3.Liga: RB Leipzig vs. 1.FC Heidenheim 1:1

Flutlichtspiele in einem gut gefüllten Stadion, dazu noch ein Spiel, in dem sich zwei Topmannschaften treffen, für die es um den Aufstieg geht. Das sind dann wohl die besonderen Momente im Verlauf einer Saison, die man genießen sollte. Das Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und dem 1.FC Heidenheim hielt in vielerlei Hinsicht das, was man sich angesichts des Rahmens versprach. Gute Stimmung auf den Rängen, viel Einsatz, viele intensive Zweikämpfe, Spannung, Tempo und auch ein paar spielerische Highlights.

Dabei zeigte sich der 1.FC Heidenheim, wenn man die 90 Minuten als ganzes betrachtet, als das reifere Team, dem man anmerkte, dass es über die letzten Jahre gewachsen ist und entsprechend ein gemeinsames Spielverständnis entwickelt hat, das über jenes der RasenBallsportler in einigen Situationen doch hinausging. Diese Nachteile in Sachen Spielkultur glich RB Leipzig zumindest 45 Minuten lang mit enormem Einsatz und Laufpensum aus, sodass man die Gäste in der ersten Hälfte in einigen Situationen beeindrucken konnte.

Weswegen in der ersten Halbzeit auch ein spannender Fight zweier Mannschaften mit Zweitligapotenzial entstand, in dem RB Leipzig anfangs Vorteile hatte, die die Gäste aber mit zunehmender Spielzeit auszugleichen wussten. Größere Torszenen aus dem Spiel heraus blieben dabei aber aus, weil gefährliche Situationen letztlich von den Abwehrreihen geklärt wurden. Da dies teilweise auf Kosten von Standards in Form von Ecken und Freistößen ging, entstand folgerichtig die größte Gefahr auf beiden Seiten bei ruhenden Bällen. Kaiser und Jung scheiterten nur knapp mit Freistößen, während auf der anderen Seite Heidenheim bei einer Eckenserie nach fast 25 Minuten mehrmals den Torschrei schon auf den Lippen hatte.

Dass es nicht mit einem durchaus leistungsgerechten 0:0 in die Kabine ging, verdankte RB Leipzig einer feinen Einzelleistung von Clemens Fandrich, der in diesem Spiel zeigte, was für ein hervorragender Offensivspieler er im Eins gegen Eins sein kann, wenn er sich denn ein Herz fasst. Fandrich narrte auf der linken Seite gleich mehrere Defensivspieler im Dribbling, um den Ball nach innen zu bringen, wo er über Frahn, Luge und Gäste-Keeper Sabanov bei Yussuf Poulsen landete, der ihn zur umjubelten Führung über die Linie drückte. Nicht völlig unverdient, aber angesichts eines ausgeglichenen Chancenverhältnisses durchaus auch glücklich.

Bemerkenswert war die Führung von RB Leipzig gegen den Tabellenersten auch deswegen, weil man direkt vor dem Spiel einen weiteren Nackenschlag bei der Kaderzusammenstellung hinnehmen musste. Diego Demme, wichtiger Mittelfeldakteur vor allem im Spiel gegen den Ball fiel zeitnah zum Spiel  aus, sodass Alexander Zorniger kurzerhand auf ein 4-3-3 umstellte, Kaiser von der Zehn auf die für Demme gedachte Acht schob und André Luge als zusätzlichen Flügelstürmer ins Spiel brachte. Die gelbgesperrten Kimmich und Heidinger, dazu Demme (vom langzeitverletzten Ernst gar nicht zu reden), eine vor allem das Mittelfeld betreffende Ausfallliste dieser Art ist auch bei einem tiefen Kader wie dem, den RB Leipzig hat, nicht in vollem Umfang zu kompensieren.

