Wir sind Lizenz! (Das vorläufige Ende einer Farce..)

So gesehen läuft alles auf eine Kompromisslösung DFB-RB heraus, die den Weg vor ein bundesdeutsches Gericht zur Klärung der vereinsrechtlichen Fragen vermeidet. Denn beide Seiten dürften daran kein gesteigertes Interesse haben. In diesem Sinne wird auch Wolfgang Loos mit seiner Behauptung Recht behalten, dass RB Leipzig genau wie in den letzten Jahren auch im kommenden Jahr die Lizenz erhalten wird. Nur der Preis dafür muss noch in juristischen Kompromissen ausgehandelt werden. (RB Leipzig im Spiegel der DFB-Statuten, 16.09.2011)

Seit knapp drei Jahren ist die Lizenzierung durch DFB und DFL hier im Blog immer wieder Begleiter gewesen. Ein Begleiter wohlgemerkt mit meist überdurchschnittlichem Interesse seitens der Leserschaft. Ein liebgewonnener Begleiter sozusagen, der schon allein deswegen so gut funktionierte, weil die Beteiligten meist nur in Nebensätzen ihre Positionen mitteilten und man sich nach Herzenslust im Graubereich zwischen Wissen und Spekulation austoben konnte.

Mit dem gestrigen Tag und der erfolgreichen Zweitligalizenzierung durch die DFL – so scheint es – wurde vorerst ein Schlussstrich unter die knapp drei Jahre umfangreicher und manchmal auch erhellender Debatten und Auseinandersetzungen um Vereinsrecht, Verbandsstatuten und Gemeinnützigkeit gezogen. Mit einem Ende, das so schon – siehe oben – am Anfang aller Debatten, als es noch um die Lizenzierung beim DFB ging, prognostiziert wurde. Nämlich einem Kompromiss, der einen gerichtlichen Streit bis zum bitteren Ende vermeidet.


Aus Sicht von RB Leipzig ist das natürlich erst einmal ein positives Endergebnis, hat man nun doch Planungssicherheit für die neue Saison und kann potenziellen Neuverpflichtungen auch überzeugender als zuvor mitteilen, dass man künftig ein Zweitligist sein wird, der eher kurz- als mittelfristig noch höher schielt. Zudem kann RB Leipzig auch darüber froh sein, dass man im letztlichen Kompromiss, zumindest soweit bis jetzt bekannt, kaum und letztlich keine sonderlich relevanten Zugeständnisse machen musste.

Durch die verbindliche Erklärung, seine Gremien künftig mit mehrheitlich unabhängigen Persönlichkeiten zu besetzen sowie das bisherige Logo mit Blick auf die Anforderungen der UEFA zu verändern, hat der Club die wesentlichen Voraussetzungen zur Teilnahme am Spielbetrieb im Konsens erfüllt. Einer Lizenzierung steht daher nichts mehr im Wege.

So ließ sich der Vorsitzende des Lizenzierungsausschusses der DFL Harald Strutz, im sonstigen Leben unter anderem Präsident bei Mainz 05, nach der Entscheidung pro RB Leipzig zitieren. Was bedeuten würde, dass von den ursprünglich drei Bedingungen nur noch zwei übrig blieben und das Thema des erleichterten Mitgliederzugangs und der verbesserten Mitgliedermitbestimmung (durch Senkung des Mitgliedbeitrags und Dokumentation von steigenden Mitgliederzahlen) komplett unter den Tisch gefallen wäre. Was auch bedeuten könnte, dass dieses Feld des direkten Eingriffs in durch das Vereinsrecht abgedeckte Vereinskonstruktionen der DFL als Streitthema letztlich zu heikel gewesen sein könnte. Wobei Strutz widersprechende Äußerungen von DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, dass „Änderungen der Mitwirkungs- und Gestaltungsrechte der Vereinsmitglieder“ erwirkt wurden, in diesem Punkt noch Unklarheit hinterlassen.

