Mit der Tabellenführung unter den Weihnachtsbaum

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig bei der SpVgg Greuther Fürth (19.12.2015, 13.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.]

Manchmal bastelt der Spielplan kuriose Dinge zusammen. Im aktuellen Fall ist es die Tatsache, dass RB Leipzig und die SpVgg Greuther Fürth zum vierten Mal in gerade mal etwas mehr als einem Jahr aufeinandertreffen. In den bisherigen drei Duellen saßen dabei skurrilerweise auf beiden Bänken jeweils unterschiedliche Trainer.

Im ersten Anlauf vor ziemlich genau einem Jahr am drittletzten Spieltag vor der Winterpause gewann Zorniger bei Kramer in einem überschaubar guten Spiel mit 1:0. Im Mai gewann Beierlorzer gegen Büskens zum Saisonabschluss überlegen mit 2:0, durch das sich Fürth ohne eigenes Zutun doch noch zum Klassenerhalt zitterte. Und im August trennte sich Rangnick von Ruthenbeck glücklich mit 2:2, weil die Gäste aus Fürth ein eklatantes Problem bei der Chancenverwertung hatten.

Im vierten Spiel in reichlich 12 Monaten zwischen Leipzig und Fürth werden diesmal mit einer Wahrscheinlichkeit sehr nahe an 100% zum ersten Mal nicht neue Trainer auf der Bank sitzen. Was eigentlich für beide Vereine aussagt, dass man in deutlich ruhigeren Fahrwassern schippert als in den Monaten zuvor.

Wobei dieses Gefühl in Fürth ein wenig trügerisch und bröckelig ist. Auf Platz neun liegend ist man deutlich näher an der Aufstiegsrelegation als an der Abstiegsrelegation, hat allerdings aus den letzten neun Spielen nur acht Punkte geholt. Der Trend ist nicht mit den Fürthern, was auch Coach Ruthenbeck unter der Woche eher nach unten denn nach oben gucken ließ.

Nach dem neunten Spieltag sah die Welt in Fürth noch ganz anders aus. Man hatte gerade mit einem 1:0 in Braunschweig einen großen Sieg gelandet und sich (drei Punkte vor RB Leipzig) auf Platz 4 eingeordnet. Die letzte Saison knapp am Abstieg vorbei schien komplett abgeschüttelt. Doch seitdem hat man einige Chancen verpasst, sich oben festzubeißen. Eine viel zu hoch ausgefallene Klatsche gegen Bochum (0:5) war dabei. Das unglückliche 2:4 gegen Kaiserslautern nach 2:0-Führung bis weit in die zweite Halbzeit hinein auch.

Zwei Spiele, in denen man den Eindruck hatte, dass die Mannschaft nicht stabil genug ist und bei unglücklichen Spielverläufen regelrecht auseinanderbrechen kann. Gerade im Spiel gegen Kaiserslautern waren von einer Minute auf die andere Räume zwischen den Mannschaftsteilen, die halben Universen glichen und in denen sich Kaiserslautern mit großer Freude austobte, ohne dass bei Fürth jemand auf dem Platz gewesen wäre, der dies hätte korrigieren können.

Ein wenig hat sich die Herangehensweise der SpVgg Greuther Fürth in den letzten Monaten auch verändert. Am Anfang hat man noch versucht, die Liga im Hurra-Stil zu erobern. Und fiel damit beim FC St. Pauli und nicht nur dort auf die Schnauze. Was Coach Stefan Ruthenbeck dazu veranlasste, über den Fußball in Liga 2 zu grummeln: „Wir könnten die Dinger auch einfach nur nach vorne kloppen und tief stehen. Aber die Jungs sind mutig, greifen an, verteidigen nach vorne. Und wissen jetzt: In der Scheiß-Liga wirst du dafür bestraft.“

Man hat die Sache mit dem Verteidigen nach vorn in Fürth nicht komplett aufgegeben und wird gegen ein Ballbesitzteam wie RB Leipzig sicherlich auch wieder Pressingsituationen kreieren wollen, aber man spielt inzwischen eine sehr viel sachlichere, kompaktere Variante des Fußballs, hat sich also ein Stückweit auf Zweitligakost einnorden lassen. Auch wenn der lange Ball nicht unbedingt Hauptbestandteil der eigenen Spielidee ist, sondern man weiterhin das Passspiel sucht.

