Derbyendbilanz

Alle 6 Leipziger Oberliga-Derbys der Saison sind gespielt. Auf absehbare Zeit vermutlich die letzten Derbys, die im Rahmen des regulären Ligabetriebs ausgetragen werden. Lediglich der Landespokal bietet die Chance, dass Lok oder FC Sachsen die Bullen in ihrer Arena besuchen müssen. Die kleine Leipziger Tabelle:

  1. RasenBallsport Leipzig: 7:2 Tore, 9 Punkte
  2. FC Sachsen Leipzig: 2:3 Tore, 5 Punkte
  3. Lok Leipzig: 0:4 Tore, 2 Punkte

Ergo: RB Leipzig ist nicht unschlagbar. Der FC Sachsen ist deutlich die sportliche Nummer 2 in Leipzig. Und Loks Derbybilanz gleicht der katastrophalen Saisonbilanz, wobei man bei ein wenig Pech auch ohne jeden Punkt hätte aus den Derbys gehen können.

Insgesamt kamen zu den Leipziger Derbys immerhin 62658 Zuschauer. Die meisten Zuschauer kamen mit fast 15000 zum Spiel FC Sachsen gegen Lok, die wenigsten Zuschauer begrüßte RasenBallsport Leipzig mit reichlich 6000 beim Spiel gegen den FC Sachsen. Wirft man einen Blick auf die Zuschauertabelle nach dem formalen Kriterium, wer Heimspiel hatte, dann verteilten sich die Zuschauer wie folgt:

  1. FC Sachsen Leipzig: 25074 Zuschauer
  2. Lok Leipzig: 20047 Zuschauer
  3. RasenBallsport Leipzig: 17537 Zuschauer

Auffällig, dass hier der FC Sachsen deutlich vorn liegt, was daran liegt, dass sie das erste Leipziger Traditionsderby seit vielen Jahren (zumindest für die 1.Männermannschaften) als Heimspiel austragen durften und dass RB Leipzig für das letzte Heimspiel der Sachsen diverse Freikarten- und Werbeaktionen startete.

Würde man versuchen, die Tabelle nach Fanzuspruch aufzustellen, sprich zu ermitteln, wie viele Zuschauer in den Derbys welcher Mannschaft die Daumen gedrückt haben, dann würde ich hingegen folgende Tabelle schätzen.

  1. Lok Leipzig: 7000-8000 Zuschauer
  2. FC Sachsen Leipzig: 5000-6000 Zuschauer
  3. RasenBallsport Leipzig: 2000-3000 Zuschauer

Das zeigt, dass Lok trotz größeren Fanpotenzials von den Derbys in vergleichsweise geringem Umfang profitierte. Folgende Tabelle bestätigt dies und zeigt wie viele Zuschauer unabhängig von Auswärts- oder Heimspiel zu den Spielen der jeweiligen Clubs ins Zentralstadion strömten:

  1. Lok Leipzig: 46519 Zuschauer/ im Schnitt: 11630
  2. FC Sachsen Leipzig: 43674 Zuschauer/ im Schnitt: 10919
  3. RasenBallsport Leipzig: 35123 Zuschauer/ im Schnitt: 8781

Summa summarum: Auffällig die sportliche Dominanz der RasenBallsportler und die zuschauertechnische Dominanz von Lok. Vermutlich hätte man beides auch ohne die Zahlen geahnt.

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8 Gedanken zu „Derbyendbilanz“

  1. Mal wieder sehr lesenswerter Beitrag.

    Ich finde die RB Zahlen für die erste Saison und nur tlw. auftreten in der Red Bull Arena so eigentlich in Ordnung und bin mächtig gespannt wie sich der Club in den nächsten Jahren entwickelt.

  2. @dröhn: Ich sehe das auch so (dass die RB-Zahlen in Ordnung sind). Wenn die 2000-3000 Besucher im nächsten Jahr relativ regelmäßig kommen und sich noch ein paar Interessierte anschließen, dann könnte man beim Verein sehr zufrieden sein.

  3. danke für die zahlen;

    ich finde aber, dass du beim ausblick für 2010/2011 zu optimistisch bist. wenn man sich die vergangene saison anschaut, haben nur die mannschaften mit traditionell gewachsenem fanstamm, also magdeburg, chemnitz, halle und lübeck einen schnitt von > 2000 gehabt. sogar babelsberg lag mit 1500 deutlich drunter (http://www.weltfussball.de/zuschauer/regionalliga-nord-2009-2010/1/).

    ich finde, zufrieden kann man bei rb schon mit einem schnitt um die 1000 sein. es gibt ja nicht nur die derbys, sondern auch spiele gegen wilhelmshaven oder türkiyemspor, von den ganzen zweiten mannschaften ganz zu schweigen.

  4. RB müsste im Landespokal den FC Sachsen oder Lok besuchen. Denn im sächsischen Landespokal hat die unterklassige Mannschaft Heimrecht. Gespielt würde im Alfred-Kunze-Sportpark oder im Bruno-Plache-Stadion – wenn nicht wieder mit den großen Scheinen gewedelt wird.

  5. @Klaus: vielleicht ist es ein wenig zu optimistisch, aber ich wäre von einem Schnitt, der wesentlich unter 2000 Zuschauern liegt (wohlgemerkt Zuschauern, die RB Leipzig die Daumen drücken) enttäuscht. Magdeburg, Halle und Chemnitz würden in diesem Gedankenspiel dann mit ihren Fans dafür sorgen, dass der Gesamtschnitt deutlich über 2000 liegen sollte. Aber wenn es nicht so kommt, dann lösche ich diesen Kommentar einfach irgendwann. 😉

  6. @Alex: da die Verbände und die Polizei diese Spiele als sicherheitsrelevant einstufen, müssen die Spiele in der Schüssel stattfinden (übrigens auch der Grund, warum das letzte Saisonspiel des FC Sachsen dort stattfand – mit Scheinen/ Eintrittskarten wurde erst hinterher gewedelt). Deswegen schrieb ich im Text auch von ‚besuchen müssen‘, weil mir klar ist, dass sie als unterklassiges Team eigentlich ‚Heim’recht hätten.

  7. Sollte Rasenball im Pokal auf Lok oder den FCS treffen,dann auf jeden Fall als Auswärtsspiel für RB. Daher muss keiner der beiden Oberligisten RB in der Arena besuchen !

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