Schlagwort-Archive: TSG Hoffenheim

Verdränger und Verdrängte

Die Spitze in der Bundesliga bestand in den letzten Jahren weitgehend aus den gleichen Teams, wie hier gestern an dieser Stelle im Blog gezeigt wurde. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind die Teams, die konstant über die Jahre vornehmlich die Plätze 1 bis 3 untereinander ausmachen.

Wenn man mal auf die Zusammensetzung der Bundesliga insgesamt seit 1992, also seit die Fußballvereinigung von Ost und West erstmal in einer 18er-Staffel ausgetragen wurde (1991/1992 wurde übergangsweise noch mit 20 Teams gespielt, was wegen schwieriger Vergleichbarkeit hier nicht mit betrachtet wurde), anschaut, dann gibt es natürlich auch hier Teams, die durchgängig und konstant dazugehörten. Andere hingegen verschwanden oder kamen hinzu.

Über die 24 Spielzeiten hinweg waren lediglich sieben Teams ständig dabei. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke waren schon genannt als konstanteste Teams und sind auch hier dabei. Dazu kommen Bremen und Hamburg, die taumelnden Nordklubs, die sich in jüngerer Vergangenheit alle Mühe gaben, in die zweite Liga runterzugehen. Und dazu kommt auch noch der VfB Stuttgart, die diese Saison erstmals im Betrachtungszeitraum in der Bundesliga fehlen.

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Überraschungen nach Art des modernen Fußballs

Endlich mal wieder Spannung in der Bundesliga. So hörte man es immer wieder mal in den letzten Wochen. Eine Situationsbeschreibung, die sich vermutlich auch wieder ändert, nachdem am letzten Wochenende von den ersten sieben Teams nur die Bayern gewonnen haben und sich die Dinge langsam wieder gerade rücken.

Nur noch RB Leipzig ist aktuell punktetechnisch auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister. Der Rest ist schon mindestens sechs Punkte zurück. Zwischen Platz 1 und Platz 4 liegen aktuell sieben Punkte. Wenn man mal nur die Zeit seit 1995 (seit Einführung der Dreipunktregel) nimmt, dann gab es in 21 Spielzeiten gerade mal sechsmal den Fall, dass zwischen Platz 1 und 4 zehn Punkte oder mehr Differenz lagen. In zehn Spielzeiten war der Abstand geringer als sieben Punkte.

Die derzeit sieben Punkte Differenz liegen also eher im Schnitt der letzten 21 Spielzeiten, in denen der Abstand zwischen dem Topquartett bei 7,5 Punkten lag. Der Eindruck, was normal ist, hat sich lediglich in den letzten vier Spielzeiten extremer Bayern-Dominanz unter Heynckes und dann Guardiola etwas verändert, denn in diesen Jahren lagen zwischen Erstem und Vierten im Schnitt 13 Punkte.

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Verpflichtungen jenseits der ausgetretenen Pfade

Gestern ging es an dieser Stelle, um den Altersschnitt in der Stammelf der Bundesligisten. Eine kleine Übersicht, die unterschiedliche Ideen und Zukunftspotenziale bei der Kaderzusammenstellung deutlich machten.

Ergänzend dazu heute noch ein kleiner Blick auf einen anderen Teil, der direkt mit der Erfahrung der Teams und damit auch mit dem Alter der Mannschaften zu tun hat. Es geht um die Zahl der Einsätze, die die elf meisteingesetzten Spieler der Vereine bisher in ihrer Karriere national und international sammelten.

Dabei kommen die Bundesligisten im Schnitt pro Stammspieler auf ungefähr 105 Spiele in einer der fünf europäischen Topligen (also Deutschland, England, Spanien, Italien oder Frankreich) und 30 Spiele in anderen ersten Ligen in Europa und der Welt. Macht zusammen also 135 Erstligaspiele, die ein Bundesligaakteur im Schnitt bereits auf dem Buckel hat. Pro Mannschaft sind das mehr als 1480 Erstligaspiele, davon mehr als 1150 in einer europäischen Topliga. In jedem Team stehen im Schnitt fünf Spieler, die bereits mehr als 100 Spiele in einer europäischen Topliga absolviert haben.

