2.Bundesliga: 1.FC Nürnberg vs. RB Leipzig 1:0

Das Auswärtsspiel von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg lief zumindest dahingehend wie erwartet, dass sich beide Mannschaften über weite Strecken ein intensives Mittelfeldduell mit frühem Stören lieferten. Knapp 75 Minuten lang entstand daraus ein Spiel mit wenig Torchancen, in dem RB Leipzig mindestens gleichwertig war. Nach dem Rückstand wurde es dann ein wildes Spiel, in dem die RasenBallsportler noch mal alles dafür taten, noch den Ausgleich zu erzielen, während Nürnberg auf Konter lauerte. Am Ende stand für die Leipziger eine unnötige Niederlage, die man sich durch ungenaues Offensivspiel selbst zuzuschreiben hatte.

Ins Spiel gegangen waren beide Mannschaften mit erwartbaren Formationen. Auf Nürnberger Seite griff man zum dritten Mal in Folge auf dieselbe Startformation zurück. Auf Seiten von RB Leipzig durfte Georg Teigl für Sebastian Heidinger als Rechtsverteidiger antreten. Benjamin Bellot stand weiter im Tor, sodass die wiedergenesene Nummer 1 Fabio Coltorti nur auf der Bank Platz nahm.

Entsprechend blieb es bei RB Leipzig beim gewohnten 4-3-1-2-System. Daran lag es auch nicht, dass man in der ersten Halbzeit kaum in geordnete Offensivaktionen kam. Während man in der Defensive bis auf eine Aktion (Sylvestr nach einer reichlichen viertel Stunde) nur wenig zuließ, konnte man vorn kaum gefährliche Situationen kreieren, weil man beim schnellen Spiel in die Spitze oft zu ungenau agierte oder die Stürmer (selbst Poulsen blieb fast durchgehend unsichtbar und hatte kaum gelungene Aktionen) den Ball vertändelte.


Auffällig auch, dass Dominik Kaiser kaum wirklich ins Spiel fand, weil viel zu viele Bälle auf ihn hohe Anspiele waren, bei denen sich die dafür viel zu kleine Nummer Zehn unheimlich schwer tat und die Bälle im Normalfall viel zu schnell weg waren. Weswegen das Spiel fahrig, ungenau und ungefährlich wirkte, trotzdem man insgesamt etwas gefälliger agierte als die kämpferisch überzeugenden Gastgeber, die ihrerseits im Spiel gen Bellot-Tor noch weniger gefährliche Aktionen im Angebot hatten.

Es war entsprechend kein hochklassiges, aber ein umkämpftes und nie langweiliges Spiel, das nicht unpassend mit 0:0 in die Kabine ging. Die beste Phase aus RB-Sicht hatte man dabei direkt vor dem Seitenwechsel. Yussuf Poulsen hätte in der 40.Minute den Führungstreffer erzielen können, bekam aber 12 Meter vor dem Tor schön freigespielt von Demme freistehend keinen richtigen Druck auf den Ball, sodass Club-Keeper Rakovsky, der eine fehlerlose Partie ablieferte, locker halten konnte. Zwei Minuten später war es Georg Teigl, der einen Schuss von halbrechts mit vollem Risiko links über das Tor setzte.

Meist gut zugestellt, konnte sich Yussuf Poulsen wie seine Mannschaftskollegen nicht so recht in Szene setzen | GEPA Pictures/ Citypress24

Die zweite Halbzeit begann so wie die erste Halbzeit geendet hatte. RB Leipzig um Spielkontrolle bemüht, aber im Endeffekt im Offensivspiel zu ungenau, um wirklich gefährlich zu werden. Nürnberg lauerte weiter auf den entscheidenden Fehler, um selbst in Führung zu gehen, hatte aber in Sachen Ballkontrolle auch wenig überzeugendes zu bieten. Sodass das fußballerische Niveau der Begegnung überschaubar blieb und das ganze von Intensität und Spannung lebte.

