DFB-Pokal: RB Leipzig vs. FC Bayern München 5:6 n.E.

Zweite Runde im DFB-Pokal. Und dann gleich das Spiel gegen die Bayern. Auch im dritten Anlauf setzte es für RB Leipzig eine Niederlage. Angesichts eines aufopferungsvollen Kampfes war das Ausscheiden nach Elfmeterschießen durchaus bitter.

Für die Partie hatte Ralph Hasenhüttl wieder zurückrotiert. Klostermann, Konaté, Demme und auch Werner nahmen auf der Bank Platz. Upamecano, Halstenberg, Kampl und Augustin durften dafür in der Startelf stehen. Wie gehabt das ganze im 4-2-2-2.

Jupp Heynckes lief in (soweit es Verletzungsausfälle zuließen) Bestbesetzung auf. Rafinha, Süle und James blieben draußen bzw. zu Hause. Kimmich, Boateng und Thiago standen dafür in der Startformation, die meist einem 4-2-3-1 auflief, wobei Tolisso auch immer mal von der Sechs eine Position nach vorn rutschte.

Die erste Halbzeit wurde von beiden Teams weitgehend kontrolliert und ohne das ganz offene Visier gespielt. RB versuchte dabei durch Anlaufen in vorderster Linie das Bayern-Spiel vor allem Richtung deren linker Seite und über Hummels zu lenken. Das war im Vergleich mit der Robben-Seite auch die deutlich weniger gefährliche Seite. Bayern auf der anderen Seite griff nur selten sehr hoch an. Die Unterstützung für Lewandowski hielt sich da doch deutlich in Grenzen. Auch hinter dem Polen rückte man nicht immer sonderlich aggressiv nach, sodass RB im Spielaufbau nicht allzu großen Druck hatte.

Die erste Halbzeit war insgesamt eine ausgeglichene mit leichten Vorteilen in Sachen Torgefahr für RB. Die erste gefährliche Situation hatten aber die Bayern nach acht Minuten, als Lewandowski aus abseitsverdächtiger Position rechts frei durchläuft, aber Bernardo die Hereingabe noch gerade so klären kann.

Nach 20 Minuten kommt dann RB immer besser ins Spiel. Bzw. gelingt es ihnen nun besser, aus dem Ballbesitz heraus auch gefährlich zu werden. Forsberg, der sich durch den Strafraum wühlt und an Ulreich scheitert. Augustin, der sich nach Keita-Anspiel perfekt freispielt, aber beim Abschluss allein vor Ulreich den Ball nicht richtig trifft. Und dann diese Szene, als Forsberg an der oder auf der Strafraumlinie gefoult wird, aber Schiedsrichter Zwayer den schon gepfiffenen Elfer nach Rücksprache mit dem Assistenten zurücknimmt und das Foul außerhalb des Strafraums verortet. Zu allem Überfluss landet der anschließende Freistoß auf der Latte.

Elfmeter oder kein Elfmeter? Eine der entscheidenden Szenen des Spiels zwischen RB Leipzig und Bayern München. | GEPA Pictures - Sven Sonntag
GEPA Pictures – Sven Sonntag

Diese erste Halbzeit von RB Leipzig war durchaus eine überzeugende. Bei immerhin 43% Ballbesitz hatte man das Offensivspiel der Bayern, die durchaus immer wieder eine ganz gute Ballsicherheit zeigten, komplett unter Kontrolle und spielte selbst sicher in die gegnerische Hälfte. 5:2 Torschüsse. 1:0 Großchancen (Augustin). Hohe Ballsicherheit. Gute Zweikampfführung. Eine Führung wäre durchaus verdient gewesen, auch wenn es sicherlich kein Chancenfestival war. Aber es war ein fußballerisch reifer Auftritt gegen die beste Mannschaft Deutschlands.

Die Bayern kommen dann etwas besser aus der Kabine und haben mit Coman früh eine ganz gute, aber auch schlecht ausgespielte Konterchance.

Die für das weitere Spiel entscheidende Szene passiert dann aber nach 54 Minuten, als Keita gegen Lewandowski zum taktischen, den Konter unterbindenden Foul greift und zwangsläufig mit Gelb-Rot vom Platz geht.

Wie immer auf diesem Niveau ändert das die Balance im Spiel komplett. Die Bayern für den Rest der Spielzeit mit irgendwas um die 75% Ballbesitz und 23:4 Torschüssen. Aus einem Spiel zweier Teams auf Augenhöhe wird der klassische Kampf eines anrennenden Favoriten gegen einen Underdog, der sich am Strafraum verschanzt und auf einen Konter hofft.

Die Bayern verschieben das Spiel immer weiter in die RB-Hälfte, weil vorn Poulsen als erster Anläufer die Münchener Innenverteidiger allein nicht mehr beschäftigt kriegt. Entsprechend fliegen die Bälle immer wieder aus dem Mittelfeld auf die Außenpositionen, sodass die zwei RB-Viererketten im permanenten Modus des Verschiebens und Lückenschließens agieren und die gewonnenen Bälle häufig auch zu leicht wieder herschenken.

Das ist nicht unbedingt das, was man sich von einem solchen Spiel zwischen Vizemeister und Meister erhofft. Aber die Bayern spielen das in Überzahl auch wenig inspiriert und viel zu selten mit gutem Zug zum Tor. Die RB-Defensive hält derweil bestmöglich dagegen und schließt die aufgehenden Lücken mit hohem läuferischem Aufwand.

Demme kommt relativ direkt nach dem Platzverweis für Augustin. Was dazu führt, dass mit Poulsen zwar ein guter Anläufer im Spiel bleibt. Aber mit dem Franzosen auch jener Akteur in der vordersten Linie fehlt, der am ehesten noch mal im Eins gegen Eins für Ballsicherungen und Torgefahr sorgen könnte.