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Propheten, eigene Länder und anderes mit und ohne Jugend

Nachwuchsarbeit im Fußball gilt in Deutschland oft auch ein wenig als hehres Ziel. Bildet man junge Spieler aus und entwickelt sie, dann gilt das per se als gut. Tut man das nicht gilt das eher als schlecht.

Wobei jenseits von Nachhaltigkeit für den Verein oder im Fall der Fälle regionaler Identität die Frage ist, was der Mehrwert sein soll (wenn man mal von der Nationalmannschaft absieht, die davon profitiert), an dem es sich bemisst, dass Nachwuchsarbeit gut ist. Am Ende ist es auch kein Frevel, mit älteren Spielern erfolgreich zu kicken und auch keinen Deut weniger ehrenwert, als eine junge Mannschaft aufs Feld zu schicken.

Gute Nachwuchsarbeit ist im besten Fall aus Vereinssicht ein strategischer Wettbewerbsvorteil, weil man so Talente vom eigenen Klub überzeugen kann, die ansonsten wohl kaum zu bekommen wären und diese perspektivisch entweder die eigene Qualität erhöhen oder vielleicht auf dem Transfermarkt Geld abwerfen. Aber Nachwuchsarbeit im Schatten eines Profiklubs mit ihrer ganzen Allürenhaftigkeit ist aus einer gesellschaftlichen Perspektive heraus eben auch nicht unbedingt ein besonders hervorhebens-, lobens- oder schützenswerter Bereich.

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Immer wieder samstags. Oder auch nicht.

Wieder mal steht am nächsten Spieltag für RB Leipzig eine Partie an, die nicht am Samstag, 15.30 Uhr ausgetragen wird. Wieder mal ein Freitag. Schon zum dritten Mal in dieser Saison. Zum zweiten Mal in Folge auswärts. Ins geschmeidige 650 km entfernte Freiburg.

Generell wird RB Leipzig in dieser Saison nur selten zur ’normalen‘ Bundesliga-Spielzeit am Samstag Nachmittag angesetzt. Bis zum 20. Spieltag wurden die Partien bisher von der DFL terminiert. 18 Spieltage davon fallen aufs Wochenende, zwei Spieltage in englischen Wochen auf Dienstag und Mittwoch. An den 18 Wochenendsspieltagen spielt RB Leipzig gerade mal sechsmal am Samstag Nachmittag.

Entsprechend spielt man gleich zwölfmal zu anderen Terminen. Wobei man bis zum 20. Spieltag nirgendwo die Spitze hält. Freitags spielt Bayern, Freiburg und Frankfurt häufiger als RB. Samstag Abend spielen Leverkusen und Dortmund häufiger als RB. Und Sonntags spielen Mainz, Schalke, Hertha und Hoffenheim häufiger als RB.

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Interessante Frage trotzt uninteressanter Debatte

Nicht fair fand Dortmund-Coach Thomas Tuchel zuletzt die 21 Fouls gegen sein Team im Spiel bei Bayer Leverkusen. Um weiter festzustellen: „Da werden Mittel angewendet, die in der Häufigkeit dazu führen müssen, dass man nicht komplett zu Ende spielt.“ Aussagen, mit denen Tuchel viel Spott erntete, weil man ihm eine nicht angemessene Opferrolle unterstellte.

„Vielleicht ist Dortmund ja eine Mannschaft, die schnell Fouls zieht“, entgegnete Leverkusen-Coach Roger Schmidt gar und schob den Schwarzen Peter des unfairen Spiels zurück und machte den BVB zu einer „cleveren“ Schauspielertruppe.

Nun, im Bundesliga-Mediengeschäft nimmt man solche Auseinandersetzungen gern, um dann das ‚der gegen den und was sagt eigentlich Lothar Matthäus dazu‘-Spiel zu spielen. Dabei ergeben sich aus den Statements Fragen, die nicht mit Schuldzuweisungen zu klären sind.

