Schlagwort-Archive: VfB Stuttgart

Jugendliche Leichtigkeit

Nachwuchsarbeit. Hier im Blog immer mal an verschiedenen Stellen ein Thema. Und immer auch eins, was sich Vereinsverantwortliche gern stolz an die Brust heften, weil sportliche Elitenförderung bei Minderjährigen offenbar immer noch als ein Bereich mit besonderer, positiver gesellschaftlicher Relevanz gilt. Warum auch immer.

Manchmal führt das auch zu leichten Stilblüten. So wie letztens, als sich Ralf Rangnick über die Nachwuchsarbeit in England ausließ. Da bestaunte er die aktuellen Erfolge der englischen Nachwuchsnationalmannschaften, um gleichzeitig die Politik der englischen Klubs zu kritisieren. „Aber keiner dieser jungen Spieler hat eine echte Chance, für die erste Mannschaft zu spielen. Wenn Spieler mit 16 Jahren Verträge in diesen Akademien abschließen, sollten sie sich im Klaren darüber sein, dass sie wahrscheinlich nie das Trikot der ersten Mannschaft tragen werden.“ Was ein bisschen lustig ist, wenn das der Sportdirektor eines Klubs sagt, der noch nie ein Talent an die Männermannschaft herangeführt und gerade erst mit der Auflösung der U23 diverse Nachwuchsjahrgänge bis auf die verliehenen Agyemang Diawusie und Felix Beiersdorf (beides 1998er-Jahrgänge) komplett entsorgt hat.

Davon abgesehen, ob die Rangnick-Behauptung in dem Text stimmt, dass über 80% der Spieler des letztjährigen Champions-League-Viertelfinales schon mit 17 im Männerbereich gespielt haben (ein kurzer Test mit ein paar Spielern aus Madrid und Leicester ergab eine deutlich geringere Quote, das mag aber Zufall sein), bleibt doch wohl der von Rangnick benannte Fakt, „dass Spieler schon früh beginnen müssen, aufs Erwachsenen-Level zu kommen“, so wie man das beim Youth-League-Sieger Red Bull Salzburg gesehen habe, wo die Akteure regelmäßig in der zweiten österreichischen Liga beim FC Liefering spielen. Was auch wieder witzig ist, hat man doch bei RB Leipzig genau jene Mannschaft (die U23) abgeschafft, die Spielern in der Breite früh die Chance auf Erfahrungen im Männerbereich hätte geben können.

Jugendliche Leichtigkeit weiterlesen

Flattr this!

Bundesliga: RB Leipzig vs. VfB Stuttgart 1:0

Neunter Spieltag in der Bundesliga. Ein Viertel der Saison ist rum. RB Leipzig empfing mit dem VfB Stuttgart einen der beiden Aufsteiger. Nach 90 Minuten hatte man einen durchaus verdienten 1:0-Sieg in einem überschaubar unterhaltsamen Fußballspiel errungen.

RB Leipzig hatte die Formation auf fünf Positionen verändert. Dayot Upamecano, Marcel Halstenberg, Kevin Kampl, Bruma und Jean-Kevin Augustin blieben nach dem 3:2 gegen Porto auf der Bank bzw. standen gar nicht im Kader. Bernardo, Diego Demme, Yussuf Poulsen, Ibrahima Konaté und Timo Werner liefen dafür auf.

Marcel Sabitzer ersetzte kurfristig noch Bruma, weil der sich nach dem Aufwärmen mit Oberschenkelproblemen abgemeldet hatte. Weswegen dann auch nur sechs statt sieben Spieler auf er Ersatzbank saßen. Die Rotationsmaschine läuft also weiter. Einen Innenverteidiger hatte die Ersatzbank dabei erstaunlicherweise nicht mehr zu bieten.

Bundesliga: RB Leipzig vs. VfB Stuttgart 1:0 weiterlesen

Flattr this!

Reifeprüfung

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den VfB Stuttgart (21.10.2017, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl.]

Neunter Spieltag in der Bundesliga bereits. Ein Viertel der Saison ist nach dem Spieltag schon wieder gespielt. Auf RB Leipzig wartet mit dem Spiel gegen den VfB Stuttgart eine Premiere. Denn gegen den VfB hat RB noch nie gespielt.