Lewandowsi hat nach 66 Minuten eine Riesenchance zur Führung, zielt aber knapp links vorbei. Und dann kommt doch RB zum Zuge, als Poulsen im Strafraum an Boateng vorbeigehen will und das Foul zieht. Bzw. einen Elfmeter geschenkt bekommt in einer Situation, die vielleicht keine Schwalbe, aber auch nicht wirklich elfmeterwürdig war. Forsberg ist es egal und schießt zum 1:0 ein, das nachträglicher Lohn für die erste Halbzeit ist.

Vielleicht läuft das Spiel auch anders, wenn die Führung länger hält. Tut sie aber für gerade mal rund fünf Minuten. Ausgerechnet ein langer Ball von Boateng, dessen lange Bälle eigentlich nicht mehr so genau sind, wie sie das mal waren, sorgt für das 1:1, das mit Thiago ausgerechnet einer der kleinsten Spieler auf dem Platz unbedrängt per Kopf erzielen kann. Da verteidigt man auf RB-Seiten mit zwei Viererketten eigentlich sehr gut und dann kassiert man das Gegentor doch auf so schlichte Art und Weise.

Der Rest des Spiels bleibt dann ein Spiel auf ein Tor. Vor Ende der regulären Spielzeit verpassen Thiago, Lewandowski und Kimmich (der nach Rafinha-Einwechslung ins zentrale Mittelfeld rückt) mehrfach die Entscheidung. So richtig haarig wird es dann vor allem in der ersten Hälfte der Verlängerung, als die Bayern vier, fünf große Chancen zur Führung haben. Aber Gulacsi, die Latte, Abwehrbeine und eine große Portion Glück retten das Unentschieden.

In der zweiten Hälfte der Verlängerung kommt dann auch von den Bayern offensiv nicht mehr allzu viel. Bei RB ist irgendwann alle Kreativität (Augustin, Forsberg, Sabitzer) ausgewechselt, sodass links Bernardo und Halstenberg und rechts Klostermann und Laimer als Pärchen verteidigen und Bayern meist an dieser Defensivwand zerschellt. Vorn wartet derweil Werner auf die eine Chance, seine Geschwindigkeit in der Tiefe auszuspielen. Und tatsächlich kommt RB in diesen letzten 15 Minuten noch mal in zwei, drei gute Umschaltsituationen. Doch einmal wird Werner knapp vom korrekten Abseitspfiff am Torerfolg gehindert, einmal schießt er links vorbei.

Entsprechend kommt es zum Elfmeterschießen. Dass sich RB mit zehn Mann über 60 Minuten überhaupt in diese 50:50-Chance kämpfte, ist aller Ehren wert. Dass man dort dann verlor, weil Bayern fünf sehr präzise Elfmeter schoss, ist zwar bitter, aber wer will schon über Elfmeterschießen schreiben oder sich überhaupt nur daran erinnern..

Fazit: Es war 55 Minuten lang ein spannendes und interessantes Spiel auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen in Sachen Torgefahr für RB Leipzig. Nach dem Platzverweis gegen Keita war es ein einseitiges Spiel, in dem RB Leipzig extrem viel in die Defensivarbeit investierte und einen großen Kampf lieferte, aber nach vorn praktisch chancenlos war. Schade für diese Partie und ihren Verlauf, dass es nicht Elf gegen Elf zu Ende ging. In Überzahl hatte Bayern trotz nur selten inspiriertem Aufritt dann die besseren Chancen, wegen derer man sich den Sieg durchaus verdiente. Auch wenn man ihn erst im Elfmeterschießen erringen konnte.

Randbemerkung 1: Die Foulbilanz entschieden die Bayern mit 29:15 recht deutlich für sich (was sich auch in 4:2 gelben Karten widerspiegelte). Das durfte durchaus erstaunen, angesichts von über eine Stunde Unterzahlspiel von RB Leipzig, in der man ja eher damit rechnen müsste, dass das Team mit wenig Ballbesitz die Mannschaft mit viel Ballbesitz vor allem auch mit unlauteren Mitteln stoppt. Sowieso würde man in einem Spiel gegen ballsichere Bayern und angesichts eines eher kleinlichen Schiedsrichters erst mal erwarten, dass die Bayern deutlich weniger Fouls begehen (müssen). Dass das nicht der Fall war, verweist darauf, dass es RB sehr gut verstand, erstens den Spielfluss der Bayern auch mit legalen Mitteln zu stoppen und sie vor allem auch in Situationen zu zwingen, in denen sie zu Fouls greifen mussten, um Angriffe zu unterbinden.

Randbemerkung 2: Nachspielzeit ist auch immer wieder ein lustiges Thema. In Deutschland hat sich diesbezüglich in dieser Saison schon einiges verbessert und greifen Schiedsrichter neuerdings in ein angemessen hohes Regal von 5 oder 6 Minuten, wo man früher fast nie mehr als 3 gesehen hat. Zwayer ging da gestern einen eigenen Weg. Zwei Minuten nach Halbzeit 1 waren ok. Drei Minuten nach Halbzeit 2 mit Elfmeter, Toren und Wechseln waren schon eher seltsam. Wo er aber zum Ende der beiden Halbzeiten der Verlängerung jeweils 2 Minuten herzauberte, bleibt sein Geheimnis. Wenn man das hochrechnet auf 45 Minuten waren das zweimal sechs Minuten Bonus. In einer Verlängerung, in der jetzt nicht wirklich viel passierte..

Randbemerkung 3: Drittes RB-Spiel gegen die Bayern, dritte Niederlage. Beim ersten Mal war man chancenlos. Beim zweiten Mal lieferte man sich einen legendären Offensivschlagabtauch, bei dem man ein 4:2 nicht ins Ziel brachte. Beim dritten Mal nun verlor man im Elfmeterschießen. In Sachen bittere Niederlagen hat man gegen die Bayern eigentlich in den letzten zwei Spielen auch erstmal das Maß für zwei, drei Spielzeiten erfüllt. Mal sehen, was der Samstag so zu bieten hat..