Problematisch ist in Fürth aktuell vor allem das Erarbeiten von Offensivaktionen. Aus dem Spiel heraus geht nicht allzu viel. Zumal wenn, wie in den letzten zwei Spielen, der Toptorschütze Sebastian Freis (sieben Tore), der meist über die linke Außenbahn kommt, ausfällt. Ob er gegen Leipzig wieder zur Verfügung steht, ist noch unklar.

In den letzten beiden Spielen sammelte Fürth in 180 Minuten gerade mal vier Schüsse auf das gegnerische Tor. Einer davon war im Tor. Passenderweise nach einem Standard. Ansonsten tat man sich gegen zugegebenermaßen defensiv ordentliche Teams (Sandhausen und Karlsruhe) sehr schwer, Chancen zu erspielen. Wobei man gegen Leipzig natürlich noch mal andere Möglichkeiten im Umkehrspiel kriegen könnte und nicht so sehr auf das Generieren von Chancen aus eigenem Ballbesitz heraus angewiesen ist.

Zentrales Element bei diesem Umkehrspiel könnte Veton Berisha sein, der zu Saisonbeginn in Leipzig einen sensationellen Eindruck im Sturm machte, viele Sprints nahm, sehr gut gegen den Ball arbeitete und offensiv gute Laufwege ging. Einzig die Chancenverwertung war nicht so richtig gut. Das zieht sich seitdem durch die ganze Saison. Drei Tore sind angesichts vieler sehr guter Chancen viel zu wenig. Wobei der Norweger mit seinen 21 Jahren noch Zeit hat, an seinen überhasteten, ungenauen Abschlüssen zu arbeiten. Problem für Ruthenbeck ist, dass Berisha im Kader praktisch alternativlos ist, weil man sich mit Neuzugang Kumbela offenbar auf Dauer verkracht hat.

Gegen RB Leipzig wird auf Seiten Fürths auch die Frage sein, wie die offensiven Außenbahnen (zuletzt von Weiland und Stiepermann besetzt, alternativ Tripic, ein zurückkehrender Freis, aber auch Schröck denkbar) funktionieren. Da klappte gerade in den letzten beiden Partien nicht so richtig viel. Potenzial ist allerdings ein ordentliches vorhanden. Egal wer da spielt. An guten Tagen kriegt man von den Spielern viel Zug zum Tor, aber auch defensiv gute Mitarbeit.

Im zentralen Mittelfeld wird Andreas Hofmann wegen seiner fünften gelben Karte ausfallen. Der technisch gute, auch fürs Gegenpressing gewappnete Topscorer (vier Tore, fünf Vorlagen) Jurgen Gjasula ist dagegen gesetzt, genauso wie der offensive Ex-Salzburger Robert Zulj, der es manchmal nicht so mit dem Spiel gegen den Ball hat. Die dritte, eher defensive Position könnte Goran Sukalo einnehmen, der nach Sperre wieder spielberechtigt ist.

Die Innenverteidigung ist mit Caligiuri, Franke, Röcker und Gießelmann überwiegend recht robust und zweikampfstark besetzt. Röcker ist dabei der Dauerbrenner im Team und hat noch keine Spielminute verpasst. Abgesichert wird das Quartett von Torwart Sebastian Mielitz, der vor allem zu Beginn der Saison nicht immer sicher wirkte, aber inzwischen ein ordentlicher Rückhalt seines Teams ist. Spielpraxis und Rückendeckung durch die Verantwortlichen machen bei Torhüter eben auch immer mal eine schnelle Verbesserung möglich.

