2.Bundesliga: 1. FC Union Berlin vs. RB Leipzig 2:1

Sebastian Polter wird langsam zu einem Namen, der RB Leipzig auf unangenehme Art und Weise verfolgt. Die Älteren unter uns erinnern sich ungern an das 2:2 in letzter Minute gegen die U23 des VfL Wolfsburg im Jahr 2012, als Polter mit seinem Tor der finale Aufstiegsverhinderer wurde. Im Spiel beim 1. FC Union Berlin vollendete der Stürmer, der erst vor kurzem leihweise aus Mainz kam, gleich zweimal und sorgte damit (und mit einer insgesamt tadellosen Leistung) quasi im Alleingang für das 2:1 gegen RB Leipzig, die wiederum viel, aber eben nicht alles richtig machten.

Begonnen hatten die RasenBallsportler das Spiel mit derselben Formation wie eine Woche zuvor gegen Braunschweig. Und hatten sicherlich auch dieselbe Idee im Kopf. Nämlich durch gute Bälle in die Tiefe die gegnerische Verteidigung mit Geschwindigkeit zu überlaufen.

Dass dies nicht wirklich klappen konnte, lag an den Gastgebern, die sich darin übten, Zement anzurühren und nicht nur mit drei Sechsern angetreten waren, sondern (abgesehen von situativem Pressing) im Verbund auch sehr tief verteidigten. Sodass es kaum Möglichkeiten gab, hinter die Verteidigungslinie zu kommen.

Erschwerend kam hinzu, dass die RasenBallsportler mit ihren Ballgewinnen, die sowieso fast ausschließlich tief in der eigenen Hälfte stattfanden, ziemlich schlampig umgingen. Gerade in der Umschaltbewegung leistete man sich einige Ballverluste, die weh taten und den Gegner immer wieder ins Spiel zurückholten.

Vor der Partie hatte Coach Zorniger noch erklärt, dass es darauf ankäme, in Zweikämpfen schon im ersten Kontakt mit dem Gegenspieler klar zu machen, dass man den Zweikampf positiv bestreiten werde. In der Realität war dies genau das Problem von RB Leipzig, dass man in vielen entscheidenden Duellen das Nachsehen hatte und man so nur knapp 47% der direkten Auseinandersetzungen gewann. Ein Wert, das für ein Team, das davon lebt, Zweikämpfe zu gewinnen und Bälle zu erobern insgesamt zu wenig war, um bleibenden Eindruck beim Gegner zu hinterlassen.

Wobei es Union auch vergleichsweise einfach hatte, die Angriffe von RB Leipzig zu verteidigen. Denn die defensive taktische Formation der Gastgeber führte dazu, dass die RasenBallsportler sich den Ball auf der Suche nach der Lücke zuschieben mussten. Etwas, was ihnen sichtbar schwer fiel. Und oft dazu führte, dass man den Ball dann versuchte, hoch und weit auf Frahn, Poulsen oder auch mal Morys zu legen, die ihn dann sichern sollten. Was ihnen gegen die zweikampfstarke und körperlich robuste Abwehr-Viererkette der Unioner nicht allzuoft gelang.

In den Zweikämpfen hatte Union Berlin gegen RB leipzig oft die Nase vorn - Eroll Zejnullahu behauptet den Ball gegen Kimmich, Khedira und Morys | GEPA Pictures/ Citypress24

Die eigentlich nicht schlechte Idee, mit drei Stürmern vor allem in die Tiefe zu spielen, ging so oft gar nicht auf, obwohl man im Spiel mit dem Ball das bestmögliche tat. Eventuell fehlte an der Stelle dann doch ein Akteur auf der Zehn, ein Kaiser oder Fandrich oder Kalmár, der dem Verteidigungsriegel allein durch seine Anwesenheit zwischen den Ketten noch mal andere Aufgaben gestellt hätte. Aber das muss an dieser Stelle letztlich als pure Spekulation durchgehen.

Fakt ist, dass Union fürs Spiel nichts tun wollte, sich im Bekämpfen der Angriffsbemühungen der RasenBallsportler erschöpfte und auf den Lucky Punch oder irgendeinen Standard spekulierte. Und RB Leipzig sich damit schwer tat, das ballführende Team ohne Platz zum Ballführen zu sein.

