Intensiver Zweitliganachmittag

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin (21.09.2014, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Benjamin Bellot.]

Spieltag 6 steht in der zweiten Bundesliga schon wieder an und zum zweiten und letzten Mal in der Hinrunde geht es für RB Leipzig in ein Ostduell. Vor diesmal ausverkauftem Haus an der alten Försterei in Berlin gegen Union. Ausverkauft zumindest im Heimbereich, im Gästebereich dürften letztlich ein paar wenige Plätze freibleiben.

Wenn man sich die Bilanzen von Union Berlin nach fünf Spieltagen anschaut und diese mit denen von RB Leipzig vergleicht, könnte man auf die Idee kommen, dass die Favoritenrolle an die Gäste zu vergeben ist. Fakt ist zumindest, dass man sich bei Union langsam den ersten Saisonsieg wünscht, um in ruhigere Fahrwasser zu kommen. Fakt ist aber auch, dass man in der bisherigen Saison, entgegen des Eindrucks den die drei gesammelten Punkte vermitteln, durchaus schon ansprechende Leistungen gezeigt hat.

Vor allem wenn man bedenkt, dass mit dem Wechseln des Trainers von Uwe Neuhaus (immerhin sieben Jahre lang im Amt) zum bisherigen Nobody Norbert Düwel, für den Union die erste Station als Cheftrainer im höherklassigen Fußball ist, ein Umbruchprozess eingeleitet wurde, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Noch lange nicht abgeschlossen sein kann, wenn man auch betrachtet, dass gleich drei Neuzugänge erst nach Saisonbeginn zum Team gestoßen sind.

Schon 22 Spieler hat Norbert Düwel in den ersten fünf Spielen eingesetzt und dabei offenbar die Wunschformation noch nicht gefunden. Auch zuletzt im Spiel in Heidenheim wurde die Formation wieder mal durcheinandergewirbelt und landeten Spieler wie Özbek und Jopek, die zuvor in allen Spielen in der Startformation standen, plötzlich auf der Bank.

Damit einher geht die Suche nach dem passenden System bzw. der Versuch, den Umbruch bei Union auch mit einem taktischen Umbruch zu verbinden (vermutlich der Bereich, in dem man sich nach sieben Jahren Neuhaus auch die meisten Impulse erhoffte). Dabei zeigte sich Düwel zu Beginn als Anhänger einer Lösung mit einer Dreierabwehrkette bzw. genaugenommen einer Fünferkette, in der die Außenverteidiger klare Offensivaufgaben haben, aber in der Defensive dann doch immer wieder mit in die Verteidigungsreihe rücken.

Beim ersten Saisonspiel holte man damit zwar ein gutes 0:0 in Karlsruhe, spielte die Fünferkette aber viel zu statisch und passiv, um aus den Außenpositionen entscheidende Impulse für die Offensive zu kreieren. Erschwerend kam hinzu, dass das 5-3-2 auch defensiv (trotz der Null) nicht sonderlich gut aussah, weil die Dreiermittelfeldkette damit überfordert war, schnell genug nach links und rechts zu arbeiten sich so insbesondere Manuel Torres über rechts immer wieder durchsetzen konnte (allerdings wenig effektiv blieb).

Wenn man aus den bisherigen Spielen von Union Berlin etwas mitnehmen will, dann dass man in der Abwehrkette insbesondere im Verteidigen schneller Außenstürmer nicht immer glücklich aussah. Was für einen möglichen RB-Dreiersturm Morys, Frahn, Poulsen ein gefundenes Fressen wäre.

Nach dem Karlsruhe-Ausflug spielte Union eigentlich bis auf 15 Minuten vor der Pause eine prima Partie gegen Fortuna Düsseldorf und zeigte sich taktisch entwicklungsfähig, weil man die Fünferkette nun nicht mehr so extrem statisch spielte, sondern bspw. der in Karlsruhe noch mit der komplexen Außenverteidigeraufgabe überforderte Benjamin Köhler im Offensivspiel nur noch bis auf die linke Sechserposition vorrückte statt den kompletten Flügel zu beackern und sich Björn Jopek von der Sechs entsprechend weiter nach vorn einschaltete.

