Hauen und Stechen

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig bei Borussia Mönchengladbach (03.02.2018, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl, Ralf Rangnick und Ademola Lookman.]

Der vierte Spieltag nach der Winterpause wartet auf RB Leipzig. Die Spiele in Freiburg und gegen den HSV haben die Stimmung rund um den Verein ein ganzes Stück in den Keller geführt. Dazu eine Transferperiode, die alles in allem und angesichts der Ausfälle von Halstenberg und Forsberg mit nur einem Leih-Neuzugang auch wenig Begeisterung hervorrief und Fragen aufwirft, wo es in der Rückrunde für RB noch hingehen kann. Könnte gerade beschaulicher sein rund um den RasenBallsport.

Dazu steht das schwere Spiel bei Borussia Mönchengladbach auf dem Programm. Vor einem Jahr konnte RB dort glücklich, aber nicht unverdient gewinnen. In diesem Jahr ist es ein direktes Duell um die Europapokal-Plätze. Nach den beiderseits enttäuschenden Ergebnissen der Vorwoche geht es dabei für beide Vereine schon um recht viel. Der Verlierer des Spiels des Siebten gegen den Fünften würde im Kampf um die Champions League dann doch bereits gut Boden verlieren.

So richtig weiß man in dieser Saison nicht, was man mit Borussia Mönchengladbach anfangen soll. An guten Tagen können sie gegen praktisch alle Teams der Liga gewinnen und schlugen zu Hause unter anderem die Bayern. An schlechten Tagen lassen sie sich aber auch gern mal ein paar Tore einschenken wie beim 1:5 gegen Leverkusen. Konstanz ist für das Hecking-Team, das steht ein bisschen prototypisch für die Vereine an der Spitze, auch ein Fremdwort.

Dabei ist die Mannschaft durchaus ordentlich talentiert und hat eine gute Mischung aus erfahrenen Akteuren und aufstrebenden Nachwuchskräften. Vielleicht ist es aber gerade das oft sehr junge zentrale Mittelfeld, das die Inkonstanz auch ein wenig erklärt.

Mönchengladbach gehört in dieser Saison zu den Mannschaften der Bundesliga, die eher einen spielerischen Ansatz wählen. Man setzt vergleichsweise selten auf den langen Ball, hat relativ viel Ballbesitz und eine gute Passquote. Entsprechend schießt man überdurchschnittlich viele Tore aus dem normalen Spiel heraus. Aber man hat auch viel Ballbesitz im Mitteldrittel des Spielfelds, also in ungefährlichen Zonen. Auch das vielleicht eine Erklärung, warum manchmal die Durchschlagskraft fehlt. Es bleibt halt weiterhin die Königsdisziplin, die Gegner bespielen zu wollen.

Man ist ein Team, das extrem wenig Foul spielt und extrem wenig gefoult wird. Auch hier liegt ein Schlüssel, dass sich Mönchengladbach von Teams wie Eintracht Frankfurt mit einer etwas rustikaleren Spielweise durchaus beeindrucken lässt. Aus RB-Sicht wäre es eigentlich naheliegend, gerade gegen Mönchengladbach auf ein kompektes Spiel gegen den Ball zu setzen, um den Spielfluss der Borussia von vornherein zu zerstören. Klingt zumindest erstmal nach einem Setting, dass RB mit seinen Problemen im Spiel mit dem Ball entgegenkommt.

Damit einher geht auch, dass man dadurch gut verhindern könnte, dass Mönchengladbach die vorhandenen Potenziale im schnellen Umkehrspiel ausschöpft. Mit Hazard hat die Borussia da einen Spieler im Team, der immer gefährlich ist, sich zuletzt aber auch etwas arg als wenig effektiver Ego-Shooter präsentierte und damit seine eigentlich recht beeindruckende und schwer zu stoppende Spielweise ein wenig konterkarierte. Aber wenn Hazard auch noch Tore am Fließband schießen würde, dann würde man in England vermutlich schon lange mit ganz vielen Geldscheinen wedeln.

