Leere in der Red Bull Arena

Zurück zum Sport und zurück in eine Zeit als die Welt bei RasenBallsport Leipzig noch in Ordnung war beziehungsweise so in Ordnung war, wie sie es in der unbefriedigenden, sportlichen Situation maximal sein konnte. Nach dem Lübeck-Spiel war es als der NDR folgendes verlauten ließ (broken Link):

Vor den fast leeren Rängen im Leipziger WM-Stadion dominierte der Gastgeber das Geschehen.

Die Beschreibung der fast leeren Ränge ist natürlich erst einmal faktisch richtig für eine Arena, die 44.000 Zuschauer fasst. Durch die Nichtnennung der Zuschauerzahl bleibt trotzdem ein leicht tendenziös wirkendes Geschmäckle. Wir reden schließlich über die 4.Liga. 4.233 Zuschauer beim Spiel RasenBallsport Leipzig gegen VfB Lübeck sind in eben dieser ein sehr ordentlicher Besuch, weit oberhalb des Durchschnitts, der in der Regionalliga Nord irgendwo unterhalb der 1.500 Zuschauer liegt.

Der VfB Lübeck hatte übrigens lediglich zwei Mal in dieser Saison einen höheren Besuch, nämlich im Derby gegen Kiel und im Aufstiegsendspiel gegen Chemnitz. RasenBallsport Leipzig führt mit ca. 4.800 Zuschauern im Schnitt die Heimzuschauertabelle dagegen immer noch mit relativ großem Vorsprung auf den 1.FC Magdeburg an (Lübeck liegt in dieser Tabelle auf Platz 4). Da ist die WM-Arena zwar immer noch relativ leer, aber so ordnet sich das leere Stadion wenigstens halbwegs in den Kontext der Ligawerte ein.

Wobei der Zuschauerschnitt in den verbleibenden vier Regionalliga-Heimspielen in der Red Bull Arena wohl noch einmal spürbar sinken wird. Plauen, Cottbus II und Havelse sind – bei allem Respekt – in der aktuellen Situation bei RasenBallsport Leipzig nicht gerade Zuschauermagneten. Lediglich der Heimauftritt gegen den Halleschen FC sollte noch einmal Menschenmengen oberhalb der 3.000 ins Stadion locken. Es wird wieder sehr familiär zugehen in der Red Bull Arena. Muss ja aber auch nicht unbedingt schlecht sein.

Bleibt festzustellen, dass selbst bei Abzug der Gästefans, die ja insbesondere gegen Magdeburg und Chemnitz sehr zahlreich waren, am Ende der Saison ein Schnitt von etwa 3.500, den RasenBallsportlern gewogenen Zuschauern zu verzeichnen sein wird.Vor ziemlich genau einen Jahr hatte ich die 3.000-Zuschauer-Marke als Zielmarke benannt, ab der man zufrieden sein könne:

Wenn man relativ verlässlich davon ausgehen kann, dass die Spiele an zentraler Stelle in Leipzig und nicht in Markranstädt oder am Gontardweg ausgetragen werden, würde ich in bodenlosem Optimismus mit durchschnittlich 3000 Anhänger auf Seiten der RasenBallsportler rechnen (ohne gegnerische Anhänger), was sicher eine ordentliche Zahl wäre. (Die Sache mit der Fankultur)

Selbst wenn man nun die oft leicht verschwörungstheoretische Sicht in Betracht zieht, dass sich das Publikum zu Teilen aus Freikarten generiert und ich meine eigene Zahl an Karten-Gewinnen (2) ins Verhältnis zur Anzahl der besuchten Spiele setze (zum Schluss vermutlich 14-15) und außer Acht lässt, dass ich auch ohne Freikarte gegangen wäre, dann würde man von den 3.500 noch mal 500 abziehen müssen und käme trotzdem auf 3.000. Egal wie man draufblickt und man es sich schlecht oder gut rechnet, die Zuschauerbilanz wird am Ende der Saison einer der wenigen Bausteine sein, mit denen man bei RasenBallsport Leipzig überaus zufrieden sein kann. Der Sachsenpokal könnte noch dazu kommen, aber davon mag ich derzeit noch nicht mal träumen..

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7 Gedanken zu „Leere in der Red Bull Arena“

  1. Ich finde die Zuschauerzahlen vorallem stark, weil sie ein echtes Interesse widerspiegeln. Wenn man die OL Zahlen mal dazu rechnet, bewegen sich zu Leipzigs OL/RL Heimspielen 5000- 6000 People’s. Die nächste Saison wird der Prüfstein.

