Traditionelle Identitäten

Es gibt kaum Themen mit größerem Nervpotenzial als das große Thema Tradition. Wenn ein Artikel mit diesem Wort aufmacht, wird es in einer hohen Prozentzahl an Fällen schwiemelig und unlogisch und stellenweise auch populistisch. Weswegen sich eine ebenso hohe Anzahl an Artikelfällen im Normalfall nicht zu besprechen lohnen würde.

Und dann gibt es auch die Ausnahmen von der Regel. Texte, die man im Endeffekt in ihrer Aussage nicht teilt, aber die sich sachlich, aber auch nicht meinungslos, mit ihrem Themenfeld auseinandersetzen und versuchen, sich ihm durch Umkreisen zu nähern. Einen ebensolchen Artikel wehte mir der Netzwind zufällig in die Arme als ich drüben bei Twitter über einen Tweet von Spox stolperte: „Traditionsverein, was ist das eigentlich? Wird man ja wohl noch mal fragen dürfen..“, hieß es darin. Und meine erste, erfahrungsgeprägte Reaktion war: Och nee, nicht schon wieder. Ich bedauere es absolut nicht, doch hineingeschaut zu haben..


Der Ausgangspunkt von Spox-Blogger KEMPERboyd ist das Wundern darüber, wer so alles den Begriff Traditionsverein benutzt, verbunden mit der Frage, was denn eigentlich einen Traditionsverein ausmache bzw. welche Merkmale man ihm zuschreiben könne. Sich über Sachen zu wundern und Fragen zu stellen, ist jedenfalls schon mal ein guter Ansatz, um Antworten zu kriegen.

Wie auch immer, KEMPERboyd legt relativ überzeugend dar, was offenbar keine unverwechselbaren Merkmale seien, die einen Traditionsverein überzeugend charakterisieren. Weder das Gründungsdatum, noch die langjährige Zugehörigkeit zur obersten Spielklasse in Deutschland, noch das Gegenteil die Erfolgslosigkeit oder das Auf und Ab im Laufe der Zeit werden böten sich als absolute Definitionsgrundlage an.

Zum Problem wird für den Text, dass er den Traditionsverein trotzdem noch irgendwie als Begriff oder als positiv erlebbare Identität retten muss. Denn entgegen der zuvor verwendeten Logik geht es im zweiten Teil doch ordentlich durcheinander in der Beschreibung, was denn z.B. Schalke und Dortmund nun von Hoffenheim und Co unterscheide. Zentrale These des Abschnitts: Den „Retortenvereinen“ fehle eine Leidens- und weitergebbare Identitätsgeschichte.

Um diese These durch zu bekommen, greift KEMPERboyd zum Beispiel auf folgende Argumentation zurück: Während Dortmunder Väter und Großväter ihre Kinder mit leuchtenden Augen und Geschichten von früher „indoktrinieren“ würden, blieben dem Hoffenheimer Pendant nur rationale Geschichten davon, zum „besten Ausbildungsverein in Deutschland“ werden zu wollen. Was natürlich zu relativ hohen Bestandteilen Polemik ist, wenn man auf der einen Seite Erlebnisse bei und mit dem Fußball einem abstrakten Vereinswirken auf der anderen entgegenstellt. Denn auch der Hoffenheimer Familienvater geht natürlich zu Fußballspielen, war früher vielleicht auch bei welchen und erzählt seinen Kindern in 20 Jahren vielleicht mit leuchtenden Augen, die man eventuell auch irgendwo an der Autobahn haben kann, Geschichten von früher (zum Beispiel möglicherweise jene vom wundersamen Nichtabstieg 2013) . So zu tun als wäre eine „fast genetische Weitergabe der Fanliebe“ (für die es laut Autor keinen Ersatz gäbe), was auch immer man von diesem kitschig aufgeladenen Bild halten mag, etwas was man nur in Dortmund und ein paar Fußballzentren hinkriegen würde, ist jedenfalls auf den ersten Blick absolut unplausibel. Und auf den zweiten wird es nicht besser.