Das sah insgesamt deutlich besser und strukturierter aus. Etwas was sich auch ein Spiel später in Bochum noch zeigte, als man auf eine Art 5-4-1 mit zwei relativ freien Offensivspielern (Dausch und Jopek) hinter Stürmer Brandy umstellte und damit eine Stunde lang sehr gut aussah, bevor man ins Schwimmen geriet und letztlich noch um den einen, völlig verdienten Punkt zittern musste.

Bis dahin sah die Saison eigentlich angesichts des Umbruchs und angesichts der durchaus hochklassigen Gegner ziemlich ok aus. Doch ein Freakspiel gegen Nürnberg reichte offenbar, um dieses Gefühl völlig kippen zu lassen. Ein unsicherer Keeper, zwei Platzverweise und ein dem Konterspiel zugeneigter Gast führten zu einem 0:4 wie man es wohl in einer Saison nur selten kassiert, zumal man chancentechnisch lange nicht im Nachteil war.

In Heidenheim führte dies zuletzt dazu, dass man wie schon erwähnt personell umstellte, aber auch taktisch auf eine Viererkette zurückstellte. Zwar nannte Düwel die Viererkette variable Dreierkette, aber de facto war es eine recht klassische Viererkette mit sehr offensiven Außenverteidigern, die im Spiel mit dem Ball dadurch abgesichert wurden, dass der Sechser Damir Kreilach sich oft zurück zwischen die Innenverteidiger fallen ließ.

Man kann sich sicherlich über die Interpretation streiten, aber von außen wirkte dies so, als würde Düwel angesichts des Resultatdrucks von seinen taktischen Umbruchideen abweichen. Etwas was in dieser frühen Phase des Umbruchs ein nicht wirklich gutes Zeichen ist, weil es den Eindruck vermittelt, dass man nicht von den eigenen Ideen überzeugt ist. Mag aber auch überinterpretiert sein.

Fakt jedenfalls, dass bspw. ein Sören Brandy als bis dahin offensivstärkster Akteur in Heidenheim auf der rechten Außenbahn im Gegensatz zu seinen sturmnäheren Einsätzen merkwürdig aus dem Spiel genommen und deplatziert, fast schon lethargisch wirkte. So wie größere Teile der Mannschaft in Sachen Körpersprache und Vertrauen in das eigene Tun nicht unbedingt überzeugten. Zwar bescheinigte man sich nach der 1:3-Niederlage beim Aufsteiger ein gutes Spiel, aber das lässt sich eigentlich nur dadurch erklären, dass die Ansprüche nach dem Nürnberg-Spiel nicht sonderlich hoch waren. Man spielte lange passabel, aber Punch und Zug Richtung Heidenheimer Tor waren alles in allem trotzdem unausgeprägt.

Wie es mit Union nun taktisch weitergeht, darüber lässt sich herrlich spekulieren. Da der sehr gute und dynamische Rechtsverteidigerneuzugang Christopher Trimmel (kam von Rapid Wien) nach Sperre wieder zurückkehrt, ist eine Rückkehr zur Fünferkette durchaus denkbar. Sodass ein Björn Kopplin dann wieder von rechts außen nach links außen rücken könnte. Oder gar ein genesender Michael Parensen ein Baustein auf der linken Seite werden könnte, der dann Ausflüge vom linken Innnenverteidiger Fabian Schönheim, der mit viel Dynamik die linke Linie runterziehen kann, absichern könnte.

Insgesamt gibt es im Union-Kader insbesondere im Mittelfeld diverse kleine Baustellen, die Vorhersagen für die sonntägliche Formation ziemlich schwierig machen. Noch am wenigsten weh tut man sich, wenn man Daniel Haas (31, früher Frankfurt, Hannover und Hoffenheim) ins Tor prognostiziert, auch wenn der in der bisherigen Saison auch nicht fehlerlos war. Trotzdem dürfte er aktuell nicht zur Disposition stehen.

Gehen wir mal davon aus, dass Union gegen RB nicht mit einem 4-4-2 und zwei offensiven Außenverteidigern die Abwehr entblößt, sondern zur Fünferkette zurückkehrt, dann ist auch das zentrale Verteidigertrio klar benennbar. Der bereits erwähnte dynamische Fabian Schönheim (27) würde dann wohl ergänzt werden durch den Ex-Dresdner und -Hallenser Toni Leistner (24), der mit seiner Zweikampfhärte in der Defensive gesetzt ist und den erst 22jährigen Kroaten Roberto Puncec. Alle drei standen bisher in allen Ligaspielen in der Startelf und sind ordentliche Kanten, gegen die ein Daniel Frahn einen ziemlich anstrengenden Nachmittag haben würde.

