2.Bundesliga: RB Leipzig vs. SpVgg Greuther Fürth 2:2

Heimspielauftakt für RB Leipzig in der zweiten Liga. Zu Gast war wie schon im letzten Ligaheimspiel vor reichlich zwei Monaten die SpVgg Greuther Fürth. Aufgrund des ersten Spieltags vor einer Woche konnte man schon annehmen, dass ein in seiner Spielanlage komplett neu aufgestellter und unbequem zu bespielender Gast antreten wird. Die 90 Pflichtspielminuten bestätigten diesen Eindruck komplett, sodass RB Leipzig am Ende froh sein musste, wenigstens einen Punkt aus der Partie mitzunehmen.

In das Spiel gegangen war RB Leipzig mit Lukas Klostermann als Rechtsverteidiger anstelle von Stefan Hierländer. Auf Seiten der Fürther Gäste musste ausgerechnet Kapitän Marco Caligiuri in der Innenverteidigung wegen eines Infekts passen, sodass der Ex-Hallenser Marcel Franke zu seiner (gelungenen) Zweitligapremiere kam.

Fürth bestätigte schon in der ersten Halbzeit die starke Leistung aus dem ersten Spiel gegen Karlsruhe und verstand es meistens sehr gut, im Spiel gegen den Ball RB Leipzig nicht ins Kombinieren kommen zu lassen. Dabei mauerte man sich nicht am eigenen Strafraum ein, sondern spielte ein recht aggressives, hohes Pressing in Ballnähe, das der eher aktiv-offensiven Ausrichtung in der Aufstellung entsprach. Hofmann in der Mittelfeldzentrale als absichernder Sechser, davor mit Gjasula und Zulj in der Zentrale zwei ballsichere Spieler mit wichtigen Rollen gegen den Ball. Außen Stiepermann und Freis, die bei gegnerischem Ballbesitz so zurückrückten, dass quasi ein 4-4-2 entstand. Und in vorderster Reihe ein Veton Berisha als Dauersprinter gegen die RB-Innenverteidigung und den Spielaufbau.

Mit dieser Formation und den entsprechenden Ballgewinnen recht hoch in der eigenen Hälfte fand Fürth sehr gut ins Spiel und verstand es im Laufe der ersten Halbzeit immer wieder in den Räumen zwischen dem RB-4-2-2-2 den Ball laufen zu lassen und potenziell gefährliche Angriffe in die Tiefe des Raums zu spielen. Durch kam man damit allerdings selten, weil die RB-Verteidigungskette um Orban und Nukan meist aufmerksam verteidigte und entsprechende Durchbruchversuche teilweise sehr ansehnlich unterband.

In Führung ging der Gast trotzdem. Folgerichtig nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einer Ecke (die aus einer der guten Fürther Kombinationen in die Tiefe resultierte), die schnell und kurz ausgeführt wurde. Die RB Innenverteidigung war für einen Moment unsortiert, weil man mit der schnellen Ausführung nicht gerechnet hatte, sodass der in den letzten Monaten nicht gerade für seine Torgefährlichkeit berühmte Sebastian Freis die Flanke vom einst von Rangnick nach Salzburg geholten Robert Zulj völlig unbedrängt aus fünf Metern mittig vor dem Tor mit dem Kopf über die Linie wuchten konnte. Coltorti noch mit dem Fuß dran, aber aus der Entfernung letztlich völlig chancenlos.

Es dauerte nur eine Minute, bis RB Leipzig zurückschlug. Lukas Klostermann spielt nach Geplänkel in der Mitte der Fürther Hälfte den Ball mit dem Kopf zu Marcel Sabitzer, der den Ball zurück zu Klostermann spielt, der wiederum ein paar Meter geht und dann quer legt, zum am Strafraumeck einlaufenden Davie Selke. Ballmitnahme an Benedikt Röcker vorbei, der am Boden nicht unbekannte Nachteile in der Wendigkeit hat. Torschuss mit dem zweiten Kontakt durch die Beine vom nicht ganz glücklich aussehenden Sebastian Mielitz. 13 Minuten gespielt und die Partie begann wieder von vorn.

