Presse 07.05.2014

Vier Tage her der Aufstieg. Die Mannschaft von RB Leipzig weiterhin am Ballermann, während der letzte Gegner in der dritten Liga, die Stuttgarter Kickers (erwarten gegen RB Leipzig 6.000 Zuschauer) heute das Finale im Pokal des Württembergischen Fußballverbands gegen den 1.FC Heidenheim bestreiten. Man wird am Samstag sehen, welche Vorbereitung sinnvoller war..

Die BILD (und malleBZ) dokumentiert das Treiben auf Mallorca. Und bringt gleichzeitig Teil 2 der Geschichte um Daniel Frahn. In der der Kapitän vom Krebstod der damals 12jährigen Jenny berichtet, der ihn sehr mittnahm. Dazu geht es um Peter Pacult und das weiter gute Verhältnis zwischen den beiden, um die drei Tore gegen Wolfsburg, die Magath seinen Profis in Endlosschleife vorgespielt haben soll und den am vorletzten Spieltag vergeigten Aufstieg in der Saison 2011/2012.

Die LVZ hat Alexander Zorniger im Interview. Es geht um den Aufstieg, Dominik Kaiser, die Keeper und den Team-Spielstil. Für die Sommerpause kündigt der Trainer fünf bis sechs Neuzugänge an (siehe zu Kaderplanung auch rotebrauseblog und L-IZ). Auch ServusTV hatte den Trainer zu Besuch. Ein Gespräch, in dem es zentral um den Druck und psychologische Momente beim Coaching geht und das sehr hätte an Interessantheit gewinnen können, wenn der Moderator ein besserer/ besser vorbereitet gewesen wäre.

Der MDR sammelt noch mal alle Berichte und Beiträge zum Aufstieg.

Frank Willmann mit einer Kolumne im Tagesspiegel und einem Blick über die Ostvereine und der These, in Leipzig hätten nicht RB-Fans, sondern Fußball-Fans den Aufstieg bejubelt, die auch Lok gefolgt wären, wenn Lok erfolgreichen Fußball gespielt hätte.

Ansonsten gibt es einige Artikel und Beiträge, die nach dem Aufstieg und dem Eindringen von RB Leipzig in den Profifußball das Phänomen (kritisch) beleuchten.

Neben den journalistischen Beiträgen der Rheinischen Post und des Tagesanzeigers gibt es eine Facebook-Analyse auf der Website Siedelweber, die RB Leipzig bescheinigt, keine dialogorientierte Kommunikation zu betreiben und der Behauptung, dass dies die Widerspiegelung der Vereinssatzung wäre und „ein aktives Vereinsleben kaum möglich“ ist.

Mal abgesehen davon, was ein aktives Vereinsleben ausmacht und auch mal davon abgesehen, ob der Verein auf seinen Social-Media-Kanälen dialogorientiert arbeitet oder nicht (wofür es unterschiedliche Belege geben würde), ist das Zählen von Likes, Aktivität und Anteil an negativen Kommentaren in Sachen Analyse vielleicht etwas wenig. Weil entscheidende W-Fragen fehlen, wie zum Beispiel, warum die Anzahl negativer Kommentare zu RB überwiegt.

Liegt es daran, dass keiner RB mag oder daran, dass Ablehner ein höheres Involvement aufweisen und wie erklärt man sich die vielen Likes eines RB-Aufstiegsbeitrags im Widerspruch zu den überwiegend kritischen Kommentaren darunter. Da hätte man vielleicht noch einiges rausholen können, so bleibt es ein Artikel, bei dem man das Gefühl hat, dass die Tendenz schon vorher feststand.

Meinungsstark wird es beim Fanprojekt Mönchengladbach und bei den Ruhrbaronen. Erstere mit der altbekannten These, dass in Leipzig der Fußball dem Kommerz zeitlich folgte und anderswo der Kommerz dem Fußball zeitlich folgte und das nur letzteres tragbar sei. Der Vorwurf, dass Red Bull ja nur zufällig in Leipzig ist, ist schon immer schwer verständlich gewesen. Jeder Geldgeber im Fußball trifft eine rational-kaufmännische Entscheidung für oder gegen (lokales oder überregionalles) Sponsoring, Investition oder was auch immer. Ob da im Vorstand der Firma noch einer mit Fußballbegeisterung sitzt oder nicht, ist dabei komplett geschenkt. Jede Firma versucht, sich im Licht des Fußballs zu sonnen und entsprechende Effekte mitzunehmen.

Wer diesem Zusammenhang eine zu verteidigende Wirkrichtung geben will (zuerst muss Fußball gespielt werden [wie lange eigentlich], dann darf da jemand viel Geld reinstecken), der vergisst, dass es jeder Firma in Deutschland, die Geld in den Fußball steckt, darum geht, mehr oder länger Produkte zu verkaufen. Egal, was zuerst war. Das ist in Leipzig auch so, nur dass hier die Fußballstrukturen in einer nachholenden Entwicklung binnen kürzester Zeit durch Firmengelder hochgezogen werden, weil es keine selbst über die Zeit wachsenden Strukturen gab. Klar ist es beliebig, dass Red Bull das ausgerechnet in Leipzig macht (bzw. nur der gute Standort hier Schuld ist), es ist aber nicht beliebig, dass Fußballanhänger das bewusst annehmen und mit Leben füllen.

