Auftakt in die Endspielwochen

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den Chemnitzer FC (05.04.2014, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Niklas Hoheneder. Ab 13.30 Uhr.]

Die letzten Wochen der Saison halten gerade für die Heimspiele von RB Leipzig einige spektakuläre Duelle parat. Dem absoluten Spitzenspiel vor einer reichlichen Woche folgt nun das aus anderen Gründen nicht viel weniger spektakuläre Duell gegen den Chemnitzer FC. Ein Spiel, das in den letzten Jahren einige interessante und positiv wie negativ emotionale Höhepunkte bot. Und wohl auch diesmal, trotz unterschiedlicher Tabellenvoraussetzungen, ein spannender Kampf wird.

Dabei kann man sich die Statistiken zwischen den Mannschaften zurechtlegen, wie man es gerne mag. In insgesamt fünf Aufeinandertreffen bisher feierte jedes Team jeweils zwei Siege bei einem weiteren Unentschieden und einem Torverhältnis von 7:7. Eine völlig ausgeglichene Bilanz also. In Ligaspielen gegeneinander ist RB Leipzig allerdings bei einem Unentschieden und zwei Niederlagen noch sieglos (2:5 Tore), während man in (Sachsen)Pokal(final)spielen bisher bei zwei Siegen (5:2 Tore) noch eine weiße Weste hat.

Vor ein paar Wochen wären die Rollen zwischen den Vereinen bei einem Aufeinandertreffen wohl noch sehr klar verteilt gewesen. Chemnitz holte aus den ersten fünf Spielen nach der Winterpause nur zwei Punkte und schoss dabei gerade mal ein Tor. Die Stimmung in der Mannschaft war schlecht, zwei Suspendierungen (Mauersberger, Kegel) folgten auf Disziplinlosigkeiten, die man in einer sportliche schlechten Situation eigentlich gar nicht braucht und Coach Karsten Heine stand nach etwas mehr als 10 Spielen beim neuen Verein schon wieder (zumindest in der öffentlichen Debatte) vor dem Aus.

Angesichts dessen, dass man drei Spieltage hintereinander (zwischen dem 24. und 26.) auf einem Abstiegsplatz stand, wurde das Horrorszenario der Viertklassigkeit plötzlich zu einer realistischen Vorstellung, wie man sie selbst bei Schädlichs Abgang in der Hinrunde noch nicht hatte. Doch, wie es im Fußball manchmal so ist, es reichte ein (angesichts der Chancen der Gastgeber) glücklicher Sieg bei Hansa Rostock, um den Wind komplett drehen zu lassen. 13 Punkte hat man inklusive des Ausflugs an die Küste seitdem in sechs Spielen gesammelt. Ein Punkteschnitt, der eher eines Aufsteigers als eines Absteigers würdig ist. Und nur ein Punkt weniger als RB Leipzig im selben Zeitraum sammelte.

Was trotzdem nicht heißt, dass in Chemnitz alles gut ist. Gerade in den letzten beiden Heimpartien zeigte der CFC, dass man noch weit davon entfernt ist, Führungen (im berühmten Stile einer Spitzenmannschaft) über die Zeit zu bringen. Gegen Halle kassierte man in der 99.Spielminute (das Spiel war wegen Pyro im Halle-Block fünf Minuten unterbrochen) noch den Ausgleich. Und gegen Burghausen wackelte man bis zum Schluss doch bedenklich und zitterte das 1:0 über die Linie.

Trotzdem bleibt der Fakt, dass man in Chemnitz aktuell mit einem wesentlich größeren Selbstbewusstsein in die Saison guckt als noch vor ein paar Wochen. Und dass der Verein individuell viel Klasse und sehr gute Voraussetzungen mitbringt, ist sowieso nie strittig gewesen, wenn man an die Prognosen vor der Saison vor allem nach den Verpflichtungen von Garbuschewski und Hensel, als der CFC als Aufstiegs(mit)favorit gehandelt wurde, denkt.

