2.Bundesliga: 1.FC Nürnberg vs. RB Leipzig 3:1

Topspiel zwischen Nürnberg und Leipzig. Die Chance für RB, den Abstand auf Rang 3 auf neun Punkte auszubauen. Eine Chance, die man trotz Führung verpasste, weil man ab der 60. Minute oft zu passiv agierte und im intensiven Kampf gegen physisch starke Gastgeber immer größere Probleme bekam.

Auf beiden Seiten waren vor der Partie Ausfälle zu beklagen. Nürnberg musste in der Abwehr den gesperrten Bulthuis durch Hovland und Erras im Mittelfeld durch Petrak ersetzen, blieb sich mit dem 4-4-2 aber treu.

Leipzig musste auf Demme und Kaiser verzichten, was deutlich weniger Ausfälle als befürchtet waren. Poulsen und Selke bildeten erstmals seit dem 20. Spieltag in der Startelf die Doppelspitze. Sabitzer, Halstenberg und Ilsanker kehrten nach Erkrankungen ins Team zurück. Was ein im Vergleich zum Club von der Grundformation her ziemlich ähnliches 4-4-2 bzw. 4-2-2-2 ergab.

Die erste Halbzeit brachte insgesamt ein ausgeglichenes Spiel. Nach einem Standard gleich zu Beginn, den Hovland knapp am Tor vorbeiköpft, gehörte die erste halbe Stunde weitgehend den RasenBallsportlern, die um Spielkontrolle und Torgefahr bemüht waren. Das sieht gar nicht schlecht aus und es entstehen einige verheißungsvolle Torschusssituationen.

Doch das Problem der letzten Zeit (und auch größerer Teile der Saison davor) bleibt bestehen. Man hat einfach eine zu große Streuung vor dem Tor. Wenn bei fünf, sechs Abschlüssen aus vergleichsweise guten Positionen der gegnerische Keeper nicht nur nicht eingreifen muss, sondern kein Ball dem Tor sonderlich nahe kommt, liegt die Wunde relativ klaffend offen.

Der Club auf der anderen Seite versuchte Ballgewinne in schnelle Aktionen Richtung Tor umzumünzen und kam dabei gelegentlich auch in gefährliche Zonen. Konkrete Torgefahr resultierte daraus aber kaum. Dafür musste ein Standard nach einer reichlichen halben Stunde her, den der starke Sebastian Kerk flatternd Richtung Tor hämmerte, wo ihn Gulacsi unter der Latte herauskratzte.

Wieder Kerk schob in einer wesentlich einfacheren Torabschlusssituation eine Hereingabe kurze Zeit später freistehend am RB-Tor vorbei und wurde kurz vor der Pause dann noch im Strafraum gelegt, ohne dafür mit dem möglichen Elfmeterpfiff belohnt zu werden.

Die zweite Halbzeit eröffnete wieder Nürnberg mit einer Großchance. Einer von vielen Fehlern vorn im Spiel mit dem Ball. Noch ein Fehler von Ilsanker, der einen Ausflug von Compper in der Innenverteidigung absichert und einen langen Nürnberger Ball Burgstaller vor die Füße legt. Der legt quer auf den durchstartenden Füllkrug, der frei vor Gulacsi den direkten Abschluss verpasst und noch großartig vom aufmerksamen Klostermann abgelaufen wird.

Zusammen gewinnen, zusammen verlieren - Fans und Mannschaft verabschieden sich gegenseitig nach dem 1:3 in Nürnberg | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Das Tor machte dann kurz darauf RB Leipzig, nachdem man eigentlich vorher im Mittelfeld wieder mal eine Fehlerkette (Ilsanker) hingelegt hatte, die Khedira mit einem beherzten Tackling beendete und so den Gegenstoß einleitete. Forsberg hat nahe der Mittellinie mal den Raum und die Zeit, sich in Ruhe anzugucken, was er wohl als nächstes machen will und entscheidet sich für einen Pass in die Tiefe auf Poulsen. Der steht nicht im Abseits, weil Brecko es verpasst mit seiner Viererkette herauszurücken. Poulsen in den Strafraum und mit bemerkenswerter Übersicht an Club-Keeper Rakovsky vorbei in die Mitte gelegt, wo Selke nur noch einschieben muss.