Aber man braucht diese Genetik-Arguementation, um zum Begriff der Identität zu kommen. „Ekstatisch“ werde die Beziehung zum Verein nämlich nur, wenn dieser „Teil des eigenen Lebens, eben der eigenen Identität ist“. Mal auch hier ganz abgesehen davon, für wie kitschig man dieses Bild halten mag, ist ja die entscheidende Frage, warum der Hoffenheimer Kleinstadtbengel nicht genauso verrückt werden soll nach seinen Idolen, seinem Stadion, seiner Fancrew wie der Schalker Knappe, der vielleicht vor 20 Jahren den Fußball noch mit dem gesellschaftlichen Umfeld und Zechen in Verbindung bringen konnte, aber inzwischen im Kern dieselbe Fußballveranstaltung wie in Hoffenheim besucht.

Der vom Autor selbst gewählte und in der Tendenz zurückgewiesene Begriff der „Legendenbildung“ passt aus meiner Sicht ganz vorzüglich, wenn man die besondere Verehrung der Schalker Eurofighter von 1997 als auch im Verletzungspech kämpfende Mannschaft damit erklärt, dass sich hier die „Hoffnung vermittelt, dass das eigene Leben ein erfolgreicher Kampf sein kann.“ Bzw. ist die Legendenbildung dahinter, dass dies wegen des Zechenhintergrunds eine unike Schalker Geschichte sein muss. Oder anders gesagt, die Kampfschweine werden in so ziemlich allen Gegenden der Republik mit Verehrung überschüttet, in wirtschaftlichen Zusammenbruchsregionen genauso wie in prosperierenden Gegenden. Dass die Schalker Eurofighter und ihr Kampfstil mit dem Zechensterben zusammenfielen, ist eine hübsche Geschichte, die sich auch prima für großartig emotionale Erinnerungsfilme eignet, aber dieses mehr oder minder zufällige Zusammentreffen eines gesellschaftlichen mit einem fußballerischen Ereignis zum letzten Beweis für die Lebensnähe eines Vereins hochzujazzen und daraus die Unmöglichkeit abzuleiten, dass dies bei ‚Nicht-Traditionsvereinen per se nicht möglich sei‘ (auch Wolfsburg z.B. kann ganz sicher in kleinerem Rahmen die „Hoffnung vermitteln, dass das eigene Leben ein erfolgreicher Kampf sein kann“), ist ein wenig zu viel des Guten.

Es mag stimmen, dass ein glatter Durchmarsch wie der der Hoffenheimer nicht so viel identitäre Bindungskraft ausstrahlen kann, wie eine gebrochene Vereinsgeschichte. Ob das nun tatsächlich daran liegt, dass man sich mit seinem eigenen Leben in dieser Aufstiegsgeschichte nicht wiederfindet (wer findet sich denn in der Geschichte eines Huntelaar oder des aktuellen Schalker Teams wieder?), kann man glauben, man kann es aber auch lassen. Denn letztlich ist die Geburtsgeschichte eines Vereins eben auch nur eine Geburtsgeschichte und alles was folgt, sind Entwicklungen auf der Basis von Menschen im Umfeld und in den Positionen der sportlichen Verantwortung. Und Menschen sind es wiederum, die die Identität eines Vereins und die Identität einer Fankultur prägen. Im Guten wie im Schlechten. Bei 2009 gegründeten Vereinen genauso wie bei 1904 gegründeten.

Erstaunlicherweise war Hoffenheim in ihrer ersten Bundesligasaison sogar einmal eine Zeitlang die beliebteste Mannschaft Deutschlands. Da steckt natürlich weder Nachhaltigkeit noch besondere Tiefe dahinter, aber es ist Zeichen dafür, dass Vereine über Menschen und deren Auftreten und ihr sportliches Handeln wahrgenommen werden. Und sich das sehr wohl relativ schnell von Geburtsgeschichten abkoppeln kann.

