Überraschungsteam im Umbruch

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt (21.01.2017, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl und Willi Orban.]

Genau einen Monat nach dem 0:3 bei Bayern München geht es für RB Leipzig am Samstag mit der Bundesliga weiter. Eine recht kurze Winterpause also. Findet sicher der eine besser, der andere schlechter. Fakt ist, dass es jahreszeitentypisch recht frostig werden könnte.

Zumal das Spiel am Samstag erst am Abend angepfiffen wird. Wieder mal Topspielzeit in der Red Bull Arena. Das dritte Mal nach den Heimpartien gegen Dortmund und Schalke. Zu denen es jeweils viel zu erzählen gab im Nachgang. Last-Minute-Sieg gegen Dortmund. Werner-Schwalbe. Mal sehen, was es diesmal so zu erzählen gibt.

Das Spiel zu einem Topspiel zu machen, damit hat der Programmplaner Weitsicht bewiesen. Damit konnte man schon gar nicht vor der Saison rechnen, dass Leipzig gegen Frankfurt an Spieltag 17 das Duell Zweiter gegen Vierter ist. Beidseitig nicht.

Denn neben Leipzig ist Frankfurt in der Spitzengruppe wohl die Überraschung der Saison. Vor der Spielzeit gab es nicht viele, die einen Pfifferling auf ein sorgenfreies Jahr abseits der Abstiegsränge gesetzt hätten, nachdem man sich 2015/2016 erst in der Relegation und damit auf den letzten Drücker vor dem Abstieg gerettet hatte.

Im Sommer passierte nicht viel, was große Hoffnung gemacht hätte, dass es 2016/2017 besser laufen wird. Man verlor einige Spieler und darunter mit Zambrano und Aigner durchaus auch Qualität. Und holte auf der anderen Seite eine ganze Latte an Leihspielern oder Akteuren, die anderswo nicht unbedingt herausragten.

Allein die Leihgeschichte hatte ein gewisses Potenzial, dass das Gebilde zerfällt, sobald es nicht so richtig läuft (frag nach beim Ortsnachbarn FSV Frankfurt). Dazu kam auch noch, dass viele die deutsche Sprache nicht mitbrachten. Was man in Sachen Teambuilding auch nicht unbedingt als zwangsläufig positiv interpretieren musste, da es durchaus die Gefahr von Grüppchenbildung mit sich bringt.

Dazu kam ein Sportvorstand Fredi Bobic, der wegen seiner Art und seiner als nicht erfolgreich wahrgenommenen Vergangenheit in Stuttgart im Umfeld sehr kritisch gesehen wurde, noch bevor er überhaupt in Frankfurt angefangen hatte. Und ein Trainer Niko Kovac , bei dem man nicht wusste, ob er mehr kann, als einem Abstiegskandidaten (defensive) Stabilität einzuhauchen und ihn zum Klassenerhalt zu motivieren. Nicht wenige Beobachter, die sehr skeptisch waren, was die Entwicklung der Mannschaft im fußballerischen und taktischen Bereich angeht.

Ein paar Monate später steht der Fakt, dass die Eintracht noch gegen keines der sieben Teams an der Tabellenspitze verloren hat (wobei Leipzig jetzt das erste Spiel ist, das man auswärts bestreiten muss). Man hat in 16 Spielen noch keine einzige Niederlage mit mehr als einem Tor eingesteckt (nur Bayern und Hoffenheim gelang das auch). Und man ist nach den Bayern das Team mit den zweitwenigsten Gegentoren der Liga.

Man muss in den letzten Monaten also verdammt viel richtig gemacht haben. Man hat relativ viel Energie darauf verwendet, die Bedingungen im Team um das Team zu verbessern. Und man hat eine wesentlich höhere Intensität in den Trainingsalltag gebracht, als das unter manchem der Vorgänger der Fall war. Sprich, unter Kovac wurde die Zeit, die die Fußballer zusammen verbringen, deutlich verlängert und sind auch die Trainingseinheiten und -inhalte deutlich umfangreicher als zuvor.