Nicht ganz so heikel war von vornherein das Logo-Thema, zu dem Ralf Rangnick schon vor ein paar Wochen verkündete, dass man kein Problem damit habe, das Logo nach den Vorgaben der DFL zu verändern (etwas, was ihm laut Sportbild einen Rüffel aus der Zentrale von Red Bull eingebracht haben soll). Letztlich konnte die DFL hier auch auf die UEFA verweisen, die Red Bull Salzburg das Verwenden ihres in Österreich verwendeten Logos mit deutlichen Red-Bull-Bezügen [broken Link] in internationalen Wettbewerben verweigerte, sodass Salzburg es durch ein Logo mit nicht mehr ganz so deutlichen Verweisen auf Red Bull [broken Link] ersetzte. Etwas ähnliches darf man auch für Leipzig erwarten, auch wenn bisher noch unklar ist, wie das Logo schließlich wirklich aussehen wird.

Ein Zugehen auf die DFL in diesem Punkt war für RB Leipzig also insgesamt nicht ganz so schwierig. Trotzdem ihnen Experten bescheinigten, dass die Genehmigung des alten Logos durch den DFB, ihnen eigentlich gute Chancen gelassen hätte, quasi auf Bestandsschutz zu bestehen. Aber im Sinne des guten Willens war das Logo wohl ein Thema, bei dem sich am leichtesten Kompromissbereitschaft zeigen ließ.

Nicht ganz so einfach in der Außenwirkung da vielleicht schon die Forderung der DFL, dass Red Bull nicht durch entspechende Personalien die Führungsgremien des Vereins bestimmen dürfe. Man einigte sich nun offensichtlich darauf, dass in Vorstand und Ehrenrat künftig mehrheitlich Personen ohne Red-Bull-Hintergrund sitzen. Genaugenommen ist es von Seiten der Logik her komplett widersinnig, dass Vereinsmitarbeiter im Zuge der Lizenzierung eine Änderung der Besetzung der Führungsgremien versprachen. Etwas, was sie genaugenommen an der ‚Mitgliederversammlung‘ vorbei gar nicht versprechen können. Und dass die DFL sich diese Zusicherung geben ließ, heißt eigentlich nur, dass die DFL ihren rhetorischen Anspruch eines selbst- und mitgliederbestimmt agierenden Vereins selbst nicht sonderlich ernst nimmt.

Weh tun wird es RB Leipzig bzw. dem Geldgeber Red Bull trotzdem nicht, denn erstens wird man genau darauf achten, wen man sich da nun als Vereinsobere zum Absegnen entsprechender Geschichten ins Boot holt und zweitens bleibt ja immer noch die Kontrolle über den Mitgliederzuwachs. Bisher sind die Mitglieder allesamt auf die eine oder andere Art und Weise eng mit der Dose verbunden. Bleibt dies so (in welchem Rahmen auch immer), was zu vermuten ist, wäre die Neubesetzung von Teilen der Führung eine Nullforderung ohne faktischen Einfluss auf die Arbeitsweise des Vereins.

RB Leipzig ist also im Zuge der Lizenzierung offenbar als Kompromiss auf mindestens zwei von drei (von den Statuten und gesetztlichen Voraussetzungen nicht gedeckte) Bedingungen eingegangen, ohne die große Kröte des Kontrollverlust schlucken bzw. in einen langwierigen Rechtsstreit eintreten zu müssen. So weit, so durchaus erwartbar. Absurd wird es erst, wenn dies DFL-Geschäftsführer Christian Seifert als Erfolg verkauft:

DFL und Lizenzierungsausschuss haben die satzungsmäßige Aufgabe und auch die Verpflichtung gegenüber den Mitgliedern des Ligaverbandes, das Lizenzierungsverfahren bestmöglich durchzuführen. Mit den jetzt vorgelegten Erklärungen und deren fristgemäßer Umsetzung bewegt sich der Verein im Rahmen der Satzungsvorgaben sowie der Statuten des Ligaverbandes.

Sprich, die DFL habe den Verein dazu bewegt, sich an die Statuten der Liga anzupassen. Was schon deswegen ein Witz ist, weil es seitens der Statuten keine Vorgaben gibt, die die Bedingungen, die die DFL im Lizenzierungsverfahren in Bezug auf Mitgliedermitbestimmung und Gremienbesetzung aufstellte, erklären würde. Und was noch viel mehr deswegen ein Witz ist, weil die DFL nun mit dem Druckmittel eines sich hinziehenden Lizenzierungsverfahrens etwas durchgesetzt hat, was keine praxisrelevanten Veränderungen im Vergleich zum Vorherzustand mit sich bringt.