Ahnsehnlich gespielt und prima vollendet. Und mit diesem Tor das Spiel komplett auf die eigene Seite gebracht. Das Geschehen hat man nun erst einmal unter Kontrolle. Allerdings verpasst man es in der Folgezeit, durch Eigenaktivität das Spiel weiter zu gestalten und wird merkwürdig passiv. Die vielen langen Bälle nach vorn verpuffen fast komplett wirkungslos, weil vor allem Selke gegen Hovland meist auf verlorenem Posten steht.

Im Spiel gegen den Ball agiert man zudem nicht so aktiv wie gewohnt. Auch hier ist es wieder Selke, der zu oft in Situationen abseits des Balles verharrt und so als erster Anläufer der Nürnberger Innenverteidiger fehlt oder bei Anspielen auf ihn im Abseits steht. Ralf Rangnick versucht die Balance im Spiel, den Kampf um zweite Bälle und die Präsenz im Mittelfeld durch die Einwechslung von Anthony Jung und ein Umstellen auf ein 4-3-2-1 bzw. eher ein 4-1-2-2-1 zu verbessern.

Von der Idee her absolut nachvollziehbar, aber das passive Verhalten und die langen Bälle der Nürnberger führen trotzdem dazu, dass das Geschehen sich oft rund um den RB-Strafraum abpielt und RB sich zu tief hinten reindrücken lässt. Lange Zeit ohne Folgen und ein wenig mischt sich schon Verzweiflung in die Club-Aktionen, was sich auch durch einen Brecko-Schuss aus unmöglicher Position in die Wolken kurz vor dem Ausgleich und leichtem Murren des Publikums ausdrückt.

Doch genau in diese Situation hinein, in der der Rückstand den Gastgebern in die Köpfe sickert, kommt eine von insgesamt elf Ecken, die RB schon in der Entstehung nicht konsequent verteidigt hat und sich am Ende der nicht guten Defensivarbeit auch noch drei RB-Spieler von Burgstaller abkochen lassen. Die Folge ist eine Kerk-Ecke, die Margreitter am rechten Fünfereck ziemlich ungestört mitten ins Getümmel vor Gulacsi köpfen kann, wo Khedira noch unglücklich auf Petrak prallen lässt, der den Ball aus drei Metern humorlos unter die Latte hämmert.

Das Stadion nun wach. Der Club mit Zug Richtung Dreier. Wobei er freundlich von RB Leipzig assistiert wird. Ein Freistoß weit aus der Nürnberger Hälfte segelt eine gefühlte halbe Minute bis zum RB-Strafraum, wo Füllkrug das Kopfballduell mit Ilsanker gewinnt, der Ball in den Lauf von Burgstaller springt. Orban grätscht ihm das Spielgerät vom Fuß, allerdings direkt in den Lauf von Füllkrug, der viel zu spät von der RB-Defensive aufgenommen bzw. von Ilsanker aus den Augen verloren wird und die Kugel aus zehn Metern am bemitleidenswerten Gulacsi vorbei ins Tor nagelt.

Nach dem 1:2 wird es für RB Leipzig, bei denen Poulsen und Sabitzer, die unter der Woche nicht allzuviel Training hatten, inzwischen in der Kabine waren und entsprechend auch Offensivqualität auf dem Platz fehlte, naturgemäß schwer. Man versucht noch mal alles. Aber die vielen langen Bälle sind für die Nürnberger Innenverteidiger ein hübscher Nachmittagssnack. Und die restlichen Versuche, die mal über den dribbelnden Bruno oder den aufgerückten Halstenberg laufen, verteidigt man mit Glück und Geschick im und am Strafraum.

So richtig viel Torgefahr entsteht nicht mehr. Selke geht noch mal im Strafraum zu Boden. Compper passiert ähnliches nicht ganz freiwillig auch. Aber einen richtig gefährlichen Torschuss bekommt man nicht mehr zu sehen. Bezeichnend vielleicht dafür, was man aus den Aktionen am gegnerischen Strafraum machte, dass Bruno eine Ecke kurz vor Schluss so schießt, dass sie im Flug schon hinter die Torlinie gerät und es mit FCN-Abstoß weitergeht.