Herausgekommen ist ein Team, das in der Bundesliga niemanden an die Wand spielt, aber immer in der Lage ist, dem Gegner Probleme zu bereiten. Durch defensive Stabilität und eine gesunde Portion Physis kann man gerade spielerisch besseren Teams deutlich die Lust am Fußball nehmen. Und aus dieser Grundordnung heraus findet man immer wieder Wege, dem Gegner auch offensiv mit einer ordentlichen Portion Wucht, Probleme zu bereiten. Wobei im Offensivbereich auch gern mal gewechselt wird. Marco Fabian hat sich trotzdem nach Anlaufschwierigkeiten in der Vorsaison als Topscorer und wichtige Stütze etabliert. Neuzugang Branimir Hrgota ist nicht durchgängig Stammspieler, aber hat auch schon einige Tore zum Erfolg beigetragen.

Rund um Eintracht Frankfurt wird gern mal deren körperbetonte Spielweise diskutiert. Insbesondere nach dem rüden Spiel gegen Hoffenheim (aber auch nach Spielen wie in Freiburg) stellte da manch einer die These einer Kloppertruppe in den Raum. Fakt ist, dass die Eintracht die Mannschaft mit den zweitmeisten Fouls der Liga ist. Was erstmal im Rahmen und auf Augenhöhe mit Hoffenheim liegt. Dafür hat man allerdings mit deutlichem Abstand die meisten gelben Karten aller Bundesligisten kassiert (und dazu noch drei Platzverweise). 46 sind es schon und damit neun mehr als der HSV auf Platz 2 in dieser Statistik. Was zwei Interpretationen zulässt, wenn man so viel mehr gelbe Karten kassiert als andere mit derselben Foulanzahl. Dass Frankfurt notorisch von den Schiedsrichtern benachteiligt wird. Oder dass die Foulspiele der Eintracht-Spiele dann eben doch von einer heftigeren Natur als bei anderen Vereinen sind.

Fakt ist, dass man einen durchaus körperbetonten Fußball spielt und auch immer mal gut und schmerzhaft hinlangt. Was aber eben auch Teil des Erfolgskonzepts ist. Dass man vorhandene Nachteile auf individueller Ebene gegenüber manchem Mitbewerber eben durch eine erhöhte Portion Einsatz wettzumachen versucht. Wobei erstaunlich ist, dass man bei diesem Einsatz die zweitschwächste Zweikampfquote aller Teams der Bundesliga aufweist.

In der Winterpause versuchte man verstärkt am Spiel mit dem Ball zu arbeiten, um darin Lösungen zu entwickeln, die bisher noch nicht komplett ausgearbeitet waren. Wie bei RB Leipzig wurde also offenbar auch in Frankfurt (bzw. in Abu Dhabi) vornehmlich mit dem Ball gearbeitet und nicht ohne. Was das gebracht hat, werden die nächsten Wochen zeigen.

Man darf allerdings davon ausgehen, dass Frankfurt weiterhin vor allem über eine starke Defensive kommt. Nach dem Leipziger Desasterspiel bei den Bayern haben sie RB in der Statistik der zugelassenen Großchancen an der Tabellenspitze abgelöst. Sprich, keine Mannschaft der Liga lässt weniger Großchancen zu als die Eintracht. Das ist auch eine Folge der Dreierkette, die man in der Hinrunde mit einer Art Libero Hasebe immer wieder spielte. Mit dieser kommen die Gegner kaum noch in Situationen, in denen sie allein vor Eintracht-Keeper Hradecky auftauchen können. Was wiederum mitverantwortlich ist, dass der drei von vier Bällen hält und einer der besten Torhüter der bisherigen Bundesliga-Saison ist.

Offensiv hat das Ganze allerdings bei aller phasenweisen Wucht, wenn man Platz hat und Geschwindigkeit einbringen kann, noch Luft nach oben. Nur vier Bundesligisten schießen seltener auf das Tor des Gegners als die Eintracht (bzw. schießen seltener so aufs Tor, dass der gegnerische Torwart auch eingreifen muss). Wenn man vor dem gegnerischen Tor auftaucht, dann wird es aber auch recht oft gefährlich, sodass man mit der Zahl an Chancen oder der Zahl an Toren oder der Chancenverwertung im ordentlichen Mittelfeld der Liga steht. Extrem gute Defensive plus ordentliche Offensiveffizienz (aus wenigen Schüssen auf das Tor viel machen). Das macht dann zusammen im Zwischenklassement einen vierten Platz.