Toller Rahmen für ein spannendes Spitzenspiel - Die Drittligarekordkulisse von mehr als 25.000 Zuschauern und Flutlicht machen RB Leipzig gegen den 1.FC Heidenheim zum Erlebnis | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Weswegen die Art und Weise, wie die RasenBallsportler in den ersten 45 Minuten gegen den Ball agierten durchaus besonders zu beeindrucken wusste. Durch das aggressive Spiel eroberte man auch einige Bälle im Mittelfeld, das nicht so dominant wie im Hinspiel auftrat, aber trotzdem mindestens Augenhöhe herstellte. In der Konsequenz ergaben sich einige Konterchancen, insbesondere für den agilen und einsatzfreudigen André Luge, der allerdings in den meisten Situationen glücklos blieb und dem man anmerkte, dass er insbesondere im Zusammenspiel mit den Nebenleuten aufgrund geringer Einsatzzeiten Nachholbedarf hat.

In der zweiten Halbzeit dann zollte RB Leipzig ein wenig dem Tempo der ersten Hälfte Tribut, sodass man in einigen Situationen den Gegner nicht mehr mit der selben Aggressivität und dem selben Tempo attackieren konnte und Heidenheim mehr Platz zum Kombinieren und zum Kreieren von Eins-gegen-Eins-Situationen vor allem auf den Außenbahnen, wo Smail Morabit und Marc Schnatterer immer mal wieder die Seiten wechselten, bekam. Sodass der Druck der Heidenheimer, die nun die deutliche bessere Mannschaft waren, immer größer wurde.

Was nicht unbedingt zu Großchancen im Minutentakt führte, aber doch zu einigen potenziell gefährlichen Situationen, die aber letztlich in überwiegender Zahl von RB spätestens am Strafraum oder darin geklärt wurden. Diesbezüglich die wegen der Versetzung von Tim Sebastian auf die Sechs neu zusammengestellte Innenverteidigung Hoheneder/ Franke mal wieder mit einem sehr guten Vorstellung.

Auf RB-Seite ging offensiv nun fast nichts mehr, auch weil man manche Situationen nicht clever genug ausspielte und nach Ballgewinnen zu oft den direkten Weg versuchte, wo ab und an auch mal ein Innehalten und Ballsichern sinnvoll gewesen wäre, um das Oberwasser der Gäste auch psychologisch abzugraben. Letztlich lief die zweite Halbzeit darauf hinaus, dass RB Leipzig für einen dreifachen Punktgewinn hätte eine lange Abwehrschlacht überstehen müssen. Was man bis zur 72. Minuten auch mit Geschicht und Glück löste, auch wenn sich Heidenheim, die spiegelbildlich das RB-4-3-3-System mit Achter, zwei Sechsern, zentralem Stürmer und zwei Flügelstürmer spielten und dazu rechts auch noch den Außenverteidiger Robert Strauß sehr offensiv agieren ließen, nun einige Male hübsch durchs Mittelfeld spielte.

Wenn eine solche Abwehrschlacht, bei der das Mittelfeld nicht mehr so viel zerstören kann und deshalb viele Abwehraktionen erst am oder im Strafraum stattfinden, zum glücklichen Erfolg führen soll, muss gegen eine Spitzenmannschaft wie Heidenheim alles zusammenpassen. Und genau da tat es nach 72 nicht, als erst Anthony Jung einen langen Ball unterläuft, sodass ihm (Innenverteidiger!) Mathias Wittek erwischt, der den Ball aus eher spitzem Winkel an Benjamin Bellot vorbei in die Maschen haut. Ein Tor, bei dem RB-Keeper genauso wie Außenverteidiger Anthony Jung nicht ganz glücklich aussah. Vielleicht spielte Coach Zorniger nach dem Spiel ja auch genau darauf an, als er meinte, dass man in der ersten Halbzeit noch durch Überzahl in Ballnähe viele Bälle habe klären bzw. erkämpfen können, während in Hälfte zwei die Eins-gegen-Eins-Situationen zunahmen. Und in einer davon Jung (der von Zorniger trotzdem gelobt wurde) nicht entscheidend eingreifen und stören kann. Womit auch das Konzept der Gäste vor allem die Außen zu bespielen, letztlich nicht nur optisch, sondern auch zählbar aufging.

