Talenttreffen

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg (17.10.2014, 20.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Matthias Morys.]

Dadurch dass dem Montagsspiel von RB Leipzig gegen Heidenheim nun das Freitagsspiel in Nürnberg folgt, ist die Länderspielpause gar nicht mehr so lang, wie sie im Extremfall hätte sein können. Nachteil daran ist, dass die Nationalmannschaftsspieler, die es inzwischen bei RB Leipzig in nicht unrelevanter Anzahl gibt, nur kurzfristig vor dem nächsten Spiel zurück zum Kader kehren. Insbesondere bei Joshua Kimmich (der sich mit der deutschen U21 für die EM 2015 qualifizierte) und Yussuf Poulsen ist dies sicherlich eher nachteilig. Ante Rebic und Zsolt Kalmár sind dagegen vermutlich sowieso keine Startelfkandidaten.

Aber auch Nürnberg hat mit der ‚Belastung‘ von Nationalspielern zu kämpfen. Neben dem Innenverteidigerduo Stark/ Petrak waren auch die Außenverteidiger Pachonik und Ramirez über das Wochenende unterwegs und entzogen sich so dem Training im Heimatclub. Diesbezüglich herrscht also zwischen Nürnberg und Leipzig Gleichstand.

Ähnlich sind sich beide Vereine auch darin, dass man verstärkt auf die Jugend setzt. War man in Nürnberg am Anfang der Saison noch der Taktik gefolgt, auf erfahrene Korsettstangen zu setzen, hat man sich zuletzt immer mehr davon verabschiedet und Polak und Pinola auf der Bank sitzen lassen und Keeper Raphael Schäfer gar zur Nummer 3, die den Verein verlassen kann, degradiert. Gerade mal 22,1 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Startelf in den letzten zwei Spielen gegen Kaiserslautern und in Bochum. Muss man auch nicht näher erklären, dass das extrem jung ist.

Was letztlich aber auch nur zeigt, dass man in Nürnberg nach dem durchwachsenen Saisonstart noch ein bisschen auf der Suche nach dem richtigen, erfolgsversprechenden Weg ist. Bzw. war, denn zuletzt holte man aus den zwei schweren Spielen gegen Kaiserslautern und Bochum (völlig verdient) vier Punkte. Und das mit der genannten jungen Mannschaft als Absteiger aus der Bundesliga, der mit sechs Punkten aus sieben Spielen vor diesen Partien mit dem Rücken zur Wand stand. Extrem respektabel diese Ausbeute unter enormen Druck.

Tatsächlich war der Saisonstart ziemlich in die Hose gegangen. Das 1:0 gegen Aue am ersten Spieltag konnte man sich noch zu einem gelungenen Saisonstart zurechtbiegen, auch wenn es das Spiel nicht unbedingt hergab. Was folgte war das 1:5-Debakel in Fürth, das eher aus vielen individuellen Schnitzern am und im Strafraum resultierte, denn aus kompletter Unterlegenheit. Aber beurteilt wurde die Mannschaft nach dem Ergebnis.

Beim nächsten Spiel passten dann Ergebnis und Leistung perfekt zusammen und führten zu einem 0:1 im heimischen Stadion gegen den FSV Frankfurt (bis zum neunten Spieltag deren einziger Sieg). Der von einem Freak-4:0 bei Union Berlin übertüncht wurde, als man kontern durfte und später nur noch gegen acht Berliner Feldspieler spielte.

Was folgte waren zwei ziemlich desaströse 0:3-Niederlagen in Karlsruhe und Heidenheim, inklusive der deutschlandweit wahrgenommenen Aktion, dass die Spieler nach der Niederlage in Karlsruhe am Fanblock ihre Trikots abgeben mussten, weil sie sie nicht verdienen würden. Nach den Niederlagen schien das Ende von Neu-Coach Valerien Ismael schon gekommen.