Rechts außen ist der schon erwähnte Christopher Trimmel (27), einer der stärksten Unioner im bisherigen Saisonverlauf, sicherlich gesetzt. Und links außen wäre wohl Björn Kopplin (25, ehemaliger U19-Europameister, der bei den Bayern als größeres Talent galt) als immer wieder auf die Sechs rutschender Spieler die Wahl Nummer 1.

Kein Weg führt auch an Kapitän Damir Kreilach (25) vorbei, der auf der zentralen Sechs den Laden zusammenhält. Alles drumherum im Mittelfeld ist wohl aus der Sicht des Außenstehenden Zauberei. Fakt ist, dass mit Neuzugang Martin Kobylanski (verletzt) und Martin Dausch (gesperrt) zwei Offensivoptionen im Mittelfeld ausfallen. Und vermutlich auch Christopher Quiring keine Option ist (zuletzt auch verletzt).

Blieben Baris Özbek (28) und Benjamin Köhler (34) als defensive Mittelfeldoptionen neben Kreilach. Ersterer eher die Kampfsau, zweiterer eher der Sechser mit Spielübersicht und Erfahrung.

Im offensiveren Mittelfeldbereich, teilweise mit direktem Kontakt zum Sturmbereich, stünden Björn Jopek (21), Eroll Zejnullahu (19), Maximilian Thiel (21) oder Sören Brandy (29) als realistische Optionen bereit. Überwiegend also die ganz junge Garde. Jopek ist einer mit einem ganz feinen Fuß in Sachen Pässe in die Tiefe. Zejnullahu ist ein feiner Techniker und Spielgestalter, dem noch ein wenig die Physis fehlt, um ein hervorragender Zweitligaspieler zu sein. Thiel ist da schon robuster und offensiv flexibel einsetzbar. Und über Brandy muss man wohl nicht viel reden. Ein hervorragender Zweitligaspieler mit Ecken und Kanten und ordentlicher Torgefahr. Zumindest wenn er mit Zug zum Tor und in Strafraumnähe agieren und nicht wie zuletzt relativ viel Mittelfeldarbeit verrichten muss.

Vermutlich vorerst gesetzt (was auch Brandys strafraumfernere Rolle erklärt) ist Neuzugang Sebastian Polter (23), bei dem sich der geneigte RB-Anhänger wohl leicht schütteln dürfte, war es doch Polter im Dress des VfL Wolfsburg, der mit seinem Tor zum 2:2 mit der U23 in Leipzig in letzter Spielminute die Aufstiegsträume der RasenBallsportler im Frühjahr 2012 jäh beendete. Wohl der bitterste Moment in der noch jungen RB-Geschichte. Der einzige wirklich bittere Moment könnten Spötter einwenden.

Polter hat es seitdem nicht geschafft, sich in der ersten Liga komplett durchzusetzen und wurde deswegen kurz vor Ende der Transferfrist von Mainz nach Berlin ausgeliehen. Wo er auf jeden Fall noch ein paar Tage braucht, um sich endgültig einzupassen, wo er aber die Lücke in Sachen zentralem Stürmer ausfüllen soll. Dass man Simon Terodde vor der Saison ablösefrei(!) nach Bochum ziehen ließ, wo er jetzt nach Belieben trifft (und man kann vermuten, dass er in Düwels System auch ganz gut gepasst hätte), ist in diesem Zusammenhang als ziemlich unglückliche Kaderentscheidung zu verbuchen.

Insgesamt verfügt Union Berlin über einen guten Zweitligakader (die guten Ergebnisse der letzten Jahre kommen nicht von ungefähr), dem im Sommer ein wenig jugendliche Perspektive (wenn auch teilweise nur auf Leihbasis) hinzugefügt wurde. Wenn dieser Kader zusammenwächst und sich auch spieltaktisch findet, liegt da ergebnistechnisch einiges drin. Was sowieso in Heimspielen an der alten Försterei immer gilt.

