Über Geld spricht man nicht, eine Rangnick-Zwischenbilanz

Die Storylines für die kommenden Saison sind bei vielen vermutlich schon fertiggeschrieben und dürften sich auf die Pole ‚Favorit scheitert sensationell‘ und ‚RB Leipzig steigt wie erwartet auf‘ konzentrieren. Nicht ganz unverständlicherweise möchte man hinzufügen. Denn in den vergangenen 12 Monaten hat man bei RB Leipzig für mehr als 30 Millionen Euro Spieler vor allem im entwicklungsfähigen Alter eingekauft. Und da sind noch nicht mal jene Fußballer dabei, die aufgrund der engen Verbindungen ablösefrei aus Salzburg kamen oder die inzwischen nicht mehr in Leipzig kicken. Wie ein Omer Damari, der ja auch noch mal 7 Millionen gekostet haben soll.

Wenn ein Zweitligaclub binnen so kurzer Zeit allein für Ablösen so viel Geld ausgibt, wie die meisten anderen Vereine in mehreren Jahren nicht als Profietat haben, dann kommt man nicht dran vorbei, diesen Club auch als absoluten Favoriten für die Liga auszurufen. Selbst wenn Zweifel bestehen, ob die junge, in vielen Positionen neu besetzte Mannschaft dem Aufstiegsdruck standhalten kann und ob sich die vielen guten Fußballer auch zu einem Team zusammenfinden, das sich dem Gegenwind im Ligaalltag entgegenstellt.

Angesichts der Summen kann man den klassischen Fußballkulturpessimismus wispern hören. (Die kaufen sich doch nur eine Mannschaft zusammen. Das hat doch nichts mit Wettbewerb zu tun. Der Fußball stirbt.) Im Sinne des Wettbewerbs ist es wohl auch sinnlos, wenn ein Team sich im Sommer in einer Art austoben kann, von der alle anderen Mitkonkurrenten nur träumen können. Aber letztlich bleibt das eben eine Frage der allgemeinen Wettbewerbskonstruktion. Und solange diese keine Grenzen für die wirtschaftlichen Voraussetzungen festlegt, ist es eben wie es ist und Mannschaften haben unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten. Mal sind die Unterschiede halt größer, mal kleiner, aber immer vorhanden.

Das Thema Geld ist in letzter Konsequenz ziemlich langweilig und mühselig. Sowohl aus der Sicht derer, die weniger Geld zur Verfügung haben, also auch aus der Sicht derer, die mehr Geld zur Verfügung haben. Denn für das Fußball-Erleben ist es ziemlich irrelevant, wenn man mal davon absieht, dass man sich die finanziellen Nachteile gut als Versüßung möglicher Erfolge gegen den wirtschaftlich übermächtigen Konkurrenten heranziehen kann. Man kann in der Sommerpause gut ein wenig damit fremdeln, dass der eigene Club talentierte Fußballer aus vielerlei Ländern wie Briefmarken einsammelt, weil es beliebig wirkt und man mit den meisten Neuzugängen erst mal wenig an Emotion und Identifikation verbindet. Das gibt sich aber vermutlich sehr schnell, wenn die Pflichtspielzeit mit ihren Geschichten, Emotionen und ihrem schwer vorhersehbaren Verlauf beginnt.

Viel eher könnte man sich wünschen, in der Sommerpause (und der Winterpause) einfach durchzuschlafen, um dieses ganze hitzige Transfergedusel mit all den hübsch aufgesagten Sätzen bei Verpflichtungen einfach zu verpassen. Vollends skurril wird die Transferzeit dadurch, dass plötzlich ganz normale Menschen anfangen, darüber zu befinden, ob Summe X oder Summe Y für den Spieler Z angemessen oder nicht viel zu viel ist oder ob man gerade ein Schnäppchen an Land gezogen hat. Gerade wenn es um RB Leipzig geht, macht das wenig Sinn, denn wenn man sich über irgendwas gewiss keine Sorgen machen muss, dann dass der Verein an einer zu viel gezahlten Million zu Grunde geht. Zumal die vielen jungen Spieler im Normalfall ihre Transferwerte in der Zukunft nicht verschlechtern. Bzw. zwei, drei Durchstarter reichen, um die ganze Geschichte auch wirtschaftlich gut aussehen zu lassen. Yussuf Poulsen kam bspw. einst für irgendwas um die Million aus Dänemark und könnte heute für ein Vielfaches verkauft werden. Gar nicht auszumalen, wenn ein englischer Mittelklasseclub mitbieten würde.