Der Rest des Artikels ist tatsächlich mit „Narrativ“ ganz gut beschrieben. Denn dass man sich ausgerechnet in Dortmund, Ende der 90er einer der finanzstärksten und zukunftsfähigsten Standorte in Deutschland die Geschichte erzählen soll, „dass man im Gegenteil mit fußballerischen Sekundärtugenden, die schon in den 60ern Europapokale brachten, zumindest auf Zeit Etatriesen wie Bayern München auch heute in die Schranken weisen kann“, ist eigentlich nur mit Realitätsverlust zu beschreiben. Man soll Spaß haben, an dem was man da in Dortmund hat, aber man könnte sich auch die Geschichte erzählen, wie einen nur Fußballverbände und Bayern München vor der selbstverschuldeten Katastrophe eines ganz großen Fisches im Geldteich bewahrten. Das würde aber nicht zur Identität des puristischen Kampfes gegen das Großkapital passen..

Letztlich zeigen die ganzen Beispiele des Spox-Blog-Beitrags nur wie hochgradig subjektiv und konstruiert Fußballfantum ist. Und dass man zur identitären Legendenbildung nur ein bisschen Phantasie und Zeit braucht. Beim Blick 20 Jahre zurück, kriegt noch die letzte Kippe im Rinnsteig einen sentimentalen Anstrich, der sich als essenzielles Vereinsimage verkaufen lässt. Was letztlich auch bedeutet, dass für diese Art der Entstehung eines Traditionsvereins nur Zeit eine Rolle spielt.

Ein ganz entscheidender Aspekt der Legendenbildung eines Vereins, den der Spox-Beitrag unterschlägt, besteht letztlich darin, in welchem Umfeld der Verein angesiedelt ist. Ein Verein wie die Sportfreunde Lotte mag sportlich erfolgreich sein und damit auch Leute berühren und auch Familienväter kreieren, die ihren Kindern Geschichten von früher erzählen, aber natürlich kann ein solcher Club aus einer Kleinstadt an einem Autobahnkreuz nicht dieselbe identitäre Coolness wie Rot-Weiss Essen erreichen.

Was einerseits schon daran liegt, dass Essen einfach viel, viel größer und damit wie viele andere Fußballzentren quasi der Mittelpunkt für viele Fußballinteressierte ist. Und je größer die Anzahl der Fußballanhänger rund um einen Verein, desto größer wohl auch die Anzahl der Verrückten und die Anzahl jener, die Geschichten mit leuchtenden Augen weitererzählen. Und noch viel wichtiger: Großstädte und Ballungszentren bringen sich diversifizierende Jugendkulturen mit sich, haben Einflüsse, die das flache Land überhaupt nicht haben kann und bringen diese kreative Strahlkraft, die solche Jugendkulturen haben natürlich auch ins Stadion (und taten das schon früher).

Ich würde soweit gehen zu behaupten, dass die geographische Lage ein wesentlich entscheidenderes Kriterium für Identitätsbildung rund um Vereine ist als alles andere. Letztlich ist es ja so, dass sich die Fanidentität vom konkreten mannschaftlichen Auftreten vielerorts ein ganzes Stück abgelöst hat. Was vermutlich tatsächlich mit einer immer größeren Professionalisierung der sportlichen und sonstigen Vereinsstrukturen zu tun haben könnte, auf die man sich unterhalb einer bestimmten intellektuellen Auseinandersetzung oft gar nicht mehr beziehen kann. Wenn man sich Ultrakulturen anguckt, dann geht es ihnen natürlich um den Fußball, aber ihre Identität gewinnen sie vor allem aus sich selbst als Gruppe heraus. Und genau das kannst du eigentlich überall auf der Welt machen, wo es so etwas wie Jugendkultur gibt, die über das Abhängen am Samstag-Abend an der Bushaltestelle des Dorfes hinausgeht.

„Für die Entwicklung der Identität eines Vereins und deren Weitergabe gibt es keinen Ersatz.“, heißt es zum Abschluss des Beitrags. Die Anmaßung der Bemerkung steckt darin, dass hier tatsächlich so getan wird, dass dies nur bei bestimmten Vereinen, also diesen Traditionsvereinen, die man sich mühte zu definieren, möglich sei. Ich gebe dem Argument insofern recht, dass schneller Erfolg in dem Zusammenhang eher weniger förderlich ist für die Entwicklung einer Identität, aber der grundsätzlichen Logik nach ist die Entwicklung von Vereinsidentität und deren Weitergabe überall auf der Welt möglich, wenn man denn einen Zeitraum (also so etwas wie Generationen) und einen Gegenstand (also Fußballerlebnisse) zum Weitergeben hat.