Und wenn man die ersten sieben Spiele nahm, hätte man sich über einen solchen Schritt nicht wundern dürfen, denn phasenweise sah die Spielweise der Nürnberger ziemlich altbacken und lethargisch aus. Insbesondere das in den ersten Spielen gepflegte 4-4-2 mit Doppelsechs demonstrierte sehr schön, wie man es nicht mehr schafft, einen Gegner zu beeindrucken. Der Versuch, den Ball auf die Flügel zu geben und dort zu gucken, ob sich Koch, Füllkrug oder Gebhart durchsetzen und die beiden Spitzen bedienen, war schnell zum Scheitern verurteilt, auch wenn ein Alessandro Schöpf zentral immer wieder sein Bestes versuchte, das Spiel durch erfolgreiche Ein-gegen-Eins-Dribblings aufzulösen.

Aber selbst wenn man diese Anfangsversuche als sehr dürftig empfand, bleibt auch der Fakt, dass in Nürnberg in der Sommerpause kein Stein auf dem anderen blieb und nur sieben Spieler des aktuellen Kaders auch in der vergangenen Saison in Nürnberg spielten (bzw. auf der Bank oder Tribüne saßen). Sprich, wenn man sich eine Situation malen will, in der man einen Verein hat, der sich erst finden muss und bei dem auch was schief gehen darf, bevor man in die richtige Richtung schwimmt, dann malt man sich Nürnberg in der aktuellen Saison.

Dass man trotzdem mit einer relativ großen Ungeduld und dem klaren Aufstiegsziel in die ersten Spiele ging, war unter diesen Voraussetzungen vielleicht nicht ganz klug, weil es einen Druck aufgebaut hat, den die Mannschaft unter Umständen gar nicht standhalten konnte. Man sah dies ganz gut in den Spielen, in denen man in Rückstand geriet, insbesondere bei den Auswärtsspielen in Fürth, Karlsruhe und Heidenheim, als man nach dem Rückstand nicht etwa ruhig und mit Plan weiteragierte, sondern letztlich mit der Panik eines Teams, das aus Angst vor der nächsten Niederlage alles besonders gut machen will, ins offene Messer läuft.

Diesbezüglich war es dann wohl hilfreich, dass der Verein nach dem Spiel in Heidenheim den Aufstieg als Zielvorgabe strich und sich den kompromisslosen Neuaufbau des Teams auf die Fahne schrieb. Sprich, man will auf die jungen Spieler im Kader setzen, um eine Mannschaft aufzubauen, die innerhalb von zwei Jahren aufsteigen kann. Gern natürlich auch diese Saison, aber dies ist nicht mehr zentrale Aufgabe.

Etwas seltsam mutete in diesem Zusammenhang an, dass man verstärkt auf Spieler setzen wollte, die besser „emotionalisierbar“ seien, wie es die Verantwortichen ausdrückten und damit mehr oder minder direkt ihrem langjährigen Stammkeeper Raphael Schäfer mit einem ’nicht emotionalisierbar‘-Stempel am Fuß hinterhertraten. Klingt nicht wirklich so, als ob man so eine Mannschaft einfangen und einschwören kann, aber irgendwas davon scheint funktioniert zu haben, denn gegen Kaiserslautern holte man nur fünf Tage nach der Niederlage in Heidenheim ein 3:2 nach einer 3:0-Führung.

Wichtigste und prägendste Veränderung im Spiel des Clubs dabei, dass man fortan versuchte, den Gegner durch aggressives Pressing schon früh unter Druck zu setzen und so Ballgewinne zu forcieren. Wenn selbst deine zwei Sechser immer wieder in der gegnerischen Hälfte Verteidiger anlaufen, dann hat sich in der Spielphilosophie deutlich etwas verändert im Vergleich zum passiv-abwartenden 4-4-2, das man am Anfang der Saison spielte.

Mit dieser Neuorientierung hatte man gegen Kaiserslautern Erfolg und sah in Bochum ganz gut aus. Weil es auch den Qualitäten des Teams in die Karten spielt, die man schon in den Spielen zuvor gesehen hatte und die vor allem in einem guten Konterspiel bestehen. Candeias rechts und Sylvestr im Sturm leben davon mit Geschwindigkeit Richtung Strafraum ziehen zu können. Schöpf in der Mitte ist die perfekte Ergänzung, die die entsprechende Bälle auflegt. Wenn man Nürnberg in eine Situation kommen lässt, in der sie ihr Umschaltspiel aufziehen können, dann hat man es sehr schwer gegen sie. Bisher ging Nürnberg in drei Spielen in Führung, dreimal gewannen sie. Mehr Siege holte man in dieser Saison noch nicht.