Nicht blenden lassen sollte man sich dabei von den sieben Gegentoren aus den letzten zwei Spielen. Klar drücken sich darin ein paar defensive Probleme aus, aber Union wird gegen RB Leipzig viel mehr wie im Spiel gegen Düsseldorf in der zweiten Halbzeit auftreten als wie im Freakspiel gegen Nürnberg.

Für RB Leipzig wird es darauf ankommen, in der sicherlich hitzigen Atmosphäre und bei einem zweikampfintensiven Spiel einen kühlen Kopf zu bewahren und gleichzeitig sportlich viel Intensität in die Waagschale zu werfen. Was ein ziemlich schmaler Grat ist, auf dem man da wandeln muss. Einerseits immun zu sein gegenüber Provokationen auf dem Platz und dem permanenten Trash-Talk von den nah am Spielfeld stehenden Tribünen und andererseits doch so heiß zu laufen, dass man in dem zu erwartenden Kampf bestehen kann.

Spannend wird auch sein, ob Union Berlin gegen RB Leipzig dann doch langsam mal den Mattuschka-Abschiedsschmerz überwinden kann. Nachdem nach wochenlangem Theater um Mattuschka, weil das Union-Idol meist nur auf der Bank saß, der Wechsel mit all seinen Begleitumständen von Interviewanklage des Spielmachers gegen Düwel über den Fantrennungsschmerz bis hin zur umfassenden Medienschelte von Präsident Zingler vollzogen war, hieß es von Union-Seite eigentlich, dass die Mannschaft nun von einem medialen Nervthema befreit sei. In Heidenheim spürte man von dieser Befreiung, die ja eigentlich auch immer Aufbruch verspricht, noch nicht enorm viel.

Gegen ein befreites Aufspielen der Unioner wird sich ein RB-Team wehren, das sich in vielen Teilen weiterhin von selbst austellt. Die Liste der Ausfälle ist über die Woche jedenfalls nicht wesentlich kürzer geworden. Franke, Ernst, Boyd, Rebic und Klostermann bleiben weiter wegen oder nach Verletzungen außen vor. Für Coltorti dürfte die Partie auch zu früh kommen. Zusätzlich ist ausgerechnet Yussuf Poulsen, der in dieser Woche noch nicht trainieren konnte, fraglich [Update: soll aber wohl auflaufen können]. Joshua Kimmich sollte bis Sonntag wohl wieder hinzukriegen sein. Und Marvin Compper ist nach Unpässlichkeit zu Wochenbeginn bestimmt auch mindestens im Kader.

Fällt Poulsen aus, wird RB Leipzig sicher vom 4-3-3 zum 4-3-1-2 mit Dominik Kaiser auf der Zehn zurückkehren, da man dann stürmertechnisch ausgereizt ist (Palacios Martinez ist sicher keine Startelfoption). Kann Yussuf Poulsen auflaufen, was für das Spiel über die Außenpositionen nicht unwichtig wäre, stellt sich die Frage, ob Matthias Morys wieder auf die Bank muss oder Dominik Kaiser, der in dieser Saison noch nicht wirklich auffällig wurde und erst eine Torbeteiligung verbuchte, außen vor und eine Einwechseloption im Matchplan bleibt. Denkbar auch die Alternative wie in der zweiten Halbzeit gegen Braunschweig, Khedira von der Sechs auf den Innenverteidigerposten zu ziehen, sodass Kaiser auf eine freiwerdende Position im Mittelfeld rücken könnte.

Mögliche Formationen:

  • Union Berlin: Haas – Trimmel, Leistner, Puncec, Schönheim, Kopplin (Parensen) – Kreilach, Köhler (Özbek) – Jopek (Thiel, Zejnullahu), Brandy – Polter
  • RB Leipzig: Bellot – Teigl, Sebastian, Compper (Khedira), Jung – Demme, Khedira (Kaiser), Kimmich – Kaiser (Morys) – Poulsen (Morys), Frahn

Nicht uninteressant auch die Frage, wie RB Leipzig in einem dieser aufgeladenen Ost-Duelle mit dem Publikum umgehen kann. Denkt man an die letztjährigen Auswärtsauftritte in Halle, Erfurt oder Rostock, dann könnte man davon ausgehen, dass man damit gut umgehen kann. Auf der anderen Seite verbleibt das depremierende 1:3 in Chemnitz vor einem Jahr (auch da fehlte Poulsen, auch da war der Gastgeber kriselndes Kellerkind) oder das 1:2 gegen Rostock, als die Gästekurve keinen unwesentlichen Einfluss auf das Endergebnis hatte.