Die Nachspielzeit ist dann nicht mehr wirklich Teil eines normalen Spiels. Compper spielt schon lange nur noch Stürmer. Ilsanker war schon lange vom Feld. Eine Tiefenabsicherung existierte (bei dem Spielstand nachvollziehbarerweise) nicht mehr. Sodass RB vorn versuchte, Bälle am Strafraum festzumachen und Nürnberg bei Nichtgelingen direkt in den Konter überging. Burgstaller schoss einmal freistehend am Tor vorbei. Gulacsi hielt einmal im Eins gegen Eins gegen den Österreicher. Und mit dem Schlusspfiff netzte der Stürmer dann aber doch noch einen Ball ein. War zu dem Zeitpunkt aber schon relativ egal.

Um die 60. Minute herum sah RB Leipzig wie das Team aus, das sich schon sehr nah an den Aufstieg heranschießen kann. Danach verlor man nach und nach die Kontrolle. Entscheidend für das Kippen der Partie, dass man einfach im gesamten Spielverlauf viel zu viele Standards und vor allem Ecken in Strafraumnähe zuließ. Ausgerechnet gegen Nürnberg, die für ihre Standardstärke (auch in Leipzig) bekannt sind. Dass das irgendwann auch schief gehen kann oder fast schon muss, liegt in der Natur der kopfballstarken Sache. Die dann auch beim 2:1 und einem schlecht verteidigten langen Ball zum Tragen kam.

Es war ein sehr intensives Topspiel zwischen Nürnberg und Leipzig, in dem letztlich die physischen Qualtitäten und die gute und sehr flexible Offensive mit Kerk, Füllkrug und Burgstaller den Unterschied machten. Die Wucht, mit der Nürnberg auf verschiedene Arten in der Lage ist, in den Strafraum zu ziehen und dort zum Torabschluss zu kommen, hat Leipzig lange ganz gut verteidigt, um dann schließlich doch noch davor zu kapitulieren.

RBseits war es 60 Minuten lang ein mindestens ordentliches Spiel, in dem man bis auf den Torabschluss vieles richtig machte, auch wenn im Spiel mit dem Ball gerade aus der Mittelfeldzentrale heraus gegen zugegebenermaßen defensiv stark arbeitende Gastgeber die gewohnte Qualität fehlte und Sabitzer als strafraumferner Ballschlepper zulasten der Strafraumaktionen ging. Gleichzeitig Demme und dessen mögliche Ersatzoption Kaiser zu verlieren, war nicht zu kompensieren und sicher Teil der Erklärung für die Niederlage, die man sich durch zu wenig gestaltende Eigenaktivität in der letzten halben Stunde und durch das Zulassen zu vieler Standards ein Stückweit selbst zuzuschreiben hat.

Fazit: Wenn du ausgerechnet in Nürnberg etwas nicht willst, dann sind es elf Ecken und diverse Standards in Strafraumnähe für die Gastgeber. Am Ende vielleicht der entscheidene Faktor, warum RB Leipzig ohne Punkte wieder nach Hause fuhr, weil erst dadurch das Spiel kippte. Nürnberg verdiente sich den Sieg in einer lange Zeit ausgeglichenen Partie durch die größere Vehemenz im Offensivspiel (vor allem, aber nicht nur in der letzten halben Stunde) und durch eine nur einmal patzende und sonst robust zupackende Defensive.

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Randbemerkung 1: Drittes Auswärtsspitzenspiel 2016, dritte Niederlage. Klar, die äußeren Bedingungen und Spielverläufe waren jeweils unterschiedlich (beim FC St. Pauli das bessere Team, in Freiburg vom Schnee verweht, in Nürnberg nach Grippewelle aufgelaufen), aber wenn du aus drei wichtigen Auswärtsspielen gegen direkte Konkurrenten keinen Punkt holst und dein einziger Auswärtssieg in vier Versuchen ein glücklicher beim Abstiegskandidaten Paderborn ist, dann darf das durchaus als aussagekräftig durchgehen. Kann man Richtung der nächsten beiden Auswärtsgegner Düsseldorf und Kaiserslautern durchaus mal im Kopf behalten.

Randbemerkung 2: Vielleicht hat die Auswärtsbilanz ja auch Ralf Rangnick im Kopf gehabt, als er davon sprach, dass er die verbleibenden vier Heimspiele alle gewinnen will. Sprich, den Aufstieg zu Hause klarmachen. Mit vier Heimsiegen plus noch einem Auswärtssieg wäre RB Leipzig bei dann 71 Punkten ziemlich sicher aufgestiegen. Da Nürnberg jetzt bei 53 Punkten liegt, kann man davon ausgehen, dass man mit weniger als 68 Punkten nicht direkt aufsteigt. Zumindest der Relegationsplatz sollte RB Leipzig bei elf Punkten Vorsprung auf St. Pauli auf Platz 4 aber nicht mehr zu nehmen sein.

