Presse 29.01.2015

Heute ist das Trainingslager von RB Leipzig in Katar Geschichte. Man landet am frühen Nachmittag wieder in Deutschland, trainiert morgen bereits wieder am heimischen Cottaweg und bestreitet dann am Samstag den letzten Test vor dem Rückrundenstart. Gegner: Ligakonkurrent VfR Aalen.

Ralf Rangnick übernimmt bei der BILD die Verantwortung für den geplatzten Transfer von Nils Quaschner, verweist aber auch auf Smail Prevljak, bei dem es bei ähnlicher Geschichte wie Quaschner keine Probleme mit der Spielberechtigung in Salzburg gibt. Hätte man Prevljak nicht in den eigenen Reihen gehabt, dann wäre man „wohl auch vorsichtiger gewesen“.

Weil Nils Quaschner nicht kommt, hat RB Leipzig jetzt laut BILD und Kicker bei Felipe Pires angefragt, ob der sich einen Wechsel vorstellen kann. Der 19jährige Brasilianer war vor der Saison erst von der U19 von RB Leipzig zum FC Liefering gewechselt und dort zum absoluten Stammspieler gereift. Zehn Tore und acht Torvorlagen zeugen von seinen großen Fähigkeiten. Bis heute soll sich Pires entschieden haben.

Allerdings muss man im Hinterkopf behalten, dass Pires ein anderer Spielertyp ist als Quaschner, also auch kein Eins-zu-Eins-Ersatz. Quaschner ist eher ein Mann für die Sturmmitte, während Pires eher ein offensiver Mittefelfdspieler ist, der vor allem als hängende Spitze oder auf den Außensturmpositionen spielen kann. Weswegen man es durchaus komisch finden kann, dass man nach der Quaschner-Geschichte plötzlich auf Pires kommt. Offenbar hat man sich aber entschieden, dass man die Probleme im Sturmzentrum nach dem Ausfall von Boyd und dem Nichttransfer von Quaschner doch intern löst und Yussuf Poulsen bzw. Daniel Frahn hier die entscheidenden Alternativen zu Omer Damari sein sollen.

Alexander Zorniger in der LVZ zu allerlei Themen rund um Trainingslager und Kaderfragen.

Mikko Sumusalos Probetraining bei Sturm Graz ist derweil laut Laola1 zu Ende gegangen. Wie es weitergeht und ob Sumusalo eine Chance auf einen Vertrag hat, bleibt vorerst unklar.

Andreas Rettig, Noch-DFL-Geschäftsführer betont bei Sport1 noch mal, dass es bei der Beurteilung von Vereinen nicht um Gründungsdaten oder Tradtion oder ähnliches geht, sondern man „nur auf die Regeln der Lizenzierungsordnung“ schaue. Außerdem achte man „darauf, dass ein Investor ein nachhaltiges Interesse an einem Verein zeigt, also nicht heute kommt, viel Geld da lässt und morgen wieder weg ist.“

Ex-RBL-Spieler Timo Rost fährt laut FuPa wegen seiner „nach wie vor vorhandenen guten Kontakte zum Zweiligisten Red Bull Leipzig“ mit seiner Mannschaft FC Amberg, wo Rost Trainer ist und die in die Regionalliga aufsteigen will, in die Türkei ins Trainingslager. Welche Hilfe RB aufgrund welcher Kontakte zu Rost geleistet hat, bleibt unklar.

Die Sportschau möchte sich in einer erst noch anlaufenden Reihe der Frage widmen, wie die Finanzströme und Vereinskonstruktionen im Profifußball aussehen. Man möchte, „dass sich der Leser am Ende selbst ein Urteil darüber bilden kann, wie groß die Gefahr ist, die von einem Verein wie RB Leipzig tatsächlich ausgeht, oder ob ökonomische Aspekte – wenn auch in anderer Form – die anderen Klubs ebenfalls längst dominieren und verformen.“

Womit man bei der Sportschau schon mitten in der Falle sitzt, denn in dieser Frage steckt auch drin, dass es irgendeinen Natur- und Urzustand des Fußballs gibt, der als Schablone und Zielvorstellung fungieren könnte. Allerdings ist Fußball ein typisches menschliches Kulturprodukt und damit maximal ein Ausdruck von Zeitgeist bzw. eine Erscheinungsform der gesellschaftlichen Verhältnisse. Gerade im Bereich der Ökonomie.

[BILD] Rangnick: Den Fehler nehme ich auf meine Kappe: http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/rangnick-gibt-fehler-zu-39537682.bild.html

[fupa] Aus China zurück nach Raigering: http://www.fupa.net/berichte/aus-china-zurueck-nach-raigering-250990.html

[Laola1] Edomwonyi netzt wieder für Sturm: [broken Link]

[LVZ] Die Wüste lebt – die Mannschaft auch: http://rb-fans.de/forum/viewtopic.php?f=20&t=8798

[Mephisto] Erstligataugliche Transfers: http://mephisto976.de/news/erstligataugliche-transfers-47740

[rotebrauseblogger] Kaderschmiede RB Leipzig 2015 – Update 1: http://rotebrauseblogger.de/2015/01/29/kaderschmiede-rb-leipzig-2015-update-1/

[Sport1] Rettig glaubt an Ligaverbleib des BVB: http://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2015/01/bundesliga-andreas-rettig-glaubt-an-borussia-dortmund

[Sportschau] Wie sich der Fußball finanziert – die Serie: [broken Link]

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Ein Gedanke zu „Presse 29.01.2015“

  1. Also was den letzten Absatz angeht muss ich ausnahmsweise mal widersprechen. Es gibt nur einen echten Weg einen Fußballverein zu gründen:
    11 Kinder aus der Nachbarschaft treffen sich – selbstverständlich in von den Müttern selbst gewebten und genähten Hosen, Hemden und Stutzen – auf einem staubigen Bolzplatz (der nicht weiter als Gehreichweite vom zu Hause entfernt sein darf, damit er wirklich „von hier“ ist) zum ungezwungenen Fußballspiel. Den Ball hat der Opa – ein alter Lederflicker – aus den Überresten seines alten Wanderrucksacks aus seiner Zeit bei der kaiserlichen Infanterie genäht.
    Nach vielen Jahren des freundschaftlichen und brüderlichen Wettkampfs mit Mannschaften aus ähnlichen Nachbarschaften entsteht nun die Idee einen Verein zu gründen. Fortan trifft man sich an jedem Wochenende, baut ein Stadion in Eigenleistung und der Stehplatz kostet auf Lebenszeit 5 Mark – denn auf den Euro kann man sich nicht verlassen…

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