Relegationsvorbereitung

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig bei Carl Zeiss Jena (19.05.2013, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Sebastian Heidinger.]

Als man sich den Spielplan vor der Saison anschaute, atmete man innerlich tief durch. Am vorletzten Spieltag nach Jena erschien als potenzielles Herzschlagfinale, weswegen man allseits schnell der Meinung war, dass man möglichst schon vor diesem Spiel die Meisterschaft klar gemacht haben sollte. Und jetzt fährt man mit 16 Punkten Vorsprung (bei immer noch einem Spiel mehr) im totalen Entspannungsmodus nach Jena. Und nach dem emotionalen Highlight des Spiels gegen Chemnitz auch mit dem Problem sich binnen zwei Tagen nach den angemessenen Feierlichkeiten wieder fokussieren zu müssen.

Neun Punkte Unterschied zwischen RB Leipzig und Carl Zeiss Jena waren es Anfang Dezember letzten Jahres vor dem direkten Aufeinandertreffen. Neun Punkte waren es auch danach, weil Dominik Kaiser damals kurz vor dem Ende mit seinem Treffer zum 1:1 einen ziemlich glücklichen Punkt sicherte. Die verpasste Chance zum Dreier und zum Verkürzen des Rückstands auf sechs Punkte und die für Jena depremierende Spielausfallszeit nach der Winterpause waren wohl letztlich die Genickbrecher für die sportlichen Ambitionen der Thüringer in Richtung Platz 1. Schließlich waren sie bis zuletzt die Einzigen, die sich zumindest den Willen auf die Fahne schrieben, RB noch abzufangen, wenn die schwächeln sollten.

Taten sie aber nicht, sodass das Aufeinandertreffen der Nummer 2 mit der Nummer 1 an diesem Wochenende aus tabellarischer Sicht absolut wertlos ist. Wenn man mal davon absieht, dass es für Jena natürlich auch noch ein bisschen um das Sichern des zweiten Platzes geht. Aber ob das nun für die Spieler der entscheidend-motivierende Moment ist, sei einmal dahingestellt.

Viel motivierender dürfte da schon das Duell mit RB Leipzig an sich sein und natürlich mit einem Sieg diejenigen sein zu können, die die Ungeschlagenserie der Saison brechen können. Allein diese Aussicht, dem Gast auf diesem Gebiet, ein Bein stellen zu können, sollte ein paar Prozente einbringen. Zumal es im letzten Heimspiel der Saison auch ein wenig darum geht, sich dem Publikum, das auch mit Kartenaktionen noch mal zahlreich ins Stadion gelockt werden soll, ordentlich zu präsentieren.

Auch um etwas gehen könnte es für Petrik Sander, dem schon im Januar von Vereinsseite eine Vertragsverlängerung versprochen wurde, der aber immer noch keinen neuen Vertrag unterschrieben hat. Weil er bisher noch kein entsprechendes, unterschriftsreifes Papier zum Unterschreiben bekam. Und eigentlich schon lange bereit gewesen wäre. Aufgrund der unklaren Situation hat inzwischen der Fitnesstrainer schon das Weite gesucht und ist nach Cottbus gewechselt. Wenn man in Jena so weiter arbeitet, dann könnte es sein, dass sie auch noch einen neuen Chefcoach suchen müssen.

Wobei man bei Aufsichtsratschef Tölpel nicht ganz sicher ist, ob genau das nicht auch sein Ziel ist. Denn seiner vollmundigen Einladung vom Januar, Sander möge kommen und seinen Vertrag unterschreiben, folgte schon im März und nach dem ersten(!) Spiel der Rückrunde die Trainerdemontage, als Tölpel ein 1:1 gegen Zwickau zum Anlass nahm, von der Seite des Trainers abzurücken und mit Seitenhieb auf das Trainerteam „von jedem Mitarbeiter an jedem Platz“ Qualität einzufordern. Was seitdem passiert, ist ziemlich absurdes Theater, bei dem der Aufsichtsrat plötzlich Konzeptionen sehen will, die Sander aber schon lange vorgelegt hat und ähnliche Schmankerl.