Zumindest nicht gegen die Profis, denn zwei Partien gegen die U23 stehen aus Drittligazeiten noch in der Bilanz. Eine davon hat durchaus Erinnerungswert, schoss doch damals Daniel Frahn nach Zornigers Anstoßvariation und nicht mal neun Sekunden im Heimspiel das schnellste Drittligator aller Zeiten.

Reifeprüfung weiterlesen

Flattr this!

Vom Durchschnittsklub zum Hype in einer Saison

Die Saison 1995/1996 brachte insgesamt viel, viel Eindrücke, die weit über den Cottbuser Tellerrand hinausgingen und einen neuen Zugang zum vereinigten Deutschland. Es war nicht immer ein gutes Jahr in München, dazu blieb Stadt und Leben dort in vielerlei Hinsicht zu verschlossen, aber es war ein Jahr mit viel Input und viel Hineinschauen in ein Leben, das es in einer schrumpfenden, vor allem im kulturellen Alltag noch meist depressiven, ostdeutschen Kleinstadt so gar nicht gab.
In Bezug auf den Fußball war es ein seltsames Jahr. Nach mehr als zehn Jahren war 1995/1996 die erste Saison, in der Energie Cottbus nicht zweiwöchentlich das Ziel des Pilgerns wurde. Die Saison, mit der die großen Taten der kommenden Jahre vorbereitet wurden, ging ziemlich an mir (aber wie gewohnt auch an den großen Teilen des restlichen Cottbus) vorbei, ohne dass ich mich vom Club emotional bereits entfernt hätte. (Neue Wege nach der Saison 19995/1996)

München war Mitte der Neunziger ein Zwischenschritt gewesen. Die Spielzeit 1996/1997 (wenn man Lebensabschnitte mal in Fußballspielzeiten denkt) war dann vielleicht die erste, die wirklich heraus aus einer Nachwende-Verwaltungshaltung führte, hin zu einem Leben, in dem man langsam ankommt in der neuen Welt und anfängt eigene Ideen zu leben und Möglichkeiten zu entwickeln und zu verwirklichen.

Gewissermaßen ist die Generation, die rund um die Wende begann, erwachsen zu werden, also noch vom Sozialismus erzogen und sozialisiert und dann pünktlich zum Start ins Erwachsensein in den Kapitalismus geschleudert wurde, eine Generation, deren Lebensläufe auch ein Stück weit brüchig wurden. Einmal war ich bei einem Klassentreffen der Klasse, mit der ich 1990 die zehnte Klasse absolviert hatte und aus der Schule ausgeschieden war. Geradlinige Lebensläufe waren kaum zu finden. Jeder ging seine Wege und suchte nach seinem Platz. Und fand ihn auf die eine odere andere Art und Weise bunt verstreut quer durch die Republik.

Vom Durchschnittsklub zum Hype in einer Saison weiterlesen

Flattr this!

Bilanzen vom Rande des Spielfelds aus der Bundesliga 2016/2017

Wagen wir uns auch noch mal an einen Überblick über die Zuschauerzahlen der letzten Saison. Meist als eine Art Schwanzvergleich benutzt, soll es hier eher um einen nüchternen Blick auf den Stand der Dinge, auf Interesse und Desinteresse gehen.

Bei RB Leipzig waren zum siebten Mal in Folge steigende Zuschauerzahlen zu beobachten. Das konnte nicht wirklich überraschen nach dem Bundesligaaufstieg. Es könnte allerdings vor dem Ausbau des Stadions auch das letzte Mal gewesen sein, dass man einen Anstieg im Zuschauerinteresse verzeichnen kann.

Wobei die Entwicklung in der kommenden Saison interessant bleibt. Der sportliche Erfolg diese Saison war überwältigend und dürfte in der Form nicht zu wiederholen sein. Entsprechend stellt sich die Frage, ob sich der Zuschauerschnitt trotzdem auf hohem Niveau konsolidiert, wie er das bisher stets bei Verbleib in einer Liga getan hatte, oder ob man da Verluste hinnehmen muss. Diesbezüglich auch nicht uninteressant, ob manch ein Besucher nicht auch mal ein Bundesliga-Heimspiel auslässt, wenn es unter der Woche ein Champions-League-Heimspiel gibt. Bilanzen vom Rande des Spielfelds aus der Bundesliga 2016/2017 weiterlesen

Flattr this!

