Keine Atempause

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98 (24.04.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Achim Beierlorzer, Ralf Rangnick, und Fabio Coltorti.]

Atempause ist nicht. Nach dem Spiel in Kaiserslautern geht es für RB Leipzig nur vier Tage später mit der Partie gegen das nächste Team aus der Spitzengruppe weiter. Der SV Darmstadt 98, aktuell überraschender Dritter ist zu Gast. Für RB Leipzig nach dem psychisch und physisch enorm intensiven Aufgabe durchaus eine Herausforderung, gleich wieder gegen einen psychisch und physisch enorm starken Gegner antreten zu müssen.

Für die Darmstädter geht es trotz allem Understatements darum, im Aufstiegskampf zu punkten und mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Minimalziel dürfte dabei ein Unentschieden sein. Mit dem man auf jeden Fall RB Leipzig auf Distanz halten (bei einer Niederlage wären es nur noch drei Punkte Differenz) und gegenüber der Konkurrenz nicht entscheidend Boden verlieren würde.

Im bisherigen Saisonverlauf konnte sich Darmstadt im Kampf an der Tabellenspitze auf RB Leipzig verlassen. 14 Punkte holten die RasenBallsportler gegen Kaiserslautern, Karlsruhe, Braunschweig und Düsseldorf in acht Partien und kassierten keine einzige Niederlage (hätte man die 1,75 Punkte pro Spiel in allen 29 Saisonspielen erreicht, stünde man jetzt unter den ersten Drei).

Abgesehen von Ingolstadt verlor RB Leipzig von den Spitzenspielen nur das in Darmstadt. Sodass die Hessen gegen RB schon jetzt mehr Punkte holten als die anderen vier Teams in ihren jeweils je zwei Versuchen. Gewinnen sie auch noch in Leipzig hätten sie mehr Punkte gegen Leipzig geholt als alle anderen vier Teams zusammen, die gerade mal auf fünf Punkte kommen.

So gesehen könnte RB Leipzig ausgerechnet Darmstadt zum Durchmarschtriumph verhelfen. Angesichts des nicht unbelasteten (ideologischen) Verhältnisses zwischen beiden Vereinen durchaus pikant. Der Darmstädter Anhang würde es vermutlich gern mitnehmen. In Leipzig sähe man sich wohl eher ungern in der Rolle, dem Schuster-Team beim Aufsteigen zu helfen.

Wobei den Darmstädter zuletzt (auf hohem Niveau) sowieso ein wenig die Luft auszugehen schien. Neun Punkte aus den letzten sechs Spielen sind die schlechteste Bilanz aller Teams, die noch Aufstiegschancen haben. Zwei Spiele gewann man in dieser Zeit. Die allerdings eher mit Ausrufezeichen (5:0 gegen Union, 2:0 gegen Bochum).

Gegen Heidenheim zuletzt sah man deutlich die Probleme, die Darmstadt bekommt, wenn sie sich über ihre Grundqualität des Kopfballspiels nicht durchsetzen können (Heidenheim hatte eine sehr große Formation gewählt) und sie den Gegner auch nicht durch hohe Ballgewinne auf dem falschen Fuß erwischen. Spielerisch passiert da vergleichsweise wenig. Das ganz große Spielrisiko nimmt man in solchen Situationen auch nicht in Kauf.

Trotzdem schaffen sie es immer wieder aus relativ wenig relativ viel zu machen. Einerseits geht es darum, den Ball immer und immer wieder hoch gen gegnerischer Hälfte zu bringen, wo dann vor allem Stroh-Engel die Bälle mit dem Kopf verlängern bzw. verteilen soll, um anschließend in Strafraumnähe mit allen Mitteln Standardsituationen aller Art zu kreieren.

Wobei man sowohl Strafraumnähe als auch Standards sehr weit interpretiert. Denn eigentlich wird jeder ruhende Ball, ab der Mittellinie direkt hoch in den Strafraum geschlagen. Und auch Einwürfe werden bei jeder Möglichkeit, bei der sich der Strafraum erreichen lässt, als flankenähnliche Standards ausgeführt.