Vielleicht ist meine eigene Sicht auch sehr subjektv geprägt, weil sich die Auseinandersetzung mit dem Fußball meinerseits nie über Oral History entwickelt hat. Zwar fanden die ersten Besuche beim Fußball über das Elternhaus statt, aber beim Verein der damaligen Wahl, bei Energie Cottbus gab es wenig an Leuchteaugengeschichten weiterzugeben. Schließlich gab es den Verein in der Form auch gerade mal 15 Jahre als ich mich ihm erstmals näherte und er war somit ein DDR-typisches Kunstprodukt, das zudem sportlich keine sonderlich wichtige Rolle spielte. Und trotzdem machte es Klick bei mir, weil ich konrete Erlebnisse machte und mit dem Verein mitwuchs und eingenbettet in mein soziales Umfeld vielerlei Höhen und Tiefen miterlebte und am Montag schon darüber nachdachte, wer wohl am Samstag den entscheidenden Treffer erzielen könnte. Bei Wind und Wetter und zu Zeiten als man überdachte Tribünen maximal aus dem Westfernsehen kannte.

Will sagen, man ist als Fußballfan zuallerst auch immer Kind seiner Zeit. Und als eben dieses macht man Erfahrungen, die zusammen mit anderen zu diesem Identitätskonstrukt Verein und Anhängerschaft führen, das dauerhaft tragfähig ist und den jeweiligen Verein ganz subjektiv größer machen als es die jeweiligen sportlichen Ergebnisse vielleicht gerade nahe legen.

Und genau dasselbe gilt für RB Leipzig auch. Den Verein mag es gerade mal vier Jahre geben und er mag eine eigenwillige Geburtslogik haben, die wohl nur in Leipzig funktionieren konnte, aber rund um den Verein gibt es so viele Leute, die Geschichten erlebt haben, die sie schon jetzt mit jener eigentümlich sentimentalen Stimme, der manche andächtig lauschen und vor denen andere schnell das Weite suchen, weitergeben können, dass ich schmunzeln muss, wenn mir jemand erklären mag, dass die Weitergabe von erlebter Identität nur bei bestimmten Vereinen, jedenfalls nicht bei „Marketingprodukten“ möglich sei.

Das große Missverständnis dabei ist, dass in der Außenwahrnehumng die Geburtsgeschichte im Mittelpunkt steht, während in der Innenwahrnehmung wie überall Fußball, jene die ihn spielen und die Geschichten, die er schreibt der Kern der Story sind. Und bei RB Leipzig im besonderen natürlich auch die Ablehnung von Außen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Identitätsbildung spielt (eine Ablehnung, die aber auch gerade bei den kleineren Vereinen und in kleineren Städten im Osten inzwischen gar nicht mehr sonderlich groß ausgeprägt ist).

Dieser oft arrogante Unterton „Ihr seid doch nur…“ zielt so eklatant an dem vorbei, was jene die gemeint sind tatsächlich sind, dass das „Eure Meinung ist uns scheiß egal“ als Antwort eigentlich die einzig logische Folge ist. Woraus auch resultiert, dass sich rund um RB Leipzig vermutlich eine tragfähige Identität als Verein, der den Umständen trotzt, bildet, weil das Außen als Kitt nach innen genutzt wird. Das muss in seinen Entwicklungsoptionen nicht mal unbedingt sonderlich positiv sein, weil damit natürlich auch ein in der Form, aber nicht in der äußeren Ästhetik ultraeskes Abschotten verbunden sein kann (die kürzlich beschworenen geschlossenen Fan-Reihen vor der Relegation weisen in diese Richtung), aber es bleibt eine Identitätskonstruktion, die zum sportlichen Erlebnis des Leidens (Wolfsburg II letztes Jahr) und Jubelns (Wolfsburg im DFB-Pokal, Chemnitz im Sachsenpokal) dazu kommt.