Dass Mönchengladbach bisher aus dem Schneckenrennen an der Spitze nicht so richtig Kapital schlagen konnte, liegt vermutlich auch daran, dass man mit einigen Verletzungen zu kämpfen hat. Insbesondere die Ausfälle der schnellen Außenspieler Johnson und Traoré tun da durchaus weh. Patrick Herrmann ist sicherlich ein guter, aber bei ihm fehlt auch oft der allerletzte Schliff. Vincenzo Grifo hat nicht ganz so eingeschlagen, wie man sich das erhofft haben dürfte. Dazu ist Raffael in dieser Saison nicht mehr der Raffael der Vorjahre (und fällt gegen RB vielleicht sowieso aus). Bobadilla fehlte als Sturmoption zuletzt auch. Bleibt noch ein Stindl, der nie ganz abzumelden ist, aber zuletzt auch nicht immer die ultimative Waffe war.

Trotzdem hat Mönchengladbach offensiv immer noch ordentliches Potenzial. Problematisch im Saisonverlauf eher die Defensive oder vor allem die Defensivorganisation. Man wird oft ausgekontert, kassiert aber auch viele Treffer aus dem normalen Spiel heraus. Immer wieder gibt es Druckphasen des Gegners, bei denen sich die Borussia komplett an den eigenen Strafraum zurückdrängen lässt, dort aber auch nicht so stabil steht, als dass der Gegner nicht zum Torabschluss kommen könnte. Manchmal wirkte das in den letzten Spielen im Verteidigen am Strafraum trotz Vollversammlung etwas arg passiv. Gegen Köln kassierte man so spät den Gegentreffer zur Niederlage. Gegen Augsburg hatte man Glück, dass es nicht bestraft wurde und stattdessen kurz vor Schluss der entscheidende Konter zum 2:0 gesetzt werden konnte.

Entsprechend ließ man bisher genauso viele Chancen zu wie man sich selbst herausarbeitete. Eine im Bundesliga-Vergleich eben nur durchschnittliche Bilanz. Achtbestes Team ist man aktuell in Sachen Balance zwischen Defensive und Offensive.  Das ist dann halt auch keine Bilanz eines Spitzenteams, weswegen man in der Gruppe hinter den Bayern derzeit nicht zu Unrecht am Ende steht.

Insgesamt hat man aber trotzdem ein Team mit einigem Potenzial zusammen, dem wie schon im Vorjahr vielleicht im Sturm das letzte Puzzleteil fehlt, um ein klarerer CL-Kandidat zu sein. Man hat mit Matthias Ginter im Sommer einen Transfer getätigt, bei dem viele zweifelten, ob man für ihn wirklich so viel Geld ausgeben sollte. Mit seinen Qualitäten am Ball hat sich Ginter aber ziemlich perfekt in das Spiel von Mönchengladbach eingepasst und bildet mit der Kante Vestergaard ein nominell gutes Innenverteidiger-Duo.

Im zentralen Mittelfeld hat neben Christoph Kramer Neuzugang Denis Zakaria voll eingeschlagen. Ein ballsicherer Sechser, der gute Dynamik mitbringt und bei dem man sieht, warum sich auch Ralf Rangnick den Schweizer einst mal genauer anschaute (aber damals für noch zu leicht befand). Mit Michael Cuisance hat man sich zudem einen 18-Jährigen gefischt, der bereits mit sehr großem Selbstvertrauen aufläuft und perspektivisch eine wichtige Stütze im Mittelfeld werden könnte (oder teilweise auch schon ist). Dazu kommt dann noch mit West-Ham-Leihgabe Reece Oxford ein 19-jähriger, der defensiv (auch im Mittelfeld) flexibel einsetzbar ist und in den wenigen Einsätzen, die er hatte, schon ein sehr gutes Niveau abrief.

Vielleicht ist die linke Außenverteidigerposition eine kleine Baustelle, denn so richtige Alternativen hat man da hinter Oscar Wendt, der derzeit zudem auch noch ausfällt, nicht. Und der wird in der aktuellen Saison in Mönchengladbach nicht unkritisch gesehen. Aber Linksverteidiger, das weiß man hierzulande ja auch, fallen eben auch nicht vom Himmel.

Auffällig bei der Borussia natürlich immer auch Jannik Vestergaard, der für RB beim letzten Spiel in Mönchengladbach bei Standards nicht zu stoppen war. Angesichts der Standardschwäche in den letzten Wochen bei RB hat das ein gewisses Gefahrenpotenzial. Mönchengladbach ist zwar in der Liga in Sachen erzielte Tore (und auch defensiv) nur ein durchschnittliches Standardteam, macht aus relativ wenigen Standards aber relativ viel und stellt die torgefährlichste Verteidigung der Liga, weil neben Vestergaard auch Ginter eine Waffe ist und beide bisher zusammen sieben Tore erzielten.