Randbemerkung 4: Und am Ende machen mit Sven Ulreich und Timo Werner zwei Stuttgarter, die beim VfB ihr finales Glück nicht fanden, den Einzug ins Achtelfinale unter sich aus..

Randbemerkung 5: Schön, dass der erste Gang von Mannschaft und Betreuern nach dem Elfmeterschießen sofort zu Timo Werner führte und ihn alle erstmal umarmen zu wollen schienen. Elfmeterschießen ist halt scheiße, weil irgendjemand zwangsläufig der Depp sein muss, der seinen Elfmeter nicht unterbringt und letztlich nur ausgewürftelt wird, wer es ist. Diesmal traf es Werner. Aber eigentlich ist es halt auch egal, wer es war.

Randbemerkung 6: Oft bei ausverkauften Spielen in der Red Bull Arena, dass diverse Plätze freibleiben. Wobei sich das seit der Installation der Ticketbörse, wo ungenutzte Dauer- und Tageskarten weiterverkauft werden können, schon deutlich verbessert hat. Eine Rolle spielt natürlich auch die Möglichkeit, die Spiele oberhalb des Unterrangs auch im Stehen verfolgen zu können. Aber auch Sonder-, Sponsoren- und Firmenkontingente und deren unterschiedliche Nutzung dürften eine Rolle spielen. Gegen Bayern sah man jedenfalls, dass ein Spiel nicht nur ausverkauft, sondern die Ränge auch tatsächlich voll sein können.

Randbemerkung 7: Schon der zweite Platzverweis für Naby Keita in dieser Saison. Dazu das Glück, in Istanbul nicht vom Platz zu fliegen. Dazu die rote Karte mit der Nationalmannschaft. Dazu die frühe Auswechslung in Dortmund wegen drohender gelb-roter Karte. Ganz einfach hat es Keita mit den Unparteiischen gerade nicht. Gegen Bayern musste er einiges einstecken und doch war er es selbst, der früh duschen ging. Was schade war, nachdem man in den letzten beiden Pflichtspielen gegen Stuttgart und Porto den Eindruck hatte, er würde sehr viel souveräner und abgeklärter und mit einer guten Mischung aus Aggressivität bei der Balleroberung und Verzicht auf blöde Foulspiele agieren. Gegen die Bayern hatte er nun wie schon in Dortmund in der ersten Halbzeit ein völlig unnötiges, gelbwürdiges Foulspiel weit ab des eigenen Strafraums, das ihn per se wegen seiner auf Balleroberung abzielenden Spielweise in Gelb-Rot-Gefahr bringt. In dieser Situation in Halbzeit 2 zum taktischen Foul per Trikotziehen zu greifen, führt halt zwangsläufig zum Platzverweis. Da muss Keita cleverer werden, egal wie oft er von Gegenspielern gefoult wird (gegen Bayern standen fünf eigene Fouls fünf Fouls an ihm gegenüber), ansonsten wird er diese Saison noch ein paar Mal vom Platz fliegen. Dabei hat er sein Soll schon jetzt übererfüllt. Zumindest für RB spielt die gelb-rote Karte aber keine Rolle mehr. Denn aus dem DFB-Pokal ist man nun raus und kommende Saison, wenn Keita sie absitzen müsste, ist er nicht mehr in Leipzig..

Randbemerkung 8: Ralph Hasenhüttl kritisierte das Schiedsrichter-Gespann nach der Partie recht heftig. Die Kritik der Inkonsistenz in den Entscheidungen teile ich (siehe unten), aber die Einschätzung, Zwayer hätte bei Keitas zweiter gelber Karte Fingerspitzengefühl zeigen müssen, läuft komplett ins Leere. Bei einem taktischen Foul in dieser Spielsituation, in der Lewandowski mit viel Platz Richtung Gulacsi gestürmt wäre, ist gelb zwingend und liegt keinerlei Ermessensspielraum vor. Diese gelbe Karte und den Platzverweis muss sich Keita ganz allein ankreiden lassen. Vielleicht ist es clever von Lewandowski, das Trikotziehen anzunehmen und zu fallen. Vielleicht wusste er auch, dass er hier den Platzverweis für Keita zieht. Aber am Foul und an gelb gibt es nichts zu deuteln, auch wenn man es sich für den weiteren Verlauf eines Spiels, das bis dahin auf Augenhöhe ausgetragen wurde, anderes gewünscht hätte.

Randbemerkung 9: Ralf Rangnick war in der Pause nicht zu halten und stürmte mit dem Pausenpfiff auf den Platz, um die Unparteiischen wegen ihres Nicht-Elfmeters anzugehen. Klar, Fußball und Emotionen und so. Aber sowas ist auch eher so Rudi Völler. Also eher unwürdig. Wenn man den Schiedsrichtern was mitzuteilen hat, dann kann man das ja auch etwas charmanter und weniger öffentlichkeitswirksam in den Katakomben tun (alles andere an berechtigtem oder unberechtigtem Unmut kann man auch den Zuschauern überlassen). Wobei dieses Einquatschen auf Schiedsrichter während eines Spiels und nach Entscheidungen sowieso eine furchtbare Unsitte ist, die man mal wieder wesentlich konsequenter unterbinden sollte..

Randbemerkung 10: Die Idee in der Theorie ging so: Die Bayern, denen ein paar konditionelle Probleme nachgesagt werden, im DFB-Pokal viel laufen und arbeiten lassen, damit man dann in der Bundesliga einen müden Gegner vorfindet und in München vielleicht überraschen kann. Nach 60 Minuten Zehn gegen Elf muss man wohl konstatieren, dass diese Idee eher schiefgegangen ist. Vielmehr hat RB selbst in diese 120 Minuten so viel investiert, dass es durchaus eine Herausforderung werden dürfte, schon übermorgen wieder eine frische Mannschaft auf die Beine zu stellen..