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Überraschendes Spitzentrio

Sechs gespielte Spieltage. Eigentlich noch nicht wirklich die Zeit, um schon Schlussfolgerungen aus dem Tun der Bundesligisten zu ziehen. Zu unterschiedlich sind die Spielpläne und zu gering ist die Spielanzahl, als dass sich schon alle Qualitäten und Nicht-Qualitäten in den Zahlen durchsetzen würden.

Kleine Hinweise liefern die Daten allerdings schon jetzt, wenn man im Hinterkopf behält, dass sie vielleicht nicht final belastbar sind oder gar Aussagen mit prognostischem Charakter hergeben. Vor allem Torschussstatistiken vermitteln durchaus ein ganz gutes Bild über Stärken und Schwächen von Teams.

Torschüsse bzw. Chancen als Datengrundlage heranzuziehen, macht deswegen Sinn, weil sich darin eigentlich ausdrücken sollte, inwiefern man es mit seiner Spielidee schafft, mehr Torgelegenheiten als sein Gegner herauszuspielen. Was im Normalfall auch die Siegwahrscheinlichkeiten erhöhen sollte. Es leuchtet vielleicht ein, dass ein Team, dass sich wesentlich mehr Chancen herausspielt als zulässt, am Ende besser dastehen sollte als ein Team, das viele Chancen zulässt und nur wenige herausspielt.

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Erstaunlich gut und erstaunlich vielseitig

Sechs Spieltage hat RB Leipzig bisher absolviert. Eine Länderspielpause unterbricht die Saison zum zweiten Mal. Bei RB Leipzig kann man ganz entspannt in die Pause gehen, denn mit 12 Punkten aus sechs Spielen ist man besser gestartet als man vor der Saison vermutet hätte. Ist zwar noch vier Spieltage, also bis zur nächsten Länderspielpause Zeit, bis ein Blick auf die Tabelle größere Relevanz hat, aber auch jenseits der Tabelle entwickeln sich die Dinge aus RB-Sicht ziemlich positiv.

Denn die bisher zwölf Punkte aus sechs Spielen sind nicht die Folge von ganz viel Glück oder nicht wiederholbaren Energieleistungen eines übereuphorisierten Aufsteigers, sondern Konsequenz einer guten Mannschaftsorganisation gespickt mit der notwendigen individuellen Klasse, um die Organisiertheit zu veredeln. Sprich, RB Leipzig ist (bei allen Differenzen im Detail) eine Art Ingolstadt reloaded, nur mit mehr Qualität im Offensivdrittel.

Dass sich hinter den zwölf Punkten nicht nur Anfängerglück verbirgt, sondern Qualität, zeigt sich auch darin, dass RB Leipzig hinter den Bayern in Sachen Torschüssen das beste Team der Liga ist. Man hat die wenigsten Schüsse aller Bundesligisten auf das eigene Tor zugelassen. Und man hat die drittmeisten Schüsse aller Bundesligisten auf den gegnerischen Kasten abgegeben. Im Verhältnis von abgegebenen und zugelassenen Schüssen auf das Tor ist man entsprechend Zweiter hinter den Bayern.

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Große und kleine Entwicklungsschritte

Ist RB Leipzig schon automatisch für die Champions League gesetzt oder muss man die letzten 32 Spiele noch spielen? Man weiß es nach der Welle von Lob für die Leistung im Spiel gegen Dortmund und den vielerorts gestellten Fragen, ob der Klub mit den großen Ambitionen jetzt schon die Großen angreifen kann (Wer Dortmund schlagen kann, kann doch bestimmt jeden schlagen!!), noch nicht so recht, wohin das Pendel der öffentlichen Wahrnehmung in den nächsten Wochen und Monaten ausschlagen wird.

Mit Geld schießt Tore (in der kulturpessimistischen ‚alles geht den Bach runter‘ oder in der hoffnungsvollen ‚endlich wird der Wettbewerb gerettet‘-Variante) oder Geld schießt eben doch keine Tore (in der hämischen Variante) gibt es ja zwei komplementäre Argumentationsstränge, die man wahlweise am Ende gut anbringen kann.

