Derbyzwischenbilanz, verspätet

Nach 5 von 6 gespielten Leipziger Stadtderbys (ausgenommen den Landespokal) sieht die innerstädtische Tabelle so aus:

1. RasenBallsport Leipzig: 3 Spiele, 9 Punkte, 6:0 Tore
2. FC Sachsen Leipzig: 3 Spiele, 2 Punkte, 0:2 Tore
3. Lokomotive Leipzig: 4 Spiele, 2 Punkte, 0:4 Tore

Dass Lok bei 4 Derbyauftritten im Zentralstadion kein einziges Tor geschossen hat, ist bemerkenswert. Dass ihre zwei Punkte zudem sehr glücklicher Natur sind, ist sogar noch bemerkenswerter. Zuschauertechnisch hatte Lok dagegen die Nase relativ weit vorn. Dummerweise profitierten davon (finanziell) vor allem die anderen Vereine, da Lok erst in der Rückrunde die Derbyheimspiele hatte und diese wesentlich schlechter besucht waren als die Spiele der Hinserie. Sportlich überraschend, dass der FC Sachsen in beiden ‚Traditions’derbys gegen Lok das bessere Team war. Sportlich wenig überraschend, dass RasenBallsport in den Derbys bisher eine weiße Weste behielt. Trotz der sportlichen Zweiklassengesellschaft ist es fast ein bisschen schade, dass die Derbys in der nächsten Saison wieder auf 2 zusammenschrumpfen, wenn nur noch Lok und der FC Sachsen die selbe Liga teilen. Vielleicht gibt es ja im Landespokal noch einen Nachschlag…

Jungbullen?

„Die Jungbullen von RB Leipzig II waren an diesem Mittwoch eine Nummer zu groß für Loks U23.“ (Lok-Homepage [broken Link]) Respekt, nicht nur für den 5:2-Sieg der zweiten RasenBallsportmannschaft, die ja – so hört man – nächste Saison wieder zur ersten Markranstädter Mannschaft werden soll, sondern auch für die offizielle Lok-Homepage, die es sich in überraschend realistischer Sicht nicht nehmen lässt, den bei den Red-Bull-Teams üblichen Titel ‚Jungbullen‘ zu verwenden. Wobei, im speziellen Kontext könnte man das ganze auch ironisch wenden: das Durchschnittsalter der Startelf betrug schließlich beachtliche, handgeschätzte 27,5 Jahre, zu dem die Herren Kujat und Räbsch nicht unerheblich beitrugen. Insgesamt ist es sehr gut vorstellbar, dass man in diesem Spiel den Kern des nächstjährigen SSV Markranstädt gesehen hat, da zu vermuten ist, dass die Anschlusskader der ersten RasenBallsportmannschaft wie Mittenzwei, Schaaf und Juraschek im nächsten Jahr eher dort als in der Schüssel auflaufen werden.

Alles für den Nachwuchs

Im Nachwuchs müssen die Besten arbeiten, alle Jugendklassen müssen in den höchsten Ligen spielen, damit verhindern wir die Abwanderung von Talenten. (Hansi Kreische, Chefscout bei RasenBallsport Leipzig in der LVZ vom 13.04.2010, siehe auch online [broken Link])

Da hat der neue Chefscout absolut recht. Der Nachwuchsbereich ist eine der wichtigsten Baustellen bei RasenBallsport.

Red Bull Cola

Nach dem ersten gelungenen Versuch, Red Bull mit Sekt zu veredeln, bin ich mit dem folgenden Geschmackstest gewissermaßen auf Abwege geraten. Ohne weitere Zutaten habe ich mich an das neueste Mitglied der Red-Bull-Familie, die Red Bull Cola gewagt. Ja genau, jene Cola, die es mit ihrem minimalsten Kokaingehalt auf die Verbostliste diverser Bundesländer geschafft hat, was einen unschätzbaren Werbeeffekt zur Folge hatte. Nun bin ich wohl auch hier wieder auf geschickte Werbestrategien hereingefallen oder nein, vielleicht doch nicht, da ich diese Dose geschenkt bekommen habe (ich habe ein bisschen Angst, dass aus meinem RasenBallsport-Support in den nächsten Jahren Unmengen an Geschenken aus dem Red-Bull-Devotionalien-Angebot resultieren).

