Kampf um das erste Aufstiegsendspiel

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Arminia Bielefeld (29.04.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Yussuf Poulsen.]

Der drittletzte Teil der siebenteiligen Zweitligaschlusssequenz. Für RB Leipzig steht ein Heimspiel gegen Arminia Bielefeld an. Zwei Siege braucht man noch aus den letzten drei Spielen, so Verfolger Nürnberg nicht patzt, um direkt aufzusteigen und nicht in die Relegation zu müssen. Sodass man sich mit einem Sieg gegen Bielefeld ein erstes Aufstiegsendspiel zu Hause gegen den Karlsruher SC eine Woche später erspielen könnte. Wenn das nicht mal als lohnendes Zwischenziel durchgeht.

Das mit dem Siegen ist gegen Bielefeld allerdings so eine Sache, denn nur Freiburg, Leipzig, Nürnberg und Bochum haben bisher in dieser Saison seltener ein Zweitligaspiel verloren als die Arminia. Und nur das Toptrio hat seltener ein Spiel mit mindestens zwei Toren Differenz verloren.

Auswärts hat gar noch kein Zweitligateam seltener verloren als Bielefeld (Freiburg und Leipzig kommen auf identische drei Auswärtsniederlagen). Und die Arminia ist gar das einzige Team der Liga, das in der Fremde bisher noch keine einzige Partie mit mehr als einem Tor Differenz verloren hat.

Allein diese Daten belegen, dass Arminia Bielefeld eine sehr gute Saison spielt. Als Aufsteiger stand man kein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz. Man hatte immer mal Durststrecken zu bewältigen (in der Hinrunde sieben Spiele ohne Sieg, in der Rückrunde acht Spiele ohne Sieg), aber man hat durch Unentschieden (bisher 16, nur ein Unentschieden hinter dem Zweitligarekord) immer mal wieder ein Punkt gesammelt und sich nach den Durststrecken immer wieder aus eigener Kraft aufgerappelt und wichtige Spiele gewonnen.

So zum Beispiel beim 4:1 in Sandhausen vor drei Spielen, mit dem Bielefeld die Weichen auf Klassenerhalt stellte, den man am vergangenen Wochenende mit einem 4:2 gegen Fürth auch rechnerisch perfekt machte. Drei Runden vor dem Ende die Zugehörigkeit zur zweiten Liga für eine weitere Saison gesichert zu haben, geht durchaus als Erfolg durch für ein Team, das von der individuellen Besetzung her deutlich weniger Potenzial hat als mancher der Konkurrenten, die am Ende unter ihnen stehen werden.

Doch die auch aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen resultierenden Nachteile bei der Kaderbesetzung macht man durch klare Strukturen in der Formation und ergo im Zusammenspiel und durch ein Ausreizen der individuellen Fähigkeiten wieder wett. Kaum mal ein Spiel wie beim 0:4 gegen Nürnberg, bei dem man den Gegner durch eigene Fehler zum Toreschießen einlädt.

Gerade die Balance ist der große Trumpf des Teams. Man schießt mehr auf des Gegners Tor, als dass man Torschüsse auf das eigene zulässt. Das verweist schon mal darauf, dass man mit der eigenen Spielidee irgendwas richtig machen muss. Hinter Leipzig, Freiburg und Nürnberg führt man aktuell das Zweitligafeld in dieser Torschussstatistik an.

Mit Leipzig und Bochum haben sogar nur zwei Teams mehr Torschussversuche als Arminia Bielefeld auf dem Konto. Mit Duisburg und Karlsruhe gibt es allerdings auch nur zwei Teams in der Liga, bei denen ein noch geringerer Anteil der Torschussversuche auf das Tor geht und nicht abgeblockt wird oder am Tor vorbeigeht. Weniger als 30% der Arminia-Torschussversuche gehen auch auf das gegnerische Tor. Nur 7,5 von 100 Schüssen gehen auch ins Tor (der sechstschlechteste Wert der Liga).

Dass man relativ viele Torschüsse hat, aber trotzdem nicht konstant torgefährlich war, resultiert auch ein wenig  aus der Spielweise der Arminia. Man spielt ein kompaktes, auf Defensive eingeschworenes 4-4-2, aus dem heraus man schnell Umschalten will. Im Ballbesitz lässt man ab und an auch mal die Kugel laufen und bindet die Außenverteidiger ein, die immer wieder Flanken in den Strafraum schlagen.