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Lichtblicke:

  • Peter Gulacsi: Klar, aufgrund seiner Taten auf der Linie bei 10 gegen 11 und vor allem in der Verlängerung. Eigentlich war die Geschichte ‚Gulacsi hält RB ins Achtelfinale‘ schon geschrieben, erfüllte sich im Elfmeterschießen wegen fünf sehr guter Bayern-Elfer aber nicht. Es war eine Partie, in der Gulacsi auch Bälle hielt, die man nicht zwangsläufig halten muss. Allerdings gab es auch diverse Abschläge ins Nichts (diese Abschläge ohne wirkliche Anspielstation oder ohne Formation zur Eroberung des zweiten Balls hat man in den letzten Spielen schon immer mal gesehen) oder ins Aus und ein, zwei Flanken, bei denen er auf der Linie bleibt statt sie runterzupflücken. Aber im Kerngeschäft auf der Linie war es sehr gut.
  • Bernardo: Hat sich zuletzt recht klar im Außenverteidiger-Ranking vor Klostermann gespielt und verteidigte gegen die Bayern entsprechend rechts hinten. Mit gewöhnungsbedürftigem Haarschnitt spielte er eine vor allem defensiv sehr sichere Partie, bei der an ihm kaum ein Vorbeikommen war. Ballsicher, schnell, zweikampfstark, kopfballstark. Eigentlich in der aktuellen Verfassung gesetzt.
  • Emil Forsberg: Arbeitete wieder viel, auch defensiv nach dem Platzverweis und gegen das Duo Kimmich/ Robben. Offensiv mit einigen guten Ballverarbeitungen und guten Bewegungen, wie man sie noch aus der letzten Saison kennt, diese Saison aber nicht immer gesehen hat. Wird langsam wieder der Motor des RB-Spiels, der er mal war.

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Tore: 1:0 Forsberg (68./ FE), 1:1 Thiago (73.)

Elfmeterschießen: 0:1 Lewandowski, 1:1 Bernardo, 1:2 Alaba, 2:2 Kampl, 2:3 Hummels, 3:3 Halstenberg, 3:4 Rudy, 4:4 Orban, 4:5 Robben, Werner verschießt

Gelb-Rot: Keita (54./ taktisches Foul)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban, Upamecano, Halstenberg (109. Klostermann) – Kampl, Keita – Sabitzer (101. Laimer), Forsberg – Poulsen (81. Werner), Augustin (57. Demme); Bank: Mvogo, Konaté, Kaiser; Nicht im Kader: Ilsanker, Bruma (beide angeschlagen), Köhn, Coltorti, Schmitz, Compper, Palacios, Abouchabaka, Kühn (beide U17-WM)

Aufstellung Bayern München: Ulreich – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Tolisso (88. Rafinha), Vidal (57. Rudy) – Robben, Thiago (101. Wriedt), Coman (60. Martinez) – Lewandowski

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Schon vorher war anzunehmen, dass Zwayer wie üblich mit einer eher kleinlichen Art der Spielleitung anreisen wird. Das zog er dann auch erwartungsgemäß in der überwiegenden Zahl der Fälle durch. Problematisch daran nur, dass es in sich nicht immer konsistent war. Die gelb-rote Karte gegen Keita war ok. Ein doofes und überflüssiges Foul in Hälfte 1 (nicht sein erstes). Und wenn man gelb hat und ein eindeutiges, taktisches Foul begeht, ist das zusammen nun mal gelb-rot. Dass Zwayer ein paar Minuten später bei einem Haltevergehen gegen Poulsen in einer Umschaltsituation an der Mittellinie nicht gelb zeigt, war angesichts des Platzverweises dann aber unverständlich. Ein Einsteigen mit beiden Beinen voran im Mittelfeld (Vidal?) gab noch nicht mal einen Freistoß. Dass Tolisso für diverse Fouls nicht irgendwann gelb sah, war angesichts der sonstigen Linie auch überhaupt nicht nachvollziehbar. Thiago war auch kein Kind von Traurigkeit, blieb aber bei gelb. Vidal entkam seinem Platzverweis durch Auswechslung. Den Elfmeter in der ersten Halbzeit zurückzunehmen, erschließt sich auch mit Abstand nicht wirklich. Zwayer steht mit guter Sicht ein paar Meter hinter dem Foulspiel und entscheidet direkt auf Elfer und lässt sich dann vom Linienrichter auf der ballentfernten Seite überstimmen, dass das Foul doch drei Zentimeter vor dem Strafraum war? Das bleibt zumindest unverständlich. Zumal ein Videobeweis (den es im DFB-Pokal erst ab dem Viertelfinale gibt) den Elfer wohl eher nicht kassiert hätte, weil es keinen klaren Beweis gibt, dass das Foul tatsächlich außerhalb des Sechzehners seine Wirkung entfaltete (und da geht es nicht um die erste Berührung). Dass Zwayer dann einen Elfer in einer Situation gibt, in der es am wenigsten auf der Hand lag (vorher gab es noch eine Situation zwischen Boateng und Augustin mit sehr wenig Ball und viel Kontakt), passte irgendwie zum gebrauchten Schiedsrichter-Tag. Das war wenig rund und in diversen Situationen unglücklich und ging abgesehen vom Elfmeterpfiff vor dem 1:0 nur selten zugunsten von RB aus, war aber auch nicht ganz so einseitig, wie es manch einer nach dem Spiel gesehen haben wollte. Auch an der Linie war es nicht ganz glücklich, wo besonders in der ersten Halbzeit Abseitsentscheidungen eher ausgewürfelt zu werden schienen. Hübsche Randnotiz vielleicht, dass ‚wir wurden in Madrid vom Schiedsrichter beschissen‘-Rummenigge sich nach dem Spiel in Leipzig nun hinter Zwayer stellte. Schiedsrichter-Bewertung hängt auch viel zu oft vom Ergebnis ab..)