In der Folge hatte RB Leipzig die Partie trotz des guten Fürther Auftretens in der Defensivarbeit und in den Räumen zwischen den RB-Ketten gut im Griff und erspielte sich einige Chancen oder Halbchancen. Poulsens Schuss nach knapp 20 Minuten war noch zu ungenau. Jungs starken und auch platzierten Schuss von der Strafraumgrenze konnte Mielitz nach einer knappen halben Stunde gerade so aus der Ecke holen. Und Davie Selke schoss nach einem perfekt heruntergeholten langen Ball von Nukan zehn Minuten später aus ähnlicher Position wie beim 1:1 nur knapp vorbei.

Der Kapitän als Lückenstopfer - Dominik Kaiser mit einer sehr präsenten Partie gegen Greuther Fürth | GEPA Pictures - Roger Petzsche

RB Leipzig schien sich langsam an die Führung heranzutasten und musste von den Chancen her eher überraschend, von der Spielanlage her nicht ganz so überraschend nach 40 Minuten doch den erneuten Rückstand hinnehmen. Einen Querpass im Mittelfeld vom im Offensivspiel immer mal wieder ungenauen und in der Rückwärtsbewegung nicht immer glücklichen Stefan Ilsanker konnte Anthony Jung gegen Stiepermann nicht behaupten, sodass der Ball bei Andreas Hofmann landete, der noch aus der eigenen Hälfte heraus einen perfekten Pass in den Raum vor der RB-Viererkette auf Jürgen Gjasula spielte, dem Ilsanker nur hinterlaufen konnte. Der Fürther Mittelfeldakteur sagte Danke für den vielen Platz und spielte den nächsten Pass in die Tiefe durch die Beine von Atinc Nukan auf Veton Berisha, der allein vor Coltorti wenig Mühe hatte, den Ball rechts einzuschieben.

Ein bisschen glücklich war die Führung der Fürther, weil man mit der zweiten richtigen Torchance das zweite Tor machte. Schön herausgespielt war das 2:1 aber allemal, auch wenn Gjasula definitiv nicht mit so viel Raum auf die RB-Viererkette zulaufen darf. Wenn RB Leipzig Pech hat, geht man trotz ordentlicher erster Spielhälfte sogar mit einem 1:3 in die Kabine, auch wenn Poulsen kurz vor der Halbzeit noch mal knapp am Kasten vorbeischießt. Denn in der Nachspielzeit hat wieder Veton Berisha nach einem Standard am langen Pfosten nicht ganz so freistehend wie Freis beim 1:0 die Möglichkeit, den Ball per Kopf im Coltorti-Tor unterzubringen.

Wer nach der Pause einen wütenden Sturmlauf von RB Leipzig erwartet hatte, bekam das komplette Gegenteil zu sehen. Fürth stand nun in der Defensive noch sicherer und konnte sich der ungenauer werdenden Angriffe und der immer wieder eingestreuten langen, hohen Nukan-Bällen relativ sicher erwehren. Und in der Offensive bespielte man die offenen Räume in der RB-Defensive nicht nur genausogut wie in der ersten Halbzeit, sondern schaffte es darüber hinaus auch immer wieder tatsächliche Torschüsse und Torchancen zu kreieren.

Zweimal Freis und zweimal Berisha hätten bei völliger Abwesenheit gefährlicher RB-Offensivaktionen in den nächsten reichlich 25 Minuten für die Entscheidung im Spiel sorgen können oder auch müssen, scheiterten aber in guter bis perfekter Schussposition entweder an Fabio Coltorti oder schossen neben das Tor. Die RB-Defensive sah dabei in vielerlei Hinsicht nicht gut aus. Einerseits stimmte die Kompaktheit zwischen den Reihen nicht, sodass immer wieder Riesenräume zwischen Abwehrviererkette und Rest des Teams entstanden. Andererseits war das Verteidigen in die Tiefe nicht sonderlich gut, was nicht nur an der fehlenden Kompaktheit lag. Denn teilweise reichten fast schon schlichte Befreiungsschläge des Fürther Mittelfelds, um in der Tiefe für Gefahr zu sorgen. Oder anders gesagt: fast jeder Ball, der tief gespielt wurde, wurde ein gefährlicher Ball, weil man oft in der Tiefe nicht die Geschwindigkeit des Gegners aufnehmen konnte oder sich im Zweikampf nicht geschickt anstellte.