Allerdings ist das Spielsystem nicht unbedingt darauf ausgelegt, dass permanent viele Spieler in den Strafraum drängen. Vielmehr wird dort der Zielspieler Fabian Klos gesucht, der sich eben durchsetzt oder auch nicht. Abgesehen davon gibt es dann halt auch viele Abschlüsse aus nicht ganz so günstigen Positionen oder aus der Ferne, sodass die geringe Torerfolgsquote bei hohem Torabschlussversuchsaufwand erklärbar wird.

34 Tore in 31 Spielen sind grundsätzlich in Ordnung, angesichts der vielen Versuche aber auch ausbaufähig. Wobei die Arminia in zwei der letzten drei Spiele jeweils vier Treffer erzielte und dabei zeigte, dass man auch vor dem Tor vergleichsweise effizient agieren kann. Die 26 Tore in 28 Spielen zuvor waren dann doch eher mau. Wobei vor allem die bis dahin nur acht Tore in 15 Heimpartien eine ziemliche Enttäuschung waren.

Aber der Fokus bei der Teamorganisation liegt sowieso in erster Linie darauf, immer viele Spieler hinter dem Ball zu haben. Gegen Fürth spielte man phasenweise ein überraschend hohes Pressing, was allerdings für Bielefeld nicht so richtig typisch ist. Gewöhnlicherweise agiert man erst irgendwo um die Mittellinie herum aggressiv gegen den Ball, ohne Räume in die Tiefe zu öffnen.

Sodass ein typisches Heimspiel gegen Bielefeld so aussieht, dass man gegen zwei dichte Viererketten anspielt, die immer weiter zurück und zusammenrücken, je näher man mit dem Ball an den Strafraum kommt, wo dann im Fall der Fälle acht, neun Arminia-Spieler ein dichtes Bollwerk bilden.

Vorausgesetzt man hat es überhaupt geschafft, den Ball bis dahin zu bringen, ohne ihn vorher zu verlieren und in einen Konter gegen einen schnellen, quirligen Mann wie David Ulm oder einen Außenbahnwühler wie Christopher Nöthe zu laufen, die dann ihren Abnehmer Fabian Klos, der immer viel ackert, weite Wege geht und mit seiner Mischung aus Physis und Zielstrebigkeit schwer zu stoppen ist, suchen.

Gerade Sommerneuzugang Nöthe ist seit dem Winter noch mal viel besser in das Team hineingewachsen und passt perfekt in das DSC-Anforderungsprofil eines Spielers, der viel ackert, aber dazu auch noch ein paar offensive Akzente beisteuert. Vier Tore und vier Vorlagen seit der Winterpause verweisen auf die wichtige Rolle, die der 28jährige für Bielefeld inzwischen spielt.

Die Bielefeld-Defensive ist mit 37 Gegentoren in 31 Spielen im Ligavergleich gut bis knapp vor sehr gut. Imposant vor allem, dass nur zwei Teams in der Liga weniger Torschüsse im eigenen Strafraum zulassen. Was eben eine Folge der kompakt-intensiven Arbeit um den eigenen Strafraum herum ist, wegen derer sich die Gegner schwer tun, einmal zu einer klaren Aktion in Tornähe zu kommen. Wie schwer das ist, erfuhr auch RB Leipzig im Hinspiel, als man nur fünfmal von innerhalb des DSC-Strafraums abschloss, während man im Saisonschnitt auf zehn Torschussversuche im gegnerischen Strafraum kommt.

Alle Daten und Fakten zusammengenommen, ist Arminia Bielefeld ein sehr schwer zu bespielendes und vor allem zu besiegendes Zweitligateam, das eine gute Saison spielt und bei etwas konsequenterem und konstanterem Agieren vor des Gegners Tor sogar noch besser hätte dastehen können.

Gespickt ist das Team zudem mit sehr viel Zweit- und Drittligaerfahrung. Bis auf die in der Winterpause aus Wolfsburg geholten Leihspieler Francisco Rodríguez und Seung-Woo Ryu gibt es praktisch keine Spieler, die in Leipzig auflaufen könnten, die nicht irgendwas zwischen Mitte 20 und Anfang 30 sind. Spieler wie Wolfgang Hesl, Florian Dick, Fabian Klos, Sebastian Schuppan und und und bringen viel Erfahrung aus vielen Profijahren mit und spielen diese auf dem Platz auch aus.