Heraus kommt ein unheimliches Gewitter an Bällen, die in den gegnerischen Strafraum fliegen und dort dann entweder einen direkten Abnehmer finden oder verlängert oder abgelegt werden. Auch ein Stilmittel den Raum hinter dem ersten Kopfballduell abzusichern und falls der Ball durchrutscht in guter und relativ freier Position vor dem Tor zu stehen. Das gelang in den letzten Spielen durchaus einige Male.

Grundsätzlich verpuffen die meisten der langen Bälle in den Strafraum natürlich ohne Effekt. Es bleibt aber trotzdem das Gefühl permanenter Gefährlichkeit, weil sich die Abwehrspieler in relativer Tornähe eben auch immer in direkten Duellen befinden, bei denen immer wieder mal was passieren, ein Ball durchrutschen und ein Tor fallen kann. So wie am vergangenen Wochenende gegen Heidenheim, als man nur ganz selten mal gefährlich wurde. Bis bei einem Ball in den Strafraum Griesbeck gegen Sulu eher unabsichtlich den Fuß trifft und die Situation völlig zurecht mit Elfmeter geahndet wird.

Wodurch auch Dominik Stroh-Engel seine 14 Spiele andauernde Torlosdurststrecke vom Punkt aus überwinden konnte. Achtmal hatte er in den ersten 13 Saisonspielen getroffen und schien schon komplett zweitligaintegriert. Seitdem kamen leichte Zweifel an seinen Qualitäten vor dem Tor auf, auch wenn Stroh-Engel im Gesamtsystem weiter ein sehr wichtiger Spieler bleibt, weil er sich immer wieder tief ins Mittelfeld fallen lässt, um dort Bälle zu verlängern oder zu verteilen. Aber trotzdem wird auch ein Stroh-Engel nicht umhin kommen, wieder torgefährlicher zu werden. Das letzte Tor aus dem Spiel heraus schoss er jedenfalls in der Hinrunde gegen RB Leipzig. Lang, lang ist es her..

Drei Duelle spielten RB Leipzig und der SV Darmstadt 98 in den letzten eineinhalb Jahren aus. Alle drei endeten 1:0. Zweimal für Leipzig, einmal für Darmstadt. Auch im vierten Spiel gegeneinander ist nicht damit zu rechnen, dass es nun plötzlich ein Torgewitter gibt. Darmstadt ist schließlich mit 21 Gegentoren zusammen mit Karlsruhe das defensivstärkste Team der Liga.

Nur einmal kassierte Darmstadt in dieser Saison mehr als zwei Gegentore. Die vier Düsseldorf-Tore in Darmstadt Anfang Oktober in der Hinrunde waren für das Team auch ein Wendepunkt, weil man sich nach der Partie davon verabschiedete, spielerische Elemente als Grundlage für das eigene Auftreten zu verwenden.

Seitdem kassierte man nur noch zweimal mehr als ein Gegentor. Und das war gegen Ingolstadt und in Düsseldorf, also gegen Teams, gegen die man auch mal einen Treffer mehr kassieren kann. Elf mal blieb man dagegen in 20 Spielen ohne Gegentor und legte damit den Grundstein für den aktuellen Tabellenplatz.

Genau diese Defensive wird auch in Leipzig wieder die Basis sein, auf der Darmstadt versuchen wird, Punkte mitzunehmen. Vermutlich wird der lange, hohe Ball aber nicht ganz so relevant sein wie bei manchem Heimspiel. Vielmehr könnte der Fokus neben dem Kampf um zweite Bälle vor allem darauf liegen, Ballgewinne im Mittelfeld mit Geschwindigkeit über die Außenbahnen und Marcel Heller bzw. Milan Ivana zu veredeln.

Kadertechnisch hat sich dabei beim SV Darmstadt im Vergleich zum Hinspiel wenig verändert. Man setzt und vertraut auf die Mannschaft der Hinrunde. Zwar hat man in der Winterpause mit Jan Rosenthal (per Leihe von Eintracht Frankfurt) und Yannick Stark (1860) noch mal einige Klasse für die Breite des Kaders dazugeholt. Aber ersterer bleibt hauptsächlich eine Einwechseloption und zweiterer ist noch gar nicht in Darmstadt angekommen, fremdelt mit der Spielweise des Teams und saß zuletzt nicht mal mehr auf der Bank. Dafür dass er seine unbefriedigende Situation in München zwischen Bank und Startelf ändern wollte eine eher suboptimale Entwicklung.