Dass RB Leipzig trotzdem das 2:2 erzielte, mutete angesichts der Kräfteverhältnisse bis zur 70. Minute einigermaßen merkwürdig an und war vielleicht die nachholende Belohnung für die Vorteile in der ersten Halbzeit zwischen 15. und 40. Minute. Atinc Nukan konnte einen der wenigen Bälle, die er ohne Druck von Veton Berisha spielen durfte, flach über 30 Meter in die Tiefe auf Nils Quaschner bringen. Der setzt leicht und perfekt seine Hacke ein, sodass der Ball in die Gasse und in den Lauf von Emil Forsberg läuft. Der lässt wieder Benedikt Röcker stehen und vollendet von halblinks aus halbhoch in die lange rechte Ecke. Auch bei diesem Treffer sieht Mielitz im Fürther Kasten nicht 100% glücklich aus, auch wenn man ihm den Ball nicht als haltbar ankreiden muss.

RB Leipzig hatte jetzt die beste Phase in der zweiten Halbzeit, wollte mit Publikumsunterstützung noch den Sieg und spielte relativ wilden Offensiv-Fußball, mit dem man die Gäste ins Schwimmen brachte. Große Chance sprangen dabei aber nicht heraus, weil man sich immer wieder am Strafraum im Kleinklein verlor. Und den kopfklareren Fußball spielten nach Überstehen der kurzen Drangperiode weiterhin die Gäste. Wieder Veton Berisha war es der in der Nachspielzeit die dickste Chance auf den Siegtreffer hatte, als sich Fürth über links wieder mal mit einem schlichten langen Ball auf Weilandt durchspielte, dessen Außenristpass aber durch Berishas Direktabnahme, die einen halben Meter am linken Pfosten vorbeiging, nicht veredelt werden konnte.

Nach dieser letzten Chance der Partie war durchatmen angesagt, denn angesichts der vielen Hochkaräter in der zweiten Hälfte für die Gäste, konnte sich RB Leipzig glücklich schätzen, wenigstens einen Punkt mit ins Montagabendbettchen nehmen zu dürfen. Angesichts schwacher Defensivabläufe und fehlender Balance und Kompaktheit in der Mannschaftsorganisation, wegen der zu wenige RB-Spieler zu langsam hinter den Ball oder ins Gegenpressing kamen oder im Gegenpressing einfach durch ballsichere Fürther überspielt wurden, hätte man mit diesem Punkt nicht mehr unbedingt rechnen müssen.

Auf der Offensivseite wiederum konnte RB Leipzig vor allem in der ersten Halbzeit und bei beiden Toren zeigen, dass man über eine enorme Qualität verfügt. Beide Tore waren blitzsauber und unter direkter Beteiligung von insgesamt vier Neuzugängen (Sabitzer, Selke, Nukan, Quaschner) herausgespielt und vollendet. Das sah sehr gut aus und zeigte, die deutlich erhöhte individuelle Klasse. Über 90 Minuten gesehen und vor allem in der zweiten Halbzeit blieb unter dem Pressingdruck der Fürther im Kombinationsspiel aber auch noch vieles Stückwerk, sodass man sich einige gefährliche Ballverluste im Mittelfeld leistete oder sich am Strafraum festspielte. Auch hier gibt es (natürlich) noch Luft nach oben, auch wenn man jederzeit und aus dem Nichts heraus zu Großchancen und Torerfolgen kommen kann.

Fazit: Es war ein sehr intensives und auch enorm unterhaltsames Spiel zweier aktiv und nicht passiv spielender Fußballmannschaften, in dem vor allem die Gäste mit klugem, pressingresistenten Umschaltspiel in den Räumen vor der RB-Viererkette und über die manchmal offenen Flügel überzeugen konnten. Aufgrund der ersten 40 Minuten, in denen RB Leipzig das gefährlichere Team war, geht das Unentschieden in Ordnung. In der zweiten Halbzeit hätte Fürth allerdings zu irgendeinem Zeitpunkt bei einer der Großchancen den Sieg perfekt machen müssen. Es wäre aus Sicht der Gäste die Kirsche auf der Sahnetorte gewesen. Durch den fehlenden Siegtreffer blieb es immer noch ein gut schmeckendes Stück Torte, das man sich aber mit den effektiveren Gastgebern teilen musste.

