Aufstiegsgipfel

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98 (19.04.2014, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Yussuf Poulsen.]

Das Spiel zwischen RB Leipzig und dem SV Darmstadt 98 ist zum jetzigen Zeitpunkt wohl so ziemlich das spektakulärste, das man sich für die dritte Liga vorstellen kann. Im Kampf um den direkten Aufstiegsplatz empfängt der Zweite den Dritten, der aktuell nur einen Punkt zurück liegt und die Bilanz der letzten Wochen und Monate auf seiner Seite hat. Denn seit nunmehr 17 Spielen ist der SV Darmstadt 98 ungeschlagen und damit das derzeit beste Team der Liga.

Einen Makel hat die Bilanz der Hessen allerdings und der besteht darin, dass Darmstadt in Spielen gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel sehr schlecht punktet. Nur neun Punkte holte man aus den acht Spielen, vor denen der jeweilige Gegner einen der ersten sieben Plätze belegte. Das macht einen Schnitt von gerade mal reichlich einem Punkt, während Darmstadt in den restlichen Spielen auf mehr als 2,2 Punkte pro Partie kommt. Zum Vergleich: RB Leipzig holte in Partien gegen Topmannschaften durchschnittlich 2,17 Punkte..

Abgesehen davon ist die Bilanz des SV Darmstadt 98 überragend. Erst sechs Gegentore in 2014 kassierte. Dabei nur noch eins in den letzten acht Spielen und das war das Ehrentor, das die Hallenser bei der 1:4-Niederlage zum Endstand erzielten. 31 Punkte in den 13 Spielen seit der Winterpause sind absoluter Topwert.

Dass Darmstadt eine solch großartige Serie spielt, darf man getrost als die größte Überraschung der aktuellen Drittligasaison sehen. Nicht nur, dass sie am Ende der vergangenen Spielzeit sportlich eigentlich abgestiegen waren und nur durch Lizenzentzüge am grünen Tisch den Klassenerhalt feierten. Auch neun Neuzugänge, die allesamt zuvor nicht gerade auf der aufstrebenden Karriereleiter unterwegs waren und von denen sechs zu Stammspielern wurden, ließen nicht erwarten, dass man sofort ein eingespieltes Team sehen würde, das sich mit den Topfavoriten für den Aufstieg messen kann.

Darmstadt erlebt wohl derzeit eine derart außergewöhnliche Situation, wie sie Vereine ohne größeren wirtschaftlichen Background höchstens einmal in 20 Jahren erleben. Eine Situation, in der alle Entscheidungen funktionieren und man sich in einen Flow und eine Euphorie spielt, wie man es nur selten erlebt. Dass man ausgerechnet gegen Burghausen vor einer Woche zum zweiten Mal in dieser Spielzeit (und zum fünften Mal in drei Drittligajahren) mehr als 10.000 Besucher begrüßen konnte und auch in Leipzig mit vermutlich 2.000 Fans aufschlagen wird, zeigt, dass da gerade sportlich etwas besonderes vorgeht.

Wenn man auf der Suche nach Ursachen für den Darmstädter Aufschwung ist, dann denkt man natürlich zuerst einmal an den Trainer Dirk Schuster, der seinem Team die notwendige Intensität einimpfen konnte. Zudem verkörpert die Mannschaft eine ausgewogene und für die dritte Liga perfekt passende Mischung aus Robustheit, spielerischen Qualitäten und klarem Plan. Eine Mischung, die dazu führt, dass man defensiv unheimlich kompakt steht und den Gegner mit Physis und Kompaktheit bearbeitet und beeindruckt.

Offensiv wiederum hat man mit Dominik Stroh-Engel das perfekte Puzzlestück, mit dem man der Konkurrenz einiges voraus hat. Wobei man beim Blick auf die überragenden Torstatistiken des Stürmers (26 Tore in 31 Einsätzen, davon sieben Elfmeter) ein wenig übersieht, dass Stroh-Engel darüber hinaus im Angriff auch als ballverteilende Wand unheimlich wichig ist. Sprich, viele Bälle legt der 28jährige Angreifer mit alles überragenden 1,97 m Körpergröße auf die nachrückenden Spieler auf den Flügeln oder im Mittelfeld ab, um anschließend selbst wieder in der Sturmmitte in Position zu laufen und die Bälle zu versenken.