Randbemerkung 3: 13:4 Torschüsse von innerhalb des Strafraums. Auch eine Zahl, die deutlich die Verhältnisse zwischen Nürnberg und Leipzig ausdrückt. Klar, da sind auf Nürnberger Seite noch ein paar Schüsse aus Kontersituationen nach dem 2:1 dabei. Aber die nur vier Schüsse von RB Leipzig halbwegs in Tornähe zeigen mehr als deutlich, wie schwer man sich gegen Nürnberg tat, Offensivgefahr zu kreieren. Bisher in dieser Saison hatte man vornehmlich Probleme, aus den vielen tornahen Aktionen auch adäquaten Ertrag in Form von Toren herauszuholen. In Nürnberg war man im Vergleich mit den Gastgebern vor allem auch darin unterlegen, sich überhaupt in die Nähe des Tores zu spielen. Der Club diesbezüglich wesentlich zielstrebiger, effektiver und durchschlagskräftiger.

Randbemerkung 4: Über die Art des Spiels zwischen Nürnberg und Leipzig gibt auch die Passquote Auskunft. 55 bzw. 56% angekommene Pässe sind mit Abstand die schlechtesten Werte aller Mannschaften an diesem Spieltag in der 2.Liga. Deutlicher Beleg dafür, dass viel intensiv gebolzt und wenig zielgerichtet kombiniert wurde. Eine Art des Fußballs, auf die die Nürnberger mit ihrer Physis sehr viel besser vorbereitet sind als RB Leipzig.

Randbemerkung 5: Alle Spiele, vor denen RB Leipzig unter der Woche im Training organisierten Supportbesuch aus dem Fanlager bekommt (also, ähm bisher zwei), gehen verloren. Damit wäre die Ursache für die Niederlage dann ja auch geklärt. Wofür Statistiken doch alles gut sein können..

Randbemerkung 6: Das 1:3 in Nürnberg war die erste RB-Niederlage der Saison nach eigener Führung. 20 Führungen gab es. 17 Siege, zwei Unentschieden und nun eine Niederlage sprangen heraus. Wenn man führte, hatte man vor dem Nürnberg-Spiel also lediglich zweimal nicht gewonnen. Und das ist ganz lange her (München, Heidenheim am 7. und 9. Spieltag). Blöd, dass die Serie ausgerechnet in Nürnberg riss, aber ja auch durchaus etwas, was für den Club und dessen Leistung spricht. In Liga 2 sind nun nur noch Freiburg und Bielefeld ohne Niederlage nach eigener Führung (wobei Bielefeld auch nur neunmal geführt hat, bei Freiburg sind es 19mal gewesen).

Randbemerkung 7: Saisontore von Marcel Sabitzer und Emil Forsberg zusammen: 13. Davon in den letzten sieben Spielen: 0. Oder auch: viel zu wenig. Aber wenn sie im nächsten Spiel zusammen fünf Tore schießen, kommen sie wieder auf die Torquote der ersten 20 Spiele. Hallo Bochum?

Randbemerkung 8: Willi Orban mit seiner achten gelben Karte. Eine weitere in den nächsten zwei Spielen plus eine im darauffolgenden Heimspiel gegen Sandhausen und der Verteidiger hat sich wie im Hinspiel seine Sperre in Kaiserslautern organisiert.

Randbemerkung 9: Zuschauer, die sich extra Tickets nah am Gästeblock besorgen, um dann von dort aus ihre Zeit fast ausschließlich damit zu verbringen, Richtung Gästeanhang zu pöbeln. Die Motive mancher Menschen sind schwerlich zu durchdringen. Sich in der Halbzeitpause eines Zweitligaspiels im Gästeblock an einem hiesigen Fünftligisten abzuarbeiten, passt in eine ähnlich wunderliche Kategorie.

