Augenhöhe II

Die aktuelle Bilanz von RasenBallsport Leipzig:

  • 13 Spiele, 7 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen
  • 25 Punkte und 20:11 Tore.

Die aktuelle Bilanz vom Chemnitzer FC:

  • 13 Spiele, 11 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage
  • 34 Punkte und 35:6 Tore
  • macht 9 Punkte und 20 Tore Vorsprung vor RB Leipzig

Die aktuelle Bilanz von RasenBallsport Leipzig ohne Spiele gegen die zweiten Mannschaften von höherklassigen Vereinen:

  • 7 Spiele, 5 Siege, 2 Unentschieden, 0 Niederlagen
  • 17 Punkte und  14:5 Tore

Die aktuelle Bilanz vom Chemnitzer FC ohne Spiele gegen die zweiten Mannschaften von höherklassigen Vereinen:

  • 8 Spiele, 6 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage
  • 19 Punkte und 22:4 Tore
  • macht 2 Punkte und 9 Tore Vorsprung vor RB Leipzig bei einem Spiel mehr

Ich fordere den sofortigen Ausschluss aller U23-Teams aus dem laufenden Regionalliga-Wettbewerb und die Annullierung aller mit deren Beteiligung zustande gekommenen Ergebnisse. Dass die Teilnahme der Zweitvertretungen wettbewerbsverzerrend ist, sieht man an den Zahlen ja nun wirklich mehr als deutlich. Spaß Ende.

Halbernst gesagt, kann die Hinrunde ja jetzt richtig losgehen, da die RasenBallsportler bis zur Winterpause gegen keine zweite Mannschaft mehr antreten müssen. Nur noch bspw. gegen Halle und Chemnitz. Das sollte doch machbar sein..

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30 Gedanken zu „Augenhöhe II“

  1. Das ist schräg und jeder weiß es eigentlich. Ein total interessantes Beispiel, welche die Situation aber stützt, ist der CFC himself.

    CFC Platz 1 Regio/ CFC II Platz 16!! in der OL.
    Da mußte wohl die II. ohne ihre Profis auskommen (aus bekanntem Grund), was an Qualität bleibt, ist deutlich zu sehen!

    So spielt es dann auch keine Rolle das die II. in die Landesliga abschmiert, während die 1. in die 3. Aufsteigt.

    Oder, ein für Leipzig noch übleres Szenario- der CFC hat 5 Spiele vor Ende den Aufstieg in der Tasche und nun können Förster & Co sich bei der II. die Füsse vertreten und den Abstieg verhindern, wobei dann möglicherweise ein 1. FCL durch mitwirken von Chemnitzer Profis in die Landesliga absteigt. Das nennt man dann 2 Fliegen mit einer Klappe.

  2. Ich finde die aktuelle Konstellation mit den Zweiten auch sehr unschön, interessanter fände ich aber, aus den obigen Resultaten Folgerungen zu ziehen.
    Vielleicht ist es so, dass der CFC auf mehr Erfahrungen und ein dickeres Fell zurückgreifen kann, wenn es in Duelle mit U23-Mannschaften geht, was dem RBL so noch fehlt und woran es zu arbeiten gilt?

  3. zu schade, das als einziger verein aller 3 regionalligen sich rb leipzig FÜR einen verbleib der zweiten mannschaften in der regio ausgesprochen hat. (mal abgesehen von den zweiten mannschaften selber)

    Himmelblaue Grüße
    Drehhut

    1. Zu schade, dass das nicht stimmt, wie ich unter anderem schon mal hier bemerkt habe. Zudem hat sich RB nicht für den Verbleib der 2.Mannschaften ausgesprochen (zumindest kenne ich dafür keine offizielle Quelle), sondern lediglich darauf hingewiesen, dass sie derzeit keine ausreichende Basis für eine Bewertung der Situation sehen (siehe hier). Das mag auch unbefriedigend sein, aber bei den Tatsachen sollte man schon bleiben.

  4. wir hatten auch die letzten 2 jahre arge probleme gegen die II. da muss man sich erst mental drauf einstellen (keine zuschauer, meist kleine sportplätze, junge willige gegenspieler etc.)
    das hat rb (zum glück 😉 ) bisher noch nicht geschafft.