RB Leipzig in der Bundesliga 2017/2018

Seit vorgestern und dem Sieg des VfL Wolfsburg in der Relegation gegen Braunschweig. steht die Besetzung der neuen Bundesliga-Saison fest. Für RB Leipzig gibt es dabei zwei neue Teams, mit denen man sich messen kann. Bisher trat man in Pflichtspielen nur gegen die zweiten Mannschaften von Hannover 96 und dem VfB Stuttgart an. Nun also die Premieren gegen deren Profimannschaften.

Für die Bundesliga sind die beiden Neulinge alte Bekannte. Weswegen diesmal kein Bundesliganeuling wie in den Vorjahren mit Paderborn, Ingolstadt oder Leipzig ins Haus geschneit kommt. Hannover war bis 2016 14 Spielzeiten lang Teil des Oberhauses. Für Stuttgart war die vergangene Saison sogar der erste Zweitligaausflug seit den 70ern.

Mit dem Aufstieg der beiden Teams wird auch noch mal deutlich, dass die Schere zwischen erster und zweiter Liga deutlicher auseinandergeht. Dass sie nach einem Jahr bei allen hausgemachten Problemen recht souverän wieder aufgestiegen sind und sich Wolfsburg trotz schwacher Leistung gegen Braunschweig durchsetzen konnte, zeigt den Vorsprung der alteingesessenen Bundesligisten gegenüber Zweitligaherausforderern. Ein Abstand, der durch die neue Fernsehgeldverteilung, die Erstligaabsteiger und Teams mit längerer Historie im Profifußball bevorteilt, noch größer werden dürfte.

RB Leipzig in der Bundesliga 2017/2018 weiterlesen

Flattr this!

Historischer Tabellenzweiter auf dem Weg nach Europa

Famos sind die 39 Punkte, die RB Leipzig in den 17 Spielen der Hinrunde sammelte. Das erkennt man auch daran, dass seit Einführung der Dreipunktregel 1995 alle Teams, die 39 Punkte oder mehr hatten, auch Tabellenführer waren. RB Leipzig ist entsprechend der allererste Club, der mit 39 Punkten nach 17 Spielen nur Platz 2 belegt. Es gab also noch nie gleichzeitig zwei Teams mit einer solchen Punktausbeute nach der Hinrunde.

Zwölfmal kam es bis zur letzten Saison in 21 Spielzeiten vor, dass eine Mannschaft mindestens 39 Punkte hatte. Elfmal wurde das entsprechende Team Meister. Nur Leverkusen kam 2001/2002 noch als Zweiter hinter Dortmund ein, hatte nach der Hinrunde aber auch nur einen Punkt Vorsprung vor dem BVB. Sprich, in dieser Saison wird erst das zweite Mal in dann 22 Spielzeiten der Fall eintreten, dass ein Team, das nach der Hinrunde mindestens 39 Punkte hatte, nicht deutscher Meister wird. Nur um mal die historische Dimension zu verdeutlichen, die die Saison von RB Leipzig bisher hat.

Nach dieser überragenden Hinrunde wird natürlich häufig auf die TSG Hoffenheim verwiesen. Der Vorzeigeeinbruch eines Überraschungsteams. Und dann damals noch traininert von Ralf Rangnick. Das ergibt in jedem Fall eine gute Geschichte.

Historischer Tabellenzweiter auf dem Weg nach Europa weiterlesen

Flattr this!

Verdränger und Verdrängte

Die Spitze in der Bundesliga bestand in den letzten Jahren weitgehend aus den gleichen Teams, wie hier gestern an dieser Stelle im Blog gezeigt wurde. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind die Teams, die konstant über die Jahre vornehmlich die Plätze 1 bis 3 untereinander ausmachen.

Wenn man mal auf die Zusammensetzung der Bundesliga insgesamt seit 1992, also seit die Fußballvereinigung von Ost und West erstmal in einer 18er-Staffel ausgetragen wurde (1991/1992 wurde übergangsweise noch mit 20 Teams gespielt, was wegen schwieriger Vergleichbarkeit hier nicht mit betrachtet wurde), anschaut, dann gibt es natürlich auch hier Teams, die durchgängig und konstant dazugehörten. Andere hingegen verschwanden oder kamen hinzu.

