Regionalliga: VfL Wolfsburg II vs. RB Leipzig 0:2

Im letzten Jahr haben wir solche Spiele meist für uns entschieden, weil wir da den Tick cleverer und erfahrener waren.

Mit dieser Äußerung nach der Niederlage gegen RB Leipzig hat der Wolfsburger Coach Lorenz-Günther Köstner sicherlich nicht Unrecht. Sieht man sich die Saison des letztjährigen Regionalliga-Topteams VfL Wolfsburg II an, dann fehlt ihnen aufgrund diverser Abgänge der älteren unter den jungen Jahrgängen dieses Jahr einfach die Klasse, um gegen RB Leipzig bestehen zu können. Die eine Seite der Medaille.

Auf der anderen Seite der Medaille steht, dass RB Leipzig in diesem Jahr gerade auswärts die wichtigen Tore macht, wenn sie gebraucht werden. Acht Auswärtsspiele hatte die Hinrunde zu bieten, acht Auswärtssiege haben die RasenBallsportler verbucht. Ohne Auswärts-Punktverlust in die Winterpause, das ist eine saustarke Bilanz, auch wenn mit Magdeburg, Kiel und Halle die prickelnden Auswärtsspiele erst in der Rückrunde warten. Nur mal zur Relation: Der zweitplatzierte in der Auswärtstabelle, der HSV II hat neun Punkte weniger auf dem Konto als RB Leipzig (15 vs. 24 Punkte).

Den verdienten Sieg in einem zähen Spiel sicherte diesmal ein Zuckerpass von Umut Kocin. 30 Meter, flach gespielt, mitten ins Herz der Verteidigung, sauber veredelt von Sebastian Heidinger. Einer dieser Bälle, der den drumherum hinterherstaunenden Verteidigern noch zuzuwinken und die Zunge herauszustrecken scheint. Einer der Bälle, die mir als (in diesem Fall) Fernsehzuschauer spontane, verbale Lobpreisungen abringen. Großartig. Wenn auch sicher nicht perfekt verteidigt.

Den Rest des Spiels ist der allgemeinen Gefühlslage folgend fast schon als irrelevant zu bezeichnen. Spannend noch, dass Carsten Kammlott für Stefan Kutschke als Stürmer ran durfte und wohl nicht übermäßig überzeugen konnte. Ich würde aus meinen eigenen Seherfahrungen behaupten, dass Carsten Kammlott als zweiter Stürmer nicht ganz so effektiv ist, wie als Rechtsaußen.

Noch spannender, dass Timo Röttger erstmals in dieser Saison zu Beginn des Spiels auf der Bank Platz nehmen musste. Könnte physische Gründe haben (Krankheit, ausgepowert). Könnte aber auch Leistungs-Gründe haben. Zumal Peter Pacult Röttger schon im letzten Spiel ziemlich früh vom Platz holte. Ich habe Röttger gegen Halberstadt nicht so schwach (und Heidinger nicht so stark) gesehen, auch wenn er sicherlich nicht ganz so effektiv agierte wie sonst. Dass man Röttger deswegen hätte gegen Heidinger eintauschen müssen, hätte ich nicht gedacht, aber ich bin ja auch (glücklicherweise) kein Trainer. Mal gucken, wie es auf den Außenbahnen in den nächsten zwei Spielen bis Weihnachten weitergeht und ob es vielleicht sogar einmal Thiago Rockenbach mit einem Bankplatz treffen könnte.

Fazit: Ein wenig berauschender, routiniert erkämpfter und verdienter Auswärtssieg. Quasi als Spiegelbild der bisherigen Auswärtssaison. Womit auch die RB-Negativbilanz gegen Wolfsburg II (zwei Spiele, zwei torlose Niederlagen) ad acta gelegt wurde. Noch wichtiger, dass man in der Tabelle Platz 1 gesichert und sich eine gute Ausgangsposition für den Knüller gegen Halle am Samstag Mittag gesichert hat. Halle darf nicht verlieren, RB Leipzig kann nur gewinnen. Es ist wieder mal Crunch Time in der Regionalliga Nord. Dürfte eine Woche voller Vorfreude werden.

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Tore: 0:1 Heidinger (62.), 0:2 Frahn (90.)

Aufstellung: Borel – Müller, Ernst, Franke, Kocin – Heidinger, Rost (79. Hoffmann), Schulz, Rockenbach (60. Röttger) – Kammlott (90. Kutschke), Frahn

Zuschauer: 253

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], VfL-Bericht

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Regionalliga: VfL Wolfsburg II vs. RB Leipzig 0:2“

  1. gutes Fazit – guter Beitrag, wie immer… Habe letzte Woche sogar aus den USA mal reingeschaut… 🙂 Konnte dort direkten Vergleich zwischen der Stimmung bei einem NHL Game und unserer Arena ziehen – da ist „bei uns noch Luft nach oben“ (3,- € ins Phrasenschwein) – wenn auch die Grundgedanken sicherlich sehr unterschiedlich sind…

    Jetzt noch einen Sieg gegen Halle und wir habem den Punktestand vom CFC aus 2010/11 – und wie das endete wissen wir ja… 🙁 – trotzdem drauf doppelfreu.. 🙂 🙂

  2. Im vergangenen Jahr hätte RBL solche Spiele verloren, weil eine der minimalen Chancen für den Gegner reingegangen wäre und die Mannschaft das dann schon von der Moral her hätte nicht mehr drehen können – das sollte Herr Köstner auch beachten.
    Nur das Mittelfeld abdichten reicht eben gegen RBL nicht mehr, auch wenn die mal nicht ihren besten Tag haben. Das ist wohl die wichtigste Botschaft dieses Spiels, das in Anbetracht des “ tollen “ Zuschauerinteresses besser gar nicht hätte stattfinden brauchen.
    Bloß schnell raus aus dieser bescheuerten Liga mit diesen Gegnern, die keiner vorher einschätzen kann bzw. deren Aufstellung nur zu erahnen ist, heute so und morgen so, wie es der Ersten gerade passt.
    Beim Volleyball verlieren Spieler der ersten Mannschaft nach Einsätzen in dieser dann schon mal die Spielberechtigung für die 2. Mannschaft…

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