Dafür, dass man stabil agieren kann, spricht auch, dass man eines von fünf Teams ist, dass in mindestens zehn Spielen in Führung lag und keines dieser Spiele noch verloren hat. RB Leipzig ist eines der anderen Teams. Heißt dann für das direkte Duell wohl, dass man besser nicht in Rückstand gerät, weil es dann sehr schwer wird, den Gegner und dessen gute Organisation noch für drei Punkte zu knacken.

Drei Niederlagen stehen bisher auf dem Eintracht-Konto. Alle kassierte man auswärts. Alle waren ein 0:1. Darunter ein (sehr freundlich gesagt) unglückliches in Darmstadt gleich zu Saisonbeginn, ein eher saftloses in Wolfsburg und ein umkämpftes in Freiburg. Hoch schlagen wird man Frankfurt, das legen alle Daten nahe, eher nicht. Und ein Frankfurter Tor reduziert die Chancen, gegen sie zu gewinnen, vergleichsweise deutlich.

Dreimal werden Frankfurt und Leipzig wegen des verspätet ausgetragenen Hinrunden-Finales in diesem Jahr in der Bundesliga aufeinandertreffen (da beide Teams sicher nicht absteigen werden). Da wird man den weiteren Entwicklungsweg der Eintracht aus nächster Nähe gut und relativ engmaschig verfolgen können. Der Verein ist nach der Verpflichtung von Bobic im Umbruch. Infrastrukturell will man sich deutlich besser aufstellen. Und finanziell sucht man nach einer verbesserten Einnahmesituation, um in der Bundsliga dauerhaft bestehen zu können.

Dazu gehört auch, dass man in Zukunft vom Leihmodell wieder wegkommen will. In einem ersten Schritt war dies notwendig, um einen in der Breite konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen. Dauerhaft will man aber wieder Transferwerte schaffen und nicht dabei zusehen, dass sich Leihspieler gut entwickeln und dann nach einem Jahr wieder zu dem Verein zurückgehen, wo sie hergekommen sind. Auch künftig rechnet man damit, dass Spieler nach einem guten Jahr immer mal wieder gehen. Aber dann will man an dieser Entwicklung wenigstens auch über Ablösesummen partizipieren und darüber wiederum den Verein nachhaltig entwickeln.

Der erste Schritt mit den Leihspielern funktioniert jedenfalls schon mal erstaunlich gut. Einen europäischen Wettbewerb zu erreichen, könnte die folgenden Schritte beschleunigen. Auch wenn es die Gefahr birgt, dass man dann wegen der Doppelbelastung mit einer wieder neu zusammengestellten und noch nicht gefestigten Mannschaft eine schwere Zeit durchleben könnte.

Aber das ist auch deutlich mehr als Zukunftsmusik. Im Moment geht es eher darum, sich zu beweisen, dass man in der Rückrunde genauso gut auftreten kann wie in der Hinrunde. Man steht also vor einer ähnlichen Aufgabe wie RB Leipzig. Einer von vielen Aspekten, die das direkte Duell nach der Winterpause zu einem sehr interessanten machen.

Nicht mitwirken können auf Frankfurter Seite nach Stand der Dinge Routinier Szabolcs Huszti und eventuell auch Marco Fabian. Beides wären durchaus ernste Verluste, weil beide in den ersten 16 Spielen nicht unerheblich zum Erfolg ihres Teams beitrugen.