Dass sich gerade bei diesen beiden Spielern die Hoffnungen nie zu 100% einlösten, aber von ihnen quasi von Beginn an erwartet wurde (offenbar auch innerhalb der Mannschaft), dass sie die Spiele herausreißen, könnte Teil der Probleme des CFC gewesen sein. Hensel kam zuletzt teilweise sogar nur noch von der Bank und war im Saisonverlauf bisher an gerade mal einem Tor direkt beteiligt. Garbuschewski ist zwar mit 16 Torbeteiligungen neben Fink der offensivstärkste Spieler beim Chemnitzer FC, aber nicht nur zwei Platzverweise zeigen, dass er im Saisonverlauf nicht zu der zentral positiv prägenden und teamführenden Figur wurde, die man sich – insgeheim auf die Aufstiegsplätze schielend – eigentlich erhofft hatte. Ein Mittelfußbruch kostet Garbuschewski den Rest der Spielzeit. Was trotz aller Probleme ein herber Verlust für den Chemnitzer FC ist.

Trotz der sehr guten Serie in den letzten Spielen, die unter anderem einen Sieg bei zuvor in neun Heimspielen ungeschlagenen (davon acht Siege) Stuttgarter Kickers behinhaltete, ist der Klassenerhalt in Chemnitz noch nicht final gesichert, wenn auch bei sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und angesichts der Tatsache, dass noch nie ein Team abgestiegen ist, das so viele Punkte wie Chemnitz im Augenblick hat, nicht mehr viel passieren kann. Ein Sieg braucht der CFC aber vermutlich noch, um ganz sicher zu gehen. Und angesichts des gewachsenen Selbstvertrauens und angesichts dessen, dass man als aktuelles Mittelfeldteam relativ wenig Druck verspüren dürfte, hält man es wohl bei den samstäglichen Gästen auch nicht für abwegig, den entscheidenden Schritt in Leipzig machen zu können.

Interessanterweise startete der Chemnitzer FC seine Erfolgsserie, die nur von einer Niederlage in Münster unterbrochen wurde, direkt nachdem der alte Sportdirektor Jörg Emmerich entlassen und durch Stephan Beutel (lange Jahre in Erfurt tätig) ersetzt wurde. Es bleibt aber letztlich nur eine Vermutung, dass es zwischen den Ereignissen tatsächlich einen kausalen Zusammenhang gab oder gibt. Möglich aber zumindest, dass man mit diesem Wechsel der Mannschaft das Signal geben wollte und gegeben hat, dass der Trainer sicher in seinem Sessel sitzt  (also nicht als Alibi dienen kann) und die Fußballer mit der Konstellation mit Karsten Heine definitiv leben müssen und nun ihrerseits auf dem Prüfstand stehen.

Damit leben müssen sie damit auch, dass sie mit Karsten Heine einen Coach haben, dessen Spielidee gerade in der Verteidigung doch deutlich aktiver und aggressiver, ergo auch laufintensiver ist als jene von Vorgänger Gerd Schädlich. Es wird also das neue Credo der heutigen Fußballlehrer gepflegt. Möglichst hohe Ballgewinne, schnelles Umschalten, schnelle Abschlüsse. Also in der Theorie zumindest. In der Praxis hat man in dieses System inzwischen zumindest weitestgehend die nötige Kompaktheit gebracht. Trotzdem bleibt die offene Frage, inwiefern der aktuelle Kader für diese Spielidee auch gut zusammengestellt ist.