Aktuell scheint es darauf hinauszulaufen, dass Sander einen neuen Vertrag unterschreiben soll. Aber ob die zuletzt eher mauen Ergebnisse (1:1 in Torgelow, 1:2-Niederlage beim Berliner AK, knapper Sieg gegen Union II) bei Tölpel nicht wieder wie eine Laus über die Leber gelaufen sind, kann wohl niemand mit Sicherheit sagen. Falls Jena im nächsten Jahr tatsächlich aufsteigen will, täte ein bisschen mehr Ruhe in den Führungsgremien des Vereins sicherlich ganz gut..

Zumal man aktuell nicht mal sagen könnte, dass es extrem schlecht läuft. Klar gibt es keine Euphorie, aber wo sollte die im aufstiegstechnischen Niemandsland der Tabelle auch herkommen. Andererseits: Wenn Jena das Nachholespiel in Rathenow auch noch gewinnt, hätte man in den letzten 15 Spielen nur vier Punkte auf RB verloren gegenüber 9 Punkten in den ersten 13 Spielen. Das ist vom sportlichen Krösus der Liga nicht arg weit weg. Und das vor dem Hintergrund, dass das kommende Spiel gegen RB bereits das 13. in gerade einmal acht Wochen ist, weil Jenas Rückrunde nach wochenlangem Trockenschwimmen erst am 23.03. losging.

Das sportliche Abschneiden ist insgesamt ok und wohl dem Potenzial des aktuellen Kaders entsprechend. Leichter Vorsprung vor der Konkurrenz, wenn man mal die außer eben dieser spielenden RasenBallsportler rausnimmt. Wenn man ein wenig enttäuscht sein möchte, dann höchstens von den Auswärtsauftritten der Rückrunde, die man nur in zwei von sechs Fällen (Plauen und auf Kunstrasen in Neustrelitz) für sich entschied.

Im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld ist man dagegen in der gesamten Saison, also in bisher 14 Heimspielen noch Ungeschlagen. Mit 28 geschossenen Toren und fünf Unentschieden ist die Bilanz mit der Heimbilanz von RB komplett identisch. In der Rückrunde hat man in bisher sechs Heimspielen viermal gewonnen und zweimal Unentschieden gespielt (gegen Zwickau und Halberstadt). So richtig überzeugend hat man allerdings auch nur gegen Lok und gegen Meuselwitz agiert. Trotzdem ist die Tatsache, dass Carl Zeiss mit einem Sieg gegen RB Leipzig in der Heimtabelle nach Punkten noch mit RB gleichziehen könnte durchaus beachtlich und ein Zeichen, dass man dort sportlich durchaus auf dem richtigen Weg ist.

Ein Eindruck, den man als Zeuge der Partie in der Hinrunde zwischen RB Leipzig und Carl Zeiss Jena schon hatte, als RB zwar auch ordentlich schlecht war, aber die Gäste zeigten, dass sie in Sachen taktisch wohlorganisiertem Fußball doch so einiges gelernt haben unter Sander. Gerade im Spiel gegen den Ball war das damals eine sehr ordentliche Demonstration, wenn auch mit dem Schönheitsfehler, eigentlich auch nicht so richtig torgefährlich zu sein.

Ob man ausgerechnet mit der Verpflichtung des Hallenser Null-Tore-Stürmers Andis Shala dieses Dilemma zu beheben gedachte, ist zumindest zweifelhaft, zumal Shala da weitermacht, wo er in Halle aufgehört hatte, nämlich keine Tore zu schießen. In 24 vereins- und wettbewerbsübergreifenden Spielen kommt Shala auf exakt einen Scorerpunkt. Und das eine Tor, zu dem es dann doch reichte, erzielte er Mitte September letzten Jahres mit der U23 des HFC gegen Laubsdorf (ja, das ist so klein, wie es klingt) in der Oberliga. Und passend für einen Ex-HFCer leistete sich Shala im Auswärtsspiel in Magdeburg eine Tätlichkeit, nach der er vier Spiele lang zuschaute. Keine optimale Saison könnte man meinen..