Wodurch sich letzten Endes der Druck der DFL auf RB Leipzig und das Lizenzierungsverfahren selbst als purer Selbstzwecks des Verbands entlarvt haben. Immer wieder tönten Vertreter von Bundesligaclubs, dass man sich bei der Lizenzierung von RB Leipzig schon was einfallen lassen werde. Im Herbst 2011 hatte der HSV mit Verweis auf die Satzung von RB Leipzig und den Protest verschiedener Bundesligaclubs dagegen einen Test gegen Red Bull Salzburg abgesagt. Zu Beginn des Jahres 2014 ging DFL-Chef Andreas Rettig noch auf einem Fankongress mit dem Thema Investoren im Fußball und der Forderung nach Mitgliedermitbestimmung in solchen Vereinen auf Stimmungsfang.

Und dann hat die DFL als Vereinigung der Proficlubs fünf Jahre nach Gründung von RB Leipzig in einem Lizenzierungsverfahren nichts handfestes und gerichtsverwertbares in der Hand und muss auf informellem Wege Druck aufbauen, um wenigstens zwei Änderungen durchzusetzen, mit denen man das Gesicht wahren kann. Oder zumindest eine halbgare Pressemitteilung veröffentlichen kann, in der man sich bestätigt, den Delinquenten eingefangen zu haben.

Was für eine Farce ist eigentlich ein Lizenzierungsverfahren, in dem versucht wird, etwas durchzusetzen, was in den verbindlichen Regeln des Verbands nicht drinsteht? Man kann mit Regelungen unzufrieden sein, dann sollte man sie auch allgemeingültig ändern (was ist eigentlich aus der Kommission geworden, die sich beim DFL um die Absicherung der 50+1-Regel kümmern wollte?). Aber man kann nicht plötzlich in einem formalen Prozess Forderungen stellen, die sich durch nichts legitimieren, außer durch ein Wunschbild, dass man vielleicht vom idealen Verein hat.

Entweder man hat eine Lizenzierungsordnung auf deren Basis man Entscheidungen trifft oder man entscheidet von vornherein einfach auf der Basis eines Gremiums, das sich selber ausdenkt, was man gerne hätte. Dann muss man aber auch so konsequent sein, eine ausgegliederte Profiliga wie die NBA oder die MLS zu bauen und dann einfach die Eigner bzw. die Vereine entscheiden lassen, wer Zutritt haben darf und wer nicht. Unter dem Dach des Ligensystems des DFB ist dies aber nicht zu haben.

Dieser ganze Lizenzierungsprozess, der angesichts der noch in der letzten Woche aufscheinenden Konflikte zwischen DFL und RB Leipzig/ Mateschitz letztlich doch erstaunlich zügig zu Ende ging, war eine ziemlich unschöne Sache. Weil durch die Bedingungen für die Lizenz, mit denen medial der Eindruck vermittelt wurde, dass RB die Lizenz verweigert wurde (was sie ja eben nicht wurde, denn RB bekam im ersten Anlauf die Lizenz, nur eben unter bis Ende Mai zu erfüllenden Bedingungen), der Populismus des Stammtischs bedient wurde. Was dazu führte, dass vielerorts gefeiert wurde, dass die DFL endlich auf der Basis ihrer Statuten klare Kante zeigt. Wobei das mit den Statuten eben gar nicht stimmte.

Der Lizenzierungsprozess war auch deswegen unschön, weil er im Fußballlande mit einer Ost-West-Geschichte aufgeladen wurde. Ganz so als hätte die DFL was gegen RB Leipzig, weil es ein Ostclub sei. Ganz im Gegenteil dürfte gerade die Tatsache, dass Red Bull mit Leipzig einen ungenutzten Standort im Fußballosten fit macht, für die DFL eher ein positives Argument gewesen sein, wird doch auf dem Weg ein enorm ausgehungertes Gebiet erschlossen, aus dem bisher nur wenig Geld in den Profifußball gelangte. Letztlich flossen in die Ost-West-Geschichten und -Verschwörungstheorien 23 Jahre schlechte Erfahrungen mit dem und Misserfolge im bundesdeutschen Profifußball ein. Nichtsdesotrotz war dieser vor allem in Leipzig zu hörende Aspekt von ‚die Wessis machen uns alles kaputt und müssen uns doch endlich mal mitspielen lassen‘ ziemlich überflüssig.