Fraglich noch, wer am Samstag dann alles für Mönchengladbach auflaufen kann. Auch Torwart Yann Sommer musste letzte Woche verletzt vom Platz und ist noch fraglich. Dafür käme dann Tobias Sippel. Unklar auch, ob man bei der Dreierkette aus dem Frankfurt-Spiel bleibt oder zum gewohnten 4-4-2 zurückkehrt.

Bei RB Leipzig rekrutiert sich die Mannschaft derweil derzeit aus ungefähr 14 bis 15 Feldspielern, wenn man mal davon ausgeht, dass Schmitz, Kaiser und Konaté nicht so richtig große Chancen haben, in der Startelf zu stehen und noch unklar ist, wie Hasenhüttl mit Lookman plant. Entsprechend stehen nicht so viele Fragen im Raum. Bernardo oder Klostermann links hinten wäre eine. Wer muss für Keita weichen (Demme oder Kampl) wäre eine andere. Kriegt Ilsanker mal wieder eine Startelf-Chance könnte man auch noch fragen. Und spielt Augustin, der gegen den HSV gut, aber vor dem Tor eben auch glücklos agierte, oder Poulsen, wäre die letzte Frage.

Zumindest zur personellen Besetzung. Denn die Frage nach dem System stellt sich auch. Gespielt hat man in den ersten beiden Spielen in einem 4-3-3 aka 4-1-2-2-1. Gegen Hamburg war es wieder das gewohnte 4-2-2-2. Aber auch eine Dreierkette wollte Hasenhüttl zuletzt als Option nicht ausschließen. Wäre halt eine weitere Möglichkeit, mit den Problemen auf der Außenverteidigerposition dauerhaft umzugehen (bzw. sie zu umgehen), dass man eine vielleicht auch leicht asynchrone Dreierkette spielt, um die Außenverteidigerposition mit anderen, offensiveren Typen besetzen zu können. Hätte gleichzeitig den Vorteil, dass man Ilsanker in der Mitte der Dreierkette einbauen könnte und dann mit Orban einen guten Spieler für die Halbräume hätte (und Ilsanker ein zusätzlicher großer Spieler bei Standards wäre). Wobei es auch nicht unwahrscheinlich ist, dass man in Mönchengladbach aufgrund der wichtigeren Arbeit gegen den Ball auf die klareren Abläufe im 4-2-2-2 setzt.

Mögliche Aufstellungen:

  • Borussia Mönchengladbach: Sommer (Sippel) – Elvedi, Vestergaard, Ginter, Wendt – Herrmann, Kramer, Zakaria, Grifo (Hazard) – Hazard (Raffael), Stindl
  • RB Leipzig: Gulacsi – Laimer, Orban, Upamecano, Klostermann (Bernardo) – Kampl (Demme), Keita – Sabitzer, Bruma (Kampl) – Augustin (Poulsen), Werner

Fazit: Kein unwichtiges Spiel für beide Teams, da eine Niederlage jeweils bedeuten würde, in der Tabelle in Rückstand zu geraten. Zudem würde jeweils die sowieso schon mindestens latent vorhandene Unruhe im Umfeld nach nur sieben bzw. sechs Punkten aus den letzten sieben Bundesligaspielen bei einem Misserfolg noch größer werden. Nominell versprechen beide Teams eigentlich sehr viel Fußball und vor allem viel Offensivqualität. Könnte zum jetzigen Zeitpunkt der Saison aber trotzdem eher auf ein Hauen und Stechen hinauslaufen.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig bei Borussia Mönchengladbach nicht vor Ort verfolgen kann und am 03.02.2018, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Borussia Mönchengladbach

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Ralph Hasenhüttl. Foto: GEPA Pictures - Andreas Pranter.
Foto: GEPA Pictures – Andreas Pranter.

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Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel von RB Leipzig bei Borussia Mönchengladbach mit Ralph Hasenhüttl, Ralf Rangnick und Ademola Lookman.

12.19

So, das Spiel gegen Mönchengladbach steht an. Geht heute in der PK aber nicht nur darum, sondern auch um Neuzugang Lookman und wohl auch um die Kaderplanung bzw. die Transferperiode generell. Wird also eine längere Veranstaltung. Wer sich keine Stullenpakete mitgebracht hat, ist selber Schuld..