Ein Wiedersehen könnte es für das Leipziger Publikum dagegen mit Ante Rebic geben. Der wurde im vergangenen Herbst von Trainer Kovac öffentlich wegen mangelhafter Defensivarbeit angezählt. Was ihm Rebic erstaunlicherweise nicht mal übel nahm, sondern einfach weiterarbeitete und sich so ein paar Einsatzzeiten erkämpfte. Ein Tor war dem geliehenen Offensivmann aber noch nicht vergönnt. Technisch und im Eins gegen Eins war er ja auch schon in Leipzig in der Saison 2014/2015 in der zweiten Liga herausragend. Nur mit dem schnellen Laufen ohne Ball und mit den Übungsleitern hatte er es hierzulande nicht so. Und ein Tor hat er in Leipzig auch nie geschossen. Darf ja ruhig auch weiterhin zu bleiben.

Egal wie, auf RB Leipzig wartet, da sollte man sich vom 4:0 gegen überforderte Rangers nicht täuschen lassen, eine in vielerlei Hinsicht harte Aufgabe. Die noch durch die Abwesenheit von Emil Forsberg, der drei Spiele gesperrt fehlt, erschwert wird. Wenn alles gut geht und nicht der nächste Verletzungsrückschlag erfolgt, dann ist Naby Keita die erste Ersatzoption für Forsberg auf der linken oder rechten Zehn. Die andere Zehn spielt ziemlich sicher Sabitzer.

Das würde dazu führen, dass Demme und Ilsanker die Doppelsechs bilden. Was gegen die robusten Frankfurter durchaus nicht ganz falsch ist, sich da in der Zentrale erst mal ein wenig Stabilität zu organisieren. Die andere Option wäre Keita neben Demme auf die Sechs zu stellen und so mehr Qualtität im Spiel mit der Ball auch aus der Tiefe zu haben. Aber das wäre dann wohl wenn eine Lösung für die zweite Halbzeit, falls man merkt, dass man mehr Offensivpower braucht.

Ansonsten gibt es (das kann Ralph Hasenhüttl natürlich ganz anders sehen) aufstellungstechnisch gar nicht viel Diskussionsbedarf. Die Abwehrkette ist mit Halstenberg, Compper, Orban und Bernardo eigentlich gesetzt, wenn sich nicht noch was im Verletzungsbereich tut. Für Upamecano kommt die Partie jedenfalls zu früh. Und im Sturm stellen sich Werner und Poulsen nach den Beobachtungen der Vorbereitungswochen eigentlich auch von selbst auf. Selbst wenn Davie Selke darüber nicht sonderlich glücklich sein wird.

Mögliche Aufstellungen

  • RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Ilsanker (Keita) – Sabitzer, Keita (Kaiser, Burke) – Werner, Poulsen
  • Eintracht Frankfurt: Hradecky – Vallejo, Abraham, Hector – Chandler, Hasebe, Mascarell, Oczipka – Rebic (Gacinovic), Barkok (Gavrinovic) – Hrgota (Seferovic)

Wem nach neutraler Brille ist, der sollte bei der Eintracht vielleicht zwei Spieler besonders im Auge behalten.  Jesus Vallejo in der Innenverteidigung und  Omar Mascarell im zentralen Mittelfeld. Vallejo ist gerade mal 20 und von Real Madrid geliehen und hat sich sofort als Abwehrspieler ohne Fehl und Tadel etabliert. Omar Mascarell ist auch gerade mal 23 und kam fest von Real Madrid und bringt sehr viel Dynamik und Robustheit (mit Hang zu manchmal etwas derben Fouls) ins Mittelfeld. Kann man sich beide gut angucken.

Fazit: Das Duell der beiden größten Überraschungen der bisherigen Saison in der Spitzengruppe der Bundesliga. Zwei Mannschaften, die im Normalfall sehr wenige Chancen zulassen. Zwei Mannschaften aber auch mit unterschiedlichen Offensivpotenzialen und -konzepten. Auf jeden Fall ein enorm spannendes Spiel auf Augenhöhe, bei dem auch die Frage sein wird, wie die RasenBallsportler die robuste Spielweise der Eintracht annehmen und ob man ihr etwas entgegensetzen kann.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt nicht vor Ort verfolgen kann und am 21.01.2017, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt

  • keine

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Willi Orban macht auch vor Pressevertretern stets einen abgeklärten Eindruck. | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt. Mit Ralph Hasenhüttl und Willi Orban.