Dazu kommt eine recht gute Portion Physis im Team von Arminia Bielefeld. Was zu einer vernünftigen Zweikampfquote führt und zu wenigen Gegentoren per Kopf. Eine besondere Stärke bei offensiven Standards resultiert allerdings nicht daraus.

Bei allem guten, was man über Arminia Bielefeld und dem, was sie (vor allem auswärts) aus ihren Möglichkeiten machen, sagen kann, ist es natürlich auch kein unschlagbares Zweitligaüberteam. Man hat durchaus Probleme, wenn sie mit schnellen Kombinationen bearbeitet werden. Dann kann das kompakte System am Strafraum auch schon mal ordentlich durcheinanderkommen.

Geschwindigkeit dürfte der beste Schlüssel sein, um Arminia zu knacken. Dazu muss man die beiden Viererketten aber ins Laufen kriegen, braucht also Geschwindigkeit und Genauigkeit in den Passaktionen. Ist nichts, was in der zweiten Liga vielen Teams mal so nebenbei gelingt. Auch RB Leipzig kann das nicht an jedem Tag im Jahr.

Problematisch dabei für die Gastgeber auch noch, dass man erst einmal an einer neuen Startformation basteln muss. Die gleichzeitigen Ausfälle der für das Kopfballspiel nicht unwesentlichen Willi Orban und Stefan Ilsanker dürfte ein wenig Kopfzerbrechen bereiten. Zumal man sich einen Ilsanker gut als Ersatz für Orban in der Innenverteidigung hätte vorstellen können.

Vermutlich wird man im enorm wichtigen Spiel gegen Bielefeld nicht die halbe Mannschaftsformation umstellen wollen. Weswegen im zentralen Mittelfeld in der Startelf wohl Rani Khedira die erste Option auf den Ilsanker-Ersatz sein dürfte. Auch wenn er wegen Verletzung die letzten drei Spiele verpasst hatte.

Für die Innenverteidigerposition gibt es zwei realistisch denkbare Varianten. Nummer 1 wäre Atinc Nukan, der die nominell naheliegendste Option ist, sich allerdings bei seinem Kurzeinsatz in Kaiserslautern nicht ganz so sicher präsentierte, wie man sich das von einem Startelfkandidaten wünschen würde.

Alternativ könnte auch Klostermann von rechts außen nach innen rücken und Orban ersetzen, sodass dann rechts hinten für Teigl ein Platz frei wäre. Wäre bei der Variante halt die Frage, wie viel Vertrauen ein Ralf Rangnick noch in Georg Teigl hat, dem er seit der Winterpause gerade mal 19 Minuten Spielzeit gab, die Hälfte davon noch nicht mal als Rechtsverteidiger, sondern als Offensivspieler.

Wie immer gibt es natürlich auch noch allerlei weitere Varianten, die alle nicht so richtig wahrscheinlich scheinen. Eine Doppelsechs Demme/ Kaiser und entsprechend dazu entweder eine Doppelspitze Poulsen/ Selke oder ein Startelfeinsatz von Bruno wäre auch eine Option. Wobei die 4-2-2-2-Nummer zuletzt eigentlich nicht ganz so gut klappte und Massimo Bruno als Akteur für ein 4-2-3-1 zuletzt in Düsseldorf eher Argumente gegen sich einbrachte.

Defensiv könnte man auch noch Aufstellungen mit einem Innenverteidiger-Duo Compper/ Jung oder irgendeinem Nachwuchsspieler a la Fechner oder Sorge aus dem Fantasie-Ärmel schütteln. Aber da driftet man schon arg ins Reich der Aufstellungstheorie ab.

Bei all dem muss man auch noch im Hinterkopf behalten, was das Spiel in Kaiserslautern so für Körner gekostet hat und ob vielleicht noch ein, zwei Spieler wegen der kurzen Pause von Montag auf Freitag nicht spielfit werden. Das Montagsspiel war intensiv und geprägt von allerlei Zweikämpfen und Foulspielen, die sicherlich ein paar Spuren hinterlassen haben. Die Pressekonferenz vor dem Spiel direkt unter dem Vorbericht wird da schon ein wenig Aufschluss geben.

[Update: Florian Dick fällt bei den Gästen aus, sodass entsprechend die Rechtsverteidigerposition neu besetzt werden muss.]