Letztlich wird wohl die entscheidende Frage sein, wie gefestigt das neue Nürnberger Spielprinzip schon ist. Es ließe sich natürlich vermuten, dass man immer mal wieder Rückschläge hinnehmen muss und man in Muster der ersten sieben Spieltage zurückrutscht. Wäre für eine so junge Mannschaft zumindest nicht verwunderlich.

Im Tor wird gegen Leipzig wieder der in Gelsenkirchen ausgebildete, 21jährige Patrick Rakovsky stehen, der den Job von Raphael Schäfer übernahm und zuletzt schon angedeutet hatte, dass er sich mit der Rolle als Ersatzkeeper nicht mehr zufrieden gibt. Rakovsky steht in dem Sinne prototypisch für das Team, dass er in seinem Alter auch mal deutliche Leistungsschwankungen erleben könnte.

Vor Rakovsky verteidigt ein enorm junges Innenverteidiger-Duo. Einerseits Niklas Stark (19), der mit Joshua Kimmich im Juli U19-Europameister wurde und auch zuletzt bei der U21 mit dabei war. Ein großes Talent, das zu Beginn der Saison in einer unsicheren Mannschaft nicht immer sicher wirkte. Und neben ihm Ondrej Petrak (22), tschechischer U21-Nationalspieler. Der norwegische Nationalspieler Even Hovland dürfte nach Verletzung noch keine Option für die Startelf sein.

Die Außenverteidigerpositionen sind aktuell ein wenig die Sorgenkindpositionen beim 1.FC Nürnberg. Routinier Javier Pinola (31) wurde hier (und auch als Innenverteidiger) zuletzt nicht berücksichtigt. Dave Bulthuis hat sich durch einen Streit mit dem Trainer aus dem Team gekickt. Bleibt links noch der ecuadorianische Nationalspieler Cristian Ramirez (20), der auch gen Offensive seine Qualitäten hat (aber über das Wochenende auch mit der Nationalmannschaft in Amerika unterwegs war) oder der zuletzt dort quasi aus dem Nichts eingesetzte Ex-Stuttgarter Manuel Bihr (21), der sehr engagiert, aber auch nicht immer 100% sicher agiert.

Auf der rechten Seite verteidigt wohl entweder der deutsche U20-Nationalspieler Tobias Pachonik (19) oder der international erfahrene, frühere tschechische Nationalspieler Ondrej Celustka (25). Tendenz zum letzteren, der rechts hinten zuletzt in der Startelf stand. Falls Celustka nach seiner Fußprellung noch nicht wieder fit ist, könnte auch Robert Koch (28), der eigentlich im Mittelfeld gebrauchte ‚Oldie‘ im aktuellen Team rechts hinten verteidigen.

Im Mittelfeld gesetzt ist Jürgen Mössmer, der im August aus Aalen kam, eine Verpflichtung, die in Nürnberg mit Stirnrunzeln beobachtet wurde zu einem Zeitpunkt, als man von der Kaderplanung etwas enttäuscht war. Inzwischen hat sie Mössmer als zuverlässiger Staubsauger im defensiven Mittelfeld etabliert, der seine Rolle mit Ruhe und Agilität spielt und so Stabilität herstellt.

Neben Mössmer könnte Robert Koch auflaufen, der im Sommer aus Dresden kam und von dem man sich wie bei Mössmer fragte, ob einer wie Koch, ein fleißiger Arbeiter, der für die zweite Liga steht, einem Aufstiegsaspiranten helfen könne. Eine Frage, die final noch nicht beantwortet werden kann, aber bisher ist Koch einer, der die Mannschaft immer wieder versucht emotional mitzunehmen und sich mannschaftsdienlich ins Spiel wirft. Und von der Sechserposition, auf der er zuletzt landete, auch Offensivakzente setzt. Alternativ steht auf der Sechs auch der extra als Stabilisator aus Wolfsburg geholte Kapitän Jan Polak (33) bereit.