Als mitentscheidenden Moment machte Alexander Zorniger dann nach dem Spiel die verletzungsbedingte Auswechslung von Marvin Compper aus, der in der 60.Minute vom Platz ging. Da bei RB Leipzig die Innenverteidiger nach den Ausfällen von Franke und Hohender sowieso schon knapp waren, musste Rani Khedira von der Sechs in die Abwehrzentrale rücken. Was insgesamt tatsächlich ein wenig auf die Stabilität des Gesamtsystems ging.

Dass mit Terrence Boyd ein Stürmer kam, also beim Stand von 0:0 formell offensiv gewechselt wurde, schien dagegen durchaus sinnig. Denn Dominik Kaiser ging im Abnutzungskampf auf der Zehn sowieso ein wenig unter und durfte nun im Mittelfeld etwas zurückrücken und hatte das Spiel so mehr in Fuß- als in Kopfhöhe vor sich. Zudem bekamen die schnellen Stürmer Poulsen und Morys nun einen Sturmpartner, der potenziell als Verwerter schneller Außenangriffe hätte agieren und gleichzeitig auch ein guter Kopfballverlängerer für die tief startenden Stürmer hätte sein können.

Es kam aber alle anders, denn die gefährlicheren Situationen hatte der 1.FC Nürnberg. Zuerst war es Füllkrug nach 69 Minuten, der sich am Strafraumeck mühelos gegen Khedira und Teigl durchsetzen kann und dann den Ball am langen Pfosten vorbeischiebt. Nachdem sich Schiedsrichter Drees eine Verletzungsauszeit genommen hatte, war es dann nach 74 Minuten eine Kette von verlorenen Zweikampfsituationen, die zum entscheidenden Gegentreffer führten.

Vorn kommt Boyd gegen Linksverteidiger Bihr zu spät. Mössmer schlägt den Ball unbedrängt nach vorn, wo er zunächst von Khedira herausgeköpft werden kann. Demme entscheidet sich beim Aufnehmen des Kopfballs gegen die Sicherheitsvariante des Spielens über den Torhüter und versucht Teigl an der rechten Seitenauslinie ins Spiel zu bringen. Der Rechtsverteidiger verliert den Ball aber gegen den aufmerksam pressenden Niklas Füllkrug. Sylvestr passt quer auf Alessandro Schöpf, ohne dass Teigl den Ball klären kann. Einen Doppelpass mit Füllkrug (gegen den Sebastian zu spät kommt) später steht dann Schöpf leicht links direkt an der Strafraumkante völlig frei, weil Khedira nach außen gerückt war und Teigl, Demme und Kaiser nur hinterherlaufen und versenkt den Ball überlegt rechts im Tor, ohne dass Benjamin Bellot eine Chance hat einzufreifen. Den Zugriff nicht gefunden, in den Zweikämpfen zu spät, dem Pressing ins Messer gelaufen. Keine 10 Sekunden brauchte Nürnberg, um daraus in Form eines Tores Kapital zu schlagen. Quasi das RB-Prinzip in perfekter Demonstration durch den Kontrahenten.

Letztlich konnte man schon vorher ahnen, dass ein Defensivfehler, egal wer ihn macht, wohl spielentscheidend sein würde. Auch weil beide Mannschaften über eine Umschaltspiel verfügen, dass mit mehr Räumen bei eigener Führung noch besser zur Geltung kommt. Und auch wenn RB Leipzig noch mal alles versuchte, die klareren Chancen hatten nun die Gastgeber, die die Partie bis zur 80. Minute eigentlich schon entscheiden hätten können.

Da sie es nicht taten, wurde die Schlussphase noch mal hektisch und RB belagerte vor allem dank der Physis von Boyd und dem Nachsetzen der Mittelfeldspieler den Nürnberger Kasten. Aber die Stürmer sollten an diesem Tag alle vier (Frahn war auch noch in die Partie gekommen) kein glückliches Füßchen haben. Denn mehr als diverse (ungefährliche) Standards sprang für RB nicht mehr heraus bei den verheißungsvollen Offensivaktionen, die teilweise zu hektisch und mit zu wenig Übersicht abgeschlossen wurden.

So blieb es denn auch beim 1:0 für die Gastgeber, das insgesamt nicht völlig unverdient, aber angesichts der Chancenarmut in den 75 Minuten bis zum Tor auch ein wenig schmeichelhaft war. Denn viel Offensivgeist hatte Nürnberg bis zur Führung nicht in die Partie investiert.