Randbemerkung 10: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig mit 16 Punkten und acht Toren (Tordifferenz) mehr nach dem 27. Spieltag (27.Spieltag 2:1 gegen Nürnberg). Gegen dieselben Gegner wie in den ersten 27 Spielen holte man diese Saison 18 Punkte mehr als im Vorjahr (wenn man den schlechtesten Aufsteiger Darmstadt durch den schlechtesten Absteiger Paderborn, Ingolstadt durch Freiburg, Aue durch Bielefeld und Aalen durch Duisburg ersetzt). Und in den zehn Spielen der Rückrunde hat man vier Punkte mehr geholt als in den Hinrunden-Spielen gegen dieselben Gegner.

Lichtblicke:

  • Marvin Compper: Hielt den Laden hinten zusammen und bolzte raus, was rauszubolzen war. Später auch als Motor im Spiel nach vorn und als Kopfballoption in der Offensive sehr präsent. Sicher nicht fehlerlos, aber eine sehr prägnante Partie des Innenverteidigers.
  • Peter Gulacsi: Bei ihm konnte man sich bedanken, dass Nürnberg nicht schon früher zum Torerfolg kam. In der Schlussviertelstunde hielt er sein Team bis weit in die Nachspielzeit hinein im Spiel. Vor der Partie etwas überraschend von Rangnick zur Nummer 1 erklärt. Die Leistung in Nürnberg passte schon mal dazu.
  • Lukas Klostermann: Oft und meist mit Ruhe am Ball. Viel gelaufen, viel die Linie rauf und runter gearbeitet. Erstaunlich, dass es der erst 19jährige Rechtsverteidiger war, der in so einem Spitzenspiel vor 40.000 Zuschauern den Leistungsträger gab.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des Spieltags 27 zwischen Nürnberg und Leipzig bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 0:1 Selke (52.), 1:1 Petrak (70.), 2:1 Füllkrug (75.), 3:1 Burgstaller (90.+4)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Khedira, Ilsanker (76. Bruno) – Sabitzer (62. Jung), Forsberg – Poulsen (74. Quaschner), Selke; Bank: Coltorti, Teigl, Touré, Nukan; Nicht im Kader: Boyd, Kaiser (verletzt bzw. krank), Demme (gesperrt), Hierländer, Strauß, Bellot, Gipson

Aufstellung 1.FC Nürnberg: Rakovsky – Brecko, Margreitter, Hovland, Sepsi – Kerk (88. Mössmer), Petrak (80. Polak), Behrens, Leibold (63. Blum) – Füllkrug, Burgstaller

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Aus Stadionsicht eine souveräne Spielleitung mit nachvollziehbaren Entscheidungen und gelben Karten. Hätte in der ersten Halbzeit Elfmeter für Nürnberg pfeifen können, als Halstenberg Kerk zu Fall bringt. War ihm aber offenbar genauso zu wenig (wofür es durchaus auch Argumente gibt, wobei so eine Geschichte wohl häufiger gepfiffen als nicht gepfiffen wird) wie eine weniger klare Situation gegen Selke im FCN-Strafraum kurz vor Schluss. Insgesamt kann man dem Schiedsrichtergespann aber nichts vorwerfen. Souverän und live und ohne Zeitlupen ohne Tadel. Bemerkenswert vielleicht noch angesichts der Vorgeschichte zwischen Zwayer und Roger Schmidt, dass der Schiedsrichter schon in den ersten Minuten raus zu Rene Weiler ging und ihm intensiv seine Sicht der Dinge erklärte und ihn einnordete. Vielleicht hat sich Zwayer ja doch zu Herzen genommen, mehr direkt mit den Trainern als mit den Kapitänen zu den Trainern zu reden.)

Gelbe Karten: Behrens, Hovland, Polak – Orban (8.), Halstenberg (4.), Selke (4.)

Zuschauer: 40.860 (davon 2.800 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, FCN-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 20 : 13
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 13 : 4
  • Schüsse auf das Tor: 6 : 2
  • gewonnene Zweikämpfe: 49,0% : 51,0%
  • Ballbesitz: 49,5% : 50,5%
  • Passquote: 55,3% : 56,7%
  • Laufstrecke: 110,5 km : 111,7 km
  • Sprints: 165 : 195
  • Intensive Läufe: 555 : 561
  • Fouls: 16 : 15
  • Ecken: 11 : 3
  • Abseits: 4 : 1
  • Meiste Torschüsse: Burgstaller: 4 – Compper: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Kerk: 8 – Forsberg: 4
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Sepsi: 69,6% – Orban: 83,3%
  • Meiste Ballkontakte: Sepsi: 58 – Halstenberg: 59
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Hovland: 66,7% – Forsberg: 78,3%
  • Größte Laufstrecke: Behrens: 11,4 km – Khedira: 11,3 km
  • Meiste Sprints: Burgstaller: 35 – Klostermann: 32