Sprich, als verteidigendes Team, musst du Stroh-Engel, der es mit dem Fuß mindestens genauso gut kann wie mit dem Kopf, nicht nur im Strafraum verteidigen, sondern dir auch etwas einfallen lassen, wenn er sich als Ballverteiler etwas fallen lässt. Entweder, indem man ihn bspw. durch Doppeln am Verteilen hindert oder indem man die Anspielstationen konsequent zustellt. Wenn man in Stroh-Engel ausschließlich denjenigen sieht, der irgendwo zwischen 11 und 5 Metern Torentfernung verschiedene Körperteile in entsprechende Bälle hält, hat man jedenfalls nur Teile seiner Qualitäten ausgemacht.

Mitentscheidend, wenn man über den Erfolg von Darmstadt redet, dass man trotz der vielen Neuzugänge unheimlich schnell als Team zusammenwuchs. Wobei man in der Hinrunde auch durchaus Anpassungsschwierigkeiten gesehen hat. Nur 10 Punkte aus den ersten acht Spielen zeigten, dass die Mannschaft neu zusammengestellt wurde. Weitere vier Niederlagen bis zum Hinrundenende bewiesen auch, dass man in Sachen Konstanz noch nicht perfekt war.

Letztlich entscheidend aber, dass Darmstadt durchgängig in dieser Saison über eine klare Hierarchie und Struktur in der Mannschaftformation verfügt, sprich sich der Kern der Stammelf über bisher 34 Spiele fast gar nicht verändert hat. Wobei den Hessen auch zugute kam, dass man beinah vollständig von Verletzungen verschont blieb. Was angesichts des nicht gerade breiten Kaders und der langen Saison an ein Wunder grenzt.

So kommt es, dass die 11 meisteingesetzten Spieler des SV Darmstadt 98 zusammen im Schnitt in jedem Spiel fast 80 Minuten auf dem Feld standen. RB Leipzig kommt aufgrund von vielen Verletzungen, einem breiten Kader und dem nachteilig wirkenden, aber in Richtung Zukunft nachvollziehbaren, auch im Winter noch mal betriebenen Kaderumbau Richtung Zweitligateam auf nicht mal 60 Minuten, die die elf Topspieler zusammen auf dem Platz standen. Wenn man es zusammenfassen will, dann schlägt seit der Winterpause Eingespieltheit zumindest über alle Spiele hinweg die größere individuelle Leipziger Klasse. Ein Vorteil, den schon Chemnitz in der Regionalligasaison 2010/2011 zu nutzen wusste.

Dass RB Leipzig über die größere individuelle Klasse verfügt, zeigt sich auch darin, dass der RB-Kader ungefähr doppelt so viele Spiele in den obersten deutschen Spielklassen und etwa viermal so viele Spiele in den jeweils zwei obersten Spielklassen internationaler Ligen versammelt. Nichtsdestotrotz stehen auch im Darmstädter Kader 11 Spieler, die schon mal in höheren Ligen als der deutschen dritten gespielt haben. Ein Team, bestehend aus heurigen Hasen ist der SV Darmstadt 98 also auch nicht.

Eher schon ein erfahrenes Team mit vielen Spielern, die noch mal zeigen, dass sie sportlich auch höhere Ziele erreichen können. Dass da einige Erfahrung im Team steckt, sieht man daran, dass die Startelf der Darmstädter ungefähr zwei Jahre älter sein wird als die von RB Leipzig. Worin sich auch die unterschiedlichen Konzepte bei der Kaderzusammenstellung widerspiegeln. Jung und mit Potenzial für die Zukunft bei RB, mittleres Alter und ohne größeren Anlauf bei irgendwas nahe an 100% in Darmstadt. Auch darin erklärt sich vielleicht ein wenig, warum RB eine sehr gute und Darmstadt eine überragende Rückrunde spielt.