Aus RB-Sicht bleibt die Erkenntnis, dass in diesem Spiel sehr viel mehr möglich war, weil man im normalen Spielgeschehen bis zum Gegentor fast immer sicher stand und immer wieder gute Situationen hatte, um zumindest potenziell den tiefen Ball zu spielen und gefährlich zu werden. Dass man diese Situationen aus dem Mittelfeld heraus viel zu ungenau ausspielte und eine eigentlich vernünftige Spielanlage derart fast vollständig verpuffte, war das Problem des Spiels, aber eben kein grundsätzliches Problem der Spielanlage, sondern vielmehr eines der Ausführung.

Fazit: Es war aus Sicht von RB Leipzig eine bittere und auch unnötige Niederlage, weil man bis zum Gegentor mindestens gleichwertig war, man einiges an potenziell aussichtsreichen Spielsituationen verschenkte und das Spiel bis dahin zielgenau auf ein 0:0 zusteuerte. Letztlich verlor das Team, das den ersten entscheidenden Fehler machte. Was dann wiederum nicht unerwartet kam, wenn man bedenkt, dass es beiden Teams leichter fällt, gegen den Ball zu spielen, als mit dem Ball einen Gegner zu zerspielen.

Randbemerkung 1: Passend zum Spiel auch die Sachen, die so im Gästeblock loswaren. Vier, fünf Aggrotypen mit ‚Abteilung Freizeitsport‘-Pullovern und ‚Zigeuner‘-Rufen, in die glücklicherweise kaum eingestimmt wurde. Ein Nürnberg-Schal, der in einem pubertären Akt an einer kürzeren Fahnenstange oder ähnlichem direkt neben dem Capo-Podest als Trophäe präsentiert wurde. Und kleinere Rangeleien eine Weile nach Spielschluss rund um das Capo-Podest, offenbar weil der Schal abgebrannt wurde. Fanseitig dürfte es nach diesem Spiel einiges aufzuarbeiten geben und es scheint so, als stünden Verein und Fans zum ersten Mal vor der Herausforderung, mit Phänomenen umzugehen, die viele eigentlich bei sich nicht wirklich haben wollten. Gerade rassistische Beschimpfungen und Fanutensilien-Abzocke (vielleicht war der Schal aber ja auch nur gekauft^^) braucht eigentlich kein Mensch.

Randbemerkung 2: 3 Spiele in Folge kein Sieg. Von den letzten fünf Partien nur eine gewonnen, nachdem man in mindestens drei dieser Partien das bessere Team und nie das schlechtere Team war. Man hat bei RB Leipzig aktuell nach fünf Punkten aus den letzten fünf Spiele eine kleine Ergebniskrise, die vielleicht auch einfach darauf verweist, dass man eben doch ein Neuling ist und man in der neuen Liga wieder Erfahrungen machen muss, um in entscheidenden Situationen etwas abgezockter zu werden und aus Spielen wie denen in Nürnberg und Berlin zumindest einen Punkt oder aus dem Spiel gegen Heidenheim drei Punkte mitzunehmen.

Randbemerkung 3: Vielleicht Zufall, aber durchaus auffällig, dass sowohl Poulsen als auch Kimmich als herausragende Spieler der bisherigen Saison nach ihren Ausflügen zu ihren jeweiligen Nationalmannschaften unter ihren Möglichkeiten blieben und dem Spiel ihren Stempel nicht aufdrücken konnten. Vielleicht kommt ja dann doch langsam der Punkt, an dem das Extraprogramm den beiden etwas die geistige Frische nimmt. Wäre zumindest nicht verwunderlich bei den zwei jungen WG-Kollegen, dass ein Jahr rasanter Entwicklung von Spielern, die in der dritten deutschen Liga ihre ersten Schritte machen, hin zu Spielern, die in der dänischen Nationalmannschaft bzw bei der deutschen U21 eingesetzt werden, dann auch mal seine Spuren hinterlässt.