Fehlen wird in Leipzig der unermüdliche zweite Stürmer neben Stroh-Engel Marco Sailer, der sich gegen Heidenheim die fünfte gelbe Karte einhandelte. Zu vermuten ist, dass Schuster deswegen eher auf ein 4-2-3-1 zurückgreift und Jerome Gondorf von der Sechs auf die Zehn schiebt bzw. ihn im Spiel gegen den Ball auch als zweiten Stürmer auflaufen lässt. Die Doppelsechs würden in der Variante dann Florian Jungwirth und Hanno Behrens besetzen. Aber auch ein direktes Ersetzen von Sailer durch Tobias Kempe wäre sicherlich eine Option.

Herauszuheben in Darmstadt natürlich auch weiterhin die Innenverteidigung. Aytac Sulu spielt schon wieder eine großartige Saison. Romain Bregerie hat an seiner Seite den letztjährigen Stamminnenverteidiger Benjamin Gorka (seit dem vierten Spieltag nicht mehr in der Startelf) vergessen lassen. Auch wenn er vielleicht noch am ehesten das Puzzlestück in der Viererkette ist, das manchmal wackelt. Vergessen darf man neben der sicheren Innenverteidigung sowieso nicht das Gesamtkonstrukt mit zwei sehr dynamisch-bissigen Außenverteidiger (Balogun, Holland) und den davor viel Arbeit abnehmenden Mittelfeldspielern.

Wenn RB Leipzig gegen den SV Darmstadt bestehen will, muss man vor allem auch die Standards gut verteidigen (und möglichst nicht allzu viele zulassen). Was für das Team, das im Größenvergleich dem Gast zumindest leicht unterlegen ist, nicht ganz einfach sein dürfte. Mehr als 20 Tore nach Standards, 12 Kopfballtore, neun Tore nach Ecken. Die Bilanzen der Darmstädter geben deutlich Aufschluss, wo ihre Kernkompetenz liegt. Dass das enorm schwer zu verteidigen ist, mussten schon viele Teams vor RB Leipzig erfahren. Dass die RasenBallsportler dies können, zeigt sich auch darin, dass man in drei Spielen gegen Darmstadt noch nie ein Gegentor nach einem Standard kassiert hat.

Zum Problem wird für RB Leipzig am Freitag, dass Emil Forsberg nach seiner eher unberechtigten gelb-roten Karte in Kaiserslautern ausfällt. Womit auch das zuletzt dynamischste Puzzlestück im Offensivspiel ausfällt. Ohne dass es für ihn einen direkten Ersatz gäbe.

Bleibt man im zuletzt gepflegten 4-1-4-1, dann böte es sich sicherlich am ehesten an, Rani Khedira nach Verletzung auf die Sechs zu stellen und Joshua Kimmich neben Dominik Kaiser auf die Doppelzehn (oder welche Bezeichnung es auch immer sein soll) zu schieben. Alternativ böte sich Diego Demme für die Sechs an, wobei gerade gegen Darmstadt Khediras Vorteil seine Körpergröße wäre.

Man könnte den Forsberg-Ausfall auch mit einer Umstellung zurück auf ein 4-4-2 auffangen. Zumindest wenn Omer Damari wieder fit wird, denn dann könnte er den zweiten Stürmer neben Reyna spielen und als der Spieler, der sich immer wieder ins Mittelfeld fallen lässt die Anspielstation sein, die man zwischen Sechserpositionen und Sturm braucht und mit Forsberg zuletzt gefunden hatte.

Abgesehen vom Forsberg-Ausfall sollten die anderen 10 aus dem Kaiserslautern-Spiel zumindest von ihrer Leistung her gesetzt sein. Was mit möglichen Blessuren oder Ermüdungserscheinungen ist, lässt sich natürlich zwei Tage vor dem Spiel schwerlich final voraussehen.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Sebastian, Rodnei, Jung – Khedira (Demme, Damari) – Teigl, Kaiser, Kimmich, Poulsen – Reyna
  • SV Darmstadt 98: Mathenia – Balogun, Bregerie, Sulu, Holland – Jungwirth, Behrens – Heller, Gondorf, Ivana – Stroh-Engel