12.49

So. Winterpause zu Ende. Eintracht Frankfurt ist zu Besuch. Als Schlusspunkt der Hinrunde noch. Macht es am Samstag nicht wie ich und geht ohne Handschuhe aus dem Haus. Schon gar nicht, wenn ihr mit dem Fahrrad unterwegs seid..

12.54

Durchaus ein richtungsweisendes Spiel diese Partie gegen Frankfurt. Mit einem Sieg hätte RB schon zehn Punkte Vorsprung auf die Eintracht. Bei einer Niederlage stünden nur noch vier auf der Ergebnistafel..

12.56

Gerade aus Frankfurt wird ein bisschen Panik ins Spiel gebracht, dass die Freundschaft von Eintracht-Fans zu hiesigen Chemikern ein Problem im Stadion werden könnte. Was ein bisschen seltsam erscheint, da gerade das Chemie-Umfeld gegenüber RB bisher eher mit Indifferenz, denn mit besonderer Schärfe reagierte.

12.58

Wie dem auch sei, es wartet ein sportlich extrem spannender Vergleich. Bei dem natürlich nach der Winterpause wieder mal die Frage steht, was denn eigentlich der Leistungsstand beider Mannschaften ist. Auf Leipziger Seite wird Forsberg fehlen. Bei Frankfurt fallen Huszti und wohl auch Fabian aus. Hinsichtlich wichtiger Stützen bedeutet das wohl ungefähr Gleichstand.

13.00

Ralph Hasenhüttl: Personell sieht es „sehr gut“ aus. Keine Verletzten außer Lukas Klostermann. Forsberg gesperrrt. Ansonsten können alle spielen.

13.04

Wili Orban: „Vorfreude ist riesig. Training ist schön, aber als Sportler will man den Wettkampf. Topgegner. Freuen uns auf die Partie.“

Hasenhüttl zu Keita: „Haben letztes Wochenende Rücksicht genommen und ihn gleich runtergenommen, als er was gemerkt hat. Ursprüngliche Verletzung macht keine Probleme mehr. Gestern beim Training fast alles mitgemacht. Beschwerdefrei gewesen. Hoffe, es ist ausgestanden.“

„Wer auf Platz 4 steht, muss einiges richtig gemacht hat. Eintracht spielt sehr körperbetont. Gehört dazu und ist legitim. Wiir müssen dagegenhalten und unser Spiel auf den Platz bringen. Wollen unser Offensivspiel durchdrücken, aber das wird nicht einfach. Müssen uns auf viel Gegenwehr einstellen. Eintracht hat keine Angst vor Aufgaben und tritt respektlos auf. Wird ein richtiger Härtetest. Haben noch nicht gegen sie gespielt. Sind selber gespannt. Werden uns einiges zurechtlegen.“

13.09

Willi Orban: „Gehe in jedes Spiel, um ein super Spiel zu machen. Wenn gelb herauskommt, dann ärgere ich mich, aber dann ist es so. Habe jetzt vier gelbe Karten und wenn die fünfte kommt, ist es so. Mache mir keine Gedanken, weil dazu haben wir unseren Kader.“ Spricht sich für Automatismen in der Innenverteidigung aus. Tendiert also noch zu Compper als Partner hinten und nicht zu Neuzugang Upamecano.

Hasenhüttl: „Erstes Spiel nach der Pause immer wichtig.“ Erst dann lernt man, wo man steht. „Wichtig, da erfolgreich zu sein.“ Vorteil in der Rückrunde noch zehn Heimspiele zu haben. „Wollen unseren Lauf zu Hause fortsetzen.“ Schon gegen die Rangers gemerkt, dass die Zuschauer dem Start entgegenfiebern. „Geht für beide Mannschaften darum, in Schwung zu kommen.“

„Machen uns nicht mehr Druck als bisher, nur weil die Hinrunde so gut war. Haben natürlich den Ehrgeiz das noch mal leistungsmäßig zu toppen. Ob es dann dafür genausoviele Punkte gibt, weiß ich nicht.“ Sei nicht einfach Forsberg zu ersetzen. Bisher immer eine Stärke des Teams, auch Ausfälle aufzufangen. „Immer wichtig, nicht von einem einzelnen Spieler abhängig zu sein. Wichtig, dass Automatismen funktionieren.“

13.11

Ralph Hasenhüttl: Mit Niko Kovac noch keine Berührungspunkte. „Macht in Frankfurt einen supertollen Job. Aus Mulitkulit-Truppe ne Topeinheit geformt. Das verlangt Respekt.“ RB und Frankfurt zwei Überraschungsmannschaften der Saison.