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann (Teigl), Nukan (Klostermann), Compper, Halstenberg – Khedira (Kaiser), Demme – Kaiser (Bruno, Selke), Sabitzer, Forsberg – Poulsen
  • Arminia Bielefeld: Hesl – Görlitz, Burmeister, Börner, Schuppan – Salger (Junglas), Behrendt – Ryu (Hemlein), Ulm (Rodriguez), Nöthe – Klos

Bielefeld kann in Leipzig nach dem Klassenerhalt locker aufspielen, wird aber gegen den Finanzkrösus vor fast vollem Stadion nicht zurückstecken und noch mal alles reinwerfen. Ein Stephan Salger, der im Arminia-Youtube-Channel erklärt, dass er „Nürnberg mehr die Daumen drückt“ im Aufstiegskampf, verweist darauf, dass ein entspannter, aber motivierter Gegner anreist. Was die RasenBallsportler allerdings weder stören, noch interessieren darf. Drei Spiele sind es noch bis zum Saisonende. Wenn man aufsteigen will, muss man spätestens jetzt Widerstände brechen, egal wie die aussehen.

Fazit: RB Leipzig drei Spiele vor dem Saisonende mit der Chance, sich mit einem Sieg gegen Arminia Bielefeld ein echtes Aufstiegsheimendspiel eine Woche später gegen Karlsruhe zu erkämpfen. Das sollte als motivierendes Ziel völlig ausreichen, um einen der auswärtsstärksten und generell am schwersten zu besiegenden Clubs der Liga mit einer Niederlage nach Hause zu schicken.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen Arminia Bielefeld nicht vor Ort verfolgen kann und am 29.04.2016, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Arminia Bielefeld

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Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel von RB Leipzig bei Arminia Bielefeld. Mit Ralf Rangnick und Yussuf Poulsen.

13.23

So, weiter geht es mit Fußball. Morgen Abend schon das extrem wichtige Spiel gegen Arminia Bielefeld. Drei Punkte und man hat mindestens ein Aufstiegsendspiel gegen Karlsruhe eine Woche später. Falls Nürnberg am Samstag in Braunschweig verliert, wäre man sogar direkt aufgestiegen. Das wäre der andere Extremfall. Im anderen Extremfall schmilzt der Vorsprung übers Wochenende auf einen Punkt.

13.26

Für Spannung ist also gesorgt am drittletzten Spieltag, dem letzten mit unterschiedlichen Anstoßzeiten. Irgendwas um die 35.000 Zuschauer oder vielleicht ja auch noch ein paar mehr werden dabei sein wollen.

13.29

Interessant vor dem Spiel vor allem noch das Aufstellungspuzzle. Allgemeines Unwohlsein ist zu spüren, was die Leistungsfähigkeit von Atinc Nukan angeht. Der Trainer sieht es offenbar ein wenig anders. Fakt ist, dass Nukan wenig gespielt hat in den letzten Monaten und alles andere wird man sehen..

13.33

Yussuf Poulsen: „Sehr wichtiges und schweres Spiel. Schon im Hinspiel gesehen, wie schwer es ist, gegen Bielefeld zu spielen. Sehr strukturierte Mannschaften. Stehen gut defensiv und sind auch vorn gut. Lange auswärts nicht mehr verloren. Wir müssen weiter so spielen wie in Kaiserslautern die ersten 60, 70 Minuten und wollen die Punkte holen.“

Gibt viele Mannschaften, mit engem Spielrhythmus. „Sind die meisten drauf eingestellt. Wir müssen einfach durchziehen. Den meisten von uns geht es gut. Haben einen super Kader und viele gute Spieler. Müssen nicht immer dieselben elf jeden vierten Tag spielen.“

13.37

Poulsen zum möglichen kalten Aufstieg am Samstag auf der Couch: „Einziges Vorhaben für das Wochenende ist Punkte holen. Wenn wir drei Punkte holen, ist es immer noch nicht geschafft. Auf die drei Punkte müssen wir uns konzentrieren. Was danach passieren kann, darum können wir uns später noch kümmern.“

Erinnert an die Drittligasaison und die Spiele beim BVB II und gegen Darmstadt („emotionalstes Spiel meiner Karriere“). „Macht Spaß, wenn es um viel geht. Das muss man genießen, dass man solche Spiele mitmachen kann.“