Zumal RB Leipzig nicht DEN Osten repräsentiert, den es sowieso nur als Erzählung bzw. als Gebiet mit wirtschaftlich-historisch gemeinsamen Hintergrund gibt. Das was in Leipzig aufgebaut wird, kann letztlich auch vielerlei positive Folgewirkungen für andere Vereine in der weiteren Region haben, etwas was man sogar in Halle inzwischen eingesehen hat, aber trotzdem spielt RB Leipzig nicht für alle Menschen im Gebiet des NOFV, genausowenig wie ein DFB-Pokalsieg von Carl Zeiss Jena in Erfurt Jubel auslösen würde.

Dass die Lizenzierung ihren Abschluss gefunden hat, ist aus Sicht von RB Leipzig eine positive Sache. Ganz den Schlussstrich ziehen, wie eingangs behauptet, kann man aber wohl trotzdem noch nicht. Erstens steht noch die Frage, wie das Logo künftig aussehen wird. Zweitens kann man sich noch auf Enthüllungsstorys freuen, wer die neuen Mitglieder in den Führungsgremien sein werden. Drittens bleibt die Frage, ob ein veränderter Mitgliederzugang Teil des Lizenzdeals ist. Viertens könnten künftig auch noch mehr Details aus dem Lizenzierungsprozess öffentlich werden. Und fünftens wird es hinsichtlich der Umsetzung der zugesicherten Kompromissdetails zeitliche Vorgaben geben, die RB Leipzig erfüllen muss und natürlich auch verletzen kann.

Nimmt man das alles zusammen, kann man vielleicht noch auf die eine oder andere unterhaltsame, angesichts der erteilten Lizenz aber auch entspannte Fortsetzung der Lizenzierungsgeschichten hoffen. Bis dahin kann sich der geneigte RB-Fan nach dem sportlichen Aufstieg nun auch über den formalen Aufstieg freuen und sich in aller Ruhe den Zweitligaperspektiven widmen. München, Nürnberg, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Co. Die DFL steht den Reisen durch die zweite Liga vorerst nicht mehr im Wege. Dass es die DFL-Statuten sowieso nie taten, geht da als absurde Randgeschichte des Aufstiegs durch.

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15 Gedanken zu „Wir sind Lizenz! (Das vorläufige Ende einer Farce..)“

  1. Hi,

    das Spiel ist doch ganz simpel. Drei Beteiligte: DM, RB, DFL

    DFL besteht auf Irgendwas, DM regt sich tierisch auf, RBL stellt DM ruhig und katzbuckelt bei der DFL. Ergebnis für 95% der echten Fans, die keine Ahnung von Statuten und Lizensbedingungen haben:

    Die mächtige DFL zwingt RBL e.V. gegen den erklärten Willen von DM die Statuten auf.
    Ich gebe zu, dass ich zwischendurch auch ganz schön Bammel hatte, aber so sah das Lizenz-Spiel von Anfang an aus und war auch die letzten Jahre schon so. Einziger Verlierer in dem Spiel ist DM, weil RBL ja jetzt „unabhängiger“ von ihm agiert. *rofl

    Aber ich glaube, DM freut sich tierisch, dass RedBull zwei Wochen lang omnipräsent in allen Sportteilen war und sogar teilweise Titelseiten und Feuilletons gefüllt hat. Also echt, man könnte fast glauben DM geht es hier nur um Marketing …

    LG
    Kati

    1. „Also echt, man könnte fast glauben DM geht es hier nur um Marketing …“
      Das ist ja mal eine Erkenntnis…

      Das was aus dem ganzen Prozess resultieren wird ist dasselbe Konstrukt wie bei Hoppenheim. Im Endeffekt wird im Verein halt doch die Musik von dem gespielt, der die Zeche bezahlt und das ist nun mal DM.