Fazit: Rein sportlich gesehen wartet ein Zweitligaduell, wie man es sich besser nicht malen kann. Vor vollem Haus spielt eine Union-Mannschaft, die an guten Tagen die Ärmel-hoch-Attitüde mit frischem Talent verbinden kann gegen die Balleroberungsmaschinerie von RB Leipzig. Gleichzeitig spielt Union auch, so sieht man das zumindest in Berlin, gegen das Anti-Prinzip zu ihrem eigenen Verein, was sicherlich noch mal ein paar Punkte Extramotivation herauskitzelt. Heraus dürfte ein hochgradig intensives Spiel kommen, in dem das berühmte Momentum eine nicht unwesentliche Rolle spielen könnte und entsprechend vom großen Befreiungsschlag für die Gastgeber bis hin zum ungefährdeten Gäste-Kontersieg jeder Spielausgang denkbar ist. Eigentlich ein sportlich ziemlich fetziger Zweitliganachmittag.

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin nicht vor Ort verfolgen kann und am 21.09.2014, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1. FC Union Berlin

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim 1. FC Union Berlin. Mit Alexander Zorniger und Benjamin Bellot. (Ticker aktualisert sich selbsständig)

10.22

Nachdem hier vor einer Woche an dieser Stelle noch Ruhe war in Sachen Pressekonferenz, geht es heute weiter. Das Spiel gegen Union steht im Mittelpunkt des Interesses. Also hoffentlich steht es im Mittelpunkt des Interesses und das diskursive Rundherum bleibt eher eine Randnotiz..

10.25

Das Spiel hat schon von selbst alles, was man für ein gutes, umkämpftes Zweitligaspiel braucht. Und man wird hoffentlich hinterher auch vor allem darüber reden (und meinetwegen auch darüber, was für eine Meinung die Union-Fans mit welcher Choreo auch immer geäußert haben).

10.27

Wir werden gleich hören, wer am Sonntag zu den Langzeitverletzten noch dazu kommen wird. Hoffen wir mal, dass ein Yussuf Poulsen für das Spiel weiter möglich bleibt. Ein Ausfall wäre tatsächlich eine ordentliche Schwächung gegen die physisch starke Union-Verteidigungskette.

10.30

Abgesehen davon wird das taktische Auftreten von Union Berlin eine kleine Wundertüte sein. Positiv interpretiert geht das als Flexibilität durch, negativ interpretiert sucht man noch nach dem passenden Weg.

10.31

Gleich geht es hier dann los mit Benjamin ‘die Null steht fast immer’ Bellot, der auch bei Union ziemlich sicher noch im Kasten stehen wird.

10.39

Benjamin Bellot: „Die letzten Wochen waren sehr erfolgreich. Für viele junge Spieler die ersten Schritte in der zweiten Liga. Nicht unverdient 11 Punkte geholt. Vorfreude auf Berlin. Union mit Negativtrend, den sie beenden wollen. Da müssen wir dagegen halten.“

Zum Spiel damals bei Union II: „Es war Winter. Enger Platz. Hatte was von Testspiel aus Nachwuchszeiten. Dass wir jetzt an der Alten Försterei spielen, ist eine super Sache.“ „Super, was Union zusammen mit den Fans auf die Beine gestellt haben. Ist atmosphärisch was besonderes.“

Zur Frage, wie es nach Coltorti-Rückkehr weitergeht, kann Benjamin Bellot auch nichts sagen. Verweist auf den Coach.