Der Rest des Spiels plätscherte in Sachen Chancen ein wenig dahin, war aber weiterhin ein sehr intensiver Kampf mit spielerischen Vorteilen für Heidenheim (was sich auch in gelben Karten für RB-Spieler nach taktischen Fouls ausdrückte). Wer es mit RB hielt, konnte zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch auf ein Glückstor in letzter Minute hoffen, das fast noch Matthias Morys erzielt hätte, als er in der Nachspielzeit eine Kopfballverlängerung fünf Meter vor dem Tor nicht mehr erreichte. Was aber angesichts des Spielverlaufs und der Überlegenheit des Konktrahenten in den zweiten 45 Minuten auch zu viel des Guten gewesen wäre. Denn dass sich Heidenheim zumindest diesen einen Punkte redlich verdient hatte, daran konnte kein Zweifel bestehen.

Genauso wie daran, dass RB Leipzig mit den Ausfällen von Demme, Kimmich und Heidinger (bei allem Respekt vor den Leistungen der Spieler, die sie ersetzten) einen Substansverlust erfuhr, der letztlich mit dazu beitrug, dass Heidenheim nicht als Verlierer vom Platz ging. Denn ohne Kimmidh und Demme fehlten im Mittelfeld auf Dauer etwas die Griffigkeit und vor allem die Übersicht und Genauigkeit im Spiel, die einem Tim Sebastian bspw. dann doch fehlt.

Fazit: Das Spitzenspiel zwischen RB Leipzig und dem 1.FC Heidenheim erfüllte in vielerlei Hinsicht die Erwartungen und war ein Saisonhighlight, das in der Form auch gut in der zweiten Liga hätte stattfinden können. Mit dem Unentschieden können beide Mannschaften im Hinblick auf den Aufstiegskampf gut leben, auch wenn Heidenheim als Team, das über 90 Minuten gesehen reifer wirkte, sicherlich auch hätte als Sieger vom Platz gehen können. RB Leipzig verdiente sich den Punkt nicht unwesentlich ersatzgeschwächt durch viel Einsatz in Hälfte 1, konnte Heidenheim, die zeigten, warum man ganz oben steht, allerdings in Hälfte 2 nicht mehr ernsthaft gefährden. In der Tabelle bleibt es für RB Leipzig bei drei Punkten vor Darmstadt und sechs hinter Heidenheim. Man hat den Aufstieg weiter selbst in der Hand, auch wenn man einen Big Point gegen Heidenheim verpasste.

Randbemerkung 1: Reichlich 25.000 Besucher beim Spitzenspiel bedeuten gleichzeitig Drittligarekord für die aktuelle Spielzeit. Beim Aufeinandertreffen jener zwei Clubs wohlgemerkt, denen in unterschiedlichem Ausmaß der Stempel Plastikclub anhaftet. Es war eine ziemlich perfekte Kulisse für das Spiel und insgesamt eine ziemlich angenehme Stadionatmosphäre. Interessant auch den mal wieder geöffnete Sektor D zu sehen, in dem sich offenbar viele versammelten, die auch gern in den ausverkauften Fansektor B hinterm gegenüberliegenden Tor gegangen wären. Denn auch dort standen ganze Gruppen statt zu sitzen und waren Ansätze von Einsteigen in den Support, der vom am anderen Ende des Stadions herüberkam, erkennbar. Könnte für die Zukunft eines permanent geöffneten D-Sektors bedeuten, dass sich dort ein zweiter Supporterkern entwickelt, der Fans auffängt, die in B keinen Platz mehr finden oder sich in B aus welchen Gründen auch immer nicht wohlfühlen. Wird interessant sein zu beobachten. Vielleicht ja schon nächste Saison, wenn diese eine Zweitligasaison sein sollte.

Randbemerkung 2: Nicht ganz so hübsch die Würfe von Gegenständen (Feuerzeuge wie es bei Twitter hieß) tief in der zweiten Halbzeit bei einem Eckball, den der Heidenheimer Marc Schnatterer ausführen wollte. Es gibt (je nach Person unterschiedlich) viele Dinge, die man im Fußball nicht verstehen muss. Zum Minimalkonsens sollte es dabei gehören, dass es keine noch so hitzige Spielsituation erlaubt, dass man Gegenstände welcher Art auch immer auf Personen im Innenraum wirft. Braucht kein Mensch, diese Unsportlichkeit und potenzielle Verletzungsgefahr für Spieler und Schiedsrichter und diejenigen, die da werfen, braucht im Stadion auch kein Mensch. Emotionen ja, aber gegenüber dem Gegner niemals über das verbale hinaus..