Offensiv im zentralen Mittelfeld ist der österreichische U21-Nationalspieler Alessandro Schöpf (20) gesetzt. Und völlig zurecht gesetzt, denn der von den Bayern gekommene Schöpf ist letztlich das offensive Herzstück, das durch Dribblings Räume öffnen, aber durch kluge Pässe auch immer wieder seine Mitspieler einsetzen kann. Sicherlich im Zweitligamaßstab einer der Topspieler auf der Zehn. Und einer, der das Potenzial hat, sich noch sehr viel weiter zu entwickeln.

Rechts offensiv hat sich der portugisische Neuzugang (geliehen von Benfica Lissabon) Daniel Candeias (26) festgespielt. Geschwindigkeit und Torgefahr sind wohl seine herausstechenden Qualitäten. Mit zwei Toren und einer Vorlage in sechs Spielen ist Candeias aktuell zweitbester Scorer im Team hinter Schöpf, der bisher zweimal traf und drei Tore direkt vorbereitete.

Links offensiv war zuletzt Niclas Füllkrug (21), auch ein ehemaliger deutscher Nachwuchsnationalspieler, gesetzt. Füllkrug fällt vor allem mit seiner enormen Physis und Robustheit auf, ist aber als linker Flügelläufer vielleicht nicht ganz optimal besetzt. Dafür tut er auch viel für die Defensive und ist hier ein wichtiges Bindeglied. Eine Alternative zu Füllkrug ist aber gerade schwer vorstellbar, da Gebhart und auch Danny Blum verletzt sind. Bliebe eigentlich nur die Möglichkeit, einen Linksverteidiger wie Ramirez nach vorn zu ziehen.

Im Sturm unangetastet ist bisher noch Jakub Sylvestr (25), der im Sommer für knapp 2.000.000 Euro aus Aue kam. Sylvestr mag in Nürnberg vielleicht noch nicht alle Erwartungen erfüllt haben, aber letztlich entwickelt sich das Spielsystem gerade erst in eine Richtung, die ihm entgegen kommt. Sylvestr ist sicherlich nicht der perfekte Strafraumstürmer, sondern tatsächlich eher einer, der mit Geschwindigkeit Richtung Strafraum zieht und dort dann treffsicher abzieht. Sturmalternative wäre Peniel Mlapa, der in zwei Jahren Mönchengladbach 25 meist kurze Einsätze sammelte und nun auch in Nürnberg vornehmlich Ersatz ist. Mit seiner Physis ein völlig anderer Stürmertyp als Sylvestr.

Insgesamt hat der 1.FC Nürnberg eine Mannschaft mit unheimlich viel Talent und Potenzial. Wenn sie ihr Talent auf den Rasen bringen, gehören sie zu den Topmannschaften der Liga. Wenn sie sich noch entwickeln und dem Kader sinnvolle Ergänzungen hinzufügen, sind sie kurz- bis mittelfristig ein definitiver Aufstiegskandidat.

Ob das ganz kurzfristig auch reicht, um RB Leipzig zu schlagen, muss sich allerdings erst noch zeigen. Wenn Nürnberg die letzten zwei Spiele bestätigt, dann haben sie auf jeden Fall gute Chancen auf Punkte. Letztlich wird sich die Partie wohl auch darin entscheiden, wer im Mittelfeld die besseren Ballgewinne zum schnellen Umschalten hat. Letztlich setzen beide Teams aktuell sehr stark auf dieses Mittel. Dass Nürnberg mit am achten Spieltag gegen Kaiserslautern 124,71 gelaufenen Kilometern noch knapp vor RB Leipzig (124,69 km am dritten Spieltag gegen Aue) den Saisonrekord in einem Spiel hält, verweist jedenfalls darauf, dass man in der Lage ist, das aggressive Spiel gegen den Ball mit einem ähnlichen Aufwand wie RB Leipzig zu spielen.