Red Bull Cola weiterlesen

RasenBallsport Leipzig vs. SV SCHOTT Jena 4:0

Nach dem Duell Erster gegen Letzter und einem standesgemäßen Sieg vergrößern die RasenBallsportler ihren Vorsprung auf Platz 2 dank der Schützenhilfe durch Lok, die ihren Bautzenfluch besiegen, auf 17 Punkte. Macht bei 8 noch ausstehenden Spielen noch 3 Siege, die für Meisterschaft und Aufstieg benötigt werden. Ich sag mal so: das erscheint machbar.

RBL-Liveticker [broken Link], RBL-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], Schott-Jena-Bericht [broken Link]

Transfergerüchte: Garbuschewski

Ronny Garbuschewski (Quelle: Freie Presse vom 06.04.2010 [broken Link]): Ok, das Gerücht ist kein richtiges Gerücht, sondern besteht praktisch nur daraus, dass Spieler und Verein im selben Artikel genannt werden. Andererseits ist der Flanken- und Standardgott Ronny „the Porsche“ Garbuschewski wohl für viele Vereine interessant, zumal sein Vertrag im Sommer ausläuft. Bei RasenBallsport Leipzig besteht außerdem auf der rechten Seite, der Seite Garbuschewskis Handlungsbedarf. Egal ob Hertzsch oder Albert zusammen mit Höfler oder Juraschek oder Lerchl die rechte Seite beackert, das empfiehlt sich alles noch nicht recht für höheres. Für Garbuschewski spricht sein jugendliches Alter, seine hervorragenden technisch-kreativ-offensiven Fähigkeiten, seine direkte Torgefahr und seine Leipziger Herkunft. Gegen ihn sprechen sein meist dürftiger Defensivgeist und der Schlendrian, der immer dann einsetzt, wenn es nicht läuft oder er kämpfen müsste. Zudem steht RasenBallsport wohl bereits intensiv mit Maximilian Watzka im Kontakt, der praktisch die selbe Position beansprucht wie Garbuschewski. Will man Spektakel, sollte man „the Porsche“ ein Angebot machen; sucht man Solidität und Stabilität, dann sollte man Watzka verpflichten. Ich tendiere auch zu Zweiterem.

Ferguson fliegt raus und teilt aus

„Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen.“, behauptete Alex Ferguson (sportschau.de [broken Link]) nachdem sein Team Manchester United gegen die Bayern das Champions-League-Zeitliche segnete. Mal abgesehen davon, dass dieses Gewinke von Spielern nach Karten absolut peinlich, unsportlich und vielleicht sogar eine typisch Deutsche Sitte ist, bleibt doch der Fakt, dass Schiedsrichter meistens eher angenervt sind, wenn Spieler bestimmte Entscheidungen von ihnen verlangen und dann erst recht gegenteilig entscheiden und sowieso die gelb-rote Karte völlig berechtigt war (da hat der 19-jährige Rafael im falschesten aller Spiele Lehrgeld bezahlen müssen). Der Unmut Fergusons bleibt aber nachvollziehbar (auch wenn ihn der Falsche abkriegte), weil ManU gegen diese Bayern niemals ausscheiden durfte. Doch 3 folgenschwere, individuelle Fehler, nämlich das Pennen beim 2:1-Siegtreffer der Bayern in München, das wiederholte Pennen beim 1:3-Anschluss der Bayern in Manchester und der erwähnte Platzverweis haben dem besseren Team das Ausscheiden beschert. Dazu noch die schwer nachvollziehbare Wechseltaktik Fergusons bei Hin- und Rückspiel und fertig war die Überraschung. Ich finds gut, aber ich mag die Bayern auch..