„Ihr habt unser Banner, wir haben eure Fans“, hieß es auf einer angenehm witzigen Tapete beim Spiel gegen Lok in Anspielung auf ein geklautes Banner. Und darin steckt der wahre Kern, dass der Verein mit seinen sportlichen Gesichtern und seiner Kultur im Umfeld funktioniert und attraktiv ist. Die drei Jahre Regionalliga, die der Verein inzwischen hinter sich hat, mögen sportlich manchmal hart gewesen sein. Für die Entwicklung des Umfeld waren diese Jahre aber Gold wert (wobei jetzt auch mal genug Gold gesammelt ist), weil dadurch Zeit war, einen Vereinsnukleus auszubilden, der sicherlich zukünftige Geschichtsschreibungen und Väter- und Großvätererzählungen erheblich mitprägen wird. Es wird um Fahrten über Dörfer, um depremierende Niederlagen und große Siege gehen. Auch um gestohlene Fanschals und Übergriffe und das Kopfschütteln darüber wird es gehen. Und darum, dass in einer stillstehenden Leipziger Fußballlandschaft wieder Bewegung einzog. Und das nicht wegen dem „historischen Standort“ (Spox-Beitrag), sondern weil jene fußballaffinen Schichten der Stadt und der Einzugsgebiete im Umland geweckt wurden, die zuvor nicht beackert wurden. Man wird sich in 20 Jahren dieselben Geschichten erzählen wie in anderen Ballungsgebieten und Fußballzentren auch, nur eben mit Leipziger Anstrich.

Ich bin schon lange – aus meiner eigenen Erfahrung in den letzten Jahren rund um RB – der Ansicht, dass einige in ihren Prognosen über RB ganz schön daneben liegen werden, weil sie immer nur den kühlen Kommerz sehen, aber nicht merken wollen, dass dort – vergleichsweise – Unmengen an Menschen heiß sind auf Fußball und sich genau darin zusammenfinden. Das ist der eine Punkt. Der andere ist, dass es auch darüber hinaus ziemlich anmaßend und nur mit der leichten Arroganz der Coolness der Fußballzentren, die über die Dörfer tingeln müssen, zu erklären ist, zu behaupten, dass in Wolfsburg, Leverkusen, Fürth, Augsburg und wo auch immer die Weitergabe von Identität und das Leiden prinzipiell nicht möglich wäre bzw. nicht existieren würden.

Mir persönlich ist dieses Kollektividentitätsthema ja eher egal, vermutlich weil ich dafür zu sehr Individualist und Analytiker bin, aber der Versuch sich seine Coolness (und letztlich würde ich behaupten, ist Identität nur der Versuch einen intellektuelleren Begriff für Coolness zu finden) zu bewahren, indem man dem eigentlich unbekannten Anderen die Fähigkeit zum Leiden und die Identität in Form einer besonderen Verknüpfung zu seinem Verein abspricht, ist insgesamt eher etwas bemüht.

Schalke wird immer interessanter sein als Hoffenheim, aber nicht weil man sich gegenseitig so schöne Geschichten über das Parkstadion erzählen kann, sondern weil die Außenwirkung (und auch die Erlebnisse innen drin) einer vollen Turnhalle eine sehr viel höhere Attraktivität hat als das Hoffenheimer Autobahnstadion. Das hat aber wiederum viel mehr mit dem jeweiligen städtischen oder eben dörflichen Umfeld zu tun, als damit, ob ein Gelsenkirchener Papa oder Opa bierselige Geschichten erzählen und das (bzw. quasi sich) dann als Tradition verkaufen kann.

Ich mochte den Ausgangspunkt des SPOX-Artikels, um den es hier als Auslöser vielerlei Gedanken ging. Und ich finde viele Ideen und Fragen darin nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist es allerdings, mitten in den Gedankengängen dann doch beim Selbstgespräch zu landen und statt beim Fragen und Abklopfen zu bleiben, nur noch die Selbstlegitimation zu suchen. Schade drum.

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4 Gedanken zu „Traditionelle Identitäten“

  1. Wie schon auf Twitter geschrieben, Traditionsverein=Kommerzfrei, klingt für mir immer mehr nach alternativlos.

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