In der Sommerpause mitververhandeln zu wollen, ob eine Ablösesumme (oder irgendein Gehalt) gerechtfertigt ist, hat etwas extrem liebloses, weil man damit dieses komische Spiel mitspielt, die Dinge dieser Welt nach einem in Geld ausdrückbaren Wert zu beurteilen. Das ist natürlich menschlich nachvollziehbar, weil man über Lohn und Alltagsausgaben tagtäglich eingeprügelt kriegt, dass sich der Wert von Dingen und Erlebnissen in Geld ausdrückt, aber für das konkrete Erleben rund um den Fußball, das Mitfiebern in der 90. Minute eines Auswärtsspiels in Sandhausen oder das Hobbyanalysieren von Spielphilosophien, Toren oder Gegentoren ist es völlig irrelevant, ob eine Fußballorganisation findet, ein Atinc Nukan sei 5 Millionen Euro wert. Who cares? Geld hat man oder hat man nicht als Verein. Weder das eine, noch das andere macht einen per se zu einem besseren oder schlechteren Verein oder besseren oder schlechteren Menschen, es vereinfacht, verschlechtert oder verunmöglicht gar den Zugang zu Welt einfach nur. In einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft so zu tun, als wäre dort, wo viel Geld ist, im Normalfall alles schlecht, ist schon ordentlich abstrus.

Will man jetzt den Bogen zu Ralf Rangnicks Treiben in diesem (und in anderen) Transfersommern schlagen, dann bleibt nur festzuhalten, dass seine Transfererfolge natürlich ohne den ganzen Einsatz des Portemonnaies undenkbar wären, dass es sich diejenigen aber viel zu einfach machen, die glauben, dass ein Willi Orban oder ein Davie Selke nach Leipzig gekommen sind, weil Ralf Rangnick mit fünf Euro netto mehr gewunken hat als mögliche Konkurrenzclubs. Man muss letztlich, egal wie man zu Rangnick steht, neidlos anerkennen, dass der RB-Sportdirektor-Trainer offenbar gerade bei jungen Spielern eine unheimliche Ausstrahlung und Überzeugungskraft hat, weil sie in ihm jemanden sehen, der schon früher Spieler entwickelt und Erfolge gefeiert hat. Was zumindest dahingehend erstaunt, dass Ralf Rangnick als Trainer bisher erst einen Titel holte. Den DFB-Pokal 2011, den er quasi von Felix Magath abstaubte, der Schalke 04 ins Finale geführt hatte, bevor er durch Rangnick ersetzt wurde. Die Trainerkarriere von Ralf Rangnick schillert durch die Aufbauarbeit von Hoffnheim oder Ulm, ganz an die Spitze hat sie ihn noch nicht geführt.

Viele der blühenden Landschaften, die ein Ralf Rangnick den Spielern, an denen er interessiert ist, aufmalt, mögen sich nicht erfüllen (wie kurzfristig bei einem Federico Palacios Martinez, der vor eineinhalb Jahren aus der Wolfsburger A-Jugend als Torversprechen losgeeist wurde und inzwischen nach halbem Leihjahr von den Profis zur U23 zurückgestuft wurde), aber er malt den Spielern Perspektiven auf, die diese offenbar auf sich zugeschnitten, passend und überzeugend finden. Von fast allen Neuzugängen des aktuellen Sommers hört man unisono den Satz, dass die Person Ralf Rangnick eine entscheidende Rolle gespielt habe, sich überhaupt für Leipzig zu entscheiden. Ganz egal, wie viel man von den Geschichten von vorgespielten Leipzig-Imagefilmen, wundersamen Meinungsänderungen über Nacht nach einem Treffen mit Rangnick und ähnlichem als PR-Rhetorik empfinden mag, man sollte zur Kenntnis nehmen, dass Ralf Rangnick gerade in der Zusammenstellung des Kaders mehr ist als das Geld, das er in seiner Tasche hat. Bzw. jetzt eben nicht mehr in seiner Tasche hat.