Zu Orban-Rot: „Vielleicht einer der mental stärksten der Mannschaft. Man muss ihm gar nicht viel helfen. Er weiß, dass es ärgerlich war. Zumal die erste gelbe Karte vielleicht keine war. War ein hartes Spiel in Kaiserslautern, aber wir haben einen wichtigen Punkt mitgenommen. Voller Fokus muss jetzt auf morgen liegen, dass wir da eine super Leistung bringen.“

13.41

Poulsen: „Nichts geplant für Samstag.“ Auch nicht, dass man das Nürnberg-Spiel zusammen guckt. „Wir müssen die drei Punkte holen. Das müssen wir erst mal machen. Dann können wir planen. Voller Fokus auf unser eigenes Spiel. Und dann schauen wir was passiert.“

„Forsberg ein guter Freund von mir. Als er herkam, habe ich ihm viel geholfen abseits des Platzes. Auf dem Platz ist er außergewöhnlich. Vielleicht der talentierteste in der Mannschaft. Gute Ballbehauptung. Sehr wichtig für uns, nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorbereiter und Offensivkraft.“

„Viel müssen wir nicht ändern gegenüber Kaiserslautern. 60, 70 Minuten lang nichts zugelassen. Wenn wir das so über 90 Minuten machen, dann wird es schwer uns zu schlagen. Wissen, dass wir in der Lage sind, Tore zu machen. Kein einziges Mal 0:0 gespielt. Wenn wir sie vom Tor weghalten, können wir gewinnen.“

13.45

Poulsen: In Kaiserslautern aus taktischen Erwägungen auch mit einigen hohen Bällen agiert. „Hat ganz gut geklappt. Hatten schon in der ersten Halbzeit gute Chancen.“ Mischung aus dem Spiel in Kaiserslautern und dem was man zuvor in der Saison gespielt hat, wäre gegen Bielefeld gut. Lässt durchblicken, dass man wusste, was Kaiserslautern vor dem RB-Spiel trainiert hat und man deswegen seine Taktik ein wenig umgestellt hat.

Sei egal, wie man aufsteige. „Egal wie man es schafft, fühlt es sich gleichgut an.“ Egal welcher Vorsprung, egal wo.

An der zweiten Liga werde Poulsen die Innenverteidiger auf keinen Fall vermissen, falls man aufsteige. Lässt durchblicken, dass die Duelle schon ordentlich weh tun.

13.46

Poulsen: Findet nicht, dass die Rückrunde nicht so gut ist wie die Hinrunde.

13.47

Das war es von Yussuf Poulsen, gleich kommt dann Ralf Rangnick.

13.52

Ralf Rangnick: Ilsanker und Orban gesperrrt. Boyd langzeitverletzt. Alle anderen sind im Training und nach jetzigem Stand einsatzfähig.

13.57

Rangnick: Sieht die Abwehrprobleme vor dem 1:1 in Kaiserslautern nicht als Problem von Nukan, sondern als Problem auf den Außen. „Kann mich an keine Unsicherheit von Nukan erinnern.“ Ging um Kofpballstärke bei seiner Einwechslung.

„Brauchen kühlen Kopf und hohe Investitionsbereitschaft morgen. Dürfen nicht überziehen. Da ist Nukan jemand, mit dem ich aufgrund seines Temperaments vor dem Spiel noch mal drüber sprechen.“ Nukan habe gut trainiert und sich deswegen seine Chance verdient.

„Nicht neu, dass man nichts geschenkt kriegt. Müssen 20, 30% mehr bringen als normal, um Spiele zu gewinnen. Erwarten nicht, dass uns jemand was schenkt. Spielen zu Hause vor hoffentlich sehr gut besuchten Rängen. Das Spiel morgen ist deutlich wichtiger als das Spiel nächste Woche. Kommen hoffentlich noch ein paar Leute.“ Hofft auf gute Atmosphäre.

Gegen Kaiserslautern 60,70 Minuten lang top. Keinen Schuss aufs Tor zugelassen. Am Ende einmal Glück gehabt, einmal nicht.

14.01

Rangnick: „Mannschaft war schon in der Kabine in Kaiserslautern und beim Auslaufen der festen Überzeugung, dass man sich den Aufstieg jetzt nicht mehr nehmen lässt.“ Man wolle die zwei Siege ziehen und die Stimmung war auch gestern im Training so. Können aber immer unvorhergesehene Dinge passieren.