Gegen RB Leipzig wird die SpVgg Greuther Fürth sicherlich darauf bedacht sein, im Spiel aus der eigenen Abwehr heraus nicht in Pressingfallen zu tappen. Auf der anderen Seite wird man gegen den Ball im 4-4-2 alias 4-4-1-1 immer wieder auch versuchen, hoch anzugreifen, um nach Misslingen sich wieder kompakt tief zu organisieren und den eigenen Strafraum zu verteidigen. Es ist also zu erwarten, dass Fürth wesentlich aktiver verteidigt als Frankfurt oder vor allem Duisburg, ohne die Rückwärtsabsicherung zu vernachlässigen. Wird sicherlich nicht uninteressant, inwieweit die RB-Innenverteidiger unter wieder etwas größerem Druck im Spielaufbau agieren.

Aufstellungstechnisch sind bei RB Leipzig keine ganz großen Überraschungen zu erwarten. Die Frage ist nur, ob man gegen die starke Dreier-Mittelfeldzentrale von Fürth wieder auf ein System mit zwei Sechsern umstellt oder beim 4-1-3-2 bleibt. Stellt man auf zwei Sechser um, läuft es auf die Frage hinaus, ob Selke oder Poulsen im Sturm aufläuft. Bei nur einem Sechser verbleibt Demme auf der Bank.

Ansonsten wird die Offensivreihe wohl unverändert bleiben Bruno hat sich zwar in zwei Halbzeiten in den letzten beiden Spielen jeweils angeboten, wird allerdings an Kaiser, Sabitzer und Forsberg nur schwerlich vorbeikommen. Bei einem 4-1-3-2-System hat der Belgier zumindest die Chance, dass Selke draußen bleibt und Sabitzer und Poulsen wie in der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt das Sturmduo bilden und entsprechend dahinter auf der rechten Seite ein Platz für Bruno frei wird.

In der Abwehrkette dürfte es gegenüber dem Frankfurt-Spiel keine Veränderungen geben, wenn man davon ausgeht, dass weder Klostermann noch Compper noch eine Blitzgesundung ereilt.

Mögliche Aufstellungen:

  • SpVgg Greuther Fürth: Mielitz – Caligiuri, Franke, Röcker, Gießelmann – Stiepermann, Sukalo, Gjasula, Weilandt (Tripic, Freis) – Zulj – Berisha
  • RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Orban, Nukan, Halstenberg – Ilsanker, Demme (Selke, Bruno) – Kaiser, Forsberg – Sabitzer, Poulsen

In Fürth brannte unter der Woche ein wenig der Baum. Trainer und Manager beklagten laut Kicker mangelnde „Gier“, „Leidenschaft“ und „Geilheit“. „Die Spieler müssen sich hinterfragen.“, schob Ruthenbeck, der gegen RB Leipzig bei drei Remis aus drei Spielen mit Aalen und Fürth noch ungeschlagen (aber auch ohne Sieg) ist, noch hinterher. Die Frage vor dem Spiel gegen RB Leipzig lautet, ob das grundlegende Problem der letzten Wochen tatsächlich eines des Kopfes ist oder ob es sich nicht um eine sportliche Krise am Ende einer Hinrunde handelt, die auch auf nachlassende Kräfte zurückzuführen ist.

Zu vermuten ist, egal wie man die Frage beantwortet, dass die Fürther gegen RB Leipzig noch mal alle Kräfte mobilisieren, zumal es ihnen von der Spielanlage her entgegenkommt, dass sie das Spiel nicht selbst gestalten müssen. Es wird für die Spielvereinigung viel davon abhängen, inwiefern die Abwehr hält. Was sie in den letzten Wochen, abgesehen von den Zusammenbrüchen gegen Bochum, in Freiburg und gegen Kaiserslautern eigentlich immer tat. Mal gucken, was für einen Tag mit welcher Stabilität (also Defensivzusammenbruch oder Bollwerk) man diesmal erwischt.