  5. Ich kapiere nicht wie man solche Rechnungen aufstellen kann.
    Aktuell sieht es doch so aus, dass Chemnitz die reifere und eingespieltere Mannschaft ist.
    Weiterhin gewinnt der Club auch die dreckigen Spiele und steht daher verdient am Platz der Sonne. RB sollte sich mit der zugekauften Qualität locker auch gegen zweite Vertretungen durchsetzen können.

    RB kann sich jetzt erstmal gegen die Großen der Liga beweisen, falls die sich da behaupten wird es noch ein heißer Tanz.

    Meine Hoffnung bleibt trotzdem, dass sich Tradition und harte Arbeit gegen Geldhaie wie RB durchsetzen……….

    Nur der CFC

  6. Und vielleicht, bevor es zu Missverständnissen kommt. Nein, dieser Beitrag hier ist KEINE Jammerei über zweite Mannschaften in der Regionalliga, sondern (durchaus erkennbar) eine ironisch kommentierte, statistische Spielerei, aus der man höchstens – und da bin ich bei Rene – Folgerungen ableiten könnte für das sportliche Auftreten von RasenBallsport Leipzig.

  7. Nun, der Fakt, dass sich RB nicht explizit für den Verbleib der zweiten Mannschaften ausgesprochen hat, mag wohl stimmen. Allerdings zeigst Du die Intention dieses eher vagen Statements in Deinem Blog anschließend selbst deutlich auf.

    Zitat:
    Und wer weiß, vielleicht steckt ja hinter der Forderung nach kritischem Begleiten der Entwicklung der Regionalliga bei gleichzeitger Beibehaltung des bestehenden Systems auch das Wissen darum, dass man den eigenen U23-Nachwuchs in irgendeiner mittleren Zukunft auch gerne neben dem Nachwuchs anderer Proficlubs in der Regionalliga oder gar 3.Liga gegen etablierte Männerteams und nicht in einer eigenen Nachwuchsrunde spielen sehen würde..

  8. Wow…endlich haben wir den Beweis: Die zweiten Mannschaften sind schuld…!

    Da lohnt es sich doch glatt mal, Satre zu zitieren:
    „Im Fußball verkompliziert sich alles durch das Vorhandensein der gegnerischen Mannschaft.“

    Nach den hier zusammen getragenen Erkenntnissen verlange ich den sofortigen Zwangsaufstieg der benachteiligten Rasenballer! Und in der folgenden Drittligasaison bitte ich dann darum, alle Spiele gegen „zweite Mannschaften“ 2 zu 0 für RB zu werten!

  9. @Sören: Zwangsaufstieg klingt gut. Und nur als kleiner Tipp: Lies noch Kommentar 8 zur endgültigen Meinungsbildung.
    @cfc560: Ich mutmaße über die Intentionen des Vereins, ich kenne sie nicht. Da sie sich perspektivisch im Profifußball verorten, vermute ich, dass sie für ihre U23 die selben Pläne haben, wie alle anderen Profivereine auch. Ich habe mich in diesem Blog verschiedenst mit der Regionalliga-Reform auseinandergesetzt und finde, dass auch die Position von RB Leipzig nicht den Anforderungen der Problematik gerecht wird. Allerdings vermute ich, dass man auch in Chemnitz und Halle und Magdeburg die Regionalliga und deren Probleme als Anschlussliga an den Profifußball schnell vergessen würde, wenn man nicht mehr drin spielen muss..

  10. @ rotebrauseblogger: Kommentar 8 hatte sich zeitlich mit dem von mir gesendeten überschnitten…

    Zu Deiner Anmerkung, dass sich nach Verlassen der Regionalliga keiner der von Dir genannten Vereine für diese mehr interessiert eine kurze Anmerkung:

    1. Was glaubst Du, wie lange es noch dauert, bis diese Vereine der Regionalliga entkommen sind, wenn es immer nur einen, künftig sogar weniger als einen, Aufsteiger gibt?