Entsprechend gab es in Hälfte 1 faktisch keine Tormöglichkeiten. Auf Unioner Seite gibt es bis auf zwei, drei Konteransätze nichts zu vermelden, was ansatzweise nach Torerfolg gerochen hätte. Daniel Frahn war da nach einer reichlichen Viertelstunde näher dran, schoss aber dem Keeper der Gastgeber in die Arme.

Einziger Aufreger noch als Frahn tief geschickt wurde, an Union-Torwart Haas vorbeiziehen wollte, aber von diesem getroffen zu Boden ging. Oder eben nicht, wie Schiedsrichter Stieler entschied und Frahn für die angebliche Schwalbe Gelb zeigte. Wenn man den Worten des RB-Kapitäns glauben darf, dann einigte er sich in der Halbzeit mit Haas darauf, dass er zwar getroffen worden sei, Gelb also falsch war, aber der ausbleibende Elfmeterpfiff schon in Ordnung ging. Dass Frahn und Stieler keine Freundschaftsbändchen austauschen werden, wurde dann ein paar Minuten später noch klarer, als Frahn an der Seitenlinie deutlich umgestoßen wurde, aber Stieler wieder nicht in seinem Sinne entschied.

In der zweiten Halbzeit wurde Union mit Publikumsunterstützung etwas aktiver. Gefahr für das Tor von Benjamin Bellot resultierte daraus aber nicht. Ganz im Gegenteil spielten sich die heiklen Szenen auch jetzt im Union Strafraum ab. Gleich zweimal wurde dabei Yussuf Poulsen im Strafraum gelegt. Beide Male ließ Stieler weiterlaufen. Beide Male sah es aus der relativ nahen Hintertorperspektive nach relativ deutlichen, sturzverursachenden Körperkontakten gegen den schnellen Stürmer aus.

Ein, zwei eher harmlose RB-Schüsschen später zeigte sich dann zum ersten Mal Polter, konnte aber seinen Heber über Benjamin Bellot nicht gut genug timen, sodass er über das Tor ging. Die nächste Chance ließ er sich allerdings nicht entgehen, als er einen Freistoß von links im Tor versenkte. Eine Szene, bei der Keeper Bellot als Keeper und Rani Khedira als nciht ins Kopfballduell gehender nicht glücklich aussehen.

Ein Treffer, der natürlich Wasser auf die Mühlen von Union-Publikum und -Mannschaft war. Und doch schlug RB Leipzig zurück. Wieder mal durch Yussuf Poulsen, der im Verlauf der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so abgemeldet war, wie in der ersten Halbzeit und sich immer wieder gewonnene Zweikämpfe und Strafraumaktionen organisierte. In der 77.Minute profitierte er von einer missglückten Kopfballabwehr der Union-Abwehr, die er mit einer Routine, die vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre, über Haas hinweg im Tor der Gastgeber versenkte. Völlig verdient in einer Partie, die die RasenBallsportler spielerisch und chancentechnisch bestimmt hatten.

Kurz vor dem Tor hatte Alexander Zorniger mit Federico Palacios noch mal Offensivpower gebracht. Ein Wechsel, der bei 0:1 absolut Sinn machte, aber beim Stande von 1:1 eventuell zusätzlich dazu führte, dass man etwas zu offen stand. In der 84. Minute fehlte dann im rechten Mittelfeld einmal der Zugriff, sodass Schönheim den enorm schnellen Polter schicken konnte, der Sebastian und Compper mal eben davonsprintet und den Ball dann gegen den sehr zurückhaltend agierenden Bellot im langen Eck versenkte.

Was insbesondere deswegen unglücklich war, weil die RasenBallsportler mit dem 1:1 nicht nur das Publikum aus dem Spiel genommen hatten, sondern auch den Gegner unter Kontrolle zu haben schienen. Vielleicht war auch genau das das Problem, dass man das Gefühl hatte, es ginge nur noch darum, ob RB mit einem oder drei Punkten nach Hause reisen würde. Und zack, ein Konter und man lag wieder hinten.