Neben Shala wechselte noch Defensivallrounder Justus Six von Plauen nach Jena, was sicherlich im Sinne der Erweiterung der Kaderperspektiven kein schlechter Schachzug war. Aber die Qualität in der Spitze hat das sicherlich nicht erhöht, denn die nominellen Korsettstangen des Teams sind weiterhin Spieler wie die erfahreneren Riemer, Berbig, Peßolat, Schlosser und in der Rückrunde auch Geißler. Nicht zu vergessen das 19jährige Talent Tino Schmidt, der im Hinspiel so abgezockt das 1:0 erzielt hatte und aus dem Team nicht wegzudenken ist.

Nur nominell sind es weiterhin die Korsettstangen, weil zuletzt am Mittwoch gegen Union II ganz andere Namen in den Mittelpunkt rutschten. Giebel, Grösch, Brinkmann, Andris, Fries. Die allesamt eint maximal 20 zu sein und aus dem Nachwuchs von Carl Zeiss Jena zu kommen. Quasi Verheißungen auf die Zukunft. Und eine Reaktion auf das peinliche und fast ein wenig glückliche 1:1 beim abgeschlagenen Tabellenletzten Torgelower SV Greif. Dafür standen die Herren Peßolat und Schlosser nicht mal im Kader. Ob das nur als Denkpause oder nicht auch ein bisschen als Schonung für das Spiel gegen den Tabellenführer gedacht war, muss sich jeder selbst denken. Auf jeden Fall steht man in Jena drauf, wenn Sander die Jugend-Karte zieht und so ein bisschen Popularitätsmasse kann Sander in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Aufsichtsrat gut gebrauchen. Und zumindest bei den Fans hat er die Popularität wie diese kürzlich bewiesen, als sie lautstark das Bleiben von Sander bei den Vereinsentscheidungsträgern einforderten.

In Leipzig dürften die meisten dem RasenBallsport nahestehenden das Hickhack um Sander in einer Mischung aus Belustigung und Häme wahrnehmen. Denn die Popularitätswerte von Petrik Sander dürften hierzulande so ziemlich entgegengesetzt zu denen bei den Fans in Jena sein. Mit ein paar mehr oder minder scharfen Aussagen gegenüber dem Weg von RB Leipzig generell und im Nachwuchsbereich und mit seiner Weigerung, RB schon zur Meisterschaft zu gratulieren, bevor sie feststeht, hat er sich einen schweren Stand hierzulande verschafft. Diskursiver Höhepunkt sicherlich die Auseinandersetzung bei der Pressekonferenz nach dem Hinspiel, als er sich ein bisschen mit Alexander Zorniger fetzte.

Letztlich ist es ein wenig überzogen, was hierzulande beim Thema Sander an manchen Stellen abgeht. Sander war schon immer ein eher kantiger Trainer, der eine Meinung hat und auch zu dieser steht. Daran kann man sich reiben und dem auch widersprechen. Ich persönlich finde eine Meinung mit der man sich auseinandersetzen kann aber immer besser als aalglatte Rhetorik. Weswegen ich die leicht beharrliche Störrigkeit ziemlich gut leiden kann.

Klar, Sander ist einer der im völligen Gegensatz zu seinen Trainerkollegen Ziegner, Härtel und Petersen, die zuletzt ja allesamt ihre Wertschätzung der in Leipzig geleisteten Arbeit zum Ausdruck brachten, die Konkurrenz zu RB Leipzig stets kultivierte. Was sein gutes Recht war und ist, schließlich war Jena auch von Anfang an das einzige Team, was auch tatsächlich Konkurrenz und nicht bloß schmückendes Ligabeiwerk sein wollte. Und in diesem Zusammenhang muss es ihm ziemlich auf die Nerven gegangen sein, schon ab November permanent gefragt zu werden, wann er denn RB Leipzig gratulieren werde. Das legte man ihm als Störrigkeit aus, obwohl damit immer das Mantra verbunden war, dass er sofort gratulieren werde, falls es denn so weit ist. Was er dann ja auch direkt nach der Niederlage beim Berliner AK, als man RB auch rechnerisch nicht mehr einholen konnte, tat.