Aus Sicht von RB Leipzig ist auf ein paar defensive Lücken im Fürther Verbund zu hoffen, um im letzten Spiel vor der Winterpause die Erfolgsserie von acht Siegen aus den letzten neun Spielen und sechs Siegen aus neun Auswärtsspielen ohne Niederlage fortsetzen zu können. Man möchte die Tabellenführung mit unter den Weihnachtsbaum nehmen und den Vorsprung von acht Punkten auf Relegationsplatz drei halten oder im besten Fall sogar ausbauen. Drei Punkte aus Fürth mitzunehmen, würde sich dafür ganz gut machen.

Fazit: Wenn man nur nach dem Trend der letzten Wochen geht, ist Fürth gegen Leipzig deutlicher Underdog. Eines der schlechtesten Teams der Liga der letzten Wochen gegen das beste Team der Liga aus den letzten Wochen, das klingt erst mal nach klaren Verhältnissen. Wer sich an das 2:2 im Hinspiel erinnert, wird wissen, dass es so einfach dann doch nicht ist, weil Fürth mit ihrer Mischung aus guten Fußballern, aktivem Verteidigen, Kompaktheit am Strafraum, zweikampfstarker letzter Reihe und vernünftigem Umkehrspiel an guten Tagen sehr unangenehm zu bespielen ist. Sie in einer schwierigeren Saisonphase zu erwischen, sollte für RB Leipzig allerdings kein Nachteil sein..

[Wer das Spiel von RB Leipzig bei der SpVgg Greuther Fürth nicht vor Ort verfolgen kann und am 19.12.2015, ab 13.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SpVgg Greuther Fürth

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig bei der SpVgg Greuther Fürth. Mit Ralf Rangnick und Dominik Kaiser.

10.46

Letzter Stopp im 34. Zweitligaspiel des Jahres 2015 ist für RB Leipzig Fürth. Von der letzten Saison her hat man an dieses Auswärtsspiel auch in der Weihnachtszeit ganz gute Erinnerungen. Niklas Hoheneder schoss damals mit viel Emotionen das goldene Tor, als er nach längerer Verletzungspause nach seinem Horrorsturz gegen Aue wieder im Team stand.

10.47

Bei beiden Teams hat sich seitdem viel getan und nach der in unterschiedlichem Ausmaß schlechten letzten Saison ist in Fürth und Leipzig relative Ruhe eingekehrt. Ausbaufähig in Fürth, auf hohem Niveau in Leipzig.

10.49

Ein wenig skurril, dass zum ersten Mal zwischen beiden Clubs dieselben Trainer auf den jeweiligen Bänken sitzen wie im Spiel zuvor gegeneinander (nach Zorniger und Beierlorzer bzw. Kramer und Büskens ist man nun etwas konstanter bei Rangnick und Ruthenbeck gelandet). Verdeutlicht die Unruhe, die bis vor kurzem noch in beiden Clubs herrschte, auch ganz schön.

10.50

Eine der kürzesten Auswärtsfahrten der Saison werden auch wieder mal einige RB-Fans mitmachen. 1.200 Tickets gingen im Vorverkauf in Leipzig weg. Bis zu 1.500 könnten es vor Ort noch werden, die den Abschluss des Jahres gemeinsam begehen wollen.

10.56

Wer das Spiel in Fürth angesichts der sportlichen Entwicklungen in beiden Clubs in den letzten Wochen als Selbstläufer ansieht, hat wahrscheinlich schon verloren. Fürth hat unter Ruthenbeck weiterhin Spieloptionen, die deutlich über die vom letzten Jahr hinausgehen und auch RB Leipzig gefährlich werden können. Dazu muss allerdings mehr kommen als in den letzten Spielen, als man entweder Führungen leichtfertig wegschmiss oder offensiv sehr arg limitiert blieb.