Randbemerkung 3: Das Spitzenspiel litt in seinem Spielfluss ein wenig unter der kleinlichen und wenig souveränen Leitung des Unparteiischen Arne Aarnink. Teilweise wurden Berührungen beiderseits völlig willkürlich als Foul abgepfiffen, was die Beteiligten berechtigterweise öfters hadern ließ. Auf der anderen Seite konnten die Spieler im Strafraum ihre Zweikämpfe am Limit oder auch darüberhinaus führen, weil Aarnink nicht gewillt schien, in das Spiel mit einem entscheidenden Elfmeterpfiff einzugreifen. Was grundsätzlich in einer beidseitig umkämpften Partie auch eine ganz vernünftige Taktik sein kann, dabei dann aber auch unklar bleibt, wo die Grenze zwischen Foul und elfmeterreifem Foul verläuft. Dass er und sein Gespann zwei mitentscheidende Szenen nicht richtig beurteilten und vor dem 1:0 eine (knappe) Abseitsstellung und eine Viertelstunde zuvor zudem eine Tätlichkeit an Hoheneder im Strafraum (hätte Rot und Elfmeter zur Folge gehabt) übersahen, kann man ihnen aber schwerlich vorwerfen, da diese Situationen in Realgeschwindigkeit wohl kaum aufzulösen und erst im Fernsehen in Zeitlupen genau zu erkennen waren.

Lichtblicke: Ein Poulsen wieder viel unterwegs. Fandrich mit einigen guten Aktionen. Zwei sehr wache Innenverteidiger Franke und Hoheneder. Ein auffälliger Kaiser. Es gab durchaus Licht, aber letztlich war es vor allem eine Energieleistung des Teams, die den Punkt sichern half und nicht die individuelle Klasse einzelner Spieler.

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Tore: 1:0 Poulsen (43.), 1:1 Wittek (72.)

Aufstellung: Bellot – Teigl, Heidinger, Franke, Jung – Kaiser, Sebastian, Fandrich (89. Röttger) – Poulsen, Frahn (79. Morys), Luge (58. Thomalla)

Zuschauer: 25.312 (davon 200 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCH-Bericht [broken Link], Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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11 Gedanken zu „3.Liga: RB Leipzig vs. 1.FC Heidenheim 1:1“

  1. In meinen Augen hat das Spiel gezeigt, dass wir uns unbedingt den 2. Platz sichern sollten. In einer Relegation würden vom spielerischen und kämpferichen her ähnliche Gegner wie Heidenheim aufwarten. Und ich habe mittlerweile arge Zweifel, dass wir uns da in 2 Spielen durchsetzen können. Das Spiel nach vorne ist einfach zu limitiert. Insbesondere körperbetonte Teams machen uns zu schaffen. Und in zwei Relegationsspielen, wo es um alles geht, ist mit derartigen Gegnern sicher zu rechnen.

    Darüber hinaus bleibt nur zu hoffen, dass die erste Elf weitesgehend verletzungsfrei und ohne Sperren durch die letzten Spiele kommt. Der Qualitätsverlust ist mit den Spielern dahinter einfach enorm. Thomalla kommt gestern als erster Einwechselspieler, obwohl er in letzter Zeit meistens nicht mal im Kader war. Das sagt schon sehr viel aus. Jung hat auch immer wieder einen Lapsus drin, während Franke in der 3. Liga eindeutig an seine Grenzen stößt, so sehr er sich auch in die Partien reinkniet.

  2. Die 2. offensive Reihe hinter Frahn & Poulsen ist derzeit wirklich kein adäquater Ersatz. Dadurch wirken die Einwechslungen von Morrys, Thomalla und Röttger irgendwie Alibimäßig, verpuffen regelmäßig ohne größere Wirkung.

    Franke habe ich auch nicht so positiv gesehen, da war doch der ein oder andere Bock dabei, über seine (nicht vorhandenen) Fähigkeiten in Sachen Spieleröffnung müssen wir eh nicht reden.