  2. Hallo rotebrauseblogger,

    ich verfolge deinen Blog nun seit geraumer Zeit und hab mich sogar schon auf FB bei dir gemeldet (als ich dich gefragt hab, mit welchen System du diesen Blog hostest und auf welcher Seite dein Webspace generiert wird).
    Großes Lob! Du hast einen ansehnlichen Schreibstil, schreibst immerzu interessante Kommentare zu aktuellen Geschehnissen zu aktuellen Spielen rund um den RB Leipzig. Das gefällt mir sehr gut und ich werd‘ auch weiterhin deine Seite ausführlich im Blick behalten, da ich ebenso plane in Zukunft über den RBL zu „kollumnieren“ 🙂
    Hast du bereits gehört ,dass der DFB versucht das moderne „Mäzentum“ in der Deutsche Bundesliga zu beschneiden? In einer aktuellen Newsmeldung hab ich erfahren, dass der DFB beschlossen hat, dass die Vereine ihre Einnahmen in Zukunft wohl durch einen weitaus höheren Prozentsatz aus Eigenleistung (wie zb. Werbung, Ticketverkäufe usw.) generieren müssen. schrittweise sollen die Zuschüsse von Anteileignern über die Jahre gen 0 geschraubt werden. vlt. ein interessantes Thema, da es das Projekt „RBL“ bereits in absehbarer Zeit vor ein großes Problem stellen wird. Weil, sind wir ehrlich, ohne größere Finanzspritzen (außerhalb des Gedankens eines autarken Sportvereins) wird Leipzig auf absehbare Zeit keine 2.-Liga Luft schnappen. Vlt. ein interessantes Thema für dich zum Bloggen?

    Aufjedenfall wünsch ich dir weiterhin viel Spaß mit deiner Seite und vlt. den Einen oder Anderen Leser mehr.

    LG Thixo

  3. @ Thixo

    Danke für die Info – gibt es dazu einen Link (um sich besser informieren zu können)?

    @ Roter Brauser

    Ja, die Zuschauerzahlen sind gut, auch für die 4. liga – aber es handelt sich hier um Red_Bull, um eine mehr oder minder Marketingfirma, die möglichst bald in die BuLi will, gar europäisch, gar in die Champions_League – in dieser Hinsicht wundert es mich wie recht wenig Präsenz sie zeigen in der Stadt, wie recht wenig sie versuchen die Leute ins Stadion zu ziehen, auf Events hinzuweisen vor und neben dem Stadion.
    Wie sagte Horst Schlämmer: Es muß mehr werden. 😉

    Die meiste Action (am Bahnhof) gab es bislang, als Union Berlin gegen Halle spielte – das gilt es zu toppen.

  4. Ich persönlich finde die Financial Fairplay (FFP) Geschichte der UEFA (die der DFB mit übernehmen wird) leicht überbewertet. So viel wird sich für die Verein dadurch nicht ändern. RB Leipzig hat aufgrund des Zuschauerpotenzials in der Region sicherlich auch keine extremen Nachteile durch die Regelungen, da der Verein perspektivisch daürber ordentlich Einnahmen generieren kann. Zudem ist der Anspruch bei Red Bull generell so, dass man das Ziel ausgibt, dass in Perspektive 50% der Spieler der Vereine aus der eigenen Nachwuchsarbeit kommen. Insofern würde man sich von dem was wirklich teuer ist (Tranfers) ein wenig abkoppeln. Ich bin da also etwas entspannt. Zumal, wenn man bedenkt, dass selbst für Chelsea das FFP sehr gut gerüstet scheint (was man nicht unbeingt erwarten würde bei dem, was Herr Abramowitsch da investiert (hat)). Derzeit habe ich nicht geplant, dem Thema im Rahmen eines Beitrages einen eigenen Raum zu geben.

    @LE_16: Es handelt sich hier um RasenBallsport und um Leipzig. Wer sich ein bisschen mit Fußball in dieser Stadt auskennt, weiß dass aufgeblasene Fußballevents ohne sportliche Wertigkeit in dieser Stadt nie gut angekommen sind. Die derzeitige Fokussierung von RB Leipzig voll auf die Spiele und nicht auf Drumherum-Brimborium kommt, denke ich, den meisten derzeitigen Anhängern des Vereins sehr entgegen. Ich halte das, was versucht wird (gelegentlich Freikarten und Plakataktionen plus Öffentlichkeitsarbeit wie Facebook und Co) für absolut ausreichend und zielführend. Alles andere liegt auf dem Platz und bringt die Zeit. Ich kann es nur einmal mehr sagen: Wer bei RB Leipzig nachhaltig Erfolg will, auch auf den Rängen, der braucht vor allem auch Geduld.

    Und: ich bin nicht ‚Roter Brauser‘.

  5. „Und: ich bin nicht ‘Roter Brauser’.“ – I know. 😉

    „Wer sich ein bisschen mit Fußball in dieser Stadt auskennt, weiß dass aufgeblasene Fußballevents ohne sportliche Wertigkeit in dieser Stadt nie gut angekommen sind. “
    Das wußte ich nicht; wobei man in LE bei einigen Dingen nicht zwingend auf dem Gaspedal steht.
    Frage: Warum suchte sich Mateschitz ausgerechnet Leipzig aus, warum nicht Berlin, Erfurt, Köln, London oder..?

  6. berlin hat genug höherklassige vereine, köln hat nen bundesligaverein, england 1 liga hat bereits reichere gönner, als es rb ist und erfurt, keinen plan, vielleicht haben sie die ja gefragt und die wollten nicht. Leipzig dürstet es nach höherklassigem fußball, hat ein bundesligataugliches stadion und 2 mal nen 5ligist, bevor rb kam. Wenn dieses projekt überhaupt irgendwo in deutschland funktionieren kann, dann nur in leipzig. Aber selbst da hab ich meine zweifel…

    Himmelblaue Grüße

    Drehhut

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