Letztlich erscheint es ein wenig übertrieben, wenn ein Stefan Kutschke direkt nach dem größten Spiel des Jahres, nach dem Sachsenpokal-Sieg gegen Chemnitz einen kleinen Giftpfeil in Richtung Sander schicken muss, ob der denn jetzt wohl die Meisterschaft von RB anerkenne oder ob er glaube, dass man 16 Punkte auch in einem Spiel aufholen könne. Sicher, Sticheleien gehören zum Geschäft und Petrik Sander hat im letzten halben Jahr nicht immer extrem schlaue Sachen gesagt (wie bei seiner Klage über den Heimrechttausch zwischen RB und BAK), aber auf RB-Seite scheint man beim Thema Sander auch extrem dünnhäutig zu sein..

Die Sander-Geschichte ist fast schon die einzige Geschichte, die rund um das Aufeinandertreffen der beiden Topteams der Regionalliga Nordost ein wenig Spannung hat. Ansonsten ist das Spiel aus RB-Sicht ein Luftholen nach dem Sachsenpokal-Finale und 10 Tage vor dem ersten Relegationsspiel. Und aus FCC-Sicht ist der Sturz des Favoriten zwar sicherlich ein motivierendes Ziel (vor allem auf den Rängen und auf der Trainerbank), aber die allerletzten Prozente werden da wohl nach den vielen englischen Wochen kurz vor dem Saisonende auch nicht drin liegen.

Fraglich ist, mit was für einer Elf sowohl Carl Zeiss als auch RB Leipzig dieses Spiel angehen werden. Auf der einen Seite steht die Frage, ob Sander das Konzept Jugend weiter durchzieht und seinem Nachwuchs auch gegen RB wichtige Minuten für die Erfahrung gibt (was ich für eher unwahrscheinlich halten würde) und auf der anderen Seite steht die Frage, ob Zorniger den Pokalhelden eine kleine Auszeit gönnt. Wobei die Spielerdecke angesichts der vielen Verletzten zuletzt ganz schön ausgedünnt ist.

Müsste ich raten, dann würde ich tippen, dass beim ersten Spiel von RB Leipzig in Jena überhaupt (zumindest bei der ersten Mannschaft) nur Spieler auflaufen werden, die komplett außerhalb von Verletzungsgefahr liegen. Und so viele Spieler wie möglich, die am Mittwoch noch in der Startelf standen, nicht in dieser erscheinen werden. Das Jena-Spiel ist eigentlich die letzte Chance, Spielern noch mal eine Auszeit zu geben. Beim Berliner AK in einer Woche am Samstag wird dann wohl schon die Relegationself auflaufen, um noch mal einen Wettkampftest direkt vor den wichtigsten zwei Spielen der Vereinsgeschichte zu haben. Weil also die Jena-Aufstellung ein komplettes Rätsel ist, spare ich mir an dieser Stelle Tipps dazu (vielleicht liefert ja die Pressekonferenz hier unterm Text erste Anhaltspunkte).

Fazit: Tabellarisch ein wertloses Spiel. Als sportlicher Vergleich 2 gegen 1 nicht uninteressant, aber emotional nach dem Sachsenpokal-Finale trotzdem erst mal ein Spiel zum Durchschnaufen. Die Partie Carl Zeiss Jena gegen RB Leipzig hat nicht mehr den Glanz der Hinrunde und schon gar nicht den Glanz, den man vor der Saison beim ersten Blick über den Spielplan befürchten musste. Abgesehen von dem kleinen bisschen Diskurs-Trallala rund um Petrik Sander wird es vor allem interessant sein, wie sich die RasenBallsportler gegen ein Team schlagen, dass bessere Ideen beim Verteidigen der zweiten Bälle haben dürfte, als es der Chemnitzer FC zur Wochenmitte hatte, als das RB-Mittelfeld so ziemlich jeden Ball, den die eigenen Stürmer (oder auch die eigenen Verteidiger) ablegten mit viel, viel Platz verarbeiten konnten. In diesem Sinne wäre die Partie wohl auch ein wenig Anschauungsunterricht in Richtung Relegation. Und um die geht es in dieser Saison ja eigentlich nur noch. Da rückt selbst die Ungeschlagenserie und deren mögliches Reißen beim Ausflug nach Jena völlig in den Hintergrund.