  2. Unterschreibe ich alles.

    Ein, zwei Aspekte:
    1. der DM-Aspekt
    Mateschitz hat bewiesen, dass er die ganze Klaviatur von PR und Marketing-Mix beherrscht. Sein gezielt eingespieltes Interview mit der LVZ – wobei ich seine Aussagen für durchaus authentisch halte was seine innere Einstellung angeht – war der Druck auf dem Kessel, den das Verfahren gebraucht hat. Gefolgt von 2-3 minder beachteten Artikeln in kleineren News-Outlets in denen er „Kompromissbereitschaft“ signalisierte. Kudos an den Marketing-Experten – er hat nix, aber auch gar nix verlernt mit 69.

    2. Der „Osten“-Aspekt
    war sicherlich aufgeladen von Emotionen vieler in Leipzig, sicherlich teils irrational argumentiert, dass „der Westen“ wieder einmal den Osten klein halten wolle etc.
    Nichtsdestotrotz hat es eine Dimension in die Sache gebracht, die sich die DFL keinesfalls an die Backe binden wollte. Schon gar nicht während Cottbus und Dresden in die 3. Liga absacken. In gewisser Weise haben die (zeitlich, sicher nicht ergebnis-verantwortlichen) zufälligen Umstände innerhalb der 2. Liga hier das Drehbuch ein wenig mitgeschrieben.

    Ich bleibe dabei: DFB und DFL täten gut daran der NFL oder NBA ein wenig über die Schulter zu gucken wie man a) Inhaber-geführte Vereine dennoch zu Konsensentscheidungen im Sinne des Sports führt und b) eine Liga-Struktur entwickelt, die trotz allen Geldes die Möglichkeit bietet via drafts etc. auch die permanent schlechten Teams wieder weiter an die Spitze zu führen anstatt über ein Viertel Jahrhundert die gleichen Verlierer- und Gewinnerstrukturen zu zementieren.

  3. Wäre super wenn der Verein sich für die Fans öffnen würde. Ich würde auf jeden Fall Mitglied werden. Ist halt die Frage wie viel wir Fans dann tatsächlich mitbestimmen können.

  4. Ich finde es ganz interessant, dass die Überschrift „Wir sind Lizenz“ lautet, denn ein zentraler Bestandteil der Diskussion war ja, dass RB seine eigenen Fans nicht als Mitglieder haben will.

    Aber herzlichen Glückwunsch, dass das Produkt was ihr gut findet jetzt eine Liga höher verkauft werden darf ;-).

  5. Nix NFL oder NBA. Kein Eingriff in die Autonomie der Vereine, was Transfers angeht. Und auch kein geschlossenes System ohne Auf- /Abstieg. Abschaffung der Relegation! Mehr Durchlässigkeit von oben und unten zu lassen. Und wenn Vereine schlecht sind, müssen sie halt runter.
    Verboten sollte auch weiterhin bleiben das Erkaufen/Verkaufen der Lizenz. Das ist doch der Hauptgrund warum viele Rasenballsport nicht leiden können. Sie haben sich eingekauft. Finde ich bei anderen Vereinen auch nicht gut, dass sie sich so nach oben „arbeiten“, siehe LOK, Wehen-Wiesbaden.

    Die ganze Lizenzgeschichte ist doch ein Witz, Logo ändern ist das Einzige was die DFL/DFB beanstanden konnten und haben sie auch gemacht. Der DFB hätte dem Logo so schon nicht zustimmen dürfen.
    Ob der Verein 9 oder 100.000 Mitglieder hat geht die DFL/DFB nichts an und wer dem Verein vorsitzt auch nicht. Solange diese Personen nicht strafrechtlich auffällig geworden sind.

    Und den Ost/West Quatsch kann man sich im Zusammenhang mit Rasenballsport und RB direkt sparen. Rasenballsport hat seine Heimat in Leipzig, aber mit einem Verein aus’m ehemaligen Osten ist das nicht zu vergleichen oder gleich zu stellen.
    Für mich könnte die Mannschaft in jeder deutschen Stadt spielen, sie hätte das gleiche negative Image und mMn die gleichen Probleme mit der DFL (anderen Profivereinen)/DFB.