Das ist „Kommerzialisierung, wie sie den Fußball ins Mark trifft“, schließt der Artikel. In der Tat hat diese Kommerzialisierung den Leipziger Fußball ganz tief ins Mark getroffen. So tief, dass man inzwischen sogar eine WM-Arena füllt.

Ralf Rangnick im Inteview mit der FAZ (noch nicht online, Ausriss im Handelsblatt) mit der vielleicht dazu passenden These, dass rund 80.000 Menschen in den letzten beiden Heimspielen nicht wegen einem Getränk, sondern wegen Fußball zusammenkamen..

Blieben noch die Ruhrbarone, für die der Dortmunder Robin Patzwaldt einen (bisher nirgendwo anders zu findenden) offenen Brief der ‚Interessengemeinschaft Unsere Kurve‘ dokumentiert. Der in egozentrischer Selbstermächtigung zu bestimmen sucht, was noch zu tolerieren ist und was nicht. Eine Stellungnahme, die dazu noch eine sehr eigene, verdrehte Vorstellung von deutschem Vereinsrecht und DFL-Lizenzbestimmungen vermittelt. Da dies an vielen Stellen hier im Blog schon mehrfach besprochen wurde, sei aber auf eine eingehende Betrachtung der Argumente verzichtet.

Bei den stehplatzhelden eine These zur Zukunft der Bundesliga, in der zunehmend Traditionsvereine der Finanzmacht anderer Vereine erliegen würden. Wobei letztlich ja zu bemerken bliebe, dass Traditionsvereine in Ballungsräumen mit vielen Anhänger per se einen Wettbewerbsvorteil bei der Vermarktung haben, den sie auch nutzen müssen (und wenn man an Dortmund denkt ja auch nutzen).

[anstoss-gw] Rasenballspielerei: [broken Link]

[BILD] Frahn: Der Tod der kleinen Jenny hat mein Leben verändert: http://www.bild.de/regional/leipzig/rb-leipzig/daniel-frahn-jennys-tod-hat-mein-leben-veraendert-35855588.bild.html

[BILD] Die Bullen am Ballermann: http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/die-bullen-am-ballermann-35848896.bild.html

[Fanprojekt Mönchengladbach] Pfui Deibel, Red Bull: [broken Link]

[Handelsblatt] RB Leipzig: Rangnick wehrt sich gegen Brauseklub-Image: [broken Link]

[L-IZ] RB Leipzig: Wo muss für die 2. Liga nachgebessert werden?: [broken Link]

[L-IZ] RB Leipzig: So geht’s weiter Richtung Liga 2: [broken Link]

[LVZ] „Das war eine Explosion“: http://www.rb-fans.de/forum/viewtopic.php?f=20&t=7659

[malleBZ] RB Leipzig feiert Aufstieg am Ballermann: [broken Link]

[MDR] Der Aufstieg von RB Leipzig: http://www.mdr.de/sport/fussball_3l/rb-leipzig276.html

[Rheinische Post] Rote Bullen als perfekte Werbeplattform: http://www.rp-online.de/sport/fussball/dritteliga/rb-leipzig-steigt-auf-rote-bullen-als-perfekte-werbeplattform-aid-1.4222394

[rotebrauseblogger] Kaderschmiede 2014/2015: http://rotebrauseblogger.de/2014/05/07/kaderschmiede-20142015/

[rotebrauseblogger] Gepökelte Rentierherzen für die zweite Liga (Podcast): http://rotebrauseblogger.de/2014/05/06/gepoekelte-rentierherzen-fuer-die-zweite-liga/

[Ruhrbarone] Mit RB Leipzig betritt der nächste ‚Werksclub‘ (unter Murren vieler Fans im Lande) die große Fußballbühne: http://www.ruhrbarone.de/mit-rb-leipzig-betritt-der-naechste-werksclub-unter-murren-vieler-fans-im-lande-die-grosse-fussballbuehne/78712

[ServusTV] Sport und Talk aus dem Hangar-7 (etwa ab 31:30): [broken Link]

[Siedelweber] Wie RB Leipzig auf Facebook gesehen wird und agiert: [broken Link]

[stehplatzhelden] RB Leipzig wird sich bei Werder, Gladbach & Co. bedienen: http://www.stehplatzhelden.de/rb-leipzig-wird-sich-bei-werder-gladbach-co-bedienen/

[Tagesanzeiger] Der friedliche Aufsteiger, den niemand wollte: http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Der-friedliche-Aufsteiger-den-niemand-wollte/story/23803801

[Tagesspiegel] Der Osten bleibt das graue Niemandsland des Fußball: http://www.tagesspiegel.de/sport/willmanns-kolumne-der-osten-bleibt-das-graue-niemandsland-des-fussball/9857006.html

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