Randbemerkung 1: Der Heimspielauftakt ist immer noch mal ein besonderer Moment in der Saison. Reichlich 27.000 Zuschauer im weiten Rund, dazu Flutlicht. Die Atmosphäre passte zu Premierenstimmung sehr gut und machte auch über fast die komplette Spielzeit Spaß. Wenn dieses erste Spiel mit seinen Randerscheinungen prototypisch für die Saison stehen würde, dann darf man sich sehr auf diese Spielzeit freuen.

Randbemerkung 2: 52 Sprints wies die offizielle Statistik am Ende für den Fürther Stürmer Veton Berisha aus. Wenn man mal davon ausgeht, dass die Zahl stimmt, was dem Augenschein nach sein könnte, was aber bei Datenerhebungen nicht immer sicher ist, dann ist das eine unfassbare Zahl. Normalerweise ist alles über 30 schon sehr viel. Dass Berisha bei 52 Sprints und fast 12 abgespulten Kilometern nicht schon viel eher als in den Schlussminuten Krämpfe hatte, geht fast schon als unmenschlich durch. Wie er sich 90 Minuten lang zwischen den Innenverteidigern und RB-Sechsern im Spiel gegen den Ball aufrieb und trotzdem bei Kontern immer wieder den Weg in die Tiefe fand, war beeindruckend. Wenn er vor dem Tor noch kaltschnäuzig aus seinen sechs Torschüssen, die teilweise Großchancen waren, ein, zwei Tore mehr gemacht und zum Matchwinner geworden wäre, hätte man in Fürth aufpassen müssen, dass nicht ein englischer Club bis zum Ende der Transferperiode noch 20 Millionen Euro auf den Tisch legt. Toller Auftritt des 21jährigen Norwegers (und noch mal eine Steigerung im Vergleich zum auch schon guten Spiel gegen Karlsruhe am 1.Spieltag), dem Bruder des Salzburger Mittelfeldspielers Valon Berisha, der in der Vergangenheit immer mal wieder gerüchteweise vor einem Wechsel nach Leipzig stand.

Randbemerkung 3: Ein breit und qualitativ sehr gut besetzter Kader wie der von RB Leipzig fordert an Spieltagen auch immer seine Opfer, solange die Ausfallliste nicht sehr groß ist. Zsolt Kalmár, der sich über den Club eigentlich für die ungarische Nationalelf zeigen will, erwischte es wie Strauß (spielte einen Tag zuvor U23) und Nachwuchstalent Skopintsev fast schon erwartungsgemäß mit dem Tribünenplatz. Überraschend allerdings, dass auch Rani Khedira dort Platz nehmen musste. Letzte Saison (wenn er gesund war) noch durchgehend Stammspieler, ist er nun wegen der Umstellung auf eine Doppelsechs, in der Ilsanker den defensiveren und Kaiser den offensiveren Part besetzt, ein bisschen aus dem Fokus gerutscht. Und für das Spiel gegen Fürth sogar noch hinter Demme aus dem Kader geflogen. Wenn man bedenkt, dass Khedira vor einem Jahr den Schritt nach Leipzig machte, um zu spielen und nicht wie in Stuttgart kein Vertrauen zu spüren, dann bahnt sich da durchaus Konfliktpotenzial an. Mal sehen, wie sich das in den kommenden Wochen auflöst.

Randbemerkung 4: Vier Punkte aus den ersten zwei Spielen hat RB Leipzig geholt. Das ist grundsätzlich eine ordentliche Ausbeute für ein Team, das sich erst finden muss. Bedenkt man allerdings, dass auch der Sieg in Frankfurt nicht unverdient, aber trotzdem glücklich war, dann weiß man, dass noch viel Arbeit wartet, bis RB Leipzig tatsächlich ein Zweitligaspitzenteam mit funktionierenden Abläufen in beide Richtungen des Platzes und mit natürlichem Anspruch auf einen der ersten drei Tabellenplätze ist. Die Saison ist noch jung und alles im grünen Bereich, aber angesichts der kommenden Wochen mit drei schweren Auswärtsaufgaben (Pokal in Osnabrück, gut organisierte Braunschweiger und hochmotivierte Unioner) und dem Heimspiel gegen St. Pauli muss man die Lehren aus den zwei Auftaktbegegnungen relativ schnell ziehen.