Über die 24 Spielzeiten hinweg waren lediglich sieben Teams ständig dabei. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke waren schon genannt als konstanteste Teams und sind auch hier dabei. Dazu kommen Bremen und Hamburg, die taumelnden Nordklubs, die sich in jüngerer Vergangenheit alle Mühe gaben, in die zweite Liga runterzugehen. Und dazu kommt auch noch der VfB Stuttgart, die diese Saison erstmals im Betrachtungszeitraum in der Bundesliga fehlen.

Verdränger und Verdrängte weiterlesen

Flattr this!

Überraschungen nach Art des modernen Fußballs

Endlich mal wieder Spannung in der Bundesliga. So hörte man es immer wieder mal in den letzten Wochen. Eine Situationsbeschreibung, die sich vermutlich auch wieder ändert, nachdem am letzten Wochenende von den ersten sieben Teams nur die Bayern gewonnen haben und sich die Dinge langsam wieder gerade rücken.

Nur noch RB Leipzig ist aktuell punktetechnisch auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister. Der Rest ist schon mindestens sechs Punkte zurück. Zwischen Platz 1 und Platz 4 liegen aktuell sieben Punkte. Wenn man mal nur die Zeit seit 1995 (seit Einführung der Dreipunktregel) nimmt, dann gab es in 21 Spielzeiten gerade mal sechsmal den Fall, dass zwischen Platz 1 und 4 zehn Punkte oder mehr Differenz lagen. In zehn Spielzeiten war der Abstand geringer als sieben Punkte.

Die derzeit sieben Punkte Differenz liegen also eher im Schnitt der letzten 21 Spielzeiten, in denen der Abstand zwischen dem Topquartett bei 7,5 Punkten lag. Der Eindruck, was normal ist, hat sich lediglich in den letzten vier Spielzeiten extremer Bayern-Dominanz unter Heynckes und dann Guardiola etwas verändert, denn in diesen Jahren lagen zwischen Erstem und Vierten im Schnitt 13 Punkte.

Überraschungen nach Art des modernen Fußballs weiterlesen

Flattr this!

„Team Marktwert“

Das Thema TV-Gelder wurde schon in den letzten Monaten immer wieder mal diskutiert und wird in den kommenden Monaten immer wieder diskutiert werden. Der bevorstehende Abschluss eines neuen TV-Vertrags macht es möglich, dass sich verschiedenste Seiten hinsichtlich der Verteilung der Summen ins Zeug legen werden mit Vorschlägen.

Nach St. Paulis Vorschlag aus dem letzten Jahr, einfach Vereine, die nicht die 50+1-Regel erfüllen, künftig vom TV-Geld auszuschließen (ein Vorschlag mit merkwürdigem Timing, unabsehbaren Implikationen und falschen Freunden) sind nun Teile der Erstligisten am Drücker der Geldverteilungspistole.

Als „Team Marktwert“ konstituierte sich ein Bündnis aus Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, 1.FC Köln, HSV und VfB Stuttgart, wie man gestern lesen durfte. Die beste Selbstbezeichnung mindestens seit Erfindung von „Die Mannschaft“. Großartig, wenn Akteure die Witze, die über sie gemacht werden könnten, gleich selbst vorwegnehmen.

„Team Marktwert“ weiterlesen

Flattr this!

(Vorerst) geplatztes Fußballmärchen

Ach, lieber Alexander Zorniger, ich gebe es zu, dass ich Ihnen den Erfolg in Stuttgart gegönnt hätte. Weil die Geschichte wie gemalt schien. Von Red Bull aus der Regionalliga geholter und in der zweiten Liga gekickter Coach ist schließlich doch vor Leipzig in der Bundesliga und bringt einen schlingernden Erstligisten alias Traditionsverein aus der Heimat wieder auf Kurs. Es hätte ein wunderbares Fußballmärchen werden können.