  6. Nach den Aufregungen für alle Beteiligten, doch auch den normalen Sportinteressierten im ganzen Land, war das von der DFL bestimmt nicht absichtlich angesetzte Säbelrasseln eher beendet als es so richtig angefangen hatte. So richtig dabei weiß man in der hiesigen Sportwelt allerdings nicht, ob dazu die beiden Widersprüche des „Brause-Didis“ (war es überhaupt der richtige Ansprechpartner?) und seine finanziell fundamentierte juristische Kampfbereitschaft, die scheinbar lückenhaften, vielleicht sogar noch ungenannten, Regeln der DFL oder die für die Allgemeinheit noch unbekannten neuen Inhalte der durch „RaBa“ nachgereichten „Verbindlichen Erklärung“, die scheinbar die DFL und den Lizenzierungsausschuss überzeugten, zur „Kompromis-Lizensierung“ sorgten……

    Natürlich sind jetzt alle Sportfreunde im Land gespannt, mit welchen zugesagten Änderungen im Logo und Mitwirkungen der Gestaltungskräfte bei den Mitgliedern der Leipziger Verein nun aufwarten wird ( brauseunabhängiges „Frischmaterial“ im Gremiumbereich)!
    Mir scheint nach diesem Beispiel allerdings, dass die Lizenzierung ein „Buch mit sieben Siegeln“ ist! Dazu fällt mir ein Beispiel vom letzten Jahr ein:
    Die beiden im unteren Tabellendrittel gelandeten damaligen Drittligisten Kickers Offenbach und der FC Rot-Weiß Erfurt mussten in die Frankfurter Zentrale einen sechsstelligen EURO-Betrag im unteren Bereich überweisen. Während das die Offenbacher, trotz Millionenschulden, taten, doch leider auf ein falsches Konto(!), rechneten die Erfurter damals mit einem Landes-Pokalendspielsieg gegen den fünftklassigen(!) Verein „Schott“ Jena, der das Hauptgeld dafür einbringen sollte. Durch die überraschende 0:1- Niederlage wurde daraus aber nichts! Mit anteiligen Spielergehältern und einem „Bettelaufruf“ des Erfurter Präsidenten Rombach über die Zeitungen konnte der Betrag bis zum Termin einige Tage später gerade noch aufgebracht werden! Erfurt erhielt die Lizenz, Offenbach nicht! Die Erfurter verloren übrigens in dieser Woche im gleichen Endspiel und Stadion, allerdings gegen seinen viertklassigen „Erzfeind“ CZ Jena, gar mit 0:5…….

    Zurück nach Leipzig:
    Es hat sich bestimmt überall herumgesprochen, dass sich die zwei ehemaligen Oberligavereine schon seit vielen Jahren nicht mehr leiden können. Komischerweise passierte auch noch ein Wunder als nach der Zusammenführung von besseren Spielern ausgerechnet die vermeintlich schlechter besetzte Mannschaft 1964 auch noch DDR- Meister wurde! Nach der „Kehre“ wechselten sich Turbu- und Insolvenzen munter ab. Vom Leipziger Spitzenfußball war nichts mehr zu sehen…..bis sich ein auswärtiger „Investor“, der keine Gedanken an Auto- oder andere Fabriken in dieser Stadt hatte, sondern nur eine gut funktionierende Fußballtruppe hier aufbauen und bekanntmachen wollte, über den Leipziger Randverein, SSV Markranstädt, zu einem „Fremdling“ wurde, aber auffällig nach und nach immer mehr die Herzen der Leipziger und Umgebung erobert. Nach dem oben genannten fast vierzehntätigen „Kindergartenspielchen“ kann nun der offizielle Zweitligist „RaBa“ endlich das Erbe von Dynamo Dresden und Energie Cottbus antreten!

    Übrigens, warum der DFB sowie die DFL die beiden kleinen munter spielenden Lieblingstierchen aus dem Leipziger Zoo erst jetzt nach fast 5 Jahren auf dem Dress der Akteure sowie anderen Utensilien bemerkten, wird allein ihr Geheimnis bleiben…….

  7. Bin ich glücklich? Erst das Muskelspiel vom D.M. beim Interview mit dem lieben Guido und dann diese Lizenzerteilung 2. Klasse nach 5-jähriger Vorbereitung durch unsere „Experten“ mit Herrn Schickhardt im Schlepptau – ich bin maßlos ENTTÄUSCHT…
    Natürlich freue ich mich auf Pauli, den HSV (?) und die Ostberliner sowie Aue, wobei die beiden letztgenannten nun endlich gegen uns spielen müssen!!!