Genau daran liegt aber auch eventuell der nicht nur perspektivische Nachteil der Darmstädter. Denn während sie kaum noch Steigerungsmöglichkeiten haben, hat RB Leipzig genau dieses Potenziel für Entwicklungsschritte und entsprechende Verbesserungen. Eventuell erklärt sich dadurch auch die oben erwähnte Statistik, dass Darmstadt gegen Topteams nicht ganz so gut abschneidet. Sie sind im Schnitt der Saison unheimlich stabil und konstant und gewinnen gegen normale Drittligateams mit Physis, Erfahrung und klarer Offensivstruktur fast alles. Aber gegen Topteams gibt es dann nicht mehr so viel zuzusetzen. Und wenn man Darmstadt die Physis nimmt und ihre läuferischen Qualitäten kompensiert, dann bleibt ihnen nicht mehr ganz so viel. Quasi wie Kiel nur ein, zwei Nummern besser und auch ein Stück vielschichtiger.

Wenn man jedenfalls die Bilanz der drei Topteams der Liga in Spielen untereinander nimmt, dann ist hier RB Leipzig bisher das beste Team und zeigt so auch, dass man, wenn man die Spitzenleistungen nebeneinander legt, eventuell das beste Team der Liga ist, dem insgesamt ein wenig die Konstanz fehlt, um eine überragende Saison zu spielen. In drei Spielen gegen Heidenheim und Darmstadt holte man jedenfalls sieben Punkte, während Darmstadt bisher bei vier Punkten aus drei Spielen steht und sich Heidenheim gar mit zwei Punkten aus vier Spielen begnügen muss. Im direkten Duell zwischen Leipzig und Darmstadt wird sich auch zeigen, ob die Hessen die scheinbare Lücke in Spitzenspielen geschlossen haben und zur Crunchtime noch mal eine Schippe drauf legen können.

Statistisch wird es dabei auch nicht unwichtig sein, ob die Gäste in Führung gehen. Denn von 21 Spielen, in denen man in Führung lag, gewann man 19 und verlor erst eins. Wenn man in Rückstand geriet, gewann man auf der anderen Seite bisher noch kein Spiel. Eine Bilanz, mit der nur Elversberg und die Stuttgarter Kickers im negativen Sinne mithalten können. Wobei Darmstadt seit der Winterpause auch schon in drei Spielen nach Rückstand wenigstens einen Punkt holte. Und damit drei Punkte in mittelprächtigen Auftritten sammelte, die für den aktuellen Zwischenstand nicht unwesentlich sind.

Ob die Darmstädter mit einem Punkt in Leipzig zufrieden sein werden, wäre wohl abhängig vom konkreten Spielverlauf. In Sachen Aufstiegskampf wäre ein Unentschieden eine klare Vertagung, die angesichts des Restprogamms beider Teams wohl trotz eines Punktes Rückstand leichte Vorteile für die Hessen bedeuten würde. Gewinnt eines der beiden Teams, dann hätte der jeweilige Sieger die Vorteile mehr oder minder deutlich auf seiner Seite. Ohne dass man von einer endgültigen Vorentscheidung sprechen könnte. Beide Mannschaften haben das Potenzial die dann noch übrigen drei Saisonspiele zu gewinnen. Beiden sind aber auch noch Verlustpunkte zuzutrauen.

Im Kampf um den Aufstiegsplatz wird beim SV Darmstadt 98 Jan Zimmermann im Tor stehen, einer von nur drei Keepern, die bisher noch keine Drittligaminute verpasst haben. Der vermutlich unabhängig vom Ausgang des Aufstiegskampfes in die zweite Liga aufsteigen wird, da er Darmstadt am Saisonende verlässt und den Gerüchten nach gen Heidenheim wechseln wird. Von der Qualität her gehört Zimmermann, der in den letzten Wochen einige Male die Punkte festhielt, sicherlich in die zweite Liga.