Gelbe Karten: – | Boateng, Vidal, Kimmich, Thiago

Zuschauer: 42.558 (davon 4.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, MDR-Bericht, RB-Fans-Liveticker, FCB-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 9 : 25
  • Torschüsse innerhalb: 5 : 18
  • Schüsse aufs Tor: 5 : 8
  • gewonnene Zweikämpfe: 55% : 45%
  • Ballbesitz: 33% : 67%
  • Passquote: 74% : 87%
  • Fouls: 16 : 29
  • Abseits: 2 : 5

Statistiken von kicker.de

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Saisontorschützen DFB-Pokal: Sabitzer – 2, Keita, Werner, Poulsen, Forsberg – je 1

Saisonvorlagengeber DFB-Pokal: Poulsen – 4

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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25 Gedanken zu „DFB-Pokal: RB Leipzig vs. FC Bayern München 5:6 n.E.“

  1. Gute Einschätzung zum Schiedsrichter- wieder mal hat die bessere Mannschaft verloren. Der Herr Zwayer hat einen ganz ganz furchtbaren Stil – schön wäre es wenn es im DFB Strukturen gäbe und ein Leistungsprinzip, das so einer auch nach der Sache mit Roger Schmidt erstmal davon befreit wird, wichtige Spiele zu (ver-)pfeifen. Absolut parteiische Linie gegen RB, da Vidal und Tolisso ihres Zeichens längst hätten vom Platz fliegen müssen. Den Elfer zurücknehmen – nachdem er bei guter Sicht sofort(!!) auf den Punkt zeigte – was soll das?
    Ansonsten TOP Leistung der Bullen und auch von Gulacsi- Schade das er keinen Elfer halten konnte, die waren aber auch gut von Bayern geschossen. Auch wenn es das einzige war, was diese Tretertruppe gestern gut gemacht hat.
    Es waren sich aber bei uns auch alle einig das schon die erste gelbe gegen Keita nicht hätte sein müssen – wenn da jemand einer Linie treu gewesen wäre.
    Aber so ist es eben

  2. Zwayer buckelt a la Dietrich Heßling (siehe Heinrich Mann „Der Untertan“) in vorauseilendem Gehorsam vor der Obrigkeit. In Deutschland nichts Neues unter der Sonne.

    1. Vor welcher Obrigkeit hat Zwayer jetzt genau gebuckelt? Schlicht nur der DFB-Schirileitung? Oder doch den Freimaurern oder der „Wessi-Oligarchie“? Oder vielleicht – um im Beispiel von Manns Untertan zu bleiben – vor seinem Fuxmajor?

  3. Nich wegen RB-Sympathie, aber man hätte sich bei der Gelb-Roten vielleicht mal eine Fehlentscheidung von Zwayer gewünscht, weißt du wie ichs meine? Was wäre wenn er Keita nicht Gelb-Rot zeigt? Dann sagen alle, es war gelb rot, er hat sie nicht gegeben sondern nur ermahnt und gut!

  4. Hallo Twenty, immer wieder schön – Deine Berichte zu lesen!!! Danke dafür!
    Hier ein paar Anmerkungen eines TV-Zuschauers! Ich möchte für dieses Spiel gern Keita etwas in Schutz nehmen, wie massiv man ihn „beackerte“ (und dies ungesühnt….) und ja es war ein Zupfer, aber die Wiederholung ließ den Schluss zu, dass es ein leichter und kurzer Zupfer war und Herr Lewandowski theatralischer sich fallen ließ als es war (was ich übrigens bei ihm auch schon in anderen Partien gesehen habe)! Und Hut ab vor der Leistung der 10 Mann danach!!!! Und Naby und Timo zeigt’s den Bayern am Samstag!!!! Zu Randbemerkung 2, ich konnte mich am Ende gar nicht auf das Spiel konzentrieren, sondern versuchte zu verstehen, wo bei diesen letzten 15 Minuten 2 Minuten Nachspielzeit angefallen sein konnten – völlig unverständlich! Und bei den Lichtblicken, denke ich, sollte Bernado für die gesamte Abwehr stehen!

  5. Tolisso und Vidal treten Keita gefühlte 100x die Bänder aus den Knöcheln und kommen mit gelb bzw. gänzlich unverwarnt davon.

    Ein taktischer Trikotzupfer von Martinez gegen Poulsen bleibt ebenfalls gelblos.

    Thiagos Tritt gegen Demme nur mit gelb zu ahnden, ist ein Witz (v. a. vor dem Hintergrund, dass Keita für ein ähnliches Foul eine rotbedingte 3 Spiele-Sperre aufgebrummt bekam).

    Diese Liste ließe sich noch um eine ganze Reihe weiterer Punkte erweitern. Ud das ist einfach schade, denn damit hat Herr Zwayer ein Spitzenspiel einfach mal kaputt gepfiffen. Sei’s drum. Am Samstag startet die Neuauflage. Und die Jungs wissen jetzt: Sie sind absolut auf Augenhöhe.

  6. Ich habe mir das Spiel noch einmal im Fernsehen angesehen und ich war entsetzt von dieser Schiedsrichterleistung. Im Stadion empfand ich es auch nur als sehr kleinlich. Aber am Bildschirm war es eine klare Spielmanipulation!

  7. Aus meiner Sicht und als nicht mehr junger Mensch, aber dem Fußball seit 1949 verbundener Leipziger aus Leutzsch stammend und bis zur Wende immer „Chemiker“ geblieben, möchte ich mich mal grundsätzlich zum Profifußball äußern. Es gibt für mich, auch berufsbedingt, nur zwei Zustände, nämlich zustimmend oder ablehnend. Das persönliche Verhalten dazu spielt eher dabei eine untergeordnete Rolle. Für mich ist und bleibt es unverständlich, wenn ein Teil sogenannter Fans, aber was viel unbegreiflicher ist auch Journalisten und Funktionäre, immer noch RB als Feindbild sehen. RB ist unter den Spielregeln des Profifußballs für mich einer der seriös geführten Vereine. Dazu kommt auch noch der sportliche Erfolg dieser Mannschaft.