In diesem Zusammenhang interessant auch die Winterverpflichtungen von Marc Lais und Marcel Hofrath. Zwei junge Spieler (23 bzw. 21), noch völlig ohne Meriten im höherklassigen Fußball. Spieler, bei denen man sich schon fragen durfte, ob es sinnvoll ist, eine Mannschaft, die offenbar in ihrer Hierarchie nicht gefestigt ist und im aufreibenden Abstiegskampf steckt, mit Fußballern zu verstärken, die aufgrund ihres Alters und der geringen Erfahrung eigentlich eine Hierarchie als Halt und entspanntere Tabellenplätze zur Akklimatisierung brauchen. Nimmt man aber die Idee Heines, die Spielphilosophie ein Stück zu verändern, macht es wiederum Sinn, auf Akteure zurückzugreifen, die jung, willig und laufstark genung sind, sich auf des Trainers Ansagen zu 100% einzulassen.

Trotzdem, in der sportlich schwierigen Lage des CFC und bei allen Schwierigkeiten mit der neuen Spielidee, auch noch unerfahrene Spieler in der Winterpause zu holen, das geht locker als Risiko durch. Das sich aber, wenn man Tabellenplatz und Stammplatz der Neuzugänge als Maßstab nimmt, bisher gelohnt hat.

Gegen RB Leipzig wird beim Chemnitzer FC Philipp Pentke, die langjährige Stammkraft im Tor stehen. Vor ihm werden nach dem Abgang von Josef Cinar, eine Schädlich-Verpflichtung, die sich als Missverständnis herausstellte und der im Winter in die Türkei wechselte, Kapitän Silvio Bankert (seit 2010 in Chemnitz) und Kevin Conrad (in Hoffenheim ausgebildet, vor der Saison nach Chemnitz gekommen) verteidigen.

Links hinten wird Marcel Hofrath (kam aus dem Nachwuchs von Fortuna Düsseldorf) den gelbgesperrten Thomas Birk ersetzen. Was dahingehend unproblematisch ist, da er Birk sowieso die Rolle als Linksverteidiger-Stammkraft schon entrissen hatte und nur im letzten Spiel aufgrund von Umstellungen eine Position nach vorn rutschen musste. Rechts hinten hat Heine seit ein paar Spielen das erst 19jährige Eigengewächs Tom Scheffel aus dem Hut gezaubert.

Im Mittelfeld hat sich der weiter oben erwähnte, aus Freiburg gekommene Neuzugang Marc Lais (lediglich ausgeliehen) einen Platz neben dem geborenen Dresdner Maik Kegel, an dem sein Ex-Club Dynamo wieder Interesse haben soll (Vertrag läuft aus), auf der Doppelsechs ergattert. Was deswegen erstaunt, weil er damit zuletzt sogar den nach Verletzung zurückgekehrten Sommerstareinkauf Marc Hensel auf die Bank verdrängte. Möglich aber, dass Hensel in Leipzig wieder ins Team rutscht. Entweder für Lais oder für Kegel.

Im linken Mittelfeld wird der neben Kegel zweite Ex-Dynamo im Team Sascha Pfeffer (auch an ihm soll der Ex-Verein Interesse haben) nach Ablauf der Gelb-Rot-Sperre ins Team zurückkehren. Auch weil sein Vertreter Hofrath links hinten in der Abwehrkette gebraucht wird. Im rechten Mittelfeld führt dagegen kein Weg am 27jährigen Ex-Erfurter Fabian Stenzel vorbei, der auch defensiv einige Qualität haben dürfte.

Im Sturm ist in Chemnitz zumindest den Zahlen nach mit Anton Fink der Kopf des aktuellen Teams zu finden. 16 Torbeteiligungen sind es auch in dieser Saison wieder für den Führenden in der ewigen Torschützenliste der dritten Liga, der in 137 Einsätzen für drei verschiedene Vereine (vorher schon Unterhaching und Aalen) insgesamt 66 Treffer erzielte. Für den Chemnitzer FC sind es in 84 Spielen 39 Treffer. Da nehmen sich die neun Tore in der aktuellen Spielzeit fast bescheiden aus.