    2. Es wird RB wahrscheinlich nicht betreffen, aber es geht schneller wieder abwärts, als viele glauben. Schau nach Jena…bald noch ein Mitbewerber mehr. Wenn man es realistisch einschätzt, werden alle Vereine aus den neuen Bundesländern zwischen 2. und 4. Liga einen ständigen Wechsel vornehmen. Nur dass es viel schneller nach unten als nach oben geht.

    Insofern glaube ich nicht, dass man, nur weil man vielleicht aufsteigt, vergißt, wie schnell man wieder in der Regionalliga gefangen sein kann.

  11. @Sören: Ich weiß es nicht wirklich, aber ich vermute, in Erfurt, Jena, oder Dresden sind die Probleme der Regionalliga nicht sehr präsent.. Und auch in Chemnitz freut man sich über die Erfolge der 2. Mannschaft bzw. hofft auf den Klassenerhalt in Liga 5. Sprich, man versucht maximale sportliche Erfolge zu erreichen, die von den Fans nicht verdammt werden. Es bleibt bei allen Argumenten ja auch der Widerspruch, dass es durchaus Spaß macht die eigene 2. Mannschaft auf ihrem Weg zu verfolgen und zu sehen, ob Talente den Sprung nach oben schaffen (und man sich in Braunschweig bspw. über sein Viertliganachwuchsteam freut) und es auf der anderen Seite natürlich für die Erstteams sinnlos wird, wenn bspw. 10 von 18 Regionalligateams in der Weststaffel Zweitvertretungen sind.
    Wie gesagt, es ging mir in meinem Beitrag hier nicht um die Problematisierung von Zweitvertretungen aus RB-Sicht (zumal keine der Zweitvertretungen gegen RB mit großer Profiverstärkung aufgetreten ist – außer Hertha vielleicht und die haben in Leipzig verloren). Und selbst das Thema Regionalliga-Reform hat viel mehr Facetten als Zweitvertretungen. Die von Dir angesprochene Undurchlässigkeit nach oben und die sportlich nicht durchgängig hohe Qualität (bzw. das Image) der Liga sind tatsächlich die Hauptprobleme in der 4.Spielklasse. Dass die Regionalliga-Reform die Undurchlässigkeit nach oben sogar noch verstärken wird, ist tatsächlich absurd.

  12. Solche Vergleiche, wie du sie hier aufstellst, hinken gewaltig. Der Chemnitzer FC ist bisher einfach die bessere Mannschaft und spielt wohl den besten Fußball aller Regionalliga Mannschaften.

    Wozu der CFC in der Lage ist, zeigte er ganz gut im DFB-Pokal Spiel gegen den VfB Stuttgart, das unglücklich verloren ging. Nicht umsonst erhält man von anderen (höherklassigeren) Mannschaften das Prädikat drittliga- bzw. zweitligatauglich.

    RB Leipzig ist auch ein ganz gutes Beispiel dafür, dass Geld keine Tore schießt und erst recht keine Titel holt. Dafür war auch Real Madrid in den letzten Jahren die Vorzeigemannschaft, mit Weltstars gepickt, keine Titel zu holen. Man kann nur hoffen dass solche Söldnertruppen wie RB Leipzig auch in Zukunft nicht alles mit Geld regeln können.

    Warum der CFC gegen 2. Mannschaften gewinnt? Ganz einfach. Der CFC hat ebenso viele junge und hungrige Spieler, die geil auf Fußball sind. Was hat der RB Leipzig? Spieler, die auf ihre letzten Tage nocheinmal ein wenig Kohle bekommen wollen und auch keine Leistung mehr bringen müssen.

  13. Wenn Du Geld hast kannste eh nur verlieren. Spielt die Mannschaft schlecht schießt Geld keine Tore! (Wer den Sport verfolgt weiss dass die Aussage, wenn überhaupt, dann nur kurzzeitig zutrifft)

    Spielt deine Mannschaft gut ist es ein wertlos „erkaufter“ Erfolg.

    Bestes Beispiel? Bayern München!

    Mich juckts dabei nicht, bleibt RB so zielstrebig wird sich der Erfolg früher oder später einstellen. Da helfen dann auch die Wunschvorstellungen der gerade aktuellen „Clubgegner“ nicht.