Randbemerkung 5: Partout wollte sich Fürth-Coach Stefan Ruthenbeck nach dem Spiel in Leipzig nicht darauf festnageln lassen, dass er mit dem Unentschieden unzufrieden sei. Was man einerseits nachvollziehen kann, da Fürth nach der schwierigen letzten Saison aus einer anderen Richtung kommt und sich erst einmal wieder im Ligabetrieb stabilisieren will und für Ruthenbeck Leipzig das stärkste Team der Liga ist, mithin ein Punktgewinn und ein gutes Spiel auch zufriedenstellend zu sein haben. Andererseits bleibt dabei das komische Gefühl, dass Spiele gegen RB Leipzig fast schon Bayern-Züge annehmen, weil man sich selbst dann nicht über ein Unentschieden ärgern muss, wenn man eigentlich zwei Punkte verschenkt hat, weil man ja vorher mit weniger als dem Punkt rechnen musste. Mal sehen inwieweit diese Bayern-Analogie auch über die Saison hält und ob sich irgendjemand nach einer Niederlage noch für das Erlebnis bedankt, gegen RB Leipzig gespielt haben zu dürfen. Nicht falsch verstehen, Stefan Ruthenbeck ist ein sympathischer Coach, der in Fürth in nur wenigen Wochen extrem viel bewegt hat in Sachen Spielkultur. Nach dieser zweiten Halbzeit in Leipzig sollte man aber durchaus ein bisschen hadern mit dem Endergebnis, auch wenn man sich über die eigene Leistung freut.

Lichtblicke:

  • Dominik Kaiser: Versuchte in das zeitweise vogelwilde Spiel ein wenig Balance zu bringen und sich in Offensive und Defensive einzuschalten. Stopfte mit der höchsten Laufleistung aller eingesetzten Spieler so manche Lücke und musste dabei so einiges an Fouls und Zweikampfkontakten wegstecken. Blieb insgesamt ohne direkten Einfluss auf das Offensivspiel im vordersten Drittel, konnte aber mit seinem Auftreten im Spiel gegen den Ball einige Gefahrensituationen klären.
  • Emil Forsberg: In der Offensive der vielleicht auffälligste RB-Spieler. Immer in Bewegung, immer anspielbereit, sicherte er auch unter Druck viele Bälle. Für einen Offensivmann mit über 80% eine sehr hohe Passquote. Dazu sein schönes Tor zum 2:2, endlich sein erstes Pflichtspieltor. Insgesamt eine sehr vernünftige Partie des Schweden.
  • Nils Quaschner: Nach seiner Einwechslung ein sehr belebendes Element. Bereitete direkt den Ausgleich schön vor und war auch ansonsten noch mal ein physisch starker Unruheherd.

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Tore: 0:1 Freis (12.), 1:1 Selke (13.), 1:2 Berisha (40.), 2:2 Forsberg (74.)

Aufstellung RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Orban, Nukan, Jung – Ilsanker (70. Quaschner), Kaiser – Sabitzer (87. Demme), Forsberg – Poulsen (61. Bruno), Selke; Bank: Bellot, Hierländer, Sebastian, Teigl; Nicht im Kader: Compper, Boyd, Gipson (verletzt), Gulacsi (gesperrt), Khedira, Strauß, Skopintsev, Kalmár

Aufstellung SpVgg Greuther Fürth: Mielitz – Wurtz, Franke, Röcker – Hofmann – Gjasula, Zulj (83. Trinks) – Stiepermann (82. Tripic), Berisha, Freis (75. Weilandt)

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Aus Stadionperspektive eine durchwachsene Partie mit einigen eher seltsamen Einzelentscheidungen wie bei der gelben Karte für Anthony Jung und einigen Zweikämpfen, die mal abgepfiffen und mal nicht abgepfiffen wurden. Insgesamt aber souverän im Auftreten und ohne Probleme, die Partie über die Runden zu bekommen. Dass Veton Berisha beim 2:1 möglicherweise hauchzart im Abseits stand, ist dem Schiedsrichtergespann hingegen schwerlich anzulasten. Mit menschlichem Auge war das selbst auf den Fernsehbildern kaum zu erkennen.)