12.26

Ein bisschen gespannt darf man ja sein, wie die zurückliegende Transferperiode bewertet wird und inwieweit es da Differenzen zwischen Rangnick und Hasenhüttl gibt. Aber irgendeinen Dreh wird man schon finden, dass unter den gegebenen Bedingungen alles gut so ist wie es ist.

12.34

Lookman: „Glücklich, hier zu sein. Teamkollegen sind freundlich. Bedingungen im Trainingszentrum sind super. Bin bereit zu spielen.“

„Werde bis zum Sommer hier sein. Im Fußball kann sich immer alles ändern. Aber ich konzentriere mich darauf hier zu sein und Fußball zu spielen.“

„Ich wollte einfach nach Deutschland kommen, um was neues auszuprobieren. Immer die deutsche Liga gesehen. Wollte unbedingt herkommen.“

12.37

Lookman: „Ich kenne Burke, aber ich habe seine Entwicklung in Leipzig nicht verfolgt.“

„Fußball hier in Leipzig ist sehr offensiv. Gegenpressing. Ist für meinen Fußball super, weil ich es mag zu attackieren und Dinge zu kreieren. Passt prima zu mir, der Spielstil von RB.“

„Ich kenne Reece Oxford, aber wir hatten keinen Kontakt in Bezug auf Deutschland.“

12.40

Ralf Rangnick: „Lookman kenne ich schon seit über zwei Jahren und schon von Charlton. Immer wieder Entwicklung verfolgt. Ging für viel Geld nach Everton. Hat dort nicht so viel gespielt, aber es in der Europa League sehr gut gemacht. Entwicklung ist offensichtlich. Gefährlicher Offensivspieler. Mussten leider feststellen, dass unklar ist, wann Forsberg zurückkommt.“ Deswegen Lookman geholt. „Wollten uns auf der Position absichern, damit wir in keine Notsituation kommen. Froh, dass wir den Spieler hier haben, auch wenn es ein untypischer Transfer ist für unseren Verein.“ (wegen nur Leihe für ein halbes Jahr)

12.43

Ralf Rangnick: „Nicht glücklich über die Verletzungen und über die Entwicklung von Spielern im eigenen Nachwuchs.“ In Notsituationen müsste man sich eigentlich beim eigenen Nachwuchs bedienen. „Das können wir leider nicht. Da sind wir selbstkritisch. Wollten die U19 zur U23 ausbauen. Haben jetzt aber die schlechteste U19 seit ich hier bin.“ Kündigt gravierende Veränderungen beim Scouting und in der Nachwuchsstrukur an. Will sich persönlich in die Talentfindung einbringen. „Müssen dafür sorgen, Spieler im eigenen Nachwuchs zu haben, die uns in Notsituationen helfen.“

12.46

Rangnick: Halstenbergs Verletzung nicht vorhersehbar. Danach viele Kandidaten geprüft. Gab aber keinen Spieler, der sportlich und finanziell gepasst hätte. „Kann mit dem Umstand schwer leben. Müssen da Lösungen haben. Haben wir nicht geschafft. Personelle Änderungen im Scouting dringen notwendig.“ Sei aber auch nicht ungewöhnlich aufgrund des schnellen Aufstiegs von der vierten in die erste Liga. Strukturell ist man noch nicht Champions-League-reif.

Hasenhüttl: „Mit Halstenberg viel Qualität verloren. Leider nicht möglich, einen Ersatz zu holen. Müssen aus dem vorhandenen Personal das Maximum herausholen. Stehen für außergewöhnliche Lösungen auf dem Platz. Ist klar, dass wir quantitativ und qualitativ links hinten nicht auf Rosen gebettet sind. Aber wird werden Lösungen finden.“

12.48

Rangnick: Abgang von Aehlig hat mit strukturellen Problemen nichts zu tun. „Spors Abgang hat schon eher was damit zu tun, weil zu der Zeit schon Umbaumaßnahmen geplant waren. War aber seine Entscheidung sich zu verändern.“ Ab dem 24.01. Tag und Nacht an Zugang eines Linksverteidigers gearbeitet. Aber nicht verfügbar oder zu teuer. „Müssen uns im Scouting internationaler aufstellen. Mache niemandem einen Vorwurf, auch nicht Johannes Spors.“

12.53

Rangnick: „Hätte Evertons Manager den Wechsel nicht gewollt, hätte er ihm nicht zugestimmt. Dass wir Lookman schon länger auf dem Radar hatten, hat geholfen, dass er zu uns wollte. Nicht zu vergleichen mit Burke von Spielertyp und Statur her.“ Kann im Mittelfeld spielen, ist aber auch torgefährlich. „Kann leider nicht Europa League spielen, aber wir haben 14 wichtige Spiele in der Bundesliga und englische Wochen.“ Was im Sommer ist, wird man sehen.