Wie bisher immer zwischen RB Leipzig und dem SV Darmstadt wird es wohl auch in dieser Partie eng zugehen. Willst du gegen die Lilien gewinnen, musst du einerseits gegen ihre Luftkampfführung bestehen, clever in der Zweikampfführung sein, um nicht zu viele Standards zu kassieren und im Offensivspiel schnell und genau agieren, um ihre Aggressivität im Spiel gegen den Ball auszuhebeln (und nicht nach einfachen Ballverlusten in Konter zu laufen) und die einzige Schwäche der Innenverteidigung, die nicht ganz so fulminante Geschwindigkeit zu nutzen. Klingt nicht einfach, ist nicht einfach. Aber irgendeinen Grund muss es ja haben, dass Darmstadt in dieser Saison erst dreimal verloren hat (RB: siebenmal).

Nicht täuschen lassen sollte man sich von der Statistik, dass Darmstadt noch hinter RB Leipzig das zweikampfschwächste Team der Liga ist. Eine Statistik, die deswegen in die Irre führt, weil in ihr vor allem versteckt ist, dass man gern den langen Ball spielt, den man natürlich in den überwiegenden Fällen nicht sichern kann und dadurch viele Duelle in der Offensive verliert (aber eben auch immer ein-, zweimal entscheidend durchkommt).

Beim Unentschieden in Nürnberg beispielsweise hatte Darmstadt in der eigenen Hälfte eine Quote von knapp 57% gewonnenen Zweikämpfen, während man in der gegnerischen Hälfte gerade mal auf 32% kam. Zum Vergleich: RB Leipzig gewann in Kaiserslautern ungefähr 41% aller Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte und 53% der Zweikämpfe in der eigenen Hälfte. Die insgesamt schwache Zweikampfstatistik der Darmstädter verweist also auf gar keinen Fall auf schlechtes Defensivverhalten, sondern ausschließlich auf eine sehr spezielle Offensivtaktik.

Fazit: Das Spiel gegen Darmstadt wird für RB Leipzig wohl ein ganz hartes Brot, weil der Kontrahent unangenehm zu bespielen ist und defensiv sehr stabil steht. Es muss schon relativ viel gut passen, um gegen die Aggressivität und Physis der Darmstädter dominant Fußball spielen zu können. Im Normalfall wird es ein Abnutzungskampf mit viel Ballbesitz und der ständigen Gefahr, in einen Konter zu laufen oder viele von den Darmstädtern geschickt bis dreckig herausgeholte Standards verteidigen zu müssen. Mal sehen, wie bereit die RasenBallsportler nach dem aufreibenden Spiel in Kaiserslautern für diese Aufgabe sein werden.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98 nicht vor Ort verfolgen kann und am 24.04.2015, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SV Darmstadt 98

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den SV Darmstadt 98. Mit Achim Beierlorzer, Ralf Rangnick und Fabio Coltorti.

14.21

So, das Auswärtsspiel in Kaiserslautern steckt sicherlich noch dem einen oder anderen in den Knochen. Aber nun wartet schon wieder die Partie gegen Darmstadt.

14.26

Vor einem Jahr noch war das Spiel gegen Darmstadt der absolute Renner und das vorentscheidende Spiel im Kampf um den direkten Aufstiegsplatz. Dieses Jahr wird es alles eine Nummer kleiner. Trotzdem beide Mannschaften oben mitspielen und zumindest Darmstadt noch sehr gute Chancen auf den Aufstieg hat. Von 40.000 Zuschauern ist man trotzdem ganz weit entfernt. Erstaunlich wie es manchmal läuft..

14.27

Stärker gefragt ist da schon das kommende Auswärtsspiel beim FC St. Pauli. Der Sonderzug ist bereits seit Montag ausverkauft. Heute gingen die Resttickets in den Verkauf. Viele dürften nicht mehr zu kriegen sein. Zumindest nicht im Stehplatzbereich. Der Sitzplatzbereich ist mit 32 Euro durchaus in einer Preiskategorie, dass nicht jeder wird zuschlagen wollen..

14.28

Hier geht es aber heute erst mal ums Tagesgeschäft. Vermutlich wird wieder die Aufstiegsfrage durchgekaut. Und vielleicht hat ja Ralf Rangnick was zu verkünden. Vielleicht kommt er auch nur einfach so.