Wurde es, ach lieber Alexander Zorniger aber nicht, wie wir nun alle wissen. Nicht in jedem Märchen werden am Ende offenbar die Bösen verbrannt, verbannt oder um die Ecke gebracht, sondern ist Geschäft halt Geschäft und der Sportdirektor sich im Fall der Fälle selbst der nächste. Bzw. wie man in Ihrem Fall munkelt derjenige, der sich eine Veränderung in der Spielweise der Mannschaft gewünscht hatte, aber diesen Wunsch von Ihnen nicht erfüllt bekommen konnte.

Ich werde mir, ach lieber Alexander Zorniger nicht anmaßen, Ihr Wirken in Stuttgart im Detail zu beurteilen. Ich habe ungefähr drei Halbzeiten der Spiele in Kiel und in Hoffenheim gesehen. Halbzeiten, die ok waren, aber das hat vermutlich nicht wirklich Aussagekraft. Mehr habe ich mir nicht angucken können, auch weil ich es nicht ertragen hätte können, zuzusehen, wie das Defensivverhalten Ihres Teams alles einreißt, was man sich offensiv erarbeitet hat. Das empfand ich als zu beklemmend.

(Vorerst) geplatztes Fußballmärchen weiterlesen

Flattr this!

24.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

Man könne sich nun wieder komplett auf die Liga konzentrieren. So hört man es gern nach Pokalniederlagen rund um die entsprechenden Vereine. Ein nachvollziehbarer Versuch, nach einer sportlichen Niederlage wieder schnell die Reihen zu schließen und weiterzumachen. Aber auch ein Versuch mit überschaubar geistreichem Hintergrund. Denn dass ein Zweitligist es bspw. nicht schaffen soll, sich wegen dreier Pokalspiele in sieben Monaten auch auf die 24 Ligaspiele drumherum zu konzentrieren, klingt durchaus etwas abwegig.

Wie auch immer, seit vorgestern haben auch die letzten der 18 Zweitligisten alle Augen und Synapsen frei für den Zweitligaendspurt, der noch 11 Spieltage vorsieht, bis auch die letzte Entscheidung getroffen sein wird (mal von den Teams, die dann in die Relegation müssen, abgesehen). Vier Zweitligateams waren im DFB-Pokal in die Runde der letzten 16 vorgedrungen, alle mussten dort dem Bundesligisten den Vortritt geben. Alle verloren mit 0:2.

Jubeln durfte mit Manuel Junglas wenigstens einer in ganz zentraler Position, der in der Hinrunde in Aalen noch Zweitligafußball spielte, dort keine Zukunft mehr hatte und nach Bielefeld wechselte. Wo er Werder Bremen gleich zwei Tore einschenkte und dafür sorgte, dass die zweite Liga wenigstens ein klein wenig sportlichen Anteil an einem unterklassigen Pokalerfolg nahm.

24.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015 weiterlesen

Flattr this!

Langweilige Murmeltiergeschichte mit besonderer Note

Quasi halbjährlich grüßt das Fußballmurmeltier in Form von Testspielabsagen. Bei RB Leipzig ein ganz besonderes Thema. Gehört ja schon fast zum guten Ton, mal ein Testspiel gegen den einzig wahren RasenBallsport abgesagt zu haben. Von Union Berlin und Hessen Kassel lernen, heißt siegen lernen. Die frei erinnerte Liste führt über Offenbach, Nürnberg, 1860, Aue und Schalke nun auch zum VfB Stuttgart.

Nicht immer lagen dabei die Beweggründe offen auf der Hand. Manch ein Spiel war nie offiziell angekündigt worden vor der angeblichen Absage. So auch das Spiel gegen den VfB Stuttgart, bei dem man aber nach allen verfügbaren Berichten davon ausgehen kann, dass es bereits relativ fest vereinbart war. Wenn man der heutigen BILD glauben darf sogar auf Initiative des VfB Stuttgart, die auf diesem Wege in der Vorbereitung u.a. auf den DFB-Pokal einen Test gegen einen Zweitligisten durchführen und gleichzeitig ihre ostdeutschen Anhänger beehren wollten.