Wobei sich die relativ schwache Torquote von Fink auch daraus erklärt, dass er im Saisonverlauf mit körperlichen Problemen und Verletzungen zu kämpfen hatte und nicht immer im Vollbesitz seiner Kräfte war. Auch der Trainerwechsel und die Veränderungen in der Spielidee schienen ihm zugesetzt zu haben (in den ersten 12 Heine-Spielen nur drei Torbeteiligungen). Dass diese Probleme inzwischen überwunden sind, zeigt sich darin, dass Fink mit sieben Torbeteiligungen in den letzten sieben Spielen (davon drei Tore, lediglich im letzten Heimspiel gegen Burghausen blieb er ohne Scorerpunkt) wieder seine alte Klasse zeigte.

Bliebe noch der 18jährige U19-Nationalspieler Christian Mauersberger, der im Februar mit seinem Facebook-Gruß an einen „arischen Freund“ ziemlich unangenehm aufgefallen war und für zwei Spiele aus dem Team gestrichen wurde und irgendwo hinter und um Fink herum die zweite zentrale Offensivposition besetzt. Erst eine Torbeteiligung ist zwar keine ängstigende Bilanz, aber an das Tor wird man sich hierzulande trotzdem ungern erinnern, weil es das 1:0 aus dem Hinspiel, bei dem Fabio Coltorti nicht ganz glücklich aussah, war.

Insgesamt kann man erkennen, dass Chemnitz ein Team im Umbruch ist, in das immer mehr junge Spieler eingebaut werden. Einerseits sicherlich, weil man darin die Zukunft der Mannschaft sieht und die soll ja mit dem Stadionneubau in die zweite Liga führen. Andererseits sicherlich auch, weil mit den jungen Spielern an der Seite erfahrenerer Kollegen die spieltaktischen Entwicklungen leichter zu bewerkstelligen sind. Insgesamt scheint in Chemnitz jedenfalls nach Wochen der Abstiegsangst Licht am Ende des Tunnels in Form durchaus vernünftiger Perspektiven zu schimmern.

Das aktuelle Problem besteht allerdings darin, dass das Team zu wenig Torgefahr produziert. Lediglich 35 Treffer sind die fünftschlechteste Bilanz der Liga. Und nachdem man zwischenzeitlich einmal auf einem guten Weg war und zwischen dem 26. und 29.Spieltag acht Treffer erzielte, waren es in den letzten drei Spielen nach Garbuschewskis Verletzung wieder nur noch ein Treffer pro Spiel.

Es gibt in Chemnitz neben Garbuschewski und Fink keine Spieler, die überdurchschnittliche, direkte Torgefahr ausstrahlen. Und wenn dann einer der beiden Topscorer ausfällt, dann wird es schnell ganz dünn in Sachen Offensivpower aus dem Spiel heraus. Nimm Fink aus dem Spiel (was schon schwer genug ist), und du hast relativ viel richtig gemacht und musst nun vor allem noch gefährliche Standards verteidigen. Das heißt alles natürlich nicht, dass andere Spieler als Fink nie das Tor treffen, aber insgesamt und über die Saison gesehen, ist die Offensivlast schon sehr einseitig bzw. solange Garbuschewski dabei war zweiseitig verteilt.

Auf Seiten von RB Leipzig kann man sich deswegen natürlich nur schwerlich zurücklehnen. Denn das Spiel gegen wie immer hochmotivierte und von den Fans reichlich unterstützte Chemnitzer dürfte sehr unangenehm werden, egal ob sich die Gäste viele oder wenige Chancen erarbeiten.

Dabei ist für die RasenBallsportler die Lage klar. Die letzten sechs Spieltage sind im Aufstiegskampf allesamt Endspiele. Was ganz besonders für die nächsten drei Partien inklusive des Duells mit dem Verfolger Darmstadt gilt. Drei Spiele, in denen die Aufstiegsweichen schon enorm in eine positive oder negative Richtung gestellt werden können. Dass man in Chemnitz durchaus leichte Schadenfreude empfinden würde, wenn man RB beim Weg Richtung direktem Aufstieg ärgern könnte, kann man als gesichert annehmen.