    Das gestrige Pokalspiel war natürlich emotionsgeladen. Mir geht es dabei auch nicht um die Reaktion von Herrn Rangnick, sondern um viel mehr um den unübersehbaren „Bayernbonus“.
    Die Schiedsrichter allgemein praktizieren diesen „Bayernbonus“ und das nicht nur gestern.
    Natürlich war Keitas Platzverweis regelkonform, aber dann muss der Schiedsrichter auch regelkonform beim Gegner pfeifen. Insoweit teile ich die Meinung von R. Hasenhüttl.

    Für mich waren die Fouls von Vidal und Tolliso, dann erst recht mit rot bzw. gelb/ rot zu ahnden gewesen.

    Kopf hoch RB, vielleicht ist es sogar für diese junge Mannschaft dienlich, sich vor allem auf die Bundesliga zu konzentrieren.

  8. Servus!

    Vorweg: nach der gestrigen Partie fällt es schwer ganz objektiv zu bleiben, daher kann das eine oder andere durchaus subjektiv sein 😉

    1. Die Schiedsrichter Leistung war nicht nur schlecht, sie war komplett unterirdisch.

    Die Zweikampfbewertungen (foul/nicht foul) war dabei durchaus ok. das Meiste wurde gesehen und als Foul entschieden … solange .. ja solange bis es eben um kritische Entscheidungen (vor allem GEGEN die Bayern ) ging.
    Hier hatte man durchausaus den Eindruck der Herr Schiedsrichter hatte etwas „Angst“ zuvieles gegen die Bayern zu pfeiffen.

    Das fängt mit großen Entscheidungen wie den Elfmetern(ja für mich wurden gestern min. 2 Elfer nicht gegeben, eine 3. Situation hat man nie in der Wiederholung gezeigt bei der ich mir noch nicht sicher bin) an und hört noch lange nicht bei der gelb-roten Karte auf.

    Natürlich kann man jetzt sagen die gelb (-rote) die war ein Muss. Das ist durchaus richtig, ABER aber aber es gab genügend weitere taktische Fouls (vor allem auf Bayernseite!) die zwar gegeben wurden … aber ohne Karte. Da fällt mir spontan das ZIEHEN von Martinez ein. der hat das Shirt 10x länger in der Hand als Keita und bekommt kein Gelb und keine Verwarnung. DAS kann nicht sein.
    Auch Vidal hätte VOR dem (eigentlichen Elfer) Freistoss schon längst Gelb sehen müssen (ich meine da waren schon 3 oder 4 Fouls zuvor).
    Dann der „Zweikampf“ von Thiago bei dem er mit voller Absicht den Fuß in das Gesicht von Demme haut … rot wäre hier richtig gewesen. Da ändert auch das rumgetue nichts von thiago nach dem foul so nach dem Motto „oh ich wusste nicht, dass der dort steht“ .. völliger Blödsinn. Exakt 1/2 sec vor dem Foul bekommt er Demme gegen die Brust (als Demme sich davor drängt) also WUSSTE er GANZ GENAU was er da tat.

    Überhaupt (um kurz vom Thema „der Schiri hat nur Mist gebaut“ wegzukommen) war das Verhalten der Bayern unter aller Sau das gesamte Spiel über. Man fühlte sich an Darmstadt erinnert. Beinahe jeder gegnerische Kontakt wurde zum Fallen benutzt. Jede Entscheidung wurde diskutiert. Bei jedem BayernFoul die Diskussion „ich hab doch gar nichts gemacht“ das Fallen von Lewandowski nach einem Zupfer den man in Zeitlupe nur erahnen kann… wirklich alles erinnerte an Darmstadt.
    Auch bei dem Freistoss (statt elfer) die aktion mit dem nach vorne Laufen und dann trotzdem diskutieren .. und ausser einem lächeln bekommt bayern für permanente unfaire aktionen – nichts.

    Zurück zum Schiri: der gegebene Elfer der dann die Konsequenz der nicht-gegebenen elfer war, war genauso eine Fehlentscheidung wie so vieles in der Bewertung vom Schiri. Warum gibt er hier übrigens nicht gelb? (wäre auch gelb-rot gewesen) weil taktisch war dieses Foul ebenso.

    Kurzum man war zwar konsequent kleinlich aber überhaupt nicht konsequent bei den Karten. Das dann Unmut herrscht ist wohl völlig klar.

    Fazit: natürlich war gelb-rot bei völliger Auslassung aller anderen Umstände gerechtfertigt … MIT den Umständen aber ist der Unmut völlig klar. Hätte er konsequent gelb / rot verteilt wäre das Spiel nie 10:11 ausgegangen sondern mindestens 10:10 oder auf bayern seite noch weniger(wenn man wirklich konsequent kleinlich gelb gegeben hätte).

    Zu den Lichtblicken:
    Mir fehlt hier noch Halstenberg der gegen Robben keinen leichten Job hatte und diesen durchaus gut gemacht hat.

    Ansonsten war es bis zur gelb/roten aber auch darüber hinaus durchaus ein Spiel bei dem man gesehen hat, dass man Bayern ordentliche Probleme bereiten kann und sich nicht verstecken muss. ist nicht viel wert, aber immerhin eine Erkenntnis.

  9. Das Boateng-‚Foul‘ vor dem Elfer wird nicht mit gelb bestraft, weil es ballbezogen war und schon durch den Elfer bestraft wurde (keine Doppelbestrafung). Ist wie bei Notbremse im Strafraum. Da gibt es ja inzwischen auch kein rot mehr, wenn bei der Aktion versucht wurde, der Ball zu spielen.

    1. Naja ich will jetzt nicht jede der Entscheidungen im Einzelnen beleuchten . Es ging lediglich darum, dass man auch anders hätte entscheiden können aber nicht hat wollen und dies teilweise schon absurd war (zig taktische fouls ohne zwingende gelbe Karte aber beim einzigen gelbverwarnten Spieler .. da zückt man die gelbe.)