Der Rest des Spiels tickte dann herunter. Die RasenBallsportler versuchten es noch einmal abwechselnd spielerisch und mit der Brechstange, aber durchkommen sollten sie gegen leidenschaftlich verteidigende Unioner nun nicht mehr. Sodass man mit der ziemlich unglücklichen Niederlage leben musste.

Fazit: RB Leipzig spielte sicherlich keine schlechte Partie. Ganz im Gegenteil versuchte man die ungewohnte Ballbesitzrolle anzunehmen und den Gegner entsprechend zu bespielen. Blieb dabei aber insgesamt zu ineffektiv und ging zu selten die Wege in die Tiefe, um Erfolg zu haben. Dass man nach Rückstand mit spielerischen Mitteln noch mal zurückkam, darf man positiv vermerken. Dass man das Unentschieden durch Unachtsamkeit wieder wegschmiss, geht dagegen wohl als Lektion durch. Eine jener Lektionen, die man in der zweiten Liga auch wieder lernen muss. Union landete dadurch einen glücklichen Sieg, weil man in Bezug auf die spielerischen Ideen und die Menge der Chancen eigentlich lange im Nachteil war, verdiente sich die drei Punkte aber durch hervorragende Defensivarbeit, zunehmenden Mut im Laufe der Spielzeit und einen Polter, der an diesem Tag den Unterschied machte. Ausgerechnet Polter..

Randbemerkung 1: „In Leipzig stirbt die Fußballkultur.“ So malten es die Union-Fans auf ein Banner vor ihren Fanblock. Grundsätzlich gesagt sind die Versuche um dieses Spiel herum, sich von RB abzugrenzen völlig legitim. Schließlich lernt man ja aus dem, was man nicht will, auch was man eigentlich will. Ob man dies mit permanenten Todes- und Untergangsanalogien würzen muss, soll dann jeder selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass bei solchen Bannern  und der Art und Weise, wie sich auch Union-Präsident Zingler vor dem Spiel präsentierte, immer ein Gefühl bleibt, dass RB- und Union-Anhänger in völlig unterschiedlichen Wahrnehmungswelten leben, die auf dieser Protestebene (ein Gespräch ist in dieser Abgrenzung nicht wirklich vorgesehen, es geht ja darum etwas mitzuteilen, eine Ansage zu machen) auch nicht miteinander vermittelbar sind. Was letztlich dazu führt, dass aus den Union-Aktionen aus der Sicht des geneigten Leipziger Betrachters schlicht ganz viel  Selbstgerechtigkeit hervorquoll. Man mag das in Berlin meinetwegen für gerechtgertigt halten, selbstgerecht zu sein (und anderswo dafür Applaus erhalten), weil man ja so ein fetziger Verein ist (auch wenn ein Stündchen im Stadionumfeld reicht, um zu ahnen, dass auch nicht alles fetzig ist), aber man baut sich da am Ende auch nur ein hohes Ross, auf das man eines Tages vielleicht selbst nicht mehr hoch kommt (oder das andere schon jetzt für zu hoch halten könnten).

Randbemerkung 2: Merkwürdiges spielte sich in der Halbzeitpause ab, als sich ein übler Gestank im Gästebereich breitmachte. Die erste Vermutung der Anwesenden ging sofort in Richtung Buttersäure. Weil die klassischen Symptome wie übler Geruch und tränende Augen auftraten. Wenn es Buttersäure war, dann muss die Dosierung aber gering gewesen sein, denn die Symptome waren nur leichter Natur und wurden durch den Wind immer mal verweht. Wenn es aber wirklich Buttersäure war, dann können wir gerne noch mal diskutieren, wo eigentlich genau wessen Kultur stirbt..