In der Innenverteidigung wartet vor allem auf Daniel Frahn das – folgt man den Kickernoten – beste Duo der dritten Liga. Benjamin Gorka, mit 1,95 m eine echte Kante, wurde vom Kicker in der Winterpause zudem zum besten Abwehrspieler der Liga erhoben. Ergänzt wird er durch Kapitän Aytac Sulu.

Links hinten verteidigt Michael Stegmayer, dessen Offensivqualitäten sich in sechs Torvorbereitungen ausdrücken. Wie Zimmermann hat auch er noch keine Drittligaminute verpasst, etwas was bis jetzt noch zwei Feldspieler in der Liga von sich behaupten können. Rechts hinten wird die Abwehrviererkette vom vor allem defensivstarken Aaron Berzel ergänzt.

Im zentralen Mittelfeld räumt Hanno Behrens, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und den zu verlängern man in Darmstadt bemüht ist, erfolgreich ab. Neben ihm agiert mit Jérôme Gondorf einer, den Coach Schuster mehr oder minder direkt von den Stuttgarter Kickers mitbrachte.

Wichtiges Bindeglied im Team in Richtung Offensive sind die Außenspieler im 4-4-2-System der Hessen. Rechts agiert dabei mit Milan Ivana der nach Stroh-Engel zweitbeste Scorer im Team. Vier Tore und sieben Vorbereitungen hat der Slowake bereits auf seiner Liste. Gefährlich auch der bundesligaerfahrene Marcel Heller, der im Hinspiel insbesondere in der Anfangsphase für viel Betrieb sorgte.

Im Sturm dann der schon erwähnte Dominik Stroh-Engel, zu dem man eigentlich nichts mehr sagen muss. Wichtig neben ihm Marco Sailer, der so etwas wie das freie Offensivradikal ist und mit seinen Laufwegen Lücken reißt, aber auch wichtige Defensivarbeit leistet. Mit bereits acht Torvorbereitungen und zwei Toren ist Sailer aber auch vor dem Tor zu einem wichtigen Spieler geworden.

Wenn man es positiv sehen will, dann weiß man relativ genau, was man kriegt, wenn man gegen Darmstadt spielt. Zu vermuten ist, dass man sich taktisch ein wenig auf RB Leipzig einstellt und vermehrt den gegen RB schon populär gewordenen Diagonalpass auf die Flügel suchen wird, um das Pressing der Gastgeber zu überspielen und die eigenen gefährlichen Waffen ins Spiel zu bringen.

Was für die RasenBallsportler den unangenehmen Nebeneffekt hat, dass man insbesondere auf den Außenverteidigerpositionen aufpassen muss. Dabei hat man genau auf diesen Positionen aktuell die größten Sorgen. Heidinger, der derzeit beste Außenverteidiger (meist links) der Mannschaft konnte seit dem Dortmund-Spiel wegen Knieproblemen noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Im schlechtesten Fall, von dem noch niemand etwas wissen will, könnte er ausfallen.

Rechtsverteidiger Georg Teigl kämpfte nach dem Dortmund-Spiel auch mit Verletzungsproblemen und war nicht voll belastbar. Zudem hatte Teigl in der Vergangenheit gerade in Sachen Defensivzweikampf als gelernter Offensivmann noch so seine Probleme. Die für einen Mann wie Marcel Heller im direkten Aufeinandertreffen ein gefundenes Fressen wären.

Aktuell ist also schwer zu sagen, welche Außenverteidger überhaupt zur Verfügung stehen und in welcher körperlicher Verfassung sie sein werden. Alternativ zu Teigl und Heidinger stünden jedenfalls Jung und Sumusalo oder auch Tim Sebastian zur Verfügung. Insbesondere letzterer wäre in Sachen Defensivzweikampf eine gute Wahl. Mit entsprechenden Einbußen bei der offensiven Dynamik.

Was direkt zur Innenverteidigung führt, wo Sebastian am vergangenen Sonntag in Dortmund nicht sehr glücklich aussah. Was die Frage aufwirft, ob er sich gegen Darmstadt noch mal zeigen kann oder ob der mit den Hufen scharrende Fighter Fabian Franke den Darmstädter Topstürmer an der Seite von Niklas Hoheneder bekämpfen darf.