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Selke – 9; Sabitzer – 7; Forsberg, Kaiser – je 6; Poulsen – 5; Compper – 3; Halstenberg – 2; Quaschner, Nukan, Ilsanker, Orban, Klostermann – je 1; Eigentore: Parensen (Union) – 1

Saisonvorlagengeber: Forsberg, Kaiser – je 6; Poulsen – 5; Klostermann, Bruno – je 4; Demme – 3; Sabitzer, Selke, Halstenberg, Jung, Compper – je 2; Quaschner, Kalmár, Orban – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Sabitzer – 10; Kaiser – 8; Halstenberg – 7; Ilsanker – 6; Demme, Orban – je 5; Forsberg, Bruno – je 4; Poulsen, Klostermann, Compper – je 3; Coltorti, Khedira – je 2; Nukan, Jung, Teigl, Quaschner – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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9 Gedanken zu „2.Bundesliga: 1.FC Nürnberg vs. RB Leipzig 3:1“

  1. Erstmal, klasse Artikel (wie immer eig.)
    Danke dafür.

    Könnte aber vielleicht jemand, einem Zuhaus-Gebliebenen, erklären was:
    „Sich in der Halbzeitpause eines Zweitligaspiels im Gästeblock an einem hiesigen Fünftligisten abzuarbeiten, passt in eine ähnlich wunderliche Kategorie.“Bedeutet?
    Sollte die Aktion gegen Lok gehen?
    Was für Aktionen sollen das gewesen sein?

    Und seit wann haben RB-Fans sowas nötig,
    (festhalten ) LOKalrivale hin oder her?

    1. Es gab links vom Gästeblock ein, zwei Jungs, die mit Lok-Fanutensilien herumposten. Woraufhin man sich im Gästeblock ein wenig mit mit Lok-Schmähgesängen beschäftigte. Nichts dramatisches, aber auch irgendwie seltsam, sich reflexhaft einem Fünftligisten zu widmen, nur weil man dessen Fanutensilien irgendwo sieht.

  2. Danke für Bericht und Analyse. Da gibts zur Zeit nix Besseres.

    Bärenstarke Leistung vom Club. Muss man schon sagen. So griffig, robust, willensstark… war beeindruckend. Es sah so aus, als ob der bullig (haha) wirkende Kerk allein ganz RB im Griff hatte. Und irgendwie kriegen ja die eleganten Forsberg und Sabitzer aktuell gar keine PS auf die Strasse. Und Bruno ist bei Körperlichkeit auf dem Platz sowieso völlig unbrauchbar.
    Schade. Nun wird es wohl doch wieder sehr spannend, da es kaum vorstellbar ist, das Freiburg und Nürnberg noch Punkte lassen.
    Wünsche mir 2 Dinge definitiv nicht:
    1. Relegation gegen (das oft zitierte) Darmstadt
    2. Nächste Saison Derbys gegen Dresden

  3. 1.0 in Führung gegangen .Mannschaft physisch nicht auf den Posten .da muss RR schon mal auf kompakte Defensive umbauen,aber das können wir ja nicht,da brauch man sich wundern wenn das 3.Spitzenspiel in Folge den Bach runtergeht,nur gut das wir 11 Punkte auf Relegationsplatz haben und dann gegen Darmstadt .Prost Mahlzeit.