(Wer das Spiel von RB Leipzig bei Carl Zeiss Jena nicht vor Ort verfolgen kann und trotzdem dabei sein will, nutze am 19.05.2013, ab 13.30 Uhr die üblichen Kanäle, also Liveticker [broken Link] und Fanradio.)

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Bisherige Duelle RB Leipzig gegen Carl Zeiss Jena

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Pressekonferenz vom 17.05.2013, zwei Tage vor dem Spiel Carl Zeiss Jena gegen RB Leipzig. Mit Alexander Zorniger und Sebastian Heidinger.

11.31

Das war es von der Pressekonferenz. Gute Stimmung allerorten. Positiver Blick in die Zukunft. Im Moment ist alles rund. Mal sehen, wer am Sonntag in Jena auflaufen wird. Wenn es nicht mal Zorniger weiß, was er macht, dann weiß es keiner..

In diesem Sinne wünsche ich allseits schöne Pfingsten und denen, die nach Jena reisen, viel Spaß und der Mannschaft natürlich (verletzungsfreien) Erfolg. Bei allem Respekt vor Jena ist es ja hoffentlich für mindestens ein Jahr die letzte Chance, als  Beteiligter mal nach Jena zu kommen.

11.28

Zorniger meint, dass es immer Sachen gäbe, die man verbessern kann, auch gegen Chemnitz. Aber vieles von dem, was er gegen Chemnitz coachen wollte, war eigentlich schon da. Gab nur Feinjustierungen während des Spiels. Vermutet, dass am Mittwoch auch Zweitligisten gegen RB Schwierigkeiten gekriegt hätten.

Fürs Relegationsspiel sind bereits 5.000 Zuschauer verkauft, wirft Shoukry grad ein. Zorniger schwärmt noch mal von der Atmosphäre beim Pokalspiel. Das habe “Begeisterung und Energien freigesetzt.”

Weigert sich noch mal, die Bewertung der Saison vom Ausgang der Relegation abhängig zu machen, weil dazu in zwei solchen Spielen zu viel passieren könne.

Das Magdeburg-Spiel habe die letzten Zweifel zerstört. Das war zeitnah zu den entscheidenden Spielen das Signal, dass man alles drauf hat. Zweifelt nicht daran, dass das auch in zwei Spielen in der Relegation funktionieren kann.

Frahn sei optimistisch und versprüht Energie.

Zorniger habe nie daran gezweifelt, dass man auch ohne Frahn Tore schießen kann.

Kammlott habe gegen Chemnitz super gespielt und viele Bälle gesichert.

Zorniger wisse auch um die Qualitäten von Nattermann. Hatte ihn schon auf der Bank gegen Chemnitz und hätte ihn zum Schluss gebracht,  wenn der Spielstand immer noch negativ gewesen wären.

Zu Karikari: “Tut mir leid für den Jungen, aber es war nicht anders machbar. Disziplin ist das A und O beim Fußball. Wünsche ihm viel Glück. Vielleicht wird er es ja in Trier, da war er ja offenbar gerade zu Besuch, in anderem Umfeld noch mal schaffen. Umfeld ist für ihn ganz wichtig. Von Vereinsseite aus alles richtig gemacht.” Bet0nt auch noch mal, dass alle Spieler älter als 18 und selbst verantwortlich sind.

Die Ungeschlagenserie sei wichtig, aber nicht alles entscheidend. Die Spieler, die gegen Jena auf dem Platz stehen, werden auch alles geben und nicht aus Angst vor Verletzungen zurück ziehen. “Wenn Kutschke auf dem Platz steht, dann ist auch Kutschke drin.“

11.15

Alexander Zorniger zum Pokalspiel: “So wie es ausgesehen hat, hat es sich auch angefühlt. Wie schon beim 1:1 alle übereinander herfallen, das zeigt wie die Stimmung in der Mannschaft ist. Sind in einer optimalen Ausgangssituation für die zwei Relegationsspiele.” Trotz der vielen Verletzten aktuell. “Haben jetzt dasSelbstvertrauen, sodass wir wissen was wir leisten können. Das könnte in der Relegation entscheidend werden.”