Auf Seiten der RasenBallsportler wird Stammkeeper Fabio Coltorti nach langer Verletzung zum ersten Mal in der zweiten Liga in das Tor rücken. Verteidigen werden vor ihm mangels Alternativen und dank weitgehend guter Leistungen Tim Sebastian und Marvin Compper. Anthony Jung ist links auch eher alternativlos, während rechts die Frage steht, ob ein Georg Teigl oder ein Sebastian Heidinger den robusten Niclas Füllkrug verteidigen soll. Beide Matchups wären nicht optimal. Teigl machte aber zuletzt den etwas besseren Eindruck (wenn er denn nicht gerade Stürmer spielte).

Am Mittelfeldviereck gibt es letztlich gar nichts zu rütteln, wenn nicht Verletzungen dazwischen kommen. Kimmich, Khedira, Demme und Kaiser sind schlicht eine Bank. Yussuf Poulsen im Sturm ebenso. Bliebe die letzte Position im Sturm. Die an Matthias Morys, Daniel Frahn oder Terrence Boyd gehen könnte. Für letzteren kommt ein Startelfeinsatz nach reichlich zwei Monaten Verletzung vermutlich noch zu früh. Frahn saß zuletzt auf der Bank und ist gegen gerade in der Tiefe anfällige Franken vielleicht nicht die erste Wahl, weil ein schneller Stürmer naheliegender wäre. Bliebe noch Matthias Morys oder doch die Nichtmehrüberraschung Georg Teigl.

Mögliche Aufstellungen:

  • 1.FC Nürnberg: Rakovsky – Celustka (Koch), Stark, Petrak, Bihr (Ramirez) – Mössmer, Koch (Polak) – Candeias, Schöpf, Füllkrug – Sylvestr
  • RB Leipzig: Coltorti – Teigl (Heidinger), Sebastian, Compper, Jung – Kimmich, Khedira, Demme – Kaiser – Morys (Frahn, Teigl), Poulsen

Freitag, 20.30 Uhr. Allerbeste Bundesligazeit. Exklusive Anstoßzeit in Sachen Fußball in der Bundesrepublik. Ein Spiel, das natürlich keine Vergangenheit hat, aber trotzdem aufgrund der Spielweise der Teams alles verspricht, was ein spannendes und intensives Fußballspiel braucht. Dazu Flutlicht und man darf sich auf ein hübsches Fußballfest freuen. Auch wenn die Nürnberger Fankurve nach einer entsprechenden DFB-Strafe wegen des etwas martialischen Auftretens mit einer Menge Pyro beim Derby in Fürth auch gegen RB noch gesperrt ist und sich auf die Gegengerade verschieben muss.

Fazit: Es ist das Duell zweier sehr talentierter Mannschaften, die beide das Ziel haben, in den nächsten zwei Jahren in die Bundesliga aufzusteigen. Insgesamt darf man, wenn man die letzten zwei Spiele als Maßstab nimmt, davon ausgehen, dass ein Spiel auf Augenhöhe wartet. Was nicht ausschließt, dass ein Team nach Rückstand vom Kontrahenten gnadenlos und zu einem klaren Endergebnis ausgekontert wird. Derjenige, der sich besser gegen das schnelle Umkehrspiel des Gegenübers wehrt, wird jedenfalls die Vorteile auf seiner Seite haben.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg nicht vor Ort verfolgen kann und am 17.10.2014, ab 20.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1.FC Nürnberg

  • Keine

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg. Mit Alexander Zorniger und Matthias Morys.

10.18

Weiter geht es in der zweiten Liga. Länderspielpause haben wir hoffentlich alle gut hinter uns gebracht. Und mit dem Auswärtsspiel in Nürnberg wartet gleich ein weiteres hübsches Highlight.

10.23

Nürnberg war eher durchwachsen in die Saison gestartet, konnte sich zuletzt aber wieder fangen und zeigen, dass man ziemlich viel Talent im Team hat. Die ganz schlechte Stimmung rund um den Verein ist damit erst mal Geschichte. Inwieweit die Ruhe auch dauerhaft ist, werden die nächsten Spiele zeigen. Das Spiel gegen RB dürfte da einen ersten Anhaltspunkt geben, inwiefern Nürnberg schon in der Lage ist, auf konstant hohem Niveau zu spielen.

