Regionalliga: RB Leipzig vs. TSV Havelse 4:1

Nun, manchmal gibt es eben diese Tage, an denen andere Sachen wichtiger sind als der Fußball. Wie gestern als die RasenBallsportler dank oder trotz meiner Abwesenheit die letztjährigen Absteiger und Dann-Doch-Nicht-Absteiger aus Havelse mit 4:1 schlugen. Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Ergebnis.

Denn zum ersten Mal seit dem siebten Spieltag der vergangenen Saison und dem damaligen 3:2-Heimsieg gegen den SV Wilhelmshaven gelang es RB Leipzig wieder einmal einen Rückstand in einen Sieg umzuwandeln. Was nicht in einem Mangel an Gelegenheit begründet liegt, denn in immerhin 10 Partien geriet RB Leipzig seitdem irgendwie in Rückstand, ohne dass es noch zu drei Punkten gereicht hätte. Genauso wie das 4:1 gegen Havelse gehörte das letztjährige Auswärtsspiel bei Holstein Kiel zum vierten Spieltag. Damals wandelte RB Leipzig zum letzten Mal einen Halbzeit-Rückstand in einen Sieg um. In einem Heimspiel ist es gar das erste Mal in der RB-Vereinsgeschichte und im fünften Versuch, dass aus 0 Punkten zur Pause 3 Punkte am Ende wurden. Bloß gut gibt es Statistiken.

Ein Vergleich der sich auch aufdrängt, ist der der Zuschauerzahlen: Während zum Saisonabschluss 2010/2011 gegen den TSV Havelse lediglich 1.305 Zuschauer in der großen Mehrzahl RB Leipzig siegen sehen wollten, waren es gestern immerhin 4.276. Worin sich auch ausdrückt, dass sich unter den RB-Anhängern sicherlich noch keine Euphorie breitgemacht hat, aber der Saisonstart eher Zufrieden- als Unzufriedenheit hervorruft. Zum letztjährigen zweiten Heimspiel gegen Hannover 96 II waren nach zwei Auftaktunentschieden gerade einmal 2.633 Zuschauer anwesend (allerdings an einem Samstag und nicht an einem Sonntag).

Wäre ich gestern im Stadion gewesen, dann hätte ich aber wohl trotzdem in der ersten Halbzeit ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt. Ballbesitz, Spielkontrolle, wenig Durchschlagskraft, 0 Tore, 1 Konter, 1 Gegentor, 0:1. So ging es auch schon letztes Jahr desöfteren in Halbserie 1 vonstatten. Manchmal sind es dann die kleinen Unterschiede, die die großen Folgen haben. Für das Spiel im konkreten, aber auch möglicherweise für das große Ganze Saison im allgemeinen. In diesem Fall war es die zweite Konterszene der Havelser, die deren Offensivkraft Ali Moslehe in bester Euro-2008-Gomez-Manier aus zwei Metern übers Tor stolperte. Sodass es beim 0:1 zur Pause und vergleichsweise guten Ausgangsbedingungen für das Drehen des Spiels blieb. Wobei man gute Ausgangsbedingungen eben auch erst einmal ausnutzen muss.

Interessant aus der Fernsicht neben den vier Toren in einer Halbzeit – soviele wie seit den 5 Nachpausen-Treffern im Mai 2010 in der Oberliga gegen den VfB Pößneck nicht mehr – die Besetzung der Doppel-Sechs mit Bastian Schulz und Tom Geißler, die die am Anfang der Saison noch unersetzbar erscheinenden und derzeit angeschlagenen Pekka Lagerblom und Timo Rost ersetzten. Wohl dem, der ohne größeren Substanzverlust Lagerblom und Rost auf die Bank setzen kann..

Ansonsten scheint die Form von Stefan Kutschke derzeit dafür zu sorgen, dass Peter Pacult auf ein 4-4-2 bzw. 4-2-2-2 mit Kutschke als zweiter Spitze statt auf ein 4-2-3-1 setzt. Was auch bedeutet, dass Sebastian Heidinger derzeit in den sauren Apfel beißt, zu Spielbeginn auf der Bank sitzen zu müssen, da Rockenbach seine Stammposition auf links außen besetzt (und mit einem Tor und 2 Vorlagen gegen Havelse die Fakten auf seiner Seite hat). Dass es einem Trainings-Foul von Sebsatian Heidinger an Timo Röttger zu verdanken ist, dass zweiterer früh aus der Havelse-Partie musste und ausgerechntet ersterer für die rechte Seite eingewechselt wurde, ist da eventuell durchaus eine nennenswerte Randnotiz.

Weiter geht es für RB Leipzig nun erst einmal mit einer einwöchigen Spielpause. Ob diese der Regeneration und der Freizeit oder doch dem testspielen gewidmet wird, scheint derzeit noch unklar. Klar ist aber, dass es nach der Pause mit dem Auswärtsspiel-Kracher bei wie immer ideologisch hochmotivierten Lübeckern weitergeht. Und danach der – vom Namen her – nicht minder krachige 1.FC Magdeburg nach Leipzig kommt. Beide Mannschaften werden den RasenBallsportlern hochmotiviert alles abverlangen. Beide Mannschaften gehören aber derzeit sportlich gesehen nicht zu Crème de la Crème der Regionalliga. Weswegen es sich gut machen würde, beide zu schlagen. So von wegen Tabellenspitze im Visier. Tabellenführer war RB Leipzig in über einem Jahr Regionalliga schließlich noch nie..

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Tore: 0:1 Vucinovic (29.), 1:1 Rockenbach (55.), 2:1 Kutschke (71.), 3:1 Frahn (87.), 4:1 Rosin (90.)

Aufstellung: Borel – Müller, Sebastian, Franke, Kocin – Röttger (58. Heidinger), Schulz, Geißler (80. Rosin), Rockenbach (89. Kammlott) – Kutschke, Frahn

Zuschauer: 4276

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