Diese Tatsache passt gut zur Arbeit, die Ralf Rangnick in den letzten drei Jahren rund um RB Leipzig (und um Salzburg) verrichtet hat. Mit klarem Blick für die Dinge hat er viele seiner Wunschkandidaten, die die Umsetzung seiner Spielphilosophie garantieren, in den entscheidenden Posten untergebracht und so gerade in Leipzig auch den Nachwuchsunterbau des Vereins vom bestehenden Fundament aus so umgebaut, dass man nun auf dem Stand eines gehobenen Bundesligisten ist. Mit Nachwuchsteams, die die Endrunde der deutschen Meisterschaft erreichen und einer U23, die in der Regionalliga und damit erstmals in einer für die Ausbildung relevanten Liga angekommen ist. Sowohl in der sportlichen Leitung als auch bei der Besetzung der Mannschaften trägt die Nachwuchsarbeit dabei ganz klar die Handschrift von Ralf Rangnick. Genauso wie dies die Profimannschaft inzwischen tut.

Natürlich gelingen auch einem Ralf Rangnick nicht alle Transfers. Verpflichtungen, die nicht aufgingen wie die von André Luge oder Mikko Sumusalo im Drittligajahr. Oder gleich fünf Spieler, die in der vergangenen Saison in den Verein geholt wurden, jetzt aber schon nicht mehr da sind. Aber insgesamt ist die Bilanz positiv und fast alle Spieler, die geholt wurden, spielten zumindest übergangsweise eine tragende Rolle. Es geht hier aber gar nicht darum, das große Loblied auf Ralf Rangnick zu singen. Es geht er um den nüchternen Blick darauf, dass der detailversessene Rangnick in seinem Job als Sportdirektor sehr gut aufgehoben war und dort aufgrund seiner analytisch-rationalen Art viele, viele Dinge angeschoben hat, die für die Entwicklung des Vereins von einem Viertligisten zum Aufstiegsfavoriten in der zweiten Liga enorm wichtig waren.

Ralf Rangnick selbst hat deswegen in den vergangenen Tagen an verschiedensten Stellen von Kicker bis Spox immer wieder betont, dass er sich selbst auch besser auf dem eher administrativen Posten des Leitlinien vorgebenden Sportdirektor sieht (oder in Rangnick-Sprache als Sportdirektor einen Tick besser für den Verein sieht, weil er als Trainer natürlich auch ganz prima ist). Womit er weiterhin recht hat, aber womit auch weiterhin das Problem einhergeht, dass er für einen Rücktritt vom Trainerposten bspw. in einem Jahr jemanden finden muss, der unter ihm und seiner Detailversessenheit arbeiten und eventuell in die großen Aufstiegsfußstapfen treten will. Das bleibt ein ziemlich schwer aufzulösender Knoten.

Vor allem auch, weil RB Leipzig in den letzten drei Jahren immer mehr vom RasenBallsport zum RangnickBallsport geworden ist. Wenn der als Berater von Ralf Rangnick zu RB Leipzig gekommene, zum Vorstandsvorsitzenden gewordene Oliver Mintzlaff auf der Pressekonferenz zur Trainervorstellung vor ein paar Wochen vom „Mastermind“ Rangnick schwärmt, dann ist das schon eine ordentlich skurrile und inzestuös angehauchte Geschichte. In der sich aber eben auch ausdrückt, dass innerhalb des sicherlich auch im Team arbeitenden Vereins niemand größer ist als Ralf Rangick (außer Dietrich Mateschitz am oberen Ende des Geldhahns vielleicht). Und entsprechend auch nur Personen im Verein arbeiten werden, die mit Ralf Rangnick können oder im besten Fall sogar eine gemeinsame Vergangenheit mit ihm haben.

Das ist aus Rangnick-Sicht natürlich eine ziemlich optimale Sache, weil es effektive, auf ihn zugeschnittene Arbeitsstrukturen und kurze Entscheidungswege ermöglicht. Aber es verunmöglicht gewissermaßen auch, dass im Verein Korrektive tragende Rollen übernehmen, wie es ein in seinen Wegen und Herangehensweisen doch in vielerlei Hinsicht unterschiedlicher Alexander Zorniger eines war. Inwiefern daraus die Gefahr einer Art Monokultur resultiert, kann man jetzt noch nicht absehen. Absehbar ist allerdings, dass durch die Verknüpfung fast aller sportlicher Entscheidungsinstanzen mit der Person Rangnicks bei einem Abgang des jetztigen Trainers und Sportdirektors (nichts im Fußball hält für ewig; fünf Euro ins Phrasenschwein) die Strukturen in sich zusammenbrechen könnten, weil der zentrale Baustein, an dem alle Personen hängen, fehlt. In Wolfsburg nach dem Magath-Abgang und in Hoffenheim nach dem Rangnick-Abgang konnte man jedenfalls beobachten, welches Vakuum entstehen und auf welchen Schlingerkurs ein erfolgreicher Verein gelangen kann, wenn die „Mastermind“-Figur weg ist und aus dem Hintergrund nicht ganz so fußballaffine Entscheider versuchen, dem Boot durch neue Entscheider, die in alte Strukturen geraten, einen Kurs zu geben. In beiden Clubs hat es eine ganze Zeit gedauert, bis man wieder zu gut funktionierenden Strukturen gefunden hat.