Randbemerkung 3: Wenn RB Leipzig der Untergang der Fußballkultur sein sollte, dann wünscht man sich noch mehr Untergang. Denn in einem fast ausverkauften Stadion (im Gästebereich fehlten noch ein paar Menschen) entwickelte sich eine ziemlich großartige Atmosphäre. Die ersten 15 Minuten nur im Gästeblock weil man im Heimbereich mit schwarzen Ponchos (wobei auf den Geraden doch ziemlich viel bunt zu sehen war) die sterbende Fußballkultur betrauerte. Den Rest des Spiels auch im ganzen Stadion. Ich persönlich finde ja so etwas wie eine Gegengerade, die den Gegner betrashtalkt und aktiv ist ziemlich großartig. Von daher war das schon nett in der Alten Försterei. Auf RB-Seite tat man sein bestes, um dagegenzuhalten. Insbesondere nach dem 1:1 hatte man Oberwasser, ging dann aber nach dem 1:2, als das Stadion sich austobte, ziemlich unter. Wenn du nicht mal mehr den Capo ein paar Treppen unter dir hörst, muss es dann doch ordentlich laut sein.

Randbemerkung 4: Letzte Woche musste Benjamin Bellot schon seine erste Serie begraben und kassierte das erste Zweitligator. Diesmal war die zweite Serie dran und er kassierte die erste Niederlage in einem Pflichtspiel mit RB Leipzig überhaupt. Hätte ja durchaus noch ein bisschen halten dürfen die Serie..

Randbemerkung 5: Und noch eine Serie endete, die durchaus noch hätte halten dürfen. 20 Ligaspiele hintereinander hatte RB Leipzig nicht verloren. Zuletzt verlor man Anfang Februar mit 1:2 in Duisburg. Auch durch ein Gegentor kurz vor dem Ende. In einem Spiel, in dem man eigentlich besser war und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich am Sieg schnupperte. Damals hat man unheimlich viel Kraft aus der Niederlage gezogen. Vielleicht lässt sich so ein Effekt ja wiederholen..

Lichtblicke: Sollte man jemanden herausheben aus der Teamleistung? Einen immer aktiven Anthony Jung vielleicht? Einen enorm präsenten Joshua Kimmich? Einen Yussuf Poulsen, der so lange an den Ketten zerrte, bis er dann doch seine Situationen bekam? Könnte man machen, aber letztlich war es eine gute Teamleistung, der der letzte Punch und die überragenden Akteure (wie es Polter in der zweiten Halbzeit war) fehlten, um daraus auch drei Punkte zu machen.

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Tore: 1:0 Polter (70.), 1:1 Poulsen (77.), 2:1 Polter (84.)

Aufstellung RB Leipzig: Bellot – Teigl (86. Heidinger), Sebastian, Compper, Jung – Kimmich, Khedira (71. Kaiser), Demme – Poulsen, Frahn, Morys (76. Palacios Martinez); nicht eingewechselt: Dähne, Fandrich, Hierländer, Kalmár ; nicht im Kader: Coltorti, Boyd, Ernst, Franke, Hoheneder, Rebic, Klostermann (verletzt bzw. nach Verletzung im Aufbautraining), Strauß, Sumusalo

Aufstellung 1. FC Union Berlin: Haas – Trimmer, Puncec, Leistner, Schönheim – Köhler, Kreilach, Özbek (73. Kopplin) – Zejnullahu (55. Jopek) – Brandy, Polter (86. Eggimann)

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Von Anfang an damit beschäftigt, die Emotionen so aus dem Spiel zu nehmen, dass keine übermäßigen Härten ins Spiel kommen. Das frühe Gelb gegen Özbek war diesbezüglich nicht unwichtig. Frahn in der ersten Halbzeit wegen Schwalbe gelb zu zeigen war zumindest streitbar. Zwei Szenen im Sttrafraum gegen Poulsen in Hälfte 2, bei denen die Gäste(fans) vehement Strafstoß forderten, aber keinen bekamen, ebenso. Stieler blieb sich hier – wenn man es positiv sehen will – seiner Linie treu, nur auf den Punkt zu zeigen, wenn es zu mindestens 100% unstreitbar ist. In der ersten Halbzeit hatte man das Gefühl, dass Entscheidungen tendenziell eher zugunsten von Union ausfallen, das gab sich aber in Hälfte 2. Insgesamt in einer gewiss nicht einfachen Partie zumindest eine passable Schiedsrichterleistung. Aber ausbaufähig.)