Ob Torwart Fabio Coltorti am Samstag bereits sein Comeback nach längerer Verletzungspause (seit Ende November) geben wird, ist aktuell noch unklar. Die Aussagen aus dem Verein sind diesbezüglich eher zurückhaltend, tageszeitungsseits ist man da optimistischer. Letztlich ist es angesichts eines Benjamin Bellot, der Coltorti gut vertritt, auch keine ganz so wichtige Frage.

Davon abgesehen wird es im Vergleich zur Vorwoche wohl kaum Veränderungen im Team geben. Die Innenverteidigung überzeugte in Regensburg und sollte weiter gesetzt sein. Das zentrale Mittelfeld steht auf allen vier Positionen aufgrund mangelnder Alternativen relativ sicher. Und auch im Sturm fällt gerade niemand ein, der den beiden Stammkräften gefährlich werden könnte. Auf den Außenverteidigerpositionen wären Veränderungen zumindest denkbar, falls Anthony Jung aus dem Team rutschen sollte (Teigl oder Sumusalo kämen dann für ihn), allerdings ist auch dies nach den positiven Äußerungen des Coaches zu Jung zuletzt nicht wahrscheinlich.

Update: Völlig richtiger Hinweis bei Facebook, dass Jung natürlich gelbgesperrt aussetzen muss und entsprechend entweder Teigl zurück ins Team rutscht und rechts hinten verteidigt. Und Heidinger entsprechend nach links rutscht. Oder es ist die Stunde von Mikko Sumusalo, der zu seinem Startelfdebüt kommen könnte. Links oder rechts hinten. Die Teigl-Variante scheint aber aufgrund dessen, dass sie in der Rückrunde schon oft gespielt wurde, wahrscheinlicher.

  • RB Leipzig: Bellot (Coltorti) – Teigl (Sumusalo), Hoheneder, Sebastian, Heidinger – Fandrich, Demme, Kimmich – Kaiser – Poulsen, Frahn
  • Chemnitzer FC: Pentke – Scheffel, Conrad, Bankert, Hofrath – Stenzel, Kegel, Lais (Hensel), Pfeffer – Mauersberger, Fink

Für CFC-Coach Karsten Heine ist es bereits das achte Mal, dass er mit RB Leipzig die Trainerklingen kreuzt. Seinen ersten Sieg feierte er dabei beim 3:1 im Hinspiel als er auf indisponierte RasenBallsportler, die einen gebrauchten Tag erwischten, traf. Ansonsten stehen noch ein Unentschieden im Frühling 2011 gegen das Oral-RB und fünf Niederlagen zu Buche. Die viertschlechteste Bilanz für den langährigen Trainer gegen Mannschaften, gegen die er mehr als zweimal antrat.

Was aber letztlich noch nicht mal so richtig eine Randnotiz ist, denn für das samstägliche Duell vor bis zu 20.000 Zuschauern spielt das alles keine Rolle. RB Leipzig geht rein von der Tabellenlage her als Favorit in dieses Spiel gegen ein Team, das sich nach einer unterirdischen Saison zuletzt fing und zumindest teilweise den eigenen Ansprüchen gerecht wurde. Mit RB Leipzig hat man gleichzeitig das Team ausgemacht, das den Sieg letztlich dringender braucht. Für den Chemnitzer FC ist ein Sieg nicht essenziell im Abstiegskampf, für die RasenBallsportler ist ein Sieg enorm wichtig, um Platz 2 gegen Darmstadt zu sichern und vielleicht ja sogar den Vorsprung auszubauen.