  4. Gestern hat man gesehen wie wichtig die Zwerge Demme und Kaiser sind, Vorallem Demme der als Bindeglied zwischen Abwehr /Mittelfeld/Sturm die Bälle weiterleitet( im Schnitt 90/100 Ballkontakte pro Spiel hat und das mit einer Laufbereitschaft von 12.5Km pro Spiel kombiniert), gestern fehlte das Alles, auch das Pressing gegen den Ball macht Demme und Kaiser keiner was vor.und die haben noch einen Blick für den Mitspieler. Für mich sind Kaiser und Demme bis jetzt die gewinner dieser Saison.Jeder hatte Sie vor der Saison abgeschrieben. Demme noch viel mehr als Kaiser, aber ich glaube mit den Beiden werden wir auch in der Bundesliga viel Spass haben. Das sind die wahren Stars dieser Mannschaft und nicht die Fosberg( seit er den Vertrag verlängert hat, erkennt man Ihn nicht wieder) oder Selke , die moistens in Fokus stehen.
    Meiste Ballkontakte: Sepsi: 58 – Halstenberg: 59
    Größte Laufstrecke: Behrens: 11,4 km – Khedira: 11,3 km
    Aber wir sollten aufhören nach einer verdiente Niederlage alles schlecht zu reden.
    Wir steigen trotzdem auf, weil unsere Mannschaft jetzt erst Recht Trotzreaktion zeigen wird.

  5. Gewohnte gute und sachliche Analyse von Dir!

    Ich würde diesmal eher dem Trainerteam einen Vorwurf machen. Wenn ich im Vorfeld weiß, das Nürnberg im letzten Spieldrittel extrem stark ist, mit hohen Bällen spielt, die eigenen Spieler noch nicht bei 100% sind bzw. wenig trainiert haben und beim Spiel noch dazu kommt, das man 1:0 sogar vorn ist, dann muss man anders wechseln!!

    Jung gegen Sabitzer war richtig, aber gleichzeitig muss Ilse raus und Nukan an seiner Stelle. Und auch an Teigl gegen Selke oder Poulsen hätte ich gedacht. Als aber Quaschner als Stürmer kam, habe ich das Spiel dann gedanklich abgeschrieben (es fiel ja unmittelbar das 2:1). RR geht wohl lieber immer „all in“, als mal auf ein Unentschieden spielen zu lassen oder einen Vorsprung über Zeit zu retten.
    Ein gemeinsamer Besuch beim Italiener wäre durchaus empfehlenswert. 😉

  6. So, jetzt kann man die Tabellenspitze wieder von hinten ansehen. Das muss kein Nachteil sein, auch mal Jäger und nicht mehr der Gejagte zu sein. Dumm nur, dass Nürnberg noch von hinten drückt. Also doch Gejagter. Ich bin gespannt auf’s nächste Spiel gegen Bochum. Aber erst einmal Erholung in der Länderspielpause .

  7. War auch in Nürnberg. Die Enttäuschung sitzt tief. Ja, RR sollte sich ein Beispiel an SCF nehmen. Schlecht spielen, aber physisch stark und ein 1:0 nach Hause „geglückt“. Die Einwechslungen waren sch…
    Hoffentlich ist gegen Bochum wenigstens der Frühling da-auch für die Jungs.

  8. Rangnick hat das Trainerduell klar verloren – ohne Wenn und Aber! Das war „Zorniger-Rangnick-Fußball“ zum Abgewöhnen, allerdings nicht unerwartet. „Fußball mit System“ hat sich gegen simples „Bällejagen“ durchgesetzt – gut so für den Fußball.
    Die Wechsel zum Sichern des 1:0 versteht kein normaler Fan, der heute gute Poulsen wirkte nicht wirklich platt (fährt wohl auch zum LS!).
    Nukan versauert wie Selke zuvor auf der Bank, wo es auf die „großen Kerle“ bei den Standards ankommt – unfassbar. Zumal der Krankenstand dann wohl mehr als übertrieben war und auch Nürnberg hatte wichtige Ausfälle zu verkraften.
    Coltorti hat einfach mehr Präsenz und ich wünsche mir den schnellen Wechsel her. Außer PB hat der Gulácsi noch keinen „unhaltbaren“ rausgeholt, sollte er aber mal tun.
    RB ist kein Spitzenteam der 2. Liga und profitiert weiter von der Schwäche der Liga. Vor der Reli gegen z.B. Frankfurt habe ich derzeit eher Angst, da sind wir aktuell chancenlos.
    Khedira, Ilsanker, Quaschner, Bruno schwach, mit Demme, Kaiser, Nukan und Coltorti im Team holen wir hoffentlich die nötigen Punkte, alle fiebern dem KSC-Spiel entgegen (s. VVK-Zahlen), eine frühe Planungssicherheit werden wir nicht haben, damit kann man dann noch leben.
    Sollten wir mit dem Kader nicht aufsteigen, dann stimmt wohl eher etwas im sportlichen Umfeld nicht – da lege ich mich mal fest.

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