Ansonsten liegt die Besetzung von RB Leipzig – vorausgesetzt die gestern von BILD vermeldete Fandrich-Verletzung aus dem Training erweist sich als nicht schlimm – auf der Hand und wird von den letzten Spielen nicht abweichen.

  • RB Leipzig: Coltorti – Teigl (Sumusalo/Sebastian), Hoheneder, Sebastian (Franke), Heidinger (Jung) – Fandrich, Demme, Kimmich – Kaiser – Poulsen, Frahn
  • SV Darmstadt 98: Zimmermann – Berzel, Sulu, Gorka, Stegmayer – Ivana, Gondorf, Behrens, Heller – Sailer, Stroh-Engel

Schwierig in dieser Partie einen Favoriten auszumachen. Für Darmstadt sprechen Euphorie, die fast perfekte Rückrunde, die aktuelle Form und die Eingespieltheit. Für Leipzig sprechen die größeren individuellen Qualitäten, die Möglichkeit sich in einem Topspiel noch mal zu steigern und die Tatsache, dass man sich gegen die physischeren Teams der Liga (z.B. Kiel oder Heidenheim) erstaunlicherweise meist etwas leichter tat. Inwieweit die erwarteten über 30.000 Zuschauer ein Faktor werden, ist unklar. Eine solche Kulisse dürfte letztlich für beide Teams gleichermaßen Motivation und Druck sein. Aber gut vorstellbar auch, dass sich ein Team mit seinem Anhang in einen Flow spielt und durch die 90 Minuten getragen wird. Kann man sich aber tatsächlich für beide Teams vorstellen.

Abgesehen von Relegationsspielen ist ein direktes Duell um einen direkten Aufstiegsplatz so kurz vor dem Saisonende eine der aufregendsten Geschichten, die der Fußball zu bieten hat. Die sehr wahrscheinlich größte Kulisse in einem Ligaspiel in Leipzig seit Umbau des Zentralstadions zur WM-Arena, die sich inzwischen Red-Bull-Arena nennt (gleichzeitig zweitgrößte Zuschauerzahl jemals in einem Drittligaspiel), zeigt, dass man sich in Leipzig dieser aufregenden Geschichte mehr als bewusst ist. Mal sehen, was Mannschaften und Publikum daraus machen werden.

Fazit: Als Anhänger des runden Leders kann man sich auf diese Partie zweier Kontrahenten mit sehr unterschiedlichen Philosophien und Stärken, die trotzdem aktuell auf Augenhöhe agieren, in einer ziemlich vollen Red Bull Arena nur freuen. Das Spiel wird wohl mit derselben hohen Intensität geführt werden wie das Hinspiel im vergangenen Herbst. Damals löste Dominik Kaiser spät den Knoten in einem Spiel, in dem Darmstadt insgesamt die etwas größeren Anteile und mehr Chancen hatte. Völlig offen wie sich die Neuauflage entwickeln wird.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98 nicht vor Ort verfolgen kann und am 19.04.2014, ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Fanradio. Oder schalte beim Livestream des MDR [broken Link] oder im MDR-Fernsehen vorbei. Alternativ steht auch der Livestream des Hessischen Rundfunk [broken Link] oder die dortige Fernseh-Übertragung zur Verfügung.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SV Darmstadt 98

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98 mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Yussuf Poulsen.

13.52

Das war es von hier. Wie immer bei solchen größeren Anlässen und wenn Ralf Rangnick vor Ort ist viele Fragen zur allgemeinen Orga rund um den Fußball bei Red Bull. Deren Antworten man überwiegend schon kennt.

Ansonsten bleibt die Vorfreude auf das samstägliche Spiel. Da kann man ja den Karfreitag gut mit verbringen. Viel Spaß mit dem Feiertag und schöne Ostern.

13.45

Zorniger: “Haben klaren Plan, wie wir gegen Darmstadt spielen. Und den werden wir umsetzen, solange uns unsere Füße tragen.”