    2. Ja. Okay. Und wie ist es dann bei der Vidalaktion oder dem Thiagofoul? Das Foto aus Deinem Beitrag zeigt doch alles. Wie leicht knallt ein Kreuzband bei so einem gesundheitsgefährdendem Einsatz!
      Aus meiner Sicht war die gestrige Schirileistung in ihrer Gesamtheit gesehen skandalös. Gibt es eigentlich jemanden, dem ein Spiel einfällt, in dem der FCB einmal so wie gestern RB verpfiffen worden ist? Stehe da nicht so im Stoff. Kenne so etwas nur von früher, Stichwort BFC gegen Lok. Unerklärliche Nachspielzeit, unerklärliche Zweikampfbewertung… Und damals war es ja tatsächlich von aussen gelenkt. Ich kann nichts unterstellen, aber daran denken muss man zwangsläufig. Sorry. Der FCB ist ein grossartiger Verein mit sensationellen Fussballern, hat Verdienste, Tradition, berechtigterweise eine riesige Fangemeinde, aber eben auch einen wikipediagelisteten Dusel. Das ist schon seltsam.

  10. Respekt für Deine wie immer sachlich-nüchterne und um Objektivität bemühte Analyse. Mir gelingt Sachlichkeit auch am Tag nach dem Spiel immer noch nicht.
    Das, was Du „Inkonsistenz in den Entscheidungen“ des Schiedrichters nennst, nenne ich unfassbare Ungerechtigkeit. Die Inkonsistenz lag nämlich darin, dass auf Seiten RBs sehr regelkonform entschieden wurde und auf Seiten des Gegners mehrere gelbe oder gelb-rote oder auch rote Karten nicht so entschieden wurden. Der gegebene Elfmeter war aus meiner Sicht auch ein Elfmeter, Boateng lässt klar das Bein stehen und bringt Poulsen dadurch zu Fall.
    Jeder, der nicht gerade Bayern-Fan ist, konnte gestern sehen, dass Felix Zwaver nicht einer der vermeintlich „besten deutschen Schiedsrichter“ ist, sondern ein höchstens durchschnittlicher wenn nicht schlechter. Es soll auch Schiedsrichterkollegen von ihm geben, wie einen Manuel Gräfe, die das ähnlich sehen. Nur als Stichworte: Protektion durch Fandel und Krug.
    Ich habe gestern etwas gemacht, was ich in 40 Jahren als Fussballfan noch nie gemacht habe: Ich habe ein Stadion vor Abpfiff, während der laufenden zweiten Halbzeit, verlassen. Weil ich solch eine offensichtliche und unfassbare Ungerechtigkeit, die jeder sieht, aber jeder als quasi gottgegeben hin nimmt oder hin nehmen muss, nicht mehr ertragen habe. Und auf meinem ruhigen Nachhauseweg habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich mir ein neues Hobby suche. Ich überlege immer noch.

  11. Vielen Dank für den Spielbericht auf den Punkt. Ich kann das Schirigebashe nicht mehr lesen… Ja er war nicht gut, aber er hat uns auch einen Konzessionselfer gegeben. Verwandelt, noch 25 Minuten. Verdammt das muss man dann einfach ins Ziel verteidigen! Und da fehlt dann eben doch noch etwas, um die Überbayern selbst mit ihren Schwächen, die sie derzeit durchaus haben, zu bezwingen.

    Dennoch bemerkenswerte Entwicklung. Das war ein Spiel auf Augenhöhe, ja RB sogar etwas besser bis zum Platzverweis. Hoffentlich kann Rangnick das Team halbwegs zusammenhalten. Wie es ohne Keita geht, übt man ja gezwungenermassen schon regelmäßig 😉

    1. Es ist doch kein Schiedsrichtergebashe, wenn man die einseitige Spielleitung von Zwayer beim Namen nennt. Es war ja so offensichtlich, dass auch die seriöse Presse, die sich sonst zurückhält, darüber berichtet. Zwayer hat keine weiße Weste. Er war in den Fall Hoyzer verwickelt und hat laut Zeit (http://www.zeit.de/sport/2014-12/felix-zwayer-urteil-dfb-hoyzer-schiedsrichter) Geld angenommen. Demzufolge kennt er sich mit tendenziösen Entscheidungen aus. Es ist mir ein Rätsel, wie so jemand überhaupt noch pfeifen darf und dann noch in der ersten Reihe. Als es gestern nach drei strafstoßwürdigen Fouls der Bayern nicht mehr anders ging und RB nur noch zu zehnt war, hat er auch einmal eine Konzessionsentscheidung pro RB gegeben. Das ändert aber nichts an seiner sonstigen einseitigen Linie pro Bayern. Die Zeit des Vertuschens muss vorbei sein. Das deutsche Schiedsrichterwesen muss grundlegend und transparent reformiert werden.

  12. Ich lass mal den Zwayer außen vor.
    Denn es war immer noch ein Pokalspiel und Fußball auf dem Rasen.

    Habe nur die Stadionsicht im Kopf und noch keine Wiederholung gesehen.
    Ein Riesenkompliment an das ganze Team und alle müssten in die Lichtblicke.
    Aber vor allen die Abwehr, um Willi Orban! Egal, ab die AV’s, Pete, Upa oder die 6er davor.
    Das war richtig stark!
    Szene des Spieles ua.:
    Upa – sein Dribbling gegen Robben in der Verlängerung!!

    Das Spiel bis zur gelb/roten Karte war mehr als ausgeglichen bzw das Pendel ging eher Richtung Rasenball. Was danach passierte, war ein ganz starker Kampf, Einsatz und Leidenschaft der Jungs.

    Da für mich der DFB-Pokal eh nicht so wichtig ist, war ich total tiefenentspannt beim Elfmeterschiessen. Wichtiger ist jetzt Samstag und Porto.
    Und natürlich Regeneration.