  14. Kleine Anmerkung zum Thema Söldner. Auch beim CFC wird fürs Fußballspielen Geld bezahlt.

    Es ist nichts verwerfliches in seinem Beruf Geld verdienen zu wollen und da ein Fußballspieler in der Regel nur ein paar Jahre seines Lebens dazu in der Lage ist, ist er auch bestrebt das beste Angebot für sich herauszuholen. Wie es übrigens auch viele Arbeitnehmer in Deutschland wahrnehmen. Warum also laufend von irgendwelchen, ähem, Sozialträumern ein ganz normales und natürliches Verhalten und arbeiten als Söldner- oder Legionärsverhalten verunglimpft wird werde ich nie verstehen.

    Früher war vielleicht alles anders aber nicht alles besser.

  15. @ Philipp Elzner „Wozu der CFC in der Lage ist, zeigte er ganz gut im DFB-Pokal Spiel gegen den VfB Stuttgart“ –> Je nach Betrachtungsweise „hinken“ Beispiele immer. Es wird immer mal Situationen geben, wo die genannten Beispiele nicht zutreffen. Um deine Argumentation aufzugreifen: Wozu die RB-Spieler in der Lage wären konnte man in der Vorbereitung sehen, da wurde gegen höherklassige Vereine sehr gut gespielt. Und das wer Fußball spielen kann auch gutes Geld verdient, ist ja wohl allgemein üblich… Der Begriff „Söldner“ ist da ja dann wohl auf alle Profifußballer anwendbar oder auch auf keinen, da dies ja mit dem Militär wenig zu tun hat. Wobei ich mich hier dem Kommentar 16 von @dröhn komplett anschließe.
    Insofern wird es wohl immer Leute geben, die guten Ideen ihren möglichen Erfolg neiden. Ich jedenfalls empfinde das Engagement von RedBull im Leipziger Fußball als solche. Dass dabei nicht bloß sportliche Gedanken eine Rolle spielen ist ja auch klar, aber irgendwie müssen ja solche Vorhaben auch finanziert werden.

  16. @Philipp Elzner: Ich habe lediglich den Chemnitzer FC und RB Leipzig in Bezug auf ihre Spiele gegen 2. Mannschaften verglichen. Das kann schon deswegen nicht hinken, weil es erst mal nur Zahlen sind, die für sich stehen. Vereine in Bezug auf ihre Heim- oder Auswärtsbilanz zu vergleichen hinkt ja auch nicht per se.
    Die Frage, wo es anfangen kann zu hinken, ist ja, was mache ich aus den Zahlen. Meine (selbst)ironische Wendung, die Ergebnisse der Zweitvertretungen einfach streichen zu wollen, ist eine Möglichkeit. Vernünftiger wäre die Frage, was der Grund dafür ist, das RB Leipzig gegen die zweiten Mannschaften schlecht aussieht (und zwei Siege aus sechs Spielen sehen sehr schlecht aus). Mögliche Ansatzpunkte, die mir einfallen, wären mangelnde Motivation oder dass man mit der schnellen, technisch versierten Spielweise der Zweitvertretungen nicht zurecht kommt. Ich tendiere zu zweiterem, woraus die Frage resultiert, warum das so ist. Stimmt das Spielsystem für solche Spielen nicht, ist der Abwehrverbund zu langsam oder das Umschalten von Offensive auf Defensive zu schlecht? Alles sinnvolle Fragen, die aus dem statistischen Vergleich resultieren und die noch gar nichts über den CFC und dessen sehr gute Saison, sondern nur etwas über RB Leipzig und die unbefriedigende Punktausbeute aussagen.
    Und Thema hinken: Deine These, dass der Unterschied zwischen Chemnitz und Leipzig darauf beruht, dass die einen junge, hungrige und die anderen alte, satte Spieler haben, halte ich für suboptimal. Erstens gibt es nur gute und weniger gute Fußballer und zweitens passen die diesjährigen Chemnitzer Neuzugänge Sträßer, Fröhlich und Dobry (Durchschnittsalter 32 Jahre) genausowenig in Dein Interpretationsraster wie die Leipziger Neuzugänge Frahn, Ismaili und Kammlott (um nur die wichtigsten zu nennen – Durschnittsalter 21 Jahre).
    Fakt ist: der Chemnitzer FC ist derzeit das uneingeschränkt bessere Team, was vor allem auch an der guten Mischung der Mannschaft liegt. Für RB Leipzig stellt sich – wie schon die ganze Saison – die Frage, wie man es schafft, die eigene Leistung den eigenen Ansprüchen anzupassen und so eventuell dem CFC doch noch gefährlich zu werden. Statistiken können da durchaus auf die Sprünge helfen, herauszufinden wo die Säge klemmt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  17. @claudiob