Rangnick zu möglichem zukünftigen Intesse an RB-Spielern, konkret Poulsen: Sei ja noch nicht mal ein Jahr hier. Und er merke, dass er sich hier entwickeln kann und Spaß daran hat. Zudem sei die Stadt schön. “Entwicklung von Mannschaft und Spielern sollte simultan verlaufen.” Solange dies der Fall sei, gäbe es keinen Grund Spieler abzugeben.

Zorniger: Entwicklung von Poulsen sei noch nicht abgeschlossen.

Rangnick: Wenn Poulsen Interesse an großen Erstligavereinen gehabt hätte, hätte er letztes Jahr schon hingehen können. Da habe er nämlich einige Angebote gehabt.

Rangnick zu Abgängen in Salzburg: Man müsse niemanden abgeben. Theoretisch sei aber alles möglich. Sei aber ähnlich wie bei Poulsen. Die Spieler seien gekommen, um sich zu entwickeln und das tun sie. In Salzburg.

Rangnick zu irgendwas mit Austausch zwischen Salzburg und Leipzig und dass man Dinge delegieren können muss.

Rangnick: Viele Vereine mit Salzburg und Leipzig und den Nachwuchsteams sei ein Privileg, da man für jeden Spieler, an dem man Interesse habe, ein perfekt zugeschnittenes Paket schnüren kann.

Zorniger: Gutes Verhältnis zu Schuster. Dass der RB einen Giganten nennt, sei typisch für Schuster, da er immer versucht, die Favortienrolle abzuschieben. Aktuelle Dreierkonstellation sei in der dritten Liga “ungewöhnlich”. Deswegen hätten alle drei Topteams einen “Riesenjob” gemacht und ab jetzt gehe es nur noch um “Nuancen”.

Rangnick bestätigt eine zehnjährige Zusammenarbeit mit Nike als Ausrüster. Sowohl in Leipzig als auch in Salzburg. “Freuen uns da riesig drüber.”

13.32

Ein paar Früher-vs-Heute-Geschichten..

Rangnick zu Roger Schmidt “Wüsste nicht, warum es unsererseits Verhandlungen geben sollte.” Man habe vor ein paar Monaten den Vertrag verlängert und damit ein beidseitiges Bekenntnis abgeliefert. (Heißt übersetzt wohl irgendwas wie: lasst mich in Ruhe mit der Frage nach Roger Schmidt.) Ist stolz darauf, noch keine Trainer entlassen zu haben und merkt noch an, dass mit Jens Härtel nun sogar ein Coach zu einem großen Traditionsclub gehe. (Regionalliga benennt er aber nicht in dem Zusammenhang mit Härtel und Magdeburg..)

Zorniger: Ein Sieg gegen Darmstadt wäre ein großer Schritt. Man habe anschließend aber auch noch ein schweres Programm. Positiv sei, dass man nach einem Sieg auch bei einem Ausrutscher in einem der letzten drei Spiele noch Zweiter wäre.

Zorniger: Montagabend schaue er nicht Simpsons, sondern dann doch eher Fußball. Sprich, die Gedanken an die Relegation seien da, aber aktuell trotzdem nicht zentral.

Rangnick zur Zweitligaplanung: “Noch nicht weit fortgeschrittene Planungen. Gucken grundsätzlich das ganze Jahr und scouten ständig. Konkrete Gespräche können wir aber erst führen, wenn wir wissen, in welcher Liga wir spielen.”

Zorniger noch mal zur Aufstellung: Keine großen Änderungen. Nach einem schlechten Spiel könne man nicht alles verändern. “Mein Urvertrauen in die Spieler ist riesig.”

Rangnick zum Anforderungsprofil von möglichen Zweitligaspielern: gute Mentalität, fußballerisch gut, schnell, jung. Vor einer Verpflichtung treffe man jeden Spieler persönlich.