Sehen wir mal von den Übertreibungen ab, die seit jeher (bzw. seit langem) gewohnter Teil des Berichterstattungsspiels sind und brechen die samstäglichen Ereignisse des Spiels von RB Leipzig gegen Borussia Dortmund runter auf ihren rein sportlichen Wert jenseits der Emotionalität von Spielverlauf und jenseits der Eigendynamik des besonderen Abends, dann bleiben zwei Dinge.

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Kein Aufmerksamkeitsdefizit

Eine der Fragen, die mit dem Neuling RB Leipzig oft verbunden werden, ist die nach der Attraktivität für die Bundesliga. Bzw. der möglicherweise fehlenden, wenn Beobachter der Liga sie in eine Reihe mit Hoffenheim, Ingolstadt oder Wolfsburg stellen und Witze über mögliche Negativquoten bei Sky reißen.

Der erste Spieltag der Bundesliga hielt dann durchaus eine kleine Überraschung bereit, als bekannt wurde, dass ausgerechnet die Partie zwischen Hoffenheim und Leipzig bei Sky die besten Einschaltquoten eines Einzelspiels hatte (mal beiseite gelassen, wie fehleranfällig Quotenmessung und Quotenranking gerade in diesem Zahlenbereich sind). 460.000 Zuschauer und damit mehr als bspw. das Aufeinandertreffen von Mönchengladbach und Leverkusen, also zwei Champions-League-Aspiranten, soll das Spiel live gehabt haben.

Im Hinterkopf sollte man dabei allerdings behalten, dass der Vergleich der Quoten von Einzelspielen dadurch erschwert wird, dass Spiele miteinander verglichen werden, die einerseits wie Hoffenheim gegen Leipzig keine Konkurrenz haben oder andererseits wie Dortmund gegen Mainz parallel zu anderen Spielen laufen. Zur Anstoßzeit 15.30 Uhr am Samstag saßen am ersten Spieltag reichlich 1.000.000 Menschen vor den Sky-Empfängern, entschieden sich aber zu über der Hälfte für die Konferenz und den Rest teilten sich dann erst die fünf Einzelspiele.

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Historisches , Überraschendes und Altbekanntes

Das war er dann also der erste Spieltag in der Bundesliga für RB Leipzig. Die historische Dimension dieses Datums fühlte sich allerdings doch ganz klein als Schiedsrichter Tobias Stieler die Partie in Hoffenheim anpfiff und man einfach nur Fußball spielte.

Nur Dominik Kaiser dachte, dass historische Tage auch noch historische Nebenaspekte brauchen und wurde zum zweiten Spieler nach Andreas Lambertz, der in den vier höchsten Spielklassen Deutschlands jeweils mindestens ein Tor erzielte. So wie Lambertz erzielte er die Tore alle im selben Verein.

Manch einer wird einwenden, dass das ja keine große Kunst ist bei einem Klub wie RB Leipzig (im Gegensatz zu Lambertz und Düsseldorf), dessen Weg nach oben vorbestimmt war. Der Teil mit der vorgezeichneten Klubentwicklung mag stimmen. Dass es nicht ganz so einfach war für einzelne Spieler, diesen Weg mitzugehen und nicht nach und nach vom beschleunigenden Zug zu fallen, zeigt sich allerdings darin, dass Kaiser der einzige Feldpieler aus dem Regionalliga-Kader 2012/2013 ist, der überhaupt immer noch bei RB Leipzig spielt. Wie er sich zum Kapitän gemausert hat und in allen Spielklassen eine tragende Figur war, zeigt endgültig, dass Kaiser sich in Leipzig durchaus ganz weit oben in die Vereinsgeschichte eingetragen hat und seine Entwicklung sicherlich nicht selbstverständlich war.