14.38

Fabio Coltorti zu Kaiserslautern: “War ein schönes Spiel in einem schönen Stadion. Gut angefangen. Leider schnell das Gegentor gekriegt. Hochkarätiges Zweitligaspiel. Mit ein bisschen Glück auch drei Punkte möglich. Versuchen den Schwung mitzunehmen.”

Zu Darmstadt: “Kennen wir ja schon. Wollen den Aufwärtstrend auf den Platz bringen und zu Hause die Macht demonstrieren. Soll ein schöner Fußballabend werden.”

“Letztes Jahr ist mir noch sehr präsent. Über 40.000 Zuschauer. Wird ein interessantes Spiel gegen einen Gegner, der Qualitäten hat.”

“Dass sich Darmstadt so lange oben hält, hätte man nicht denken können. Interessiert mich aber nicht so sehr. Gucken auf uns. Wir versuchen jetzt an die letzten Wochen anzuknüpfen und Darmstadt zu besiegen.”

“Haben genug gute Spieler”, um Emil Forsberg zu ersetzen.

Kürzere Pause als Darmstadt ist nicht so problematisch. “Freitag werden alle wieder fit sein.”

Nicht so schwierig sich nach Kaiserlautern neu zu konzentrieren. Nach einem emotionalen Spiel wie in Kaiserslautern ist schwierig zu schlafen. Sei aber generell nach Spielen so. Kaiserslautern sei in Sachen Emotionalität aber schon ein besonderes Spiel gewesen.

Wenn man mehr Schüsse auf das Tor kriegt, sei das auch nicht einfacher, als wenn man nur wenige Schüsse halten muss. Wenn man viele Schüsse kriegt und am Anfang zwei rein kriegt, sieht man auch nicht gut ist. Grundsätzlich muss man bei jedem Schuss konzentriert sein. Aber lieber sei es ihm schon, wenn er weniger zu tun bekommt. Wichtig sei, dass die erste Situation in einem Spiel sitzt, egal wann die sei.

14.45

Achim Beierlorzer: Keine Verletzten aus dem Spiel gegen Kaiserslautern. Forsberg-Ausfall wegen gelb-rot ist hart. Frahn wieder genesen. Omer Damari ist heute voll eingestiegen. Khedira auch wieder dabei. Heidinger fällt noch erkrankt aus, kommt diese Woche aber wieder.

“Darmstadt mit sehr spezieller Art Fußball zu spielen und schnellen, langen Bällen nach vorn. Stroh-Engel als Zielspieler. Kommen überfallartig nach vorn. Stehen nicht zu unrecht in der zweiten Liga vorne drin. Unheimliche Moral. Harte Nuss. Wir schauen aber auf uns und unsere Stärken wie das schnelle Kombinationsspiel aus Ballgewinnen. Hoffe auf große Unterstützung. Haben in Kaiserslautern gesehen, was Heimstärke bedeutet. Hoffe auf unser sensationelles Publikum.”

Ralf Rangnick: “Kennen den Gegner gut. Ausgangsposition ist klar. Wir wollen das Spiel gewinnen. Zu Hause gegen einen Mitaufsteiger kann das nur das Ziel sein. Unsere Formkurve geht deutlich nach oben, wenn man Kaiserslautern mit Karlsruhe oder Braunschweig vergleicht. Teile Runjaics Meinung nicht, dass Kaiserslautern ein deutliches Chancenplus hatte. Wenn wir mit der Vehemenz vom Kaiserslautern-Spiel in das Spiel gehen, sehe ich die Chance gegen Darmstadt zu gewinnen.”

Achim Beierlorzer: “Wollen unbedingt ein Heimspiel gewinnen und den Zuschauern ein Topspiel liefern. Und danach können wir sehen was passiert. Wir haben den Aufstieg nicht mehr in der eigenen Hand. Wollen unsere Aufgaben erledigen.”

Beierlorzer: “Darmstadt hat die ganze Saison gesagt, dass man halt die Siege mitnimmt. Langsam sehen die Spieler auch, dass sie etwas großes erreichen, aber auch etwas verlieren können. Wenn sich das Ziel ändert und höher gesetzt wird, kann man was verlieren. Das habe ich auch schon erlebt. Sehe uns nicht unter Druck. Wollen uns so präsentieren wie in den letzten zweieinhalb Spielen.”