13.22

Zorniger zweifelt an den Aussagen Darmstädter Spieler, dass die Partie in Leipzig keine besondere sei und es auch nur um drei Punkte gehe. “Wird für sie und auch für uns ein ganz besonderes Spiel sein. Wenn es nicht so wäre, dann wäre es furchtbar.” Sei ein Unterschied vor 400 Leuten in Torgelow oder vor mehr als 30.000 Zuschauern um die zweite Liga zu spielen.

Rangnick habe mit der direkten Spielvorbereitung nichts zu tun. “Alex macht das in den letzten eineinhalb Jahren überragend. Besser geht es nicht.”

Zorniger auf die Frage, wie man Stroh-Engel ausschaltet: “Wie in der Vorrunde.” “Er ist 1,97. Kleiner werden wir ihn nicht kriegen.” “Konzentrieren uns nicht unheimlich auf den Gegner.”

Zorniger zur Aufstellung: Wird wohl keine Veränderungen in der Innenverteidigung geben, weil die vor Dortmund alles richtig gemacht habe. Spricht also für Hoheneder und Sebastian.

Rangnick zur Vereinsentwicklung: “Mehr Erfolg wie in den letzten eineinhalb Jahren geht nicht.” “Ergebnisdruck liegt bei Darmstadt. Müssen gewinnen, um auf Platz 2 zu kommen.” “Mit unserer Spielweise kann man nicht auf Unentschieden spielen.” “Mannschaft hat sich fußballerisch weiterentwickelt. Gute Mischung aus Spielern, die letztes Jahr schon da waren und Neuzugängen.” “A-Jugend ist auf einem guten Weg. B-Jugend ist vom Abstiegskandidaten zu einem Kandidaten für die deutsche Meisterschaft geworden.” “Sensationelle Zuschauerentwicklung.”

13.13

Zorniger: Alle Keeper sind fit. Auch Domaschke. Heidinger wurde heute leicht belastet. Sollte wie Fandrich am Samstag zur Verfügung stehen. Teigl auch.

Morys ist Vater geworden. Und ist auch wieder fit.

“BVB ausgiebig analysiert. War kein tolles Spiel. Habe deutlich meine Meinung gesagt, aber auch klargemacht, dass es uns stark macht, dass wir mit einer Aktion wieder ins Spiel kommen können. Brauchen das Urvertrauen in unserer Spiel auch bei Widerständen. Darmstadt wird ein absolutes Highlight. Erinnert mich an das Relegationsspiel vor einem Jahr. Jungs machen einen sehr guten Eindruck.”

Bei Amtsantritt hätte sich Zorniger nicht unbedingt vorgestellt, in eindreiviertel Jahren in die zweite Liga aufsteigen zu können.

Darmstadt spiele eine sehr gute Runde. “Fakt ist, dass wir in Darmstadt und in Heidenheim gewonnen haben und in den direkten Duellen zwischen den drei Topclubs gut aussahen.” Man müsse Stroh-Engel und die Standardsituationen in den Griff kriegen. “Es steht nicht bei dem einen 600.000 und bei dem anderen 30.000 auf dem Rücken. Es werden 11 motivierte gegen 11 motivierte Spieler antreten.” Dirk Schuster sei ein guter Trainer. In Großaspach sei Zorniger hinter Schuster eingelaufen, nun will er vor ihm ins Ziel kommen.

Rangnick hält 35.000 bis 40.000 Zuschauer für möglich. “Unfassbare Zahl. Zeigt, was sich entwickelt hat in den letzten eineinhalb Jahren. Die Mannschaft ist bereit für das Spiel. Von unserer Seite kann es losgehen.”

13.07

Vorverkauf: bisher 25.000 Tickets weg.

Yussuf Poulsen zum BVB-Spiel: “Nicht so gut gespielt. Trotzdem Punkt geholt, der entscheidend sein könnte am Ende. Haben die Fehler analysiert und jetzt geht der Fokus auf Darmstadt. Wird eine schöne Kulisse. Intensives Spiel. Entscheidendes Aufstiegsspiel. Kampfspiel mit vielen Zweikämpfen. Beide Teams wollen die drei Punkte holen.”