10.25

Für RB Leipzig wird es auch darum gehen, in den nächsten vier Spielen bis zur nächsten Länderspielpause zu zeigen, ob man schon für die Zweitligaspitze bereit ist. Nürnberg, Bochum, Kaiserslautern und Darmstadt sind diesbezüglich ein ordentliches und aussagekräftiges Programm. Dazu das Pokalspiel gegen Aue. Werden spannende Wochen.

10.28

Gleich dann also Alexander Zorniger und Matthias Morys zu den anstehenden Aufgaben. Mal sehen, ob sie was essenzielles zu berichten haben.

10.31

Vielleicht noch erwähnenswert, dass bisher 1.100 Tickets für den Gästeblock in Nürnberg verkauft wurden. Bedenkt man, dass noch ein paar Karten an der Abendkasse weggehen werden, wird es im Gästeblock am Freitagabend sicherlich auch ganz hübsch.

10.38

Matthias Morys zu Nürnberg: “Richtig guter Gegner. Anfang der Saison Probleme, zuletzt gefangen. Kommt einiges auf uns zu. Werden unser Spiel durchziehen und wollen drei Punkte mitnehmen.”

“Haben die Länderspielpause gut genutzt. Gegen Markleeberg gutes Spiel gemacht, aber die Chancen nicht gemacht. Konnten auch mal runterfahren zwischendurch.”

“Bin zufrieden mit den Einsatzzeiten, die ich zuletzt hatte. Auch mit meiner Leistung zufrieden. Jetzt fehlt nur noch das Tor. Im großen und ganzen aber ordentlich.”

“Brauche Frahn nicht trösten. Verstehe mich super mit ihm. Er wird seine Chance wieder kriegen und dann wird er uns wieder helfen können.”

“Habe mit Großaspach einmal in Nürnberg gespielt, aber gegen die zweite Mannschaft.”

Zu Ante Rebic: “Hab mit ihm gar keine Probleme. Lockerer, lustiger Typ. Die Facebook-Postings kann man sicherlich anders machen, aber da bin ich der falsche Ansprechpartner. Auch er wird uns weiterhelfen, wenn er erst einmal das Spiel annimmt.”

10.47

Alexander Zorniger: Überschaubare Verletztensituation. Ernst und Franke fallen weiter aus und werden aus der Verletzung herausgeführt. Ante Rebic wird ausfallen. Man geht von Schultereckgelenkssprengung aus. Aber wohl nicht so dramatisch. Heute MRT. Hoheneder fällt weiter aus, ist noch nicht so weit. Ansonsten keine Ausfälle. “Qualität steigt dadurch noch mehr.”

Zu Nürnberg: “Mit dem FCK zusammen der klangvollste Name der Liga. Große Tradition und große Ziele für die Saison. Großer Umbruch. Sie müssen sich erst noch finden. In den letzten zwei Spielen haben sie ein bisschen was geändert und stehen kompakter und spielen nicht mehr Run and Gun. Können extrem schnell Umschalten. Sylvestr ein sehr guter Knipser. Haben große Qualität. Fans sind auch ein Faustpfand. Gehe von einem engen Spiel aus und so werden wir es auch angehen.”

Terrence Boyd soll wahrscheinlich im Kader stehen, um ihn als Option für die letzten 20 Minuten zu haben. “Nach den Laktatwerten ist er schon sehr gut. Damit haben wir eine weitere Alternative.” Die Ausfälle Franke, Hoheneder und Co führen dazu, dass man zu wenige große Spieler hat. Terrence Boyd wäre da super, um die Situation zu verbessern.

Teigl vs. Heidinger: Mit beiden hat man gute Varianten. Zuletzt hat man sich entschieden, dass Teigl mal eine Pause kriegt. “Man wird sehen, wie lange die dauert.” Es wird wohl Wechsel im Team geben fürs Nürnberg-Spiel.