„Haben davon gesprochen, eine sorgenfreie Saison spielen zu wollen. Mutiges Ziel, wenn wir das was wir bisher erreicht haben, mit allen Mitteln verteidigen wollen.“ Kann aber nicht sagen, was am Ende rauskommt und was sich dann als Erfolg oder Misserfolg​ anfühlen würde.

13.15

Ralph Hasenhüttl: „Keine perfekte Vorbereitung von Keita.“ Ob es für 90 Minuten am Samstag reicht, muss man sehen. „Bin froh, dass er schmerzfrei ist und alles andere muss er sich über Einsatzzeiten holen.“ Vorbereitungszeit war sowieso nicht so intensiv, von daher hat Keita vielleicht nicht so viel verpasst.

Zu Upamecano: „Sehr schnell, technisch gut, ruhiger Spielaufbau. Viel Potenzial, das uns weiterhelfen wird. Die Abläufe der Innenverteidiger bei uns sind besondere, aber auch schnell lernbar.“ Upamcano entsprechend vielleicht schon bald eine Option, wenn Orban fünftes gelb kassiert oder jemand ausfällt. „Bin dankbar, dass ich eine zusätzliche Alternative habe.“ Dadurch könne man Ilsanker wieder dauerhaft auf der Sechs einplanen. Nicht angenehm zum Ende der Hinrunde, keine Innenverteidiger mehr auf der Bank zu haben.

13.20

Ralph Hasenhüttl: „Selke hat in der Vorbereitung viele Einsatzzeiten bekommen und immer von Anfang gespielt. Wichtiger Spieler für uns. Ob das reicht, um in der Bundesliga zu starten, weiß ich im Moment noch nicht.“ Weil Poulsen so wichtig ist. „Selke war sehr engagiert und fleißig in der Vorbereitung. Gute Vorbereitung gespielt.“ Sollte zeigen, was er kann, weil er in der Hinrunde nicht viel gespielt hat.

Willi Orban: „Im Spiel hat man so viel Adrenalin, dass man die Temperatur nicht mitbekommt. Manche ziehen sich Handschuhe an oder langes Shirt. Aber vielleicht sollen sie einfach schneller rennen, dann wird das mit der Kälte auch (lacht).“

Hasenhüttl: „Hab mich im Trainingslager nicht zurückgezogen. Vielleicht nicht so oft zu greifen wie unter der Saison. Hatten die Hinrunde aufzuarbeiten. Gegen Ende der Hinrunde in zwei Spielen nicht so in die Partie gefunden. Gegen die Bayern war das vielleicht nicht so überraschend. Wollen aus Niederlagen lernen und deswegen haben wir die Spiele genommen, um den nächsten Schritt zu machen.“ Gemeinsame Auswertung im Trainerteam und Aufarbeitung und Sackenlassen. Wenn die Gegner mehr über RB wissen, dann weiß RB jetzt auch mehr über die Gegner. „Sind einen Schritt weiter.“ Werde den Spielern gezeigt, damit die den nächsten Schritt gehen können. „Sehr lehrreiche Hinrunde.“ Jetzt mit Volldampf in die Rückrunde. Im Trainingslager aufgearbeitet, wie man im Pressing gegen einen Spielaufbau mit drei Spielern agiert.