    Bezüglich der Profifussballer bin ich bei Dir. Aber als langjähriger Fussballfan habe ich schon sehr große Bauchschmerzen, wenn ein Verein als „Projekt“ oder „Vorhaben“ bezeichnet wird. Das sagt doch eigentlich alles aus. Ein Verein mit seinen Mitgliedern, mit seinen unterschiedlichen Strömungen, mit seiner Entwicklung, kann man nie so bezeichnen. Denn ein Vorhaben hat am Ende ein klares Ziel – zu vergleichen mit einem Bauvorhaben. Aber das spannende am Fussball ist doch gerade, dass der Ausgang ungewiss ist. Dass die Erfolge von heute in einem Jahr Vergangenheit sind und man sich als Verein auf die neue Situation einstellen muss.

    Dies wird mit dem „Projekt“ RB ad absurdum geführt. Durch einem unheimlich großen finanziellen Aufwand wird auf mittelfristige Sicht Erfolg gekauft, um ein Pordukt bekannter zu machen. Und der „Erfolg“ kommt, daran habe ich keinen Zweifel.
    Aber gibt es irgendeinen, den das wirklich interessiert? Wird man sich irgendwann wie ein CFC Fan an das DFB Pokal Viertelfinale 1992 gegen Werder Bremen erinnern, wo eine nahezu ausschließlich aus einheimischen Spieler bestandene Zweitligamannschaft durch Teamspirit, Kampfgeist und Leidenschaft einen späteren Europapokalsieger bezwungen hat? Nein, weil es dieses „Wir erreichen etwas gemeinsam“ bei RB nicht geben kann. Wenn man verliert, werden Köpfe ausgetauscht, vermeintlich noch bessere Spieler geholt usw. Solange bis es funktioniert.

    Gegen einen Vergleich zu Bayern München verwehre ich mich entschieden. Bayern hat sich jeden Cent hart erarbeitet, stand in den 80ern mehrfach vor dem Konkurs. Und nur durch kluges wirtschaften vom Vorstand konnte Bayern München sich über 25 Jahre zu der Marke entwickeln, die sie heute darstellt. Aber da wurde auch jeder Cent zweimal umgedreht. Es ist anmaßend, das Marketingprojekt RB mit Bayern München zu vergleichen!

    Im Übrigen empfehle ich jedem, der glaubt ein Fussballfan zu sein, dass Buch „Fever Pitch“ von Nick Hornby zu lesen.