Gelbe Karten: Selke (1.), Poulsen (1.), Jung (1.) – Zulj, Berisha

Zuschauer:  27.216 (davon  300 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], SpVgg-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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  • Torschüsse: 11 : 16
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 7 : 7
  • Schüsse auf das Tor: 4:6
  • gewonnene Zweikämpfe: 49,8% : 50,2%
  • Ballbesitz: 52,3% : 47,7%
  • Passquote: 70,8% : 62,7%
  • Laufstrecke: 119,0 km : 115,2 km
  • Sprints: 231 : 227
  • Fouls: 20 : 16
  • Ecken: 3 : 4
  • Abseits: 1 : 6
  • Meiste Torschüsse: Sabitzer, Selke: je 3 – Berisha: 6
  • Meiste Torschussvorlagen: Selke, Jung: je 2 – Zulj: 6
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Nukan: 82,1% – Franke: 70,0%
  • Meiste Ballkontakte: Nukan: 83 – Zulj: 77
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Orban: 87,5% – Franke: 78,4%
  • Größte Laufstrecke: Kaiser: 11,9 km – Berisha: 11,7 km
  • Meiste Sprints: Jung: 32 – Berisha: 52

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Sabitzer, Selke, Forsberg – je 1

Saisonvorlagengeber: Jung, Klostermann, Quaschner – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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17 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. SpVgg Greuther Fürth 2:2“

  1. Bin gespannt ob das Gefühl, dass man eine ähnliche wie die letzte Saison erleben könnte, die Saisonanfangszeit nicht doch übersteht. Souveränität ist eigentlich das, was ich mir nach dem Umbau am ehesten vorgestellt hatte, aber davon war meilenweit (noch) wenig zu sehen.

  2. Abstände zwischen Angriff und Verteidigung, mangelnde Kompaktheit – bringen wir es mal auf den Punkt: Das 4-2-2-2 System funktioniert aktuell noch nicht. Nicht umsonst hat Rangnick sowohl gegen Frankfurt als auch Fürth in der Pause auf 4-3-3 umgestellt. Auch die offensiv ausgerichteten Außenverteidiger sorgen aktuell eher hinten als vorne für Gefahr. Jung hat mehrmals weit im gegnerischen Strafraum gepresst. Wenn es klappt, dann entsteht schnell Gefahr. Geht es schief und der Gegner befreit sich spielerisch, rollt der Konter auf Coltorti zu.

    Es ist noch genug Zeit, die notwendigen Korrekturen vorzunehmen. Aktuell ist man mit 4 Punkten im Soll. Von der Leistung her, könnte man aber auch mit nur 1 Zähler da stehen. Die Chancen der Gegner waren da.

  3. für mich positiv war in der 1. hälfte (bis vor dem tor) und in der 2. hälfte (ab der umstellung auf 3 spitzen) das offensive verhalten. wo man letztes jahr meist nicht das gefühl hatte, dass noch ein tor fallen kann, weil einfallslos und leicht zu verteidigen gespielt wurde sah es diesmal schon völlig anders aus.

    interessante dribblings und chancen die hoffnung auf mehr machen.

    auch interessant die offensichtlich neu geplante eröffnung über nukan mit geraden pass (ca 7 m neben der auslinie) an der aussenlinie entlang auf (wer immer da steht) und der gibt direkt nach ganz aussen links auf dem mitgelaufenen jung. hat man mehrmals gesehen und klappte auch ganz gut.

  4. Mir haben viele Offensivaktionen sehr gut gefallen. Auch wenn die Spieleröffnung von Nukan hin und wieder gut war, ist er für mich in manchen Situationen zu locker.
    Zum Beispiel finde ich es besser zu verteidigen und dann mit dem Schiri über Foul zu diskutieren und nicht umgekehrt.
    Für mich muss an dieser Stelle Sebastian stehen.
    Überrascht war ich von Klostermann der Offensiv gut drauf war.

  5. Wiedermal passte Poulsen nicht ins System und verlor sich im Sturmzentrum.
    PASSSPIEL? Oh je .oh je
    Wir machen es wahrscheinlich auch in Zukunft jeden Gegner leicht sich auf uns einzustellen.Hinten aus einer kompakten Abwehr mit 2 schnellen Spitzen das Mittelfeld überbrückt und schon sehen wir alt aus .Deja vu letzte Saison???

  6. Aber positiv das mit Selke und Forsberg immer noch ein Tor geht.
    Die österreichische Fraktion hat offenbar echt noch Probleme mit der 2.Liga klarzukommen.geht halt doch bissel anders zu Sache.