Hasenhüttl: „Letzte Saison rechts hinten vier Spieler eingesetzt, die je nach Anforderungsprofil eingesetzt wurden. Nur einer davon war wirklich Rechtsverteidiger.“ Schwierig, weil Leistungsschwankungen nicht aufzufangen waren. „Werden links hinten denjenigen auf die jeweilige Aufgabe bestmöglich einzustellen. Bei Bernardo hat das rechts hinten gut gemacht. Ist aber nicht seine Lieblingsposition, auf der er seine Zukunft sieht.“ Laimer mit zwei guten Spielen rechts hinten, dann aber mit einem schwächeren Spiel. „Unser System macht aber aus, im Netz zu agieren und darüber Probleme aufzufangen. Letztes Jahr waren wir in der Gemeinschaft stark und konnten Defizite kompensieren.“

12.56

Hasenhüttl: „Bin froh, mit Lookman eine Alternative zu haben. Wenn er nur hilft, ein, zwei Spiele mehr zu gewinnen oder das Trainingsniveau zu erhöhen, macht der Transfer schon Sinn.“

Rangnick: „In der Offensive noch am ehesten unser System schnell zu lernen.“ Weil da inidivduelle Qualitäten gefragt sind. „Hätten für links hinten die eierlegende Wollmilchsau finden müssen.“ Man habe genug Spieler, aber hätte gern noch einen Spezialisten für die Linksverteidigerposition gefunden. Kündigt noch mal an, dass man nie wieder in eine solche Situation kommen wird, dass man auf die Verletzung von Halstenberg nicht adäquat reagieren kann.

12.59

Hasenhüttl: Erinnert an letzte Saison und den Sieg in Mönchengladbach in einer schweren Phase. „Phantastische Mannschaft. Aufgabe könnte nicht schwerer sein. Habe mit meinem Team an einigen Stellschrauben gedreht. Zwei Teams mit viel fußballerischen Qualitäten. Gladbach bekannt für das Umschaltspiel. Muss man aufmerksam sein. Haben aber auch Probleme bei Kontern. Wird ein interessantes Spiel. Nicht umsonst ein Topspiel.

13.03

Hasenhüttl: „Sind nicht weit von der Champions League entfernt. Ist aber auch nicht so wichtig. Wird bis zum Schluss eng. Haben den Anspruch an uns, jedes Spiel zu gewinnen. Gesamtsituation ist wie sie ist. Vier Punkte aus drei Spielen geholt. Wären nicht zufrieden gegen Gladbach und Augsburg wie in der Hinrunde nur einen Punkt zu holen. Wird in Mönchengladbach eine Herausforderung, aber die brauchen wir auch.“

Rangnick: „Letzte Saison wären wir mit Platz 10 zufrieden gewesen. Mit Platz 5 diese Saison wären wir auch zufrieden. Durch die letzte Saison fühlt sich Platz 5 diese Saison aber nicht mehr so gut an. Haben viele Spieler aus zweiter und dritter Liga im Team. Haben den Anspruch, dass die Mannschaft mehr Punkte sammelt und besser im Netz agiert. Selbst mit dem weltbesten Linksverteidiger wäre die Mannschaft automatisch nicht wie geschnitten Brot durch die nächsten Spiele gegangen. Gruppe muss wieder besser spielen als die Summe ihrer Einzelteile.“ In den nächsten Sommertransferperioden werde man jeden Spieler auf der ganzen Welt kennen. „So wollen wir uns aufstellen.“

13.06

Hasenhüttl: „Professionelle und gute Zusammenarbeit mit Rangnick. Hat sich nicht geändert. Sind ehrgeizig und wollen den Verein entwickeln. Legen auch den Finger in die Wunde, weil wir vorankommen wollen. Ralf hat die Defizite bei sich angesprochen, ich mache das bei meiner Mannschaft auch. Nicht immer öffentlich, aber intern. Wir haben mit Ralf sehr viel gute Entscheidungen getroffen durch viele Diskussionen.“