  18. @Sören: Für mich ist RB ein Verein und kein Projekt. Ich finde das letztere Wort auch höchst zweifelhaft. Und RB wird sich als Fußballverein beweisen müssen. Sportlich, aber auch im Wachsen mit seinen Fans. Und in 10 Jahren kann man dann beurteilen, ob der Verein mit seinem Umfeld zusammen lebt. Ich hab bis auf Magdeburg alle Heimspiele in Leipzig gesehen und bin ehrlich gesagt positiv überrascht über die Entwicklung. Wie gerade das Publikum bspw. im Spiel gegen Wilhelmshaven der Mannschaft unter die Arme gegriffen hat und man sich zusammen zu einem Sieg gearbeitet hat, war für die junge Geschichte des Vereins durchaus überraschend. Aber zugegeben, es bleiben immer noch mehr offene als beantwortete Fragen zur Zukunft von RB Leipzig.
    Und ja, ich habe Fever Pitch gelesen. Und gerade die dortige These, dass das Fan-Sein etwas völlig irrationales ist, man quasi von seinem Verein ausgesucht wird und nicht andersherum, spricht eher für RB Leipzig als dagegen. Was passiert denn einem 12jährigen Kind, wenn es mit Vati zum Fußball ins Zentralstadion, äh in die Red Bull Arena geht. Spitzenspiel gegen Chemnitz und in der letzten Minute fällt das Siegtor für Leipzig. Das Kind geht staunend und träumend nach Hause, weil es eventuell begeistert war von Atmosphäre und Ergebnis. So entstehen letztlich auch Bindungen, durch Erleben. Und erlebt werden Fußballspiele nicht die Finanzierung des Vereins (auch in Dortmund bspw. nicht). Erlebt wird Leidenschaft auf dem Rasen und Stimmung auf den Rängen. Warum sollte es das in Leipzig nicht geben?
    Und eins noch zu Hornby: der Fan, der alle Termine sausen lässt, wenn der eigene Verein spielt, wird doch generell seltener. Zu sehr haben sich Freizeitbeschäftigungen und Gesellschaft ausdifferenziert, als dass dies der Normalfall des Fußballguckens wäre. Nicht zuletzt die Tatsache, dass sich der Fußball durch das Fernsehen in den letzten 20 Jahren völlig neue Schichten erschlossen hat, hat daran einen nicht unerheblichen Anteil. Und ich finde es auch komisch, das kein Spiel verpassen als Anspruch zu formulieren, der aus einem Fußballfan einen ‚richtigen‘ Fußballfan macht.

  19. Das ist doch eine tolle Diskussion hier. Gefällt mir echt gut.

    Testspiele in der Vorbereitung würde ich nicht als Maßstab nehmen. Beste Beispiel: Aue spielte eine mäßige Vorbereitung. Und jetzt stehen sie in der 2.Liga sehr weit oben. Aber das sieht halt jeder wie er es sehen will.

    Zum Thema Bayern München muss ich Sören zustimmen, dass sie sich das Geld hart erarbeiten bzw. „erspielen“. Ich mag die Bayern eher nicht so, aber international halten sie immer wieder die Fahne für Deutschland hoch und das finde ich gut. Denn wie viele Vereine starten in der Champions League mit mehr 3 stelligen Millionenbeträgen Schulden.

    Eine interessante Frage beim RB Leipzig ist eigentlich, woher die Fans kommen. Sind die Fans des SSV Markranstädt auch automatisch Fans von RB Leipzig gewesen? Oder sind Fans der beiden Leipziger Vereine Sachsen und 1.FC Lok ihren Vereinen untreu geworden? Der naheliegendste Gedanke sind eigentlich neue Fans, oder die für die beiden anderen Leipziger Vereine keine Sympathie haben. Vorstellen kann ich mir auch, dass viele Leute aus Neugier zu den Spielen von RB Leipzig gehen.

    Insgesamt erinnert mich RB Leipzig an Hoffenheim, die sich auch ihre Spieler gekauft haben, bis sich der Erfolg (Aufstieg in die Bundesliga) eingestellt hat.

  20. @Philipp Elzner: es gibt laut RB eine Untersuchung, die besagt, dass in Leipzig etwa 50.000 Fußballanhänger leben, die keine Präferenzen für Lok oder FC Sachsen haben. Auf dieser Wiese grast RasenBallsport Leipzig. Dass viele alteingesessene Fans von Lok und FC Sachsen zu RB überlaufen, ist unwahrscheinlich. Höchstens noch Zuschauer, die in den letzten Jahren auf der Haupttribüne beim FC Sachsen im Zentralstadion saßen, dürften in nicht unrelevanter Zahl weiterhin das Zentralstadion, äh die Red Bull Arena besuchen. Und Markranstädt? Ähm, naja, das dortige Zuschauerpotenzial war reichlich überschaubar.

  21. @Philipp Elzner: Na, wie schon geschrieben, Vergleiche „hinken“ halt immer mal wieder. Es wird wohl keine 1-zu-1 vergleichbare Situationen geben. Wäre damals Schalke mit der Viertbesetzung angetreten, hätte ich diese Parallele wohl nicht gezogen. Sollte nur verdeutlichen, das ich in dieser Mannschaft tatsächlich spielerisches Potential vermute. Es gibt sicher noch einige Defizite, aber mal sehen, was die Zukunft bringt.

