Archiv der Kategorie: Fußballwelt

Das Turnier als Flachetappe

Ach, liebe Fußball-Weltmeisterschaft: Irgendwie fühlen Sie sich an, wie eine Live-Übertragung einer Tour de France-Flachetappe. Viel Geplänkel, ein paar Ausreißversuche und zum Schluss freut man sich darüber, dass jemand gewonnen hat bzw. eigentlich viel mehr darüber, dass es vorbei ist. Das Turnier als Flachetappe weiterlesen

Die Ruhe nach den Vuvuzelas

Noch nerviger als die Vuvuzelas selbst sind ja ehrlich gesagt die Diskussionen, die in diesen WM-Tagen darüber geführt werden (was ich sicher anders sehen würde, wenn ich im Stadion neben einem Vuvuzela-Tröter sitzen müsste). Ein bisschen hat man das Gefühl, dass sich jeder bemüßigt fühlt, eine Meinung dazu herausposaunen zu müssen. Dementsprechend ist das Vuvuzela-Tröten entweder das nervigste Geräusch, das je aus einem Fußballstadion gedrungen ist oder zu verteidigendes, südafrikanisches Kulturgut. Doch fernab dessen fiel vorgestern eins auf: Als Uruguay gegen die Südafrikaner das 2:0 erzielte, war eine Minute lang komplette Vuvuzela-Ruhe in Stadion und Fernsehapparat. Man hörte die Fans und Spieler Uruguays jubeln und sonst nichts. Schräg, wie schnell man vergessen kann, wie sich Fußballspiele ohne Vuvuzela anhören.

WM-‚Prognose‘

Die WM geht los und damit stellt sich auch wieder die Fragen aller Fragen: Wer wird eigentlich Weltmeister? Ganz klar: England, die sind dieses mal dran. Oder vielleicht doch Holland? Könnte ich mich auch mit anfreunden. Oder Spanien? Ach nee, lieber nicht. Argentinien, Brasilien? Vielleicht. Deutschland? Ach naja. Italien, Frankreich? Vielleicht wieder mit der nächsten Spieler-Generation. Der gelebte Anti-Fußball aus Griechenland? Nur, wenn sie wieder mit Libero spielen oder eine unorthodoxe Sechser-Kette als Abwehrriegel aufbauen. Ok, dann andersherum, wer hat eigentlich gar keine Chance auf eine positive Überraschung? Honduras, Nord- und Südkorea, Neuseeland, Algerien und Südafrika. Naja, dann wissen wir ja jetzt mehr..

Und übrigens: Der NZZ-WM-Team-o-mat [broken Link] ist der Meinung, dass Frankreich am besten zu meinen fußballerischen Präferenzen passen würde. Ach herrje..

Champions League Finale 2010

Ach lieber FC Bayern München: Es hätte alles so schön werden können. Triple-Sieger und Fußball-Legende für immer. Nun mussten Sie aber doch einsehen, dass Sie als deutsches Top-Team schlechthin von der absoluten europäischen Spitze weiter entfernt sind als Sie das vor dem Finale gedacht hatten – Sichtweite, maximal. Das macht grundsätzlich gar nichts, führt aber hoffentlich zu der Erkenntnis, dass Sie nächstes Jahr ein paar Prozente drauflegen müssen, wenn Sie weiter und dauerhaft an die europäische Spitze heranrücken wollen.

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Finale der Gemeinsamkeiten

Mourinho hält sich für den Größten. Er könnte Recht haben. (sportschau.de [broken Link])

Besser könnte man es nicht auf den Punkt bringen. Und damit auf in den Champions-League-Finaltag, der uns zu einem Finale führt, das wie ein Ausflug in die Vergangenheit wirkt. Ein deutsches und ein italienisches und kein englisches und spanisches Team, damit hätte man vor der Saison beim Wettanbieter des Vertrauens sicher viel Geld gewinnen können. Zudem gab es wohl selten so viele Gemeinsamkeiten zwischen zwei Finalisten, wie in diesem Jahr.

