Schlagwort-Archive: Torsten Lieberknecht

Was von Spieltag 30 bleibt

Gerade noch war das Rennen um einen Platz in der Bundesliga eine wilde Hatz und schon ist es ein Schneckenrennen. Drei Aufstiegskandidaten mit jeweils deutlich über zwei Punkten im Schnitt in zwölf Rückrundenspielen holen alle zusammen am 30.Spieltag genau einen Punkt. Und der ist angesichts des Freiburger Treffers in der Nachspielzeit des Montagsspiels in Braunschweig eher glücklich. Klingt danach, als würden die Füßchen langsam ein wenig anfangen zu zittern.

Kann aber natürlich nur Zufall sein, dass es alle drei Topteams auf einmal erwischt. Schließlich war es schon das dritte Mal in dieser Saison und das zweite Mal im Jahr 2016, dass an einem Spieltag Leipzig, Nürnberg und Freiburg gleichzeitig nicht gewinnen konnten. Einen Spieltag, an dem alle drei Teams gleichzeitig verlieren, gab es dagegen noch nie.

Dass dies so blieb, wurde auch ein wenig Schiedsrichter Patrick Ittrich zugeschrieben, der trotz abgelaufener Nachspielzeit noch eine Ecke ausführen ließ. Ist aber auch eine Lose-Lose-Situation für einen Schiedsrichter. Lässt er die Ecke nicht noch ausführen, beklagt sich die zurückliegende Mannschaft bitterlich. Lässt er sie ausführen und die Ecke führt zum Tor, ist der Ärger beim Team, das den Sieg verliert, riesig. Im Optimalfall lässt man die Ecke ausführen und es fällt kein Tor. Nicht jeder Tag ist allerdings ein optimaler Schiedsrichtertag.

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Was von Spieltag 6 bleibt

Ungefähr jedes dritte Spiel der zweiten Liga endete bisher mit einem Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied. Bis vor dem sechsten Spieltag waren darunter fünf Spiele, die mit mehr als zwei Toren Unterschied endeten. Am fünften Spieltag kamen gleich drei 3:0-Spiele dazu. Für Union und Düsseldorf die ersten Siege überhaupt, für Braunschweig der zweite Sieg mit mehr als zwei Toren Differenz am Stück.

Pro Spieltag gibt es also ungefähr ein Spiel, das mit mehr als zwei Toren Unterschied, also sehr deutlich ausgeht. Es handelt sich dabei also um ein Ereignis, das nicht gerade als alltäglich durchgeht. Vielleicht liegt es daran, dass ausgerechnet die Trainer der drei klaren Gewinnerteams nach ihren Spielen in unterschiedlicher Qualität die Siege relativierten oder gar wie vor allem Torsten Lieberknecht und Neu-Unioner Sascha Lewandowski die eigene Leistung eher versuchten schlecht zu reden.

Besonders Lewandowski sah man nach seiner Premiere an, dass er mit dem Sky-Lob für sein Team im Anschluss an das Spiel wenig anfangen konnte und wohl am liebsten sofort losgelegt hätte mit dem, was ihm negativ aufgefallen war. Er riss sich dann aber doch noch zusammen und kriegte die Kurve hin zu Lob für seine Jungs, deren Auftreten und ihre Trainings(!)leistungen. Das Spiel selbst schien ihm in Bezug auf die Umsetzung der Spielphilosophie trotzdem nicht zu passen. Dabei sah man in Karlsruhe durchaus einige gute Pressingsituationen, hohe Ballgewinne und ein generell verbessertes Verhalten des Teams. Aber vielleicht hat sich Lewandowski keine Videos der letzten Union-Spiele angeschaut und kann deswegen die Verbesserung nicht so recht wertschätzen.

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5.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Vier Spieltage sind vergangen. Nur noch einer fehlt bis zur Länderspielpause. Eine Pause, in der sich die Vereine sicherlich noch mal Zeit nehmen werden, genauer unter die Lupe zu nehmen, was bis dahin gut funktionierte und was bis dahin gar nicht funktionierte. Kommt man drauf, dass Dinge fundamental schief laufen, dürfte eine zweiwöchige Pause sehr gut dazu auserkoren sein, noch mal den Trainer zu wechseln. Letzte Saison erwischte es in der Länderspielpause, die damals schon nach dem vierten Spieltag kam, Aues Falko Götz, dessen null Punkte aus vier Spielen letztlich erheblich mit zum Auer Abstieg betrugen und St. Paulis Roland Vrabec.