“Jena hat uns im Hinspiel am meisten von allen gefordert. Mit viel Aggressivität. Da werden wir uns dieses Mal drauf einstellen und versuchen Antworten zu finden. Wollen unseren Spielstiel weiter auf den Platz bringen und aufpassen, dass den Jungs nichts passiert.”

Fandrich beim Pokalspiel wegen muskulären Problemen draußen geblieben.

“Noch mehr als vor drei Monaten werfen uns Verletzungen nicht zurück, weil die Grundstruktur klar ist.”

Ist sich noch nicht sicher, was er gegen Jena macht und ob er durchwechselt. “Tendiere im Moment dazu die Stammmannschaft wieder auf den Platz zu schicken, weil die Belastung jene sein wird, die auch in den kommenden Wochen wartet.” Fraglich ist noch, was von Verletzungen her für Wechsel anstehen.

Heidinger habe ein gutes Zweikampfverhalten. Habe es gegen Chemnitz sehr gut gemacht.

Zorniger fand Chemnitz nicht schlecht. “Die waren sehr konzentriert. Sie haben sich auch danach sportlich sehr fair verhalten. Das gehört auch gegen einen ‚Kommerzverein‘ zum sportlichen Wettkampf dazu. Gerd Schädlich mit seiner Art zu coachen und wie er sich als Trainer präsentiert, davor habe ich großen Respekt.” Kennt Schädlich vom Winter als Chemnitz hier trainiert hat und habe zuerst gar nicht gewusst, wie er einen solchen Trainer ansprechen soll.

11.07

Sebastian Heidinger zum Pokalsieg: “War ein gelungener Abend. Hat sehr viel Spaß gemacht. Die Nacht/ der Schlaf war nicht allzu lange.” Zum Jena-Spiel: “Wollen unsere Serie weiter ausbauen und ungeschlagen bleiben. Wurden im Hinspiel sehr gefordert. Sander wird die Jungs gut einstellen, das wird sehr interessant.”

Zum Thema Motivation: “Sind immer gut gefahrenvon Spiel zu Spiel zu denken. Auch wenn wir natürlich die Relegation im Hinterkopf haben. Aber es wäre fahrlässig das Jena-Spiel abzuschenken.”

Zum Außenverteidiger: “Ist ungewöhnlich für mich, aber es hat mir Spaß gemacht. Als Fußballer will man spielen, dann ist es auch egal wo man spielt.”

Das verhinderte 1:3 gegen Chemnitz war für Heidinger ein “besonderer Moment”. Will aber nicht von “DER Schlüsselszene” sprechen, sondern nur von “einer Schlüsselszene” des Spiels. Hat in der B-Jugend schon mal Außenverteidiger gespielt. Wurde gegen Chemnitz dort reingeschmissen, weil sich Juri Judt kurzfristig verletzt hat.

An seine Vertragssituation denkt Heidinger nicht. Gespräche gibt es noch nicht, wird es aber sicherlich geben. Sprich, Heidinger scheint keinen Vertrag für die kommende Saison zu haben.

Gegen einen Gegner wie Chemnitz zu spielen, sei etwas einfacher, weil die nicht nur das Spiel zerstören, sondern mitspielen wollen. “Macht einfach mehr Spaß.” Mit einem Spielsystem, das auf Ballgewinn ausgerichtet ist, sei es einfacher gegen Gegner anzutreten, die auch mitspielen und nicht nur den Ball nach vorne schlagen.

10.57

Überschaubares Medieninteresse hier im Moment noch. Trotzdem geht es in fünf Minuten mit Sebastian Heidinger, dem neuen Star am Außenverteidigerhimmel und gefürchteten Bewacher der Torlinie  und Alexander Zorniger los.