Jeder Spieler wolle gern immer spielen. Sei bei Torhütern schwierig, weil immer nur einer spielen kann. Deswegen könne man auch nicht sagen, wie die Zukunft aussehe. „Fühle mich wohl in Leipzig. Vertrag läuft bis 2015. Was danach kommt, kann ich schwer sagen.“

10.55

Alexander Zorniger: Kaderstand vergleichbar mit letzter Woche. Wahrscheinlich der gleiche Kader. Rebic weiter nicht dabei, könne aber vielleicht relativ kurzfristig zurückkommen. Ernst und Franke machen gute Fortschritte, Rückkehr aber offen. Coltorti ab Montag komplett bei der Mannschaft im Training. Bei Hoheneder müsse man abwarten. Könnte bis Ende Oktober dauern. “Innenverteidigerposition ist gerade nicht sehr dick besetzt.” Lukas Klostermann muss nach Salmonellen-Vergiftung aufgepäppelt werden. Terrence Boyd fehle wohl noch zwei Wochen.

“Wir sind in die Runde richtig gut gestartet. Stehen jetzt wie vor dem FSV-Spiel da, nur diesmal mit stärkerem Gegner. Müssen das voll konzentriert angehen. Union sehr leidenschaftliche, gut zu emotionalisierende Truppe. Da müssen wir dagegenhalten. Auch vom Kopf her klar bleiben. Union hat viel individuelle Qualität. Insgesamt hat das Team eine Körpergröße, die uns bei Standards wachsam sein lassen muss. Aber wir haben unsere 11 Punkte bisher nicht mit Mauern und Duseln geholt.”

“Gehe bei Poulsen davon aus, dass er einsatzfähig sein wird. Müssen dann von Spiel zu Spiel gucken, ob er fit ist. Hoffe beim jetzigen Kaderstand, dass er dabei ist.” “Wenn wir 4-3-1-2 spielen und Kaiser fit ist, dann spielt er.” Kimmich wird am Sonntag ziemlich sicher auch dabei sein.

Mannschaft werde auf das emotionale Umfeld vorbereitet. Werde darum gehen, in Zweikämpfen schon beim ersten Kontakt klarzumachen, wer den Zweikampf gewinnen wird. Man könne einen Gegner erwarten, der sehr körperlich spielt und aggressiv spielen kann.

“Man kann nicht jeden Aspekt von so einem Spiel vorausplanen. Wir versuchen die Mannschaft auf Widerstände vorzubereiten und wie die dann konkret aussehen, kann man nicht vorhersehen.” “Jungs haben so viele Widerstände erlebt, dass es nicht wichtig ist, wie das Stadion baulich oder ob es eng ist. Haben bei Union auch die Chancen, unseren Fußball unter größerem Druck auszuprobieren.”

“Jungs neigen nicht zum Abheben. Ist leicht sie am Boden zu halten. Haben aber auch mal eine Einheit dabei, in der man die Intensität nicht ganz so einfordern kann.” Das müsse man dann als Trainer ansprechen, aber da muss man aber auch nicht jedes mal reinschlagen. Wenn man 22 Pflichtspiele lang ungeschlagen ist, dann muss man sich auch mal darüber freuen kann.

10.57

Zorniger zu Protestgeschichten und ob 10 Minuten Union-Stille am Anfang ein Vorteil sein könnten: Wäre eine interessante Frage, ob man 10 Minuten Protest oder einen Torjubel wichtiger findet. „Aber sie sollen machen, wie sie wollen. Gibt ja auch Gründe für den Protest. Wir leben glücklicherweise in einer Demokratie.“

11.02

Das war es schon von hier. Der Coach wirkte etwas grummelig, aber auch nicht wirklich unfreundlich. Bahnbrechendes gab es bei dieser Pressekonferenz nicht. Wenn man von den positiven News absieht, dass wohl sowohl Kimmich als auch Poulsen in Berlin auflaufen können. Knapp 2.000 RB-Fans werden sich das vor Ort angucken.

In diesem positiven Sinne wünsche ich einen schönen Restfreitag, ein schönes Wochenende und viel Spaß mit dem Spiel in Berlin am Sonntag. Wer es bis dahin nicht aushält, kann morgen (Samstag) am Cottaweg Bundesligafußball mit der U17 (gegen den HSV ab 11 Uhr) oder Oberliga mit der U23 (gegen Bernburg ab 15 Uhr) gucken gehen.

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3 Gedanken zu „Intensiver Zweitliganachmittag“

    1. Ich bin ja nicht erkenntnis- und beratungsresistent. Also nicht komplett zumindest. 😉

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