  7. Einen Punkt geschenkt bekommen, den nehmen wir doch gerne mit.
    Für die neue Ösi-Fraktion ist die Liga einfach wieder mal zu schnell (s.o. „buba“).
    Rangnick hat die gestern schlechtesten Spieler nacheinander richtig runter genommen, nur Demme (großer Kämpfer) kam etwas spät.
    Das 2. Gegentor war Abseits, der Linienrichter muss es sehen, da ich es auch sah (ich saß genau auf dessen Höhe).
    Teilweise übler Rückfall in Zorniger-Fußball.
    Die anderen Teams müssen sich auch erst einspielen, hatten wir die richtigen Testgegner? Gegen Ingolstadt hätte die erste Elf spielen müssen, so war es ein Muster ohne Wert.
    Überhaupt muss sich der Coach fragen lassen, ob wir weiter unser hochriskantes Pressing so durchziehen, weitere 16 Teams wissen jetzt genau, wie sie gegen uns spielen müssen. Können wir auch anders (kontrollierter) spielen? Geheimtraining bleibt somit echt ein Witz.
    Das wird aber alles hoffentlich noch.
    Ein historischer Tag für den Emil, das gönn ich dem.
    Selke bester Mann auf und neben dem Platz (extrem fair und nicht motzend), Poulsen gehört erst einmal auf die Bank/Couch. Letzterer wirkt auch nicht frei im Kopf.
    Osnabrück könnte etwas zu früh kommen, freu mich aber drauf. Pauli dann hoffentlich ein Knallerspiel.
    Der Stadionsprecher ging mal gar nicht in seiner Arroganz beim ersten Gegentor…
    RB mag ja für Sport1 unsympathisch sein (wieso zeigen die Red Bull gern?), aber wie hier Calmund & Co. nach der Wende alles kaputt gemacht haben, das war sehr, sehr viel unsympathischer, Punkt, aus! Sky wird immer besser bezüglich RBL, sehen wohl eher das Potential für die Zukunft.
    Warum der Nukan fast überall zum Buhmann gemacht wird ist mir unklar, für mich ein extrem guter selbstbewusster Spieler mit noch etwas “Luft nach oben”.
    Jetzt geht es mir besser…

    1. @henne
      Treffend auf den Punkt gebracht! Was meinst Du?: Wird RR wirklich von seinem High-Tempo-Spiel ablassen? Ich glaubs ja nicht und stelle mich auf eine ähnlich schwierige Saison ein wie vorige.

    2. Ich befürchte, schon A.Z. und A.B. haben auf Anweisung von R.R. diesen Spielstil „bevorzugt“. Somit dürfte es eine ähnlich schwierige Saison werden, Plan B fehlt irgendwie weiter. Aber – wir packen das!
      Gerade deshalb ist ja Fußball die „schönste Nebensache der Welt“, nur z.T. planbar, zum Glück bleibt das so (anders herum wäre der Fußball schon längst tot).

  8. Ich habe jetzt ein paar Analysen und Meinungen gelesen und muss feststellen, daß die Erwartungen (Medien und User/Fan) schon verdammt hoch sind. Mir fallen da die legendären Worte von Per Mertesacker zur WM ein: „Sind das alles Karnevalstruppen? Die können auch Fußball spielen!“
    Wenn Fürth das so weiterspielt, könnten sie die Rolle von DA annehmen (was die Platzierung angeht!)

    Ansonsten, wie gewohnt eine gute sachliche Analyse und auch was meine Vorredner schreiben, kann ich da auch zustimmen. Was mir noch so auffällt, ist die Art der Zweikämpfe und die Schiedsrichterwertung dazu. Wenn sich 2 Spieler auf den Gegner stürzen, geht das nicht ohne Berührung aus, aber ist dies immer gleichbedeutend für ein Foulspiel? Ich hatte gestern im Stadion das Gefühl (betrifft auch andere Spiele unter AZ/AB), daß das ganze Ballerobern für die Katz ist, weil es eh abgepfiffen wird.

    1. das ist schlicht der natur der sache geschuldet. agressives pressing wirkt eben .. agressiv. der eine schiri will dann schnell mal unterbinden .. der andere lässt laufen.

      gerade fouls (oder nciht fouls) die mit hoher geschwindigkeit passieren, sehen naturgemäß schlimmer aus, als fouls beim tipptapp spiel.