    Zum Thema Anhänger von RB und ihre Herkunft: Als kleiner Bursche war ich großer Fan vom 1.FC Lok und bin bis heute zumindest Sympatisant geblieben. Ich bin damals zu fast allen Heimspielen gegangen und habe mich dann später auch wahnsinnig über den Aufstieg in die 1.BL gefreut. Aber dort angekommen wurde mir dann nach und nach alle Freude genommen. Sportlich lief kaum noch was zusammen, Chaoten machten jedes Spiel zum Negativerlebnis, Folge einerseits Abstieg mit Durchreichung in untere Klassen, finanzielles Disaster mit allseitsbekannten Insolvenzen. Der Neubeginn war vielversprechend, aber geblieben sind leider die Chaoten. Da traut man sich selbst kaum hin, geschweige denn mit Kindern. Insofern sehe ich die derzeitige Fansituation bei RB als sehr entspannend und der Nachwuchs kommt auch gern mit.

  22. @rotebrauseblogger

    Zitat: „Und ja, ich habe Fever Pitch gelesen. Und gerade die dortige These, dass das Fan-Sein etwas völlig irrationales ist, man quasi von seinem Verein ausgesucht wird und nicht andersherum, spricht eher für RB Leipzig als dagegen.“

    In Deiner Selbstdarstellung schreibst Du, daß Du 13 Jahre Fan von Energie Cottbus warst, dann zum BVB gewechselt bist, es schließlich mit dem FC Sachsen probiert hast und nun bei RBS Leipzig gelandet bist. Wie geht das mit der angesprochenen Irrationalität zusammen???
    Ich bin seit 29 Jahren CFC-Fan, aber seit 21 Jahren nicht mehr in Chemnitz. Ich habe in Leipzig studiert, länger in Stuttgart gelebt und bin nun seit 15 Jahren in München. In all diesen Städten bin ich oft beim Fußball (gewesen), aber nie war ich auch nur ansatzweise der Versuchung ausgesetzt, den Verein zu wecheln. Meinetwegen kann der CFC in die 1. Stadtklasse absteigen – mich wird er nicht los. Es gibt kein Menschenrecht auf höherklassigen Fußball.

    Was kommt bei Dir nach RBS Leipzig?

  23. @Ritter Runkel: Naja, der BVB war weniger Leidenschaft, als vielmehr angenehme Fernebziehung, die vor allem die 90er durchzogen hat (Zorc, Rummenigge, Chapuisat!). Der FC Sachsen war eher Zufall, weil sie zu jener Zeit das einzige Leipziger Team waren, das im Zentralstadion gespielt hat und ich Fußball in der Schüssel schon immer großartig fand. Von daher war meine bisher einzige, große Leidenschaft tatsächlich die BSG/ der FC Energie Cottbus, eine Leidenschaft, die im Laufe der Jahre aus verschiedensten, persönlichen Gründen versandet ist (witzigerweise beginnend mit dem damaligen Aufstieg in die 2.Liga). Mein persönlicher Zugang zum Fußball ist tatsächlich sehr viel rationaler und analytischer geworden (was nichts an meinem Mitfiebern bei Spielen ändert), deswegen ist die Kurve ja auch schon sehr, sehr lange nicht mehr mein Tanzbereich. Meine zentralen Elemente, die mich zum Fußball treiben, sind gar nicht so sehr die Aussicht auf höherklassigen Fußball, sondern vor allem das Zentralstadion/ die Red Bull Arena, die Möglichkeit in der Stadt, in der ich wohne zum Fußball zu gehen und die Möglichkeit, ein Team bei seiner sportlichen (Neu-)Entwicklung zu begleiten.
    Und: Ich schreib mir selbst Hornbys Fanerklärungen gar nicht auf die Brust (wenn überhaupt, dann hatte ich so etwas in Bezug auf Energie Cottbus), verweise in diesem Blog stattdessen immer wieder darauf, dass es völlig unterschiedliche, meiner Meinung nach gleichberechtigte Zugänge zum Fußball Gucken gibt. Ich wüsste allerdings nicht, warum gerade Jüngere, die Fußball in der Schüssel erleben, nicht auch das bei Hornby beschriebene Gefühl entwickeln können sollten (ohne dass ich dies Gefühl selbst als Nonplusultra ansehe, das alle Stadionbesucher haben müssen).
    Was bei mir nach den RasenBallsportlern kommt? Vermutlich ist das Ende der Fahnenstange erreicht und es folgt der Rückzug auf den Fernsehfußball oder es wird doch die Frauenfußballbundesliga bei Lok (aber da müsste ich erst mal über die Enttäuschung der Ausbotung des Leipziger FC hinwegkommen)..