10.59

Aus Sicht der Leipziger soll es in Fürth vor der Winterpause noch mal ein Dreier werden, der die gute Ausgangssituation im Aufstiegsrennen noch besser macht. Mit acht Punkten Vorsprung auf Platz 3 in die letzten 15 Spiele zu gehen, wäre eine ordentliche Hausnummer. Zumal man durchaus annehmen kann, dass in der Winterpause bei RB noch ein, zwei Spieler dazukommen werden, die die Qualität im Kader weiter erhöhen.

11.04

Dominik Kaiser: „Durchweg positives Fazit der letzten Monate. Am Anfang der Runde Schwierigkeiten gehabt. War aber angesichts der Änderungen eingeplant. Hat etwas gedauert, bis sich die Mannschaft gefunden hat. Haben eine geile Truppe, sind ein geiler Club. Tabellenplatz sieht gut aus.“

„Tut gut, nach 18 Spielen auf dem ersten Platz zu stehen. War letzte Woche nicht das primäre Ziel, wollten einfach nur unseren Job machen. Dass es in der Tabelle auch mit dem Abstand nach hinten so gut aussieht, macht uns glücklich und gibt uns viel Selbstvertrauen für Fürth und die Spiele nach der Winterpause.“

„Luft ist noch nicht raus. Ist uns bewusst, dass wir noch gar nichts erreicht hat. Gute Wochen und Weihnachtsfeier hinter uns. Da konnten wir feiern. Das ist legitim. Seit gestern aber wieder in der intensiven Vorbereitung auf Fürth. Guten Abschluss fürs Jahr finden und Auswärtsbilanz erhalten. Schweres Spiel in Fürth. Werden es angehen wie jedes andere auch. Und danach gibt es Urlaub. Bis dahin gibt es aber nur das Ziel, nach Fürth zu fahren und möglichst drei Punkte mitzunehmen.“

11.09

Kaiser: „Spiele wie in Bielefeld, wo es schwer war und wir trotzdem gewonnen haben oder in Karlsruhe, wo der KSC über weite Strecken das deutlich bessere Team war, das schweißt die Mannschaft zusammen und erhöht den Glauben. Letzte Saison auswärts noch viele Punkte liegenlassen, dieses Jahr sind wir da stabil. Auch in den letzten beiden Heimspielen haben wir gezeigt, was für Qualität in der Mannschaft steckt.“ Vor allem seien es aber die schwierigen Spiele, die einen stark machen.

Kaisers Rede auf der Weihnachtsfeier: „Da war inhaltlich alles dabei. Recht kurze Rede. Kleiner Rückblick auf 2015. Nicht optimal gestartet mit Aue und Frankfurt. Danach haben wir einen guten Job gemacht. Schon in der letzten Rückrunde, aber vor allem auch in dieser Hinrunde.“ Selke und Halstenberg auf der Weihnachtsfeier mit einer Neuzugangsperformance.

„Durchschnittlich zufrieden mit meinen Leistungen in dieser Saison. Schwächere Spiele dabei. Das letzte Spiel gegen Frankfurt hat mir auch gut getan. Tor aus dem Spiel heraus geschossen und an vielen gefährlichen Situationen beteiligt. Will in der Rückrunde noch mehr richtig gute Spiele zeigen.“

11.17

Kaiser zur Auswärtsstärke: „Sicher auch ein Lernprozess. Einige Spieler haben da letzte Saison schon Erfahrungen gesammelt und einiges mitgenommen. Die neuen Spieler haben sich da auch in schwierigen Phasen gut hereingefunden und es gut angenommen, dass uns auswärts schwierige Spiele bevorstehen. Mannschaft steht in Auswärtsspielen eng zusammen.“

„Situation bei Auswärtsspielen hat sich deutlich entspannt. Für uns war es auf dem Platz schon letztes Jahr nicht das große Problem. Insgesamt ist es mit den Anfeindungen deutlich zurückgegangen und dabei sollte man es auch belassen. Wir machen unseren Job und der war bei den meisten Spielen erfolgreich.“