  9. Schiri war nervig. Er unterband u.a. schnelles Ausführen von Freistoeßen. Regelkunde?
    Das Abseits sah jeder auf Ballhoehe. Wo kein Linienrichter stand. ?

  10. Bei uns im Block hat auch jeder das Abseits gesehen. Der Linienrichter hätte es sehen müssen, er stand uns gegenüber auf der anderen Seite. Aber breiten wir den Mantel des Schweigens über die Schirileistung gestern. Sie war zwar ärgerlich, aber nicht entscheidend.

    Ich war gestern nicht von unserem Spiel enttäuscht, ich habe genau dieses Spiel erwartet. Das extrem hohe Verteidigen ist nunmal riskant und lädt den Gegner zum Kontern ein. In manchen Situationen stand unser letzter Mann an der Mittellinie und das war oft genug Coltorti. Das Spiel kennen wir aus der Vergangenheit. Der Gegner machte am eigenen Strafraum dicht. RB kombinierte zum Teil schön, kam aber zu selten zum Abschluss. Sobald der Gegner den Ball abgefangen hatte, ging es schnell nach vorn in Richtung unseres Tores und unsere zurückeilende Abwehr kam in Bedrängnis. Typisch war kurz vor Schluss noch die Szene von Selke, der schön am Strafraum entlang dribbelte, aber nicht zum Schuss auf’s Tor kam, da die Schussbahn immer von zwei, drei gegnerischen Spielern verstellt wurde.

    Das extreme Gegenpressing-System, dem sich Rangnick verschworen hat, ist nicht unbedingt schön anzusehen. Es war erfolgreich unter Zorniger in Regionalliga und 3. Liga. In der letzten Saison wurden diesem System m.E. die Grenzen aufgezeigt. Ob es diese Saison mit besseren (vor allem teuren) Spielern erfolgreicher sein wird, wird sich zeigen.

  11. Hallo an alle,

    ich wollt mal ein anderes Thema anschneiden u gern mal Euer Stimmungsbild dazu erforschen:

    Die gestrige Berichterstattung bei Sport1 hat bei mir & meinem Umfeld das Fass zum Überlaufen gebracht!
    Dass bereits die gesamte letzte Saison zumindest unterschwellig immer aus Sicht der „traditionellen“ Gegnervereine von RB kommentiert wurde, daran hat man sich ja bereits gewöhnt, dass aber wie gestern geschehen so offen gegen RB agitiert wurde, ist m.E. nicht mehr einfach so hinzunehmen!
    Hier wird auf einer öffentlichen Bühne der Nährboden gelegt, mit dem Anfeindungen gegenüber RB und seinen Sympathisanten legitimiert werden!!!

    Geradezu lächerlich erscheint da der heute erschienene Bericht über die angeblich gästeunfreundliche Moderation unseres Stadionsprechers gestern! Im Gegensatz zu den live im TV vorgebrachten Anfeindungen gegen RB sind die Äußerungen von Tim Thoelke geradezu friedensnobelpreisverdächtig…

    M.E. sollte ein Stadionsprecher sogar für das eigene Team moderieren,
    Von einem deutschen Sportsender hingegen darf bei allem Verständnis für eine kritische Sicht eine professionelle unparteiliche und in erster Linie sportlich orientierte Berichterstattung verlangt werden! Das habe ich Sport1 auch so mitgeteilt…:)

    Oder wie seht ihr das? Vielleicht bin ich ja auch einfach nur noch zu sehr vom Spiel unserer Jungs gefrustet…?!:-/

    1. ich fand es auch schon beim letzten spiel gegen frankfurt unterirdisch.
      da wurde frankfurt als ein verein benannt, der bekannt ist für seinen „ehrlichen fußball“ … da fragte ich mich dann schon was ist denn eigentlich dieser ehrliche fußball? und ist rb also bekannt für „unehrlichen fußball“ ?

      ich habe den eindruck viele der kommentatoren beschäftigen sich nicht wirklich mit den hintergründen und erliegen selbst so undefinierten ausdrücken wie „tradition“, „ehrlich“, „brauseverein“ etc etc

      dann gibt man völlig unreflektiert solche kommentare weiter und was rauskommt ist halt bekannt.

      ärgerlich aber völlig menschlich.

      ich vermute, das wird sich über die jahre noch geben.

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