  8. Jetzt ist das Thema Lizenz wirklich tot. Wochenlang kommt immer wieder jemand, dem man erklären muss, was ein e.V. ist, der das dann doch nicht einsehen will, dass es geschriebene Gesetze gibt. Willkommen im Jahre 2014.

    Und nun – Party -Nie mehr 3. Liga – nie mehr!

    Wer kommt nun? Das beschäftigt mich.

  9. Nachruf

    Sie war uns vertraut. Schlechtes haben wir nicht zugelassen. Für Ausnahmen von der Regel erfanden wir etwas. Doch plötzlich mussten wir Abschied nehmen.

    Du heile Fußballwelt.

  10. Das wirklich traurige an der ganzen Lizenz-Episode ist, dass sich am Ende nichts verbessert hat. Keiner der Akteure arbeitet an der Lösung des nun wirklich offensichtlich gewordenen Problems: die Idee des Sportvereins wie er vor 100 Jahren mal angedacht war ist dem Wandel der Zeiten nicht mehr gerecht. Sicherlich wird es – und sollte es – in Fußballland die vielen kleinen Stadtteil- und Vorortvereine geben. Die sind ein gewachsener Bestandteil unseres Soziallebens und für die große Masse derer, die nie zum Profi werden, tut es dieses System auch.
    Allerdings ist das Konstrukt der Vereine (so wie es geschrieben steht, nicht wie es praktiziert wird) einfach nicht geeignet bezahlten Profifußball zu regeln, der international mithalten kann. Und es ist halt auch nicht damit getan jedes Mal im Hinterzimmer irgendwelche Deals auszukarteln. Das höhlt das ganze Thema nur noch mehr aus und bald wird nur noch der Zynismus regieren angesichts des Schauspiels, das sich zuträgt. Sicherlich könnte man sagen es funktioniert doch: Deutschlands Fußball ist wettbewerbsfähig, die Liga ist finanziell insgesamt gesehen gesund. Aber eben nur weil schon längst von allen Seiten das Geld über andere Wege Eingang gefunden hat.

    Da wäre mir eine ehrliche Reform lieber.

  11. Das strategisch perfekt von RB inszenierte Säbelrasseln um die Lizenz hat ja hierzulande wieder einiges Jammern provoziert („Ost-West-Geschichte“). Nachdem nun klar ist, wer in den beiden Bundesligen spielt, will ich der Sache mal sachlich auf den Grund zu gehen versuchen.

    Verteilt man die 18 Plätze der 1. Liga entsprechend der Einwohnerzahl der Bundesländer nach dem d’Hondtschen Höchstzahlverfahren (wer Spaß daran hat, kann das mal mit Hare-Niemeyer berechnen), kommt man nach aktuellem Tabellenstand zu dem Ergebnis, dass Gladbach, Werder, der HSV, Köln und Paderborn dort nichts zu suchen haben und durch Nürnberg, FSV Frankfurt, Aue, Kiel und Babelsberg zu ersetzen sind.

    Macht man die Rechnung für beide Bundesligen auf, haben Hamburg und Bremen einen, Bayern zwei und NRW sowie BaWü. je drei Mannschaften mehr, als ihnen theoretisch zustehen; dagegen sind Meckpomm. und Sachsen mit einer, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit je zwei Teams unterrepräsentiert.

    Die Ossis werden wieder über den Tisch gezogen? Nein, ein klares Spiegelbild der ökonomischen Gegebenheiten: Alle Bundesländer mit einem rechnerischen Überhang an Bundesligamannschaften liegen auch oberhalb des Deutschland-Durchschnitts beim Bruttoinlandsprodukt/Einwohner und alle mit „zu wenig“ Bundesligateams darunter; nur Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und das Saarland (mit negativem BIP/Ew.) erreichen ihre errechnete Repräsentanz – aber eben auch nicht mehr.

    Dass sich über die verwendeten Parameter und die Berechnungsmethode trefflich streiten lässt, geschenkt; andere Verfahren werden zu keinen grundlegend anderen Ergebnissen kommen. Bundesligafussball in ökonomisch schwächen Regionen langfristig zu etablieren, funktioniert wohl nur mit ökonomischer Power – fürwahr keine neue Erkenntnis.

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