Wenn man über den einen oder anderen rhetorischen Fehlgriff Rangnicks gerade in Bezug auf klassische Fanthemen („Ich bin überzeugt, dass Leipzig, was Auswärtsspiele angeht, nach Schalke und Dortmund wahrscheinlich die größte Zahl an Fans mitbringen würde.“) hinwegsieht, von denen manche auch normal sind, wenn man permanent in der Öffentlichkeit agiert und oft auf abstruse Schlagzeilen eingedampft wird, dann bleibt alles in allem festzuhalten, dass Ralf Rangnick (Geld hin oder her) in den vergangenen drei Jahren im nüchternen Bauen einer Fußballstruktur unheimlich viel richtig gemacht hat und schlicht die Möglichkeiten und Räume nutzt, die ihm der Zuschnitt des Vereins auf seine Person ermöglicht. Und es ist anzunehmen, dass er auch als Trainer im kommenden Jahr weiterhin viel richtig machen wird. Abgesehen davon bleibt halt die Frage, was die Verknüpfung vieler Personalien mit Ralf Rangnicks Person (auch bei den Profis hat er sich praktisch ein komplett neues Funktionsteam organisiert) mittelfristig für den Verein und was sein analytischer Pragmatismus für so etwas diffuses wie Vereinskultur (im Sinne der Kultur um den Verein herum) bedeutet. Die Zukunft wird die entsprechenden Antworten geben.

Flattr this!

16 Gedanken zu „Über Geld spricht man nicht, eine Rangnick-Zwischenbilanz“

  1. Ein sehr sehr feiner Blog den ich 100% teile!
    Vor allen der erste Teil, den jeder RB-Fan in diversen Foren nur zu genau kennt. Falls ich wieder (und das wird passieren) in eine Gelddiskussion rund um RBL komme, werde ich gleich den Blog hier verlinken.

    1. Ich gehe davon aus, wenn du den Blog so gut findest, dass Du auch Unterstützer des Bloggers bist oder wirst.;-)

  2. Toll geschrieben, mit einer offenen Frage, die nur die Zeit entscheiden kann. Ich bin gespannt wie es weitergeht!
    Schön dich wieder täglich lesen zu können.

  3. Ich scheine dann scheinbar anders zu ticken und für mich ist die Dimension der finanzielle Ungleichheit im Bezug zu RBL nicht mühsig und zu vernachlässigen. Ich könnte unter diesen Prämissen auch nicht „Mitfiebern in der 90. Minute eines Auswärtsspiels in Sandhausen“ sondern würde da erwarten, dass man bei dem Geld in Sandhausen nicht mehr mitfiebern muß, weil es da schon 0:4 steht. Gleichzeitig könnte ich dann solche Siege auch nicht wirklich geniessen, sondern sie wäre das zu erwartende (wenn ich nicht eh diesen Verein am liebsten Scheitern sehen würde). Und in wieweit nun das Gehalt und/oder Rangnicks süsse Wort im Ohr einen Orban, Selke oder Sabitzer motiviert haben, bei euch zu unterschreiben, wird halt immer ein Geheimnis bleiben. Im übrigen äußert sich jeder (!) Neuzugang beim CFC „das er sich voll mit den Zielen des CFC identifizieren könne“. In beiden Fällen, wird die Öffentlichkeitsabteilung entsprechenden Statements vorbereitet haben, die die Spieler dann gerne übernehmen. Vollkommen unabhängig von den tatsächlichen Gründen.

  4. Ob ein Bayern Fan bei einem knappen Spielstand mitfiebern kann oder erwartet der auch dass es gegen Darmstadt in der 89. 4:0 steht. Finanzielle Ungleichheit ist bereits lange Realität im europäischen Vereinsfußball und nicht von Red Bull Leipzig erfunden.