„Schwerpunkt der letzten Wochen waren Standardsituationen. Sehr detailliert dazu gearbeitet und gesprochen.“ Sowohl einzeln als auch im Team. Wird nicht nur vom Coach vorgegeben, sondern erarbeitet es sich mit der Mannschaft. Rangnick arbeite sehr genau. „Das hat uns sicher auch einen Riesenschub gegeben.“

„Zu Beginn der Saison eine eher defensive Rolle auf der Sechs. In den letzten Wochen durch Systemumstellung etwas weiter vorn. Das hat gut funktioniert mit den ganzen offensivstarken Spielern vorn. Sind sehr variabel. Gegen den FSV war ich in der zweiten Halbzeit eher zentral und konnte so auch bei vielen Abschlüssen dabei sein. Fühle mich im Mittelfeld zu Hause. Nach vorn zu gehen, kommt mir sicherlich entgegen. Wie Rangnick am Samstag aufstellt, wird man sehen.“

„Waren am Anfang nicht überfordert. Haben in den Testspielen immer im gleichen System gespielt. In den ersten Ligaspielen haben wir gemerkt, dass mit dem System sich manches schwierig gestaltet. Daraufhin haben wir umgestellt und Sabitzer hat zentraler gespielt. Zuletzt aber auch öfters mit zwei Stürmern gespielt wieder. Gegnerische Trainer wissen auch nicht immer, was auf sie zukommt.“ Man spiele jetzt flexibler vom System und Aufstellung her. „In den letzten Wochen gesehen, wie wichtig die Spieler sind, die vorher nicht ganz so viel gespielt haben.“

11.19

Kaiser: Wann es weitergeht mit Training hängt am Ergebnis des Spiels in Fürth. „Weihnachten bei mir wie immer. Nächste Woche geht es nach Hause zur Familie, wo ich die Feiertage verbringe. Über Silvester ein paar Tage zu Yussuf Poulsen.“

11.19

20 Minuten Fragerunde mit Dominik Kaiser. Nicht schlecht. Mal sehen, was Rangnick da jetzt noch drauflegt..

11.21

Ralf Rangnick macht es im ganz eigenen Stil. Statt 20 Minuten reden 20 Minuten Abwesenheit. 😉 Dauert offenbar noch ein wenig..

11.29

Ralf Rangnick: Boyd und Compper fehlen in Fürth. Klostermann wahrscheinlich auch.

„Fürth ist ne Mannschaft mit einem guten Umkehrspiel. Wenn man nicht gut geordnet ist, dann haben sie bei Ballgewinn ihre Stärken. Technisch gute Mittelfeldspieler. Zuletzt hatten sie Probleme im defensiven Umkehrspiel. Fürth will einen versöhnlichen Jahresabschluss, wir wollen unsere Auswärtsserie ausbauen. Wissen um ihre Offensivstärken und ihre Defensivschwächen. Das gilt es bei der Vorbereitung einzubeziehen.“

„Grundordnung können wir jederzeit ändern. Das ist in der Tat wichtig, wenn man sieht, dass man sich schwerer tut, dann umstellen zu können. Mannschaft weiß sofort, was zu tun ist und wie sie sich in der neuen Grundordnung verhalten muss. In der Saisonvorbereitung vor allem mit der Spielidee und den Basics beschäftigt, nicht mit verschiedenen Grundordnungen.“

Änderungen in der Grundordnung werden der Mannschaft in unterschiedlichen Varianten während des Spiels mitgeteilt. Zettel seien das sicherste Mittel in lauten Stadien. Manchmal reiche auch ein Handzeichen. Auch Gegner stellen manchmal während des Spiels um, worauf man wieder reagieren muss.