    Der größte Unterschied zwischen beiden Team war in der Tat das, was Du als „gemeinsames Spielverständnis“ beschreibst. Die Passquote von HDH lag gefühlt 20 Punkte über der unsrigen. (was sicher auch am nachlassenden Pressing von RB lag) Und nicht nur das, die Pässe wurden auch wesentlich schneller (weil zumeist flach!) weiter verarbeitet und daraus gefährliche Situationen kreiert. Dieser qualitative Unterscheid könnte aber auch daran liegen, dass im System Zorniger die Balleroberung oberste Priorität besitzt. Demgegenüber scheint mir der anschließende eigene Ballbesitz mitunter etwas vernachlässigt.

  3. Wie immer hat sich der Inhaber und Autor dieser Internetseite bei der Spielbewertung viel Mühe gegeben, die Partie neutral und gerecht zu bewerten. Wenn man u.a. als Nichtleipziger die Möglichkeit hatte, diese auch in voller Länge am Bildschirm miterleben zu können, sind sogar vom häuslichen Sofa aus gleich mehrere Auswertungen möglich.
    So findet man im Nachhinein schnell heraus, ob die oft gerügten Fernsehmoderatoren-, oder Trainer- bzw. „rotebrauseblogger“-Kommentare auch der Realität entsprachen…..
    Aus meiner Sicht waren diese mit nur wenigen Ausnahmen gelungen, was bei diesem Spitzenspiel besonders wichtig ist!

    Solange besonders strittige Szenen nicht sofort per Videobeweis, der sehr schnell über die Bühne gehen und spiel- bzw. meisterschaftsentscheidend sein könnte, entschieden werden dürfen, bleiben diese (evtl. auch vieldiskutierte) Tatsachenentscheidungen!
    Z. B. konnte der kleinlich aber souverän agierende Schiedsrichter Aarnink das bereits erwähnte versteckte sowie elfmeterwürdige Foul an Hoheneder im gegnerischen Strafraum nicht sehen und damit auch nicht pfeifen, weil dieses als Revanche (!) hinter seinem Rücken erfolgte und der eigentlich zuständige Assistent gerade sonstwo hinschaute….

    Was aufmerksame Zuschauer aber gleich sahen, war natürlich die eigentlich abzupfeifende (knappe) Abseitsstellung vor dem Leipziger Führungstor, die sich doch nach den ständigen Fernsehwiederholungen immer mehr als „eindeutig“ entpuppte! Etwas enttäuscht hat mich das unauffällige Auftreten meiner persönlichen „Geheimwaffe“, A. Luge, der mit seinen Gedanken vielleicht noch zu oft woanders ist und die glückliche Gunst, durch den verletzungsbedingten Ausfall eines seiner Sportkameraden, aufgestellt worden zu sein, nicht im vollen Maße nutzte!

    Warum der immer zornig wirkende Trainer Zorniger seinen „Spezialfreund“ und „Dauer-Bankdrücker“, Röttger, mit seinem scheinbar nicht zu bändigenden Haarschopf erst in der letzten Minute einsetzte, wird wohl nur sein Geheimnis bleiben…….

    Insgesamt lässt der Gesamteindruck aber weitere Träume zu, da sich an der Tabellensituation nichts geändert hat!

    1. „Was aufmerksame Zuschauer aber gleich sahen, war natürlich die eigentlich abzupfeifende (knappe) Abseitsstellung vor dem Leipziger Führungstor, die sich doch nach den ständigen Fernsehwiederholungen immer mehr als “eindeutig” entpuppte!“

      Bin ich im falschen Film? Habe mir die Szene auf Arbeit noch 10 Mal angeschaut. Es waren vielleicht 10 cm Abseits. In der Bewegung. Zur Pause war von 1-2 Meter die Rede. Wenn sich jemand hinstellt und sagt, er hat das gleich gesehen, dann kann ich ihn nicht ernst nehmen.

  4. Kann leider nur die TV Bilder in mein Bild einfließen lassen. Hab die erste HZ als recht gut empfunden, im Mittel ausgeglichen bis pro Heidenheim. Bei den drei aufeinanderfolgenden Standards sah man einen in höchster Not klärenden Poulsen, hätte gut und gerne auch einen Eigentorschützen Poulsen sehen können. Poulsen wurde ja auch wieder sehr gelobt, was ich zu großen Teilen teile, aber er hat 2-3 Situationen (nicht im 16er), bei denen er hätte durchstarten können, damit verschärft, dass er zwei oder drei Heidenheimer hat rankommen lassen. Das hat mich sehr irritiert. Natürlich soll er auch defensive Gegenspieler binden, aber er muss ja nicht auf Gedeih und Verderb ins 1 vs. x<=3 gehen.