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Bundesliga: TSG 1899 Hoffenheim vs. RB Leipzig 2:2

Erstes Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte für RB Leipzig. Es ging zum Auftakt zur TSG Hoffenheim, wo man eine schwere Aufgabe erwartete. Zweimal geriet RB Leipzig in Rückstand, zweimal glich man aus. Angesichts eines deutlichen Chancenplus waren es am Ende eines guten bis sehr guten RB-Spiels aber doch eher zwei verlorene Punkte als ein gewonnener.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig mit einer erwartbaren und einer nicht ganz erwartbaren Änderung. Erwartbar, dass den verletzten Keita im Mittelfeld Stefan Ilsanker ersetzte, für den wiederum Marvin Compper in die Innenverteidigung rutschte. Nicht ganz so erwartbar, dass Timo Werner für Emil Forsberg in die Begegnung kam. Dass Werner nah an der Startelf ist, wusste man. Dass Forsberg auf dem Weg aus ihr heraus ist, wusste man noch nicht.

Trotz Werner-Einbau und Ilsanker auf der Sechs spielte RB Leipzig trotzdem kein 4-1-2-2-1, sondern das gewohnte 4-2-2-2, nur eben mit Werner als zweitem Stürmer und Sabitzer diesmal auf der linken Zehn. Eine Formation mit sehr viel Offenisvgeist und vor allem viel Geschwindigkeit in die Tiefe.

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Historischer Tag

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig bei der TSG 1899 Hoffenheim (28.08.2016, 17.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl und Marvin Compper.]

Durchaus historisch das Ereignis, das da am Sonntag ansteht. Das erste Bundesligaspiel von RB Leipzig. Das erste Bundesligaspiel eines Leipziger Teams seit mehr als 22 Jahren.

Der Spieltagsplaner fand es sicherlich ganz witzig, RB Leipzig zum Start in die Bundesliga zur TSG Hoffenheim zu schicken. Quasi zu dem Klub, der vor Leipzig die Unbeliebtheitsskala in der Bundesliga (abgesehen von ein paar Monaten als Bayernkonkurrent nach dem Aufstieg) immer angeführt hatte. Trefflich könnte man im Vorfeld über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Klubs zwischen Mäzenaten- und Marketingtum streiten, aber man kann das natürlich an dieser Stelle genauso gut lassen..

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Regionaler Kern

Irgendwo hatte ich vor einiger Zeit mal wieder das Argument gelesen, dass der Anspruch von RB Leipzig, Jugendliche aus der Region zu förden, nicht wirklich erfüllt sei. Weil die Jugendarbeit nach oben nicht durchlässig ist und man nach unten überregional scoutet und so die Nachwuchsteams nur noch wenig Platz ließen für regionale Talente.

Was gleich die Frage aufwarf, wie dies eigentlich im großen Fußball, zu dem RB Leipzig ja jetzt dazugehört oder dazugehören will, aussieht und ob der Anspruch regionaler Talentförderung in globalisierten Zeiten und bei überregionalem Scouting überhaupt noch Teil der Vereinsphilosophien ist.

Wenn man sich mal die U19-Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten anschaut, soweit sie selbst in der Bundesliga spielen, dann fällt auf, dass die Differenzen insgesamt geringerer Natur sind, als man denken könnte. Für alle U19-Mannschaften gilt, dass sie in der vergangenen Spielzeit im Kern aus Spielern aus der jeweiligen Region bestanden. Wobei Region hier so definiert wird, dass der letzte Verein der Spieler nicht weiter als 100 km entfernt war. Was eine eher unzureichende Klassifizierung ist, da manche Teams in Ballungsgebieten agieren und andere wiederum nicht.

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Bundesliga-Aufsteigerbilanzen

Mit dem SC Freiburg ist diese Saison ein alter Bekannter in die Bundesliga aufgestiegen, mit RB Leipzig dagegen ein kompletter Frischling. Leipzig ist der 55. Verein, der in die Bundesliga aufsteigt.

Seit Einführung der Dreipunktregel 1995 haben 28 verschiedene Vereine in 21 Spielzeiten als Aufsteiger in der Bundesliga gespielt. Dabei traten diverse Teams mehr als einmal als Aufsteiger auf. Insgesamt waren es in den 21 Spielzeiten 58 Aufsteiger, die sich darin versuchten, die Klasse zu halten. Was im Normalfall das erste Ziel eines Aufsteigers ist.