  13. Krass, mit welch einer Abgeklärtheit Du das gestrige Geschehen betrachtest und mir geholfen hast, von meinem emotionalen Ross wieder runter zu kommen. Das subjektive Empfinden ist dann doch manchmal ganz schön an der Statistik vorbei…

    Aber für Samstag seh ich auch leider eher schwarz…

  14. Lieber RBB,

    es ist garantiert sehr aufwendig, das von allen Seiten erwartete und „besondere“ Spiel im Nachhinein bis möglichst zur letzten Szene nochmals zu zerlegen! Es wird nach diesem Ausgang dem einzelnen Betrachter nach so einem Treffen aber kaum noch interessieren, wie hoch die einzelnen Spielanteile waren, wer mehr km zurückgelegt hat oder in das Abseits lief! Auch nützt nun nicht mehr zu überlegen, warum der umstrittene Schirie Zwayer, der das Treffen bereits schon vor Stunden abpfiff, damit verhinderte, in der strittigen Szene durch die vielen Diskussionen noch zu einer ermöglichten Ergebniskorrektur zu gelangen, im Gegensatz zu seiner fälschlicherweise zurückgenommenen Tatsachenentscheidung an der zurückgelegten Freistoßausführung für „RaBa“ in der ersten Halbzeit! Aufregungen gab es sonst zur Genüge, die aber in der allgemeinen Hektik etwas untergegangen sind.

    Dazu gehörte u.a. die von Rangnick auf dem Spielfeld so selten praktizierte angebotene „technische“ Unterstützung für das Schiedsrichterteam, der für Leipzig „geschenkte“ Elfmeter, der das Führungstor in Halbzeit 2 ermöglichte und andere Szenen, die besonders etwas mit dem gefühlt unerziehbaren Keita zu tun hatten, der nicht rein zufällig als Wiederholungstäter mit seinen Gedanken bereits schon zur Hälfte bei seinem neuen Liverpooler Verein zu sein scheint……

    Es bleibt abzuwarten, wer im zweiten Vergleich am Wochenende die größeren Kraftreserven präsentieren kann! Mit der Einschätzung der Randbemerkung Nr. 4 ist eigentlich alles gesagt worden. Hinzu kam, dass ausgerechnet das „ungleichen“ Duell der beiden Ex-Stuttgarter ganz zuletzt entschieden wurde, wo der etwas glücklichere Sieger in der weiteren Lostrommel bleiben darf!

  15. Zusammenfassend hat Zwayer das Spiel entschieden.
    Vidal legt Forsberg ganz klar, die Schere schlägt im Strafraum zu. Wozu befragt er den weit entfernten Linienrichter?
    Nach zahllosen , recht harten, ungeahndeten Folus an Keita bestraft er einen winzzupferl? Unsere Tribüne lachte ob Lewandoskis Schwächeanfall!
    Wie kam Augustin später zu Fall?

    So einseitig gepfiffen, das kann doch nicht Zufall sein. Und das bei Zwayers Vorgeschichte.

  16. Die Schiedsrichteranalysen von RBB finde ich immer erfreulich sachlich. Gestern war es eine schlechte Schiedsrichterleistung, die in der Summe zuungunsten von RB ausging. Aber der FCB ist deswegen nicht wie der DDR-BFC.
    Laut „Wahre Tabelle“ ist RB zumindest in der jungen Bundesligasaison das durch Schirifehler am meisten bevorteilte Team (aber nur minimal) und wurde letzte Saison mehr bevorteilt als die Bayern. Nun weiß ich nicht, wie die „Wahre Tabelle“ zustande kommt, gehe aber nicht davon aus, dass allein Bayern und deren Gefolgsleute für sie verantwortlich sind.

  17. Keita bitte in der Winterpause ab in den Bus nach Liverpool zum Kloppo, da kann er sich dann die „Hörner abstoßen“ oder auch nicht, letztgenanntes ist mir wahrscheinlicher. Er ist der Loser gestern, nicht der Timo! Ich würde ihn in der 2. Mannschaft parken, leider haben wir diese ja nicht mehr…
    Es ist und wird auf lange Zeit die übelste RB-Niederlage bleiben, ein vorbelasteter DFB-Günstling lustigerweise aus Berlin hat extrem dazu beigetragen.
    Am Samstag gibt es eine Klatsche, die ist mir so etwas von egal…

  18. Mein Tipp an alle rb Freunde ist: Seht das Glas einfach mal halb voll.

    Es war ein mega Spiel unserer gesamten Mannschaft, auch von Keita der halt Opfer der sehr unterschiedlichen Bewertungen des schiris war! Darauf kann man aufbauen. Allein Gulacsi der so wenig in den Kommentaren gelobt wird ist ein Abbild dieser Meckerkultur die nur auf Negativdenken gerichtet ist dass ich immer wieder fast keekn muss. Ärgerlich ist diese Niederlage natürlich! Mund abputzen..Weiter! Forza rbl!

  19. Ja die Emotionen kochen hoch. Unterhält man sich mit einem Bayernsympatisanten, entsteht ein völlig anderes Bild. Elfmeterfoul war ausserhalb des Strafraumes, der zweite eine Schwalbe und dafür müsste Poulsen vom Platz. Der Schiri hat demnach die Bayern bevorteilt.
    Ich will damit sagen, dass Fans oft in ihren Beurteilungen daneben liegen.
    Meine Meinung zum Spiel: Die Bayern wurden bevorteilt, Hasenhüttl hat zwei Fehler gemacht, Er muss Keita nach der gelben Karte zwingend auswechseln und zweitens darf er Timo Werner nicht den letzten Elfmeter schiessen lassen, denn der ist mental noch nicht soweit.
    Hoffen wir, dass heute Abend alles mit rechten Dingen zugeht und RB als Sieger heimkehrt.
    An RBB ein großes Dankeschön für die objektive und fachlich untersetzte Berichterstattung.
    Grüße aus dem Neuseenland

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