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Michael Ballack

Vielleicht sollte man so ein weitreichend und ergiebigst besprochenes und betrauertes Thema, wie das der Verletzung Michael Ballacks nicht weiter besprechen, weil man dem Gesagten nichts Substanzielles hinzufügen könnte. Aber ein bisschen ist das in diesem Fall wie bei einem Nachruf, es geht nicht nur um den Betrauerten, sondern auch um die Trauernden und darum, dass auch das, was schon tausend Mal gesagt wurde, noch mal gesagt werden muss, weil man sein eigenes Herz erleichtern will. Und um es einfacher zu machen: Wer das nun wirklich nicht noch mal lesen will, klicke einfach nicht auf den Weiterlesen-Button.

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Leipzigs Nähe zur Champions League

„Ich wollte ihn vor zehn Jahren nach Leipzig holen. Olic war da bei den Hertha Amateuren. Den Kontakt gab es, er hat sich leider anders entschieden.“ (Edi Stöhr [1999/ 2000 Trainer bei Sachsen Leipzig, derzeit Trainer bei Austria Lustenau in Österreich] bei altach.vol.at über Ivica Olic)

Näher waren sich Leipzig und die Champions League (bzw. der Europapokal der Landesmeister) in den letzten 20 Jahren wohl nie (so über drei Ecken meine ich). Und beim kommenden Champions League Finale bietet mir der heimliche König der Champions League ungeahntes Identifikationspotenzial, so von Ex-Grün-Weißem-Leipziger zu Fast-Grün-Weißem-Leipziger. Ivica Olic wechselte damals übrigens lieber zu einem Provinzclub in seiner kroatischen Heimat, weil er dann doch nicht dauerhaft in der deutschen Regionalliga spielen wollte. Verständlich, irgendwie.

Probleme, die andere gerne hätten

Möchte man auf legendäre Reporter-Sprüche zurückgreifen, hätte man am gestrigen Abend im Rückgriff auf DDR-Sport-Moderatoren-Legende Heinz-Florian Oertel den Fernsehzuschauer auffordern müssen, seine Kinder Ivica zu nennen. Doch erstens haben Sportereignisse (außer vielleicht WM-Endspiele) wohl kaum noch die gesellschaftliche Integrationskraft, dass solch ein Aufruf folgenreich wäre und zweitens möchte man wohl kaum, dass das eigene Kind Waldemar (wie von Heinz-Florian Oertel gefordert) oder Ivica (wie von niemandem gefordert) heißt.

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Ferguson fliegt raus und teilt aus

„Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen.“, behauptete Alex Ferguson (sportschau.de [broken Link]) nachdem sein Team Manchester United gegen die Bayern das Champions-League-Zeitliche segnete. Mal abgesehen davon, dass dieses Gewinke von Spielern nach Karten absolut peinlich, unsportlich und vielleicht sogar eine typisch Deutsche Sitte ist, bleibt doch der Fakt, dass Schiedsrichter meistens eher angenervt sind, wenn Spieler bestimmte Entscheidungen von ihnen verlangen und dann erst recht gegenteilig entscheiden und sowieso die gelb-rote Karte völlig berechtigt war (da hat der 19-jährige Rafael im falschesten aller Spiele Lehrgeld bezahlen müssen). Der Unmut Fergusons bleibt aber nachvollziehbar (auch wenn ihn der Falsche abkriegte), weil ManU gegen diese Bayern niemals ausscheiden durfte. Doch 3 folgenschwere, individuelle Fehler, nämlich das Pennen beim 2:1-Siegtreffer der Bayern in München, das wiederholte Pennen beim 1:3-Anschluss der Bayern in Manchester und der erwähnte Platzverweis haben dem besseren Team das Ausscheiden beschert. Dazu noch die schwer nachvollziehbare Wechseltaktik Fergusons bei Hin- und Rückspiel und fertig war die Überraschung. Ich finds gut, aber ich mag die Bayern auch..