13.25

Hasenhüttl: Irgendwas mit Vorschlägen von van Basten. Findet Zeitstrafen auch gut. Weil damit taktische Fouls besser bestraft werden können und der gefoulten Mannschaft direkt zugute kommen. Abseits abschaffen ist Quatsch. Auch kein Freund der Abschaffung von Unentschieden. „Wenn es nur um Sieg oder Niederlage geht, wird mir zu sehr schwarz-weiß gemalt.“

Orban zu Alex Meier. „Große Qualitäten in der Box. Werde mir noch Szenen von ihm anschauen. Aber der Fokus liegt auf uns.

Hasenhüttl: Man werde zukünftig gucken, dass man besser auf Verletzungen reagiert und nicht immer nur auf Spieler hört, wenn die sagen, dass sie spielen können. „Man muss dem Spieler aber auch vertrauen, weil ich in ihn nicht reingucken kann.“ Erfahrung mit Keita in München ist abgespeichert. Konnte in machen Situationen nicht das machen, was nötig gewesen wäre.

13.28

Orban: „In der Mannschaft wurde das Spiel in München gar nicht weiter analysiert. Trainierteam hat es im Trainingslager noch mal angesprochen.“ Viele taktische Dinge noch mal angesprochen. „Sehe nicht den ganz großen Nutzen einer solchen Klatsche wie der in München. Aber die taktischen Dinge kann man schon mitnehmen.“

Hasenhüttl und Orban können mit Platz 3 am Ende, den ein Mathematiker für RB errechnet hat, „sehr gut leben“.

Kalmár gegen Rangers nicht dabei, weil ein Wechsel im Gespräch war. Deswegen wollte man nichts riskieren. Ob die Wechselgeschichte noch aktuell ist, sagt Hasenhüttl nicht dazu.

Keita, Kaiser, Burke als Alternativen für Forsberg.

13.29

Das war es von hier. Hasenhüttl hat Bock, allen zu zeigen, dass man sich fußballerisch sogar noch verbessern kann in der Rückrunde, weiß aber auch wie schwer es ist, den Platz, den man sich erkämpft hat, auch zu verteidigen oder ähnlich viele Punkte zu holen. Und Orban ist wie immer einfach Orban. Coole Socke mit durchaus subtilem Humor bei stoischer Mimik.

13.31

Dann macht mal was aus all dem hier. Und habt eine schöne Restwoche und viel Spaß mit dem ersten Pflichtspiel nach der Winterpause.

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3 Gedanken zu „Überraschungsteam im Umbruch“

  1. Sehr tolle Aufarbeitung des SGE-Weges in dieser Saison, da könnte sich manch Print-Magazin eine Scheibe abschneiden. Dass Fabian und Huszti ausfallen ist ein großes Manko, vergleichbar wenn Keita und Forsberg bei Leipzig nicht auf dem Platz stünden.
    Bei der SGE fehlt in der möglichen Aufstellung allerdings Alex Meier. Das „Phantom“ wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Rasen zu sehen sein – ob gleich zu Beginn allein bzw. zusammen mit Hrgota als Doppelspitze (letzterer hängend) oder später dann beim Wechsel.

  2. Endlich geht es wieder los!
    Nicht nur des 1. Spiel sondern auch die gewohnte Vorschau von Dir!

    Ich denke, mit dem Spiel wird irgendwie die Richtung für den Rest der Saison vorgegeben. Sprich wie das 1. HS gegen den BVB. Lustig ist in der Tat, daß am Anfang der Saison auch Forsberg nicht am Start war (ok, er kam immer in der 2. Hz) und Keita auch seine Wehwechen hatte und trotzdem hatte man Punkte geholt. Und auch vor 1899 gab es wie jetzt gegen Ajax eine Niederlage, aus der man lernte/lernt.

    Vorteil mMn ist, daß Hasenhüttl mehrere Varianten spielen kann, je nach Spielstand und auch Spieler wie Burke, Bernado oder auch Werner mit dem System viel besser vertraut sind.
    Ein kleinen Nachteil sehe ich, das mit Forsberg und ggf. Kaiser kein Ecken bzw Freistossspezialist auf dem Feld steht. Gegen Glasgow waren diese Bälle von Halstenberg nicht so dolle.

    Trotz Deiner erfrorenen Hände hat ja das tickern sehr gut funktioniert 😉
    Danke für Deinen Einsatz!

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