Grenzdebile Figuren

Das hier wird glaube ich meine neue Lieblingsrubrik: Beschimpfungen bzw. Brachialrethorik geschliffenerer oder ungeschliffenerer Art. Es geht natürlich nicht allgemein um Beschimpfungen, sondern mit Vorliebe um solche, die Anhängern von RasenBallsport Leipzig entgegengebracht werden. Falls dem geneigten Leser/ der geneigten Leserin weitere (möglichst knackige) Beschimpfungen über den Weg laufen, möge er/ sie mir diese mitteilen und ich überlege mir, ob ich die Beschimpfung in mein persönliches best of aufnehme.

Beginnen wir mit etwas locker-leichtem aus einem Kommentar in diesem Blog: grenzdebile Figuren. Bei Grenzdebilität geht es offenbar – glaubt man dem Duden – um nicht zureichende Intelligenz; das Synonymwörterbuch bringt es pointierter mit ‚hirnlos, verblödet, saudumm‘ auf den beschimpfenden Punkt. Eine Figur bezeichnet gemeinhin vor allem etwas Äußeres, also irgendeine Gestalt. Weniger ist eine Figur also ein menschliches Wesen mit Willen und Zielen als vielmehr irgendein Ding, das wie eine Figur beim Schach quasi willenlos geführt wird. Der RB-Fan als völlig willenloser Doofi, das ist also die Message der Beschimpfung. Ach, ich weiß immer nicht so recht, warum man willenlos und hirnlos sein soll, wenn man sich ganz bewusst und begründbar für den Besuch von Spielen eines bestimmten Fußballvereins entscheidet.

Fazit: grenzdebile Figuren ist die linguistisch höherwertige Variante von blödes Schwein; klingt nicht nur besser, sondern hinterlässt auch ein leichtes Gefühl (wenn auch nur kurz) von beschimpft worden sein beim Rezipienten. Prädikat: obere Mittelklasse.

Bewerbungsschreiben Heiko Weber

In welcher Liga wollen Sie anfangen?
Ich bin niemand, der gleich in der ersten Liga einsteigen möchte. Sogar Klaus Augenthaler oder Wolfgang Wolf arbeiten inzwischen in der dritten Liga. Es muss aber ein Verein sein, der ein Ziel hat und sich in den nächsten zwei bis drei Jahren entwickeln will.
Klingt nach Rasenballsport Leipzig?
Reizen würde mich die Aufgabe schon. Das wäre eine Überlegung wert, falls sie sich melden.
(Heiko Weber in der Ostthüringer Zeitung vom 03.04.2010)

Also, entweder Heiko Weber hat schon fortgeschrittene Kontakte zu RB Leipzig und redet deswegen immer wieder freimütig über sein Interesse oder er möchte eindringlich mit Zäunen winken, weil er weiß, dass Tino Vogel mit seiner derzeitigen Trainerlizenz nur noch in der Regionalliga für RasenBallsport arbeiten kann. Zweiteres könnte seine Chancen bei den RB-Verantwortlichen allerdings nachhaltig schmälern. Personalien werden bei Red Bull (richtigerweise) nicht so gern öffentlich verhandelt.

Die Sache mit der Fankultur

Wenn man Banner, die im Fanblock gezeigt werden als Maßstab nimmt, dann sind Lokfans der Meinung, dass „jeder, der bei RB steht, den ehrlichen Fußball verrät“ (zitiert nach Gedächtnis), in diesem Blog wurden die Zuschauer von RasenBallsport in einem Kommentar als „völlig grenzdebile Figuren“ (by Waldschrat) beschimpft und einem Kommentar zu einem Chemiebloggerblogeintrag kann man entnehmen, dass nur Fans, die zum bierduschenden, schiedsrichterbepöbelnden Auswärtsmob gehören „unter den Lebenden“ (by Alex) weilen. 3 prototypische Äußerungen über das Fandasein, wie es sie im Netz zuhauf gibt (und die gelegentlich in Verschwörungstheorien gipfeln, RB-Fans seien gekauft – ehrlich, ich hätte nichts dagegen).

Die Sache mit der Fankultur weiterlesen

rotebrauseblogger unterstützen