Gelbe Karten: Frahn (1. gelbe), Jung (1.) – Özbek, Kreilach, Brandy

Zuschauer: 21.366 (davon 1.900 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCU-Bericht, Kicker-Bericht

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Torschüsse: 10 : 12

gewonnene Zweikämpfe: 53,3 : 46,7%

Fouls: 22 : 21

Ecken: 1 : 3

Abseits: 3 : 3

Ballbesitz: 42,4 : 57,6%

Laufstrecke: 108,8 : 122,1 km

Größte Laufstrecke: Köhler: 11,4 km – Kimmich: 12,4 km

Meiste Sprints: Polter: 30 – Teigl: 29

Höchstgeschwindigkeit: Polter: 33,7 km/h – Teigl: 33,7 km/h

Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Leistner: 86,4% – Demme: 64,0%

Beste Passquote (mindestens 10 Pässe): Leistner: 92,9% – Sebastian: 81,5%

Meiste Ballkontakte: Schönheim: 74 – Demme: 100

Statistiken von bundesliga.de und sport1.de [broken Link]

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Saisontorschützen: Poulsen – 4, Frahn – 2, Thomalla, Morys – je 1 Treffer

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Bild: © GEPA pictures/ Citypress24

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10 Gedanken zu „2.Bundesliga: 1. FC Union Berlin vs. RB Leipzig 2:1“

  1. Danke fur die sehr gelungene Zusammenfassung des gestrigen Spiels.
    Bei der Aufzählung der Dinge, die Fußball braucht, wurde von den echten Fußballfans mal wieder eine Sache vergessen: Toleranz!

  2. Ich war gestern auch im Gästeblock der alten Fösterei und kann Deinen Bericht nur absolut bestätigen. Volle und ausdrückliche Zustimmung auch zu den Randbemerkungen 3 und 2. Wenn der Rasenballsport der Tod der Fussballkultur sein soll, dann scheint auch eine tote Fussballkultur ziemlich lebendig zu sein. Und damit meine ich nicht nur die Sangesfreude im Gästeblock, sondern auch das Geschehen auf dem Rasen und im restlichen Stadion. Ich bezweifle ganz stark, dass bei einem Besuch des VfR Ahlen oder des FC Ingolstädt in der alten Försterei ähnlich viel los ist. Der letztgenannte ein Verein, der eigentlich auch bloß von Audi gegründet wurde. Insofern haben die Marketingfachleute von Red Bull einiges richtig gemacht.
    Und wenn manche meinen, dass olfaktorische Anschläge Teil der Fussballkultur sein sollten, dann möchte ich in einer solchen Fussballkultur eigentlich auch nicht leben bzw. möchte kein Teil davon sein. Da fällt das Ekelhafte eindeutig auf die Verursacher zurück.

  3. Habe das Spiel gestern im TV verfolgt und mich darüber gewundert, dass Poulsen in der ersten Halbzeit deutlich zentraler gespielt hat, als in den vorangegangenen Spielen. Teilweise hatte man fast den Eindruck, er gibt das freie Radikal hinter den Spitzen, hat teilweise am eigenen 16er verteidigt (leider auch vor dem 1:0…). Konnte mich nicht dem Eindruck erwehren, dass Kimmich immer wieder gerne seinen gewohnten Flügelmann auf rechts angespielt hätte, dann aber wieder abbrechen musste, weil Teigl entweder zu lange brauchte, um zu überlaufen, oder aber die beiden anderen Stürmer zugedeckt waren. Ist mir etwas schleierhaft, was Zorniger sich dabei gedacht hat, auch wenn Poulsen natürlich einige Zweikämpfe im Mittelfeld gewonnen hat. In der zweiten Halbzeit agierte er dann wieder mehr über rechts, was generell zum traditionellen Druck über diese Seite führte, woraus dann auch so gut wie alle gefährlichen Situationen entstanden. Täuscht mich da meine Wahrnehmung, oder ist da gestern auch ein bisschen ein taktisches Spielchen schief gegangen?

