächsten Morgen um 1.00 Uhr am von Halle knapp 50 km entfernten Leipziger Hauptbahnhof endete. Sportlich war es letztlich die Fortsetzung der vergangenen Saison mit gleichen Mitteln. Der drittbeste Vorlagengeber der Regionalliga-Saison Kaiser bedient den besten Torschützen Frahn. Und die drei Punkte wandern nach Leipzig.

Es war dies in zehn Auswärtsspielen, die die bisher 15 Aufsteiger in die dritte Liga in fünf Jahren bestreiten mussten (im ersten Jahr wurden zwei Regionalligen zusammengelegt, sodass es Aufsteiger im engeren Sinne nicht gab) (dass die Aufsteiger in den vergangenen Jahren vornehmlich auswärts starten mussten, mag nicht ganz logisch  und ein kleiner Wettbewerbsnachteil sein, wie kürzlich gezeigt), erst der erste Sieg bei drei weiteren Unentschieden und gleich sechs Niederlagen (traten die Aufsteiger zu Hause an, stehen immerhin zwei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage zu Buche).

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Finale Prognosen

Letztlich ist der geliebte Fußball eine Sache von Wahrscheinlichkeiten. Man kann die Wahrscheinlichkeit, in einer Saison gut abzuschneiden, durch eine kluge Kaderzusammenstellung (mit oder ohne Geld) oder durch fachlich sehr gut ausgebildetes Personal zu seinen Gunsten beeinflussen. Und man kann die Wahrscheinlichkeit, dass die einzelnen Spiele gewonnen werden, durch Scouting, Aufstellung und Taktik erhöhen oder bei falschen Entscheidungen verringern. Und nicht zuletzt spielt in einer so engen und ausgeglichenen Liga wie der dritthöchsten deutschen Spielklasse auch das Momentum keine zu unterschätzende Rolle. Man kann sich in den 38 Saisonspielen in einen Flow spielen, der zum Schluss den Aufstieg sichert. Aber genausogut kann man in einen negativen Strudel geraten, der wiederum die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen, deutlich verringert.

Was man bei all dem nicht kriegt, ist Sicherheit. Ich kann so ziemlich alles richtig machen und am Ende trotzdem nicht ganz oben stehen, weil man eben doch nur Wahrscheinlichkeiten erhöhte, ohne Sicherheit zu kriegen. Weswegen es eigentlich eine ziemlich brotlose Sache ist, vor der Saison Prognosen über deren Verlauf abzugeben. Denn letztlich wird das endgültige Saisonergebnis auch durch Zufälle, Schiedsrichterentscheidungen oder abgefälschte Bälle entschieden. Sodass man meist oberhalb oder unterhalb des ‚theoretisch‘ wahrscheinlichen landet. Es wird zwar nie der Fall eintreten, dass der FC Bayern absteigt, das wäre schlicht eine zu große Abweichung von der Wahrscheinlichkeit, aber der FC Bayern kann auch mal Dritter oder Vierter werden, ohne dass dies – im Sinne der Wahrscheinlichkeit – ein extremes Ergebnis wäre.

Was auch heißt, dass das Reden darüber, wer wohl am Ende der Drittligasaison 2013/2014 aufsteigen wird, letztlich außer Acht lässt, dass man eigentlich mit gutem Gewissen immer nur einen Ereigniskorridor vorgeben kann und das Küren von Favoriten noch nicht sonderlich viel heißt. Trotzdem herrscht in Expertenkreisen und das sind die 20 Drittligatrainer nun mal, weitgehend Einigkeit, dass das Quartett 1.FC Heidenheim, Preußen Münster, Chemnitzer FC und RB Leipzig die heißesten Anwärter auf einen der drei Topplätze am Ende der Saison stellt.

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Neuland unterm Fußball

Ich werde nie dazu neigen die Fußballgeschichte in Leipzig als gemeinsame Stadtgeschichte zu verallgemeinern. Spiele, die der VfB Leipzig oder der FC Sachsen oder Lok oder wer auch immer bestritten haben, eignen sich nicht unbedingt als geschichtliche Bezugsnahme, wenn man über die kommende Drittligasaison von RB Leipzig reden will. Jeder dieser Vereine hatte seine ganz eigene Geschichte, die sich schlecht unter einem globalen Stadtlabel vereinnahmen lässt.

Trotzdem ist es ganz interessant, mal zu gucken, wann in dieser Stadt eigentlich so das letzte Mal gegen jene Vereine gespielt wurde, gegen die RB Leipzig 2013/2014 in der dritten Liga antreten wird. Denn in den entsprechenden Daten zeigt sich auch, wie lange es eigentlich her ist, dass eines der Leipziger Teams Fußball höherklassig Fußball spielte. 1997/1998 spielte mit dem VfB Leipzig letztmalig ein Club aus Leipzig in einer eingleisigen, bundesdeutschen Liga, nämlich in der zweiten Bundesliga. 20o3/2004 war ein Leipziger Team letztmalig drittklassig. Damals der FC Sachsen Leipzig im Rahmen der zweigleisigen Regionalliga. Am Ende stand der Abstieg und wohl eines der entscheidenden Ereignisse, die einen Einstieg von Red Bull in Leipzig überhaupt erst möglich machten. Die These steht weiterhin, dass eine erfolgreiche Konsolidierung des FC Sachsen damals im frisch umgebauten Zentralstadion und im Profifußball der Idee Red Bull einen frühen Riegel vorgeschoben hätte.

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RB Leipzig in der 3.Liga 2013/2014

Bevor es noch mal Zeit wird für ein paar Saisonrückblicke und auch schon wieder für die Auslosung im DFB-Pokal (Samstag, 15.06.) soll noch ein bisschen Raum sein für einen kurzen Ausblick auf die erste Drittligasaison in Leipzig seit dem FC Sachsen 2003/2004, der allerdings seinerzeit noch in die drittklassige und zweigleisige Regionalliga aufstieg. Die letzte Saison eines Leipziger Teams in einer eingleisigen Profiliga war 1997/1998, als der VfB Leipzig in der zweiten Liga spielte. Lang, lang ist es her..

Mein Blick auf die eingleisige dritte Liga war vom Start weg immer positiv. Das erste Spiel damals (2008) hieß Erfurt gegen Dresden, lief live im TV und von dieser (Vor-)Freude auf diesen Startschuss in diese neue Liga ist bei mir (auch wenn ich weiß, dass die Liga für viele Vereine wirtschaftlich eine Herausforderung ist) immer noch viel übrig. Weswegen ich mich für meinen Teil, nachdem das teils schlecht, teils recht gelöste Ticketwirrwarr hinter uns liegt, wie ein kleines Kind auf diese neue dritte Liga freue. Das mag für Anhänger höherklassiger Vereine, die auf diese Liga eher etwas hochnäsig heruntergucken, nicht nachvollziehbar sein. Für mich bedeuten diese bundesdeutsche Neuland-Liga und die Gegner mit ihrem Klang viel an Aufregung und Vorfreude.

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