Bei RB Leipzig einen Test anfragen, ihn schon ziemlich fest vereinbart haben und dann doch absagen, das ist in dem ganzen Testspielabsagen-Klimbim dann doch noch mal eine besonders absurde Note. Kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass man in den Entscheidungsgremien eines Bundesliga-Vereins in einem solch unprofessionellem Maße arbeitet. Wobei die geneigte Leserschaft auch einwenden könnte, dass dies vielleicht bei einem Verein wie dem aktuellen VfB wiederum ganz gut passt.

Langweilige Murmeltiergeschichte mit besonderer Note weiterlesen

Flattr this!

Zuschauerrekorde

Fast 40.000 Zuschauer wie am vergangenen Wochenende beim Spiel zwischen RB Leipzig und dem SV Darmstadt sind für die dritte Liga verdammt viele Menschen auf einem Haufen. Lediglich Fortuna Düsseldorf hatte in seinem Aufstiegsendspiel in der Saison 2008/2009 gegen Werder Bremen II am letzten Spieltag mit 50.000 mehr Zuseher. Für RB Leipzig war es wiederum deutlicher Vereinsrekord, weit vor den 34.000 Menschen, die 2011 das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal gegen Augsburg sehen wollten.

Zuschauerzahlen dienen ja in den fußballbezogenen Diskussionen meist dem Schw…vergleich. ‚Wir haben mehr als ihr und sind deswegen cooler und besser.‘ Und rund um RB Leipzig werden die Zuschauerzahlen meist zur Legitimation der eigenen Existenz herangezogen. ‚Wir haben viele Zuschauer, also müssen wir Recht haben.‘

Ganz so einfach kann man es sich zwar nicht machen, aber Fakt ist zumindest, dass die Zuschauerzahlen beim RasenBallsport sämtlichen Prognosen, die man bei Vereinsgründung so hören konnte, widersprechen. RB Leipzig werde frühestens in der zweiten Liga überhaupt relevante Zuschauerzahlen haben, hieß es damals. Weil das Fußballfell in und um Leipzig verteilt sei, so die Begründung. Eine grandiose, historische Fehleinschätzung, wie man im Nachhinein feststellen durfte.

Zuschauerrekorde weiterlesen

Flattr this!

Gegen den Trend

Mit dem SV Darmstadt stellte sich am Samstag jenes Team in Leipzig vor, das das besteingespielteste Team der Liga ist. Zumindest statistisch. Denn im Vergleich mit allen anderen Teams der Liga standen die elf meisteingesetzten Spieler der Lilien im Saisonverlauf deutlich am längsten auf dem Feld.

Während anderswo also das eine oder andere Experiment vonstatten ging, stand in Darmstadt fast für die gesamten 35 bisherigen Spieltage das gleiche Team auf dem Feld. 79 der 90 Minuten Spielzeit verbrachte das Stammteam im Schnitt pro Spiel zusammen. Das sind sieben Minuten mehr als beim zweitplatzierten Team in dieser Statistik, dem 1.FC Heidenheim.

Für beide Mannschaften gilt, dass man sich ihren Erfolg ein ganzes Stück aus klaren Kaderstrukturen und keinen größeren Verletzungen erklären kann. Was auch damit zusammenpasst, dass beide Teams im bisherigen Saisonverlauf jeweils nur 20 unterschiedliche Spieler in der Startelf stehen hatte.

Gegen den Trend weiterlesen

Flattr this!

Gigant der Liga

Ich hoffe, dass wir den Giganten der Liga ein bisschen ärgern können. (Darmstadts Coach Dirk Schuster am Wochenende gegenüber dem MDR zum Spiel gegen RB Leipzig.)

Kürzlich schon hatte ich an dieser Stelle die These vertreten, dass Darmstadt im Aufstiegskampf keinen Druck verspüren wird. Einer der Gründe ist in oben zitierter Aussage zu sehen. Denn egal, was die Tabelle sagt und egal, wie die sportlichen Kräfteverhältnise tatsächlich sind, in Darmstadt ist man so felsenfest davon überzeugt, im Kampf um Platz 2 der Underdog zu sein, dass es fast schon wieder weh tut.

Ist natürlich immer eine gute Frage, wie sich Favoritenrollen vergeben. Nach Jahresetat? Nach Ablösesummen? Wenn man es sportlich sieht, dann wohl kaum. Denn am 35.Spieltag einer Saison zählen die Investitionen (und auch die müsste man sich noch differenziert anschauen) zu Saisonbeginn und in der Winterpause gar nichts mehr. Dann spielen einfach nur Teams gegeneinander, bei denen die einzige Stellschraube die Arbeit auf dem Trainingsplatz ist.