“Haben zuletzt zu wenig Punkte geholt für den Aufwand, den wir betrieben haben. Aber die Mannschaft spielt es richtig gut und das ist wichtiger als die Punkte.”

Ob Fabio Coltorti spielt, sei noch nicht entschieden. Er sei die Nummer 1 und wenn seine Leistung entsprechend ist, wird er auch wieder spielen.

10.53

Zorniger zu Morys: “Hat die beste Vorbereitung gespielt, seitdem ich ihn trainiere. Zu der Zeit gab es aber eine klare Struktur in der Mannschaft, die ich nicht mal eben ändern wollte. Er ist dann aber drangeblieben und hat an sich gearbeitet. Belohnt sich aber noch nicht. Wenn er gegen Heidenheim trifft, hätte das seiner Leistung entsprochen, die er gebracht hat. War die richtige Entscheidung, dass wir gesagt haben, der Junge bleibt hier. Kann mit seiner Geschwindigkeit eine Mannschaft aufreißen. Hat das eine oder andere Jahr seiner Karriere verschlampert, aber jetzt hat er die Möglichkeit als guter Spieler in der zweiten Liga gute Spiele abzuliefern.”

Zu Frahn: “Ist mein Kapitän. Und das ist unabhängig vom Status, ob er spielt. Orientiere mich auf jeder Position an der Leistung. Haben zu viel Qualität, als dass ich sagen könnte ‘Mach mal, du stehst schon immer mal richtig’. Wichtig ist, dass er im Training an sich arbeitet.  Wenn alle fit sind, gibt es 14 Feldspieler, die nicht anfangen und da können wir nicht nach Gemütszustand entscheiden. Man muss sich nicht beklagen, dass ich dem Toptorjäger nicht die Möglichkeiten gebe.”

Zu Rebic noch mal: Falls er schon nach dem Hinspiel gegen England letzten Freitag die Verletzung gehabt habe, sei der kroatische Verband nicht pfleglich mit ihm umgegangen, weil es dann schon komisch sei, dass er im Rückspiel gestern schon wieder aufläuft.

10.57

Viele Stürmerthemen heute. Von Frahn über Morys und Boyd zu Rebic. Nur Poulsen ist weiter außerhalb jeder Diskussion. Trifft doch den aktuellen Kaderzustand sehr gut. Ansonsten nicht so viel spannendes. Leichte Kritik Zornigers am kroatischen Verband, falls die Rebic mit einer Schultereckgelenkssprengung haben ein Spiel bestreiten lassen. Und auch die Facebook-Fotos scheinen Zorniger, so lässt er durchblicken nicht so recht gefallen haben. Was jetzt beim nicht ganz so großen Freund sozialer Netzwerke nicht sonderlich überrascht.

Schauen wir mal, wer da so am Freitag in Nürnber auflaufen und wie man sich schlagen wird. Wird wieder mal eine ordentliche Herausforderung. Viel Spaß allerseits mit dem Spiel, ob im Stadion, am Fernseher, Radio oder Ticker. Bis dahin wünsche ich noch eine schöne Restwoche.

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3 Gedanken zu „Talenttreffen“

  1. Ich muss widersprechen, sehr verehrter Matthias, der Punkt für Nürnberg in Bochum war sehr glücklich! Eigentlich hätten die 2:0 oder 3:0 verlieren müssen.

  2. @Wuppertaler: Kann da natürlich nur aus der Fernsehperspektive urteilen, aber bis zum 1:1 fand ich Nürnberg mindestens gleichwertig. Da hat man mit der Spielanlage Bochum einige Schwierigkeiten bereitet. In der letzten halben Stunde muss Bochum das Spiel im Normalfall natürlich gewinnen, aber bis dahin war es aus Nürnberger Sicht mehr als ordentlich.

  3. Gute Sachkenntnis zum Gegner, Respekt. Auch Dein Interview mit Alexander von Clubfans United war interessant und informativ.
    Bin zwar nach wie vor kein Freund vom Geschäftsmodell von RB, trenne aber sehr klar zwischen ‚Firma‘ und Anhänger und wünsche Letzteren ein schönes Spiel in Nürnberg.
    Werde öfters mal hier reinschauen.

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