In die aktuelle Saison sind mit Leipzig, Paderborn, Düsseldorf und Fürth vier Teams mit einem neuen Trainer gestartet. Wenn man so will, ist auch Tomas Oral in Frankfurt ein Neuling, da er in der vergangenen Saison erst vor dem letzten Spieltag verpflichtet wurde. Interessanterweise sind alle fünf Vereine auf unterschiedliche Art und Weise spielerisch und oder punktetechnisch durchwachsen in die Saison gestartet.

Insgesamt neun Trainer sind noch nicht länger als ein Jahr bei ihrem Team. Dieser Wert ist identisch mit dem Wert der Erstligakollegen. Und zeigt relativ deutlich, dass das Traineramt ein ganz schöner Durchlauferhitzer ist. Im Schnitt sind die 18 Trainer der zweiten Liga 22,4 Monate, also knapp zwei Jahre bei ihren Vereinen. Zieht man allerdings die beiden dienstältesten Trainer der obersten beiden Spielklassen Deutschlands, also Heidenheims Frank Schmidt und Braunschweigs Torsten Lieberknecht ab (jeweils mehr als sieben Jahre bei ihren Vereinen), dann sind die verbleibenden 16 Trainer im Schnitt nur noch seit knapp 14 Monaten im Amt. So richtig langfristiges Arbeiten sieht anders aus.

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Was von Spieltag 26 bleibt

Stünde Vincenzo Grifo aktuell nicht nur bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag, sondern auch auf dem Feld und wäre nicht ’nur‘ in die zweite Liga zum FSV Frankfurt ausgeliehen, die ganze Republik würde wohl in dieser Woche über ihn sprechen. Was hätte man dafür gegeben mitzuerleben, wie sich die bundesweite Presse in Superlativen und moralischer Empörung gegenseitig übertrifft. So muss es ein eher profanes „die frechste Unsportlichkeit dieser Fußballsaison“ tun (Focus). Ein Jammer.

Dass Vincenzo Grifo mit seiner elfmeterschindenden Flugeinlage, die eher eine spektakuläre Sprungeinlage war, wie man sie sicher nicht gelehrt bekommen würde, wenn Schwalben auf dem Wochentrainingsplan stünden, überhaupt durchkam, war fast noch spektakulärer als das dreiste Erschummeln eines Elfmeters. Schiedsrichter Markus Wingenbach wird die Szene sicherlich noch eine ganze Weile verfolgen.

Dass die Szene auch Vincenzo Grifo verfolgt, dafür dürfte der hiesige Boulevard schon sorgen. Vereinsseits zieht man sich bei der BILD auf diese alberne „Schlitzohr“-Interpretation, also so etwas wie die verbale Schutzschwalbe zurück. Dachte man eigentlich auch, dass diese Rhetorik-Zeiten lange hinter einem liegen würden.

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Was von Spieltag 24 bleibt

24 Spieltage sind in der zweiten Liga rum. Das Tabellenbild bleibt vergleichsweise klar. Oben sind vorerst vier Mannschaften weg. Unten auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die finalen Entscheidungen in der Liga in diesen zwei Gruppen ausgespielt werden, ist relativ hoch.

Wobei man gerade in der oberen Tabellenhälfte nicht das Gefühl hat, dass jemand unbedingt in die Bundesliga durchmarschieren will. Ingolstadt (‚Haben nicht den Aufstieg als Ziel, geben unsere Position aber nicht freiwillig her‘) an diesem Spieltag das einzige Team aus der oberen Tabellenhälfte, das überhaupt gewinnen konnte. Alle anderen mussten sich mit Punkteteilungen begnügen oder legten gar Nullnummern ein.

Das Schneckenrennen um den Aufstieg seit der Winterpause führt auch dazu, dass die heißesten Teams der Liga (also die Teams mit den meisten Punkten seit der Winterpause) Frankfurt und Sandhausen sind. Mehr zweite Liga war nie.. Aufsteigen werden beide Teams aber nicht mehr. Selbst wenn sie bis zum Ende der Saison auf dem Niveau weiterpunkten wie bisher.