    In der zweiten HZ bin ich sichtlich nervös geworden, das scheine ich mit dem Team gemein zu haben, ich finde, dass die schon erwähnten Punkte wie nachlassendes Pressing, steigende Fehlpassquote oder fehlender Zug nach vorne nur die Symptome sind. Die Mannschaft kam doch mit einer laxeren Einstellung aus der Kabine, als sie rein ging. Das Argument, dem hohen Tempo der ersten Halbzeit Tribut zu zollen, finde ich nicht stimmig für das erste Drittel der ersten Halbzeit. Selbst wenn die Kondition gen Keller geht und die Erschöpfung zunimmt, dann doch eher später in der zweiten HZ, nicht direkt zu Beginn. Hatte den Eindruck, das sich da der Schlendrian einstellt weil das 1:0 ja ganz gut lief. Hatte das Gefühl, die Mannschaft dreht sich in einer Spirale abwärts was Konzentration und Wachheit anging. Sah mir zunehmend unsicher aus. Daher bin ich mit dem Punkt hoch zufrieden.

    Was ich wirklich nicht verstanden habe war Luge's Auswechslung. Er war ja nun nicht gerade durch direkte Torgefahr aufgefallen, aber hat ja für Unruhe gesorgt. Thomalla sieht so oft limitiert aus in seinen spielerischen Möglichkeiten und hat sich als 10er bisher doch selten empfohlen? Schade, wenn man über einen Offensivspieler sagen muss, dass seine wichtigste Aktion das Abgrätschen eines Schusses auf das Tor auf der linken RB-Abwehrseite war.

    Benni Bellot habe ich ebenfalls nicht als ruhegebenden Tormann gesehen, dabei hat er eigentlich einen Bonus bei mir, weil ich die immer so hoch gepushte Nr. 1 Coltorti nicht leiden kann – kommt mir zu viel über seinen stämmigen Körper und verpeilt Bälle wie durchschnittliche Torhüter. Aber Bellot ist wohl auch nicht der schlafende "Riese", den ich mir erhofft hatte.

    Was wir gestern noch in der Fernkonferenz besprochen haben war Frahn's Auswechslung? Ein Freund von mir meinte, er hält das für den Beginn von Frahn's Entwöhnung, ich halte das für ein Zeichen fehlender Fitness. Was denkt ihr?

    Insgesamt, das ist mir wichtig, ärgere ich mich nur über die teilweise offene Konfusion in der zweiten HZ. Bin super froh, dass sie auf dem 2. stehen und bräuchte auch den Aufstieg nicht, meine Gedanken sind also kein Zeichen der öfter mal einsetzenden generellen Abrechnung =).

    PS: Bei 25.xxx Zuschauern müssen ja auch ein paar Idioten im Stadion sein, statistisch gesehen wahrscheinlich mehr als zwei Feuerzeugträger. Dennoch wahnsinnig bescheuert die Aktion. Hoffe sie haben den/die Typen und es gibt auch Konsequenzen.

  5. Was mich gestern (ich war im Stadion) verwundert hat, war die unglaublichen Schwierigkeiten den Ball aus dem eigenen Strafraum zu befördern. Versuche den Ball mit Wucht Richtung Mittellinie zu kloppen, endeten viel zu oft in einem fast senkrechten Schuss nach oben, der im eigenen Strafraum wieder runterkam. Ich weiß, dass es sich mit dem Becher Bier auf dem Klappsitz immer leicht sagt, aber sowas muss funktionieren. Dass der Ball danach bei einem Heidenheimer Abwehrspieler landet, der zwischen Mittellinie und Strafraum absichert wäre halt das Risiko, aber diese Kerzen nach oben fand ich reichlich ungeschickt. Wie gesagt, nicht die Tatsache dass es mal passiert, aber die Häufigkeit war erschreckend.