Rangnick: „Enger Austausch mit Hasenhüttl. Kann mich gut in ihn hineinversetzen, wenn eine Verletzung wie bei Halstenberg passiert oder Forsberg so lange verletzt ist. Meine Rolle ist, dass sich der Trainer keine Gedanken machen muss und ich ihm den Rücken freihalte.“

13.10

Hasenhüttl: „Sind RB Leipzig, Vizemeister und von unserer Art zu spielen überzeugt.“ Gibt Phasen, in denen es nicht so läuft. Arbeitet daran, dass man mal wieder eine Serie hinlegen kann.

Rangnick zu Embalo: „Beschäftigen uns seit Monaten mit Embalo. Hatten mit Benfica eine Einigung und mit dem Spieler. Umzug schon vorbereitet. Hatten auch schon eine Einigung mit dem Berater, dass er bei Volljähirgkeit von Embalo honoriert wird.“ An letzterem ist es dann aber doch gescheitert, weil man dem Berater nicht schon vor Volljährigkeit Embalos Geld zahlen wollte, weil das von den Regularien her verboten ist. Lag aber nicht an der Höhe der Berater-Forderungen. „Tut mir leid für die Familie und leid für uns, weil wir da so viel Energie reingesteckt haben.“

13.14

Rangnick zum Playboy-Interview, das nicht abgedruckt wurde: „Gab letzten September eine Anfrage zu einer Personality-Geschichte über mich als Person vom Playboy. Habe lange gezögert, das zu machen. Hatte Bedenken, weil selber nie Playboy-Leser. Kontaktaufnahmen waren hartnäckig. Deswegen zugestimmt. Interview geführt. Nach einer halben Stunde dann schon gedacht, wann denn die persönlichen Fragen kommen. Hätte nach einer halben Stunde aufstehen müssen und gehen müssen. Den Vorwurf mache ich mir. Mir wurde es zur Autorisierung vorgelegt, aber das konnte ich nicht autorisieren. Schade um die Zeit des Journalisten und um meine Zeit. Interview widersprach den Absprachen. Zukünftig keine Interviews mehr mit Medien, wo ich nicht hingehöre.“

13.15

Verein fügt noch mal hinzu, dass er nichts damit zu tun hatte und man bei Tausenden Artikeln im letzten Jahr keine Probleme hatte.

13.18

Das war es von hier. Die Interview-Geschichte von Rangnick hat offenbar sehr unterschiedliche Aussagen zur Entstehungsgeschichte. Rangnick in Bezug auf das Scouting und die Vereinsstrukturen ordentlich on fire. Da rollen wohl ein paar Köpfe. Die letzte Transferperiode hat offenbar sehr am Sportdirektor genagt. Bzw. sah man ihm an, dass er da auch emotional sehr getroffen reagiert.

13.20

Mönchengladbach ist auch noch. Hasenhüttl vermittelt ein bisschen Aufbruchstimmung. Wieder besseres Verteidigen und Agieren im Netz ist gefragt. Vielleicht ist ja das geschlossene Transferfenster nun auch gut, dass jeder im Team weiß, was seine Rolle ist und sich darauf konzentrieren kann. Wir werden am Samstag sehen, wie das dann auf dem Platz aussieht. In diesem Sinne, habt Spaß mit dem Kick.

9 Gedanken zu „Hauen und Stechen“

  1. Das ist mir alles zu konfus was RR da erzählt.
    Eigener Nachwuch:
    klar das man da keinen in die erste bringt
    wenn die besten suspendiert und vergrault oder sogar verkauft werden oder nie eine Chance bekommen.

    Scouting internationaler aufstellen?
    Hä?
    Es werden doch ständig schon nur Ausländer geholt oder Salzburger.
    Vielleicht mal ein paar deutsche Spieler, dann wird es mit dem Mannschaftsklima auch wieder besser.

  2. „An letzterem ist es dann aber doch gescheitert, weil man dem Berater nicht schon vor Volljährigkeit Embalos Geld zahlen wollte, weil das von den Regularien her verboten ist. “

    Soviel zu „Glashaus und so.“ (RRB vom 1.2.2018). Vielleicht in Zukunft ein wenig vorsichtiger mit solchen Wertungen, wenn man so gar keine Ahnung hat, was eigentlich vorgefallen ist?