Gigant der Liga weiterlesen

Flattr this!

Wartende Crunch Time

Fast schon elogisch werden die Leistungen von RB Leipzig in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit besprochen. Was durchaus berechtigt ist, wenn man betrachtet, dass man in den letzten fünf Wochen auf jeweils sehr souveräne Art und Weise seine Favoritenrolle auf den Rasen gebracht und jeweils verdient gewonnen hat. Und sogar noch zu Null. Als Lohn steht aktuell Tabellenplatz 2 und in der Tabelle seit der Winterpause Augenhöhe mit Heidenheim und Darmstadt.

Die Tabelle seit der Winterpause verrät neben der guten Platzierung aber auch, dass RB Leipzig in den bisherigen sieben Spielen Teams mit herausragender Form fast vollständig aus dem Weg gegangen ist. Von den Teams, gegen die RB Leipzig in 2014 schon spielte, ist die SV Elversberg aktuell das formstärkste (wenn man die gesammelten Punkte als Maßstab nimmt). Was vergleichsweise viel über die Qualität der Gegner aussagt. Man spielte bisher vor allem gegen Teams aus der Breite der Liga. Noch gar nicht von der Spitze und fast noch gar nicht aus dem Formtabellenkeller. Bis auf Halle, die man schon vor Weihnachten zum Rückrundenspiel begrüßen durfte, muss RB Leipzig noch gegen alle vier anderen Teams, die dem Rest der Liga gerade ein wenig entfleucht sind, antreten. Wartende Crunch Time weiterlesen

Flattr this!

3.Liga: VfB Stuttgart II vs. RB Leipzig 0:2

Favoritenrollen sind ja so eine Sache. Sie belasten oft, machen die Beine schwer und den Gegner stark. Nicht so bei RB Leipzig, die zum fünften Mal in Folge in der dritten Liga ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und auch bei der U23 des VfB Stuttgart mit dem Auswärtsstandardergebnis von 2:0 gewannen. Fünf Ligaspiele, fünf Siege, 9:0 Tore, viel besser geht es eigentlich nicht.

Beeindruckend daran vor allem mit welcher Ruhe und Abgeklärtheit man inzwischen in die Spiele geht und sie von Beginn an dominiert. Auch beim gewiss talentierten Nachwuchs des VfB Stuttgart II, der mit Rathgeb, Yalcin und Funk ein Mittelfeld aufbot, das auch höheren Ansprüchen genügen würde, machte man von Beginn an deutlich, dass man nicht gewillt ist, Punkte abzugeben.

Was man einerseits mit einem sicheren Spiel gegen den Ball und andererseits immer wieder mit Nadelstichen gen VfB-Keeper Müller belegte. Poulsen und Frahn hatten die Führung schon früh auf dem Fuß. Kaiser versuchte sich auch im Torschuss, ehe Daniel Frahn nach einer knappen halben Stunde die völlig verdiente Führung erzielte.

3.Liga: VfB Stuttgart II vs. RB Leipzig 0:2 weiterlesen

Flattr this!

Vermeintlich klare Sache

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim VfB Stuttgart II (07.03.2014, 19.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Benjamin Bellot.]

Zwar ist gar keine englische Woche mehr, aber es fühlt sich trotzdem weiterhin so an. Denn anschließend an den Samstag-Mittwoch-Sonntag-Rhythmus zuletzt folgt nun ein Freitag-Spiel. Und somit die Fortsetzung des engen Spielrhythmus bevor anschließend acht Tage ohne Pflichtspiel warten.

Wenn man an das Spiel von RB Leipzig beim VfB Stuttgart II denkt, dann erinnert man sich automatisch an das Hinspiel und daran, dass dort die Kick-and-Rush-Anstoßvariante aufging und RB in der Folge dessen zum viralen Highlight wurde. Es war das erste und einzige Mal, dass die überfallartige Spieleröffnung tatsächlich neben psychologischen Effekten auch zählbare Folgen hatte.

Vermeintlich klare Sache weiterlesen

Flattr this!