Fazit: RB Leipzig gegen den Chemnitzer FC, eine Paarung, die schon ein paar aufregende Geschichten schrieb und die ihren Reiz auch aus sich selbst heraus und nicht nur aus der sportlichen Situation gewinnt. Ein Spiel auch, das keines der Teams verlieren will, weswegen es durchaus körperbetont zur Sache gehen wird. Für RB wird es darauf ankommen, im Mittelfeld möglichst wenig Fehler zu machen und die durchaus vorhandenen Lücken in der Chemnitzer Defensivorganisation zu finden und zu nutzen. Sprich, für RB wird es darauf ankommen, fast alles anders zu machen als im Hinspiel. Ein Spiel, das Motivation genug sein sollte, das Rückspiel für sich zu entscheiden.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den Chemnitzer FC nicht vor Ort verfolgen kann und am 05.04.2014, ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Fanradio. Oder schalte den Livestream [broken Link] des MDR oder die Übertragung im MDR-Fernsehen ein (gemeinsame Konferenz zusammen mit dem Spiel Halle gegen Rostock).]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Chemnitzer FC

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den Chemnitzer FC mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Niklas Hoheneder. Ab 13.30 Uhr.

14.23

Das war es für heute. Sorry, der Blog scheint ein paar technische Probleme in Sachen Erreichbarkeit zu haben. Kann ich gerade nicht beeinflussen und sehe da auch von hier keine Ursache für. Also abwarten..

In diesem Sinne wünsche ich auch viel Spaß mit der Restwoche. Lange ist es nicht mehr bis zum Spiel gegen Chemnitz, das wohl für viele Besucher ein Highlight werden dürfte. Bis dahin, gehabt euch wohl..

14.19

Rangnick betont noch mal die Wichtigkeit von Fokussierung auf die eigenen Aufgaben im Aufstiegskampf und dann ist Schluss. Viel Geplauder zwischendurch, das ihr euch ja noch später in voller Länge auf der Vereinshomepage anschauen könnt.

Interessant noch: Der Verein versucht die Urheber der Tapete aus dem Heidenheim-Spiel (Sinngemäß: Lauft ihr Opfer, die Fußballmörder sind da. Eine Replik auf das Fußballmörder-Banner der Heidenheim-Fans im Hinspiel) dingfest zu machen und ihn/sie mit Stadionverbot Hausverbot in der Red Bull Arena bspw. bis Saisonende (Korrektur durch den Verein nach der Pressekonferenz) zu belegen! Die Tapete sei ähnlich geschmacklos gewesen wie das Banner im Hinspiel und wäre trotz Nichtgenehmigung durch den Verein ins Stadion geschmuggelt worden. Wolter habe sich bei den Heidenheimer Verantwortlichen heute entschuldigt, weil man ein solches Banner mit dieser Aussage nicht gutheißen und dulden könne.

Könnte ein Thema mit Zündstoff sein. Die Urheber scheinen mir eher im Kern der RB-Fans zu suchen, was dann doch etwas Wirbel mit sich bringt, wenn man dort mit Stadionverboten hantiert [Update: Da es  wie der Verein korrigierte ’nur‘ um zeitlich beschränkte Hausverbote gehe, relativiert sich dieser Punkt etwas]. Zumal man die Tapete auch als halbwegs gelungene, ironische Replik empfinden könnte. Andererseits bleibt natürlich eine recht aggressive Außenwirkung und die Tatsache, dass man diese Außenwirkung am Verein vorbei ins Stadion brachte.

[Erklärung: Stadionverbote gelten bundesweit für alle Stadien und werden von den Vereinen an den DFB gemeldet. Hausverbote gelten hingegen nur für das eigene Stadion, in dem Fall für die Red Bull Arena.]

14.13

Zorniger: Gehe nicht darum, eine Rechnung zu begleichen. Motivation komme schon allein aus der eigenen Tabellenposition.

Zorniger wehrt sich wie Hoheneder um die Bezeichung  “Angstgegner”. Chemnitz sei einfach ein gutes Team. Und da versuche man die eigene Qualität entgegenzustellen.

Zorniger: Man müsse das Umkehrspiel der Chemnitzer im Griff behalten und das eigene Angriffsspiel gut absichern. Standards müsse man gut verteidigen. Nicht so viele Bälle hergeben wie noch in Regensburg.