  24. @haju: ist ja nicht schlimm, wenn Du die Ironie in dem Beitrag nicht erkennst, aber spätestens in den Kommentaren wurde dies nun schon mehrmals aufgeklärt…

  25. Nun nachdem Meuselwitz Spiel, folge ich deiner Theorie in freudiger Erwartung der nächsten nicht II.

    Dies war der 1. Streich, der HFC folgt sogleich.

    Ein niemals Lok/Chemie Fan gewesener. Dank mir sind es nur noch 49.999 potentielle RB Fans in Leipzsch.

  26. Um zurück auf die Ausgangssituation, das Verhältnis von 1. und 2. Manschaft und das Beispiel vom Leipziger Elend in Antwort eins zu kommen:

    Dem unverdrossenen und nun gelungenem Bemühen* vom heiligen Schnauz ist der sehr gute und formstabile Flügeflitzer Marcel Schlosser zum Opfer gefallen. Der muss seit kurzen (erstaunlicherweise ungebrochen motiviert) die zweite des CFC verstärken. Mit dem Ergebnis, dass es nach elf Spielen (!) ohne Sieg nun hintereinander die ersten beiden Erfolge für den CFC II in dieser Saison gab. Unter anderem letzten Sonntag gegen den Aufstiegsaspiranten Schacht II. Tolle Sache, aber nicht wirklich fair. Da sich beim CFC momentan alle zerreißen und die Verletztenliste kurz ist (klopfklopfklopf), könnte der CFC II schon bald das Feld von hinten aufrollen. Zumal wir mit Hampf, Löwe, Förster und Schlosser derzeit tolle u21 Leute haben. Mit den ersten Verletzungen ist aber auch gleich wieder Ruhe im Schiff.

    Zu DDR-Oberligazeiten (Blahblahblahlangeher) haben die U23 Mannschaften in einer eigenen Liga immer direkt vor der ersten Mannschaft gespielt. In beiden Mannschaften auflaufen war faktisch unmöglich. Dazu kam, je nach dem wie sich die Talente angestellt haben (z.B. der begnadete Rico Steinmann), ist man plötzlich viel eher zum Fußball gegangen. Das brachte den Mannschaften mehr Zuschauer und uns Stadiongästen mehr Bindung und eine Ahnung was zukünftig zu erwarten ist. Lange Rede kurzer Sinn, auch zweite Mannschaften können spannend sein und ohne Substanzverlust in einer eigenen Liga spielen. Klappt in anderen Ländern heute noch und ging früher, ohne langweilig zu sein, auch hier.

    *Sein unverdrossenes Bemühen gilt einem variableren und durchschlagskräftigeren Angriff des CFC (erfahrener Sturmtank als Ergänzung zu all den flinken, jungen Leichtfüßen). Dobry ist nun fit und trifft (obwohl fast alle erfahrenen Fans den Daumen ständig unten hatten) – Schlosser braucht trotz guter Form erst einmal andere Aufgaben. Ich bin gespannt wie das ausgeht.

  27. Ich glaube auch, dass eine eigene Liga für zweite Mannschaften ohne größeren Substanzverlust organisierbar wäre. Und die Vorspiel-Idee finde ich grundsätzlich auch eine nette. Allerdings erinnere ich mich nicht ganz so wohlwollend an die Vorspiele der Junioren in der DDR-Oberliga. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass ich die Spiele jemals sonderlich anregend oder spannend fand oder wegen diesen früh ins Stadion gekommen wäre. Aber, vielleicht war ich auch noch etwas zu jung zu jener Zeit, um einen Blick für Nachwuchstalente zu haben..

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