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Was von Spieltag 20 bleibt

Für Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht war die Sache schon vor seinem eigenen Spiel gegen Kaiserslautern klar: Ingolstadt sei Richtung Aufstieg bereits durch, verkündete er, nachdem die ihr Spiel gegen Fürth gewonnen hatten. Tatsächlich taten bis auf Kaiserslautern alle Teams dann etwas dafür, dass diese Aussage untermauert wird. Denn alle anderen sechs der vor dem Spieltag ersten acht Teams konnten ihre Spiele nicht gewinnen.

Acht Punkte Vorsprung auf Platz 2 für Ingolstadt und neun Punkte Vorsprung auf Platz 3. Bei nur noch 14 Spielen. Klar kann im Fußball immer alles passieren, aber im Normalfall verliert ein Spitzenreiter nicht 0,6 Punkte pro Spiel auf gleich zwei Teams der Tabelle, um dann am Ende noch Dritter oder schlechter zu werden. Zumal nicht, wenn sich die Teams auf den Plätzen 2 bis 10 auch weiter gegenseitig die Punkte klauen.

Kaiserslautern war schon vor der Winterpause spielerisch das vielleicht stärkste Team der Liga, brachte aber einige Partien nicht durch, die man eigentlich im Griff hatte. Falls man jetzt auch noch auswärts dominant auftritt und gewinnt, ist man Richtung Aufstieg allererster Anwärter hinter Ingolstadt.

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18.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

Die Hälfte der Saison ist rum. Ingolstadt steht nach statistischen Maßstäben als Aufsteiger schon fest. Und bei fünf Vereinen der zweiten Bundesliga sitzt inzwischen bereits ein neuer Trainer am Ruder.

Den Anfang machten Anfang September quasi zeitgleich Aue und St. Pauli, die nach dem vierten Spieltag auf sportlich unbefriedigende Leistungen reagierten. 0,0 Punkte hatte Falko Götz bis dahin im Schnitt geholt. 1,0 Punkte pro Partie konnte Roland Vrabec vorweisen. Tomislav Stipic holte seitdem in Aue in 13 Spielen 1,0 Punkte pro Partie, Thomas Meggle gerade mal 0,69 Punkte. Interessanterweise liegen diese beiden Teams, die zuerst die Trainer wechselten, aktuell auf den letzten beiden Plätzen der Liga. Der Effekt des Trainerwechsels kann dann doch als verpufft gelten.

Verpufft ist der Effekt auch beim TSV 1860 München, der Ende September Ricarco Moniz entließ, dem bis auf einige Sprüche nicht viel gelingen wollte. Platz 13 und 0,86 Punkte pro Spiel waren am Ende seiner Reise nach sieben Spielen die Bilanz des Niederländers, der nichts als die Meisterschaft in der zweiten Liga als Saisonziel ausgegeben hatte und auch jenseits dieser Zielstellung einige eigentümliche Maßnahmen bei der Teamführung auf Lager hatte (inklusive den 18jährigen Julian Weigl zum Kapitän machen und ihn kurz darauf aus eher nichtigem Anlass wieder demontieren).

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2.Bundesliga: RB Leipzig vs. Eintracht Braunschweig 3:1

Das Spiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Braunschweig versprach sportlich einiges. Gut gestarteter Aufsteiger gegen spielerisch starken, aber zuletzt strauchelnden Bundesliga-Absteiger, der sich einiges zur Wiedergutmachung vorgenommen hatte. Und die Partie hielt einige der Versprechungen, war überwiegend ein intensives, vor allem in der ersten Halbzeit auch hochklassiges Duell, in dem RB Leipzig letztlich das vor dem Tor zielstrebigere, gefährlichere und effektivere Team war. Braunschweig überzeugte dagegen vorwiegend zwischen den Strafräumen und zeigte in Ansätzen die spielerischen Potenziale, blieb aber offensiv meist harmlos und leistete sich defensiv die entscheidenden Fehler, die zur insgesamt verdienten Niederlage führten.

Weil Dominik Kaiser nach Verletzung erstmal nur auf der Bank saß und Clemens Fandrich gesperrt ausfiel, war RB Leipzig im schon vermuteten 4-3-3-System mit Matthias Morys als zusätzlichem Stürmer gestartet. Ein System, das insgesamt ganz gut passte und vor allem in Umschaltsituationen seine große Stärken entwickelte, weil man dann mit Poulsen und Morys gleich zwei schnelle Außenstürmer hatte, die mit tiefen Bällen gefüttert werden konnten und so dafür sorgten, dass viele Bälle sehr weit in der gegnerischen Hälfte gesichert werden konnten.

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