Redet noch mal über die nichtgegebene gelb-rote Karte gegen Markus Karl und die gegebene gegen Orban (Stichwort unvorhergesehene Dinge) und sieht darin weiterhin zweierlei Maß.

„Man muss die entscheidenden Schritte gehen. Und morgen das wird ganz sicher kein einfaches Spiel.“ Sehr gute Bielefelder Auswärtsbilanz. „Alles außer dem Kopf muss heiß sein morgen.“ Kulisse soll zeigen, wie Fanunterstützung aussieht und ihren Teil zum Sieg beitragen.

Man habe für jedes Spiel ein „mental-psychologisches“ Drehbuch. Damit versuche man die Spieler „einzustimmen bzw. einzuschwingen.“ „Keine Besonderheit bei diesem Spiel. Das ist bei den anderen Spielen auch der Fall.“

14.05

Rangnick: Aus der Erfahrung des Übergangs von Düsseldorf zu Sandhausen diesmal ein wenig umgestellt und diesmal nach Kaiserslautern das Regenerationstraining noch in Kaiserslautern gemacht und dann Dienstag einen freien Tag eingeschoben. Dadurch hat man einen Tag mehr Vorbereitung auf Kaiserslautern.

Anfeindungen aus der Bundesliga bei Aufstieg? „Region wird sich vor Freude in den Armen liegen. Unsere Aufgabe ist, dass es dazu kommt und alles andere spielt keine Rolle. Anfeindungen haben eher abgenommen diese Saison. Zu Montag möchte ich mich nicht mehr äußern.“

14.09

Rangnick: Noch nicht entschieden, wer im zentralen Mittelfeld Ilsanker ersetzt. Erste Variante wäre Khedira für Ilsanker, die zweite wäre Kaiser auf die Sechs nehmen und Selke oder Bruno den Offensivplatz geben.

Sprießender Bart ist keine Folge von Aberglauben im Aufstiegskampf, sondern nur von Vergesslichkeit am Morgen.

Zu Gipson und Strauß: „Mit beiden diese Woche ein längeres Einzelgespräch geführt über die bisherige und neue Saison. Strauß immer wieder mit Verletzungen unterwegs. Wenn das anders wäre, hätte er schon Einsätze gehabt. Wollen ihn unbedingt behalten für mindestens ein Jahr.“ Mittrainieren bei den Profis, Spielpraxis zuerst einmal bei der U23. Ähnlich bei Gipson. „Braucht Zeit, um sich an die zweite Liga zu gewöhnen.“ „Würden beide gern behalten.“ In der Endphase der Saison kein Thema für die Profis.

14.14

Rangnick: „Haben uns immer wieder klar zum Trainer-Thema geäußert. Ich kann ausschließen, dass ich es werde.“ Man wolle es gern zeitnah bekanntgeben. Antwortet nicht auf die Frage, ob er Hasenhüttl als RB-Trainer ausschließe.

Trainerposten werde immer wichtiger. In Deutschland nicht immer so gewesen, dass der Trainer der wichigste Posten ist. „Wertschätzung gegenüber Trainern hat sich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren manifestiert.“ Bis vor 15 Jahren im Ausland nicht für Taktik bekannt gewesen. Eher für Kampf und Schweiß. Tuchel, Klopp, WM-Titel und Hoffenheim als Veränderer der Sicht auf den Trainer. „Nur logisch“, dass man für Trainer auch Ablöse oder Entschädigung zahlt.

Roger Schmidt habe Leverkusen beim Wechsel 1,5 Millionen Euro gekostet. Wahrscheinlich die höchste in Deutschland bisher je gezahlte Summe.

14.19

Rangnick: Will natürlich nicht sagen, was man für einen Trainer ausgeben würde und ob die 3 Millionen im Kicker genannten stimmen. Auch nicht, ob man diese Woche ein Angebot für Hasenhüttl abgebe oder schon abgegeben habe. Nachfrage-Rumgewinde-Spielchen bis dem Pressesprecher ein wenig der Kragen platzt und er weitere Fragen zum Thema ablehnt.

Beierlorzer noch Vertrag bis 2017.

Rangnick schaut sich Nürnberg am Samstag in Braunschweig nicht an, weil man gegen beide Teams schon gespielt habe. Schaut sich die U23 an.

„Beeinflussen können wir unser Spiel morgen, damit beschäftigen wir uns. Wollen unser großes Ziel erreichen.“ Wenn man es erreiche, werde sich schon irgendwas finden, das auch zu feiern, sollte man nicht gemeinsam auf dem Platz stehen in dem Moment.