  4. Ein sonderbares Gefühl……..

    Jeder Verein hat seine eigenen Aktionen, mit denen er den jeweiligen Gegner möglichst etwas durcheinanderbringen möchte, was nichts Anderes heißt, dass dessen Stärke – wie im Falle RB mit dem bekannten Kombinations- und Kurzpass-Spiel – durch erhöhte Defensiveinstellung zu begegnen ist. Die Leipziger bisher Unbesiegten wussten das natürlich schon längst vorher, wie übrigens auch, dass zuletzt die in schwarzen Plastiktüten eingehüllten Unions-Fans in der „Alten Försterei“ aus Köpenick in den ersten 15 Minuten schweigen wollten, um gegen ihre sächsischen Gäste wegen deren vorhandenen günstigen finanziellen Bedingungen auf diese etwas komische (neidvolle) Art zu protestieren.

    Wenn man im Nachhinein dieses erste verlorengegangene Treffen analysiert, sollte den RB-Spielern lediglich der Vorwurf gemacht werden, genau in diesen Anfangsminuten und der ungewöhnlichen Ruhe auf den Gastgeberrängen nicht mit den bekannten überfallartigen Angriffen eine vorzeitige Entscheidung gesucht zu haben! Es nützt leider nicht viel, Anerkennung für die allgemeine Überlegenheit zu bekommen, wenn nicht mindestens ein Punkt mit im Gepäck auf der Rückreise liegt……

    Allgemein wünscht sich auch der neutrale Fußballanhänger, von denen es genügend gibt, dass endlich das dumme Geschwätz über Tradition und Kommerzialisierung endlich langsam wieder verstummt, weil Beides spätestens seit der Einführung des Profifußballs und dem Beginn der ersten Trikotwerbung („Jägermeister“) in den 70-er Jahren längst dazugehört. Weil aber die immer größer werdende Leipziger Zuschauerzahl nach Jahren der Durststrecke zuhause und auch auswärts ihren besonders finanziell gut bemittelten „RaBa“-Sportlern, auch ohne unbedingt selbst Mitglied zu sein bzw. im Verein mitbestimmen zu können, die Treue hält, wird die verbleibende Saison noch sehr spannend und aufregend werden und weitere unberechenbare Hindernisse auf dem Rasen und daneben beinhalten…….

  5. Wenn im Stadion Union-Shirts verkauft werden, auf denen die Leipziger als Ratten stilisiert werden und auf denen der Schriftzug „Schädlingsbekämpfer“ prangt, dann muss man sich nicht wundern, wenn andere zur Tat schreiten und Buttersäure gegen besagte Schädlinge einsetzen. Völlig irre, aber offenbar kein Thema für die Medien – weder das eine noch das andere.
    Sportlich ein enttäuschender Auftritt von RB. Würde auch sagen, dass die taktische Marschroute da nicht ganz aufging. Am Ende eine etwas unglückliche, vermeidbare Niederlage.

    1. Ich finde es auch beschämend, dass keine der Qualitätsmedien es wagt, solche niveaulosen Aktionen der angeblichen Traditionsfans zu kritisieren. Mehr oder weniger springt man sogar auf diese Welle auf und findet jede Peinlichkeit gut, Hauptsache sie wird mit Tradition gegen neureiche Fußballmacht begründet. Schade, wie leicht sich Menschen von schwarz-weiß Malerei auf unterem Niveau beeinflussen lassen.

  6. Bitte keine Sprinter in der Startelf, sondern clevere Knipser mit Ballgefühl, wenn man weiss, dass der Raum eng wird. Also warum immer Morys und nicht Palacios.

  7. @frigard
    Der aktuelle Sprachgebrauch ist der Nährboden für Hass und Gewalt. Beides gibt es in der Welt mehr als ausreichend. Die Grenzen sind fließend, und erinnert an Zeiten, die wir nur aus Büchern kennen.

  8. gute zusammenfassung. Schiri hatte wohl Angst vor den Zuschauern. Mehr Fansupport bei den Gästen will Union sicher nicht. Platz im Gästeblock war keiner mehr.
    Der plötzliche Gestank war eindeutig. Buttersäureester.

    Mies der Geleit der Fanbusse, eher hinderlich, so dass etst mit dem Anpfiff dass Gros der Leipziger eintraf. Nach dem Spiel wurden die Busse mit 40 über leere, vierspurige Straßen eskortiert.

    Ist Berlin ein Dorf? Das konnten Frankfurt und München besser.

    Ein Standard und ein Konter, mit Union stirbt der Fussball, lol

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