10.48

Thema ist das Spiel ja auch weiterhin im Pressewald. Inzwischen scheint es ein wenig um die Deutungshoheit zu gehen. Also um die Frage, ob RB so gut oder Chemnitz so schlecht war. Vermutlich kann man sich guten Gewissens darauf einigen, dass es von beidem ein bisschen war. Die Aggressivität der RasenBallsportler traf auf ziemlich fahrlässiges Defensivverhalten der Chemnitzer und passte damit wie die Faust aufs Auge. Man muss es auch nicht so empfinden, als ob das die Leistung von RB Leipzig schmälern würde. Aber man sollte sich auch nicht den Blick darauf verstellen, dass man Chemnitz nicht jeden Tag auf einem Fuß erwischt, wo man die Chance kriegt, sieben, acht Tore gegen sie zu schießen.

10.44

20 Minuten vor der Pressekonferenz zum Jena-Spiel, mit dem wohl nur wenige größere Wichtigkeit (außer möglichst ohne Verletzte durchzukommen) verbinden. Und noch wichtiger, das großartige Erlebnis Sachsenpokal-Finale ist gerade mal zwei Tage her und wird hier sicher auch noch mal Thema sein.

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7 Gedanken zu „Relegationsvorbereitung“

  1. Ob man auf dem richtigen Weg ist, wird sich zeigen. Letztlich zeigt ein Blick auf die Rückrundentabelle, dass Jena sich nicht großartig über die restlichen Mannschaften erhebt (eher mitschwimmt, aber dazu muss man noch das Saisonende abwarten) und das, obwohl es ja zumindest kommuniziert (trotz all der o.g. Probleme), um einiges ging.

    ps: Danke hier nochmal für deinen PK Ticker. Immer wieder schön zu lesen.
    pps: Heidi hat damals (2011) laut off. Vereinsseite bis 2014 unterschrieben.
    http://redbulls.com/soccer/leipzig/de/neuigkeiten-detail_468.html

  2. Die offizielle Vereinsnews kenne ich auch, deswegen wunderte man sich ja auch allseits, dass er mal im Fanradio sagte, dass er nächste Saison keinen Vertrag mehr hat. Und heute hat er eigentlich sehr eindeutig zu verstehen gegeben, dass die Vertragssituation für die kommende Saison noch nicht geklärt ist. Schräge Sache, aber offenbar muss man davon ausgehen, dass Heidinger für nächstes Jahr noch nicht fest ist. Vielleicht hat der Verein ja aber auch eine einseitige Option bis 2014, die er noch ziehen kann..

    1. Auch das wäre sicherlich denkbar und würde die ziemliche Ruhe erklären, mit der Heidinger mit dem Thema umgeht.

  3. Gratulation zu diesem schönen Pokalsieg!

    Nun wird es aber wirklich Zeit, diese für Eure Verhältnisse doch eher
    leistungshindernde 4. Liga nach ein paar Jahren endlich nach oben verlassen zu können. Die kommende Jena-Begegnung sollte ausnahmsweise mal keine Rolle spielen, damit die Gedanken für die „Lotte-Entscheidungstreffen“ freibleiben.

    Eigentlich muss immer wieder festgestellt werden, dass die unmögliche Aufstiegsregelung für alle Mannschaften nicht gerade vorteilhaft war, eine durchweg spannende Saison erlebt zu haben. Die Begegnungen gegen die beiden „Verfolger“ aus Zwickau und Jena haben doch gezeigt, dass es speziell gegen diese schwerer war, als es der Tabellenstand klar dokumentiert.

    Die etwas unangenehme Geschichte mit Karikari hat gezeigt (wenn nicht andere Gedanken dahinter zu vermuten sind), dass Euer Verein solch ein negatives Vorkommnis nicht durchgehen lassen kann, weil es wirklich das gestiegene Ansehen gleich wieder negativ beeinflussen würde. Die harte Entscheidung ist unabsichtlich gleich ein kleiner Seitenhieb in Richtung München gewesen, wo ein wesentlich schlimmeres Vergehen eines führenden „Vorzeige-Funktionärs“, dessen weiterer Verlauf der Untersuchungen gefühlt von ganz Fußball-Deutschland seit Bekanntwerden verfolgt wird. Der dortige Aufsichtsrat ließ diesen vorerst mit einer „einstimmigen Entscheidung“ unbestraft, statt ihn durch das Herausnehmen aus der Schusslinie zu schützen.

    Für die bevorstehenden Wochen viel Glück!

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