14.22

Das war es von hier. Rangnick lässt sich hinsichtlich Hasenhüttl nicht locken, aber das Winden und Drumherumreden lässt relativ klar vermuten, dass das heutige Angebot an Ingolstadt für Hasenhüttl tatsächlich von RB kommt. Poulsen seinerseits scheint wie immer Bock zu haben auf das Spiel. Und das ist wohl aktuell viel wichtiger als wie die Frage, wer nächste Saison hier in Leipzig an der Linie steht.

14.24

Ich persönlich freue mich schon auf die kommende Saison, wenn nicht gleichzeitig Trainer und Sportdirektor auf dem Podium sitzen und man sich wieder mehr um den Sport drehen wird, als um irgendwelche Vereinsorgageschichten. Dauert leider noch ein bisschen.

14.29

Sei das alles wie es sei. Morgen wartet das Bielefeld-Spiel und das ist aufregend genug. Wünsche allseits viel Spaß und einen erfolgreichen Freitagabend.

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7 Gedanken zu „Kampf um das erste Aufstiegsendspiel“

  1. Wäre ich auf der PK anwesend, würden mich Rangnicks Argumente für Nukan in der Startelf brennend interessieren. Dazu hat er sich ja bereits zu 90% bekannt. Nukan hat nicht nur gegen Kaiserslautern gezeigt, dass auf ihn hinten kein Verlass ist. Hinzu kommt, dass er im Spiel nach vorne nicht passsicher genug ist und somit Kontersituationen unnötig provoziert werden. Besonders gegen tiefstehende Gegner, halte ich Nukan damit für gewagt.

    Für mich ist es nachvollziehbar, dass es wohl nicht die Variante mit Klostermann in der IV und Teigl auf rechts wird. Hier würde man 2 Positionen verändern und auf einen Teigl ohne große Spielpraxis in dieser Profisaison setzen.

    Meine Ideallösung wäre eine IV mit Khedira und Compper.

  2. Leider ist Nukan auch für mich keine gute Alternative für Orban, wir können nur hoffen, dass Rangnick auch noch zu dieser Einsicht kommt.

  3. Also ich kann dieses Nukan-Bashing in keinster Weise nachvollziehen. Wer jemals Fussball gespielt hat, weiß, was fehlende Spielpraxis bedeutet. Und an dem Gegentor in Kaiserslautern war ja wohl nicht Nukan allein schuld. Ich finde, man macht es sich zu leicht und zu einfach, einfach jemandem allein ein Gegentor in die Schuhe zu schieben. Es ist immer eine Mannschaft auf dem Platz.
    Nukan ist ein großartiger Innenverteidiger mit sensationellem Kopfballspiel und riesigem Potenzial, aber auch wenig Spielpraxis.
    Ich fänds gut, wenn er in der Startelf aufläuft.

    1. Das kann ich nur unterschreiben. Der Junge hat wenig gespielt und ist noch superjung. Jeder hat mal eine schlechte Aktion, das stimmt. (Außerdem hat ja RB Leipzig das Gegentor kassiert und nicht Nukan.)

      Gebt ihm eine Chance. Er wird sicher auch mal Fehler machen, aber er wird sich auch beweisen.

    2. Der seine Position nicht hält und ständig den Gegner doppelt oder stört an Positionen die ihm nicht zugeordnet sind. Somit die Laufwege seiner Kollegen ohne Grund verlängert.
      Einfach mal drauf achten. Dann kommt man sehr schnell drauf, dass er noch sehr viel Spielpraxis braucht.

  4. Nukan eine Chance geben ist richtig. Die Frage ist nur ob das in der entscheidenden Saisonphase passieren sollte.

    Aber ihn als potentiellen Stammspieler (vor der Saison) bzw. ersten Backup zu holen und dann beim Ausfall der ersten Reihe der IV nicht einzusetzen ginge nun wirklich nicht.

  5. Man muss Nukan natürlich seine Kopfballstärke zu Gute halten, die gegen Klos wichtig werden kann. Außerdem sind die Trainingsleistungen aus der Ferne schwer zu beurteilen. Vielleicht zeigt er dort Dinge, die Rangnick überzeugen.

    Ich bin trotzdem skeptisch und würde die sichere Variante mit Khedira oder Klostermann bevorzugen.

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