    Die Logik dahinter muss mir mal einer verklickern. Wenn der FCB soviel mehr Geld bei Sponsoren sammelt wie alle anderen 17 Proficlubs zusammen ist dass toll und traditionsreich? Wenn Red Bull Leipzig von seinem Besitzer mehr Geld bekommt als alle anderen 17 Profiteams in der 2. Liga zusammen ist das Wettbewerbsverzerrung. Natürlich ist das nur vereinfacht dargestellt trifft aber den Kern. Man kann im Fußball gern die Gründung von RBL bemängeln und kritisieren, alles andere ist nur Heuchelei und Humbug.

    1. Klar. Behauptet auch niemand, dass finanzielle Ungleichheit erst seit RBL existiert. Aber es gab vermutlich noch nie einen Verein der schon 43 Mio. nur für Ablösesummen ausgegeben hat bevor er überhaupt in der 1.BL angekommen ist. Von den restlichen Mio. für Infrastruktur, Funktionsteam und Gehälter, die in keinem Verhältnis zur Einnahmesituatiuon stehen, ganz zu schweigen.

      Im übrigen: der FCB kommt geschätzt auf ungefähr 50 Mio. Sponsoreneinnahmen, der Rest der 1.BL zusammen ungefähr 180 Mio. Zimindest laut dieser Internetseite: http://fussball-geld.de/einnahmetabelle-der-bundesliga-alle-wettbewerbe/

      Für die 2.BL kann man diese Rechnung leider nicht aufmachen, da niemand weiß wieviele Mio. RB jedes Jahr in Leipzig investiert. Aber hier könnte ich mir schon vorstellen, dass es die Hypothese RBL bekommt mehr als der Rest zusammen stimmt.

  5. Bisher musste ja auch noch kein so kompetent ausgestatteter Verein in Liga 5 starten. Vielleicht wird ja der FCB mal in eine der unteren Klassen zwangsdelegiert, dann haben wir einen Vergleich. Ansonsten habe ich ja geschrieben stark vereinfachter Vergleich!!! Der FCB hat den gleichen Profietat wie die nachfolgenden drei Vereine zusammen, die Rheinische Post bringt da jedes Jahr eine schöne Auflistung.

    Was falsch daran sein soll in Infrastruktur, Funktionsteam und Gehälter zu investieren, in einer Region in der stetig klassisch gemeckert wird über fehlende Investitionen soll mir mal einer, auch gern du, klarmachen. Hier wird privates Geld investiert mit den üblichen Öffentlichen Geldern die in so einem Fall fließen und bei Porsche und BMW ist das O.K. und bei Red Bull nicht?

  6. Was viele bei der leidigen Gelddiskussion vergessen bzw. wohl eher verdrängen: Was zählt is aufm Platz.

    Wenn ich immer nur hinterherhinke ist das ebensowenig guter Sport, wie wenn ich immer mühelos siege. Dann ist der Sport kaputt. Und das ist er schon lange. Die Bundesligen sind seit langem ein reiner Wirtschaftswettbewerb. In diesem fehlt ein Ausgleich, damit wieder die sportliche Arbeit an erster Stelle steht. Immer und immer wieder Bayern als Meister, letztlich ohne dass sie sportlich besonders gut gearbeitet hätten? Wer will das sehen? Leider sind die Stadien überall trotzdem voll. Realistischerweise wird sich also nichts ändern.

    Was wundert es dann, dass der einzig verbliebene – und durch das verfehlte System überhaupt möglich gemachte – Weg auch beschritten wird? Man kauft sich Erfolg. Es ist dabei auch völlig nebensächlich, ob man ihn sich durch die vielen Fans in großen Städten (zB Hamburg), Erfolge von gestern (zB Mönchengladbach), lokale Wirtschaftskraft (zB Stuttgart), als Werbevehikel (zB Wolfsburg) oder per reichem Onkel (Hoffenheim) holt. Wer dann gar eine Mischung aus allem hat, ist nicht mehr einzuholen. Schon gar nicht von Clubs, die schon lange abgehängt sind. Wen wundert es dann, wenn Investoren mit offenen Armen empfangen werden? Selbst wenn man dafür ein Stück seiner Seele verkaufen muss. Hier sind es Stadionnamen – in Leipzig halt ein ganzes Stück mehr. Je größer der Leidensdruck, um so mehr geht da. Und wenn manendlich wieder aufm Platz mithalten kann, ist das auch schnell ausgeblendet.