Lichtblicke: Man sollte nach der Partie wohl nicht unbedingt jemanden herausheben. Rani Khedira machte alles in allem einen guten Job. Tim Sebastian war über weite Strecken ein sicherer Innenverteidigerrückhalt, blieb aber nicht fehlerfrei. Anthony Jung war viel unterwegs, blieb aber offensiv in den entscheidenden Momenten zu ungenau. Diego Demme war sich wie immer keines Einsatzes zu schade, das letzte Quentchen Glück fehlte ihm aber. Und Terrence Boyd war nach seiner Einwechslung physisch sehr präsent und konnte in einem dann wilden Spiel einige Bälle am Nürnberger Strafraum sichern, konkrete Torgefahr resultierte daraus aber auch nicht wirklich. Insgesamt war es durch die Mannschaftsleistung aber mehr Schatten als Licht.

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Tore: 1:0 Schöpf (74.)

Aufstellung RB Leipzig: Bellot – Teigl, Sebastian, Compper (61. Boyd) – Kimmich (83. Frahn), Khedira, Demme – Kaiser – Morys (77. Hierländer), Poulsen; nicht eingewechselt: Coltorti, Heidinger, Kalmár, Fandrich; nicht im Kader: Hoheneder, Franke, Ernst, Rebic (verletzt), Dähne, Sumusalo, Palacios Martinez, Strauß, Klostermann

Aufstellung 1.FC Nürnberg: Rakovsky – Celustka, Petrak, Stark, Bihr – Mössmer, Koch – Candeias (82. Mlapa), Schöpf, Füllkrug (94. Polak) – Sylvestr (86. Hovland)

Schiedsrichter: Jochen Drees (Hatte die nie überharte Partie insgesamt gut im Griff. Bei den Gelbentscheidungen wirkte er nicht immer sicher. Kimmichs Verwarnung war zweifelhaft. Und das Doppelgelb für Frahn und Pinola, als der Ersatzspieler Pinola aufs Feld gerannt war, um Frahn, der einem Balljungen auf die Pelle gerückt war, mit etwas nahe an einer Tätlichkeit zu bedenken, war bestenfalls salomonisch zu nennen.)

Gelbe Karten: Frahn (3. gelbe Karte), Kimmich (2.), Khedira (3.) – Mössmer, Koch, Pinola

Zuschauer: 28.571 (davon 1.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCN-Bericht, Kicker-Bericht

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Torschüsse: 14 : 12

gewonnene Zweikämpfe: 51,8 : 48,2%

Fouls: 14 : 14

Ecken: 5 : 2

Abseits: 3 : 3

Ballbesitz: 42,9 : 57,1%

Laufstrecke: 120,6 : 122,0

Größte Laufstrecke: Schöpf: 13,0 – Demme: 12,6 km

Meiste Sprints: Sylvestr: 41 – Teigl: 34

Höchstgeschwindigkeit: Petrak: 34,3 – Teigl: 33,7 km/h

Beste Zweikampfquote: Füllkrug: 68,3 – Jung: 77,3

Beste Passquote: Sylvestr: 76,5 – Sebastian: 77,6

Meiste Ballkontakte: Füllkrug: 59 – Teigl: 87

Statistiken von bundesliga.de und sport1.de [broken Link]

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Saisontorschützen: Poulsen – 6; Frahn, Teigl, Kaiser – je 2; Thomalla, Morys – je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Citypress24

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7 Gedanken zu „2.Bundesliga: 1.FC Nürnberg vs. RB Leipzig 1:0“

  1. Genau wie du schreibst, fahrig, ungenau und aus meiner Perspektive echt nicht schön anzuschauen gestern. Immer wieder wirkte RB selbstgefällig, man sah, wie ein Spieler darauf wartete, dass der Mitspieler von hinten an den Ball geht, ohne in Kauf, u nehmen, dass man selbst ran muss. Also wie ein Schatten ihrer selbst was das Balljagen anging.
    Trotz der tollen Spiele bisher gestern Kimmich auch einfach zu eigensinnig in einigen Situationen. Unsere Nr. 17 verpasste in 2, 3 Situationen den winkenden und wedelnden Kaiser.
    Kaiser dafür aus 18 Meter mit aller Zeit der Welt um die Kugel zurecht zu legen und nimmt den direkt und knallt ihn in die oberen Etagen.
    Um einen Tweet von gestern aufzuwärmen, dass sich viele im Vorwärtsgang auf Poulsen verlassen, fängt schon langsam an zu nerven. Die Berechenbarkeit steigt, auch weil Youssuf sich zur Zeit gern auch kleinen Zupfern hin gibt.
    Wo ich ausnahmsweise anderer Meinung bin als der Blogger ist Boyd. Die physische Präsenz, die du ansprichst, habe ich nur insofern gesehen, dass er auf dem Platz war. Ansonsten immer irgendwo, wo es selten passte und das Ballfesthalten in der Spitze hat vorm TV Gerät schlicht nicht stattgefunden. Kopfball technisch hatte ich mich auf die Wildsau eingestellt und ein Ferkel gesehen (um es sehr plump zu sagen ☺).