Gleich fünfmal Aufsteiger waren der 1.FC Köln und der VfL Bochum. Eintracht Frankfurt, der 1.FC Nürnberg und Arminia Bielefeld waren mit je vier Aufstiegen auch sehr häufig Neulinge. Nicht die allerkonstantesten Vereinskarrieren.

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Zeit für uns zu geh’n

In einem stellenweise eher bemühten Beitrag der Süddeutschen Zeitung direkt nach dem Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga Anfang Mai (ja, zweieinhalb Monate ist das schon wieder her und langsam ist der Aufstieg gesackt und macht der deutlichen Saisonvorfreude Platz), der auf die Frage hinstrebte, ob „Geld auch Aura schaffen“ und nicht nur Tore schießen kann, wunderte sich der Autor ein wenig darüber, dass man in Leipzig „Zweite Liga war schön, Zeit für uns zu geh’n“ gesungen hatte und nicht wie anderenorts „Zweite Liga, nie mehr“.

Die semantischen Differenzen sind natürlich eher gering und ausgerechnet darin ein Indiz für die Andersartigkeit von RB Leipzig zu sehen, dass man sich schon in der Regionalliga ein eigenes Aufstiegslied zurechtgebastelt hat, das im Fanlager zum ultimativen, auch später gern genommenen Gassenhauer wurde, vielleicht eine eher mühselige Argumentationskette.

Trotzdem bleibt auch der Fakt, dass in diesem „Zeit für uns zu geh’n“ immer auch drinsteckte, dass man sich auf einer Reise befindet. Und gefühlt mengte sich nach dem Drittligaaufstieg als erstem Reiseschritt auch ein Stückweit Ruhelosigkeit in diese Phrase bzw. die Reise. Eine Ruhelosigkeit, über die Alexander Zorniger einst befand, dass man auf dem Weg zu seinen Zielen nicht den Spaß verlieren dürfe. Sprich, das Ziel nicht wichtiger werden solle als der Weg.

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Her mit der TV-Kohle

Gestern also die Präsentation des Spielplans der kommenden Bundesliga-Saison. Zu dem es eigentlich nicht viel mehr zu sagen gibt als das, was der erstklassige Drittligablogger von stellungsfehler.de bei Twitter formulierte:

So ist es dann also gestern gekommen. Der Spielplanplaner brachte noch einen kleinen Witz unter und ließ für den ersten Spieltag RB Leipzig bei der TSG Hoffenheim antreten. Vermutlich, um sich anschließend an den Online-Witzeleien und seltsamen Großkreutz-Vergleichen zu erfreuen. Wobei die Begegnung zum Auftakt ganz hübsch ist. Sportlich und wegen der Rangnick-Kaiser-Compper-Ex-Hoffenheim-Geschichten.

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RB Leipzig in der Bundesliga 2016/2017

Bundesliga. Wie ungewohnt das noch klingt. Aber jetzt darf man sich ja damit beschäftigen. Und was böte sich als Anlass für eine erste Annäherung an die kommende Saison besser an als die Tatsache, dass seit gestern die Zusammensetzung der Liga klar ist.

Dass RB Leipzig der 55. Neuling der Bundesliga sein würde, war klar. Auch dass Freiburg, der Inbegriff eines deutschen Top20-Teams (ok, Top23), wieder dabei sein würde. Seit nunmehr 25 Jahren war Freiburg immer Bundesligist oder nie schlechter als Fünfter in der 2. Liga.

Vervollständigt wurde das Bundesliga-Feld gestern durch Eintracht Frankfurt, die in der Relegation vergleichsweise dominant den 1.FC Nürnberg besiegten und die Klasse hielten. Und damit den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen zu einem freudetrunkenen Grüßmarathon vor laufenden Kameras zwangen. Eltern, Freunde, Gartenzwerge, Krümelmonster und all die anderen, die gegrüßt wurden, werden sich sehr gefreut haben.