    1. Das bleibt dir natürlich unbenommen, das so zu sehen. Aber auf welche Argumentation sich das Glashaus bezieht, ist ja relativ eindeutig beschrieben, nämlich auf Argumentationen, die das Finanzgebaren des Beraters als das Problem ansahen. Im selben Beitrag schrieb ich übrigens auch, dass es vermutlich absolut sinnig war aus RB-Sicht, sich aus dem Poker zurückzuziehen. Und falls die heutige Geschichte mit der Volljährigkeit stimmt (über die ich selbst heute bereits deutlich vor der PK spekulierte), dann macht es natürlich noch viel mehr Sinn. Ändert trotzdem nichts daran, dass Argumentationen, die Beratern ihren Blick auf das Geld vorwerfen, während 20-Millionen-Transfers abgewickelt werden, eine gewisse Doppelmoral offenbaren.

  3. Frieder Schrof ( LVZ Interview ) und Ralf Rangnick ( Pressekonferenz ) sind entweder bei verschiedenen Clubs tätig oder das sportliche Management bei RB muß in Frage gestellt werden.
    Befremdlich ist auch das mit dem Finger zeigen auf das bisherige Scouting-personal, wo RR doch auf diesem Gebiet seit Jahren sich ordentlich ein- und mitgemischt hat.
    Mir gefällt diese one man Show nicht, das hat mit modernem Management nichts zu tun.

    1. RR sprach in seiner Schwachstellenanalyse mehrfach von „wir“. „Wir“ = Pronomen; steht für mehrere Personen, zu denen die eigene gehört, für einen Kreis von Menschen, in den die eigene Person eingeschlossen ist. Quelle: Duden.

  4. Es war doch schon nach einigen Spielen der Hinrunde absehbar, dass die Spielgestalter der Vorsaison nicht annähernd an die Leistung und Effektivität des 1. Bundesligajahres heran kommen würden.
    Dementsprechend fehlen nicht nur die tödlichen Anspiele auf die Strumspitzen, sondern auch die eminent wichtigen Tore von Forsberg und Keita, der eine dann auch noch Dauerkrank, der andere launisch, oft zu eigensinnig und damit nur bei max. 70 % seines Leistungsvermögens. Deshalb war die Tendenz der Hinrunde und nun auch der Rückrunde schnell erkennbar. Nur von den verantwortlichen Personen wurde dieses Problem offenbar gewaltig unterschätzt, denn sonst hätte man die Schwerpunkte für Wintertransfers nicht im Juniorenbereich, sondern bei wirklich sofort präsenten Leistungsträgern für die aktuelle Elf setzen müssen.
    Ein Manko, dass sogar ein Abrutschen ins Mittelmaß nach sich ziehen könnte. Wiederum den Effekt nach sich ziehend, dass wirkliche Leistungsträger auch nur sehr schwehr für die kommende Saison verpflichtbar wären und/oder die aktuellen schnell Abwanderungsgedanken hegen könnten. Die Voreilige Abschaffung der U 23, von vielen vorausgesagt, war ebenso ein gewaltiger Fehler.

  5. „Ändert trotzdem nichts daran, dass Argumentationen, die Beratern ihren Blick auf das Geld vorwerfen, während 20-Millionen-Transfers abgewickelt werden, eine gewisse Doppelmoral offenbaren.“

    Nur hat er nicht den Beratern den Blick auf das Geld vorgeworfen (im Gegenteil, es wurde ausdrücklich konstatiert, dass es nicht an der Höhe der Honorarforderungen lag und man bereit gewesen wäre, zu einem späteren Zeitpunkt das Honorar zu zahlen), sondern der Grund war, dass Honorarzahlungen an Berater bei Minderjährigen nicht zulässig sind. Alles andere war Interpretation der Medien. Also bitte bei der Wahrheit bleiben.

    1. Habe ich auch nicht behauptet, dass die Argumentation vom Verein oder Rangnick kam. Weder im von dir genutzten Zitat, noch im ursprünglichen Presseupdate (da gab es vom Verein ja noch gar keine mit Details garnierte Begründung). Meine Äußerungen bezog sich auf die öffentliche Darstellung und Wahrnehmung (also bspw. in Medien und von RB-Fans in den Online-Welten) des Beraters. Wenn wir schon beim Thema „bei der Wahrheit bleiben“ sind.

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