    Hoffe, dass sich Schaleskapaden nicht wiederholen und Nazis auch deutlich angesprochen werden. Die braucht ja kein Mensch.

  2. Bei Randbemerkung 1 sollten auch noch provozierende Dynamos über uns und provozierende Balljungen vor uns erwähnt werden! Kurzum der Ordnungsdienst in Nürnberg hat gestern echt grenzwertig agiert. Zudem gehen mir langsam die Leute im Block auf den Nerv, die den Alkoholkonsum (totaler Sprachverlust) über den Support der Mannschaft stellen. Echt ein ekelhafter Trend diese Komabesäufnisse schon während der Anreise. Bleibt spannend wie die Kurve mit so etwas in Zukunft umgeht!?

  3. zur Randbemerkung 1

    Hier sollte vlt. auf dem anstehenden Fantreffen diskuttiert werden, wie damit umzugehen ist. Ich für meinen Teil bin bisher gern nach Leipzig gefahren, weil es solche Vorkommnisse bisher nicht gab. Ich möchte so etwas auch nicht erleben. Ich denke, hier sollten bei ähnlichen Aktionen die „normalen“ Fans zusammen stehen und diese „Brüder“ aus dem Block entfernen (lassen).

    1. bin ich voll und ganz bei dir (und auch LeSupport und Nichtschwimm3r)

      …wehret den Anfängen…!!!

  4. Ich habe mich gestern echt geärgert beim Zusehen. 90 Minuten dasselbe Schema: Balleroberung Leipzig > hoher Pass nach vorn (man könnte auch sagen direkt ins Nirvana) > abgefangen durch die Abwehr oder direkt vom Torwart. Danach das ganze von vorn, 2 Halbzeiten lang.

    Mehr hochkarätige Chancen hatte Nürnberg, das Spiel hätte durchaus auch 2:0 oder 3:0 ausgehen können. Völlig vermisst habe ich schnelles, flaches Kurzpass-Spiel, intelligente Kombinationen, kluge Laufwege im Angriff. RB hat einen enormen Aufwand betrieben, der leider völlig verpuffte. Kurz gesagt: Viel Gerenne um Nichts.

    Wiederholt kommen mir Zweifel, ob dieses hektische Pressing immer das Mittel der Wahl ist. RB hat einen enormen Kampfeswillen und überrollt damit sicher viele Gegner, die Platzierung in der Tabelle spricht im Grunde für das System. Ich würde mir jedoch mehr „Toni Kroos Momente“ wünschen. Diese Art der Ruhe und des Überblicks. Den hohen Ball nach vorn oder den messerscharfen Diagonalpass nicht auf „Teufel komm raus“, sondern im richtigen Moment gespielt.

    Vielleicht werde ich ja erhört :-).

    1. Ich fürchte, in unserem Kader sind momentan nur die wenigsten Spieler in der Lage, kreativ und mit Übersicht nach vorne zu spielen. Von einem Kaiser erwartet man solche Aktionen. Aber mit Ausnahme des Karlsruhe-Spiels, ist er bislang noch nicht zu einer prägenden Figur in der Offensive geworden. Dass Kimmich sich mal eine Auszeit nimmt, sei dem Jungen gestattet. In dem Alter kann er nicht jedes Spiel auf Top-Level sein. Ansonsten gibt es viele Spieler in der zweiten Reihe, von denen man sich vorher sicher mehr versprochen hat, siehe Hierländer, Fandrich oder Kalmar.

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