    Wichtig ist, den großen Fussball hinzubekommen, wo er viele Menschen erreicht. Der vom Wettbewerb abgeschnittene Fussballosten ist da ein Ort wie kein zweiter. Objektiv gesehen, so man denn dazu in der Lage ist, ist Red Bulls Engagement in Leipzig das beste, was dem Fussballsport auch gerade als solchem seit vielen Jahren passiert ist.

    Klar ist man bisher immer finanziell überlegen gewesen. Ist ja auch kein Wunder. Siehe System. Der sportliche Wettbewerb geht dann erst in der Bundesliga richtig los.

  7. Die Frage ist natürlich auch, welche Alternative gab es/gibt es zum bisherigen Weg. Es gibt eben immer zwei Seiten einer Medaille und wo Licht ist, ist eben auch Schatten…. Ähm wartet einen hätte ich noch: Wo gehobelt wird, fallen na ja … das macht wohl jetzt 15 Eus ins Schweinerl.
    Allgemein wird darüber schwadroniert, dass es Rangnicks „letzte“ Chance wäre, dass er mit Schande aus dem Dorf gejagt würde, wenn er den Aufstieg „mal wieder“ vermasselt usw. Also wenn dieses Jahr nur der Aufstieg zählt, was ja „alle“ ohnehin zu glauben wissen, dann können doch die enormen Ausgaben für Spielertransfers nicht wirklich verwundern.
    Und wieso ich nicht mit einer Mannschaft mitfiebern können sollte, die eigentlich 7:0 zur Halbzeit hätte führen müssen, es aber in der 89.Minute noch nicht tut, obwohl sie den vierzigfachen Etat zur Verfügung hat, als der Gegner, der zu elft mit Mann und Maus das 0:0 verteidigt, das bleibt wahrscheinlich allein dem Wuppertaler Universum vorbehalten und das möchte ich eigentlich gar nicht ergründen, weil es mir so widersprüchlich erscheint, so dahergesagt und auswendiggelernt, so verstaubt, verbogen und selbstbelogen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass darin auch nur ein Naturgesetz seine Gültigkeit behalten könnte. Also da fliegt man nicht zum Pluto, sondern der Pluto kommt selbst vorbei.

    1. Ach Adamson, mein Seelenleben musst du doch auch garnicht ergründen und verstehen. Ich verstehe dich ja auch nicht. Lese trotzdem deine Beiträge in der Regel ganz gerne, ohne dir dabei zwanghaft irgendwelche Eigenschaften zuschreiben zu müssen, zumal wir uns nur virtuell kennen.

  8. @ausLE und @bamfico, nur zur Erklärung, ich handle nicht im Auftrag, wir wissen aber, dass der Blog von Matthias kein Hobby ist und er zu 100% NICHT vom Verein gesponsert wird. Aufforderung gilt natürlich allen Lesern dieses Blogs. Alles ist endlich!
    Allen eine erfolgreiche und friedliche Fußballsaison.

  9. @ rbfreund du hast vollkommen recht und wenn ich nicht gerade aus dem letzten Loch pfeifen würde, geb ich es lieber ihm, als du wahrscheinlich denkst 😉
    Ich behalte es auf jeden Fall auf dem Schirm, denn der Blog ist das Beste was Fußballblogger mir bisher angeboten haben und er ist einer von uns!!! 🙂

  10. @rbfreund:
    kein Ding mit der Erklärung, bin ja auch schon eine Weile dabei. MK schreibt ja an anderer Stelle „Betteln ohne zu betteln“ 😉
    Meine erste Dauerkarte für Sektor A kam diese Woche, inkl. gelber Dose Gummibärensaft!!!! Beim RBB bin ich seit heute angemeldet und dort wird es ein Stehplatz werden. Hat man einen guten Gesamtumblick sozusagen! 😉

  11. Blick über den Gartenzaun.

    Für die, welche da noch immer Äpfel mit Birnen oder einen Fußballverein mit einem Werbekonstrukt vergleichen: „Auf Nächstenliebe und Verbundenheit seitens seines Teams dürfe man bei Mateschitz ohnehin nicht hoffen. Er hat immer wieder betont, daß das Team nur ein Marketing Tool für ihn ist. So lange RB gewinnt, ist alles wunderbar, wenn sie aber Prügel beziehen, ist das für das Gesamtprodukt extrem schlecht.“

    Noch Fragen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.