14.57

Beierlorzer: Wer für Forsberg spielt, ist noch völlig unklar. Geht erst heute los mit der direkten Darmstadt-Vorbereitung und deshalb für Kaderfragen noch viel zu früh.

Ralf Rangick: “Nie gesagt, dass Beierlorzer nicht über den Sommer hinaus Cheftrainer bleiben kann. Deswegen macht es keinen Sinn, jetzt einen neuen Sachstand herauszugeben.” Entwicklung sei super und darum gehe es. Betont auch noch mal, dass Darmstadt was zu verlieren hat. “Wir können nur noch gewinnen. Unter normalen Umständen keine Chance mehr. Wenn wir am Freitag gewinnen, kommt das nächste Spiel. Auf St. Pauli gewinnst du auch nicht einfach so, da brauchst du auch eine Topleistung. Immer nur mit dem nächsten Spiel beschäftigen und dann sehen wir am Ende. Wenn wir am Freitag verlieren, ist es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sowieso vorbei.”

Rangick: “Wenn man bei Wettbüros Geld auf Aufstieg RB Leipzig setzt, könnte man sicher richtig reich werden. Noch mal: unsere Mannschaft kann am Freitag gewinnen, auch wenn es nicht einfach wird. Und dann sind es noch vier Spiele. Darmstadt ist das Spiegelbild ihres Trainers.”

Ralf Rangnick: Trainerentscheidung soll so schnell wie möglich fallen. Man befinde sich in der Kaderplanung für die neue Saison. Ein Aufstieg wäre nur zusätzlicher Anreiz für Spieler, die man sowieso im Auge habe. Achim Beierlorzer sei in die Kaderplanung eingebunden.

Ralf Rangnick will nicht sagen, für welche Positionen man Spieler suche. Schließt immerhin einen Mittelstürmer aus. “Da müsste man uns auf unseren Geisteszustand untersuchen, wenn wir das täten.”

Zeitnahe Gespräche mit Yussuf Poulsen. In den nächsten Tagen. Ob und wie schnell das gehe, kann Rangnick nicht sagen. Angesichts des noch zwei Jahre laufenden Vertrags habe man keinen Druck. “Sehe keinen Grund, warum Yussuf den Verein verlassen sollte. Sind bestrebt den Vertrag zu verlängern.” “Von unserer Seite sind wir bei Angeboten anderer Vereine nicht gesprächsbereit bei Yussuf Poulsen.” Habe auch nichts mit der Höhe der gebotenen Summe zu tun. Man sehe noch viel Potenzial bei Poulsen und das will man in Leipzig entwickeln.

Rangnick: “Dass wir noch auf Trainersuche sind, ist klar, sonst hätten wir schon den neuen Trainer verkündet.” Markt sei überschaubar. Man brauche noch Zeit.

Rangnick: “Haben Planungssicherheit, was zumindest die zweite Liga angeht. Die Lizenz haben wir ja in der Tasche.” Dass man nicht in Abstiegsgefahr stecke, beweise dass man gute Arbeit geleistet habe in den letzten Monaten. “Planungen laufen für erste und zweite Liga und der Kader soll entsprechend zusammengestellt werden.”

15.06

Ralf Rangnick habe sich um die Erteilung der Lizenz nie Sorgen gemacht.

Man stellt tatsächlich die Frage nach Klopp.. Rangnick antwortet mit der Analogie zu Spielern, die man nur hole, wenn sie bei RB Leipzig den nächsten Schritt machen können. “Das gleiche gilt auch für andere Mitarbeiter. Auch für Trainer. Schwer vorstellbar, dass RB Leipzig für Klopp der nächste logische Schritt ist. Nebenbei gesagt glaube ich nicht, dass er in unser Gehaltsgefüge passt. Mehr Fragezeichen als Möglichkeiten, wenn ich mal so tue als würde ich mich mit Klopp beschäftigen.”

Beierlorzer: “Wollen gegen Darmstadt dynamisch nach vorn spielen. Darmstadt spielt hinten konzentriert und schnell nach vorn. Aber trotzdem gibt es ein Umschaltspiel. Wollen Bälle hoch gewinnen.“

Rangnick zu Tuchel: Sei von der Absage nicht persönlich getroffen gewesen. “Dortmund für ihn der nächste logische Schritt. Hat mich nicht überrascht.”