    Die Schiedsrichterleistung fand ich an manchen Stellen auch etwas merkwürdig, aber dank zu später Kartenbesorgung saß ich in Sektor A Oberrang und hatte so einige Probleme Details zu erkennen. 😉

    Danke für deine Zusammenfassung. Scheint mir als hätten wir das selbe Spiel gesehen. Das kann ich nicht immer von Presse/Blog-Berichten behaupten.

    LG
    Kati

  6. Noch eine in meinen Augen überfällige Randbemerkung mag ich gern ergänzen: Irgendwann hat es sich wohl mal eingeschlichen mit dem neuen Spielstand, der NULL immer ein „viel zu viel – scheiß Verein“ hinterher zu rufen. Ich bekomme da jedes Mal Bauchschmerzen, wenn ich das höre und gestern war es auch in Sektor D deutlich zu vernehmen. Zugegeben gegen LOK würde ich es auch mitgrölen, aber selbst da empfinde ich es als respektlos (bei einem so sympathischen Trainer)… wie auch immer, ich schäme mich bei diesem Ruf als RBL-Fan vor dem Gegner… gerade weil manche Reihen, aus denen diese Töne kommen, sich gerne als was besseres vor gegnerischen Fans beweisen wollen (à la wir sind die guten und ihr die scheiß Fans)… da sollte Respekt doch allem vorangehen, nicht?

  7. Zu aller erst mal: Daumen hoch für den rotebrauseblogger! Was soll ich noch auf anderen Webseiten nach Infos zu RB-Spielen suchen? Hier ist alles erklärt, sachlich und detailversessen. Vielen Dank für die wirklich gute Arbeit!

    Ich war gestern seit über 10 Jahren das erste Mal wieder im Zentralstadion. Die Atmosphäre hat mich so begeistert, dass ich künftig öfters gehen werde. Insbesondere wenn es in der nächsten Saison gegen namhafte Mannschaften aus der 2. Liga geht (zweifelt Ihr daran? :-)). Ich bin so froh dass Leipzig endlich wieder solch eine Mannschaft hat. Na klar regiert Geld die Welt. Das klingt zwar irgendwie traurig, aber ich kann noch weitere 20 Jahre mit fehlender Tradition hadern und ein Schattendasein führen. Oder mich eben an den guten Seiten erfreuen. So wie gestern Abend. Das war wirklich toll!

    Ich glaube, Meister Zorniger müsste in den nächsten Monaten noch am Spielaufbau arbeiten. Diese vielen ungezielten hohen Pässe aus der Verteidigung direkt nach vorn ins Nirvana… argh. Das hat Heidenheim viel besser gemacht… flache Kurzpässe, bekannte Laufwege, man sah dass das Team besser eingespielt ist und in der zweiten Halbzeit mehr Kontrolle ins Spiel zu bringen wusste. In der 2. Liga werden etliche solcher Mannschaften auf RBL treffen.

    Eins kann ich mir zum Stadion nicht verkneifen: Der Monitor – geht´s nicht noch kleiner und verwaschener? Das Geld müsste doch da sein Herr Matteschitz…

    1. hallo tomsen,
      bestimmt ware sie gestern in der RED BULL ARENA und der kontrastschwache Monitor namens Leinwand gehört zum Stadion, das RB nur anmietet und müsste somit von Herrn Lonzen erneuert werden lassen… wobei Sie natürlich Recht mit ihrer Bemerkung haben – aber das ist wohl FIFA Standard 2006 – da gabs auch noch kein HD…. 🙂

  8. Pro: die Kulisse, der Wille unserer Elf, alte Bekannte wieder zutreffen, der eine Punkt, Platz 2
    Contra: die Schiedsrichterleistung, die Hirnlosen

  9. der Schiri war einfach blind. Vorige Woche ein Spitzenmann, der wegen einer Schwalbe eine gelbe Karte verteilt, diesmal ein Überforderter.
    Das Abseitstor sah ich aus Block A, die Bearbeitung von Bellot bei Ecken durch Gegenspieler war auch sehr deutlich. Ein Pfiff, und es waere vorbei gewesen. Aber er wollte wohl Stuermerfouls zulassen. Auch seine Freistoßentscheidungen, gelbe Karte nach Trikotziehen, als Poulsen lange gezerrt wurde aber nicht, alles unberechenbar und oft, auf beiden Seiten falsch.

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