“Glaube, dass Darmstadt seht aggressiv spielen wird. Werden versuchen, unser Spiel zu schaffen mit unserem Gegenpressing und schnellem vertikalen Spiel.”

“Die Saison macht immer mehr Spaß, weil wir im Aufstiegskampf sind. Auf so ein Spiel wie gegen Darmstadt freut man sich als Fußballer.”

“Nach dem Darmstadt-Spiel kann noch alles passieren. Sind dann noch drei Spiele. Wenn wir aber gewinnen, wird es für Darmstadt schwer und wenn Darmstadt gewinnt, wird es für uns schwer.”

Sehr beeindruckend, was Poulsen inzwischen für ein Deutsch spricht.

12.59

Hier im Medienraum von RB Leipzig ist heute natürlich viel Betrieb. Wie so oft vor Spitzenspielen könnte das darauf hinauslaufen, dass das Frage-Antwort-Spiel eher unergiebig wird. Mal sehen, was die Deutschkenntnisse von Yussuf Poulsen machen und was Ralf Rangnick und Alexander Zorniger zu sagen haben.

12.56

Viel Fokus liegt auf dem Fernduell zwischen Stroh-Engel und Frahn. Interessanter für das Spiel dürfte werden, wie die RB-Außenverteidigung personell auflaufen und wie sie gegen die schwer kontrollierbaren Ivana und Heller aussehen wird.

12.54

Die Voraussetzungen sind klar. Eine Rekordkulisse will diese Partie und RB Leipzig siegen sehen (ein kleinerer Teil der Zuschauer hält es natürlich auch mit den Darmstädtern). Letztlich dürfte es ein 50:50-Spiel werden. Angesichts unterschiedlicher Spielphilosophien und Ansätze schwer zu prognostizieren, auch wenn RB Leipzig bisher gegen physische Teams wie die Darmstädter immer ganz gut aussah.

12.52

Hier soll der Fokus auf dem Sportlichen liegen. Zur Choreogeschichte lässt sich sicherlich, falls die Beteiligten sich zu Ablauf des Genehmigungs-/ Nichtgenehmigungsmisverständnisses mal äußern sollten, in den nächsten Tagen noch das eine oder andere Wort finden.

12.49

So, es geht in die heiße Phase vor dem absoluten Spitzen- und Aufstiegsspiel zwischen RB Leipzig und dem SV Darmstadt 98. Auch wenn der eine oder die andere wegen der offenbar vereinsseitig abgesagten Choreo und den darum entstehenden Verwicklungen etwas angesäuert ist.

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6 Gedanken zu „Aufstiegsgipfel“

  1. Tickere bitte mal ausführlich, falls es was offizielles zu den aktuellen Nebengeräuschen geben sollte. Ich ahne, dass dieser Part im Video heute Abend nicht vorkommen wird..

  2. Wie immer – danke für die Berichterstattung.

    Ungewöhnlich – Frohe Ostern!

    Überraschend – dass sich das Anforderungsprofil für RB Kandidaten von jung, schnell, talentiert, technisch versiert und motiviert so schnell geändert hat Richtung motiviert, technisch versiert, talentiert, jung und schnell. Krass.
    Auch dass Onkel Ralf von Delegieren redet, endlich sagt er es mal. Was das angeht hättest du also auch einen Ticker aus dem Archiv holen können ;).

  3. „Was das angeht hättest du also auch einen Ticker aus dem Archiv holen können ;).“

    Das denke ich mir an solchen Tagen auch manchmal. Kommt halt davon, wenn auch viele Journalisten kommen, die sonst nicht da sind und ihre ‚Wie-steht-es-bei-Red-Bull-und-wie-machen-sie-das-eigentlich-mit-zwei-Sportdirektoren-Jobs‘-Fragen stellen..

  4. Wie kann man nur so schnell so gut die dt. Sprache erlernen, das wäre doch die Frage aller Fragen an den tollen „Yussuf“ gewesen, ich bin ein extremer Fan von ihm…
    Wir packen das!!!

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