Irgendwas mit Bayern-Spiel..

15.11

Das war es von hier. Gute Stimmung allerseits nach zwei guten Auswärtsspielen. Und hoffnungsfrohes Vorausschauen auf das Spiel gegen Darmstadt. Mehr als 20.000 Tickets seien inzwischen dafür verkauft. Fürs Spiel beim FC St. Pauli rechne man mit 2.000 Gästefans.

Leipzig gegen Darmstadt, das ist in den letzten eineinhalb Jahren zu einer speziellen, besonders aufgeladenen Konstellation geworden. Vermutlich wird man das dem Spiel am Freitag und dem Publikum auch anmerken. Ist ja auch schön, wenn ein Spiel besonders emotionalisiert. Steigert die Vorfreude und das Erleben. In diesem Sinne wünsche ich noch eine schöne Restwoche und einen großartigen Fußballabend am Freitag.

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6 Gedanken zu „Keine Atempause“

    1. Danke, hatte ich vor der Pressekonferenz auch noch mit Bestürzen gemerkt..

  1. „…oder viele von den Darmstädtern geschickt bis dreckig herausgeholte Standards verteidigen zu müssen…“
    Dieser Teilsatz hat den Spielstil der Darmstädter auf den Punkt gebracht. Wir werden am Freitag abend wieder viele von Schwächeanfällen geplagten Darmstädter sehen, welche um unseren Strafraum herum hinfallen und krankenhausreif leidend bis zum Schiripfiff liegen bleiben. Jeder kleine Schubser bzw. Lufthauch eines vorbeirennenden RB-Spielers wird eine Fleischwunde oder offenen Knochenbruch im Körper der Darmstädter Kicker hervorrufen, man kann es die ersten Sekunden sehen. Aber keine Angst. Sie haben so eine Art Zaubertrank. Die Selbstheilung tritt innerhalb von kurzer Zeit ein. Und das dies erfolgreich ist, sieht man an der Standardstatistik des SV98.
    Ich werde das Spiel sicher nur unter Beruhigungsmitteln anschauen können, da auch ich beim Schreiben dieser Zeilen schon wieder merke, wie mein Puls steigt. Ich mag dieses Stilmittel nicht. Das soetwas fast alle Mannschaften machen ist mir klar, jedoch die DARMstädter ziehen dies mit einer Vehemenz durch, was ich eben so eklig finde. Und nur deshalb finde ich sie so unsympathisch.

  2. @Smood: „Wir werden am Freitag abend wieder viele von Schwächeanfällen geplagten Darmstädter sehen, welche um unseren Strafraum herum hinfallen und krankenhausreif leidend bis zum Schiripfiff liegen bleiben. Jeder kleine Schubser bzw. Lufthauch eines vorbeirennenden RB-Spielers wird eine Fleischwunde oder offenen Knochenbruch im Körper der Darmstädter Kicker hervorrufen …“

    100% Zustimmung. Vom letzten Heimspiel gegen Darmstadt ist mir noch besonders Dominik Stroh-Engel in Erinnerung. Dieser Hüne von 1,97 m markierte mehrmals den sterbenden Schwan im Zweikampf mit unserem „Hänfling“ Dominik Kaiser (1.71m). Vielleicht war es ja nur die Ehrfurcht vor seinem Vornamensvetter, aber so etwas will der Fußballfan nicht sehen. Ansonsten war es letztes Jahr das Aufstiegsduell mit Choreoverbot und Besuch von Dietrich Mateschitz, das RB mit 1:0 für sich entschied.

  3. Für mich die unangenehmste Mannschaft der zweiten Liga, die sowieso nur durch ein sehr umstrittenes Spiel gegen Bielefeld dort vertreten ist. Man kann nur hoffen, dass RB das Spiel gewinnt, am besten mit so einem Ergebnis wie die Bayern. Aber das wird wohl nur ein Traum bleiben. Und zu den Anhängern der Darmstädter sag ich lieber mal gar nix.

  4. Ich bin mal gespannt wie es heute gegen Darmstadt läuft. Sollte RB gewinnen sind die Chancen doch garnicht so schlecht das es mit dem Aufstieg doch noch klappt.

    Mein Tip für heute: 1:0 Heimsieg.

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