Zorniger: Ob Sumusalo oder Teigl spielt, sei unklar. Wenn Teigl spielt, dann rückt Heidinger auf links. Wenn Sumusalo spielt, dann startet dieser wohl links und Heidinger rechts.

Zorniger: „Haben noch nicht gelernt, was wir machen, wenn mal die Kraft ausgeht. Wollen dann immer noch offensiv verteidigen.“ Das sei der nächste Entwicklungsschritt, in solchen Situationen, sich anders zu verhalten. “Hatten eine Woche Zeit, uns zu regenerieren und wollen jetzt wieder 90 Minuten den Fußball des Osnabrück-Spiels oder der ersten 45 Minuten von Heidenheim spielen.”

Coltorti ist die Nummer 1, aber drüber stehe die Mannschaft. Man müsse erst mal gucken, wie Coltorti im Spiel aussieht, bevor er in der Liga eingesetzt wird.

Rangnick kann die Klopp-Reaktion nachvollziehen. “Haben aber alle wichtigeres zu tun” als über die Geschichte zu reden. Längerer Monolog darüber, dass inzwischen die Moderatoren selbst zu Stars geworden sind und wichtiger als die Gäste seien. Im und abseits des Fußballs.

Austausch zwischen Rangnick und Zorniger zu Darmstadt gebe es nicht wirklich. Werde man erst direkt vor dem Spiel angehen. Ärgern tue sich Zorniger über den Lauf der Darmstädter nicht. „Irritiert mich nicht.“ „Von Dingen, die ich nicht ändern kann, versuche ich mich nicht beeinflussen zu lassen.“

Rangnick: Man werde in zwei Wochen sehen, wie es mit Darmstadt ist. „Sind vor der Saison nicht davon ausgegangen, dass wir fünf oder sechs Wochen vor dem Ende aufgestiegen sind.“

Zorniger: Meisterschaften werden im Normalfall nicht weit vor dem Ende entschieden. Von daher sei man entspannt bezüglich der aktuellen Tabellensituation.

Rangnick zu Härtel: Weiß auch nichts über Härtel und Magdeburg (oder sagt nichts). Habe zuletzt über sportliche Dinge lange geredet. „Bei mir hat niemand aus Magdeburg angerufen und auch Jens hat zu dem Thema zu mir nichts gesagt.“

Zorniger zu Teigl: Sei auch eine Offensivoption vor allem im 4-3-3 als Stürmer. Nur fürs Mittelfeld sei er nicht geplant.

Rangnick zu Tim Sebastian: Windet sich etwas. Beschreibt seine Rolle als flexibel einsetzbarer Stammspieler. Dann aber: “Sind in Gesprächen. Von unserer Seite ist es vorstellbar, dass Sebastian bei uns bleibt.”

13.49

Alexander Zorniger: Langzeitverletzten fallen weiter aus. Domaschke ist unter individueller Belastung. Coltorti wird gegen Chemnitz im Kader sein, auf der Bank. Einsatz dann nächsten Mittwoch im Pokal in Neugersdorf. Frahn und Poulsen haben Probleme, sollen aber wohl spielen. Morys wird diese Woche komplett ausfallen. “Hoffe, dass nichts mehr dazu kommt.” 18 einsatzfähige Feldspieler.

Personalmeldung: Perry Bräutigams Vertrag wird verlängert.

Zorniger diskutiert die Klopp-Geschichte von gestern: “Hätte ihm das Mikro quer über den Mund gehauen.” “Ziel von einem guten Medienmensch sollte sein, den Fußball zu begleiten und sich nicht in den Mittelpunkt zu stellen.” “Hat nichts mit Qualität im Fußball zu tun. Würde mit Breyer kein Wort mehr reden.”