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18.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Die Hälfte der Saison ist vorbei. Gemeinheim meint man, dass noch so viele Spiele zu spielen sind, dass der aktuelle Tabellenstand nicht so viel Aussagekraft hat und noch ganz viel passieren kann. Wenn man allerdings einen Blick auf die letzten 20 Spielzeiten seit Einführung der Dreipunktregel wirft, dann stellt man fest, dass sich am Tabellenbild zwischen Herbstmeisterschaft und Saisonfinale meist gar nicht mehr so viel ändert.

Denn in dieser Zeit landeten 45 der 60 Teams, die zur Halbzeit einen der ersten drei Plätze belegten, auch am Ende unter dem Toptrio. In den letzten zehn Jahren waren es sogar 24 von 30. Dabei belegt der Herbstmeister final im Schnitt Platz 2,1. Schlechter als Sechster wurde er nie (Aachen 2003/2004). 17 von 20mal stand am Ende der Aufstieg (einmal via Relegationssieg). In den letzten zehn Jahren verspielte nur Aue als Herbstmeister noch den Aufstieg (2010/2011) und das erstaunt vielleicht nicht ganz so, wenn man bedenkt, dass sie nach 17 Spielen sehr überraschend ganz oben standen und auch nur drei Punkte Vorsprung auf Platz 4 hatten.

Der Zweitplatzierte nach 17 Spielen landete in den vergangenen 20 Spielzeiten im Schnitt auf Platz 2,65. Zehnmal reichte es für Platz 1 oder 2. Weiter runter als bis auf Platz 7 ging es nie mehr (Kaiserslautern 2008/2009). Und auch für den Dritten nach 17 Spielen ging es im Laufe der Restsaison nicht mehr so richtig bergab, sodass am Ende im Schnitt Platz 3,55 stand. Immerhin achtmal gelang noch der Sprung auf Platz 1 oder 2. Schlechter als Neunter wurde es in der Abschlusstabelle nie und das ist auch schon einige Monde her (Hannover 2000/2001, VfB Leipzig 1995/1996).

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Der FC St. Pauli macht den Watzke

Die [RB Leipzig/ Anm. rotebrauseblogger] sollen von mir aus dreimal die Champions League gewinnen. Mit dem Geld des Sponsors. Da hab‘ ich doch nichts dagegen. Aber, bitte schön, nicht mit dem Geld der Bundesliga noch dazu.

Die Liga hat einen kapitalen Fehler gemacht, als sie Wolfsburg und Leverkusen, zwei Klubs, die Töchter von Dax-Unternehmen sind, einen Sonderstatus eingeräumt hat, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Man hätte doch sagen können: Die kriegen nur die Hälfte des Fernsehgeldes, der Rest wird in einen Solidarfonds eingezahlt. Ich glaube, keiner der beiden Dax-Konzerne hätte sich daran gestört. Die wollen doch, dass auch die Fans der anderen Klubs Aspirin schlucken oder VW fahren. Dieser Fehler ist nicht mehr zu korrigieren. (Hans-Joachim Watzke, faz.net vom 19.10.2010)

Ein bisschen Zeitschleife ist immer. Und was Hans-Joachim Watzke 2010 konnte, kann der FC St. Pauli mit dem neuerdings jobzufriedenen Andreas Rettig in hauptverantwortlicher Rolle fünf Jahre später schon lange. Nur diesmal auf ganz offiziellem DFL-Antragswege und nicht via FAZ-Interview.

Rettig selbst war es, der erst vor kurzem verkündete, dass man einen Vorschlag zur Neuverteilung der TV-Gelder einbringen wolle und er deswegen klinkenputzend unterwegs sei, um für diese Idee zu werben. Heute nun vermeldet der Kicker mit Verweis auf Orginaldokumente, dass die neue Idee des FC St. Pauli, mit der er sich als Antrag an den Ligaverband wenden will, darin besteht, dass die Versammlung der Proficlubs in ihrer Mehrheit beschließen möge, dass Vereine, die nicht die 50+1-Regel erfüllen (brauchen), künftig von der Verteilung der Fernsehgelder ausgeschlossen werden sollen.

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