11.37

Rangnick: Schließt sich Kaisers Eigenanalyse einer durchschnittlichen bis guten Saison mit Luft nach oben an. „Gute Mischung und Balance zwischen defensiven Notwendigkeiten und Offensivdrang.“

„Fühle mich gut. Ab Montag ist aber Urlaub und das ist auch gut so. Wenn sich die Mannschaft in Fürth noch einen zusätzlichen Urlaubstag organisiert, ist auch gut. Gut dass wir im Gegensatz zu anderen Ländern eine Winterpause haben. Nach der Pause wieder mit richtig Bock und Lust zurückkommen. Aber erst mal am Samstag das optimale herausholen.“

Zur Auswärtsbilanz: „Verschiedene Facetten. Mannschaft hat letzte Saison ihre Erfahrungen gemacht. Ausmaß an Anfeindungen war vielleicht auch größer. Entscheidend ist aber, dass wir taktisch anders auftreten.“ Gerade auswärts könne man die Qualitäten eines Teams ablesen, zu Hause entscheide manchmal auch die individiduelle Qualität. „Mannschaft hat die Spielidee verinnerlicht. Das müssen wir mitnehmen. Mit der Zeit kommt auch Selbstvertrauen dazu. Für Fürth schon 1.200 Gästetickets verkauft. Vielleicht gar nicht so Auswärtsatmosphäre wie sonst. Finde ich bemerkenswert, dass so viele Menschen kurz vor Weihnachten mitfahren.“

Trainersuchdebatte: „Frage ist, ob wir den zu uns und mir passenden Trainer finden.“ A und O sei für die Zukunft die Planung und nicht das Tagesgeschäft. Deshalb sieht sich Rangnick weiter als Sportdirektor.

Rangnick: Keine Notwendigkeit, im Winter neue Spieler zu kaufen.

11.44

Rangnick: Man suche Trainer, der Rangnick-Fußball spielen lassen will und das auch schon vorher mal gemacht hat. „Führungsqualität“ sei ein entscheidendes Kriterium. Habe er beides, passe er im Normalfall auch zu Rangnick. Sei schon wichtig, dass Sportdirektor und Trainer ein gutes Verhältnis haben. Man müsse einander Erfolg gönnen, dürfe „keine Eitelkeiten geben“. „Anforderungsprofil ist klar. In den nächsten Wochen und Monaten den richtigen Mann finden.“

„Glaube nicht, dass jemand bei uns eine Verschnaufpause braucht. Deswegen spricht auch nichts gegen einen Selke-Einsatz.“ Man werde schauen müsse, in welcher Grundordnung man spielen wolle und wer im Moment am besten drauf ist. „Kein Grund, auf mehreren Positionen was zu ändern.“ Aber Änderungen im Detail auf manchen Positionen denkbar.

Über Weihnachten mit Frau und Söhnen in der Sonne, nicht zu Hause.

„Schade, dass gegen Frankfurt nur 19.000 da waren. War mir auch im Kontext nach dem Duisburg-Spiel nicht ganz klar. Zuschauerschnitt ist aber überragend. Anzahl der Leute, die uns nach Fürth begleiten, gibt uns ein gutes Gefühl. Ansporn, alles zu geben. Gutes Gefühl, die Leute mit auf eine emotionale Reise zu nehmen.“

„Schauen natürlich auf die Tabelle. Ab Spieltag 10 auch aussagekräftig. Schauen vor allem auf den Abstand zu Rang 3. Führt aber nicht dazu, dass wir uns ausmalen, was in drei Wochen oder Monaten ist. Sind total fokussiert auf Samstag.“

11.45

Rangnick: „Danke den Anwesenden für die Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr. Frohes Fest, Zeit zum Abschalten und dann auf ein Neues in 2016.“

11.49

Das war es von hier. 45 Minuten vorweihnachtliches Geplauder in fast schon besinnlicher Atmosphäre. Viel (berechtigte) Zufriedenheit. Aber auch immer wieder der Hinweis, dass noch ein Spiel ansteht und man das gewinnen will. Fokus auf Sport sollte also noch da sein. Mal gucken, wie sich das dann am Samstag auf dem Platz gestaltet. Beim Zugucken bei den sportlichen Leibesübungen der RasenBallsportler wünsche ich viel Spaß. Genießt die letzten 90 Minuten vor der Winterpause und habt bis dahin eine gute Restwoche.

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