Zorniger zu Chemnitz: “Mannschaft wurde zu Recht vorne eingestuft. Man hat in den letzten Wochen gesehen, dass sie einen guten Lauf haben.” Gute Außen, Stürmer und Mittelfeldspieler. Spielstärke in der Innenverteidgung und auf der Sechs. “Richtig gute Mannschaft. Aber wir spielen natürlich auf den Dreier. Hoffe, wir können den Fans einen Sieg schenken.”

13.41

Weiter Hoheneder:

Man spüre den Druck von Darmstadt. Sei aber positiver Druck. „Solange wir unsere Punkte holen, ist es auch ok.“

„In Chemnitz grottenschlecht gespielt. Letztes Jahr im Sachsenpokal sensationelles Spiel. Kein Angstgegner.“ Man wolle die Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen.

Schiedsrichter-Entscheidungen seien müßig zu diskutieren. Manche Entscheidungen sicher diskussionswürdig.

Zu Garbuschewski: Ausfall sei “kleiner Vorteil”. Aber für Standards habe Chemnitz einen gleichwertigen Ersatz, da müsse man weiter gut verteidigen.

Gut vorbereitet auf Chemnitz. Wo die Lücken sind zum Beispiel. Tempo von Poulsen sei für Chemnitz schwierig, auch Tempo im Umschaltspiel.

Zum Müdigkeitsthema: Englische Woche sei anstrengend gewesen. Man habe sich jetzt aber wieder regeneriert.

13.34

Becherwerfer vom Heidenheim-Spiel hat ein bundesweites Stadionverbot bekommen. Zwei Fans vom Spiel in Erfurt, die sich dort daneben benommen haben mit Hausverbot.

Über 12.000 Tickets für Chemnitz verkauft.

Niklas Hoheneder zu Regensburg: “Super Start mit dem Tor. Das hat gut getan. Jung hat dann einen drauf gelegt. Wussten, dass wir hinten gut stehen. Waren ein wenig kaputt, aber haben trotzdem gut dagegen gehalten. Freue mich sehr, dass ich endlich getroffen habe. Wollen das gegen Chemnitz wieder auf den Platz bringen. Haben dasTempo unter der Woche etwas rausgenommen und uns gezielt auf Chemnitz vorbereitet.”

13.29

Kutschke ist übrigens noch nirgends zu sehen.^^

13.28

RB Leipzig verkündet, dass hier und heute eine wichtige Personalentscheidung bekanntgegeben wird. Kann man ja jetzt trefflich spekulieren. Spieler, Trainer. Verlängerung, Neueinstellung, Kündigung. Da ist einiges an Potenzial.

13.23

So, da sind wir wieder bei den Updates zwei Tage vor dem Pflichtspiel. Kurz gewundert, warum so viele Leute heute die Pressekonferenz sehen und hören wollen. Aber die Mischung mit Chemnitz und Rangnick erklärt es wohl.

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4 Gedanken zu „Auftakt in die Endspielwochen“

  1. Anthony Jung ist doch Gelb gesperrt ebenso, wenn ich letztes WE richtig aufgepasst habe der Chemnitzer Fink?!

  2. Kleiner Lapsus: Anthony Jung kann nicht ins Team rutschen, da er gelbgesperrt ist. Sumusalo könnte die Einwechslung beim Jahn auf seiner Seite haben, Teigl ist eingespielter aber hat so seine Defensivprobleme.

  3. Die Jung-Geschichte hatte ich verdrängt und nach einem Facebook-Einwurf verändert. Danke trotzdem für die Rückmeldungen.

    @fred: Was Fink angeht, gab es wohl Verwirrung, weil BILD ihm eine fünfte gelbe Karte unterjubelte. Was aber offenbar falsch ist. Sowohl CFC-Seite als auch transfermarkt.de führen ihn mit vier gelben Karten.

  4. Der bisher meistens sympathische A.Z. ergreift Partei für den cholerisch-arroganten Klopp vom noch stärksten Red Bull-Gegner BVB, das gibt mir mehr als nur zu denken…

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